[0001] Die Erfindung betrifft die konstruktive Gestaltung des Sichterkopfes und des Gehäuses
eines Umluftwindsichters um eine Schwingungsentkopplung zwischen beiden Einheiten
zu erreichen.
Stand der Technik
[0002] Ein Umluftwindsichter der gattungsgemäßen Art ist aus der
DE 22 04 161 bekannt. Er setzt sich aus einem Außengehäuse mit Feingutkonus und Feingutaustrag
sowie einem Innengehäuse mit Grobgutkonus und Grobgutaustrag zusammen. Auf dem Sichter
sind die Antriebe und Lagereinheiten von Ventilator und Zusatzventilator angeordnet.
Letzterer ragt zusammen mit dem Streuteller in das Innengehäuse hinein. Zwischen Innengehäuse
und Grobgutkonus ist ein Leitschaufelkranz angeordnet. Die Sichtluft wird mittels
des Ventilators zwischen Innengehäuse und Außengehäuse im Umlauf geführt.
[0003] Umluftwindsichter können aber auch mit einem Abweisesichtrad anstatt des Zusatzventilator
ausgestattet sein, wie die Abbildung 1 der
DE 197 43 491 A1 zeigt.
[0004] Standardmäßig sind bei diesen Sichtern Sichterkopf und Gehäuse über einen Flansch
verbunden. Diese Flanschverbindung befindet sich zwischen Kopfplatte und Außengehäuse.
Dadurch kann es zur Übertragung von Schwingungen, verursacht durch die rotierenden
Bauteile, auf das Gehäuse kommen.
Außerdem sind Kontroll- bzw. Reparaturarbeiten am Ventilator oder Sichtrad aufwendig,
da zunächst die Schrauben der Flanschverbindung gelöst werden müssen, bevor der Sichterkopf
vom Gehäuse gelöst werden kann und Ventilator und Sichtrad zugänglich sind.
Aufgabe
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Umluftwindsichter so zu gestalten, dass der Sichterkopf
mit den rotierenden Bauteilen schwingungstechnisch vom Gehäuse entkoppelt ist. Dazu
muss die üblicherweise verwendete starre Flanschverbindung durch eine flexible Verbindung
ersetzt werden, so dass der Sichtkopf leichte Bewegungen in horizontaler und vertikaler
Richtung ausführen kann, ohne die Bewegung auf das Gehäuse zu übertragen. Gleichzeitig
muss die Dichtigkeit der Maschine gewährleistet bleiben.
Lösung
[0006] Die Aufgabe wird durch einen Umluftwindsichter mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Beschreibung der Erfindung
[0007] Der Sichterkopf besteht aus einem Tragrahmen und der Kopfplatte. Der Tragrahmen bildet
das zentrale Bauteil des Sichterkopfes. Seitlich angelängt sind zwei Kreissegmente
die den Kopfplatte komplettieren. Der Tragrahmen besteht aus einem U-Profil um die
benötigte Steifigkeit des Bauteils zu erzielen. Auf dem Tragrahmen sind die Antriebe
und Lagereinheit für Ventilator und Sichtrad angeordnet. Das Gehäuse ist als selbsttragende
Konstruktion ausgeführt. Im Betrieb liegt der Sichterkopf durch sein Eigengewicht
auf dem Gehäuse auf.
[0008] Der Tragrahmen des Sichterkopfes endet in Pratzen. Am Gehäuse sind ebenfalls gegenüberliegend
Pratzen angeordnet. Im Betrieb ist der Sichterkopf über Übergangselemente an den Pratzen
vertikal fixiert. Dazwischen ist eine schwingungsdämpfende Zwischenlage angeordnet.
In horizontaler Lage sind Sichterkopf und Gehäuse über Stifte fixiert. Die Dichtigkeit
zwischen dem Sichterkopf und dem Gehäuse ist durch ein Labyrinthbauteil mit weichen
Dichtungen realisiert.
