[0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltgerät gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Es sind Schaltgeräte bekannt, welche bei überhöhten Strömen in einem Leitungsnetz,
welche über eine vorgebbare Zeit andauern, dieses Leitungsnetz von einem Versorgungsnetz
trennen, um die weitere Zufuhr elektrischen Stromes zu verhindern. Es sind weiters
Schaltgeräte bekannt, welche bei einem Kurzschluss in einem Leitungsnetz dieses Leitungsnetz
von einem Versorgungsnetz trennen, um die weitere Zufuhr elektrischen Stromes zu verhindern.
Derartige Schaltgeräte weisen daher eine sog. Überstromauslösevorrichtung bzw. eine
Kurzschlussauslösevorrichtung auf, welche bei einem Ansprechen eine mechanische Trennvorrichtung
auslösen, welche die Schaltkontakte des Schaltgeräts trennt, und den weiteren Stromfluss
verhindert. Die Überstromauslösevorrichtung bzw. die Kurzschlussauslösevorrichtung
wirken dabei in der Regel mechanisch auf einen mechanischen Auslöser der Trennvorrichtung.
[0003] Es ist bekannt, dass die Überstromauslösevorrichtung bzw. die Kurzschlussauslösevorrichtung
nicht direkt auf die Trennvorrichtung einwirken, und diese daher nicht durch eine
unmittelbare bzw. übertragungsgliedfreie mechanische Betätigung auslösen, da die Überstromauslösevorrichtung
bzw. die Kurzschlussauslösevorrichtung vielfach als Baugruppe von der Trennvorrichtung
entfernt in dem Schaltgerät angeordnet sind. Derartig ausgebildete Schaltgeräte weisen
daher ein mechanisches Verbindungslied zwischen der Überstromauslösevorrichtung bzw.
der Kurzschlussauslösevorrichtung und der Trennvorrichtung auf. Nachteilig daran ist,
dass die mechanische Wirkung, welche durch die Überstromauslösevorrichtung bzw. die
Kurzschlussauslösevorrichtung auf die Trennvorrichtung ausgeübt wird, zu einer Beschädigung
der Überstromauslösevorrichtung, der Kurzschlussauslösevorrichtung, des Verbindungslieds
und/oder der Trennvorrichtung führen kann. Eine derartige Beschädigung des Schaltgeräts
führt dazu, dass dieses beim nächsten Anlassfall, bei welchem das Schaltgerät ausgelöst
werden sollte, nicht auslösen wird. Da derartige Beschädigungen in vielen Fällen von
außen nicht erkennbar sind, werden derartig beschädigte Schaltgeräte nicht ausgetauscht,
und stellen somit eine ernsthafte Gefährdung für Menschen und Anlagen dar.
[0004] Die
US 4 503 408 A beschreibt einen Schutzschalter mit einem Bimetallauslöser, welcher über eine Auslösewelle
ein Schaltschloss betätigt. Die Auslösewelle weist dabei einen ersten Hebelarm auf,
zur Betätigung durch das Bimetallelement, sowie einen zweiten Hebelarm zur Betätigung
durch einen elektromagnetischen Kurzschlussauslöser. An dem zweiten Hebelarm ist weiters
ein Sperrmittel angeordnet, zum Sperren eines Austöseteils eines Schaltschlosses.
Der zweite Hebelarm weist weiters Blattfedern auf, welche jeweils ein magnetisches
Blatt tragen, welches zur Anziehung durch den Kurzschlussauslöser vorgesehen sind.
[0005] Die
DE 10 2006 005697 A1 offenbart eine Einrichtung zur Auslösung eines Scbutzschalters mit einem Überstromauslöser
und einem Kurzschlussauslöser, welche beide über eine starre Auslösewelle ein Schaltschloss
ansteuern.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher ein Schaltgerät der eingangs genannten Art anzugeben,
mit welchem die genannten Nachteile vermieden werden können, bei welchem die Funktionsfähigkeit
derartiger Schaltgeräte besser sichergestellt werden kann, und bei welchen Beschädigungen
des Schaltgeräts im Berieb vermieden werden können.
