[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Erdungssystem zum Erden eines Gebindes.
[0002] Das elektrische Erden - also das Herstellen einer elektrischen Verbindung mit einem
Erdungspotential - eines Gebindes, z.B. eines Fasses, Kanisters oder sogenannten Big-Bags,
ist notwendig beim Befüllen oder Entleeren des Gebindes mit entzündlichen oder explosiven
Materialien wie Flüssigkeiten, Gasen oder Pulvern. Ein ungeerdetes Gebinde kann sich
z.B. auf Grund der durch den Materialtransfer hervorgerufenen Ladungstrennung elektrostatisch
aufladen. Die durch die Aufladung hervorgerufene Potentialdifferenz kann zu einer
elektrostatischen Entladung in Form eines Zündfunkens führen, welcher die entzündlichen
oder explosiven Materialien entzünden könnte. Das Erden des Gebindes und der Transfereinrichtung,
z.B. des Befüllstutzens, verhindert, dass sich eine Potentialdifferenz aufbaut, da
alle Teile stets auf dem gleichen Bezugspotential gehalten werden. Durch Erden des
Gebindes wird also eine elektrostatische Aufladung als Zündquelle vermieden.
[0003] Zum Erden eines Gebindes werden üblicherweise Erdungsklammern an dem Gebinde angebracht,
welche das Gebinde über ein Kabel leitend mit einem Erdungspotential verbinden. Nachteilig
ist bei solcher Art Erdung allerdings, dass an dem Gebinde ein geeigneter Vorsprung
vorhanden sein muss, um die Erdungsklammer daran anzubringen. Bei Fässern findet sich
ein geeigneter Vorsprung üblicherweise in Form einer Falz, welche den Deckel mit der
Mantelfläche des Fasses verbindet. Das Anbringen einer Erdungsklammer kann hier jedoch
nachteilig sein, weil die an der Falz angebrachte Erdungsklammer häufig nach oben
hin absteht und dadurch der Befüllungsanlage im Weg ist. Die Verwendung von Erdungsklammern
ist gänzlich unmöglich, wenn die zu erdenden Gebinde, wie z.B. Fässer, nebeneinander
z.B. auf einer Palette angeordnet sind. In diesem Fall ist es nicht möglich, an der
Falz eines Fasses eine Erdungsklammer anzubringen, da ein benachbartes Fass im Weg
ist. Schließlich kommt es häufig vor, dass die Falz durch die Klammer beschädigt z.B.
verbogen wird, was insbesondere an unmittelbar sichtbaren Stellen nachteilig ist.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die oben beschriebenen
Nachteile aus dem Stand der Technik zu beseitigen.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Erdungssystem gemäß unabhängigem Anspruch 1,
einen Erdungskontakt gemäß Anspruch 9 und ein Verfahren zum Erden eines Gebindes gemäß
Anspruch 10. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich jeweils aus den Unteransprüchen.
[0006] Das erfindungsgemäße Erdungssystem zum Erden eines Gebindes weist einen Erdungskontakt
mit zumindest einem Magneten und zumindest zwei Kontakten auf, wobei die zumindest
zwei Kontakte aus elektrisch leitfähigem Material bestehen, und wobei die zumindest
zwei Kontakte in dem Erdungskontakt untereinander elektrisch isoliert sind. Außerdem
weist das erfindungsgemäße Erdungssystem eine Widerstandsmessschaltung auf, welche
geeignet ist, einen elektrischen Widerstandswert zu messen. Ferner weist das erfindungsgemäße
Erdungssystem einen ersten elektrischen Leiter auf, welcher ein erster der zumindest
zwei Kontakte mit einer Erdung verbindet, einen zweiten elektrischen Leiter, welcher
einen zweiten der zumindest zwei Kontakte mit der Widerstandsmessschaltung verbindet
und einen dritten elektrischen Leiter, welcher die Widerstandsmessschaltung mit der
Erdung verbindet.
