[0001] Die Erfindung betrifft eine Geräteeinheit mit einer Steckvorrichtung.
[0002] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Geräteeinheit der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, die ein einfaches und sicheres Austauschen steuerungstechnischer
Komponenten erlaubt.
[0003] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0004] Bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale
der Unteransprüche gekennzeichnet.
[0005] Weitere Vorteile und wesentliche Einzelheiten der Erfindung sind der nachfolgenden
Beschreibung zu entnehmen.
[0006] Die erfindungsgemäße Geräteeinheit besitzt eine Steckvorrichtung, die ein Einsteckteil
und ein Aufnahmeteil aufweist. Das Einsteckteil ist an der Unterseite einer Wechseleinheit
angeordnet, in der verschiedene elektrische Einbauten vorgesehen sein können, und
weist mindestens einen, vorzugsweise zwei bis dreißig, bei größeren Einsteckteilen
gegebenenfalls auch deutlich mehr, z.B. sechzig elektrische Kontaktbolzen auf, die
in Richtung nach unten weisen. Die Kontaktbolzen, die mit den elektrischen Einbauten
verknüpft sind, können zweckmäßig in einer Grundplatte des Einsteckteils befestigt
sein und aus dieser herausragen. Zudem ist dem Einsteckteil eine zylinderförmige Wandung
zugehörig, welche die Kontaktbolzen deutlich überragt und auf Abstand umschließt,
so dass letztere innerhalb des von der Wandung umfassten Raumes sicher geschützt sind.
Die Länge der Kontaktbolzen kann vorteilhaft etwa um die Hälfte kürzer sein als die
Wandung.
[0007] Das Aufnahmeteil der Steckvorrichtung ist einer Basiseinheit zugehörig, in welche
die Wechseleinheit einsetzbar ist. Die Basiseinheit kann innerhalb eines Schaltschranks
oder an einer anderweitigen Halterung lösbar befestigt werden und für die Spannungsversorgung
entsprechende Anschlüsse aufweisen. Das Aufnahmeteil besitzt mindestens ein, vorzugsweise
zwei bis dreißig, bei größeren Aufnahmeteilen gegebenenfalls auch deutlich mehr, z.B.
sechzig Kontaktlager, in welche die Kontaktbolzen des Einsteckteils eingeführt werden
können und die mit den Anschlüssen verknüpft sind. Die Kontaktlager selbst können
in einem Grundkörper des Aufnahmeteils bevorzugt derart gelagert sein, dass die freie
Endseite des Grundkörpers und die Einstecköffnungen der Kontaktlager in etwa bündig
sind. Darüber hinaus weist das Aufnahmeteil eine zylinderförmige Wand auf, die den
Grundkörper mit den Kontaktlagern auf Abstand umschließt und bevorzugt deutlich überragt,
wobei die Länge der Kontaktlager vorteilhaft etwa um die Hälfte kürzer ist als die
sie umgebende Wand. Außerdem kann an dem der freien Endseite abgewandten Fuß des Grundkörpers
eine ringförmige Ausnehmung ausgebildet sein, deren Tiefe ungefähr gleich ihrer Breite
ist, wobei die Breite der Ausnehmung zweckmäßig annähernd gleich der Dicke der zylinderförmigen
Wandung des Einsteckteils ist.
[0008] Beim Einsetzen der Wechseleinheit in die Basiseinheit greift zunächst die Wandung
des Einsteckteils in die Wand des Aufnahmeteils ein, das heißt, die Wand des Aufnahmeteils
übergreift die Wandung des Einsteckteils, wobei der Durchmesser der Außenfläche der
Wandung des Einsteckteils nur etwas kleiner ist als der Durchmesser der Durchmesser
der Innenfläche der Wand des Aufnahmeteils, so dass im Übergriffsbereich zwischen
den beiden Flächen nur ein schmaler, spaltförmiger Abstand besteht. In einer ersten
Einsteckposition ist das Maß des Übergriffs in Einsteckrichtung so bemessen, dass
eine Mindestlänge gegeben ist, die vorzugsweise erheblich länger ist als ein in dieser
Einsteckposition zwischen den freien Enden der Kontaktbolzen und den Einstecköffnungen
der Kontaktlager bestehender Luftmindestabstand. Der zwischen den Flächen im Übergriffsbereich
bestehende schmale Abstand und dessen Mindestlänge in Einsteckrichtung entsprechen
den Richtlinien des Explosionsschutzes, so dass ein so genannter zünddurchschlagsicherer
Spalt gebildet ist. Das Zusammenwirken der Wandung des Einsteckteils und der Wand
des Aufnahmeteils kann allerdings auch so erfolgen, dass die Wand des Aufnahmeteils
von der Wandung des Einsteckteils übergriffen wird. In diesem Falle ist zur Bildung
des normgerechten zünddurchschlagsicheren Spaltes der Außendurchmesser der Wand des
Aufnahmeteils nur etwas kleiner als der Innendurchmesser der Wandung des Einsteckteils.
