[0001] Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung für zweie Möbelteile, von denen zumindest eins
gegenüber dem anderen verschiebbar ist, umfassend
ein Basiselement (5), das an einem ersten Möbelteile (1) befestigt werden kann,
einen Schwenkhebel (6), der an dem Basiselement (5) um eine Schwenkachse (S) zwischen
einer ausgeklappten Stellung und einer eingeklappten Stellung schwenkbar befestigt
ist,
einen Kraftspeicher (17), der den Schwenkhebel (6) zumindest über einen Teil seines
Schwenkweges in Richtung zur eingeklappten Stellung beaufschlagt,
eine Dämpfungseinheit (13), die am Basiselement (5) abgestützt ist, sowie
ein Betätigungselement (8), das an einem zweiten Möbelteil (2) befestigt werden kann
und das beim Verschieben zumindest eines der beiden Möbelteile gegenüber dem anderen
der beiden Möbelteile in einer ersten Verschieberichtung den Schwenkhebel (6) in Richtung
zur eingeklappten Stellung beaufschlagt,
[0002] Die Erfindung betrifft eine Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung für zweie Möbelteile,
von denen zumindest eins gegenüber dem anderen verschiebbar ist. Insbesondere handelt
es sich um zwei zueinander verschiebbare Schiebetüren. Die Vorrichtung umfasst ein
Basiselement, das an einem ersten Möbelteile befestigt werden kann, einen Schwenkhebel,
der an dem Basiselement um eine Schwenkachse zwischen einer ausgeklappten Stellung
und einer eingeklappten Stellung schwenkbar befestigt ist, einen Kraftspeicher, der
den Schwenkhebel zumindest über einen Teil seines Schwenkweges in Richtung zur eingeklappten
Stellung beaufschlagt, eine Dämpfungseinheit, die am Basiselement abgestützt ist,
sowie ein Betätigungselement, das an einem zweiten Möbelteil befestigt werden kann
und das beim Verschieben zumindest eines der beiden Möbelteile gegenüber dem anderen
der beiden Möbelteile in einer ersten Verschieberichtung den Schwenkhebel in Richtung
zur eingeklappten Stellung beaufschlagt.
[0003] Eine solche Vorrichtung ist aus der
WO 2006/087057 A1 bekannt. Die Dämpfungseinheit ist hierbei als Lineardämpfungselement ausgebildet,
das einerseits schwenkbar am Basiselement und andererseits exzentrisch zur Schwenkachse
schwenkbar mit dem Schwenkhebel verbunden ist. Ebenso sind die Federmittel, in Form
einer Schraubenfeder, einerseits schwenkbar am Basiselement und andererseits exzentrisch
zur Schwenkachse schwenkbar mit dem Schwenkhebel verbunden. Das Dämpfungselement ist
derart am Schwenkhebel befestigt, dass sich in einer Schließstellung des Schwenkhebels
ein größerer Hebelarm ergibt, über den beim Überführen des Schwenkhebels in Richtung
zu einer Offenstellung auf das Dämpfungselement eingewirkt wird. In der Offenstellung
ergibt sich ein geringerer Hebelarm. Somit wird die Dämpfungskraft größer je näher
sich der Schwenkhebel zur Schließstellung befindet. Ferner ergibt sich auf Grund der
schwenkbar angeordneten Federmittel und Dämpfungsmittel ein großer erforderlicher
Bauraum.
[0004] Eine weitere Dämpfungs- und Anzugsvorrichtung ist aus der
DE 203 15 124 U1 bekannt. Die dort beschriebene Dämpfungs- und Anzugsvorrichtung umfasst einen Schieber,
der zwischen einer Offenposition und einer Schließposition an einem Schrankgehäuse
verschiebbar geführt ist. Eine Zugfeder beaufschlagt den Schieber in Richtung zu Schließposition.
Ein Mitnehmer ist schwenkbar am Schieber befestigt und weist einen Schlitz auf, in
den ein Bolzen der Schiebetür in Eingriff überführbar ist. Durch Öffnen der Schiebetür
wird der Schieber in seine Offenposition überführt. Nach Erreichen der Offenposition
schwenkt der Mitnehmer in eine Arretierstellung, in der der Schieber entgegen der
Federkraft der Zugfeder in der Offenposition gehalten ist und in der der Bolzen den
Schlitz des Mitnehmers verlassen kann, so dass die Schiebetür weiter geöffnet werden
kann.