[0007] Das erfindungsgemäße Erdungssystem zum Erden eines Gebindes löst die oben beschriebene
Aufgabe, da der Erdungskontakt mit Hilfe des zumindest einen Magneten an einer beliebigen
Stelle des zu erdenden Gebindes angebracht werden kann. Insbesondere können mit dem
erfindungsgemäßen Erdungssystem nun auch Gebinde geerdet werden, welche auf einer
Palette angeordnet sind und an welchen eine Erdungsklammer nicht oder nur unter Schwierigkeiten
befestigt werden kann. Auch werden Beschädigungen an einer Falz des Gebindes vermieden.
[0008] In einer vorteilhaften Weiterbildung des Erdungssystems weisen die zumindest zwei
Kontakte Zähne, Noppen oder Krallen auf. Durch eine derartige Oberflächengestaltung
wird der elektrische Kontakt zwischen den Kontakten und dem Gebinde verbessert, wodurch
gewährleistet wird, dass ein eventuell von dem Gebinde über die Kontakte zur Erdung
abfließender Strom gemäß dem Ohmschen Gesetz (
U=
R·
I) eine möglichst kleine Potentialdifferenz hervorruft. Kleine Potentialdifferenzen
minimieren die Wahrscheinlichkeit einer elektrostatischen Entladung und eines damit
verbundenen Zündfunkens. Die Verbesserung des elektrischen Kontaktes durch die Zähne
oder Krallen ist darauf zurückzuführen, dass sie eine Oxyd- oder Korrosionsschicht,
welche häufig auf den Oberflächen von Metallgebinden zu finden ist, durchdringen und
die darunter liegende leitende Schicht kontaktieren. Zähne oder Krallen können auch
durch eine möglicherweise vorhandene Beschichtung wie z.B. eine Lackschicht des Gebindes
dringen und so einen elektrische Kontakt zwischen der darunter liegenden leitenden
Schicht und den Kontakten herstellen.
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung des Erdungssystems weisen die Zähne,
Noppen oder Krallen einen Radius auf, d.h. ihre Ecken und/oder Kanten sind abgerundet,
so dass das Gebinde nicht beschädigt wird, wenn die Kontakte mit dem Gebinde in Kontakt
kommen. Dies ist vorteilhaft, falls der Erdungskontakt an einer sichtbaren Stelle
des Gebindes angebracht wird, wo eine eventuelle Beschädigung der Gebindeoberfläche
den optischen Eindruck des Gebindes beeinträchtigt.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung bestehen die zumindest zwei Kontakte
aus Stahl, Edelstahl, Messing, Leichtmetall oder Kupfer. Diese Materialien weisen
eine gute spezifische Leitfähigkeit und damit einen geringen spezifischen Widerstand
auf, wodurch eine eventuell vorhandene Potentialdifferenz zwischen dem Gebinde und
der Erde minimiert wird.
[0011] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung handelt es sich bei dem zumindest einen
Magneten um einen Permanentmagneten. Ein derartiger Magnet hält seine Magnetisierung
über einen langen Zeitraum aufrecht und sorgt dafür, dass der Erdungskontakt stets
zuverlässig an dem Gebinde haftet.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung weist der Erdungskontakt zwei Magnete
und zwei Kontakte auf.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung sind die zwei Magnete jeweils in den
zwei Kontakten angeordnet. Diese Anordnung erlaubt eine Platz sparende Ausgestaltung
des Erdungskontakts. Außerdem ist jedem Kontakt unmittelbar räumliche ein Magnet zugeordnet,
wodurch jedes der zwei Kontakte optimal an das Gebinde angedrückt wird, so dass eine
gute elektrische Verbindung zwischen den Kontakten und dem Gebinde entsteht und der
elektrische Übergangswiderstand zwischen dem Gebinde und den Kontakten möglichst klein
wird.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung weist der Erdungskontakt eine Anzeige
auf, welche anzeigt, ob das Gebinde ausreichend geerdet ist. Durch die Anzeige erhält
das Bedienpersonal unmittelbar eine Rückmeldung, ob das Gebinde ausreichend geerdet
ist, so dass mit dem Befüllen oder Entleeren des Gebindes begonnen werden kann.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung bestehen die zumindest zwei Kontakte
aus magnetischem Material, so dass die Kraft des zumindest einen Magneten verstärkt
wird. Eine höhere Magnetkraft resultiert vorteilhafterweise in einer höheren Anpresskraft
und damit in einem verbesserten elektrischen Kontakt zwischen den Kontakten und dem
Gebinde.
