[0001] Die Erfindung richtet sich auf eine Feststellvorrichtung der im Oberbegriff des Anspruches
1 angegebenen Art.
[0002] Solche Feststellvorrichtungen haben die Aufgabe, einen beweglichen Flügel bezüglich
eines feststehenden Rahmens bei einem definierten Öffnungswinkel zu arretieren. Der
Flügel kann dabei beliebig gegenüber dem Rahmen beweglich sein, z. B. drehbeweglich,
kippbeweglich, klappbeweglich oder schwingbeweglich. Die Arretierung der Vorrichtung
bzw. die Entarretierung wird durch die gleiche Handhabe bewirkt, mit welcher auch
alle weiteren Riegel und Steuerelemente zwischen dem Rahmen und dem Flügel betätigt
werden. Dies geschieht, wie bei diesen Elementen, über eine von der Handhabe längsverschieblichen
Treibstange, welche über einen stellenweise mit Nocken versehenen Endabschnitt auch
die Arretierung des Flügels in der gewünschten Schwenklage bewirkt. Dieser Abschnitt
der Treibstange soll nachfolgend kurz "Stangenabschnitt" bezeichnet werden.
[0003] Eine solche Vorrichtung ist aus der
DE 195 16 588 1 bereits bekannt. Dabei ist in einer umgekehrt omega-förmigen Schiene eine durch die
Handhabe bewegbare Schiene längsverschiebbar geführt. In der offenen Nut der Schiene
ist ein Schieber geführt, welcher ein Lager eines Ausstellarms enthält, der anderen
Ends mit dem Rahmen schwenkbar verbunden ist. In der Schiene ist zudem eine in Längsrichtung
unverschiebliche Leiste angeordnet, welche in Richtung des Schiebers mit Profilvorsprüngen
versehen ist. Unterseitig (in Richtung der Schiene) weist die Leiste Nocken auf, die
beim Zusammentreffen mit Gegennocken der Schiene zu einem Anheben der Leiste und Anpressen
an den Schieber führen, so dass dieser in Längsrichtung fixiert ist.
[0004] Aus der
DE 76 11 170 U1 ist es ebenfalls bekannt, mittels der Schiene eine Leiste anzuheben, die unverschiebbar
in dem omega-förmigen und eine Führung für den Schieber bildenden Profil, gelagert
ist. Durch das Anheben wird die Leiste an den Schieber angepresst und legt diesen
in dem Profil reibschlüssig fest.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kostengünstige und einfach aufgebaute
Feststellvorrichtung anzugeben, die eine hohe Feststellkraft bewirkt.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Anspruchs 1 vor. Die Ausgestaltung erlaubt eine höhere Belastung der Schiene,
da diese entlang ihres größten Widerstandmoments belastet wird und dadurch bei minimaler
Baugröße eine maximale Belastung trägt. Zu dem erlaubt die Ausgestaltung eine Reduzierung
der notwendigen Bauteile, da keine Federn vorgesehen werden müssen.
[0007] In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung
angegeben.
[0008] So ist vorgesehen, dass die Profilvorsprünge aus einer Feinverzahnung bestehen, so
dass sich viele fast stufenlose Stellungen ergeben.
[0009] Wenn die Leiste aus einem Material mit elastischen Eigenschaften besteht und einstückig
ausgeführt ist, reduzieren sich die Herstellkosten aufgrund des geringeren Montageaufwandes
nochmals.
[0010] Schließlich kann noch vorgesehen werden, dass die Nocken aus verbreiterten Abschnitten
der Treibstange bestehen, so dass die Fertigung der Schiene besonders einfach ist.
[0011] Vorteilhaft ist es auch, wenn die Gegennocken an der Leiste aus Abschnitten mit geringerem
Abstand der Schenkel bestehen, so dass ein einfaches und wirkungsvolles Zusammenwirken
der Nocken und Gegennocken sichergestellt ist.
[0012] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Feststellvorrichtung in einer räumlichen Darstellung,
- Fig. 2
- einen vergrößerten Ausschnitt II aus Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Querschnitt entlang der Linie III-III in Fig. 8 in einer ersten Stellung der
Treibstange,
- Fig. 4
- einen Querschnitt entsprechend Fig. 3 in einer zweiten Stellung der Treibstange,
- Fig. 5
- einen Querschnitt der Leiste,
- Fig. 6
- eine Vorderansicht der Feststellvorrichtung,
- Fig. 7
- einen Längsschnitt entlang der Linie VII-VII in Fig. 6 und
- Fig. 8
- eine Draufsicht auf die Feststellvorrichtung.