[0005] Beim Schließen der Schiebetür greift der Bolzen erneut in den Schlitz des Mitnehmers
ein und schwenkt ihn aus der Arretierstellung in eine Normalstellung, in der der Schieber
freigegeben ist und somit von der Zugfeder zurück in die Schließposition bewegt wird.
Zusammen mit dem Schieber wird somit auch die Schiebetür selbsttätig geschlossen.
Ein Dämpfer bewirkt eine gebremste Bewegung in Richtung zur Schließposition und dämpft
gegebenenfalls den Schwung der Schiebetür. Eine ähnliche Dämpfungs- und Anzugsvorrichtung
zeigt
EP 1 426 535 A2.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine kleiner bauende Vorrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen.
[0007] Dies wird dadurch gelöst, dass ein Hebel vorgesehen ist, der mit einem ersten Ende
an dem Schwenkhebel exzentrisch zur Schwenkachse schwenkbar befestigt ist und mit
einem zweiten Ende schwenkbar an der Dämpfungseinheit angreift, wobei das zweite Ende
gegenüber dem Basiselement linear verstellbar ist.
[0008] Durch die lineare Verstellung des zweiten Endes des Hebels und damit der Dämpfungseinheit
ist gewährleistet, dass die Vorrichtung in einem schmalen Basiselement bzw. Gehäuse
untergebracht werden kann, wodurch sich der Bauraum deutlich verringert. Dadurch eignet
sich die Vorrichtung insbesondere für zwei zueinander verschiebbare Schiebetüren,
wobei das Basiselement auf der Rückseite eines der Schiebetüren befestigt wird. Hierbei
steht lediglich ein geringer Bauraum zur Verfügung, da zwei zueinander verschiebbare
Schiebetüren in der Regel in zwei Ebenen zueinander verschoben werden und in einer
geöffneten Stellung hintereinander angeordnet sind, wobei die äußere Schiebetür lediglich
geringfügig über die innere Schiebetür seitlich vorsteht. In diesem Bereich, mit dem
die äußere Schiebetür übersteht, wird das Basiselement an der Rückseite der äußeren
Schiebetür befestigt. Das Betätigungselement wird an der inneren Schiebetür befestigt,
so dass beim Erreichen der maximal geöffneten Stellung der beiden Schiebetüren die
Bewegung zueinander gedämpft wird und die Schiebetüren schließlich in die Endposition
gezogen werden.
[0009] Der Hebel bildet zusammen mit dem Schwenkhebel eine Kniehebelanordnung, wobei der
Hebel und der Schwenkhebel sich in der eingeklappten Stellung zumindest in einer annähernd
gestreckten Lage zueinander befinden. Der Hebel und der Schwenkhebel sind somit in
einem Winkel von ca. 180° zueinander angeordnet. In der ausgeklappten Stellung schließen
der Hebel und der Schwenkhebel einen kleineren Winkel zueinander ein. Durch diese
Kniehebelanordnung ist gewährleistet, dass in der eingeklappten Stellung, in der der
Hebel und der Schwenkhebel zumindest annähernd in einer gestreckten Lage zueinander
angeordnet sind, eine Winkelbewegung des Schwenkhebels nur eine geringe axiale Verschiebung
des zweiten Endes des Hebels und somit nur eine geringe Einwirkung auf die Dämpfungseinheit
bewirkt. Die Dämpfungswirkung ist daher nahe der eingeklappten Stellung verhältnismäßig
gering. Im Gegensatz dazu bewirkt eine Schwenkbewegung des Schwenkhebels nahe der
ausgeklappten Stellung eine größere translatorische Bewegung des zweiten Endes des
Hebels und damit der Dämpfungseinheit, so dass sich im Bereich der ausgeklappten Stellung
eine größere Dämpfungswirkung ergibt. Dies hat den Vorteil, dass bei einen schwungvollen
Bewegen der beiden Schiebetüren zueinander und damit verbunden einem Bewegen des Schwenkhebels
von der ausgeklappten Stellung in Richtung zur eingeklappten Stellung zunächst eine
große Dämpfungswirkung erzielt wird, um die Bewegung abzubremsen. Im weiteren Verlauf
der Bewegung wird der Schwenkhebel durch die Federmittel in die eingeklappte Stellung
bewegt, wodurch über das Betätigungselement auch die beiden Schiebetüren zueinander
verschoben werden. Bei der Bewegung in Richtung zur eingeklappten Stellung nimmt die
Dämpfungswirkung kontinuierlich ab, so dass gewährleistet ist, dass die Federmittel
den Schwenkhebel sicher bis zur eingeklappten Stellung bewegt, ohne zu sehr abgebremst
zu werden.
