[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Stanzteilen, insbesondere
von Synchronringen, Kupplungskörpern oder Kupplungsscheiben, in zwei Verfahrensschritten
ohne Prozessunterbrechung in der gleichen Presse (Anlage).
[0002] Gemäß
JP-A-06234027 (nächstliegender Stand der Technik) werden Stanzteile, insbesondere von Synchronringen,
Kupplungskörpern oder Kupplungsscheiben, dadurch hergestellt, dass in einer Vorrichtung
mit nur einem Werkzeug in einem ersten Verfahrensschritt ein Werkstück ausgestanzt
oder feingestanzt wird und in einem zweiten Verfahrensschritt, die durch das Stanzen
am Werkstück entstandenen Grate oder Funktionsflächen, durch spanabhebende Nachbearbeitung
auf ihr Endmaß oder Funktionsoberfläche gebracht werden.
[0003] Verfahrensschritten hergestellt: Stanzen, Entgraten, spanabhebende Bearbeitung und
Sichtprüfung. Beim Stanzen wird das Werkstück aus dem Rohmaterial ausgestanzt. Bei
diesem Verfahrensschritt entstehen an der Außen- und Innenkontur Stanzgrate. Beim
Entgraten werden diese Grate z.B. durch das Gleitschleifen, das Bandschleifen oder
das Bürsten entfernt. Bei der spanabhebenden Bearbeitung wird das Werkstück auf eine
vorbestimmte Ebenheit (Glattheit) in den Funktionsflächen gebracht, die durch das
Stanzen nicht erreichbar ist oder deren Kontur nicht durch Stanzen erzielt werden
kann. Für die spanabhebende Bearbeitung wird das Stanzteil von der Presse genommen,
teilweise zwischengelagert und einer spanabhebenden Bearbeitungsmaschine zugeführt.
[0004] Der letzte Verfahrensschritt ist die Sichtprüfung. Bei der Sichtprüfung wird das
Werkstück auf Beschädigungen geprüft.
[0005] Die Erfindung hat insofern zur Aufgabe, den Fertigungsaufwand und die Herstellzeit
zu verringern.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst. Hierbei
umfasst das Verfahren lediglich zwei Prozessschritte. In einem ersten Prozessschritt
wird ein Fließpressvorgang, das sogenannte Fließvorprägen ausgeführt, der eine Vororientierung
und teilweise Kaltverfestigung in das zugeführte Rohmaterial einbringt.
[0007] Die eingeformte präzise Form wird je nach der zu stanzenden Kontur des Stanzteiles
eingebracht und ermöglicht beim anschließenden Feinschneidprozess ein kombiniertes
Feinscheiden und Fließpressen in einer Werkzeugstufe. Die vorgenommene Vororientierung
des Rohmateriales ermöglicht erst das Fließpressen in der kombinierten Schneid- und
Fließpressstufe durch Schaffung eines Leervolumens innerhalb der Form, die durch den
anteiligen Fließpressvorgang in der Feinschneidstufe gefüllt werden kann.
[0008] Die erfindungsgemäße Lösung bietet den Vorteil, dass das Werkstück in nur einem Werkzeug
und aus Streifenmaterial/vom Coil oder aus Platinen, die einzeln zugeführt werden,
hergestellt wird. Eine Zwischenbearbeitung durch Schleifen oder spanabhebende Arbeitsschritte
entfallen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass eine Zwischenlagerung und ein
Transport ebenfalls entfallen.
[0009] In einer Ausgestaltung hierzu wird vorgeschlagen, dass während eines Arbeitsganges
in der Feinschneidstufe ein erstes Bauteil aus Rohmaterial durch Fließvorprägen vorgeformt
wird und gleichzeitig in der Feinschneidstufe bei einem zweiten Werkstück das Feinschneiden
und Fließpressen ausgeführt werden.
