[0001] Die Erfindung betrifft ein Unterseeboot mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmalen.
[0002] Insbesondere bei militärisch genutzten Unterseebooten ist es üblich, Geräte, die
außerhalb des Druckkörpers dieser Unterseeboote eingesetzt werden, in einem Raum zwischen
dem Druckkörper und einer den Druckkörper außenseitig umgebenden Außenhaut zu lagern.
Ein solcher Raum kann beispielsweise unterhalb des begehbaren Oberdecks von Unterseebooten
vorhanden sein.
[0003] So ist es aus
DE 10 2006 061 138 B3 und
DE 10 2007 005 460 B3 bekannt, dort Vorrichtungen zum Ausbringen von kabelgebundenen Kommunikationsbojen
anzuordnen, wobei die Vorrichtungen beim Ausbringen der Kommunikationsboje zunächst
mit der Kommunikationsboje in einer Stellung außerhalb der Außenhaut des Unterseeboots
bewegt werden müssen.
[0004] Aus
DE 10 2006 011 865 B3 ist eine Vorrichtung bekannt, mit der ein Unterseeboot-Rettungsgerät aus dem Unterseeboot
ausgebracht werden kann. Auch diese Vorrichtung ist in dem Raum zwischen dem Druckkörper
und der Außenhaut unterhalb des Oberdecks des Unterseeboots angeordnet und dient dazu,
das Unterseeboot-Rettungsgerät zunächst in eine Position außerhalb der Außenhaut zu
bewegen und das Unterseeboot-Rettungsgerät darauffolgend freizugeben, damit dieses
an die Wasseroberfläche schwimmen kann.
[0005] Aufgrund des geringen Platzangebots in dem Raum zwischen dem Druckkörper und der
Außenhaut und infolge der damit verbundenen vergleichsweise schlechten Zugänglichkeit
dort, erweisen sich Wartungs- und Reparaturarbeiten an den oben angeführten Vorrichtungen
als äußerst schwierig. Dies gilt auch für den Wechsel der in diesen Vorrichtungen
gelagerten Geräte.
[0006] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Unterseeboot
mit mindestens einem im Raum zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut gelagerten
Geräteträger zu schaffen, bei dem die oben beschriebenen Schwierigkeiten zumindest
deutlich vermindert und bestenfalls gar nicht auftreten.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Unterseeboot mit den in Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen dieses Unterseeboots ergeben sich aus den
Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie der Zeichnung. Hierbei können
gemäß der Erfindung die in den Unteransprüchen angegebenen Merkmale jeweils für sich
aber auch in Kombination die erfindungsgemäße Lösung gemäß Anspruch 1 weiter ausgestalten.
[0008] Das erfindungsgemäße Unterseeboot weist mindestens einen Geräteträger auf, der im
Raum zwischen Druckkörper und Außenhaut des Unterseeboots gelagert ist und mit dem
ein Gerät von einer Lagerungsposition zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut in
eine Betriebsposition außerhalb der Außenhaut bewegbar ist. Dieser Geräteträger kann
zur Lagerung von solchen Geräten dienen, die von dem Unterseeboot abgelassen werden,
wie z. B. Kommunikationsbojen, Unterseeboot-Rettungsgeräte und dergleichen oder er
kann Geräte tragen, die an dem Geräteträger fest installiert sind.
[0009] Dabei ist gemäß der Erfindung der Geräteträger mindestens zweiteilig mit einem Trägerteil
und einem Fundamentteil ausgebildet. Der Fundamentteil ist bootsseitig festgelegt
und der Trägerteil an dem Fundamentteil lösbar befestigt. D. h., der Trägerteil des
Geräteträgers kann von dem in dem Raum zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut
angeordneten Fundamentteil getrennt werden und anschließend gegebenenfalls mit einem
darin oder darauf gelagerten Gerät aus dem Raum zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut
entfernt werden.
[0010] Dies hat den Vorteil, dass der Raum, der durch den Trägerteil und das darin bzw.
daran gelagerte Gerät beansprucht wird, auch für andere Zwecke genutzt werden kann,
wenn der Trägerteil entfernt ist.