[0009] Beim weiteren Hineinschieben der Wechseleinheit in die Basiseinheit überwinden die
Kontaktbolzen den zwischen ihren freien Enden und den Einstecköffnungen der Kontaktlager
bestehenden Luftmindestabstand und dringen in die Kontaktlager ein. Dabei gelangt
die dem Einsteckteil zugehörige Wandung, deren Innenfläche an der Umfangsfläche des
Grundkörpers des Aufnahmeteils gleitend geführt ist, mit ihrem freien Stirnende in
die ringförmige Ausnehmung am Fuß des Grundkörpers. Durch den Eingriff der Kontaktbolzen
in die Kontaktlager und die eng geführte Lagerung der Wandung des Einsteckteils zwischen
der Wand und dem Grundkörper des Aufnahmeteils ist somit eine dauerhaft funktionssichere
Steckverbindung gegeben.
[0010] Um ein unbeabsichtigtes Lösen der Steckvorrichtung zu verhindern, kann es zweckmäßig
sein, eine Sperrvorrichtung vorzusehen, die von Hand sowohl in eine Verriegelungs-
als auch in eine Freigabeposition gebracht werden kann. Dies kann über einen Schieber
erfolgen, der vorteilhaft an der Basiseinheit gelagert ist. Der Schieber kann mindestens
einen Vorsprung aufweisen, der in eine Nut der Wechseleinheit eingreift. Vorzugsweise
können am Schieber zwei einander auf Abstand gegenüberliegende Vorsprünge vorgesehen
sein,die in je eine an gegenüberliegenden Seiten der Wechseleinheit ausgebildete Nut
eingreifen. Jede Nut kann, in Einsteckrichtung der Wechseleinheit gesehen, an ihrem
Anfang eine Öffnung aufweisen.
[0011] Wenn die Wechseleinheit in die Basiseinheit eingesteckt wird, befindet sich der Schieber
in seiner eingeschobenen Position und der Vorsprung gelangt durch die Öffnung in die
Nut, in der der Vorsprung eng geführt ist. Die Nut hat in Einsteckrichtung einen zunächst
geraden und dann einen serpentinen- oder mäanderförmigen Verlauf, der durch eine Abknickung,
einen Schräganstieg, eine Spitzkehre und einen erneuten Schräganstieg gebildet ist.
Befindet sich nun der Vorsprung am Ende der Nutgeraden in der Nutabknickung und der
Schieber an der Basiseinheit wird etwas vorgezogen, dann gelangt der Vorsprung in
den Bereich des Schräganstiegs und die Wechseleinheit wird weiter in Richtung gegen
die Basiseinheit verlagert. Am Ende des Schräganstiegs befindet sich die Nutspitzkehre.
[0012] Wenn der Vorsprung hier angelangt ist, ist die Steckvorrichtung so weit ineinander
geschoben, dass zwischen den freien Enden der Kontaktbolzen und den Einstecköffnungen
der Kontaktlager der zuvor erwähnte Luftmindestabstand besteht. In dieser Position
ist in dem sich überlappenden Bereich der zylindrischen Wandung des Einsteckteils
und der zylindrischen Wand des Aufnahmeteils aber bereits der ebenfalls zuvor beschriebene
zünddurchschlagsichere Spalt gebildet, so dass im Innenraum der Steckvorrichtung ein
den Sicherheitsanforderungen genügender druckfester Raum besteht. Würde in diesem
druckfesten Raum durch Funkenbildung eine Explosion ausgelöst werden, könnte sich
letztere auf Grund des zünddurchschlagsicheren Spaltes nicht ausbreiten. Wegen des
serpentinen- bzw. mäanderförmigen Verlaufs der Nut und der Lagerung des Vorsprungs
in der Nutspitzkehre kann die Wechseleinheit durch den Druck der Explosion im druckfesten
Raum auch nicht zurückgeschoben, also von der Basiseinheit weggedrückt werden, so
dass stets ein hoher Sicherheitsstandard gewährleistet ist.
