[0001] Die Erfindung betrifft ein Türsystem für ein Fahrzeug des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs
mit einer Tür und einem Türportal, wobei die Tür beim Öffnen und Schließen im Wesentlichen
parallel zur Fahrzeugaußenwand bewegt wird und wobei die Tür eine vertikal verlaufende,
in Schließrichtung vorne angeordnete Hauptschließkante aufweist, die im geschlossenen
Zustand der Tür an einer vertikal im Türportal verlaufenden Portalhauptkante anliegt,
und eine in Schließrichtung hinten angeordnete Nebenschließkante aufweist, die im
geschlossenen Zustand der Tür an einer vertikal im Türportal verlaufenden Portalnebenkante
anliegt, wobei die Hauptschließkante beim Öffnen und Schließen entlang einer s-förmigen
Bewegungsbahn und die Nebenschließkante entlang einer bogenförmigen Bewegungsbahn
bewegt wird.
[0002] Es sind Außenschwingtüren im Stadt- und Überlandbusbereich bekannt, bei denen die
Anpresskraft gegen die Türdichtung über den Antrieb für den Öffnungs- und Schließmechanismus
bereitgestellt werden muss. Schließt die Tür, so wird beispielsweise über ein doppeltes
Parallelschwenkgetriebe die Tür parallel zur Fahrzeuglängsachse bewegt, gegen das
Türportal gedrückt und verriegelt. Die Kraft, mit der die Tür gegen die Dichtung gepresst
werden muss, damit die Dichtung wirkt, wird dabei über den Antrieb für den Öffnungs-
und Schließmechanismus bereitgestellt. Erst nachdem die Türdichtung ihre vorgegebene
Kompression erreicht hat, wird eventuell noch ein Verriegelungsmechanismus wirksam.
Alternativ kann die Tür auch allein über die Anpresskraft des Antriebes in Schließstellung
gehalten werden. Hierfür ist ein verhältnismäßig kräftiger Antrieb erforderlich, da
insbesondere während des Eindrückens der Türdichtung ein sehr ungünstiger Hebelarm
wirksam ist. Bei Druckverlust in hydraulischen oder pneumatischen Systemen fehlt die
Anpresskraft, wodurch Windgeräusche entstehen können und schlimmstenfalls die Tür
unbeabsichtigt während der Fahrt von einer daran lehnenden Person aufgestoßen werden
kann.
[0003] Bei Schienenfahrzeugen und Fahrzeugen für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr wird
die Tür üblicherweise nach dem Anliegen im Türportal in Z-Richtung, also vertikal
zur Fahrbahnoberfläche, verschoben. Dabei wird jeweils ein Verriegelungskeil an der
Tür in einen Verriegelungskeil im Türportal verschoben und drückt die Tür in das Dichtungssystem.
Vorzugsweise sind dabei jeweils zwei Kellpaare an jeder Türkante vorgesehen. Dieses
System erfordert hohe Kräfte, um die Tür in die verriegelte Position zu schieben.
Die Türkinematik muss sowohl eine Schwenkbewegung als auch eine Hubbewegung erzeugen.
Zusätzlich besteht beispielsweise bei hydraulischen oder pneumatischen Systemen auch
das Problem, dass bei Druckverlust im System die Verriegelung unwirksam wird und die
Tür unbeabsichtigt spaltweise oder gar vollständig auffallen kann. Bei mechanischen
Getrieben kann dies ebenfalls passieren, wenn diese nicht selbsthemmend sind und die
Anpresskraft aktiv über den Motor bereltgestellt werden muss.
[0004] Die
DE 101 16 580 A1 beschreibt eine Schwenkschiebetür für Schienenfahrzeuge mir mindestens einem in seiner
Längsrichtung verschiebbaren Türblatt, einem an dem Türblatt angeordneten Antriebsmittel,
das mit einem an einer Welle gelagerten Schwenkgetriebe In Zwangseingriff steht, das
von einem stationären Antriebsmotor angetrieben wird, und eine Ver- und Entriegelungsvorrichtung
für das Türblatt.
[0005] Die
EP 0 312 450 A1 beschreibt eine Schwenkschlebetür mit einem festen Rahmen und einem gleitenden Türflügel,
der beweglich zwischen einer Verschlussstellung und einer Öffnungsstellung ist, wobei
der Flügel mit den Führungsmitteln verbunden ist, die an den Rahmen angeordnet sind,
um den Flügel eine Querbewegung zum Rahmen zu geben, so dass der Flügel quer zum Rahmen
bei einer Bewegung in die Verschlussstellung eingeschoben wird.