[0010] Die Dämpfungseinheit ist vorzugsweise in einer Richtung quer zur Verschieberichtung
der Möbelteile teleskopierbar. In einer besonders günstigen Ausführungsform ist die
Dämpfungseinheit im rechten Winkel zur Verschieberichtung der Möbelteile teleskopierbar.
Die Dämpfungseinheit umfasst somit zumindest ein lineares Dämpfungselement.
[0011] Das Dämpfungselement kann zwei zueinander axial verstellbare Dämpferbauteile umfassen,
nämlich einen Zylinder und eine gegenüber dem Zylinder axial verstellbare Kolbenstange.
Hierbei kann es sich zum Beispiel um einen hydraulischen Dämpfer handeln.
[0012] Der Hebel ist hierbei mit seinem zweiten Ende gegen eines der Dämpfungsbauteile,
zumindest mittelbar abgestützt. Der Hebel kann über einen am Basiselement linear verschiebbar
geführten Schieber gegen die Dämpfungseinheit abgestützt sein, wobei der Hebel vorzugsweise
am Schieber schwenkbar befestigt ist.
[0013] Der Schieber kann in einer Richtung quer, vorzugsweise im rechten Winkel, zur Verschieberichtung
der Möbelteile verschiebbar sein. Insbesondere wenn sowohl der Schieber als auch die
Dämpfungseinheit im rechten Winkel zur Verschieberichtung der Möbelteile verschiebbar
angeordnet sind, kann eine in Verschieberichtung betrachtet geringe Bauraumtiefe gewährleistet
werden.
[0014] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der Kraftspeicher den Schwenkhebel über einen Schwenkweg
von einer Todpunktstellung bis zur eingeklappten Stellung in Richtung zur eingeklappten
Stellung beaufschlagt, wobei die Todpunktstellung zwischen der ausgeklappten Stellung
und der eingeklappten Stellung angeordnet ist. Darüber hinaus kann vorgesehen sein,
dass der Kraftspeicher den Schwenkhebel von der Todpunktstellung bis zur ausgeklappten
Stellung in Richtung zur ausgeklappten Stellung beaufschlagt, wobei der Schwenkweg
von der Todpunktstellung bis zur eingeklappten Stellung größer ist als der Schwenkweg
von der Todpunktstellung bis zur ausgeklappten Stellung. Hierdurch wird gewährleistet,
dass der Schwenkhebel sicher in der ausgeklappten Stellung gehalten ist.
[0015] Dies kann dadurch realisiert werden, dass der Kraftspeicher den Schwenkhebel über
einen Schwenkweg von einer Totpunktstellung bis zur eingeklappten Stellung in Richtung
zur eingeklappten Stellung beaufschlagt, wobei die Totpunktstellung zwischen der ausgeklappten
Stellung und der eingeklappten Stellung liegt.
[0016] Hierbei weist die Stellfläche von der Todpunktstellung bis zur eingeklappten Stellung
einen abnehmenden Abstand zur Schwenkachse auf.
[0017] Das heißt in der Todpunktstellung stützt sich der Schieber an eine Stelle gegen die
Stellfläche ab, in der diese einen größeren Abstand zur Schwenkachse aufweist, als
in der eingeklappten Stellung.
[0018] Darüber hinaus weist die Stellfläche von der Todpunktstellung bis zur ausgeklappten
Stellung einen konstanten oder abnehmenden Abstand zur Schwenkachse auf, so dass auf
den Schwenkhebel keine Kraft oder eine Kraft in Richtung zur Einnahme der ausgeklappten
Stellung aufgebracht wird.
[0019] Das Betätigungselement umfasst vorzugsweise einen Bolzen, der zur Kopplung zwischen
Betätigungselement und Schwenkhebel in einer Ausnehmung des Schwenkhebels in Eingriff
überführbar ist.
[0020] Vorzugsweisung ist die Ausnehmung in der ausgeklappten Stellung des Schwenkhebels
derart angeordnet, dass der Bolzen durch eine Eintrittsöffnung der Ausnehmung, vorzugsweise
in Form einer Nut oder eines Schlitzes, in diese eingreifen kann, wenn die Möbelteile
zueinander verschoben werden.