[0013] Die Feststellvorrichtung 1 für Fenster oder Türen besteht entsprechend der Fig. 1
und 2 aus einer im Querschnitt U-förmigen Schiene 2 , einem Gleiter oder Schieber
3 an dem ein Ausstellarm 4 an einem Armende schwenkbeweglich befestigt ist. Dem Ausstellarm
4 ist mit dem zweiten Armende an einem, hier nicht dargestellten, feststehenden Rahmen
ein Lagerbock zugeordnet, während die Schiene 2 am ebenfalls nicht dargestellten Flügel
befestigt ist. An dem Flügel ist in an sich bekannter Weise ein Treibstangenbeschlag
angebracht, der mit einer längsverschiebbaren Treibstange versehen ist, die an dem
Flügel mittels einer Handhabe bewegbar ist. Ein Endabschnitt der Treibstange 5 reicht
in das Innere der Schiene 2, dazu kann an dem Treibstangenabschnitt eine Kupplungsvorrichtung
angebracht sein, die eine Bewegungskopplung mit einem angrenzenden Treibstangenbeschlagbauteil
zulässt.
[0014] Ausweislich der Fig. 3 ist ersichtlich, dass die Schiene 2 zwei entlang der von ihrer
U-Öffnung gebildeten Nut 6 verlaufende und aufeinander zuweisende Kragarme 7, 8 besitzt,
die eine Führung für den im wesentlichen H-förmigen Schieber 3 bilden. Erkennbar ist
auch, dass in der Schiene 2 oberhalb der Treibstange 5 eine Leiste 9 verläuft. Die
Leiste 9 ist ortsfest in der Schiene 2 gelagert und ebenfalls H-förmig.
[0015] In ihren Längserstreckungen sind die Treibstange 5 und die Leiste 9 mit Nocken 10
und Gegennocken 11 versehen, wie aus der Fig. 7 ersichtlich. Die Nocken 10 sind quer
zur Schienen-Nut 6 gerichtet und bestehen aus verbreiterten Abschnitten der Treibstange
5. Die Gegennocken 11 der Leiste 9 bestehen hingegen aus Abschnitten mit geringerem
Abstand der Schenkel 12, 13.
[0016] Die Leiste 9 weist an den Innenseiten 14, 15 der Schenkel 16, 17 eine Feinverzahnung
18 auf, die komplementär zu einer Zahnung 19 ist, die an den Seitenflächen eines längsverlaufenden
Schieberstegs 20 angebracht ist. In der in der Fig. 3 dargestellten Lage der Treibstange
5, in der die Nocken 10 in Erweiterungen oder Freimachungen 16 der Leiste 9 zwischen
den Gegennocken 11 liegen, ist der Mittelsteg 21 konvex gekrümmt und die Schenkel
16, 17 ragen V- oder trichterförmig von einander weg. Durch eine groß bemessene Phase
22 an der Zahnung 19 bleiben der Schiebersteg 20 und die Leiste 9 voneinander beabstandet.
[0017] In dieser Stellung kann der Schieber 3 relativ zu der Schiene 2 verschoben werden.
Aus der Fig. 4 ist ersichtlich, wie die Leiste 9 durch das Zusammenwirken mit der
Treibstange verformt wird. Die Leiste 9 ist aus einem elastischen Werkstoff - vorzugsweise
Kunststoff - hergestellt. Durch die Verlagerung der Treibstange 5 gelangen die Nocken
10 und die Gegennocken 11 in Wechselwirkung. Dies führt dazu, dass die Schenkel 12,
13 gespreizt werden und der vormals konvex gekrümmte Mittelsteg 21 begradigt wird.
Dabei umgreifen die Schenkel 16, 17 zangenartig den Schiebersteg 20 und die Zahnungen
18,19 greifen ineinander. Der Mittelsteg 21 bildet dadurch einerseits ein Gelenk und
anderseits ein Federglied, dessen entspannte Stellung in der Fig. 3 und 5 dargestellt
ist.
[0018] Durch das Eingreifen der Zahnungen 18,19 ist der Schieber 3 an der ortsfesten Leiste
9 festgelegt, so dass dieser einer Längsverlagerung in der Schiene 2 bei einer Öffnungs-
oder Schließbewegung des Flügels nicht mehr folgen kann, so dass der Flügel relativ
zum Rahmen festgelegt ist.
[0019] Dabei bildet die Leiste 9 auch eine Führung für die Treibstange 5, die einerseits
durch die Schiene 2 und andererseits durch die Leiste 9 am Schienenboden höhenkonstant
geführt ist.