[0007] Erfindungsgemäß wird dies durch die Merkmale des Patentanspruches 1 erreicht.
[0008] Dadurch kann eine Beschädigung des Schaltgeräts im Betrieb vermieden werden, und
sichergestellt werden, dass kein schadhaftes bzw. nicht funktionsfähiges Schaltgerät
weiter verwendet wird. Dadurch können insbesondere Beschädigungen der Überstromauslösevorrichtung,
der Kurzschlussauslösevorrichtung des Umlenkhebels und/oder der Trennvorrichtung,
insbesondere aufgrund der mechanischen Wirkung, welche die Überstromauslösevorrichtung
bzw. die Kurzschlussauslösevorrichtung auf den Umlenkhebel bzw. die Trennvorrichtung
ausüben, vermieden werden.
[0009] Die Unteransprüche, welche ebenso wie der Patentanspruch 1 gleichzeitig einen Teil
der Beschreibung bilden, betreffen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0010] Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die beigeschlossenen Zeichnungen, in welchen
lediglich bevorzugte Ausführungsformen beispielhaft dargestellt sind, näher beschrieben.
Dabei zeigt:
Fig. 1 eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Schaltgeräts in axonometrischer
Explosionsdarstellung;
Fig. 2 eine bevorzugte Ausführungsform eines Schaltschlosses zusammen mit einem Umlenkhebel
in Seitenriss;
Fig. 3 der Umlenkhebel gemäß Fig. 1 und 2 in einer ersten axonometrischen Darstellung;
Fig. 4 der Umlenkhebel gemäß Fig. 1 und 2 in einer zweiten axonometrischen Darstellung;
und
Fig. 5 eine Überstromauslösevorrichtung, eine Kurzschlussauslösevorrichtung und erste
Schalkontakte gemäß Fig. 1 in axonometrischer Darstellung.
[0011] Die Fig. 1 zeigt Schaltgerät 1, vorzugsweise Leistungsschalter, mit wenigstens einer
Eingangsklemme 2 und wenigstens einer Ausgangsklemme 3 zum Anschluss elektrischer
Leiter, sowie mit einem ersten Schaltkontakt 4 und einem zweiten Schaltkontakt, wobei
die Schaltkontakte 4 in einer geschlossenen Stellung einen Strompfad zwischen der
Eingangsklemme 2 und der Ausgangklemme 3 schließen, wobei eine Trennvorrichtung 5
zum Trennen des ersten Schaltkontaktes 4 und des zweiten Schaltkontaktes vorgesehen
ist, und wobei eine Überstromauslösevorrichtung 6 und/oder eine Kurzschlussauslösevorrichtung
7 vorgesehen sind, welche zum Auslösen der Trennvorrichtung 5 mit dieser mittels eines
Umlenkhebels 8 in mechanischer Wirkverbindung stehen, wobei der Umlenkhebel 8 wenigstens
einen ersten Hebelarm (9) und einen zweiten Hebelarm 10 aufweist, wobei der erste
Hebelarm 9 einen Ansteuerfortsatz 11 zur Ansteuerung durch die Überstromauslösevorrichtung
6 und/oder die Kurzschlussauslösevorrichtung 7 aufweist, und wobei der zweite Hebelarm
10 einen Betätigungsfortsatz 12 zum Auslösen der Trennvorrichtung 5 umfasst, wobei
der Betätigungsfortsatz 12 federnd nachgiebig ausgebildet ist.
[0012] Dadurch kann eine Beschädigung des Schaltgeräts 1 im Betrieb vermieden werden, und
sichergestellt werden, dass kein schadhaftes bzw. nicht funktionsfähiges Schaltgerät
1 weiter verwendet wird. Dadurch können insbesondere Beschädigungen der Überstromauslösevorrichtung
6, der Kurzschlussauslösevorrichtung 7 des Umlenkhebels 8 und/oder der Trennvorrichtung
5, insbesondere aufgrund der mechanischen Wirkung, welche die Überstromauslösevorrichtung
6 bzw. die Kurzschlussauslösevorrichtung 7 auf den Umlenkhebel 8 bzw. die Trennvorrichtung
5 ausüben, vermieden werden.