[0010] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass nach Beendigung
eines Arbeitsganges das erste Bauteil mittels eines Handhabungsgerätes von der Fließvorformstufe
zur Feinschneidstufe selbsttätig transportiert wird. Das zweite Bauteil wird gleichzeitig
aus der Vorrichtung entfernt und die Fließvorformstufe wird mit einem neuen Rohmaterial
bestückt.
[0011] Wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung ist, dass zunächst in dem Bandmaterial
eine Fließvorprägung stattfindet, und zwar werden hierbei Fließvorformen entsprechend
der Anzahl der Zähne des nachfolgend ausgestalteten Synchronringes eingeprägt, ohne
das Bandmaterial durchzustanzen oder zu verletzen.
[0012] Es handelt sich also um napfförmige Vertiefungen, die in dem Bandmaterial eingeprägt
werden, ohne das Bandmaterial an dieser Stelle durchzureißen oder zu öffnen.
[0013] Wichtig bei der Auswahl des Prägestempels ist, dass die Anzahl der Prägungen der
Anzahl der Zähne des späteren Synchronringes entspricht.
[0014] Die Wahl der Prägeform kann jedoch in weiten Grenzen veränderbar sein.
[0015] Es wird zwar bevorzugt, wenn der geprägte Napf in seiner Formgebung etwa dem späteren
Zahn des Synchronringes entspricht, hierauf ist die Erfindung jedoch nicht beschränkt.
[0016] In einer anderen Ausgestaltung kann es vorgesehen sein, dass der Durchmesser des
Fußkreises der Ausprägungen von dem Durchmesser des Fußkreises der späteren Zähne
abweicht, insbesondere kleiner ist.
[0017] In einer anderen Ausgestaltung kann es vorgesehen sein, dass der Durchmesser des
Kopfkreises der Ausprägungen ebenfalls kleiner ist als der spätere Kopfdurchmesser
der Zähne des Synchronringes.
[0018] Die Tiefe der napfförmigen Fließvorprägung oder des Prägemals hängt von der späteren
Zahnkontur ab.
[0019] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist der Boden der napfförmigen Fließvorprägung
eben, d. h. horizontal ausgebildet, wenn das Bandmaterial horizontal ausgerichtet
ist.
[0020] Hierbei ist es nicht lösungsnotwendig, dass die Seitenwände, welche die Napfform
definieren, genau vertikal gerichtet sind. Sie können auch konisch nach oben sich
öffnen. Sie sollten möglichst symmetrisch sein.
[0021] Ebenso kann es in einer anderen Ausgestaltung vorgesehen sein, dass der Boden gewölbt
ist, um einen stetigen Übergang in die Seitenwände der napfförmigen Fließvorprägung
zu erreichen.
[0022] Nach der Durchführung der Fließvorprägung wird dann mit einem weiteren Werkzeug durchgestanzt,
wobei dieses Werkzeug als Feinschneidwerkzeug ausgebildet ist.
[0023] Nach der Erfindung findet also kein Verprägen der Stanzgrate statt, sondern die Zähne
werden mit einem Feinschneidvorgang geformt und gleichzeitig einem Fließpressen unterworfen.
Um dies zu ermöglichen benötigt man ein freies Volumen das durch das sogenannte Fliessvorprägen
erlangt wird.
[0024] Wichtig ist, dass die Stufe 1, in der die Fließvorprägung stattfindet, im gleichen
Werkzeug angeordnet ist wie vergleichsweise die Stufe 2, mit der mittels eines Schneidwerkzeuges
die Außen- und Innenkontur des Synchronringes aus dem Bandmaterial schließlich ausgeschnitten
wird.
[0025] Wichtig hierbei ist, dass das Schneidwerkzeug nun in die napfförmigen Vertiefungen
der Fließvorform hineinschneidet, wobei das am Boden der napfförmigen Vertiefung angeordnete
Bandmaterial als Fließwerkstoff bezeichnet werden kann, welches bei dem nachfolgenden
Feinschneidvorgang in die konische Ausnehmung des Schneidwerkzeuges hineinverdrängt
wird und dort einem Fließ-Pressvorgang unterworfen wird.