[0020] Aus der Fig. 6, 7 und 8 ist ersichtlich, dass die H-förmige Leiste 9 entlang der
Schienen-Nut 6 über deren gesamte Länge verläuft. Zudem wechseln sich auf der gesamten
Länge Abschnitte, welche die Gegennocken 11 auf ihrer dem Stangenabschnitt zugekehrten
U-förmigen Unterseite bilden und Abschnitte 22 ohne Gegennocken 11. Dadurch, dass
die Leiste 9 über die gesamte Länge der Schiene 2 reicht und die Treibstange 5 über
die gesamte Länge an deren Längskanten umgreift, lässt sich der Schieber 3 auf der
gesamten Länge der Nut 6 festlegen.
[0021] Um den Flügel in der gewünschten Stellung festzulegen reicht es daher aus, die Treibstange
5 in eine Lage zu bringen, in der die Nocken 9 und die Gegennocken miteinander in
Kontakt treten.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Feststellvorrichtung
- 2
- Schiene
- 3
- Schieber
- 4
- Ausstellarm
- 5
- Treibstange
- 6
- Nut
- 7
- Kragarm
- 8
- Kragarm
- 9
- Leiste
- 10
- Nocken
- 11
- Gegennocken
- 12
- Schenkel
- 13
- Schenkel
- 14
- Innenseite
- 15
- Innenseite
- 16
- Schenkel
- 17
- Schenkel
- 18
- Feinverzahnung
- 19
- Zahnung
- 20
- Schiebersteg
- 21
- Mittelsteg
1. Feststellvorrichtung (1) für Fenster, Türen od. dgl., mit einem feststehenden Teil
(Rahmen) und einem demgegenüber beweglichen Teil (Flügel), mit einer Treibstange (5)
an dem ersten Teil (Flügel), die mittels einer Handhabe längsverschieblich ist, wobei
ein Endabschnitt der Treibstange (Stangenabschnitt) (5) im Inneren einer Schiene (2)
mit U-Querschnitt verläuft und stellenweise Nocken (10) besitzt, und die Schiene (2)
am ersten Teil (Flügel) befestigt ist und entlang der von ihrer U-Öffnung gebildeten
Nut (6) ein Schieber (3) läuft, den Nocken (10) Gegennocken (11) zugeordnet sind,
gegen welche diese Treibstange (5) beim Längsverschieben der Treibstange (5) mit den
Nocken (10) fährt und den Schieber (3) in einer gewünschten Schienen-Längslage arretiert,
und mit einem Ausstellarm (4), dessen eines Armende am längsgeführten Schieber (3)
und dessen anderes Armende mit dem zweiten Teil (Rahmen) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stangenabschnitt (5) am Schienenboden höhenkonstant geführt ist und seine Nocken
(10) quer zur Schienen-Nut (6) gerichtet sind, dass entlang der Schienen-Nut (6) eine
H-förmige Leiste (9) im Schieneninneren angeordnet ist, die im Höhenabstand zwischen
dem Stangenabschnitt (5) und dem Schieber (3) liegt wobei die Leiste (9) auf ihrer
dem Stangenabschnitt (5) zugekehrten U-förmigen Unterseite die Gegennocken (11) besitzt
und den Stangenabschnitt (5) an deren Längskanten umgreift, während sich an den Innenseiten
(14, 15) des U-förmigen oberen Leistenabschnitts (16, 17) an den aufeinander zugewandten
Innenschenkeln (16, 17) Profilvorsprünge (18) befinden, die mit komplementär dazu
ausgeformten Gegenprofilvorsprüngen (19) an der dem Stangenabschnitt (5) zugekehrten
Unterseite des Schiebers (3) zugeordnet sind, in einer ersten Lagenzuordnung der Nocken
(10) und Gegennocken (11) die Schenkel (16, 17) der U-förmigen Unterseite der Leiste
(9) durch eine Krümmung des elastischen Mittelstegs (21) konisch zulaufen, und in
einer zweiten Lagenzuordnung unter Streckung des Mittelstegs (21) die Schenkel (12,
13) auseinander gedrückt werden, wobei sich die Schenkel (16, 17) des U-förmigen oberen
Leistenabschnitts zangenartig an die Gegenprofilvorsprünge (19) anlegen.
2. Feststellvorrichtung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Profilvorsprünge aus einer Feinverzahnung (18) bestehen.
3. Feststellvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Leiste (9) aus einem Material mit elastischen Eigenschaften besteht und einstückig
ausgeführt ist.
4. Feststellvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Nocken (10) aus verbreiterten Abschnitten der Treibstange (5) bestehen.
5. Feststellvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gegennocken (11) an der Leiste (9) aus Abschnitten mit geringerem Abstand der
Schenkel bestehen.