[0011] Aufgrund der einfachen Lösbarkeit des Trägerteils von dem Fundamentteil können an
dem Trägerteil und/oder an einem auf dem Trägerteil gelagerten Gerät auszuführende
Arbeiten an einem Ort vorgenommen werden, der besser zugänglich ist, als der Raum
zwischen Druckkörper und Außenhaut. Prinzipiell ist es nicht mehr erforderlich, diese
Arbeiten auf dem Unterseeboot vorzunehmen. Stattdessen kann der Trägerteil beispielsweise
auf ein Überwasserbegleitschiff des Unterseeboots oder an Land z. B. in eine Werkstatt
gebracht werden, wo diese Arbeiten dann ausgeführt werden können. Darüber hinaus macht
es die lösbare Verbindung von Trägerteil und Fundamentteil auch möglich, an dem Fundamentteil,
der vorzugsweise schockgedämpft am Druckkörper des Unterseeboots befestigt ist, einen
dort befestigten Trägerteil gegen einen Trägerteil für ein anderes Gerät auszutauschen
und das Unterseeboot so in einfacher und schneller Weise an andere Einsatzbedingungen
und/oder Aufgabenstellungen anzupassen.
[0012] Der Trägerteil weist vorteilhaft im Wesentlichen alle mechanischen bewegbar ausgebildeten
Bestandteile des Geräteträgers sowie die zur Lagerung des Geräts erforderlichen Mittel
auf, während auf dem Fundamentteil vorteilhafterweise elektrische oder hydraulische
Antriebsmittel zum Bewegen des Geräteträgers angeordnet sind. Wenn die zum Bewegen
des Trägerteils vorgesehenen elektrischen und/oder hydraulischen Antriebsmittel des
Geräteträgers fundamentteilseitig angeordnet sind, ist eine Trennung von elektrischen
oder hydraulischen Verbindungen beim Entfernen des Trägerteils nicht erforderlich.
[0013] Es ist zweckmäßig, den Geräteträger in einem solchen Bereich zwischen Druckkörper
und der Außenhaut anzuordnen, der bei einem aufgetauchten Unterseeboot oberhalb der
Wasseroberfläche liegt. So kann der Geräteträger in einem Bereich angeordnet sein,
in dem die Außenhaut ein begehbares Oberdeck des Unterseeboots bildet. Unterhalb dieses
Oberdecks ist die genaue Position des Geräteträgers grundsätzlich beliebig, wobei
sie davon abhängen wird, wo zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut genügend Raum
für den Geräteträger zur Verfügung steht. Bevorzugt ist vorgesehen, den Fundamentteil
des Geräteträgers oberdeckseitig des Unterseeboots neben einem dort vorgesehenen Torpedoübernahmeluk
in einem Bereich anzuordnen, der auch als Freiraum für zumindest einen Teil einer
Torpedoübernahmebühne dient.
[0014] Die Torpedoübernahmebühne ist eine Vorrichtung, mit der Torpedos über das Torpedoübernahmeluk,
das unterhalb des Oberdecks an dem Druckkörper ausgebildet ist, in den Torpedoraum
im Bugbereich des Unterseeboots heruntergelassen werden. Zum Beladen des Unterseeboots
mit Torpedos wird diese Torpedoübernahmebühne bugseitig des Turms mittels eine Krans
auf dem Oberdeck des Unterseeboots aufgestellt und nach Ende der Beladung des Unterseeboots
mit dem Kran wieder entfernt. Bei den bislang üblichen Geräteträgern war es nicht
möglich, einen solchen Träger an dem Aufstellort der Torpedoübernahmebühne anzuordnen,
so dass dieser Aufstellort der Torpedoübernahmebühne bislang bei Einsatz des Unterseeboots
einen nicht nutzbaren Raum darstellte. Die erfindungsgemäße Lösung, einen Geräteträger
zweiteilig mit einem von einem bootsseitigen Fundamentteil entnehmbaren Trägerteil
auszugestalten, macht es nun möglich, diesen Bereich als Aufstellort für den Geräteträger
zu nutzen, da der Trägerteil des Geräteträgers vor dem Einsatz der Torpedoübernahmebühne
von dem Fundamentteil entfernt werden kann, um so Platz für die Torpedoübernahmebühne
frei zu machen, und nach dem Einsatz dieser Bühne wieder auf dem Fundamentteil aufgestellt
werden kann, wobei hierzu vorteilhafterweise der zum Aufstellen und Entfernen der
Torpedoübernahmebühne ohnehin erforderliche Kran verwendet werden kann.