[0006] Die
DE 28 54 204 A beschreibt eine Schwenkschlebetür für Fahrzeuge, wobei an einem Portalrahmen ein
Schubelement zur unterstützung der Schiebendbewegung des Türflügels angeordnet ist.
[0007] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht darin, eine sichere Verriegelung
einer Tür im Türportal eines Fahrzeuges bereitzustellen, wobei die geschlossene Tür
ein hohes Maß an Geräuschkomfort haben sein sollte. Dazu sollte die Tür so fest an
der Dichtung anliegen, dass auch bei höheren Geschwindigkeiten keine oder nur geringe
Windgeräusche entstehen und auch die Tür selbst nicht zum Beispiel durch Klappern
Geräusche verursacht. Zum Schließen sollten geringe Kräfte notwendig sein und die
beteiligte Mechanik sollte einfach aufgebaut sein.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch ein Türsystem nach dem Ansprüch 1.
Die vorliegende Erfindung stellt eine vorteilhafte Verriegelung bereit, welche sich
mit dem mittels der Türkinematik bereitgestellten Bewegungsablauf betätigen lässt.
Vorzugsweise sind einer Tür In einem Türportal acht Verriegelungselemente zugewiesen.
Das bedeutet, dass zwei Arretierungsbolzen an der Hauptschließkante der Tür und zwei
Gegenlager an der Portalhauptkante und zwei erste Verschlusselemente an der Nebenschließkante
und zwei zweite Verschlusselemente an der Portalnebenkante vorgesehen sind. Die Verriegelungseinheiten
sichern die Tür Im Türportal so, dass diese fest gegen das Türportal und in die daran
angeordnete Dichtung gepresst wird. Die Dichtung dichtet so auch bei Querbeschleunigungen
und starken Windkräften das Fahrzeug wirksam ab. Die Verriegelungselemente sind aus
Gründen einer vorteilhaften Lastverteilung in der Nähe der Ecken an den vertikalen
Kanten des Türportals beziehungsweise der Tür angeordnet.
[0009] Über eine Türkinematik kann die Tür geöffnet und wieder verschlossen werden. Die
Türkinematik kann verschiedenartig ausgebildet sein. In einer Ausführungsform sind
an der Tür Gleitbolzen angebracht, die in Gleitbahnen am Fahrzeug geführt werden.
Über eine hydraulische, pneumatische oder elektromechanische Aktorik kann die Tür
entlang der Gleitbahn bewegt werden. Die Türkinematik kann auch ein Getriebe sein,
welches über eine hydraulische, pneumatische oder elektromechanische Aktorik angelenkt
wird. Dabei kann ein Getriebe aus einer Anordnung zweier Schwenkarme bestehen, welche
zum Öffnen und Schließen um eine Achse gedreht werden und die Tür bewegen. Die Schwenkarme
werden an ihren Drehachsen zum Beispiel mit einem hydraulischen oder pneumatischen
Drehantrieb oder mit einem hydraulischen oder pneumatischen Zylinderantrieb angetrieben.
Alternativ kann eine elektromechanische Aktorik vorgesehen sein. Es sind auch Kombinationen
einer Türkinematik mit Gleitbahnen und Schwenkarmen möglich.
[0010] In der Türkinematik sind Mittel zur Bereitstellung des für das Verriegeln des Türsystems
notwendigen s-förmigen Bewegungsablaufs an der Hauptschließkante und des bogenförmigen
Bewegungsablaufs an der Nebenschließkante vorgesehen, diese Mittel können getriebetechnisch
aufgebaut sein oder über Führungselemente verfügen.
[0011] Mit Schließrichtung ist die Richtung gemeint, in die die Tür mittels der Türkinematik
wird. Die Bewegung verläuft im Wesentlichen parallel zur Außenwand des Fahrzeugs.
[0012] An der Hauptschließkante der Tür ist mindestens ein Arretierungsbolzen angeordnet,
an der Portalhauptkante mindestens ein korrespondierendes Gegenlager. Das Gegenlager
hat eine Aussparung, in das der Arretierungsbolzen an der Hauptschließkante am Ende
der s-förmigen Schließbewegung der Tür eingreift. Das Gegenlager hält den Arretierungsbolzen
dann in einer gesicherten Position, die nur durch ein Aufschwenken der Tür an der
Hauptschließkante gelöst werden kann. Es hat sich gezeigt, dass es vorteilhaft ist,
zwei Arretierungsbolzen an der Nebenschließkante und zwei dazugehörige Gegenlager
an der Portalnebenkante vorzusehen. Es ist unerheblich, ob die Arretierungslager an
der Tür und die Gegenlager am Türportal, oder die Arretierungslager am Türportal und
die Gegenlager an der Tür angeordnet sind.