[0009] Ein weiterer Vorteil der Erfindung besteht in der Demontage des Sichterkopfes, ohne
eine große Zahl von Schraubverbindungen zu lösen. Durch einfaches Anheben des Sichterkopfes
können Ventilator, Sichtrad und Streuteller zu Kontrollzwecken oder zur Reparatur
eingesehen werden.
[0010] Die Konstruktion mit Pratzen und Übergangselementen erlaubt die Justierung des Spaltes
zwischen Sichtrad und Innengehäuse bei der Erstmontage in radialer und axialer Richtung.
[0011] Auf dem Tragrahmen sind seitlich von der Lagereinheit für die Sichterradwelle und
die Ventilatorwelle die Antriebe für Sichterrad und Ventilator angeordnet. Der Tragrahmen
zusammen mit Abdeckblechen und Motorplatten bildet den Riemengetriebeschutz.
[0012] Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnungen.
Es zeigen:
Figur 1: Umluftwindsichter mit vom Gehäuse abgehobenen Sichterkopf
Figur 2: Übergangs- und Dichtsystem
Figur 3: Spaltgestaltung Sichtrad und Innengehäuse
Figur 4: Sichterkopf mit Riemengetriebeschutz
[0013] Die Figur 1 zeigt den Umluftwindsichter (1) mit vom Gehäuse (2) abgehobenen Sichterkopf
(4). Der Umluftwindsichter (1) besteht aus einem Außengehäuse (2) mit Feingutkonus
und Feingutaustrag sowie einem Innengehäuse (3) mit Grobgutkonus und Grobgutaustrag,
wobei zwischen Innengehäuse (3) und Grobgutkonus ein Leitschaufelkranz angeordnet
ist. Der Sichterkopf (4) besteht aus den Antrieben für Ventilator (5) und Sichtrad
(6) und Lagereinheit von Ventilator und dem Sichtrad mit Streuteller. Sichtrad (6)
und Streuteller (nicht dargestellt) ragen in das Innengehäuse (3) hinein. Die Materialzuführung
(7) erfolgt über eine als Hohlwelle gestaltete Welle des Sichtrades. Die Sichtluft
wird mittels des Ventilators (5) zwischen Innengehäuse (3) und Außengehäuse (2) im
Umlauf geführt.
[0014] Der Sichterkopf (4) trägt die rotierenden Komponenten Ventilator (5), Sichtrad (6)
und den mit dem Sichtrad (6) verbundenen Streuteller (8). Dieser Zustand ist nur durch
Anheben des Sichterkopfes (4) erreichbar, ohne Schraubenverbindungen zu lösen In dieser
Lage sind alle kritischen rotierenden Bauteile zu Kontrollzwecken oder Reparaturarbeiten
einsehbar. Im Betrieb liegt der Sichterkopf (4) durch sein Eigengewicht auf dem Gehäuse
(2), welches als selbsttragende Konstruktion ausgeführt ist, auf.
[0015] Der Sichterkopf (4) besteht aus dem u-förmigen Tragrahmen (9), der die Komponenten
Antriebe, Lagereinheit, Materialzufuhr aufnimmt und der Kopfplatte (10). Der Tragrahmen
(9) endet seitlich in den Pratzen (11). Das Gehäuse (2) weist gegenüberliegend, beidseitig
ebenfalls Pratzen (12) aus.
[0016] An den Pratzen (11) und (12) sind die einstellbaren Übergangelemente (13) und (14)
angeordnet und zwischen diesen ist eine schwingungsdämpfende Zwischenlage (15) angeordnet,
die das Gewicht der Sichterkopfes in die Pratzen des Gehäuses überträgt.
Stifte (16) verhindern, dass sich der Sichterkopf horizontal verschiebt.
[0017] Bei den Übergangselementen handelt es sich um Stahlplatten. Die schwingungsdämpfende
Zwischenlage besteht aus Gummi oder anderen Werkstoffen mit dämpfenden Eigenschaften.
[0018] Die Figur 2 zeigt das Übergangs- und Dichtsystem zwischen Sichterkopf (4) und Gehäuse
(2).