[0013] Fig. 1 zeigt eine Reihe von Baugruppen einer bevorzugten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Schaltgeräts 1 in axonometrischer Explosionsdarstellung. Dargestellt ist eine Ausführung
eines Schaltgeräts 1 mit drei Schaltstrecken bzw. Strompfaden, wobei jede vorgebbare
Anzahl an Schaltstrecken bzw. schaltbaren Strompfaden vorgesehen sein kann. Vorzugweise
sind erfindungsgemäße Schaltgeräte 1 mit einem, zwei, drei oder vier Strompfaden vorgesehen.
Entsprechend der Anzahl an Strompfaden sind jeweils die selbe Anzahl an Eingangsklemmen
2 bzw. Ausgangsklemmen 3 vorgesehen. In den Figuren sind jeweils lediglich gehäusefeste
Teile der Eingangsklemmen 2 bzw. Ausgangsklemmen 3 dargestellt. Die betreffenden Eingangsklemmen
2 bzw. Ausgangsklemmen 3 umfassen in der Regel zusätzlich zu den dargestellten Teilen,
jeweils wenigstens eine Klemmschraube, sowie bevorzugt jeweils wenigstens eine mittels
der Klemmschraube bewegliche Klemmbacke.
[0014] Das Schaltgerät 1 umfasst in der dargestellten bevorzugten Ausführung ein Isolierstoffgehäuse
21, welches in der bevorzugten Ausführungsform eine untere Gehäuseschale 22 und eine
obere Gehäuseschale 23 umfasst. Der wenigstens eine erste Schaltkontakt 4 liegt in
einer geschlossenen Stellung auf dem wenigstens einen zweiten Schaltkontakt, welcher
bei der dargestellten Ausführungsform nicht sichtbar innerhalb der Baugruppe der Lichtbogenlöschkammer
29 angeordnet ist.
[0015] Erfindungsgemäße Schaltgeräte 1 weisen eine Überstromauslösevorrichtung 6 und/oder
eine Kurzschlussauslösevorrichtung 7 auf. Fig. 2 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform
einer Anordnung aus einer Überstromauslösevorrichtung 6 und einer Kurzschlussauslösevorrichtung
7.
[0016] Die Kurzschlussauslösevorrichtung 7 wird aus einem u-förmigen Joch 31 und einem Klappanker
26 gebildet, wobei das U-förmige Joch 31 an einem ersten Leiter 30 des Strompfades
befestigt ist, welcher vorzugsweise der Eingangsklemme 2 und/oder der Ausgangsklemme
3 zugeordnet ist. An dem U-förmigen Joch 31 ist der Klappanker 26 drehbar gelagert,
welcher durch eine Klappankerfeder 32 in eine Ruheposition, wie in Fig. 2 dargestellt,
gezwungen wird, bei welcher Ruheposition der Klappanker 26 von dem U-förmigen Joch
31 absteht. Beim Auftreten eines Kurzschlusses sind die Ströme durch das Schaltgerät
1 derart hoch, dass das U-förmige Joch 31 den Klappanker 26 anzieht, wodurch ein erstes
Ende 28 des Klappankers 26 ausgelenkt wird, und wobei dieses erste Ende 28 des Klappankers
26 die weitere Auslösung der Trennvorrichtung 5, und folglich das Trennen der Schaltkontakte
4, verursacht.
[0017] Die Überstromauslösevorrichtung 6 umfasst ein Bimetallelement 33, welches an dem
ersten Leiter 30 befestigt ist. Bei der dargestellten bevorzugten Ausführungsform
wird das Bimetallelement 33 direkt von Strom durchflossen, ist also selbst Teil des
Strompfades, und wird unmittelbar vom Strom erwärmt. Es kann jedoch auch vorgesehen
sein, dass das Bimetallelement 33 vollständig oder zusätzlich indirekt beheizt wird,
indem etwa ein stromdurchflossener Leiter auf dem Bimetallelement 33 angeordnet ist.