[0026] Damit wird neben dem Feinschneidprozess ein Fließprozess an dem Fließwerkstoff ausgelöst,
wobei dieser Fließwerkstoff im Bereich des späteren Zahnes des Synchronringes angeordnet
ist.
[0027] Somit wird sozusagen jeder Zahn des Synchronringes einem Fließprozess unterworfen,
der damit in eine konische Aufnahmeform hineinverdrängt wird und einem Kaltfließvorgang
unterworfen wird.
[0028] Damit besteht der wesentliche Vorteil, dass durch den erfolgten Kaltfließ-Umformvorgang
das Zahngefüge im Bereich dieses Synchronringes kaltverfestigt wird. Damit erhalten
der Synchronring, Kupplungskörper oder Kupplungsscheibe eine wesentliche größere Standzeit,
eine höhere Verschleißfestigkeit und ist im Übrigen gratfrei, ohne dass es einer weiteren
Nachbearbeitung bedarf.
[0029] In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung kann es dann noch zusätzlich vorgesehen
werden, dass der Synchronring, Kupplungskörper oder Kupplungsscheibe gehärtet wird.
Dies ist jedoch für die dargestellte Erfindung von keiner entscheidenden Bedeutung.
[0030] Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem
Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen
Patentansprüche untereinander.
[0031] Alle in den Unterlagen, einschließlich der Zusammenfassung offenbarten Angaben und
Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden
als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind.
[0032] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung
weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.
[0033] Es zeigen:
- Figur 1:
- die Draufsicht auf ein Bandmaterial bei der Verarbeitung des Bandmaterials in insgesamt
drei Stufen
- Figur 1a:
- ein Schnitt gemäß der Linie la in Stufe 1 nach Figur 1
- Figur 2:
- Schnitt gemäß der Linie II-II in Figur 3 durch einen freigestanzten Synchronring,
Kupplungskörper oder Kupplungsscheibe
- Figur 3:
- die Draufsicht auf den Synchronring, Kupplungskörper oder Kupplungsscheibe
- Figur 4:
- schematisiert der Fließ-Pressvorgang beim Bewegen des Ober- und Unteniverkzeuges gegeneinander
- Figur 5:
- eine weitere Ausführungsform im Vergleich zu Figur 1 bis 4, bei der zusätzlich an
die Zahngeometrie noch eine Dachform angeprägt wird, wobei
- Figur 5a:
- die Bandform nach der Fließvorprägung zeigt
- Figur 5b:
- das Anprägen der Dachform
- Figur 5c:
- das Ausschneiden des Synchronringes, Kupplungskörper oder Kupplungsscheibe mit gleichzeitigem
Prägen der Dachform
- Figur 5d:
- ein weiteres Fließpressen bei dem die Endkontur der Zahnform kalibriert wird.
- Figur 6:
- eine perspektivische Darstellung der in den Figuren 5a bis 5d hergestellten Zähne
mit Dachform
[0034] In den Abbildungen sind Ausführungsbeispiele und verschiedene Ansichten dargestellt.
In Abb. 1 ist die Draufsicht auf ein Streifenbild dargestellt. Das Bandmaterial 1
wird in einer ersten Stufe mit einer Fließvorform 3 versehen, die beim Feinschneiden
in Stufe 2 ein maßgerechtes Bauteil 2 ergibt.
[0035] Die Figur 1 zeigt hierbei eine Stufe 1, bei der die Fließvorprägung in einem Bandmaterial
1 eines Metallstreifens vorgenommen wird. Es werden hierbei napfförmige Fließvorformen
3 in das Bandmaterial eingeprägt, so wie dies schematisiert in Figur 1 a dargestellt
ist. Der Kopfkreis 9, welcher den Außendurchmesser der napfförmigen Fließvorformen
definiert, entspricht dem späteren Kopfkreis 9 der Zähne 10 am Synchronring, Kupplungskörper
oder Kupplungsscheibe (Bauteil 2).