Das Übergangselement (13) ist mit der Pratze (12) des Gehäuses durch Schrauben (17)
in großzügigen Schraubenbohrungen (18) in horizontaler Lage justierbar verbunden.
Das Übergangselement (14) trägt fest verbunden die Stifte (16) und in loser Auflage
die schwingungsdämpfende Zwischenlage (15). Das Übergangselement (14) ist mit den
Pratzen (11) des Sichterkopfes (4) mit Schrauben (19) in großzügigen Schraubenbohrungen
(20) in horizontaler und vertikaler Lage justierbar verbunden.
[0019] Die Dichtigkeit zwischen Sichterkopf (4) und Gehäuse (2) wird durch ein ringförmiges,
weiches Labyrinthbauteil (24) erreicht. Der Tragring (25) hat eine doppelte Funktion,
er verstärkt die Gehäusewand (26) und nimmt ringförmig die weiche Dichtung (27) auf.
Die Eindringtiefe durch die am Sichterkopf (4) umlaufenden Versteifungsborde (28)
gewährleistet eine ausreichende Dichtwirkung bei gleichzeitiger Höheneinstellbarkeit
des Sichterkopfes (4). Ebenso dringt die Gehäusewand (26) mit Dicht- und Ausgleichswirkung
in die Dichtung (29) ein und bildet das Labyrinth. Der Sichter kann so auch ohne Flansch
nur durch das Eigengewicht des Sichterkopfes staubdicht abgeschlossen werden.
[0020] Durch das Labyrinthbauteil (27) in Kombination mit den weichen Dichtungen (27,29)
und der Gestaltung der Verbindung zwischen den Pratzen (11, 12) von Sichterkopf (4)
und Gehäuse (2) wird eine Schwingungsentkopplung zwischen beiden Bauteilen erzielt.
[0021] Figur 3 zeigt den Spalt zwischen Sichtrad (6) und Labyrinthring (30) des Innengehäuses
(3), der bei der Erstmontage durch die horizontale Justiermöglichkeit der Übergangselemente
(11, 12) radial ausgerichtet werden kann. Zur axialen Ausrichtung des Spaltes kann
mit Hilfe der Einstellschrauben (21) die Lage der rotierenden Komponenten des Sichterkopfes
zur Spaltfläche des Innengehäuses (3) justiert werden, die Justierung erfolgt über
die Spalteinstellung zwischen Pratze (11) und Übergangselement (14) des Sichterkopfes
(5).
Die Verstellung ist bei aufliegendem Sichterkopf (4) durch Bohrungen (22) in den Pratzen
(12) des Gehäuses möglich. Die Spalte (23) zwischen den Übergangselementen (13, 14)
können als Bezugsgröße für die Spaltlage herangezogen werden.
[0022] Der Tragrahmen (9) mit der integrierten Kopfplatte ist als Schweißkonstruktion in
Biege- und Stecktechnik ausgeführt. Die Lage der Einzelteile beim Zusammenbau ist
durch eine Stecktechnik festgelegt, bei der im Blechteil Zapfen und Zapfenaufnahmekonturen
ausgebildet sind. Eine verzugfreie und kostenreduzierte Schweißverbindung ist somit
möglich.
[0023] Die Figur 4 zeigt die Funktionsweise des Riemengetriebeschutzes. Auf dem Sichterkopf
sind die Antriebe (31, 32) und die Riemengetriebe für den Antrieb der Wellen von Ventilator
(5) und Sichterrad (6) angeordnet. Der seitliche Bereich des Tragrahmens bildet den
seitlichen Riemengetriebeschutz. Die Grundplatte (33) des Materialeinlauf, die Versteifungsbleche
(34, 35) und die Motorplatten (36, 37) bilden den oberen Riemengetriebeschutz. Den
stirnseitigen Riemengetriebeschutz gestalten die Abdeckbleche (38, 39), die mit den
Motorplatten (36, 37) verbunden sind.
[0024] Die Erfindung ist nicht auf das vorstehend beschriebene und in der Zeichnung dargestellte
Ausführungsbeispiel beschränkt.