[0016] Der erfindungsgemäße Erdungskontakt zur Verwendung in einem Erdungssystem zum Erden
eines Gebindes weist zumindest einen Magneten und zumindest zwei Kontakte auf, wobei
die zumindest zwei Kontakte aus elektrisch leitfähigem Material bestehen und wobei
die zumindest zwei Kontakte in dem Erdungskontakt untereinander elektrisch isoliert
sind. Das Erdungssystem weist eine Widerstandsmessschaltung auf, welche geeignet ist,
einen elektrischen Widerstand zu messen. Ferner weist das Erdungssystem einen ersten
elektrische Leiter auf, um den Anschluss eines ersten der zumindest zwei Kontakte
mit einer Erdung zu verbinden, einen zweiten elektrischen Leiter, um den Anschluss
eines zweiten der zumindest zwei Kontakte mit der Widerstandsmessschaltung zu verbinden
und einen dritten elektrischen Leiter, welcher die Widerstandsmessschaltung mit der
Erdung verbindet.
[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Erden einen Gebindes weist den Schritt des Anbringens
eines Erdungskontakts auf dem Gebinde auf, wobei der Erdungskontakt zumindest einen
Magneten und zumindest zwei Kontakte aufweist, wobei die zumindest zwei Kontakte aus
elektrisch leitfähigem Material bestehen, wobei die zumindest zwei Kontakte in dem
Erdungskontakt untereinander elektrisch isoliert sind und wobei ein erster der zumindest
zwei Kontakte über einen ersten elektrische Leiter mit einer Erdung verbunden ist
und ein zweiter der zumindest zwei Kontakte über einen zweiten elektrischen Leiter
mit einer Widerstandsmessschaltung verbunden ist und die Widerstandsmessschaltung
über einen dritten elektrischen Leiter mit der Erdung verbunden ist. Ferner weist
das erfindungsgemäße Verfahren zum Erden eines Gebindes den Schritt des Messens des
elektrischen Widerstandswertes mit der Widerstandsmessschaltung auf.
[0018] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung sind der nachfolgenden detaillierten
Beschreibung zu entnehmen, in welcher die Erfindung detaillierter und in Bezug auf
die in den beigefügten Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele beschrieben
wird.
[0019] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer Ausführungsform eines erfin- dungsgemäßen Erdungssystems
zum Erden eines Gebindes,
- Fig. 2
- eine Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform eines Erdungs- kontakts des erfindungsgemäßen
Erdungssystems.
- Fig. 3
- eine Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform eines Erdungs- kontakts des erfindungsgemäßen
Erdungssystems.
[0020] Beispielhaft ist in Fig. 1 eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Erdungssystems
1 zum Erden eines Gebindes gezeigt. Das Erdungssystem 1 weist einen Erdungskontakt
2 auf. Dieser hat in dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel eine rechteckige Form. Denkbar
sind jedoch beliebige Formen. Der Erdungskontakt weist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
zwei Magneten 3, 4 und zwei Kontakte 5, 6 auf. Prinzipiell ist jedoch auch eine andere
Anzahl an Magneten oder Kontakten denkbar. So kann der Erdungskontakt beispielsweise
nur einen Magneten aufweisen, welcher zwischen zwei Kontakten angeordnet ist. Der
Erdungskontakt ist in dem gezeigten Ausführungsbeispiel mit einem Griff 12 versehen,
welcher eine einfache Handhabung des Erdungskontakts gewährleistet.
[0021] Die Magnete 3, 4 haben in dem gezeigten Ausführungsbeispiel einen rechteckigen Querschnitt.