Mit steigender Erwärmung des Bimetallelements 33 aufgrund des Stromflusses, wird dieses
immer weiter verbogen. Bei einem vorgebbaren Grad der Verbiegung des Bimetallelements
33, welcher proportional einer vorgebbaren Erwärmung des Leitungsnetzes ist, bewegt
diese den Umlenkhebel 8, welcher - wie bereits dargelegt die weitere Auslösung der
Trennvorrichtung 5, und folglich das Trennen der Schaltkontakte 4, verursacht. Besonders
bevorzugt ist - wie auch in den Fig. 2 und 5 dargestellt vorgesehen, dass in dem Bimetallelement
33 eine Justageschraube 34 angeordnet ist, welche auf den Umlenkhebel 8 wirkt. Mittels
der Justageschraube 34 kann dabei der Grad der Verbiegung des Bimetallelements 33
vorgegeben werden, welche für eine Betätigung des Umlenkhebels 8 notwendig ist.
[0018] Bei einem erfindungsgemäßen Schaltgerät 1 wirkt die Überstromauslösevorrichtung 6
und/oder die Kurzschlussauslösevorrichtung 7 nicht unmittelbar auf die Trennvorrichtung
5, sondern vielmehr über einen Umlenkhebel 8, wie dies etwa in Fig. 2 dargestellt
ist. Fig. 2 zeigt dabei eine Anordnung aus einer Trennvorrichtung 5, einem Umlenkhebel
8, einer Überstromauslösevorrichtung 6 und einer Kurzschlussauslösevorrichtung 7.
Ein derartiger Umlenkhebel 8 weist wenigstens einen ersten Hebelarm 9 und einen zweiten
Hebelarm 10 auf, wobei der erste Hebelarm 9 einen Ansteuerfortsatz 11 aufweist, welcher
- bei der dargestellten bevorzugten Ausführungsform - zur Ansteuerung durch das erste
Ende 28 des Klappankers 26 vorgesehen ist. In einer bevorzugten Ausführung eines erfindungsgemäßen
Schaltgeräts 1 wirkt das erste Ende 28 des Klappankers 26 auf den Ansteuerfortsatz
11 des Umlenkhebels 8. Je Schaltstrecke ist ein Ansteuerfortsatz 11 vorgesehen. Der
zweite Hebelarm 10 umfasst einen Betätigungsfortsatz 12 zum Auslösen der Trennvorrichtung
5. Bei der dargestellten besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die
Trennvorrichtung 5 als Schaltschloss 17 mit einer verrastbaren Klinke 18 ausgebildet.
Das Schaltschloss 17 ist ein kraftspeicherndes Bindeglied zwischen einem Betätigungshebel
24 und den Schaltkontakten 4. Das Schaltschloss 17 wird in der gegenständlichen Ausbildung
in einem ersten Schritt mittels Bewegung des Betätigungshebels 24 in einer ersten
Richtung gespannt, wobei ein Federkraftspeicher gespannt wird, welcher bei einem Auslösen
des Schaltschlosses 17 für eine schnelle und sichere Trennung der Schaltkontakte 4
sorgt. Der Spannvorgang wird durch ein Einrasten, Verrasten bzw. Verklinken der Klinke
18 an einem gehäusefesten Teil des Schaltschlosses 17 beendet. In einem zweiten Schritt
werden mittels Bewegung des Betätigungshebels 24 in eine zweite Richtung, die Schaltkontakte
geschlossen. Die Rastverbindung der Klinke 24 mit dem gehäusefesten Teil des Schaltschlosses
17 ist derart ausgebildet, dass eine vorgebbare Bewegung der Klinke 18 in einer vorgebbaren
Richtung das Schaltschloss 17 entriegelt, wodurch der Federkraftspeicher freigegeben
wird und die Schaltkontakte 17 getrennt werden. Ein derartiges bevorzugt zur Anwendung
kommendes Schaltschloss 17 ist beispielsweise in der deutschen Offenlegungsschriften
DE 42 27 213 A1 sowie der deutschen Patentschrift
DE 44 42 417 C1 beschrieben. Wenn der Umlenkhebel 8 durch eine Bewegung der Überstromauslösevorrichtung
6 und/oder der Kurzschlussauslösevorrichtung 7, insbesondere durch eine Bewegung des
Klappankers 26, bewegt wird, kommt - nach einer vorgebbaren Bewegung des Umlenkhebels
8 - der Betätigungsfortsatz 12 mit der Klinke 18 in Eingriff, und bewegt die Klinke
18 derart weit, dass die Rastverbindung mit dem gehäusefesten Teil des Schaltschlosses
17 gelöst wird, wodurch das Schaltschloss 17 entriegelt, der Federkraftspeicher freigegeben
wird und die Schaltkontakte 4 getrennt werden.