[0013] An der Nebenschließkante ist mindestens ein erstes Verschlusselement angeordnet,
welches mit einem zweiten Verschlusselement an der Türnebenkante zusammenwirkt. Die
Verschlusselemente werden wirksam, wenn die Nebenschließkante der Tür am Ende der
bogenförmigen Bewegungsbahn eingeschwenkt wird. Zum Öffnen der Tür ist es notwendig,
die Verschlusselemente zu entriegeln. Vorzugsweise sind an der Nebenschließkante zwei
erste Verschlusselemente und an der Portalnebenkante zwei zweite Verschlusselemente
vorgesehen, so dass zwei Verschlüsse die Nebenschließkante an der Portalnebenkantesichern.
Die Verschlusselemente können dabei zum Beispiel als ein Drehfallenschloss oder Schiebeschloss
und korrespondierendem Bolzen, oder als ein Riegelschloss mit mindestens einem korrespondierenden
Riegelgegenhalter ausgeführt sein.
[0014] Die Verschlusselemente an der Nebenschließkante bzw. der Portalnebenkante können
eine Vor- und eine Hauptraststellung aufweisen. Vorraststellung meint eine Stellung,
in der die Tür zwar gesichert, aber nicht fest verschlossen ist. Die Hauptraststellung
ist die Stellung, in der die Tür im Türportal gesichert und fest verschlossen ist.
[0015] Der Bolzen muss lediglich in eine Ausnehmung am Schiebeschloss eingreifen und verriegelt
werden. Mit Schiebeschloss ist hier ein Schloss gemeint, an dem mindestens ein Bauteil
mit einer Ausnehmung in einer im Wesentlichen transversalen Richtung verschoben werden
kann um den Bolzen zu sichern. Der Vorgang des Verschließens kann auch aktiv durch
das Schiebeschloss unterstützt werden, indem mit einer geeigneten Aktorik in Schließrichtung
an der Tür gezogen wird.
[0016] Mit Drehfallenschloss ist ein Schloss gemeint, bei dem ein Bolzen in einen drehbar
gelagerten Drehriegel mit einer Aussparung geführt wird. Der Drehriegel wird während
dieser Bewegung verdreht und arretiert. Denkbar ist auch, dass das Drehfallenschloss
aktiv das Einziehen des Türportals an der Hauptschließkante unterstützt, indem beispielsweise
über einen Bowdenzug, der am Drehfallenschloss angelenkt wird, die Drehfalle zugezogen
wird.
[0017] Bei der Ausführung des Verschlusses als Riegel mit einem korrespondierenden Riegelgegenhalter
ist der Riegel vorgespannt und hat an seiner Spitze eine Abschrägung, welche geeignet
ist, um den Riegel während des Schließvorganges an einem entsprechenden Gegenlager
gegen die Vorspannkraft einzudrücken und danach in ein Gegenlager einrasten zu lassen.
Ähnliches ist aus Verriegelungen für konventionelle Haustüren bekannt.
[0018] Das zweite Verschlusselement kann auf einer Auflage befestigt sein, welche an dem
Türportal angeordnet ist. Diese Auflage kann ein einstellbarer Block sein, wobei einstellbar
meint, dass über geeignete Mittel, beispielsweise Langlöcher und durch diese Langlöcher
geführte Schrauben, die Auflage durch Verschieben im Türportal eingestellt werden
kann. Dies ist notwendig, um Fertigungstoleranzen des Türportals und/oder der Tür
ausgleichen zu können. Der Verschluss kann auf diese Art und Weise so eingestellt
werden, dass zum einen eine ausreichende Kompression des Türdichtungssystems gewährleistet
ist, und zum anderen die Tür in ihrer Bewegungsbahn nicht gehindert wird.
[0019] Der Verschluss kann mittels einer Betätigungseinrichtung freigegeben werden. Betätigungseinrichtung
meint eine Aktorik, die hydraulisch, pneumatisch oder elektromechanisch sein kann.
Sie wirkt gegebenenfalls über ein Gestänge auf die Verschlusselemente, damit diese
entriegelt werden können um die Tür automatisiert oder- im Falle einer Notentriegelung-
manuell freizugeben.