[0036] Der Fußkreis der napfförmigen Fließvorformen kann von dem Fußkreis der späteren Zähne
10 abweichen. Er kann insbesondere kleiner sein.
[0037] Wichtig ist auch, dass die Breite 11 der napfförmigen Fließvorformen etwa der Breite
der späteren Zähne 10 im Fußbereich entspricht.
[0038] Die Stufe 2 zeigt nun, dass mit einem Einschneidwerkzeug die genaue Zahngeometrie
ausgeschnitten wird und in Stufe 3 ist in Figur 1 dargestellt, dass nach dem Ausschneiden
des Synchronringes, Kupplungskörper oder Kupplungsscheibe, der als Bauteil 2 bezeichnet
wird, ein Stanzloch 16 im Bandmaterial 1 verbleibt.
[0039] Wichtig ist, dass beim Fließvorprägen der napfförmigen Fließvorformen 3 ein Fließwerkstoff
18 im Bereich unterhalb der Fließvorform 3 verbleibt, der dann in einem Fließ-Pressvorgang
in den Zwischenraum zwischen dem Stempel 6 und dem Ausheber 7 hineingepresst wird
und dort verformt wird.
[0040] Dies wird anhand der Figuren 2 bis 4 näher beschrieben.
[0041] Das Bandmaterial 1 befindet sich hierbei im Zwischenraum zwischen einem Oberwerkzeug
und einem diesem zugeordneten Niederhalter 5a, sowie einem Unterwerkzeug und einem
diesem zugeordneten Niederhalter 5b.
[0042] Der Anpressdruck zwischen den beiden Niederhaltern 5a, 5b ist so groß, dass eine
Verformung des Bauteils 2 während des Feinschneidens auf jeden Fall vermieden wird.
[0043] In diesem Stadium fährt nun von oben in Pfeilrichtung 14 ein Stempel 6 nach unten
und gleichzeitig fährt von unten ein Ausheber 7 in Pfeilrichtung 15 nach oben, sodass
die beiden Werkzeuge 6, 7 sich im Bereich eines Hohlraumes 4 treffen, der im Niederhalter
5b des Unterwerkzeuges angeordnet ist.
[0044] Wichtig ist, dass dieser Hohlraum mit seinen Seitenflächen 12 konisch zulaufend ausgebildet
ist, sodass der napfförmige Fließvorformling 3 mit seinem Fließwerkstoff 18 in diesen
konischen Hohlraum 4 hineingepresst wird und dort fließverformt wird.
[0045] Hier kommt es zu einem Kaltfluss des verformten Materials und zu einer Gefügeumformung.
[0046] Dies ist schematisiert nochmals in Figur 4 in einem Zwischenstadium dargestellt,
wo erkennbar ist, dass der Zahn 10 des Bauteils 2 in den konischen Hohlraum 4 in Pfeilrichtung
14 eingepresst wird und hierbei zum Fließen kommt. Der Boden 13 des Hohlraumes ist
hierbei bevorzugt eben ausgebildet.
[0047] Ebenso kann in einer anderen Ausgestaltung der Boden 13 auch leicht bombiert ausgebildet
werden, entsprechend dem bombierten Boden des napfförmigen Fließvorformlings 3 in
Figur 1 a.
[0048] Es ist nicht notwendig, dass die beiden einander zugeordneten und gegenüberliegenden
Seitenflächen 12 die genau gleichen Konuswinkel aufweisen. Der Konuswinkel der einen
Seitenfläche kann von dem Konuswinkel der anderen Seitenfläche abweichen.