[0015] Zweckmäßigerweise ist der Trägerteil des Geräteträgers derart ausgebildet, dass ein
darauf gelagertes Gerät von einer Lagerungsposition zwischen dem Druckkörper und der
Außenhaut in eine Betriebsposition außerhalb der Außenhaut und umgekehrt bewegt werden
kann. Der Positionswechsel des Gerätes kann hierbei in einer Linear- oder Schwenkbewegung
erfolgen, wobei eine Schwenkbewegung bevorzugt wird. Hierzu kann der Trägerteil vorteilhaft
ein schwenkbares Hubgestell aufweisen, das mit einem fundamentseitig angeordneten
Linearantrieb bewegungsgekoppelt ist.
[0016] Demgemäß ist das Hubgestell vorzugsweise schwenkbar direkt oder bevorzugt mittelbar
auf dem Fundamentteil gelagert, wobei ein an dem Fundamentteil angeordneter Linearantrieb
an dem Hubgestell beabstandet von dessen Schwenkachse angreift und das auf dem Hubgestell
angeordnete Gerät auf diese Weise je nach Bewegungsrichtung des Linearantrieb in seine
Betriebsposition oder in seine Lagerungsposition verschwenkt.
[0017] Bevorzugt bildet ein Hydraulikzylinder den Linearantrieb. Besonders vorteilhaft kann
dieser Hydraulikzylinder als ein doppelt wirkender Hydraulikzylinder ausgebildet sein,
mit dem einerseits die erforderliche Hebekraft zum Ausschwenken des Hubgestells in
die Betriebsposition des Geräts außerhalb der Außenhaut und andererseits auch eine
dem entgegengerichtete Kraft zum Zurückschwenken des Hubgestells erzeugt werden kann.
[0018] In vorteilhafter Weiterbildung kann das Hubgestell zumindest zwei voneinander beabstandete
Schwenkarme aufweisen, die Teil einer Parallelogramm-Mechanik bilden. Dementsprechend
weist das Hubgestell mindestens zwei Schwenkarme auf, deren Schwenkachsen voneinander
beabstandet sind. So können an dem Fundamentteil direkt oder vorzugsweise mittelbar
zumindest zwei gleich lange Schwenkarme des Hubgestells in einer gemeinsamen Richtung
schwenkbar angelenkt sein, wobei die von diesen Anlenkpunkten beabstandeten Enden
der Schwenkarme wiederum an einer Aufnahme zur Lagerung des von dem Geräteträger zu
tragenden Geräts angelenkt sind. Diese Ausgestaltung des Hubgestells bewirkt, dass
sich die Neigung der Aufnahme für das Gerät und damit einhergehend die Neigung des
Geräts gegenüber dem Fundamentteil während des Verschwenkens des Hubgestells nicht
ändert.
[0019] Besonders vorteilhaft bildet der Geräteträger eine Vorrichtung zum Aussetzen und
Aufnehmen eines unbemannten Unterwasserfahrzeugs oder ist Teil einer solchen. Das
erfindungsgemäße Unterseeboot kann demnach eine Vorrichtung zum Aussetzen und Aufnehmen
eines unbemannten Unterwasserfahrzeugs aufweisen, die in dem Raum zwischen dem Druckkörper
und der den Druckkörper umgebenden Außenhaut angeordnet ist. Mit der Vorrichtung kann
das Unterwasserfahrzeug in dem Raum zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut vor
einer direkten Anströmung geschützt gelagert werden und bei Bedarf in eine Position
außerhalb der Außenhaut verfahren werden, wo das Unterwasserfahrzeug die Vorrichtung
verlassen kann und anschließend wieder an der Vorrichtung andocken kann.
[0020] Auf dem Hubgestell des Trägerteils kann vorteilhaft eine Art Gehäuse angeordnet sein,
das zu Aufnahme des auf dem Geräteträger gelagerten Geräts dient. Bildet der Geräteträger
eine Vorrichtung zum Aussetzen und Aufnehmen eines unbemannten Unterwasserfahrzeugs
oder ist Teil einer solchen, bildet das Gehäuse vorteilhafterweise eine Aussetz- und
Aufnahmeeinrichtung für das Unterwasserfahrzeug. Die Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung
kann zweckmäßigerweise derart ausgebildet sein, dass das Unterwasserfahrzeug ohne
äußere Hilfsmittel aus ihr herausfahren kann und anschließend wieder in sie hineinfahren
kann. Im Übrigen ist die Einrichtung zur Lagerung des Unterwasserfahrzeugs ausgestaltet.