[0021] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnungen
erläutert. Hierin zeigt:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Dämpfungs- und Anzugsvorrichtung
an nicht vollständig geöffneten Schiebetüren;
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht der Dämpfungs- und Anzugsvorrichtung gemäß Figur 1 an
vollständig geöffneten Schiebetüren;
- Figur 3
- eine Draufsicht der Dämpfungs- und Anzugsvorrichtung gemäß Figur 1 und
- Figur 4
- eine Draufsicht der Dämpfungs- und Anzugsvorrichtung gemäß Figur 2.
[0022] Die Figuren 1 und 2 zeigen eine erfindungsgemäße Dämpfungs- und Anzugsvorrichtung
4, wie sie an zwei zueinander verschiebbaren Möbelteilen, nämlich einer äußeren Schiebetür
1 und einer inneren Schiebetür 2, befestigt sind. Die Figuren 1 und 2 werden im folgenden
zusammen beschrieben.
[0023] Die beiden Schiebetüren 1 und 2 sind als ebene Platten ausgebildet und können zum
Beispiel Schiebetüren eines Schiebetürschranks sein, wobei die beiden Schiebetüren
1, 2 in den Figuren 1 und 2 von innen eines Schrankes aus gesehen sind. Grundsätzlich
ist es jedoch auch denkbar, dass eins der beiden Möbelteile 1, 2 feststehend ist und
nur das andere Möbelteil bewegbar ist. Die beiden Schiebetüren 1, 2 sind in zwei parallelen
Ebenen hintereinander angeordnet und lassen sich in ihrer Ebene parallel zu einer
Verschiebeachse V verschieben. Im folgenden wird auch der Begriff "Verschieberichtung"
verwendet, der sich auf eine Verschiebung einer der beiden Schiebetüren 1, 2 oder
beider Schiebetüren 1, 2 zueinander in eine der beiden möglichen Richtungen entlang
der Verschiebeachse V bezieht. Mit "erster Verschieberichtung" ist die Richtung bezeichnet,
in der sich die beiden Schiebetüren 1, 2 beim Öffnen der Schiebetüren relativ zueinander
bewegen. In einer geöffneten Stellung der beiden Schiebetüren 1, 2 zueinander überlappen
sich die beiden Schiebetüren 1, 2 nur geringfügig und können zum Öffnen zum Beispiel
eines Schranks in die in Figur 2 gezeigte geöffnete Position überführt werden, in
dem sich die beiden Schiebetüren 1, 2 größten Teils überlappen und nur über einen
kurzen Bereich jeweils über die andere Schiebetür vorstehen.
[0024] An einer der inneren Schiebetür 2 zugewandten Innenfläche 3 der äußeren Schiebetür
1 ist ein Basiselement 5 der Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung 4 montiert. An dem
Basiselement 5 ist ein Schwenkhebel 6 um eine Schwenkachse S schwenkbar befestigt.
Der Schwenkhebel 6 lässt sich zwischen einer ausgeklappten Stellung gemäß Figur 1
und einer eingeklappten Stellung gemäß Figur 2 verschwenken, wobei die Schwenkachse
S in einem rechten Winkel zur Verschiebeachse V angeordnet ist. An einer dem Basiselement
5 zugewandten Stirnfläche 7 der inneren Schiebetür 2 ist ein Betätigungselement 6
montiert, welches einen Bolzen 9 aufweist, der zylindrisch gestaltet und parallel
zur Schwenkachse S angeordnet ist. Der Bolzen 9 ist derart angeordnet, dass er in
der ausgeklappten Stellung des Schwenkhebels 6 durch eine stirnseitige Öffnung 11
am Schwenkhebel 6 in eine Nut 10 des Schwenkhebels 6 eintauchen kann. In der ausgeklappten
Stellung ist der Schwenkhebel 6 und auch die Nut 10 winklig zur Verschiebeachse V
angeordnet. Die Nut 10 schließt mit der Verschiebeachse V einen Winkel von etwa 45°
ein. Hierdurch stößt der Bolzen 9 gegen die Wandung der Nut 10, wenn die innere Schiebetür
2 relativ zur äußeren Schiebetür 1 in die in Figur 2 gezeigte geschlossene Stellung
überführt wird, gegen eine Wandung der Nut 10 an. Bei dieser Bewegung wird dann der
Schwenkhebel 6 in der gezeigten Ansicht im Uhrzeigersinn um die Schwenkachse S verschwenkt,
bis der Schwenkhebel 6 die eingeklappte Position erreicht, in der der Schwenkhebel
6 und die Nut 10 in etwa vertikal und damit in etwa im rechten Winkel oder zumindest
in etwa im rechten Winkel zur Verschiebeachse V angeordnet sind.