[0020] Zur Notentriegelung ist es notwendig, den Verschluss freizugeben und die Tür aufzuschwenken,
ohne dass die Kinematik und der Antrieb das Aufschwenken behindern können. Dazu sollte
bei der Ausgestaltung des Verschlusses als Drehriegel dieser freigegeben werden. Bei
der Ausgestaltung des Verschlusses als Schiebeschloss sollte dieses freigängig werden.
Bei der Ausgestaltung des Verschlusses als ein Riegel, der in einen Riegelgegenhalter
eingreift, sollte der Riegel aus dem Riegelgegenhalter herausgezogen werden. Die Entriegelung
der Verschlüsse kann beispielsweise an allen Verschlüssen parallel über ein einziges
Gestänge erfolgen, auf das eine Betätigungseinrichtung bei automatischer Entriegelung
im Normalfall wirkt. Alternativ kann über einen Bowdenzug direkt auf die Verschlüsse
eingewirkt werden.
[0021] Danach muss sichergestellt werden, dass die Tür manuell bewegbar ist. Unabhängig
davon, ob die Türkinematik über Gleitbahnen und korrespondierende Gleitbolzen oder
über ein Schwenkgetriebe verfügt, muss sichergestellt sein, dass die Türkinematik
nicht selbsthemmend ist und die Tür gegen die Aktorik bewegt werden kann. Bei hydraulischen
oder pneumatischen Systemen kann über ein Ventil der Druck abgelassen werden und der
hydraulische Aktor bewegt werden, bei elektromechanischen Antrieben sollte eine Getriebeuntersetzung
nicht selbsthemmend sein.
[0022] Im geschlossenen Zustand der Tür sollte die Türkinematik möglichst wenig Bauraum
in Anspruch nehmen. Ein aus Schwenkarmen aufgebautes Türgetriebe liegt im geschlossenen
Zustand parallel zur Fahrzeuglängsachse. In diesem Zustand kann zwar am Gelenk zwischen
Schwenkarm und Tür eine hohe Kraft in der Fahrzeuglängsachse bereitgestellt werden,
jedoch nur eine geringe Kraft quer zur Fahrzeuglängsachse. Ausgerechnet nahe diesem
Zustand der geschlossenen Tür wird die größte Kraft während des Schließens benötigt,
nämlich zum Andrücken der Tür gegen die Dichtung. Es wird deshalb vorgeschlagen, die
Türkinematik beim Andrücken der Tür an die Dichtung mechanisch zu unterstützen. Unterstützung
meint, dass zur Vollziehung der Öffnungs- und Schließbahnen an dem Türportal nicht
allein die Hebel der Kinematik beteiligt sind, sondern unmittelbar vor dem Anliegen
der Tür an der Türdichtung zusätzliche Abstützlager wirksam werden. Die nach außen
weisende Flanke des Arretierungsbolzens an der Hauptschließkante und die nach innen
weisende Flanke des Gegenlagers wirken als zusätzlichen Abstützlager. Die Aktorik
betätigt die Türkinematik so, dass beim Schließen eine hohe Kraft in der Fahrzeuglängsachse
entsteht. Diese wird in dem zusätzlich wirksam werdenden Abstützlager bestehend aus
Arretierungsbolzen und Gegenlager umgelenkt, so dass die Türdichtung fest eingedrückt
werden kann.
[0023] Weitere Vorteile der Erfindung werden in den nachfolgenden Figurenbeschreibungen
gezeigt. In dieser zeigen:
- Fig. 1:
- ein Türportal und eine Tür in einer Schnittansicht von oben,
- Fig. 2:
- einen Bereich eines Fahrzeuges mit einem Türportal und einer darin befindlichen Tür
in einem geschlossenen Zustand, mit einer Hauptschließkante und einer Nebenschließkante,
- Fig. 3:
- das Fahrzeug aus Fig. 2 mit offener Tür, mit den dazugehörigen Bahnkurven, welche
beim Öffnen und Schließen der Tür vollzogen werden,
- Fig. 4:
- ein Türportal und einer Tür in der Schnittansicht von oben, wobei das Türportal mit
einer Trennlinie unterbrochen ist,
- Fig. 5:
- eine Schnittansicht eines Bereichs aus Fig. 4, die eine Verriegelung und eine Vorrichtung
zum Öffnen der Verriegelung darstellt.