[0049] Wichtig ist, dass eine konisch nach oben geöffnete Ausnehmung im Hohlraum 4 gebildet
wird, in welche der Zahn 10 in Form eines Fließ-Pressvorganges hineinverformt wird.
[0050] Selbstverständlich beziehen sich die hier angegebenen Angaben auf einen Stempel 6,
der in Pfeilrichtung 14 von oben nach unten verfährt.
[0051] In einer anderen, kinematischen Umkehrung der dargestellten Ausführung kann es jedoch
auch vorgesehen sein, dass der Stempel 6 unten angeordnet ist und in Pfeilrichtung
14 nach oben fährt.
[0052] Die Bewegungen der beiden sich aufeinander zubewegenden Werkzeugteile 6 und 7 in
den Pfeilrichtungen 14 und 15 ist so synchronisiert, dass beim Hochfahren des Aushebers
7 in Pfeilrichtung 15 der Stempel 6 in Pfeilrichtung 14 eine schnellere Bewegung nach
unten durchführt, um den erwähnten Fließ-Pressvorgang im Hohlraum 4 auszulösen.
[0053] Die Oberfläche des Aushebers 7 bildet somit die Gegenfläche des verformten Zahnes
10, der in den Hohlraum 4 eingepresst wird.
[0054] Die Figur 4 zeigt, dass mit diesem Fließ-Pressvorgang einander gegenüberliegende
konische Zahnflanken 17 erreicht werden.
[0055] Die Figuren 5a bis 5d zeigen einen ähnlichen Vorgang wie in den Figuren 2 bis 4 beschrieben,
nur dass noch zusätzlich eine sogenannte Dachform 8 angeprägt wird. Ansonsten gelten
für die gleichen Teile die gleichen Bezeichnungen und der gleiche Funktionsablauf.
[0056] Die Figur 5a zeigt allgemein, dass in einem Bandmaterial 1 zunächst eine Fließvorform
3 als napfförmige Einprägung angebracht wird.
[0057] Gegenüberliegend wird nun diesem napfförmigen Fließvorformling 3 eine Dachform 8
angeprägt, und zwar durch einen besonders geformten Stempel 6, wie er in Figur 5c
dargestellt ist.
[0058] Dieser Stempel weist eine konische Aufnahme auf, die der späteren Dachform 8 entspricht.
[0059] Beim Zusammenfahren der beiden Werkzeuge 6, 7 wird dann der gleiche Fließ-Pressvorgang
in den Hohlraum 4 durchgeführt, wobei jedoch in Figur 5c nur eine Vorform des Fließ-Pressvorganges
gegeben ist, und noch nicht die endgültige Kontur des Zahnes 10 erreicht wurde. Erst
bei dem endgültigen Kalibrieren auf die Endkontur nach Figur 5d wird dann die endgültige
Zahnform des Bauteils 2 in Figur 5d erreicht.
[0060] Die Figur 6 zeigt einen solchen Zahn 10 mit einer angeprägten Dachform 8, wobei die
Dachform von den beiden konischen Zahnflanken 17 eingefasst wird. Die Dachform wirkt
als Einführschräge, um beim Einführen in eine Zahnlücke ein weicheres Schalten des
Synchronringes, Kupplungskörper oder Kupplungsscheibe zu erreichen.
[0061] In Abb. 2 ist der Feinschneidprozess in Stufe 2 im Schnitt dargestellt. Das Bandmaterial
wird durch die Vorrichtung 5 mit einem vordefinierten Druck eingeklemmt. Stempel 6
und Ausheber 7 schneiden nach dem abgeschlossenen Druckaufbau von 5 das Bauteil 2
in die konische Ausführung des Unterteils der Vorrichtung 5. Das vororientierte Materialvolumen
durch das vorangeschrittene Fließvorprägen im Bereich 4 ermöglicht das Fließen von
Material in vorgehaltene Hohlräume 4 und ein somit gratfreies Bauteil. Abb. 3 zeigt
eine weitere Variante. Wie in Abb. 2 erwähnt wird in 1 eine Fließvorprägung eingebracht,
in der gleichen oder folgenden Stufe wird weiterhin eine spezifische Dachform durch
Fließvorprägen eingebracht. In der nachfolgenden Stufe erfolgt das in Abb. 2 beschriebene
kombinierte Feinschneiden mit Fließpressen zur Vororientierung des Materials, das
im Gegensatz zur Abb. 2 noch nicht die Endkontur darstellt. Erst in der darauffolgenden
Stufe erfolgt das gratfreie Fließpressen und Kalibrieren auf Endkontur des Stanzteiles
2 durch Stempel 6 und Ausheber 7 sowie einer Matrize 5.