Bezugszeichen
[0025]
- 1
- Umluftwindwindsichter
- 2
- Gehäuse / Außengehäuse
- 3
- Innengehäuse
- 4
- Sichterkopf
- 5
- Ventilator
- 6
- Sichtrad
- 7
- Materialzuführung
- 8
- Streuteller
- 9
- Tragrahmen
- 10
- Kreissegmente
- 11
- Pratzen des Sichterkopfes
- 12
- Pratzen des Gehäuses
- 13
- Übergangselemente der Gehäuses
- 14
- Übergangselemente des Sichterkopfes
- 15
- schwingungsdämpfende Zwischenlage
- 16
- Stifte
- 17
- Schrauben
- 18
- Schraubenbohrungen
- 19
- Schrauben
- 20
- großzügigen Schraubenbohrungen
- 21
- Einstellschrauben
- 22
- Bohrungen
- 23
- Spalte
- 24
- Labyrinthbauteil
- 25
- Tragring
- 26
- Gehäusewand
- 27
- Dichtung
- 28
- Versteifungsborde
- 29
- Dichtung
- 30
- Labyrinthring
- 31
- Antrieb Ventilator
- 32
- Antrieb Sichterrad
- 33
- Grundplatte Materialeinlauf
- 34
- Versteifungsblech
- 35
- Versteifungsblech
- 36
- Motorplatte
- 37
- Motorplatte
- 38
- Abdeckblech
- 39
- Abdeckblech
1. Umluftwindsichter (1) bestehend aus:
- Außengehäuse (2) mit Feingutkonus und Feinutaustrag
- Innengehäuse (3) mit Grobgutkonus und Grobgutaustrag und dazwischen angeordnetem
Leitschaufelkranz
- Materialzufuhr (7)
- Ventilator (5) oberhalb des Innengehäuses (3)
- Sichtrad (6) und Streuteller (8) im Innengehäuse koaxial und unterhalb des Ventilators
(5) angeordnet
- Antriebe und Lagereinheiten
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Sichterkopf (4) bestehend aus einem Tragrahmen und einer Kopfplatte
- sowie Ventilator (5) und Sichtrad (6) und deren Antriebe und Lagerungen eine Einheit
bilden und
- dass der Sichterkopf (4) und das Gehäuse (2) schwingungstechnisch entkoppelt sind
2. Umluftwindsichter (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sichterkopf (4) und das Gehäuse (2) über Pratzen (11,12) mit Übergangselementen
(13, 14) und schwingungsdämpfende Zwischenschicht (15) schwingungstechnisch entkoppelt
sind
3. Umluftwindsichter (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die schwingungsdämpfende Zwischenschicht (15) aus Gummi besteht
4. Umluftwindsichter (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vertikale Fixierung von Sichterkopf (4) und Gehäuse (2) über die Übergangselemente
(13, 14) erfolgt
5. Umluftwindsichter (1) nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die horizontale Fixierung von Sichterkopf (4) und Gehäuse (2) über Stifte (16) erfolgt
6. Umluftwindsichter (1) nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass das Sichtergehäuse selbstragend ausgeführt ist
7. Umluftwindsichter (1) nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Sichterkopf (4) durch sein Eigengewicht auf dem Gehäuse (2) aufliegt
8. Umluftwindsichter (1) nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass Sichterkopf (4) und Gehäuse (2) über ein Labyrinthbauteil aus weicher Dichtung abgedichtet
sind.
9. Umluftwindsichter (1) nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt zwischen Sichtrad und Labyrinthring (30) des Innengehäuses (3) über die
Übergangselemente (11, 12) justiert werden kann
10. Umluftwindsichter (1) nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass das der Tragrahmen als U-Profil ausgeführt ist
11. Umluftwindsichter (1) nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Tragrahmen (9) zusammen mit den Motorplatten (36, 37), den Abdeckblechen (38,39)
und der Grundplatte (33) den Riemengetriebeschutz darstellen.