[0024] Figur 1 zeigt ein Türportal 1 mit einer darin befindlichen Tür 2, die eine Hauptschließkante
31 und eine Nebenschließkante 33 aufweist. An der Hauptschließkante 31 ist eine erste
Bewegungsbahn 9, an der Nebenschließkante 33 eine zweite Bewegungsbahn 10, gestrichelt
dargestellt. Entlang den Bewegungsbahnen 9,10 werden die Haupt- und Nebenschließkanten
31,33 während des Öffnens und Schließens geführt. Die Hauptschließkante 31 befindet
sich an der Tür 2 in Schließrichtung vorne, die Nebenschließkante 33 befindet sich
an der Tür 2 in Schließrichtung hinten. Die Haupt- und Nebenschließkanten 31, 33 sind
die vertikalen verlaufenden Kanten der Tür 2. Die Hauptschließkante 31 liegt in der
geschlossenen Position der Tür 2 unmittelbar an einer vertikal verlaufenden Portalhauptkante
32 und die Nebenschließkante 33 der Tür 2 an einer Portalnebenkante 34 an.
[0025] Die Tür 2 befindet sich in der geschlossener Stellung, wobei Dichtungen 8 an ihren
entsprechenden Auflageflächen an der Auflage 5 an der Portalnebenkante 33 und an einer
Fläche eines Gegenlagers 3 anliegen. An der Hauptschließkante 31 ist ein Arretierungsbolzen
4 in einer Aussparung 24 in einem Gegenlager 3 gezeigt. Eine erste Bewegungsbahn 9
zeigt die Bewegung, welche Hauptschließkante 31 während des Öffnens und Schließens
der Tür 2 vollzieht, damit an der Hauptschließkante 31 die Arretierungsbolzen 4 in
die Gegenlager 3 an der Portalhauptkante 32 eingreifen können. Wichtig ist hierbei,
dass die erste Bewegungsbahn 9 im Gegensatz zur zweiten Bewegungsbahn 10 einen Wendepunkt
29 aufweist. Entscheidend ist hierbei, dass nachdem der Bewegungsablauf an Arretierungsbolzen
4 und Gegenlager 3 abgeschlossen ist das erste Verschlusselement 36, hier als Bolzen
7 ausgeführt, in ein zweites Verschlusselement, hier ein Schloss 16, eingreift und
der Verschluss 6 wirksam wird. Als Schloss 16 ist zum Beispiel ein Drehfallenschloss
oder ein Schiebeschloss denkbar.
[0026] Während des Schließens der Tür 2 Kommen die Arretierungsbolzen 4 an ihrer nach außen
weisenden Arretierungsbolzenkante 28 zuerst an den nach innen weisende Gegenlagerkanten
27 zur Auflage. Hierbei entstehen zusätzliche Abstützpunkte. Die Türkinematik schiebt
die Tür 2 beim weiteren Schließvorgang gegen diese zusätzlichen Abstützpunkte. Durch
die Ausgestaltung der Aussparung 24 erfolgt bei einer Kraftbeaufschlagung des Arretierungsbolzens
4 gegen das Gegenlager 3 eine Kraft, die in das Fahrzeuginnere gerichtet ist. Mittels
dieser in das Fahrzeuginnere weisenden Kraft kann die Dichtung 8 komprimiert werden.
[0027] Der Verschluss 6 muss zum Öffnen der Tür 2 freigegeben werden, wonach sich zur weiteren
Türöffnung die Nebenschließkante 33 entlang der zweiten Bewegungsbahn 10 bewegt. Zum
Einstellen des Schlosses 16 auf den Bolzen 7 kann das Auflager 5 in seiner Position
und Lage verändert werden
[0028] Figur 2 zeigt einen Fahrzeugbereich 14 mit dem Türportal 1 und der darin befindlichen
Tür 2 mit einem Fenster 17, wobei sich die Tür 2 in ihrer geschlossenen Position befindet.
Gestrichelt dargestellt sind zwei Arretierungsbolzen 4, welche an der Hauptschließkante
31 angeordnet sind und in zwei entsprechende Gegenlager 3, die an der Portalhauptkante
32 angeordnet sind, eingreifen. Die Ausführungsform mit je zwei Arretierungsbolzen
4 und je zwei Gegenlagern 3 hat sich als vorteilhaft erwiesen. Ebenfalls gestrichelt
dargestellt sind zwei Verschlüsse 6, bestehend aus je zwei ersten Verschlusselementen
36 und zwei zweiten Verschlusselementen 38, die jeweils auf einer Auflage 5 angebracht
sind. Diese Ausgestaltung zweier Verschlüsse an der Nebenschließkante 33 und der dazugehörigen
Portalnebenkante 34 hat sich ebenfalls als vorteilhaft erwiesen. Über eine Betätigungseinrichtung
11 wirkt ein Gestänge 15 auf die Verschlüsse 6, um diese freizugeben.
