[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von porösen Polyamidpartikeln als
farbübertragungsinhibierende Wirkstoffe beim Waschen und/oder Reinigen von Textilien.
[0002] Wasch- und Reinigungsmittel enthalten neben den für den Wasch- beziehungsweise Reinigungsprozess
unverzichtbaren Inhaltsstoffen wie Tensiden und Buildermaterialien in der Regel weitere
Bestandteile, die man unter dem Begriff Waschhilfsstoffe zusammenfassen kann und die
so unterschiedliche Wirkstoffgruppen wie Schaumregulatoren, Vergrauungsinhibitoren,
Bleichmittel, Bleichaktivatoren und Enzyme umfassen. Zu derartigen Hilfsstoffen gehören
auch Substanzen, welche verhindern sollen, dass gefärbte textile Flächengebilde nach
der Wäsche einen veränderten Farbeindruck hervorrufen. Diese Farbeindrucksveränderung
gewaschener, das heißt sauberer, Textilien kann zum einen darauf beruhen, dass Farbstoffanteile
durch den Wasch- beziehungsweise Reinigungsprozess vom Textil entfernt werden ("Verblassen"),
zum anderen können sich von andersfarbigen Textilien abgelöste Farbstoffe auf dem
Textil niederschlagen ("Verfärben"). Der Verfärbungsaspekt kann auch bei ungefärbten
Wäschesstücken eine Rolle spielen, wenn diese zusammen mit farbigen Wäschestücken
gewaschen werden. Um diese unerwünschten Nebeneffekte des Entfernens von Schmutz von
Textilien durch Behandeln mit üblicherweise tensidhaltigen wäßrigen Systemen zu vermeiden,
enthalten Waschmittel, insbesondere wenn sie als sogenannte Color- oder Buntwaschmittel
zum Waschen farbiger Textilien vorgesehen sind, Wirkstoffe, die das Ablösen von Farbstoffen
vom Textil verhindern oder zumindest das Ablagern von abgelösten, in der Waschflotte
befindlichen Farbstoffen auf Textilien vermeiden sollen. Viele der üblicherweise zum
Einsatz kommenden - in der Regel wasserlöslichen - Polymere haben allerdings eine
derart hohe Affinität zu Farbstoffen, dass sie diese verstärkt von der gefärbten Faser
ziehen, so dass es bei ihrem Einsatz zu Farbverlusten kommt. Außerdem zeigen manche
konventionellen Farbübertragungsinhibitoren nur bei einigen Farbstoffklassen eine
Leistung und können die Übertragung anderer Farbstoffklassen nicht verhindern.
[0003] Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass poröse Polyamidpartikel zu unerwartetet
hohen Farbübertragungsinhibierungen führen, wenn man sie in Waschmitteln einsetzt.
Besonders ausgeprägt ist die Verhinderung des Anfärbens von weißen oder auch andersfarbigen
Textilien durch aus Textilien herausgewaschene Farbstoffe. Denkbar ist, dass die Polymerpartikel
von den gefärbten Geweben abgelöste Farbstoffmoleküle durch ihre große Oberfläche,
die in besonders bevorzugten Fällen dentritisch ausgebildet sein kann oder eine fraktale
Geometrie aufweist, aufnehmen, sie nicht wieder abgeben und die Ablagerung der Farbstoffe
auf weiße beziehungsweise andersfarbige Textilien verhindern.
[0004] Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung von porösen Polyamidpartikeln, welche
- einen zahlenmittleren Partikeldurchmesser von 1 bis 30 µm,
- eine spezifische Oberfläche nach BET (gemäß DIN 66131) von 5 m2/g oder mehr,
- eine Ölabsorptionskapazität (boiled linseed oil) von 160 ml/100 g oder mehr,
- eine Kristallinität (DSC-Messung) von 40% oder größer, und
- einen Quotienten von volumenmittlerem Partikeldurchmesser zu zahlenmittlerem Partikeldurchmesser
von 1,0 bis 1,5 aufweisen,
zur Vermeidung der Übertragung von Textilfarbstoffen von gefärbten Textilien auf ungefärbte
oder andersfarbige Textilien bei deren gemeinsamer Wäsche in insbesondere tensidhaltigen
wäßrigen Lösungen.
[0005] Die Herstellung solcher poröser Polyamidpartikel kann allgemein durch Vermischen
einer Lösung von Polyamid in einem geeigneten Lösungsmittel mit einer flüssigen Phase
erfolgen, in der Polyamide unlöslich sind. Üblicherweise ist die flüssige Phase wasserbasiert,
wobei durch geeignete weitere Lösungsmittel erreicht werden kann, dass beim Vermischen
der Flüssigkeiten zunächst eine klare Lösung entsteht, aus der die Polyamidpartikel
ausfallen. Bei der Herstellung haben sich insbesondere Mischungsverhältnisse von Polyamidlösung
zu flüssiger Phase von 1 zu 999 bis 300 zu 700, vorzugsweise von 2 zu 998 bis 250
zu 750, bewährt.
[0006] Polyamidlösungen können beispielsweise mit den Lösungsmitteln o-Cresol, m-Cresol,
p-Cresol, Chlorphenol, Phenol oder Mischungen aus diesen bereitgestellt werden. Auch
Ameisensäure hat sich bewährt.
[0007] Die flüssige Phase, in der Polyamide unlöslich sind, ist vorzugsweise mischbar mit
den vorstehend genannten Lösungsmitteln und darüber hinaus wassermischbar. Bevorzugte
flüssige Phasen sind aliphatische Alkohole, aliphatische Ketone und Mischungen aus
diesen. Besonders bewährt haben sich Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, Aceton,
Methylethylketon, Methylisopropylketon, Methylisobutylketon und Mischungen aus diesen.
[0008] Vorzugsweise können Mischungen aus 10 bis 98 Gew.-% aliphatischer Alkohole und/oder
Ketone mit 2 bis 90 Gew.-% Wasser als flüssige Phase eingesetzt werden, aus der die
Polyamidpartikel ausfallen. Zur Keimbildung kann die flüssige Phase hochmolekulare
Polyalkylenglykole, z.B. PEG oder PPG, in Mengen von beispielsweise 0,5 bis 10 Gew.-%
(bezogen auf die flüssige Phase) enthalten.
[0009] Die Reihenfolge der Mischung ist für das Herstellungsverfahren nicht kritisch. In
bevorzugten Verfahren
- werden aliphatische Alkohole und/oder Ketone und Wasser gleichzeitig aber getrennt
voneinander zu einer Polyamidlösung gegeben oder
- wird eine zuvor bereitete Mischung aus aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen und
Wasser zu einer Polyamidlösung gegeben oder
- werden aliphatische Alkohole und/oder Ketone zu einer Polyamidlösung gegeben, wonach
Wasser hinzugefügt wird oder
- wird Wasser zu einer Polyamidlösung gegeben, wonach aliphatische Alkohole und/oder
Ketone zugegeben werden oder
- wird eine Polyamidlösung zu einer zuvor bereiteten Mischung aus aliphatischen Alkoholen
und/oder Ketonen und Wasser gegeben oder
- wird eine Polyamidlösung zu aliphatischen Alkoholen und/oder Ketonen und Wasser gegeben
und anschließen Wasser hinzugefügt.
[0010] Die Ausbildung der porösen Polyamidpartikel durch Niederschlagsbildung erfolgt in
der Regel in Zeiträumen von 1 Sekunde bis zu 2 Stunden und kann durch Rühren unterstützt
werden. Vorzugsweise erfolgt die Vermischung der Flüssigkeiten und Ausbildung der
Partikel bei Temperaturen von 5 bis 70°C, besonders bevorzugt bei 15 bis 60°C.
[0011] Nach dem vorstehend genannten Zeitraum können die Polyamidpartikel auf einfache Weise
durch Dekantieren, Filtration oder Zentrifugieren vom Lösungsmittelgemisch getrennt
werden. Es folgt vorzugsweise ein Waschen mit Methanol und/oder Aceton und eine Trocknung
im Vakuum.