Denkbar sind jedoch auch andere Querschnitte wie z.B. rund. Bei den Magneten kann
es sich um Permanentmagnete auf der Basis von z.B. Eisen, Kobalt, Nickel oder entsprechender
Legierungen davon handeln. Die Magnete können aber auch als Elektromagnete z.B. in
der Form von Spulen ausgeführt sein. In diesem Fall kann das Bedienpersonal z.B. mittels
eines Schalters den Stromfluss durch die Spulen einschalten, wenn der Erdungskontakt
an einem Gebinde angebracht wird. Entsprechend kann mittels des Schalters der Stromfluss
durch die Spulen ausgeschaltet werden, wenn der Erdungskontakt von dem Gebinde gelöst
werden soll. Die Realisierung der Magnete als Elektromagnete bietet sich an, wenn
eine hohe Haltekraft gewünscht wird ohne dass die starke Magnetkraft das Anbringen
oder Entfernen des Erdungskontaktes behindert oder unnötig erschwert. Die Funktion
der Magnete 3, 4 besteht darin, den Erdungskontakt 2 an die Oberfläche des Gebindes
zu drücken, d.h. eine Kraft in Richtung der Gebindeoberfläche zu erzeugen. Durch diese
Kraft wird der Erdungskontakt 2 an dem Gebinde fixiert und eine elektrische Verbindung
zwischen den Kontakten 5, 6 und dem Gebinde hergestellt. Durch die Kraft der Magnete
haftet der Erdungskontakt selbständig an dem Gebinde.
[0022] Die Kontakte sind in dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel als Bleche mit einer
rechteckigen Form ausgeführt. Andere Formen sind jedoch auch denkbar. In dem gezeigten
Ausführungsbeispiel ist jeweils ein Magnet in jedem der Kontakte angeordnet, d.h.
Magnet 3 ist im Kontakt 5 angeordnet und Magnet 4 ist im Kontakt 6 angeordnet. In
dem Ausführungsbeispiel ist jeder Magnet vollständig von einem Kontakt umgeben. Der
Fachmann weiß jedoch, dass die Magnete auch außerhalb der Kontakte angeordnet werden
können. Beispielsweise kann ein einzelner Magnet zwischen den zwei Kontakten angeordnet
werden, um die gewünschte Haftung des Erdungskontaktes an einem Gebinde zu erzielen.
Die Kontakte 5, 6 können aus Stahl, Edelstahl, Messing, Leichtmetall, Kupfer oder
einem anderen elektrisch leitenden Material gefertigt sein. Die Kontakte 5, 6 sind
so angeordnet, dass sie sich nicht berühren und deshalb in dem Erdungskontakt keine
elektrische Verbindung zwischen ihnen besteht.
[0023] Die beispielhaften Kontakte weisen ferner Krallen 13 auf. Beim Anbringen des Erdungskontaktes
an einem Gebinde kommen die Krallen 13 in Kontakt mit der
[0024] Gebindeoberfläche. Dadurch, dass die Krallen 13 Spitzen aufweisen, ist die κontaktfläche
zwischen den Kontakten 5, 6 und dem Gebinde relativ klein, wodurch ein hoher Druck
durch die Haltekraft der Magnete 3, 4 an der Kontaktfläche entsteht. Dies sorgt für
eine gute elektrische Verbindung zwischen den Kontakten 5, 6 und dem Gebinde und damit
für eine verbesserte Erdung. Außerdem wird auf diese Weise gewährleistet, dass überhaupt
eine elektrische Verbindung entsteht, wenn das Gebinde z.B. mit einer Lackschicht
überzogen ist. In diesem Fall durchdringen die Spitzen der Krallen 13 die Lackschicht
und sorgen so für die nötige elektrische Verbindung. Statt der Krallen sind auch andere
Formen wie z.B. Zähne oder Noppen vorstellbar. Auch können die Spitzen der Krallen,
Zähne oder Noppen einen Radius aufweisen, d.h. abgerundet sein, so dass das Gebinde
nicht beschädigt wird, wenn die Kontakte in Kontakt mit dem Gebinde kommen.