[0021] Besonders vorteilhaft kann das Gehäuse an dem Hubgestell lösbar befestigt sein. So
kann das Gehäuse in einfacher Weise alleine oder zusammen mit einem darin gelagerten
Gerät von dem Geräteträger entfernt werden. Anschließend kann die Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung
zum geschützten Transport und als Aufbewahrungsbehälter für das Gerät auch außerhalb
des Unterseeboots dienen.
[0022] Bevorzugt weist ein die Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung bildendes Gehäuse eine Öffnung
auf, die eine Ein- und Ausfahröffnung für das Unterwasserfahrzeug bildet. Um das Ein-
und Ausfahren des Unterwasserfahrzeugs in bzw. aus der Einrichtung zu erleichtern,
sind vorzugsweise die an die Öffnung angrenzenden Randbereiche des Gehäuses zur Vergrößerung
des Öffnungsquerschnitts der Öffnung verschwenkbar ausgebildet. In diesem Zusammenhang
kann z. B. vorgesehen sein, die die Ein- und Ausfahröffnung begrenzenden Randbereiche
der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung derart nach außen schwenkbar auszugestalten,
dass diese Bereiche einen Ein- bzw. Ausfahrkanal für das Unterwasserfahrzeug bilden,
dessen Innenquerschnitt sich nach außen trichterförmig erweitert.
[0023] Das Einfahren des Unterwasserfahrzeugs in die Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung in
eine derartige Lagerungsposition kann erleichtert werden, wenn, wie es eine weitere
vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung vorsieht, an den Innenseiten der Aussetz-
und Aufnahmeeinrichtung ausgehend von der Ein- und Ausfahröffnung federgelagerte Führungselemente
zum Führen des Unterwasserfahrzeugs vorgesehen sind. So können in der Aussetz- und
Aufnahmeeinrichtung beispielsweise in Fahrtrichtung des Unterwasserfahrzeugs ausgerichtete
Führungsschienen angeordnet sein. Um eine Beschädigung eines in die Einrichtung einfahrenden
Unterwasserfahrzeugs zu verhindern, können diese Führungsschienen auf Federelementen
quer zur Fahrtrichtung des Unterwasserfahrzeugs nachgebend gelagert sein.
[0024] Dort, wo der Geräteträger zwischen dem Druckkörper und der Außenhaut des erfindungsgemäßen
Unterseeboots ausfahrbar gelagert ist, weist die Außenhaut typischerweise eine Öffnung
auf. Diese Öffnung ist dann, wenn sich der Geräteträger in seiner Lagerungsposition
vollständig innerhalb der von der Außenhaut gebildeten Außenkontur des Unterseeboots
befindet, zu verschließen, da die Öffnung ansonsten eine Signaturquelle darstellen
würde und auch die hydrodynamischen Eigenschaften des Unterseeboots negativ beeinflussen
würde. Aus diesem Grund kann der Geräteträger vorteilhaft ein Verkleidungsteil aufweisen,
das in der Lagerungsposition des Geräteträgers einen Teil der Außenhaut des Unterseeboots
bildet. Dieses Verkleidungsteil ist zweckmäßigerweise korrespondierend zu der Form
der an der Außenhaut ausgebildeten Öffnung ausgebildet und so an dem Geräteträger
angeordnet, dass seine Außenseite in der Lagerungsposition des Geräteträgers mit der
Außenseite der Außenhaut bündig abschließt. Hierbei kann weiter vorteilhaft vorgesehen
sein, dass das Verkleidungsteil an dem Hubgestell des Geräteträgers schwenkbar angeordnet
ist und z. B. so verschwenkt werden kann, dass es in der Lagerungsposition des Geräteträgers
mit der Wandung der Außenhaut des Unterseeboots fluchtet und in der Betriebsposition
des Geräteträgers den Einsatz eines dann außerhalb des Unterseeboots angeordneten
Gerätes nicht behindert. Bevorzugt ist das Verkleidungsteil mit dem Hubgestell bewegungsgekoppelt,
so dass eine Schwenkbewegung der Schwenkarme des Hubgestells auch eine Schwenkbewegung
des Verkleidungsteils bewirkt.