[0012] Ganz besonders bevorzugte Verfahren zur Herstellung nutzen eine Lösung von Polyamid
11 und/oder Polyamid 12 in Phenol, die bezogen auf ihr Gewicht 0,1 bis 50 Gew.-% Polymaid(e)
enthält. Als flüssige Phase wird in solchen bevorzugten Verfahren eine Mischung aus
Ethanol (vorzugsweise 50 bis 90 Gew.-%, bezogen auf die flüssige Phase), Ethylenglycol
(vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die flüssige Phase) und Glycerin (vorzugsweise
1 bis 12 Gew.-%, bezogen auf die flüssige Phase) eingesetzt. Die Polyamidlösung in
Phenol (vorzugsweise 30 bis 70 Gew.-%, bezogen auf die Mischung), die flüssige Phase
(vorzugsweise 40 bis 65 Gew.-%, bezogen auf die Mischung) und Polyethylenglycol und/oder
Polypropylenglycol mit Molmassen > 1000 Dalton (vorzugsweise 0,5 bis 10 Gew.-%, bezogen
auf die Mischung) werden miteinander zu einer Mischung verrührt, die 0,05 bis 20 Gew.-%
Polyamid(e) enthält. Diese Mischung, die idealerweise eine Viskosität unter 200 Pas
aufweist, wird bei 20 bis 80°C, vorzugsweise bei 25 bis 65°C 30 bis 60 Minuten gerührt.
[0013] Die durch die vorstehend beschriebenen Verfahren erzeugten sphärischen porösen Polyamidpartikel,
welche in bevorzugten Ausgestaltungen der Erfindung eungesetzt werden, besitzen üblicherweise
zahlenmittlere Partikeldurchmesser von 0,1 µm bis 100 µm, vorzugsweise von 0,3 µm
bis 50 µm, insbesondere von 0,5 µm bis 25 µm. Das Verhältnis von volumenmittlerem
Partikeldurchmesser (Dv) zu zahlenmittlerem Partikeldurchmesser (Dn), das auch Partikelgrößenverteilungsindex
(PDI=Dv/Dn) genannt wird, liegt vorzugsweise im Bereich von 1,0 bis 1,3.
[0014] Die porösen Polyamidpartikel besitzen eine spezifische Oberfläche nach BET (gemäß
DIN 66131) von 5 m
2/g oder mehr. Erfindungsgemäß besonders bevorzugte Partikel weisen eine spezifische
Oberfläche nach BET (gemäß DIN 66131) von 5 m
2/g bis 80 m
2/g, vorzugsweise von 6 m
2/g bis 60 m
2/g und insbesondere von 7,5 m
2/g bis 50 m
2/g auf. Ganz besonders bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind dadurch gekennzeichnet,
dass die porösen Polyamidpartikel eine spezifische Oberfläche nach BET (gemäß DIN
66131) von 6 m
2/g oder mehr, vorzugsweise von 7 m
2/g oder mehr und insbesondere von 8 m
2/g oder mehr aufweisen.
[0015] Bevorzugte poröse Polyamidpartikel besitzen einen Porositätsindex RI (RI=S/S0, worin
S0 die spezifische Oberfläche, basierend auf dem zahlenmittleren Partikeldurchmesser
ist und durch die Formel S0=6/ (p×Dn) beschrieben wird, in der ρ die Dichte der Partikel
und Dn der zahlenmittlere Partikeldurchmesser ist, und worin S die spezifische Oberfläche
nach BET ist) im Bereich von 3 bis 100, insbesondere im Bereich von 5 bis 70.
[0016] Die porösen Polyamidpartikel besitzen einen durchschnittlichen Porendurchmesser von
0,01 µm bis 0,20 µm, insbesondere von 0,02 µm bis 0,1 µm, und eine Kristallinität
(DSC-Messung) von 40% oder größer.
[0017] Die Standardenthalpie (oder spezifische Schmelzwärme) der porösen Polyamidpartikel
wird mittels DSC gemessen. Hierbei wird die Probe unter Stickstoffatmosphäre von Raumtemperatur
(20°C) ausgehend mit einer Temperatursteigerungsrate von 5 °C/min erhitzt. Die Standardenthalpie
wird aus der Fläche des Wärmeabsorptionspeaks zwischen 120 °C und 230 °C berechnet.
Die Kristallinität der porösen Polyamidpartikel ist der Quotient aus der gemessenen
spezifischen Schmelzwärme und der Standardenthalpie kristallinen Polyamids, wobei
letztere für Polyamid 12 etwa 209 J/g beträgt.
[0018] Bezüglich der Ölabsorptionskapazität der in den erfindungsgemäßen Mittel eingesetzten
Partikel sind erfindungsgemäße Mittel bevorzugt, bei denen die porösen Polyamid-partikel
eine Ölabsorptionskapazität (boiled linseed oil) von 160 ml/100 g oder mehr, vorzugsweise
von 170 ml/100 g oder mehr aufweisen.
[0019] Die Herstellung poröser Polyamidpartikel ist auch beispielsweise in der japanischen
Offentegungsschrift 2002-80629 offenbart. Vorzugsweise sind die porösen Polyamidpartikel
sphärisch.
[0020] Die porösen Polyamidpartikel können im Rahmen eines manuellen oder maschinellen Wasch-
beziehungsweise Reinigungsverfahrens der Waschlösung separat zugesetzt werden, werden
vorzugsweise als Bestandteil eines Vorbehandlungsmittels in einem dem eigentlichen
Waschvorgang vorgelagerten Schritt mit dem Textil in Kontakt gebracht oder werden
weiterhin vorzugsweise als Bestandteil eines Wasch- beziehungsweise Reinigungsmittels
in die Waschlösung eingebracht. Die porösen Polyamidpartikel entfalten ihre positive
Wirkung auch, wenn man sie im Nachspülgang, in welchem üblicherweise textilweichmachende
Wirkstoffe eingesetzt werden, zum Einsatz bringt. Auch ihr Einsatz in einem Wäschevorbehandlungsschritt
ist möglich, wobei dann das partikuläre Polymer vorzugsweise auf dem anschließend
zu waschenden Textil verbleibt beziehungsweise gemeinsam mit diesem in die Waschlauge
gelangt.
[0021] Ein farbschützendes Wasch-, Wäschevorbehandlungs-, Wäschenachbehandlungs- oder Reinigungsmittel,
enthält einen Farbübertragungsinhibitor in Form von oben definierten porösen Polyamidpartikeln
neben üblichen mit diesem Bestandteil verträglichen Inhaltsstoffen.
[0022] Ein Mittel enthält vorzugsweise 0,05 Gew.-% bis 20 Gew.-%, insbesondere 0,1 Gew.-%
bis 5 Gew.-%, an derartigen porösen Polyamidpartikeln.
[0023] Die angesprochenen Wirkstoffe leisten bei beiden zuvor angesprochenen Aspekten der
Farbkonstanz einen Beitrag, das heißt sie vermindern sowohl das Verfärben wie auch
die Verblassung, wenn auch der Effekt der Verhinderung des Anfärbens, insbesondere
beim Waschen weißer Textilien, am ausgeprägtesten ist. Ein weiterer Gegenstand der
Erfindung ist daher die Verwendung von porösen Polyamidpartikeln wie oben definiert
zur Vermeidung der Veränderung des Farbeindrucks von Textilien bei deren Wäsche in
insbesondere tensidhaltigen wäßrigen Lösungen. Unter der Veränderung des Farbeindrucks
ist dabei keineswegs der Unterschied zwischen verschmutztem und sauberem Textil zu
verstehen, sondern der Farbunterschied zwischen jeweils sauberem Textil vor und nach
dem Waschvorgang.