[0025] In Fig. 1 ist beispielhaft auch eine Widerstandsmessschaltung 7 gezeigt. Eine derartige
Schaltung ist in der Lage, einen elektrischen Widerstandswert zu messen. Dies geschieht
z.B. durch Anlegen einer Spannung und Messen des aus der Spannung resultierenden Stromes.
Gemäß dem Ohmschen Gesetz (
R =
U/
I) ergibt sich der elektrische Widerstandswert aus dem Quotienten von Spannung und
Strom.
[0026] In dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel ist der elektrische Kontakt 5 über
einen ersten elektrischen Leiter 8 mit einer Erdung 9 verbunden. Ein zweiter elektrischer
Leiter 10 verbindet den elektrischen Kontakt 6 mit dem Widerstandsmessgerät 7 und
ein dritter elektrischer Leiter 11 verbindet das Widerstandsmessgerät 7 mit der Erdung
9. Bei den elektrischen Leitern 8, 10, 11 kann es sich um Kupferkabel handeln. Die
elektrischen Leiter können, wie in dem Ausführungsbeispiel gezeigt, durch den Erdungskontakt
geführt sein und an einer Seite des Erdungskontakts austreten. Denkbar ist jedoch
auch eine andere Führung der Leiter.
[0027] Wird der Erdungskontakt 2 an einem Gebinde angebracht, so entsteht eine Stromschleife
aus den zwei Kontakten 5, 6, dem Gebinde, den elektrischen Leitern 8, 10, 11 und der
Erdung 9. Das Widerstandsmessgerät 7 kann den elektrischen Widerstandwert dieser Stromschleife
messen.
[0028] Beispielhaft ist in Fig. 1 auch eine Schwellwertschaltung 14 gezeigt, welche mit
dem Widerstandsmessgerät 7 verbunden ist. Die Schwellwertschaltung vergleicht den
durch die Widerstandsmessschaltung 7 gemessenen elektrischen Widerstandswert der Stromschleife
mit einem voreingestellten Schwellwert. Abhängig von diesem Vergleich kann die Schwellwertschaltung
14 ein Signal ausgeben. Ist der von der Widerstandsmessschaltung 7 gemessene Widerstandswert
klein, so ist dies ein Anzeichen dafür, dass der Übergangswiderstand zwischen dem
Gebinde und dem Kontakt 5, welcher mit der Erdung 9 verbunden ist, klein ist. Dies
bedeutet wiederum, dass eine eventuelle Potentialdifferenz zwischen Gebinde und Erdung
9 gut ausgeglichen werden kann. Ist dagegen der gemessene Widerstandswert groß, so
ist dies ein Anzeichen für ein schlechtes Erden, was wiederum in einer großen Potentialdifferenz
zwischen Gebinde und Erdung 9 resultieren kann. Die Potentialdifferenz sollte jedoch
möglichst klein sein, um einer elektrostatischen Entladung vorzubeugen und das Entstehen
eines Zündfunkens zu verhindern.
[0029] Grund für einen großen Übergangswiderstand zwischen Gebinde und Kontakt 5 kann zum
Beispiel sein, dass der Erdungskontakt nicht richtig an dem Gebinde angebracht ist,
d.h. die beiden Kontakte 5, 6 das Gebinde nicht ausreichend kontaktieren. Grund dafür
kann z.B. sein dass das Gebinde mit einer Lackschicht überzogen ist, welche eine gute
elektrische Verbindung zwischen dem Gebinde und den Kontakten 5, 6 verhindert. Deshalb
kann beispielsweise, wenn der gemessene Widerstandswert der Stromschleife den voreingestellten
Schwellwert überschreitet, ein akustisches und/oder optisches Signal ausgegeben werden,
da ein solches Überschreiten ein nicht korrektes Erden des Gebindes und damit eine
erhöhte Entzündungs- oder Explosionsgefahr bedeuten kann. Zusätzlich oder stattdessen
kann die Schwellwertschaltung 14 aber auch einen Transfervorgang, also ein Befüllen
oder Entleeren des Gebindes, unterbrechen, um das Entzündungs- oder Explosionsrisiko
zu vermindern.