[0025] Bevorzugt ist an dem druckkörperseitig angeordneten Fundamentteil des Geräteträgers
ein Teil einer Steckverbindung einer Datenaustausch- und/oder Energieversorgungsleitung
angeordnet. Dieser Teil der Steckverbindung kann mit einem korrespondierenden Steckverbindungsteil
eines auf dem Geräteträger gelagerten Geräts gekoppelt werden, so dass dieses Gerät
mit Energie versorgt werden kann bzw. ein Datenaustausch mit diesem Gerät vorgenommen
werden kann. So kann z.B. an dem Fundamentteil ein Stecker angeordnet sein, der in
eine an dem Gerät vorgesehene Buchse eingreift. Handelt es sich bei dem Geräteträger
um eine Vorrichtung zum Aussetzen und Aufnehmen eines Unterwasserfahrzeugs, kann vorteilhaft
vorgesehen sein, den fundamentseitigen Steckverbindungsteil derart an dem Fundamentteil
anzuordnen, dass er in der Lagerungsposition der Vorrichtung mit einem korrespondierenden
Steckverbindungsteil des in der Vorrichtung gelagerten Unterwasserfahrzeugs gekoppelt
ist und durch Aufschwenken des Hubgestells der Vorrichtung von dem Steckverbindungsteil
des Unterwasserfahrzeugs selbstständig entkoppelt wird.
[0026] Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- In vereinfachter schematischer Darstellung ein Untersee- boot mit zwei in einer Lagerungsposition
befindlichen Ge- räteträgern im Raum zwischen Druckkörper und Außen- haut,
- Fig. 2
- das Unterseeboot nach Fig. 1 mit den Geräteträgern in einer Betriebsposition,
- Fig. 3
- in schematischer perspektivischer Darstellung eine Vorrich- tung zum Aussetzen und
Aufnehmen eines Unterwasser- fahrzeugs im Lagerungszustand,
- Fig. 4
- die Vorrichtung nach Fig. 3 in einer Explosionsdarstellung,
- Fig. 5
- die Vorrichtung nach Fig. 3 im Betriebszustand und
- Fig. 6
- die Vorrichtung nach Fig. 5 in einer Explosionsdarstellung.
[0027] Das in den Figuren 1 und 2 dargestellte Unterseeboot weist einen Druckkörper 2 auf,
der teilweise von einer Außenhaut 4 umgeben ist, die eine hydrodynamische Verkleidung
des Druckkörpers 2 bildet. Oberhalb der Oberseite des Druckkörpers 2 bildet die Außenhaut
4 ein begehbares Oberdeck des Unterseeboots. Unterhalb dieses Oberdecks ist in dem
Raum zwischen dem Druckkörper 2 und der Außenhaut 4 ein Geräteträger 6 in Form einer
Vorrichtung 6 zum Aussetzen und Aufnehmen eines in der Zeichnung nicht dargestellten
unbemannten Unterwasserfahrzeugs angeordnet. Die Vorrichtung 6 zum Aussetzen und Aufnehmen
des unbemannten Unterwasserfahrzeugs kann grundsätzlich an beliebiger Stelle unterhalb
des Oberdecks angeordnet sein, wo genügend Freiraum hierfür besteht. Um dies zu verdeutlichen
sind in den Fig. 1 und 2 jeweils zwei Vorrichtungen 6 dargestellt, von denen eine
Vorrichtung 6 im Bereich des Bugs und eine Vorrichtung 6 in einem Bereich zwischen
Turm und Heck des Unterseeboots angeordnet ist. Die Vorrichtung 6 dient dazu, ein
darin gelagertes unbemanntes Unterwasserfahrzeug in einer Lagerungsposition zwischen
dem Druckkörper 2 und der Außenhaut 4 des Unterseeboots zu lagern (Fig. 1) und dieses
Unterwasserfahrzeug in einer Betriebsposition außerhalb der Außenhaut 4 des Unterseeboots
ausbringen und wieder einholen zu können (Fig. 2).
[0028] Die Vorrichtung 6 ist zweiteilig ausgebildet und weist einen Fundamentteil 8 auf,
an dem ein Trägerteil 10 lösbar befestigt ist. Bei der in den Fig. 1 und 2 zwischen
dem Turm und dem Heck des Unterseeboots dargestellten Vorrichtung 6 ist der Fundamentteil
8 direkt auf dem Druckkörper 2 angeordnet und fest mit dem Druckkörper 2 verbunden,
wobei er schockgedämpft auf den an dem Fundamentteil 8 vorgesehenen Dämpfungselementen
13 gelagert ist. Bei der im Bereich des Bugs angeordneten Vorrichtung 6 in den Fig.