[0024] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Waschen von gefärbten
Textilien in tensidhaltigen wäßrigen Lösungen, welches dadurch gekennzeichnet ist,
dass man eine tensidhaltige wäßrige Lösung einsetzt, die oben definierte porösen Polyamidpartikel
enthält. In einem solchen Verfahren ist es möglich, zusammen mit dem gefärbten Textil
auch weiße beziehungsweise ungefärbte Textilien zu waschen, ohne dass das weiße beziehungsweise
ungefärbte Textil angefärbt wird.
[0025] Ein Mittel kann neben dem genannten farbübertragungsinhibierenden Wirkstoff gewünschtenfalls
noch zusätzlich einen bekannten Farbübertragungsinhibitor, diesen dann vorzugsweise
in Mengen von 0,01 Gew.-% bis 5 Gew.-%, insbesondere 0,1 Gew.-% bis 1 Gew.-%, enthalten,
der in einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ein Polymer aus Vinylpyrrolidon,
Vinylimidazol, Vinylpyridin-N-Oxid oder ein Copolymer aus diesen ist. Brauchbar sind
sowohl Polyvinylpyrrolidone mit Molgewichten von 15 000 bis 50 000 wie auch Polyvinylpyrrolidone
mit Molgewichten über 1 000 000, insbesondere von 1 500 000 bis 4 000 000, N-Vinylimidazol/N-Vinylpyrrolidon-Copolymere,
Polyvinyloxazolidone, Polyamin-N-Oxid-Polymere, Polyvinylalkohole und Copolymere auf
Basis von Acrylamidoalkenylsulfonsäuren. Eingesetzt werden können aber auch enzymatische
Systeme, umfassend eine Peroxidase und Wasserstoffperoxid beziehungsweise eine in
Wasser Wasserstoffperoxid-liefernde Substanz. Der Zusatz einer Mediatorverbindung
für die Peroxidase, zum Beispiel eines Acetosyringons, eines Phenolderivats oder eines
Phenotiazins oder Phenoxazins, ist in diesem Fall bevorzugt, wobei noch zusätzlich
obengenannte konventionelle polymere Farbübertragungsinhibitorwirkstoffe eingesetzt
werden können. Polyvinylpyrrolidon weist zum Einsatz in erfindungsgemäßen Mitteln
vorzugsweise eine durchschnittliche Molmasse im Bereich von 10 000 bis 60 000, insbesondere
im Bereich von 25 000 bis 50 000 auf. Unter den Copolymeren sind solche aus Vinylpyrrolidon
und Vinylimidazol im Molverhältnis 5:1 bis 1:1 mit einer durchschnittlichen Molmasse
im Bereich von 5 000 bis 50 000, insbesondere 10 000 bis 20 000 bevorzugt.
[0026] Die Waschmittel, die fest oder flüssig sein können und insbesondere als pulverförmige
Feststoffe, in nachverdichteter Teilchenform, als homogene Lösungen oder Suspensionen
vorliegen können, können außer den erfindungsgemäß eingesetzten porösen Polyamidpartikeln
im Prinzip alle bekannten und in derartigen Mitteln üblichen Inhaltsstoffe enthalten.
Die Mittel können insbesondere Buildersubstanzen, oberflächenaktive Tenside, Bleichmittel
auf Basis organischer und/oder anorganischer Persauerstoffverbindungen, Bleichaktivatoren,
wassermischbare organische Lösungsmittel, Enzyme, Sequestrierungsmittel, Elektrolyte,
pH-Regulatoren und weitere Hilfsstoffe, wie optische Aufheller, Vergrauungsinhibitoren,
Schaumregulatoren sowie Farb- und Duftstoffe enthalten. Dabei ist auch möglich, die
porösen Polyamidpartikel auf ein wasserunlösliches Tuch aufzubringen oder sie, gegebenenfalls
mit weiteren der üblichen Inhaltstoffe, in einen insbesondere allseits verschlossenen
Beutel aus wasserunlöslichem aber wasserdurchlässigem Material einzubringen und sie
so als Additiv, gewünschtenfalls mehrfach, insbesondere 2mal, 3mal oder 4 mal, im
Waschvorgang einzusetzen. Alternativ zur letztgenannten Ausführungsform können die
porösen Polyamidpartikel beziehungsweise die diese enthaltenden Mittel portionsweise
verpackt in ein wasserlösliches Material, z.B. eine Polyvinylalkohol-Folie, in den
Waschprozeß eingebracht werden.
[0027] Die Mittel können ein Tensid oder mehrere Tenside enthalten, wobei insbesondere anionische
Tenside, nichtionische Tenside und deren Gemische, aber auch kationische, zwitterionische
und amphotere Tenside in Frage kommen.
[0028] Geeignete nichtionische Tenside sind insbesondere Alkylglykoside und Ethoxylierungs-
und/oder Propoxylierungsprodukte von Alkylglykosiden oder linearen oder verzweigten
Alkoholen mit jeweils 12 bis 18 C-Atomen im Alkylteil und 3 bis 20, vorzugsweise 4
bis 10 Alkylethergruppen. Weiterhin sind entsprechende Ethoxylierungs- und/oder Propoxylierungsprodukte
von N-Alkyl-aminen, vicinalen Diolen, Fettsäureestern und Fettsäureamiden, die hinsichtlich
des Alkylteils den genannten langkettigen Alkoholderivaten entsprechen, sowie von
Alkylphenolen mit 5 bis 12 C-Atomen im Alkylrest brauchbar.
[0029] Als nichtionische Tenside werden vorzugsweise alkoxylierte, vorteilhafterweise ethoxylierte,
insbesondere primäre Alkohole mit vorzugsweise 8 bis 18 C-Atomen und durchschnittlich
1 bis 12 Mol Ethylenoxid (EO) pro Mol Alkohol eingesetzt, in denen der Alkoholrest
linear oder bevorzugt in 2-Stellung methylverzweigt sein kann beziehungsweise lineare
und methylverzweigte Reste im Gemisch enthalten kann, so wie sie üblicherweise in
Oxoalkoholresten vorliegen. Insbesondere sind jedoch Alkoholethoxylate mit linearen
Resten aus Alkoholen nativen Ursprungs mit 12 bis 18 C-Atomen, z.B. aus Kokos-, Palm-,
Talgfett- oder Oleylalkohol, und durchschnittlich 2 bis 8 EO pro Mol Alkohol bevorzugt.
Zu den bevorzugten ethoxylierten Alkoholen gehören beispielsweise C
12-C
14-Alkohole mit 3 EO oder 4 EO, C
9-C
11-Alkohole mit 7 EO, C
13-C
15-Alkohole mit 3 EO, 5 EO, 7 EO oder 8 EO, C
12-C
18-Alkohole mit 3 EO, 5 EO oder 7 EO und Mischungen aus diesen, wie Mischungen aus C
12-C
14-Alkohol mit 3 EO und C
12-C
18-Alkohol mit 7 EO. Die angegebenen Ethoxylierungsgrade stellen statistische Mittelwerte
dar, die für ein spezielles Produkt eine ganze oder eine gebrochene Zahl sein können.
Bevorzugte Alkoholethoxylate weisen eine eingeengte Homologenverteilung auf (narrow
range ethoxylates, NRE). Zusätzlich zu diesen nichtionischen Tensiden können auch
Fettalkohole mit mehr als 12 EO eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind (Talg-)
Fettalkohole mit 14 EO, 16 EO, 20 EO, 25 EO, 30 EO oder 40 EO. Insbesondere in Mitteln
für den Einsatz in maschinellen Verfahren werden üblicherweise extrem schaumarme Verbindungen
eingesetzt. Hierzu zählen vorzugsweise C
12-C
18-Alkylpolyethylenglykol-polypropylenglykolether mit jeweils bei zu 8 Mol Ethylenoxid-
und Propylenoxideinheiten im Molekül. Man kann aber auch andere bekannt schaumarme
nichtionische Tenside verwenden, wie zum Beispiel C
12-C
18-Alkylpolyethylenglykol-polybutylenglykolether mit jeweils bis zu 8 Mol Ethylenoxid-
und Butylenoxideinheiten im Molekül sowie endgruppenverschlossene Alkylpolyalkylenglykolmischether.