[0029] Nach der Freigabe der Verschlüsse 6 sind die ersten Verschlusselemente 36 außer Eingriff
mit den zweiten Verschlusselementen 38 und die Tür 2 kann sich an der Nebenschließkante
33 entlang der zweiten Bewegungsbahn 10 und an der Hauptschließkante 31 entlang der
ersten Bewegungsbahn 9 bewegen, wobei bedingt durch die erste Bewegungsbahn 9 die
Arretierungsbolzen 4 aus den Aussparungen 24 in den Gegenlagern 3 gezogen werden.
Die Tür 2 wird so geöffnet und es entsteht der in Figur 3 gezeigte Zustand.
[0030] Mit Gestänge 15 ist nicht nur eine Stange gemeint, sondern die Einrichtungen, mittels
derer bei Betätigung der Betätigungseinheit 11 die Verschlüsse gekoppelt freigegeben
werden. An den Verschlüssen 6 können also zusätzliche, nicht gezeigte Einrichtungen
angeordnet sein, die dem Gestänge 15 zuzuordnen sind. Bei einem großen Abstand der
Verschlüsse 6 an Nebenschließkante 33 und Portalnebenkante 34 und bei einer Ausgestaltung
des Gestänges 15 als Stange kann es erforderlich sein, zwischen den Verschlüssen 6
zusätzlich eine Umlenkung 12 anzuordnen, welche das Gestänge 15 abstützt, damit es
bei der Krafteinwirkung, die während der Freigabe der Verschlüsse 6 erfolgt, nicht
verbogen wird. Das Gestänge 15 kann zwischen den Verschlüssen 6 verhältnismäßig dünn
und damit leichter ausgeführt werden.
[0031] Figur 3 zeigt das Türportal 1 und die Tür 2 aus Figur 2 in der geöffneten Position.
Ebenfalls dargestellt sind die erste Bewegungsbahn 9 und die zweite Bewegungsbahn
10.
[0032] Figur 4 zeigt ein Türportal 1 mit einer darin befindlichen Tür 2 in der geschlossenen
Stellung, in der die Dichtungen 8 komprimiert sind und sich der Arretierungsbolzen
4 im Gegenlager 3 befindet. Der Bewegungsablauf während des Öffnens und Schließens
der Tür 2 ist hier analog zu dem oben beschriebenen Bewegungsablauf. In Figur 4 ist
ein anders als in Figur 1 ausgestalteter Verschluss 6 dargestellt, der in Figur 5
in der Seitenansicht gezeigt ist. Bewegt sich die Nebenschließkante 33 entlang der
zweiten Bewegungsbahn 10 in ihre geschlossene Stellung, so wird ein über eine Feder
23 vorgespannter Riegel 22 über den Riegelgegenhalter 20 eingedrückt, bis der Riegel
22 die Aussparung des Riegelgegenhalters 20 erreicht und zurückschnappt. Ist dies
erfolgt, liegt die Tür 2 fest an der Dichtung 8 an.
[0033] Figur 5 zeigt eine Schnittansicht des in Figur 4 mit "A" gekennzeichneten Schnittes.
Die Figur zeigt den Riegel 22, der über die Feder 23 vorgespannt ist und sich in einer
Riegelführung 21 befindet, wobei der Riegel 22 über ein Formstück 25 gegen die Feder
23 eingezogen und hierdurch eine Freigabe des Verschlusses 6 bewirkt werden kann.
Das Formstück 25 wird über das Gestänge 15 betätigt, welches durch die Betätigungseinrichtung
11 angelenkt wird.