[0062] Es sei darauf hingewiesen, dass dieses Verfahren und die Vorrichtung nicht nur auf
die Herstellung von Synchronringen, Kupplungskörper oder Kupplungsscheibe beschränkt
ist. Das Verfahren und die Vorrichtung lassen sich im Allgemeinen für die Herstellung
von Stanzteilen anwenden.
[0063] Zeichnungstegende
- 1
- Bandmaterial
- 2
- Bauteil (Synchronring)
- 3
- Fließvorform
- 4
- Hohlraum
- 5
-
- 5a
- Niederhalter (Oberwerkzeug)
- 5b
- Niederhalter (Unterwerkzeug)
- 6
- Stempel
- 7
- Ausheber
- 8
- Dachform
- 8a
- Dachspitz
- 9
- Kopfkreis
- 10
- Zahn
- 11
- Breite (von 3)
- 12
- Seitenfläche (konisch)
- 13
- Boden (Hohlraum 11)
- 14
- Pfeilrichtung
- 15
- Pfeilrichtung
- 16
- Stanzloch
- 17
- Konische Zahnflanke
- 18
- Fließwerkstoff
1. Verfahren zur Herstellung von Stanzteilen, insbesondere von Synchronringen, Kupplungskörpern
oder Kupplungsscheiben, wobei in einem Verfahrensschritt das zu bearbeitende Bandmaterial
(1) zwischen die Niederhalter (5a, 5b) eines Feinschneidwerkzeuges geklemmt wird,
und in einem weiteren Verfahrensschritt wenigstens die Zähne (10) geprägt werden,
dadurch gekennzeichnet, dass in einem ersten Prozessschritt ein Fließvorprägen im Bandmaterial (1) mindestens
im Bereich der später auszuschneidenden Zähne (10) ausgeführt wird, und dass daran
anschließend der Verfahrensschritt des Feinschneidens in Verbindung mit einem Fließpressen
in dem Bandmaterial (1) stattfindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Feinschneidprozess ein kombiniertes Feinscheiden und Fließpressen in einer einzigen
Werkzeugstufe stattfindet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Zähne mit einem Feinschneidvorgang geformt und gleichzeitig einem Fließpressen
unterworfen werden und dabei in ein freies durch ein Vorprägen geschaffenes Volumen
hinein verdrängt werden (Kaltverformung).
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Fließpressen in der kombinierten Schneid- und Fließpressstufe durch Schaffung
eines Leervolumens (4) innerhalb der Fließvorform (3) stattfindet, die durch den Fließpressvorgang
in der Feinschneidstufe gefüllt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass während eines Arbeitsganges in der Feinschneidstufe ein erstes Bauteil (2) aus Rohmaterial
durch Fließvorprägen vorgeformt wird und gleichzeitig in der Feinschneidstufe bei
einem zweiten Bauteil das Feinschneiden und Fließpressen ausgeführt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass nach Beendigung eines Arbeitsganges das erste Bauteil (2) mittels eines Handhabungsgerätes
von der Fließvorformstufe zur Feinschneidstufe selbsttätig durch Vorschub des Bandmaterials
(1) transportiert wird und dass das zweite Bauteil gleichzeitig aus der Vorrichtung
entfernt und die Fließvorformstufe mit einem neuen Rohmaterial bestückt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst in dem Bandmaterial (1) eine Fließvorprägung stattfindet, und Fließvorformen
(3) entsprechend der Anzahl der Zähne (10) des nachfolgend ausgestalteten Synchronringes
(Bauteil 2) eingeprägt werden, ohne das Bandmaterial durchzustanzen oder zu verletzen.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Fließvorformen (3) aus napfförmigen Vertiefungen bestehen, die in dem Bandmaterial
eingeprägt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der geprägte Napf in seiner Formgebung etwa dem späteren Zahn des Synchronringes
entspricht.