1 und 2 ist der Fundamentteil 8 auf einer in unterbrochener Linie angedeuteten Stützstruktur
12 befestigt, die sich an den Druckkörper 2 anschließt und fest mit diesem verbunden
ist und beim Beladen des Unterseeboots mit Torpedos eine dann dort aufgestellte Torpedoübernahmebühne
trägt.
[0029] Wie insbesondere den Fig. 4 und 6 zu entnehmen ist, ist der Trägerteil 10 modular
aufgebaut und weist ein Hubgestell 14, eine Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 für
das Unterwasserfahrzeug sowie ein Verkleidungsteil 18 auf.
[0030] Das Hubgestell 14 ist lösbar an dem Fundamentteil 8 befestigt, so dass der gesamte
Trägerteil 10 nach dem Lösen der Befestigung zwischen dem Fundamentteil 8 und dem
Hubgestell 14 von dem Fundamentteil 8 bzw. von dem Unterseeboot entfernt werden kann.
Das Hubgestell 14 weist eine Basisplatte 20 auf, die zur Auflage auf dem Fundamentteil
8 vorgesehen ist. Die Basisplatte 20 hat eine rechteckige Form, wobei an der Basisplatte
20 mittig ein Steg 22 in Längsrichtung der Basisplatte 20 auskragt.
[0031] An der in Einbaulage des Hubgestells 14 auf dem Fundamentteil 8 von dem Fundamentteil
8 abgewandten Seite der Basisplatte 20 ist eine
[0032] Lagereinheit 24 angeordnet, an der zwei Schwenkarme 26 parallel zueinander schwenkbar
gelagert sind, wobei jeweils ein Schwenkarm 26 außenseitig an der Längsseite der Basisplatte
20 angelenkt ist. An dem an der Basisplatte 20 ausgebildeten Steg 22 sind zwei Flachprofilteile
28 voneinander beabstandet parallel zueinander und parallel zur Längsrichtung des
Stegs 22 ausgerichtet angeordnet. Im Bereich eines von der Basisplatte 20 abgewandten
Endes der Flachprofilteile 28 ist ein weiterer Schwenkarm 30 zwischen den beiden Flachprofilteilen
28 schwenkbar angelenkt. Der Schwenkarm 30 weist die gleiche wirksame Länge wie die
beiden Schwenkarme 26 auf, wobei die Schwenkarme 26 und 30 in zueinander parallelen
Ebenen schwenkbar sind. An den von der Basisplatte 20 abgewandten Enden der Schwenkarme
26 und 30 ist eine Aufnahmeplatte 32 angelenkt. Die Aufnahmeplatte 32 dient zur Aufnahme
der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16, die an der Aufnahmeplatte 32 lösbar befestigt
ist.
[0033] In dem Bereich, in dem die Schwenkarme 26 an der Aufnahmeplatte 32 angelenkt sind,
erstrecken sich an den beiden Längsseiten der Aufnahmeplatte 32 jeweils eine Stütze
34 normal zu der Aufnahmeplatte 32 in eine in Einbaulage des Trägerteils 10 auf dem
Fundamentteil 8 von dem Fundamentteil 8 abgewandte Richtung. An den von der Aufnahmeplatte
32 abgewandten Endabschnitten der Stützen 34 ist das Verkleidungsteil 18 schwenkbar
angelenkt.
[0034] Die auf der Aufnahmeplatte 32 gelagerte Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 bildet
einen Behälter zur Aufnahme des unbemannten Unterwasserfahrzeugs. Die Wände der Aussetz-
und Aufnahmeeinrichtung 16, die ein darin befindliches Unterwasserfahrzeug umgeben,
sind nicht geschlossen ausgebildet, sondern weisen eine offene fachwerkartige Struktur
auf. An der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 ist eine Öffnung 36 ausgebildet, durch
die das Unterwasserfahrzeug aus der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 heraus und
in die Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 hineinfahren kann. Um insbesondere das
Einfahren eines Unterwasserfahrzeugs in die Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 zu
erleichtern, sind die die Öffnung 36 begrenzenden Randabschnitte 38, 38', 38" und
38"', die über die Aufnahmeplatte 32 hinausragen, nach außen schwenkbar ausgebildet,
so dass der Öffnungsquerschnitt der Öffnung 36 beim Ein- und Ausfahren des Unterwasserfahrzeugs
in bzw. aus der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16, wie in den Fig. 5 und 6 dargestellt,
trichterförmig erweiterbar ist.