1. Türsystem für ein Fahrzeug des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs mit einer Tür (2)
und einem Türportal (1), wobei die Tür (2) beim Öffnen und Schließen im Wesentlichen
parallel zur Fahrzeugaußenwand bewegt wird und wobei die Tür (2)
- eine vertikal verlaufende, in Schließrichtung vorne angeordnete Hauptschließkante
(31) aufweist, die im geschlossenen Zustand der Tür (2) an einer vertikal im Türportal
(1) verlaufenden Portalhauptkante (32) anliegt, und
- eine in Schließrichtung hinten angeordnete Nebenschließkante (33) aufweist, die
Im geschlossenen Zustand der Tür (2) an einer vertikal im Türportal (1) verlaufenden
Portalnebenkante (34) anliegt, wobei die Hauptschließkante (31) beim Öffnen und Schließen
entlang einer s-förmigen Bewegungsbahn (10) und die Nebenschließkante (33) entlang
einer bogenförmigen Bewegungsbahn (10) bewegt wird
und
an der Hauptschließkante (31) mindestens ein Arretierungsbolzen (4) vorgesehen Ist,
der in Gegenlager (3), das an der Portalhauptkante (32) angeordnet ist, eingreift,
und an der Nebenschließkante (33) mindestens ein erstes Verschlusselement (36) angeordnet
Ist, das mit einem zweiten Verschlusselement (38), das an der Portainebenkante (34)
angeordnet Ist, zusammenwirkt und die Tür (2) verschließt,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Arretierungsbolzen (4) an seiner nach außen weisenden Seite eine Arretierungsbolzenkante
(28) aufweist, die beim Schließvorgang der Tür (2) mit einer in Richtung des Fahrzeuginneren
weisenden Gegenlagerkante (27) des Gegenlagers (3) in Kontakt kommt, wobei die Gegenlagerkante
(27) als Abstützpunkt wirkt, so dass auf die Tür (2) eine in Richtung des Fahrzeuginneren
gerichtete Kraft wirkt.
2. Türsystem für ein Fahrzeug des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass In dem Verschluss (6) das erste Verschlusselement (36) ein Bolzen (7) und das zweite
Verschlusselement (38) ein Schiebeschloss ist, wobei der Bolzen (7) in das Schiebeschloss
eingreift.
3. Türsystem für ein Fahrzeug des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem Verschluss (6) das erste Verschlusselement (36) ein Bolzen (7) und das zweite
Verschlusselement (38) ein Drehfallenschloss ist, wobei der Bolzen (7) in das Drehfallenschloss
eingreift.
4. Türsystem für ein Fahrzeug des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem Verschluss (6) das erste Verschlusselement (36) ein Riegelgegenlager (20)
ist und das zweite Verschlusselement (22) ein Riegel (22) ist, wobei der Riegel (22)
in das Riegelgegenlager (20) eingreift.
5. Türsystem für ein Fahrzeug des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nach einem der vorangehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschluss (6) durch eine Betätigungseinrichtung (11) über ein Gestänge (15)
ent- und verriegelbar ist und das erste Verschlusselement (36) außer-und in Eingriff
mit dem zweiten Verschlusselement (38) gebracht wird.
6. Türsystem für ein Fahrzeug des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs nach einem der vorangehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Verschlusselement (38) auf einer Auflage (5) angebracht ist, welche wiederum
an der Portalnebenkante (34) angebracht ist.
1. A door system for a vehicle for local and long-distance public transport, with a door
(2) and a door portal (1), wherein the door (2) is moved essentially parallel to the
vehicle outer wall during opening and closing and wherein the door (2)
- has a vertically running main closing edge (31) which is arranged at the front in
the closing direction, which main closing edge bears in the closed state of the door
(2) against a portal main edge (32) running vertically in the door portal (1), and
- has a secondary closing edge (33) which is arranged at the rear in the closing direction,
which secondary closing edge bears in the closed state of the door (2) against a portal
secondary closing edge (34) running vertically in the door portal (1), wherein the
main closing edge (31) is moved along an S-shaped movement path (10) during opening
and closing and the secondary closing edge (33) is moved along a curved movement path
(10)
and
at least one locking bolt (4) is provided on the main closing edge (31), which locking
bolt engages into the thrust bearing (3) which is arranged on the portal main edge
(32) and at least one first latch element (36) is arranged on the secondary closing
edge (33), which first latch element interacts with a second latch element (38), which
is arranged on the portal secondary edge (34), and locks the door (2),
characterised in that
the locking bolt (4) has a locking bolt edge (28) on its outwardly facing side, which
locking bolt edge comes into contact with a thrust bearing edge (27) of the thrust
bearing (3) pointing in the direction of the vehicle interior during the closing procedure
of the door (2), wherein the thrust bearing edge (27) acts as a support point so that
a force directed in the direction of the vehicle interior acts on the door (2).
2. The door system for a vehicle for local and long-distance public transport according
to Claim 1, characterised in that in the latch (6), the first latch element (36) is a bolt (7) and the second latch
element (38) is a sliding lock, wherein the bolt (7) engages into the sliding lock.