[0019] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass der Betätigungsfortsatz 12 federnd nachgiebig
ausgebildet ist, wobei jede Art der federnden Nachgiebigkeit vorgesehen sein kann,
etwa die Ausbildung des Betätigungsfortsatzes 12 als Feder, umfassend Metall oder
Kunststoff, etwa Elastomere. Fig. 2 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform eines Schaltschlosses
17 mit einem erfindungsgemäß ausgebildeten Umlenkhebel 8, wobei das Schaltschloss
17 in teilweise gebrochener Darstellung gezeigt ist. Die Klinke 18 ist in verrasteter
Position, und der Betätigungshebel 24 ist in der Position geöffneter Schaltkontakte
4. Der Betätigungsfortsatz 12 steht nicht in Eingriff mit der Klinke 18, sodass weder
die Überstromauslösevorrichtung 6 noch die Kurzschlussauslösevorrichtung 7 eine Auslösesituation
detektiert haben. Zum Auslösen des Schaltschlosses 17 wird der Umlenkhebel 8 durch
die Überstromauslösevorrichtung 6 bzw. die Kurzschlussauslösevorrichtung 7 entgegen
dem Uhrzeigersinn bewegt bzw. gedreht, wodurch der federnd nachgiebig ausgebildete
Betätigungsfortsatz 12 mit der Klinke 18 in Eingriff kommt, und diese nach einer vorgebbaren
Auslenkung das Schaltschloss 17 auslöst.
[0020] Die Federkräfte des federnnachgiebig ausgebildeten Betätigungsfortsatzes 12 sind
dabei derart bemessen, dass beim Auslösen bzw. Entrasten der Klinke 18 keine wesentlichen
Verformungen an dem Betätigungsfortsatz 12 auftreten. Dies stellt kein Problem dar,
da die Kräfte für ein Auslösen bzw. Entrasten der Klinke 18 sehr gering sind. Bei
einer massiven Ausbildung eines Betätigungsfortsatzes, gemäß dem Stand der Technik,
kann es nach dem Auslösen bzw. Entrasten der Klinke 18 aufgrund der starken Verformung
des Bimetallelements 33 der Überstromauslösevorrichtung 6 zu einer weiteren Verdrehung
des Umlenkhebels 8 kommen, welche zu einer Beschädigung der Klinke 18, des Umlenkhebels
8 und/oder des Bimetallelements 33 führen kann. Durch die federnde nachgiebige Ausbildung
des Betätigungsfortsatzes 12 in eine Bewegungsrichtung des Umlenkhebels 8 zum Auslösen
der Trennvorrichtung 5 kann erreicht werden, dass bei einer weiteren Verdrehung des
Umlenkhebels 8 nach dem Auslösen bzw. Entrasten der Klinke 18, die Klinke 18 nicht
weiter verdreht bzw. ausgelenkt wird und keiner übermäßigen Belastung ausgesetzt wird,
wodurch die Klinke 18 bzw. das ganze Schaltschloss 17 vor Zerstörungen verschont bleiben.
Durch die federnd nachgiebige Ausbildung des Betätigungsfortsatzes 12 ist eine weitere
Verdrehung des Umlenkhebels 8 möglich, ohne dass eine Beschädigung des Umlenkhebels
8 zu erwarten wäre. Dadurch kann auch die Überstromauslösevorrichtung 6, die Kurzschlussauslösevorrichtung
7 und der Klappanker 26 vor Beschädigungen geschützt werden.