[0035] An den Innenseiten der Randabschnitte 38, 38', 38" und 38"' sind, ebenso wie in dem
übrigen Innenraum der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 eine Vielzahl in Längsrichtung
der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 bzw. in Verfahrrichtung des Unterwasserfahrzeugs
ausgerichteter Führungsleisten 40 angeordnet, die das Einfahren des Unterwasserfahrzeugs
in eine in der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 vorgesehene Lagerungsposition erleichtern.
[0036] Zum Verschwenken der Schwenkarme 26 und 30, die zusammen eine Parallelogramm-Mechanik
bilden, ist ein Hydraulikzylinder 42 vorgesehen, der an dem Fundamentteil 8 angelenkt
ist und an einem an dem Schwenkarm 30 quer zu dessen Längsausrichtung auskragenden
Zapfen 44 angreift. An dem Fundamentteil 8 ist des Weiteren ein Stecker 46 vorgesehen.
Der Stecker 46 dient zum Datenaustausch mit dem in der Vorrichtung 6 zum Aussetzen
und Aufnehmen des unter Wasser gelagerten Unterwasserfahrzeugs und zu dessen Versorgung
mit elektrischer Energie. Der Stecker 46 ist so an dem Fundamentteil 8 angeordnet,
dass er in dem in Fig. 3 dargestellten Lagerungszustand der Vorrichtung 6 in eine
Steckerbuchse des in der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 gelagerten Unterwasserfahrzeugs
eingreift.
[0037] Die Funktionsweise der Vorrichtung 6 zum Aussetzen und Aufnehmen eines unbemannten
Unterwasserfahrzeugs ist wie folgt:
Zunächst befindet sich die Vorrichtung 6 in dem in Fig. 3 dargestelltem Lagerungszustand
in einem Raum zwischen dem Druckkörper 2 und der Außenhaut 4 des Unterseeboots, wie
in Fig. 1 dargestellt. In diesem Zustand bildet das Verkleidungsteil 18, das auf der
Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 aufliegt, einen Teil der Außenhaut 4 des Unterseeboots.
Um das in der Vorrichtung 6 gelagerte Unterwasserfahrzeug aus dem Unterseeboot auszulassen,
wird der Hydraulikzylinder 42 ausgefahren, woraufhin die Schwenkarme 26 und 30 aufschwenken,
bis sie im Wesentlichen senkrecht zu dem Fundamentteil 8 ausgerichtet sind (Fig. 5).
Die Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 befindet sich nun, wie in Fig. 2 dargestellt,
außerhalb der Außenhautkontur des Unterseeboots. Während des Verschwenkens der Schwenkarme
26 und 30 löst sich der fundamentsseitig angeordnete Stecker 46 aus der an dem Unterwasserfahrzeug
korrespondierend ausgebildeten Steckerbuchse.
[0038] Die die Öffnung der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 begrenzenden schwenkbaren
Randabschnitte 38, 38', 38", 38"' sind so mit den Schwenkarmen 26 und 30 bewegungsgekoppelt,
dass sie beim Verschwenken der Schwenkarme 26 und 30 in die in Fig. 5 dargestellte
Stellung in die den Öffnungsquerschnitt der Öffnung 36 erweiternde Stellung schwenken.
Gleichzeitig wird auch das Verkleidungsteil 18 durch eine entsprechende Bewegungskopplung
mit den Schwenkarmen 26 und 30 von der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 weggeschwenkt.
Das in der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 gelagerte Unterwasserfahrzeug kann
nun aus der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16 hinaus fahren.
[0039] Nachdem das Unterwasserfahrzeug wieder in die Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung 16
eingefahren ist, wird der Hydraulikzylinder 42 eingefahren, wodurch die Vorrichtung
6 wieder in ihren Lagerungszustand verschwenkt wird, wobei auch die Randabschnitte
38, 38', 38" und 38"' in eine den Querschnitt der Öffnung 36 verringernde Stellung
verschwenkt werden und das Verkleidungsteil 18 wieder in eine auf der Aussetz- und
Aufnahmeeinrichtung 16 aufliegende Stellung verschwenkt wird.