3. The door system for a vehicle for local and long-distance public transport according
to Claim 1, characterised in that in the latch (6), the first latch element (36) is a bolt (7) and the second latch
element (38) is a rotary-latch lock, wherein the bolt (7) engages into the rotary-latch
lock.
4. The door system for a vehicle for local and long-distance public transport according
to Claim 1, characterised in that in the latch (6), the first latch element (36) is a bar thrust bearing (20) and the
second latch element (38) is a bar (22), wherein the bar (22) engages into the bar
thrust bearing (20).
5. The door system for a vehicle for local and long-distance public transport according
to one of the preceding claims, characterised in that the latch (6) can be unlocked and locked by means of an actuating device (11) via
a linkage (15) and the first latch element (36) is brought into out of and into engagement
with the second latch element (38).
6. The door system for a vehicle for local and long-distance public transport according
to one of the preceding claims, characterised in that the second latch element (38) is attached to a support (5) which is in turn attached
to the portal secondary edge (34).
1. Système de porte pour véhicule de trafic courte et longue distance comprenant une
porte (2) et un portail de porte (1), sachant que la porte (2) est bougée essentiellement
parallèlement à la paroi extérieure du véhicule à l'ouverture et à la fermeture et
sachant que la porte (2)
- présente une arête de fermeture principale (31) verticale et disposée à l'avant
dans le sens de fermeture, laquelle repose sur une arête principale de portail (32)
s'étendant verticalement dans le portail de porte (1) lorsque la porte (2) est fermée,
et
- présente une arête de fermeture secondaire (33) disposée à l'arrière dans le sens
de fermeture qui repose sur une arête secondaire de portail (34) s'étendant verticalement
dans le portail de porte (1) lorsque la porte (2) est fermée, sachant que l'arête
de fermeture principale (31) est déplacée le long d'un trajet de déplacement (10)
en S et l'arête de fermeture secondaire (33) est déplacée le long d'un trajet de déplacement
(10) en arc de cercle, à l'ouverture et à la fermeture,
et
au moins un boulon de blocage (4) est prévu sur l'arête de fermeture principale (31),
lequel se met en prise dans un contre-appui (3) disposé sur l'arête principale de
portail (32) et au moins un premier élément de fermeture (36) est disposé sur l'arête
de fermeture secondaire (33), lequel coopère avec un deuxième élément de fermeture
(38) disposé sur l'arête secondaire de portail (34) et ferme la porte (2),
caractérisé en ce que
le boulon de blocage (4) présente une arête de boulon de blocage (28) sur son côté
tourné vers l'extérieur, laquelle vient en contact avec une arête de contre-appui
(27) du contre-appui (3) pointant vers l'intérieur du véhicule, lors de la fermeture
de la porte (2), sachant que l'arête de contre-appui (27) agit comme point d'appui
de façon à ce qu'une force dirigée vers l'intérieur du véhicule agisse sur la porte
(2).
2. Système de porte pour véhicule de trafic courte et longue distance selon la revendication
1, caractérisé en ce que dans la fermeture (6), le premier élément de fermeture (36) est un boulon (7) et
le deuxième élément de fermeture (38) est une serrure à pêne coulissant, sachant que
le boulon (7) se met en prise dans la serrure à pêne coulissant.
3. Système de porte pour véhicule de trafic courte et longue distance selon la revendication
1, caractérisé en ce que dans la fermeture (6), le premier élément de fermeture (36) est un boulon (7) et
le deuxième élément de fermeture (38) est une serrure à pêne tournant, sachant que
le boulon (7) se met en prise dans la serrure à pêne tournant.
4. Système de porte pour véhicule de trafic courte et longue distance selon la revendication
1, caractérisé en ce que dans la fermeture (6), le premier élément de fermeture (36) est un contre-appui de
verrou (20) et le deuxième premier élément de fermeture (38) est un verrou (22), sachant
que le verrou (22) se met en prise dans le contre-appui de verrou (20).
5. Système de porte pour véhicule de trafic courte et longue distance selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé en ce que la fermeture (6) peut être déverrouillée et verrouillée par un dispositif d'actionnement
(11) via une tringle (15) et le premier élément de fermeture (36) est mis hors de,
et en prise avec le, deuxième élément de fermeture (38).
6. Système de porte pour véhicule de trafic courte et longue distance selon l'une des
revendications précédentes, caractérisé en ce que le deuxième élément de fermeture (38) est placé sur un support (5) qui est placé
à son tour sur l'arête secondaire de portail (34).