[0030] In den Figuren 2 und 3 ist eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Erdungskontaktes 2 gezeigt. Der Erdungskontakt 2 weist zwei identische U-förmige Kontakte
5 und 6 auf. Die Kontakte können in dieser Ausführungsform z.B. aus Blech gebogen
sein. Wie am Beispiel des Kontaktes 5 ersichtlich, weisen die Kontakte in U-Form an
jedem Ende der Schenkel des U einen Zahn 13 auf. In den beiden Kontakten 5, 6 ist
jeweils ein Magnet 3, 4 befestigt. Diese können z.B. geklebt sein. Vorteilhafterweise
sind in dieser Ausführungsform die beiden Kontakte 5, 6 aus magnetischem Material
gefertigt, so dass die Magnetfeldlinien der Magnete 3, 4 in den beiden Kontakten 5,
6 verdichtet werden und an den Enden der U-förmigen Kontakte 5, 6 austreten, so dass
eine höhere Anpresskraft der Magnete 3, 4 resultiert.
[0031] Die beiden Kontakte 5, 6 sind in der in Fig. 2 gezeigten bevorzugten Ausführungsform
um 90° verdreht zueinander in dem Rest des Erdungskontakts angeordnet. Der Kontakt
6 ist dabei fest mit dem Rest des Erdungskontakts verbunden, während der Kontakt 5
beweglich mit dem Rest des Erdungskontakts verbunden ist. In dem in Fig. 2 gezeigten
Ausführungsbeispiel ist der Kontakt 5 mit einer Feder 15 mit dem Rest des Erdungskontakts
verbunden. Vorteilhafterweise werden durch das bewegliche Anbringen zumindest einer
der Kontakte runde oder unregelmäßige Gebindeoberflächen ausgeglichen und so der elektrische
Kontakt verbessert.
[0032] Wie am besten in Fig. 3 ersichtlich, ist in dieser bevorzugten Ausführungsform der
Griff des Erdungskontakts 2 in Form von runden Ausnehmungen 12 in dem Erdungskontakt
ausgebildet, wodurch der gesamte Erdungskontakt noch kompakter wird.
1. Erdungssystem (1) zum Erden eines Gebindes, aufweisend:
einen Erdungskontakt (2) mit zumindest einem Magneten (3, 4) und zumindest zwei Kontakten
(5, 6), wobei die zumindest zwei Kontakte (5, 6) aus elektrisch leitfähigem Material
bestehen, und wobei die zumindest zwei Kontakte (5, 6) in dem Erdungskontakt untereinander
elektrisch isoliert sind;
eine Widerstandsmessschaltung (7), welche geeignet ist, einen elektrischen Widerstandswert
zu messen;
einen ersten elektrischen Leiter (8), welcher einen ersten (5) der zumindest zwei
Kontakte mit einer Erdung (9) verbindet;
einen zweiten elektrischen Leiter (10), welcher einen zweiten (6) der zumindest zwei
Kontakte mit der Widerstandsmessschaltung (7) verbindet;
und
einen dritten elektrischen Leiter (11), welcher die Widerstandsmessschaltung (7) mit
der Erdung (9) verbindet.
2. Erdungssystem (1) gemäß Anspruch 1, wobei die zumindest zwei Kontakte (5,6 ) Zähne,
Noppen oder Krallen aufweisen.
3. Erdungssystem gemäß Anspruch 2, wobei die Zähne, Noppen oder Krallen einen Radius
aufweisen, so dass das Gebinde nicht beschädigt wird, wenn die Kontakte mit dem Gebinde
in Kontakt kommen.
4. Erdungssystem (1) gemäß Anspruch 1, wobei die zumindest zwei Kontakte (5, 6) aus Stahl,
Edelstahl, Messing, Leichtmetall oder Kupfer bestehen.