Besonders bevorzugt sind auch die hydroxylgruppenhaltigen alkoxylierten Alkohole,
wie sie in der europäischen Patentanmeldung
EP 0 300 305 beschrieben sind, sogenannte Hydroxymischether. Zu den nichtionischen Tensiden zählen
auch Alkylglykoside der allgemeinen Formel RO(G)
x eingesetzt werden, in der R einen primären geradkettigen oder methylverzweigten,
insbesondere in 2-Stellung methylverzweigten aliphatischen Rest mit 8 bis 22, vorzugsweise
12 bis 18 C-Atomen bedeutet und G für eine Glykoseeinheit mit 5 oder 6 C-Atomen, vorzugsweise
für Glucose, steht. Der Oligomerisierungsgrad x, der die Verteilung von Monoglykosiden
und Oligoglykosiden angibt, ist eine beliebige Zahl - die als analytisch zu bestimmende
Größe auch gebrochene Werte annehmen kann - zwischen 1 und 10; vorzugsweise liegt
x bei 1,2 bis 1,4. Ebenfalls geeignet sind Polyhydroxyfettsäureamide der Formel (I),
in der R
1CO für einen aliphatischen Acylrest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen, R
2 für Wasserstoff, einen Alkyl- oder Hydroxyalkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
und [Z] für einen linearen oder verzweigten Polyhydroxyalkylrest mit 3 bis 10 Kohlenstoffatomen:
und 3 bis 10 Hydroxylgruppen steht:

[0030] Vorzugsweise leiten sich die Polyhydroxyfettsäureamide von reduzierenden Zuckern
mit 5 oder 6 Kohlenstoffatomen, insbesondere von der Glucose ab. Zur Gruppe der Polyhydroxyfettsäureamide
gehören auch Verbindungen der Formel (II),

in der R
3 für einen linearen oder verzweigten Alkyl- oder Alkenylrest mit 7 bis 12 Kohlenstoffatomen,
R
4 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylenrest oder einen Arylenrest
mit 2 bis 8 Kohlenstoffatomen und R
5 für einen linearen, verzweigten oder cyclischen Alkylrest oder einen Arylrest oder
einen Oxy-Alkylrest mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen steht, wobei C
1-C
4-Alkyl- oder Phenylreste bevorzugt sind, und [Z] für einen linearen Polyhydroxyalkylrest,
dessen Alkylkette mit mindestens zwei Hydroxylgruppen substituiert ist, oder alkoxylierte,
vorzugsweise ethoxylierte oder propoxylierte Derivate dieses Restes steht. [Z] wird
auch hier vorzugsweise durch reduktive Aminierung eines Zuckers wie Glucose, Fructose,
Maltose, Lactose, Galactose, Mannose oder Xylose erhalten. Die N-Alkoxy- oder N-Aryloxy-substituierten
Verbindungen können dann beispielsweise durch Umsetzung mit Fettsäuremethylestern
in Gegenwart eines Alkoxids als Katalysator in die gewünschten Polyhydroxyfettsäureamide
überführt werden. Eine weitere Klasse bevorzugt eingesetzter nichtionischer Tenside,
die entweder als alleiniges nichtionisches Tensid oder in Kombination mit anderen
nichtionischen Tensiden, insbesondere zusammen mit alkoxylierten Fettalkoholen und/oder
Alkylglykosiden, eingesetzt werden, sind alkoxylierte, vorzugsweise ethoxylierte oder
ethoxylierte und propoxylierte Fettsäurealkylester, vorzugsweise mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette, insbesondere Fettsäuremethylester. Auch nichtionische Tenside vom
Typ der Aminoxide, beispielsweise N-Kokosalkyl-N,N-dimethylaminoxid und N-Talgalkyl-N,N-dihydroxyethylaminoxid,
und der Fettsäurealkanolamide können geeignet sein. Die Menge dieser nichtionischen
Tenside beträgt vorzugsweise nicht mehr als die der ethoxylierten Fettalkohole, insbesondere
nicht mehr als die Hälfte davon. Als weitere Tenside kommen sogenannte Gemini-Tenside
in Betracht. Hierunter werden im Allgemeinen solche Verbindungen verstanden, die zwei
hydrophile Gruppen pro Molekül besitzen. Diese Gruppen sind in der Regel durch einen
sogenannten "Spacer" voneinander getrennt. Dieser Spacer ist in der Regel eine Kohlenstoffkette,
die lang genug sein sollte, dass die hydrophilen Gruppen einen ausreichenden Abstand
haben, damit sie unabhängig voneinander agieren können. Derartige Tenside zeichnen
sich im Allgemeinen durch eine ungewöhnlich geringe kritische Micellkonzentration
und die Fähigkeit, die Oberflächenspannung des Wassers stark zu reduzieren, aus. In
Ausnahmefällen werden unter dem Ausdruck Gemini-Tenside nicht nur derartig "dimere",
sondern auch entsprechend "trimere" Tenside verstanden. Geeignete Gemini-Tenside sind
beispielsweise sulfatierte Hydroxymischether oder Dimeralkohol-bis- und Trimeralkohol-tris-sulfate
und -ethersulfate. Endgruppenverschlossene dimere und trimere Mischether zeichnen
sich insbesondere durch ihre Bi- und Multifunktionalität aus. So besitzen die genannten
endgruppenverschlossenen Tenside gute Netzeigenschaften und sind dabei schaumarm,
so dass sie sich insbesondere für den Einsatz in maschinellen Wasch- oder Reinigungsverfahren
eignen. Eingesetzt werden können aber auch Gemini-Polyhydroxyfettsäureamide oder Poly-Polyhydroxyfettsäureamide.
Geeignet sind auch die Schwefelsäuremonoester der mit 1 bis 6 Mol Ethylenoxid ethoxylierten
geradkettigen oder verzweigten C
7-C
21-Alkohole, wie 2-Methylverzweigte C
9-C
11-Alkohole mit im Durchschnitt 3,5 Mol Ethylenoxid (EO) oder C
12-C
18-Fettalkohole mit 1 bis 4 EO. Zu den bevorzugten Aniontensiden gehören auch die Salze
der Alkylsulfobernsteinsäure, die auch als Sulfosuccinate oder als Sulfobernsteinsäureester
bezeichnet werden, und die Monoester und/oder Diester der Sulfobernsteinsäure mit
Alkoholen, vorzugsweise Fettalkoholen und insbesondere ethoxylierten Fettalkoholen
darstellen. Bevorzugte Sulfosuccinate enthalten C
8- bis C
18-Fettalkoholreste oder Mischungen aus diesen. Insbesondere bevorzugte Sulfosuccinate
enthalten einen Fettalkoholrest, der sich von ethoxylierten Fettalkoholen ableitet,
die für sich betrachtet nichtionische Tenside darstellen. Dabei sind wiederum Sulfosuccinate,
deren Fettalkohol-Reste sich von ethoxylierten Fettalkoholen mit eingeengter Homologenverteilung
ableiten, besonders bevorzugt. Ebenso ist es auch möglich, Alk(en)ylbernsteinsäure
mit vorzugsweise 8 bis 18 Kohlenstoffatomen in der Alk(en)ylkette oder deren Salze
einzusetzen. Als weitere anionische Tenside kommen Fettsäure-Derivate von Aminosäuren,
beispielsweise von N-Methyltaurin (Tauride) und/oder von N-Methylglycin (Sarkoside)
in Betracht. Insbesondere bevorzugt sind dabei die Sarkoside beziehungsweise die Sarkosinate
und hier vor allem Sarkosinate von höheren und gegebenenfalls einfach oder mehrfach
ungesättigten Fettsäuren wie Oleylsarkosinat. Als weitere anionische Tenside kommen
insbesondere Seifen in Betracht. Geeignet sind insbesondere gesättigte Fettsäureseifen,
wie die Salze der Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure, hydrierten
Erucasäure und Behensäure sowie insbesondere aus natürlichen Fettsäuren, zum Beispiel
Kokos-, Palmkern- oder Talgfettsäuren, abgeleitete Seifengemische. Zusammen mit diesen
Seifen oder als Ersatzmittel für Seifen können auch die bekannten Alkenylbernsteinsäuresalze
eingesetzt werden.