[0025] Der Schwenkhebel 6 ist in der ausgeklappten Stellung gehalten. Nach einem verhältnismäßig
kleinen Schwenkweg überschreitet der Schwenkhebel 6 eine Todpunktstellung nach der
der Schwenkhebel 6, wie nachfolgend erläutert wird, in Richtung zur eingeklappten
Stellung mit Kraft beaufschlagt wird und somit den Bolzen 9 an das Basiselement 5
heranzieht. Hierdurch werden die beiden Schiebetüren 1, 2 in ihre geöffnete Position
zueinander bewegt. Um einen langsamen gedämpften Anzug zu erzielen und auch um bei
einem schwungvollen Verschieben zum Beispiel der inneren Schiebetür 2 gegenüber der
äußeren Schiebetür 1 (oder umgekehrt) die Bewegung zu dämpfen, ist ein, wie ebenfalls
später erläutert wird, Dämpfungselement vorgesehen, das die Bewegung des Schwenkhebels
6 dämpft. Somit wird zunächst die Bewegung der beiden Schiebetüren 1, 2 zueinander
abgedämpft, so dass ein hartes Gegeneinanderschlagen von vorzusehenden Anschlägen
vermieden wird. Hierdurch werden Beschädigungen an den Beschlägen der Schiebetüren
1, 2 vermieden. Ferner wird ein sanftes Anziehen der beiden Schiebetüren 1, 2 ermöglicht,
um ein komfortables Öffnen der Schiebetüren 1, 2 zu gewährleisten.
[0026] Die Figuren 3 und 4 zeigen die erfindungsgemäße Dämpfungs- und Anzugsvorrichtung
4 von der gemäß Figuren 1 und 2 entgegengesetzten Seite. Die Figur 3 zeigt den Schwenkhebel
6 in der ausgeklappten Stellung und Figur 4 in der eingeklappten Stellung. Die Figuren
3 und 4 werden im folgenden zusammen beschrieben.
[0027] Wie bereits erläutert, ist der Schwenkhebel 6 an dem Basiselement 5 um die Schwenkachse
S schwenkbar befestigt. Ein Hebel 19 ist mit einem ersten Ende am Schwenkhebel 6 um
eine erste Koppelachse K1 schwenkbar befestigt, wobei die erste Koppelachse K1 parallel
zur Schwenkachse S angeordnet ist. Mit einem zweiten Ende ist der Hebel 19 mit einem
Schieber 12 um eine zweite Koppelachse K2 schwenkbar befestigt. Der Schieber 12 ist
am Basiselement 5 entlang einer ersten Verstellachse X1 axial verstellbar geführt.
Somit ergibt sich mit dem Schwenkhebel 6, dem Hebel 19 und dem Schieber 12 eine Kniehebelanordnung.
Dies bedeutet, dass eine erste Kraftwirkungslinie W1, welche von der Schwenkachse
S zur ersten Koppelachse K1 verläuft, und eine zweite Kraftwirkungslinie W2, welche
von der ersten Koppelachse K1 zur zweiten Koppelachse K2 verläuft, in der ausgeklappten
Stellung des Schwenkhebels 6 einen kleineren Winkel zwischen sich einschließen als
in der eingeklappten Stellung gemäß Figur 4. In der eingeklappten Stellung des Schwenkhebels
6 sind der Schwenkhebel 6 und der Hebel 19 annähernd gestreckt zueinander angeordnet,
das heißt, die erste Kraftwirkungslinie W1 und die zweite Kraftwirkungslinie W2 schließen
einen Winkel von 180° oder annähernd 180° ein.