10. Verfahren nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Fußkreises der Ausprägungen (Fließvorformen 3) von dem Durchmesser
des Fußkreises der späteren Zähne (10) abweicht, insbesondere kleiner ist.
11. Verfahren nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Kopfkreises der Ausprägungen ebenfalls kleiner ist als der spätere
Kopfdurchmesser (9) der Zähne (10) des Synchronringes (2).
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Bandmaterial (1) ein Stempel (6) von oben in Pfeilrichtung (14) nach unten
und gleichzeitig von unten ein Ausheber (7) in Pfeilrichtung (15) nach oben fährt,
wobei sich die beiden Werkzeuge (6, 7) im Bereich eines Hohlraumes (4) treffen, der
im Niederhalter (5b) des Unterwerkzeuges angeordnet ist.
13. Vorrichtung zur Herstellung von Stanzteilen, insbesondere von Synchronringen, Kupplungskörper
oder Kupplungsscheibe (2), wobei das zu bearbeitende Bandmaterial (1) zwischen die
Niederhalter (5a, 5b) eines Feinschneidwerkzeuges geklemmt ist und wenigstens die
Zähne (10) verprägt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Fließvorprägung im gleichen Werkzeug wie die Vorrichtung zum Feinschneiden und
gleichzeitigen Fließpressen angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Fließvorformen (3) aus napfförmigen Vertiefungen bestehen, die in dem Bandmaterial
(1) eingeprägt sind, ohne das Bandmaterial (1) an dieser Stelle durchzureißen oder
zu öffnen.
15. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-14,
dadurch gekennzeichnet, dass der geprägte Napf in seiner Formgebung etwa dem späteren Zahn (10) des Synchronringes
(2) entspricht.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche der Ansprüche 1-15, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden gewölbt ist, um einen stetigen Übergang in den Seitenwänden der napfförmigen
Fließvorprägung zu erreichen.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche der Ansprüche 1-16, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Fußkreises der Ausprägungen von dem Durchmesser des Fußkreises
der späteren Zähne (10) abweicht, insbesondere kleiner ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche der Ansprüche 1-17, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser des Kopfkreises der Ausprägungen ebenfalls kleiner ist als der spätere
Kopfdurchmesser (9) der Zähne des Synchronringes (2).
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche der Ansprüche 1-18, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum (4) mit seinen Seitenflächen (12) konisch zulaufend ausgebildet ist,
sodass der napfförmige Fließvorformling (3) mit seinem Fließwerkstoff (18) in diesen
konischen Hohlraum (4) hineingepresst wird.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche der Ansprüche 1-19, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (13) des Hohlraumes (4) bombiert ausgebildet ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche der Ansprüche 1-20, dadurch gekennzeichnet, dass die gegenüberliegenden Seitenflächen (12) nicht den gleichen Konuswinkel aufweisen.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche der Ansprüche 1-21, dadurch gekennzeichnet, dass durch den Stempel (6), der eine konische Aufnahme aufweist, eine sogenannte Dachform
(8) auf dem Bandmaterial (1) angeprägt wird.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche der Ansprüche 1-22, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahn (10) mit der angeprägten Dachform (8) durch die beiden konischen Zahnflanken
(17) eingefasst ist.