[0031] Die anionischen Tenside, einschließlich der Seifen, können in Form ihrer Natrium-,
Kalium- oder Ammoniumsalze sowie als lösliche Salze organischer Basen, wie Mono-,
Di- oder Triethanolamin, vorliegen. Vorzugsweise liegen die anionischen Tenside in
Form ihrer Natrium- oder Kaliumsalze, insbesondere in Form der Natriumsalze vor.
[0032] Tenside sind in den Waschmitteln in Mengenanteilen von vorzugsweise 5 Gew.-% bis
50 Gew.-%, insbesondere von 8 Gew.-% bis 30 Gew.-%, enthalten.
[0033] Ein Mittel enthält vorzugsweise mindestens einen wasserlöslichen und/oder wasserunlöslichen,
organischen und/oder anorganischen Builder. Zu den wasserlöslichen organischen Buildersubstanzen
gehören Polycarbonsäuren, insbesondere Citronensäure und Zuckersäuren, monomere und
polymere Aminopolycarbonsäuren, insbesondere Methylglycindiessigsäure, Nitrilotriessigsäure
und Ethylendiamintetraessigsäure sowie Polyasparaginsäure, Polyphosphonsäuren, insbesondere
Aminotris(methylenphosphonsäure), Ethylendiamintetrakis(methy)enphosphonsäure) und
1-Hydroxyethan-1,1-diphosphonsäure, polymere Hydroxyverbindungen wie Dextrin sowie
polymere (Poly-)carbonsäuren, insbesondere die durch Oxidation von Polysacchariden
beziehungsweise Dextrinen zugänglichen Polycarboxylate, polymere Acrylsäuren, Methacrylsäuren,
Maleinsäuren und Mischpolymere aus diesen, die auch geringe Anteile polymerisierbarer
Substanzen ohne Carbonsäurefunktionalität einpolymerisiert enthalten können. Die relative
Molekülmasse der Homopolymeren ungesättiger Carbonsäuren liegt im allgemeinen zwischen
3 000 und 200 000, die der Copolymeren zwischen 2 000 und 200 000, vorzugsweise 30
000 bis 120 000, jeweils bezogen auf freie Säure. Ein besonders bevorzugtes Acrylsäure-Maleinsäure-Copolymer
weist eine relative Molekülmasse von 30 000 bis 100 000 auf. Handelsübliche Produkte
sind zum Beispiel Sokalan® CP 5, CP 10 und PA 30 der Firma BASF. Geeignete, wenn auch
weniger bevorzugte Verbindungen dieser Klasse sind Copolymere der Acrylsäure oder
Methacrylsäure mit Vinylethern, wie Vinylmethylethern, Vinylester, Ethylen, Propylen
und Styrol, in denen der Anteil der Säure mindestens 50 Gew.-% beträgt. Als wasserlösliche
organische Buildersubstanzen können auch Terpolymere eingesetzt werden, die als Monomere
zwei ungesättigte Säuren und/oder deren Salze sowie als drittes Monomer Vinylalkohol
und/oder einem veresterten Vinylalkohol oder ein Kohlenhydrat enthalten. Das erste
saure Monomer beziehungsweise dessen Salz leitet sich von einer monoethylenisch ungesättigten
C
3-C
8-Carbonsäure und vorzugsweise von einer C
3-C
4-Monocarbonsäure, insbesondere von (Meth)-acrylsäure ab. Das zweite saure Monomer
beziehungsweise dessen Salz kann ein Derivat einer C
4-C
8-Dicarbonsäure, wobei Maleinsäure besonders bevorzugt ist, und/oder ein Derivat einer
Allylsulfonsäure, die in 2-Stellung mit einem Alkyl- oder Arylrest substituiert ist,
sein. Derartige Polymere weisen im Allgemeinen eine relative Molekülmasse zwischen
1 000 und 200 000 auf. Weitere bevorzugte Copolymere sind solche, die als Monomere
vorzugsweise Acrolein und Acrylsäure/Acrylsäuresalze beziehungsweise Vinylacetat aufweisen.
Die organischen Buildersubstanzen können, insbesondere zur Herstellung flüssiger Mittel,
in Form wäßriger Lösungen, vorzugsweise in Form 30- bis 50-gewichtsprozentiger wäßriger
Lösungen eingesetzt werden. Alle genannten Säuren werden in der Regel in Form ihrer
wasserlöslichen Salze, insbesondere ihre Alkalisalze, eingesetzt.
[0034] Derartige organische Buildersubstanzen können gewünschtenfalls in Mengen bis zu 40
Gew.-%, insbesondere bis zu 25 Gew.-% und vorzugsweise von 1 Gew.-% bis 8 Gew.-% enthalten
sein. Mengen nahe der genannten Obergrenze werden vorzugsweise in pastenförmigen oder
flüssigen, insbesondere wasserhaltigen Mitteln eingesetzt.
[0035] Als wasserlösliche anorganische Buildermaterialien kommen insbesondere Alkalisilikate,
Alkalicarbonate und Alkaliphosphate, die in Form ihrer alkalischen, neutralen oder
sauren Natrium- oder Kaliumsalze vorliegen können, in Betracht. Beispiele hierfür
sind Trinatriumphosphat, Tetranatriumdiphosphat, Dinatriumdihydrogendiphosphat, Pentanatriumtriphosphat,
sogenanntes Natriumhexametaphosphat, oligomeres Trinatriumphosphat mit Oligomerisierungsgraden
von 5 bis 1000, insbesondere 5 bis 50, sowie die entsprechenden Kaliumsalze beziehungsweise
Gemische aus Natrium- und Kaliumsalzen. Als wasserunlösliche, wasserdispergierbare
anorganische Buildermaterialien werden insbesondere kristalline oder amorphe Alkalialumosilikate,
in Mengen von bis zu 50 Gew.-%, vorzugsweise nicht über 40 Gew.-% und in flüssigen
Mitteln insbesondere von 1 Gew.-% bis 5 Gew.-%, eingesetzt. Unter diesen sind die
kristallinen Natriumalumosilikate in Waschmittelqualität, insbesondere Zeolith A,
P und gegebenenfalls X, allein oder in Mischungen, beispielsweise in Form eines Co-Kristallisats
aus den Zeolithen A und X (Vegobond® AX, ein Handelsprodukt der Condea Augusta S.p.A.),
bevorzugt. Mengen nahe der genannten Obergrenze werden vorzugsweise in festen, teilchenförmigen
Mitteln eingesetzt. Geeignete Alumosilikate weisen insbesondere keine Teilchen mit
einer Korngröße über 30 µm auf und bestehen vorzugsweise zu wenigstens 80 Gew.-% aus
Teilchen mit einer Größe unter 10 µm. Ihr Calciumbindevermögen, das nach den Angaben
der deutschen Patentschrift
DE 24 12 837 bestimmt werden kann, liegt in der Regel im Bereich von 100 bis 200 mg CaO pro Gramm.