[0013] Beim Zurückschieben des Schiebers gegen die Basiseinheit gelangt der Vorsprung von
der Spitzkehre über den zweiten Schräganstieg an das Ende der Nut. Während dieses
Vorgangs wird die Wechseleinheit weiter gegen die Basiseinheit verlagert und die Kontaktbolzen
des Einsteckteils greifen in die Kontaktlager des Aufnahmeteils ein. Am Ende der Nut
kann eine Aussparung ausgebildet sein, in die der Vorsprung arretierend eingreift.
Für ein Lösen der Steckvorrichtung und Entfernen der Wechseleinheit von der Basiseinheit
ist die Sperrvorrichtung durch entsprechend umgekehrte Manipulationen des Schiebers
in die Freigabeposition zu bringen. Ein Austausch der Wechseleinheit kann bei der
vorbeschriebenen explosionsgeschützten Ausführung im elektrischen Steckvorrichtungsbereich
weitgehend unterbrechungsfrei unter Aufrechterhaltung der Versorgungsstromkreise auch
in explosiven Bereichen selbst von angelernten Hilfskräften gefahrlos durchgeführt
werden, wobei durch die Einbeziehung der ebenfalls vorbeschriebenen Sperrvorrichtung
nicht nur in der aktiven Betriebsposition der Geräteeinheit, sondern auch in kritischen
Übergangsphasen während des Verbindens oder Trennens von Wechsel- und Basiseinheit
zusätzlich eine hohe Sicherheit gegeben ist.
1. Geräteeinheit mit einer Steckvorrichtung, die ein Aufnahmeteil mit mindestens einem
elektrischen Kontaktlager und ein mit dem Aufnahmeteil korrespondierendes Einsteckteil
aufweist, das mindestens einen in das Kontaktlager einsetzbaren elektrischen Kontaktbolzen
besitzt, wobei eine zylinderförmige Wandung des Einsteckteils und eine ebenfalls zylinderförmige
Wand des Aufnahmeteils einander überlappend ineinander greifen.
2. Geräteeinheit nach vorstehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in dem sich überlappenden Bereich der zylindrischen Wandung des Einsteckteils und
der zylindrischen Wand des Aufnahmeteils ein zünddurchschlagsicherer Spalt gebildet
ist.
3. Geräteeinheit nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zünddurchschlagsichere Spalt zwischen der Innenfläche der zylindrischen Wand
des Aufnahmeteils und der Außenfläche der zylindrischen Wandung des Einsteckteils
vorgesehen ist.
4. Geräteeinheit nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktbolzen aus einer Grundplatte des Einsteckteils herausragt und dass die
zylindrische Wandung, ausgehend von der Grundplatte, länger ist als der Kontaktbolzen.
5. Geräteeinheit nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontaktlager in einem Grundkörper des Aufnahmeteils vorgesehen ist und dass die
zylindrische Wand über den Grundkörper und die Einstecköffnung des Kontaktlagers hinaus
in dessen Längsrichtung vorsteht.
6. Geräteeinheit nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnahmeteil einer Basiseinheit und das Einsteckteil einer Wechseleinheit zugehörig
ist.
7. Geräteeinheit nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wechseleinheit in die Basiseinheit einsetzbar ist.
8. Geräteeinheit nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steckvorrichtung gegen ein unbeabsichtigtes Lösen gesichert ist.
9. Geräteeinheit nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherung gegen Lösen der Steckvorrichtung eine Sperrvorrichtung zugeordnet ist.
10. Geräteeinheit nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrvorrichtung zur Sicherung gegen ein Lösen der Steckvorrichtung ein manuell
betätigbarer Schieber zugeordnet ist.