Bezugszeichen
[0040]
- 2
- Druckkörper
- 4
- Außenhaut
- 6
- Geräteträger, Vorrichtung
- 8
- Fundamentteil
- 10
- Trägerteil
- 12
- Stützstruktur
- 13
- Dämpfungselement
- 14
- Hubgestell
- 16
- Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung
- 18
- Verkleidungsteil
- 20
- Basisplatte
- 22
- Steg
- 24
- Lagereinheit
- 26
- Schwenkarm
- 28
- Flachprofilteil
- 30
- Schwenkarm
- 32
- Aufnahmeplatte
- 34
- Stütze
- 36
- Öffnung
- 38, 38', 38", 38"'
- Randabschnitt
- 40
- Führungsleiste
- 42
- Hydraulikzylinder
- 44
- Zapfen
- 46
- Stecker
1. Unterseeboot mit mindestens einem Geräteträger (16), der im Raum zwischen Druckkörper
(2) und Außenhaut (4) des Unterseeboots gelagert ist und mit dem ein Gerät von einer
Lagerungsposition zwischen dem Druckkörper (2) und der Außenhaut (4) in eine Betriebsposition
außerhalb der Außenhaut (4) bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Geräteträger (6) zumindest zweiteilig ausgebildet ist und einen Trägerteil (10)
sowie einen Fundamentteil (8) aufweist, wobei der Trägerteil (10) lösbar an dem bootsseitig
festgelegten Fundamentteil (8) befestigt ist.
2. Unterseeboot nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fundamentteil (8) oberdeckseitig des Unterseeboots neben einem dort ausgebildeten
Torpedoübernahmeluk in einem Bereich angeordnet ist, welcher auch als Freiraum zur
Aufnahme zumindest eines Teils einer Torpedoübernahmebühne dient.
3. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Trägerteil (10) ein schwenkbares Hubgestell (14) aufweist, welches mit einem
fundamentseitig angeordneten Linearantrieb bewegungsgekoppelt ist.
4. Unterseeboot nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Hydraulikzylinder (42) den Linearantrieb bildet.
5. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubgestell (14) zumindest zwei voneinander beabstandete Schwenkarme (26, 30)
aufweist, die eine Parallelogramm-Mechanik bilden.
6. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Geräteträger (6) eine Vorrichtung (6) zum Aussetzen und Aufnehmen eines unbemannten
Unterwasserfahrzeugs bildet.
7. Unterseeboot nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Hubgestell (14) ein Gehäuse angeordnet ist, das zur Aufnahme eines auf dem
Geräteträger (6) zu lagernden Geräts vorgesehen ist.
8. Unterseeboot nach einem der Ansprüche 6 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse eine Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung (16) für ein Unterwasserfahrzeug
bildet.
9. Unterseeboot nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass Gehäuse an dem Hubgestell (14) lösbar befestigt ist.
10. Unterseeboot nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das die Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung (16) bildende Gehäuse eine Öffnung (36)
aufweist , wobei die an die Öffnung (36) angrenzende Randbereiche des Gehäuses zur
Vergrößerung des Öffnungsquerschnitts verschwenkbar ausgebildet sind.
11. Unterseeboot nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an den Innenseiten der Aussetz- und Aufnahmeeinrichtung (16) ausgehend von der Ein-
und Ausfahröffnung (36) vorzugsweise federgelagerte Führungselemente zum Führen des
Unterwasserfahrzeugs vorgesehen sind.
12. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Geräteträger (6) ein Verkleidungsteil (18) aufweist, das in der Lagerungsposition
des Geräteträgers (6) einen Teil der Außenhaut (4) des Unterseeboots bildet.
13. Unterseeboot nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Verkleidungsteil (18) an dem Hubgestell (14) schwenkbar angeordnet ist.
14. Unterseeboot nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Fundamentteil (8) ein Steckverbindungsteil (44) einer Datenaustausch- und/oder
Energieversorgungsleitung derart angeordnet ist, dass es in der Lagerungsposition
der Vorrichtung (6) zum Aussetzen und Aufnehmen eines Unterwasserfahrzeugs mit einem
korrespondierenden Steckverbindungsteil des Unterwasserfahrzeugs gekoppelt ist und
durch Aufschwenken des Hubgestells (14) der Vorrichtung (6) von dem Steckverbindungsteil
des Unterwasserfahrzeugs entkoppelbar ist.