[0036] Geeignete Substitute beziehungsweise Teilsubstitute für das genannte Alumosilikat
sind kristalline Alkalisilikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen Silikaten
vorliegen können. Die in den erfindungsgemäßen Mitteln als Gerüststoffe brauchbaren
Alkalisilikate weisen vorzugsweise ein molares Verhältnis von Alkalioxid zu SiO
2 unter 0,95, insbesondere von 1:1,1 bis 1:12 auf und können amorph oder kristallin
vorliegen. Bevorzugte Alkalisilikate sind die Natriumsilikate, insbesondere die amorphen
Natriumsilikate, mit einem molaren Verhältnis Na
2O:SiO
2 von 1:2 bis 1:2,8. Als kristalline Silikate, die allein oder im Gemisch mit amorphen
Silikaten vorliegen können, werden vorzugsweise kristalline Schichtsilikate der allgemeinen
Formel Na
2Si
xO
2x+1 · y H
2O eingesetzt, in der x, das sogenannte Modul, eine Zahl von 1,9 bis 22, insbesondere
1,9 bis 4 und y eine Zahl von 0 bis 33 ist und bevorzugte Werte für x 2, 3 oder 4
sind. Bevorzugte kristalline Schichtsilikate sind solche, bei denen x in der genannten
allgemeinen Formel die Werte 2 oder 3 annimmt. Insbesondere sind sowohl ß- als auch
δ-Natriumdisilikate (Na
2Si
2O
5 · y H
2O) bevorzugt. Auch aus amorphen Alkalisilikaten hergestellte, praktisch wasserfreie
kristalline Alkalisilikate der obengenannten allgemeinen Formel, in der x eine Zahl
von 1,9 bis 2,1 bedeutet, können in erfindungsgemäßen Mitteln eingesetzt werden. In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer Mittel wird ein kristallines
Natriumschichtsilikat mit einem Modul von 2 bis 3 eingesetzt, wie es aus Sand und
Soda hergestellt werden kann. Kristalline Natriumsilikate mit einem Modul im Bereich
von 1,9 bis 3,5 werden in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform erfindungsgemäßer
Mittel eingesetzt. Kristalline schichtförmige Silikate der oben angegebenen Formel
(I) werden von der Fa. Clariant GmbH unter dem Handelsnamen Na-SKS vertrieben, z.B.
Na-SKS-1 (Na
2Si
22O
45·xH
2O, Kenyait), Na-SKS-2 (Na
2S
14O
29˙xH
2O, Magadiit), Na-SKS-3 (Na
2Si
8O
17·xH
2O) oder Na-SKS-4 (Na
2Si
4O
9˙xH
2O, Makatit). Von diesen eignen sich vor allem Na-SKS-5 (α-Na
2Si
2O
5), Na-SKS-7 (ß-Na
2Si
2O
5, Natrosilit), Na-SKS-9 (NaHSi
2O
5·3H
2O), Na-SKS-10 (NaHSi
2O
5·3H
2O, Kanemit), Na-SKS-11 (t-Na
2Si
2O
5) und Na-SKS-13 (NaHSi
2O
5), insbesondere aber Na-SKS-6 (δ-Na
2Si
2O
5). In einer bevorzugten Ausgestaltung erfindungsgemäßer Mittel setzt man ein granulares
Compound aus kristallinem Schichtsilikat und Citrat, aus kristallinem Schichtsilikat
und oben genannter (co-)polymerer Polycarbonsäure, oder aus Alkalisilikat und Alkalicarbonat
ein, wie es beispielsweise unter dem Namen Nabion® 15 im Handel erhältlich ist.
[0037] Buildersubstanzen sind in den Mitteln vorzugsweise in Mengen bis zu 75 Gew.-%, insbesondere
5 Gew.-% bis 50 Gew.-% enthalten.
[0038] Als für den Einsatz in den Mitteln geeignete Persauerstoffverbindungen kommen insbesondere
organische Persäuren beziehungsweise persaure Salze organischer Säuren, wie Phthalimidopercapronsäure,
Perbenzoesäure oder Salze der Diperdodecandisäure, Wasserstoffperoxid und unter den
Waschbedingungen Wasserstoffperoxid abgebende anorganische Salze, zu denen Perborat,
Percarbonat, Persilikat und/oder Persulfat wie Caroat gehören, in Betracht. Sofern
feste Persauerstoffverbindungen eingesetzt werden sollen, können diese in Form von
Pulvern oder Granulaten verwendet werden, die auch in im Prinzip bekannter Weise umhüllt
sein können. Falls ein erfindungsgemäßes Mittel Persauerstoffverbindungen enthält,
sind diese in Mengen von vorzugsweise bis zu 50 - Gew.-%, insbesondere von 5 Gew.-%
bis 30 Gew.-%, vorhanden. Der Zusatz geringer Mengen bekannter Bleichmittelstabilisatoren
wie beispielsweise von Phosphonaten, Boraten beziehungsweise Metaboraten und Metasilikaten
sowie Magnesiumsalzen wie Magnesiumsulfat kann zweckdienlich sein.
[0039] Als Bleichaktivatoren können Verbindungen, die unter Perhydrolysebedingungen aliphatische
Peroxocarbonsäuren mit vorzugsweise 1 bis 10 C-Atomen, insbesondere 2 bis 4 C-Atomen,
und/oder gegebenenfalls substituierte Perbenzoesäure ergeben, eingesetzt werden. Geeignet
sind Substanzen, die O- und/oder N-Acylgruppen der genannten C-Atomzahl und/oder gegebenenfalls
substituierte Benzoylgruppen tragen. Bevorzugt sind mehrfach acylierte Alkylendiamine,
insbesondere Tetraacetylethylendiamin (TAED), acylierte Triazinderivate, insbesondere
1,5-Diacetyl-2,4-dioxohexahydro-1,3,5-triazin (DADHT), acylierte Glykolurile, insbesondere
Tetraacetylglykoluril-(TAGU), N-Acylimide, insbesondere N-Nonanoylsuccinimid (NOSI),
acylierte Phenolsulfonate, insbesondere n-Nonanoyl- oder Isononanoyloxybenzolsulfonat
(n- bzw. iso-NOBS), Carbonsäureanhydride, insbesondere Phthalsäureanhydrid, acylierte
mehrwertige Alkohole, insbesondere Triacetin, Ethylenglykoldiacetat, 2,5-Diacetoxy-2,5-dihydrofuran
und Enolester sowie acetyliertes Sorbitol und Mannitol beziehungsweise deren beschriebene
Mischungen (SORMAN), acylierte Zuckerderivate, insbesondere Pentaacetylglukose (PAG),
Pentaacetylfruktose, Tetraacetylxylose und Octaacetyllactose sowie acetyliertes, gegebenenfalls
N-alkyliertes Glucamin und Gluconolacton, und/oder N-acylierte Lactame, beispielsweise
N-Benzoylcaprolactam. Die hydrophil substituierten Acylacetale und die Acyllactame
werden ebenfalls bevorzugt eingesetzt. Auch Kombinationen konventioneller Bleichaktivatoren
können eingesetzt werden. Derartige Bleichaktivatoren können, insbesondere bei Anwesenheit
obengenannter Wasserstoffperoxidliefernder Bleichmittel, im üblichen Mengenbereich,
vorzugsweise in Mengen von 0,5 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 1 Gew.-% bis 8 Gew.-%,
bezogen auf gesamtes Mittel, enthalten sein, fehlen bei Einsatz von Percarbonsäure
als alleinigem Bleichmittel jedoch vorzugsweise ganz.
[0040] Zusätzlich zu den konventionellen Bleichaktivatoren oder an deren Stelle können auch
Sulfonimine und/oder bleichverstärkende Übergangsmetallsalze beziehungsweise Übergangsmetallkomplexe
als sogenannte Bleichkatalysatoren enthalten sein.