[0021] Bei der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten, besonders bevorzugten Ausführungsform
ist vorgesehen, dass der Umlenkhebel 8 als Auslösewelle 19 ausgebildet ist, wobei
die Auslösewelle 19 einen Wellenkörper 20 aufweist, welcher in einem Gehäuse 21 des
Schaltgeräts 1 drehbar gelagert ist. Im Bereich der vorgesehenen Lagerung des Wellenkörpers
20 weist dieser bevorzugt axiale Führungsstege 27 auf, um eine Verschiebung der Auslösewelle
19 in axialer Richtung zu verhindern. An der Auslösewelle 19 sind - wie in den Fig.
2 bis 4 dargestellt, Ansteuerfortsätze 11 angeordnet, sowie ein Betätigungsfortsatz
12. Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Betätigungsfortsatz 12 als Feder 13, vorzugsweise
als Metallfeder, ausgebildet ist, wobei jeder Federwerkstoff vorgesehen sein kann.
Bevorzugt ist vorgesehen, dass der Betätigungsvorsatz 12 als Stahlfeder ausgebildet
ist.
[0022] Besonders bevorzugt, und wie dargestellt, ist vorgesehen, dass die Feder 13 wenigstens
bereichsweise als Drehfeder 14 ausgebildet ist, wodurch eine besonders kontrollierte
federnde Wirkung in der vorgesehenen Belastungsrichtung, erreicht werden kann. Dies
wird noch weiters dadurch unterstützt, dass die Drehfeder 14 wenigstens einmal vollständig
um den Wellenkörper 20 der Auslösewelle 19 geschlungen ist. Dadurch kann eine hauptsächliche
federnde Wirkung des Betätigungsfortsatzes 12 radial zur Drehrichtung der Auslösewelle
19 erzielt werden.
[0023] Zur sicheren und dauerhaften Anordnung der Feder 13 auf der Auslösewelle 19 ist vorgesehen,
dass der Umlenkhebel 8 ein Stützlager 15 aufweist, an dem sich der, eine Drehfeder
14 umfassende, Betätigungsfortsatz 12 abstützt, und/oder dass sich die Feder 14 an
einem Auflager 16 abstützt, welches am Ansteuerfortsatz 11 angeordnet ist. Das Stützlager
15 und das Auflager 16 sind in den Fig. 3 und 4 besonders gut erkennbar dargestellt.
Das Stützlager 15 ist bei der dargestellten bevorzugten Ausführungsform als L-förmiger
Anschlag ausgebildet, an welchen die Feder 13 festgelegt ist, und durch deren Federkraft
gehalten ist. Das Auflager 16 ist als Querstrebe ausgebildet, an welche ein abgewinkeltes
Ende der Feder 13 anliegt.
[0024] Fig. 3 zeigt dabei eine Auslösewelle 19 in der Betriebsanordnung vor bzw. bei Auslösung
der Klinke 18, wobei gut zu erkennen ist, dass der Betätigungsfortsatz 12 an dem Stützlager
15 anliegt. Fig. 4 zeigt hingegen dieselbe Auslösewelle wie in Fig. 3, wobei diese
jedoch derart weit verdreht wurde, dass der Betätigungsfortsatz 12 weiter an der -
nicht dargestellten - Klinke 18 anliegt, ohne diese jedoch weiter zu bewegen, wobei
der Betätigungsfortsatz 12 von dem Stützlager 15 abgehoben ist.