[0028] Zur Dämpfung der Schwenkbewegung des Schwenkhebel 6 und damit zur Dämpfung der Verschiebebewegung
der beiden Schiebetüren 1, 2 zueinander ist eine Dämpfungseinheit 13 vorgesehen, welche
als Lineardämpfungselement mit einem Zylinder 14 und einer relativ zum Zylinder verschiebbaren
Kolbenstange 15 ausgebildet ist. Die Dämpfungseinheit 13 ist somit teleskopierbar,
wobei die Dämpfungseinheit 13 entlang der ersten Verstellachse X1 des Schiebers 12
teleskopierbar ist. Die Dämpfungseinheit 13 ist einerseits mit dem Zylinder 14 am
Schieber 12 und andererseits mit der Kolbenstange 15 am Basiselement 5 axial abgestützt.
Bei der Dämpfungseinheit 13 handelt es sich um einen Hydraulikdämpfer bekannter Bauart,
wobei die Kolbenstange 15 mit verhältnismäßig geringer Federkraft in eine ausgeschobene
Position beaufschlagt ist und die Bewegung der Kolbenstange 15 gegenüber dem Zylinder
14 hydraulisch gedämpft ist. Auf Grund der Kniehebelanordnung ergibt sich somit eine
hohe Dämpfungswirkung bei einem Schwenkweg des Schwenkhebels 6 ausgehend von der ausgeklappten
Stellung in Richtung zur eingeklappten Stellung, wobei die Dämpfungswirkung in Richtung
zur eingeklappten Stellung hin abnimmt.
[0029] Ferner ist ein Druckstück 16 vorgesehen, welches entlang einer zweiten Verstellachse
X2 axial verschiebbar am Basiselement 5 geführt ist. Das Druckstück 17 ist hierbei
gegen eine Stellfläche 18 am Schwenkhebel 6 abgestützt und mittels eines Kraftspeichers
in Form einer Druckfeder 17 gegen die Stellfläche 18 beaufschlagt. Die Stellfläche
18 ist teilweise um die Schwenkachse S1 herum angeordnet und weist über ihren Umfang
einen sich verändernden Abstand zur Schwenkachse S auf. In der ausgeklappten Stellung
des Schwenkhebels 6 ist das Druckstück 16 in einem Bereich der Stellfläche 18 in Anlage,
in der die Stellfläche 18 einen geringeren Abstand zur Schwenkachse S aufweist, als
in dem Anlagepunkt, an dem das Druckstück 16 in einer Totpunktstellung mit der Stellfläche
18 in Anlage ist, wobei die Totpunktstellung sich zwischen der ausgeklappten und der
eingeklappten Stellung befindet. Somit ist gewährleistet, dass der Schwenkhebel 6
sicher in der ausgeklappten Stellung gehalten ist. Ausgehend von der ausgeklappten
Stellung ist nur ein geringer Schwenkweg erforderlich, um die Totpunktstellung zu
erreichen, um einen möglichst großen Schwenkweg bereitzustellen, über den der Schwenkhebel
6 in Richtung zur eingeklappten Stellung mit Kraft beaufschlagt ist. Hierzu weist
die Stellfläche 18 im Kontaktbereich des Druckstücks 16 an der Stellfläche 18, wenn
sich der Schwenkhebel 6 in der Totpunktstellung befindet, einen größeren Abstand zur
Schwenkachse S auf als in der eingeklappten Stellung des Schwenkhebels 6.