[0041] Als in den Mitteln verwendbare Enzyme kommen solche aus der Klasse der Amylasen,
Proteasen, Lipasen, Cutinasen, Pullulanasen, Hemicellulasen, Cellulasen, Oxidasen,
Laccasen und Peroxidasen sowie deren Gemische in Frage. Besonders geeignet sind aus
Pilzen oder Bakterien, wie Bacillus subtilis, Bacillus licheniformis, Bacillus lentus,
Streptomyces griseus, Humicola lanuginosa, Humicola insolens, Pseudomonas pseudoalcaligenes,
Pseudomonas cepacia oder Coprinus cinereus gewonnene enzymatische Wirkstoffe. Die
Enzyme können an Trägerstoffen adsorbiert und/oder in Hüllsubstanzen eingebettet sein,
um sie gegen vorzeitige Inaktivierung zu schützen. Sie sind in den erfindungsgemäßen
Wasch- oder Reinigungsmitteln vorzugsweise in Mengen bis zu 5 Gew.-%, insbesondere
von 0,2 Gew.-% bis 4 Gew.-%, enthalten. Falls das erfindungsgemäße Mittel Protease
enthält, weist es vorzugsweise eine proteolytische Aktivität im Bereich von etwa 100
PE/g bis etwa 10 000 PE/g, insbesondere 300 PE/g bis 8000 PE/g auf. Falls mehrere
Enzyme in dem Mittel eingesetzt werden sollen, kann dies durch Einarbeitung der zwei
oder mehreren separaten beziehungsweise in bekannter Weise separat konfektionierten
Enzyme oder durch zwei oder mehrere gemeinsam in einem Granulat konfektionierte Enzyme
durchgeführt werden.
[0042] Zu den in den Mitteln, insbesondere wenn sie in flüssiger oder pastöser Form vorliegen,
neben Wasser verwendbaren organischen Lösungsmitteln gehören Alkohole mit 1 bis 4
C-Atomen, insbesondere Methanol, Ethanol, Isopropanol und tert.-Butanol, Diole mit
2 bis 4 C-Atomen, insbesondere Ethylenglykol und Propylenglykol, sowie deren Gemische
und die aus den genannten Verbindungsklassen ableitbaren Ether. Derartige wassermischbare
Lösungsmittel sind in den erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise in Mengen nicht über
30 Gew.-%, insbesondere von 6 Gew.-% bis 20 Gew.-%, vorhanden.
[0043] Zur Einstellung eines gewünschten, sich durch die Mischung der übrigen Komponenten
nicht von selbst ergebenden pH-Werts können die erfindungsgemäßen Mittel system- und
umweltverträgliche Säuren, insbesondere Citronensäure, Essigsäure, Weinsäure, Äpfelsäure,
Milchsäure, Glykolsäure, Bernsteinsäure, Glutarsäure und/oder Adipinsäure, aber auch
Mineralsäuren, insbesondere Schwefelsäure, oder Basen, insbesondere Ammonium- oder
Alkalihydroxide, enthalten. Derartige pH-Regulatoren sind in den erfindungsgemäßen
Mitteln in Mengen von vorzugsweise nicht über 20 Gew.-%, insbesondere von 1,2 Gew.-%
bis 17 Gew.-%, enthalten.
[0044] Vergrauungsinhibitoren haben die Aufgabe, den von der Textilfaser abgelösten Schmutz
in der Flotte suspendiert zu halten. Hierzu sind wasserlösliche Kolloide meist organischer
Natur geeignet, beispielsweise Stärke, Leim, Gelatine, Salze von Ethercarbonsäuren
oder Ethersulfonsäuren der Stärke oder der Cellulose oder Salze von sauren Schwefelsäureestern
der Cellulose oder der Stärke. Auch wasserlösliche, saure Gruppen enthaltende Polyamide
sind für diesen Zweck geeignet. Weiterhin lassen sich andere als die obengenannten
Stärkederivate verwenden, zum Beispiel Aldehydstärken. Bevorzugt werden Celluloseether,
wie Carboxymethylcellulose (Na-Salz), Methylcellulose, Hydroxyalkylcellulose und Mischether,
wie Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Methylcarboxymethylcellulose
und deren Gemische, beispielsweise in Mengen von 0,1 bis 5 Gew.-%, bezogen auf die
Mittel, eingesetzt.
[0045] Die Textilwaschmittel können als optische Aufheller beispielsweise Derivate der Diaminostilbendisulfonsäure
beziehungsweise deren Alkalimetallsalze enthalten, obgleich sie für den Einsatz als
Colorwaschmittel vorzugsweise frei von optischen Aufhellern sind. Geeignet sind zum
Beispiel Salze der 4,4'-Bis(2-anilino-4-morpholino-1,3,5-triazinyl-6-amino)stilben-2,2'-disulfonsäure
oder gleichartig aufgebaute Verbindungen, die anstelle der Morpholino-Gruppe eine
Diethanolaminogruppe, eine Methylaminogruppe, eine Anilinogruppe oder eine 2-Methoxyethylaminogruppe
tragen. Weiterhin können Aufheller vom Typ der substituierten Diphenylstyryle anwesend
sein, zum Beispiel die Alkalisalze des 4,4'-Bis(2-sulfostynyl)-diphenyls, 4,4'-Bis(4-chlor-3-sulfostyryl)-diphenyls,
oder 4-(4-Chlorstyryl)-4'-(2-sulfostyryl)-diphenyls. Auch Gemische der vorgenannten
optischen Aufheller können verwendet werden.
[0046] Insbesondere beim Einsatz in maschinellen Verfahren kann es von Vorteil sein, den
Mitteln übliche Schauminhibitoren zuzusetzen. Als Schauminhibitoren eignen sich beispielsweise
Seifen natürlicher oder synthetischer Herkunft, die einen hohen Anteil an C
18-C
24-Fettsäuren aufweisen. Geeignete nichttensidartige Schauminhibitoren sind beispielsweise
Organopolysiloxane und deren Gemische mit mikrofeiner, gegebenenfalls silanierter
Kieselsäure sowie Paraffine, Wachse, Mikrokristallinwachse und deren Gemische mit
silanierter Kieselsäure oder Bisfettsäurealkylendiamiden. Mit Vorteilen werden auch
Gemische aus verschiedenen Schauminhibitoren verwendet, zum Beispiel solche aus Silikonen,
Paraffinen oder Wachsen. Vorzugsweise sind die Schauminhibitoren, insbesondere Silikon-
und/oder Paraffin-haltige Schauminhibitoren, an eine granulare, in Wasser lösliche
beziehungsweise dispergierbare Trägersubstanz gebunden. Insbesondere sind dabei Mischungen
aus Paraffinen und Bistearylethylendiamid bevorzugt.
[0047] Um den ästhetischen Eindruck der Mittel zu verbessern können sie mit geeigneten Farbstoffen
eingefärbt werden. Bevorzugte Farbstoffe, deren Auswahl dem Fachmann keinerlei Schwierigkeit
bereitet, besitzen eine hohe Lagerstabilität und Unempfindlichkeit gegenüber den übrigen
Inhaltsstoffen der Mittel und gegen Licht sowie, im Fall des Einsatzes in Textilwaschmitteln,
keine ausgeprägte Substantivität gegenüber Textilfasern, um diese nicht anzufärben.
[0048] Die Herstellung fester Mittel bietet keine Schwierigkeiten und kann auf bekannte
Weise, zum Beispiel durch Sprühtrocknen oder Granulation, erfolgen, wobei Enzyme und
eventuelle weitere thermisch empfindliche Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Bleichmittel
gegebenenfalls später separat zugesetzt werden. Zur Herstellung erfindungsgemäßer
Mittel mit erhöhtem Schüttgewicht, insbesondere im Bereich von 650 g/l bis 950 g/l,
ist ein einen Extrusionschritt aufweisendes Verfahren bevorzugt.
[0049] Zur Herstellung von Mitteln in Tablettenform, die einphasig oder mehrphasig, einfarbig
oder mehrfarbig und insbesondere aus einer Schicht oder aus mehreren, insbesondere
aus zwei Schichten bestehen können, geht man vorzugsweise derart vor, dass man alle
Bestandteile - gegebenenfalls je einer Schicht - in einem Mischer miteinander vermischt
und das Gemisch mittels herkömmlicher Tablettenpressen, beispielsweise Exzenterpressen
oder Rundläuferpressen, mit Preßkräften im Bereich von etwa 50 bis 100 kN, vorzugsweise
bei 60 bis 70 kN verpreßt. Insbesondere bei mehrschichtigen Tabletten kann es von
Vorteil sein, wenn mindestens eine Schicht vorverpreßt wird. Dies wird vorzugsweise
bei Preßkräften zwischen 5 und 20 kN, insbesondere bei 10 bis 15 kN durchgeführt.