5. Erdungssystem (1) gemäß Anspruch 1, wobei es sich bei dem zumindest einen Magneten
(3, 4) um einen Permanentmagneten handelt.
6. Erdungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Erdungskontakt (2)
zwei Magnete und zwei Kontakte aufweist.
7. Erdungssystem nach Anspruch 6, wobei die zwei Magnete jeweils in den zwei Kontakten
angeordnet sind.
8. Erdungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Erdungskontakt eine
Anzeige aufweist, welche anzeigt, ob das Gebinde ausreichend geerdet ist.
9. Erdungssystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die zumindest zwei Kontakte
(5, 6) aus magnetischem Material bestehen, so dass die Kraft des zumindest einen Magneten
(3, 4) verstärkt wird.
10. Erdungskontakt (2) zur Verwendung in einem Erdungssystem (1) zum Erden eines Gebindes,
wobei der Erdungskontakt zumindest einen Magneten (3, 4) und zumindest zwei Kontakte
(5, 6) aufweist, wobei die zumindest zwei Kontakte (5, 6) aus elektrisch leitfähigem
Material bestehen und wobei die zumindest zwei Kontakte (5, 6) in dem Erdungskontakt
untereinander elektrisch isoliert sind, wobei das Erdungssystem (1) aufweist:
eine Widerstandsmessschaltung (7), welche geeignet ist, einen elektrischen Widerstandswert
zu messen;
einen ersten elektrischen Leiter (8), um den Anschluss eines ersten (5) der zumindest
zwei Kontakte mit einer Erdung (9) zu verbinden;
einen zweiten elektrischen Leiter (10), um den Anschluss eines zweiten der zumindest
zwei Kontakte mit der Widerstandsmessschaltung (7) zu verbinden; und
einen dritten elektrischen Leiter (11), welcher die Widerstandsmessschaltung (7) mit
der Erdung (9) verbindet.
11. Verfahren zum Erden eines Gebindes, welches die Schritte aufweist:
Anbringen eines Erdungskontakts (2) auf dem Gebinde, wobei der Erdungskontakt (2)
zumindest einen Magneten (3, 4) und zumindest zwei Kontakte (5, 6) aufweist, wobei
die zumindest zwei Kontakte (5, 6) aus elektrisch leitfähigem Material bestehen, wobei
die zumindest zwei Kontakte (5, 6) in dem Erdungskontakt untereinander elektrisch
isoliert sind und wobei ein erster (5) der zumindest zwei Kontakte über einen ersten
elektrischen Leiter (8) mit einer Erdung (9) verbunden ist und ein zweiter (6) der
zumindest zwei Kontakte über einen zweiten elektrische Leiter (10) mit einer Widerstandsmessschaltung
(7) verbunden ist und die Widerstandsmessschaltung (7) über einen dritten elektrischen
Leiter (11) mit der Erdung (9) verbunden ist; und
Messen des elektrischen Widerstandswertes mit der Widerstandsmessschaltung (7).
12. Verfahren zum Erden eines Gebindes gemäß Anspruch 11, weiter aufweisend den Schritt:
Vergleichen des von der Widerstandsmessschaltung (7) gemessenen Widerstandswertes
in einer Schwellwertschaltung (14) mit einem vorgegebenen Schwellwert.
13. Verfahren zum Erden eines Gebindes gemäß Anspruch 12, weiter aufweisend den Schritt:
Ausgeben eines Signals an der Schwellwertschaltung (14), wenn der gemessene Widerstandswert
den vorgegebenen Schwellwert überschreitet.
14. Verfahren zum Erden eines Gebindes gemäß Anspruch 13, weiter aufweisend den Schritt:
Ausgeben eines akustischen und/oder optischen Warnsignals, wenn die Schwellwertschaltung
(14) das Signal ausgibt.
15. Verfahren zum Erden eines Gebindes gemäß einem der Ansprüche 13 oder 14, weiter aufweisend
den Schritt:
Unterbrechen eines Befüllungs- und/oder Entleerungsvorgangs des Gebindes, wenn die
Schwellwertschaltung (14) das Signal ausgibt.