[0030] Die erste Verstellachse X1 ist parallel zur zweiten Verstellachse X2 angeordnet,
wobei die beiden Verstellachsen X1, X2 in einem rechten Winkel zur Verschiebeachse
V angeordnet sind. Somit weist die Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung 4 eine geringe
Baugröße in Richtung der Verschiebeachse V auf.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- äußere Schiebetür
- 2
- innere Schiebetür
- 3
- Innenfläche
- 4
- Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung
- 5
- Basiselement
- 6
- Schwenkhebel
- 7
- Stirnfläche
- 8
- Betätigungselement
- 9
- Bolzen
- 10
- Nut
- 11
- Öffnung
- 12
- Schieber
- 13
- Dämpfungseinheit
- 14
- Zylinder
- 15
- Kolbenstange
- 16
- Druckstück
- 17
- Druckfeder
- 18
- Stellfläche
- 19
- Hebel
- K1
- erste Koppelachse
- K2
- zweite Koppelachse
- S
- Schwenkachse
- V
- Verschiebeachse
- W1
- erste Kraftwirkungslinie
- W2
- zweite Kraftwirkungslinie
- X1
- erste Verstellachse
- X2
- zweite Verstellachse
1. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung für zweie Möbelteile, von denen zumindest eins gegenüber
dem anderen verschiebbar ist, umfassend
ein Basiselement (5), das an einem ersten Möbelteile (1) befestigt werden kann,
einen Schwenkhebel (6), der an dem Basiselement (5) um eine Schwenkachse (S) zwischen
einer ausgeklappten Stellung und einer eingeklappten Stellung schwenkbar befestigt
ist,
einen Kraftspeicher (17), der den Schwenkhebel (6) zumindest über einen Teil seines
Schwenkweges in Richtung zur eingeklappten Stellung beaufschlagt,
eine Dämpfungseinheit (13), die am Basiselement (5) abgestützt ist, sowie
ein Betätigungselement (8), das an einem zweiten Möbelteil (2) befestigt werden kann
und das beim Verschieben zumindest eines der beiden Möbelteile gegenüber dem anderen
der beiden Möbelteile in einer ersten Verschieberichtung den Schwenkhebel (6) in Richtung
zur eingeklappten Stellung beaufschlagt,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Hebel (19) vorgesehen ist, der mit einem ersten Ende an dem Schwenkhebel (6)
exzentrisch zur Schwenkachse (S) schwenkbar befestigt ist und mit einem zweiten Ende
schwenkbar an der Dämpfungseinheit (13) angreift, wobei das zweite Ende gegenüber
dem Basiselement (5) linear verstellbar ist.
2. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hebel (19) und der Schwenkhebel (6) sich in der eingeklappten Stellung zumindest
in einer annähernd gestreckten Lage zueinander befinden.
3. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dämpfungseinheit (13) in einer Richtung quer, vorzugsweise im rechten Winkel,
zur Verschieberichtung (V) der Möbelteile (1, 2) teleskopierbar ist.
4. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dämpfungseinheit (13) zumindest ein Dämpfungselement umfasst.
5. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dämpfungselement zwei zueinander axial verstellbare Dämpferbauteile umfasst,
nämlich einen Zylinder (14) und eine gegenüber dem Zylinder (14) axial verstellbare
Kolbenstange (15).
6. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hebel (19) gegen eines der Dämpferbauteile (14) abgestützt ist.
7. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hebel (19) über einen am Basiselement (5) linear verschiebbar geführten Schieber
(12) gegen die Dämpfungseinheit (13) abgestützt ist.
8. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hebel (19) am Schieber (12) schwenkbar befestigt ist.
9. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schieber (12) in einer Richtung quer, vorzugsweise im rechten Winkel, zur Verschieberichtung
(V) der Möbelteile (1, 2) verschiebbar ist.
10. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kraftspeicher (17) den Schwenkhebel (6) über einen Schwenkweg von einer Totpunktstellung
bis zur eingeklappten Stellung in Richtung zur eingeklappten Stellung beaufschlagt,
wobei die Totpunktstellung zwischen der ausgeklappten Stellung und der eingeklappten
Stellung liegt.
11. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwenkhebel (6) eine Stellfläche (18) aufweist, die teilweise um die Schwenkachse
(S) mit sich verändernden Abstand zur Schwenkachse (S) verläuft, und
dass ein Druckstück (16) vorgesehen ist, das linear verstellbar am Basiselement (5) geführt
ist und von dem Kraftspeicher (17) gegen die Stellfläche beaufschlagt wird.
12. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stellfläche von der Totpunktstellung bis zur eingeklappten Stellung einen abnehmenden
Abstand zur Schwenkachse (S) aufweist.
13. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stellfläche von der Totpunktstellung bis zur ausgeklappten Stellung einen konstanten
oder abnehmenden Abstand zur Schwenkachse (S) aufweist.
14. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Betätigungselement (8) einen Bolzen (9) umfasst, der zur Kopplung zwischen Betätigungselement
(8) und Schwenkhebel (6) in eine Ausnehmung des Schwenkhebels (6) in Eingriff überführbar
ist.
15. Dämpfungs- und Auszugsvorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausnehmung in der ausgeklappten Stellung des Schwenkhebels (6) derart angeordnet
ist, dass der Bolzen (9) durch eine Eintrittsöffnung der Ausnehmung, vorzugsweise
in Form eine Nut (10) oder eines Schlitzes, in diese eingreifen kann, wenn die Möbelteile
(1, 2) zueinander in der ersten Verschieberichtung verschoben werden.