1. Schaltgerät (1), vorzugsweise Leistungsschalter, mit wenigstens einer Eingangsklemme
(2) und wenigstens einer Ausgangsklemme (3) zum Anschluss elektrischer Leiter, sowie
mit einem ersten Schaltkontakt (4) und einem zweiten Schaltkontakt, wobei die Schaltkontakte
(4) in einer geschlossenen Stellung einen Strompfad zwischen der Eingangsklemme (2)
und der Ausgangklemme (3) schließen, wobei eine Trennvorrichtung (5) zum Trennen des
ersten Schaltkontaktes (4) und des zweiten Schaltkontaktes vorgesehen ist, und wobei
eine Überstromauslösevorrichtung (6) und/oder eine Kurzschlussauslösevorrichtung (7)
vorgesehen sind, welche zum Auslösen der Trennvorrichtung (5) mit dieser mittels eines
Umlenkhebels (8) in mechanischer Wirkverbindung stehen, wobei der Umlenkhebel (8)
wenigstens einen ersten Hebelarm (9) und einen zweiten Hebelarm (10) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Hebelarm (9) einen Ansteuerfortsatz (11) aufweist, welcher sowohl durch
die Überstromauslösevorrichtung (6) als auch die Kurzschlussauslösevorrichtung (7)
angesteuert ist, dass der zweite Hebelarm (10) einen Betätigungsfortsatz (12) zum
Auslösen der Trennvorrichtung (5) aufweist, und dass der Betätigungsfortsatz (12)
federnd nachgiebig ausgebildet ist.
2. Schaltgerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsfortsatz (12) in eine Bewegungsrichtung des Umlenkhebels (8) zum Auslösen
der Trennvorrichtung (5) federnd nachgiebig ausgebildet ist.
3. Schaltgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätigungsfortsatz (12) als Feder (13), vorzugsweise als Metallfeder, ausgebildet
ist.
4. Schaltgerät (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (13) wenigstens bereichsweise als Drehfeder (14) ausgebildet ist.
5. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenkhebel (8) ein Stützlager (15) aufweist, an dem sich der, eine Drehfeder
(14) umfassende, Betätigungsfortsatz (12) abstützt.
6. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichet, dass sich die Feder (14) an einem Auflager (16) abstützt, welches
am Ansteuerfortsatz (11) angeordnet ist.
7. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennvorrichtung (5) als Schaltschloss (17) mit einer verrastbaren Klinke (18)
ausgebildet ist.
8. Schaltgerät (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der als Feder (13) ausgebildete Betätigungsfortsatz (12) zur Auslösung der Klinke
(18) an diese angreift.
9. Schaltgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenkhebel (8) als Auslösewelle (19) ausgebildet ist, und dass die Auslösewelle
(19) einen Wellenkörper (20) aufweist, welcher in einem Gehäuse (21) des Schaltgeräts
(1) drehbar gelagert ist.
10. Schaltgerät (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehfeder (14) wenigstens einmal vollständig um den Wellenkörper (20) der Auslösewelle
(19) geschlungen ist.
1. A switchgear (1), preferably a power circuit breaker, comprising at least one input
terminal (2) and at least one output terminal (3) for connecting electrical conductors,
and a first switching contact (4) and a second switching contact, said switching contacts
(4) closing, in a closed position, a current path between the input terminal (2) and
the output terminal (3), with a disconnection apparatus (5) being provided for disconnecting
the first switching contact (4) and the second switching contact, and
with an overcurrent release apparatus (9) and/or a short-circuit release apparatus
(7) being provided which are in operative mechanical connection with the disconnection
apparatus (5) by means of a deflection lever (8) in order to enable the triggering
of the same, with the deflection lever (8) comprising at least one first lever arm
(9) and one second lever arm (10), characterized in that the first lever arm (9) comprises a triggering projection (11) which triggers both
the overcurrent release apparatus (6) as well as the short-circuit release apparatus
(7), the second lever arm (10) comprises an actuating projection (12) for triggering
the disconnection apparatus (5), and the actuating projection (12) is arranged in
a resiliently flexible way.
2. A switchgear (1) according to claim 1, characterized in that the actuating projection (12) is arranged to be resiliently flexible in one direction
of movement of the deflection lever (8) for triggering the disconnection apparatus
(5).
3. A switchgear (1) according to claim 1 or 2, characterized in that the actuating projection (12) is arranged as a spring, preferably a metal spring.
4. A switchgear (1) according to claim 3, characterized in that the spring (13) is arranged at least in part as a torsion spring (14).
5. A switchgear (1) according to one of the claims 1 to 4, characterized in that the deflection lever (8) comprises a support bearing (15), on which the actuating
projection (12) rests, which comprises a torsion spring (14).