Man erhält so problemlos bruchfeste und dennoch unter Anwendungsbedingungen ausreichend
schnell lösliche Tabletten mit Bruch- und Biegefestigkeiten von normalerweise 100
bis 200 N, bevorzugt jedoch über 150 N. Vorzugsweise weist eine derart hergestellte
Tablette ein Gewicht von 10 g bis 50 g, insbesondere von 15 g bis 40 g auf. Die Raumform
der Tabletten ist beliebig und kann rund, oval oder eckig sein, wobei auch Zwischenformen
möglich sind. Ecken und Kanten sind vorteilhafterweise abgerundet. Runde Tabletten
weisen vorzugsweise einen Durchmesser von 30 mm bis 40 mm auf. Insbesondere die Größe
von eckig oder quaderförmig gestalteten Tabletten, welche überwiegend über die Dosiervorrichtung
beispielsweise der Geschirrspülmaschine eingebracht werden, ist abhängig von der Geometrie
und dem Volumen dieser Dosiervorrichtung. Beispielhaft bevorzugte Ausführungsformen
weisen eine Grundfläche von (20 bis 30 mm) x (34 bis 40 mm), insbesondere von 26x36
mm oder von 24x38 mm auf.
[0050] Flüssige beziehungsweise pastöse Mittel in Form von übliche Lösungsmittel, insbesondere
Wasser, enthaltenden Lösungen werden in der Regel durch einfaches Mischen der Inhaltsstoffe,
die in Substanz oder als Lösung in einen automatischen Mischer gegeben werden können,
hergestellt.
Beispiele
[0051] Zur Bestimmung der farbübertragungsinhibierenden Eigenschaften der einzelnen Waschmittel
wurde ein Staining Scale Rating (SSR), welches an die ISO 105-A04 angelehnt ist, durchgeführt.
Dazu wurden zwei weiße Gewebe (A: 6x16 cm Standardbaumwollgewebe wfk; B: 6x16 cm Standardpolyamidgewebe)
mit einem Farbgeber (1: Acid Blue 113; 2: Disperse Red 60; 3: Disperse Blue 79), dessen
Konzentration 3 g/l (Farbgeber 1) beziehungsweise 10 g/l (Farbgeber 2 und 3) in der
Waschflotte betrug, unter Verwendung einer farbübertragungsinhibitorfreien Waschmittelzusammensetzung
(Dosierung 5,0 g/l) und Zugabe von (I.) 1 g/l beziehungsweise (II.) 10 g/l porösen
Polyamidpartikeln in einem Linitest-Gerät bei 60 °C gewaschen, anschließend mit Wasser
gespült und bei Raumtemperatur hängend getrocknet. Anschließend wurde der Grad der
Verfärbung der beiden Gewebe spektralphotometrisch bestimmt. Außerdem wurde zum Vergleich
die farbübertragungsinhibitorfreie Waschmittelzusammensetzung W ohne Zusatz von Polyamidpartikeln
auf die gleiche Weise getestet.
[0052] Der Grad der Verfärbung wurde dann in Werten von 1 (starkes Verfärben) bis 5 (keine
Verfärbung) angegeben.
[0053] Aus dem in den nachfolgenden Tabellen wiedergegebenen SSR wird deutlich, dass die
erfindungsgemäßen Mittel bessere farbübertragungsinhibierende Eigenschaften aufweisen
als die Rezeptur ohne den Farbübertragungsinhibitorwirkstoff:
Gewebe: Baumwolle
| Farbgeber |
W |
W+I |
W+II |
| 1 |
4,5 |
4,7 |
4,9 |
| 2 |
4,8 |
n.b |
4,9 |
| 3 |
4,0 |
4,1 |
4,7 |
Gewebe: Polyamid
| Farbgeber |
W |
W+I |
W+II |
| 1 |
1,9 |
2,7 |
4,5 |
| 2 |
3,4 |
3,7 |
4,4 |
| 3 |
2,6 |
2,7 |
3,9 |
1. Verwendung von porösen Polyamidpartikeln, welche
- einen zahlenmittleren Partikeldurchmesser von 1 bis 30 µm,
- eine spezifische Oberfläche nach BET (gemäß DIN 66131) von 5 m2/g oder mehr,
- eine Ölabsorptionskapazität (boiled linseed oil) von 160 ml/100 g oder mehr,
- eine Kristallinität (DSC-Messung) von 40% oder größer, und
- einen Quotienten von volumenmittlerem Partikeldurchmesser zu zahlenmittlerem Partikeldurchmesser
von 1,0 bis 1,5 aufweisen,
zur Vermeidung der Übertragung von Textilfarbstoffen von gefärbten Textilien auf ungefärbte
oder andersfarbige Textilien bei deren gemeinsamer Wäsche in insbesondere tensidhaltigen
wäßrigen Lösungen.
2. Verwendung von porösen Polyamidpartikeln, welche
- einen zahlenmittleren Partikeldurchmesser von 1 bis 30 µm,
- eine spezifische Oberfläche nach BET (gemäß DIN 66131) von 5 m2/g oder mehr,
- eine Ölabsorptionskapazität (boiled linseed oil) von 160 ml/100 g oder mehr,
- eine Kristallinität (DSC-Messung) von 40% oder größer, und
- einen Quotienten von volumenmittlerem Partikeldurchmesser zu zahlenmittlerem Partikeldurchmesser
von 1,0 bis 1,5 aufweisen,
zur Vermeidung der Veränderung des Farbeindrucks von Textilien bei deren Wäsche in
insbesondere tensidhaltigen wäßrigen Lösungen.
3. Verfahren zum Waschen von gefärbten Textilien in tensidhaltigen wäßrigen Lösungen,
dadurch gekennzeichnet, dass man eine tensidhaltige wäßrige Lösung einsetzt, die poröse Polyamidpartikel, welche
- einen zahlenmittleren Partikeldurchmesser von 1 bis 30 µm,
- eine spezifische Oberfläche nach BET (gemäß DIN 66131) von 5 m2/g oder mehr,
- eine Ölabsorptionskapazität (boiled linseed oil) von 160 ml/100 g oder mehr,
- eine Kristallinität (DSC-Messung) von 40% oder größer, und
- einen Quotienten von volumenmittlerem Partikeldurchmesser zu zahlenmittlerem Partikeldurchmesser
von 1,0 bis 1,5 aufweisen,
enthält.
4. Verwendung oder Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die sphärischen porösen Polyamidpartikel zahlenmittlere Partikeldurchmesser von 0,1
µm bis 100 µm, vorzugsweise von 0,3 µm bis 50 µm, insbesondere von 0,5 µm bis 25 µm
besitzen.
5. Verwendung oder Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei den porösen Polyamidpartikeln das Verhältnis von volumenmittlerem Partikeldurchmesser
(Dv) zu zahlenmittlerem Partikeldurchmesser (Dn), das auch Partikelgrößenverteilungsindex
(PDI=Dv/Dn) genannt wird, im Bereich von 1,0 bis 1,3 liegt.
6. Verwendung oder Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die porösen Polyamidpartikel eine spezifische Oberfläche nach BET (gemäß DIN 66131)
von 5 m2/g bis 80 m2/g, vorzugsweise von 6 m2/g bis 60 m2/g und insbesondere von 7,5 m2/g bis 50 m2/g aufweisen.
7. Verwendung oder Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die porösen Polyamidpartikel einen Porositätsindex RI im Bereich von 3 bis 100, insbesondere
im Bereich von 5 bis 70 besitzen.
8. Verwendung oder Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die porösen Polyamidpartikel einen durchschnittlichen Porendurchmesser von 0,01 µm
bis 0,20 µm, insbesondere von 0,02 µm bis 0,1 µm, und eine Kristallinität (DSC-Messung)
von 40% oder größer besitzen.