6. A switchgear (1) according to one of the claims 3 to 6, characterized in that the spring (14) rests on a support (16) which is arranged on the triggering projection
(11).
7. A switchgear (1) according to one of the claims 1 to 6, characterized in that the disconnection apparatus (5) is arranged as a breaker mechanism (17) with a latchable
catch (18).
8. A switchgear (1) according to claim 7, characterized in that the actuating projection (12) which is arranged as a spring (13) acts upon the catch
(18) for triggering the same.
9. A switchgear (1) according to one of the claims 1 to 8, characterized in that the deflection lever (8) is arranged as a triggering shaft (19), and the triggering
shaft (19) comprises a shaft body (20) which is rotatably held in a housing (21) of
the switchgear (1).
10. A switchgear (1) according to claim 9, characterized in that the torsion spring (14) is wrapped at least once completely around the shaft body
(20) of the triggering shaft (19).
1. Appareil de commutation (1), de préférence sectionneur de puissance, avec au moins
une borne d'entrée (2) et au moins une borne de sortie (3) pour le raccordement de
conducteurs électriques, ainsi qu'avec un premier contact de commutation (4) et un
deuxième contact de commutation, dans lequel les contacts de commutation (4) dans
une position fermée ferment un trajet de courant entre la borne d'entrée (2) et la
borne de sortie (3), dans lequel un dispositif de sectionnement (5) est prévu pour
séparer le premier contact de commutation (4) et le deuxième contact de commutation
et dans lequel est prévu un dispositif de déclenchement par surintensité (6) et/ou
un dispositif de déclenchement par court-circuit (7) qui sont en liaison mécanique
avec le dispositif de sectionnement (5) pour déclencher celui-ci au moyen d'un levier
de renvoi (8), dans lequel le levier de renvoi (8) présente au moins un premier bras
de levier (9) et un deuxième bras de levier (10), caractérisé en ce que le premier bras de levier (9) présente une saillie d'activation (11) qui est actionnée
aussi bien par le dispositif de déclenchement par surintensité (6) que par le dispositif
de déclenchement par court-circuit (7), en ce que le deuxième bras de levier (10) présente une saillie d'actionnement (12) pour le
déclenchement du dispositif de sectionnement (5), et en ce que la saillie d'actionnement (12) est conçue pour être souple de façon élastique.
2. Appareil de commutation (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que la saillie d'actionnement (12) est conçue pour être souple de façon élastique dans
une direction de mouvement du levier de renvoi (8) qui déclenche le dispositif de
sectionnement (5).
3. Appareil de commutation (1) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la saillie d'actionnement (12) est conçue comme un ressort (13), de préférence comme
un ressort métallique.
4. Appareil de commutation (1) selon la revendication 3, caractérisé en ce que le ressort (13) est conçu au moins par zones comme un ressort de torsion (14).
5. Appareil de commutation (1) selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le levier de renvoi (8) présente un palier d'appui (15) sur lequel s'appuie la saillie
d'actionnement (12) qui comprend un ressort de torsion (14).
6. Appareil de commutation (1) selon l'une des revendications 3 à 6, caractérisé en ce que le ressort (14) s'appuie sur un appui (16) qui est disposé sur la saillie d'activation
(11).
7. Appareil de commutation (1) selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le dispositif de sectionnement (5) est conçu comme un verrou de commutation (17)
avec un loquet (18) encliquetable.
8. Appareil de commutation (1) selon la revendication 7, caractérisé en ce que la saillie d'actionnement (12) conçue comme un ressort (13) se met en prise sur le
loquet (18) pour déclencher celui-ci.
9. Appareil de commutation (1) selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le levier de renvoi (8) est conçu comme un arbre de déclenchement (19) et en ce que l'arbre de déclenchement (19) présente un corps d'arbre (20) qui est supporté avec
possibilité de rotation dans un boîtier (21) de l'appareil de commutation (1).
10. Appareil de commutation (1) selon la revendication 9, caractérisé en ce que le ressort de torsion (14) est enroulé au moins une fois complètement autour du corps
d'arbre (20) de l'arbre de déclenchement (19).