[0001] Die Erfindung betrifft eine digitale Fahrtenschreibereinheit und ein digitales Tachographensystem
mit einer solchen Fahrtenschreibereinheit. Fahrtenschreiber sind üblicherweise Kontrollgeräte,
die dafür vorgesehen sind, in einem Kraftfahrzeug, insbesondere in einem Güter- oder
Fahrgästetransportfahrzeug installiert zu werden, um eine Überwachung der Aktivitäten
eines Fahrers des Fahrzeugs zu ermöglichen. Ein Fahrtenschreiber hat dabei insbesondere
die Funktion, Fahrerdaten bezüglich Aktivitäten eines Fahrers des Fahrzeugs aufzuzeichnen,
zu verarbeiten und zu speichern, um die Überwachung dieser Aktivitäten durch einen
Kontrolleur zu ermöglichen.
[0002] Die
EP 2 073 174 A2 offenbart ein digitales Datenübertragungssystem. Das digitale Datenübertragungssystem
ist eingerichtet zum Betrieb mit einer digitalen Fahrtenschreibereinheit, die einen
Betriebsversorgungseingang und eine Datenschnittstelle zum Austauschen von in der
Fahrtenschreibereinheit gespeicherten Daten aufweist. Das Datenübertragungssystem
umfasst einen ersten Anschluss zur Zuführung einer Versorgungsspannung, einen Betriebsversorgungsausgang,
der eingerichtet ist, im Betrieb des Datenübertragungssystems mit dem Betriebsversorgungseingang
verbunden zu sein, und eine Datenentladeeinheit, aufweisend einen Versorgungseingang,
der mit dem ersten Anschluss gekoppelt ist, eine interne Datenschnittstelle, die mit
der Datenschnittstelle der Fahrtenschreibereinheit koppelbar ist, und eine externe
Datenschnittstelle zum Weiterleiten von Daten von der und/oder an die interne Datenschnittstelle,
wobei die Datenentladeeinheit eingerichtet ist, in Abhängigkeit einer Anforderung
einer Datenübertragung zwischen der internen Datenschnittstelle und der Datenschnittstelle
der Fahrtenschreibereinheit eine Versorgung des Betriebsversorgungsausgangs mit einer
aus der am ersten Anschluss anliegenden Versorgungsspannung abgeleiteten Betriebsspannung
zu steuern.
[0003] Frühere Fahrtenschreiber mit Scheiben sind heutzutage durch elektronische Fahrtenschreiber
mit digitaler Datenspeicherung, welche auch als digitale Fahrtenschreiber bezeichnet
werden können, ersetzt. Derartige digitale Fahrtenschreiber sind im europäischen Raum
auch beispielsweise in neu zugelassenen Fahrzeugen zum Gütertransport vorgeschrieben.
[0004] Im Betrieb des Fahrzeugs erfolgt durch den Fahrtenschreiber eine Aufzeichnung, Speicherung
und Verarbeitung von Fahrzeugbetriebsparametern, insbesondere von Geschwindigkeiten
und Fahrzeiten, aber auch anderen Informationen. Auch während eines Stillstands des
Fahrzeugs müssen weiter bestimmte Parameter aufgezeichnet werden, beispielsweise Arbeitszeitdaten
bei Ladevorgängen von transportierten Gütern. Daher ist es vorgesehen, dass zumindest
ein Teil des Fahrtenschreibers dauerhaft mit einer Betriebsspannung, z. B. einer Batteriespannung
des Fahrzeugs versorgt wird.
[0005] Für Fahrzeuge, die zum Transport besonderer Gefahrgüter vorgesehen sind, können auch
entsprechend europäischer Transportvorschriften wie zum Beispiel dem Europäischen
Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, ADR, bestimmte
Strom- beziehungsweise Spannungsbedingungen im Fahrzeug erfüllt sein. Beispielsweise
muss es möglich sein, das gesamte Fahrzeug durch einen Hauptschalter strombeziehungsweise
spannungsfrei schalten zu können, mit Ausnahme des oben angeführten Teils des Fahrtenschreibers.
Des Weiteren sind entsprechend der oben angeführten ADR-Norm nur bestimmte Stromstärken
für diese verbleibende Spannung zulässig. Der restliche Teil des Fahrtenschreibers,
welcher für die Aufzeichnung der Fahrzeugsbetriebsparameter im Betrieb des Fahrzeugs
zuständig ist, wird beispielsweise über eine zündungsabhängige Spannungsversorgung
des Fahrzeugs versorgt.
[0006] Ein Auslesen der im Fahrtenschreiber gespeicherten Parameter zur Kontrolle beziehungsweise
Auswertung in einer externen Auswertestelle kann ebenfalls von der zündungsabhängigen
Spannungsversorgung abhängig sein. Demnach ist bei einem herkömmlichen Fahrtenschreiber
kein Auslesen möglich, wenn die Zündung des Fahrzeugs ausgeschaltet ist. Ein Anschluss
an eine dauerhafte Versorgungsspannung beziehungsweise eine direkte Versorgung mit
der Batteriespannung, um den Fahrtenschreiber während einer Datenübertragung mit Spannung
zu versorgen, ist wiederum wegen der ADR-Norm nicht ohne weiteres zulässig.
[0007] Wenn zum Auslesen der Parameter die Zündung des Fahrzeugs eingeschaltet wird, ändert
sich zudem bei herkömmlichen Fahrtenschreibern die Aufzeichnungsbetriebsart, sodass
bei einer Kontrolle der aufgezeichneten Parameter beispielsweise vermutet werden kann,
dass ein Fahrer eine vorgeschriebene Ruhezeit unterbrochen hat, obwohl lediglich ein
Auslesevorgang stattgefunden hat.
[0008] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Fahrtenschreibereinheit und ein Tachographensystem
mit der Fahrtenschreibereinheit anzugeben, die eine Datenübertragung unabhängig von
einer dauerhaften Spannungsversorgung ermöglichen.
[0009] Diese Aufgabe wird mit dem Gegenstand des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Ausgestaltungsformen
und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 11. In
einem Ausführungsbeispiel einer digitalen Fahrtenschreibereinheit umfasst dieses einen
Dauerspannungseingang zur dauerhaften Zuführung einer Versorgungsspannung, einen Zündungsspannungseingang
zur Zuführung der Versorgungsspannung während eines Zündungsbetriebszustands und einen
separaten Aktivierungsspannungseingang, welcher zusätzlich zu dem Dauerspannungseingang
und dem Zündungsspannungseingang ist, zur Zuführung der Versorgungsspannung während
eines Ereignisbetriebszustands. Die Fahrtenschreibereinheit umfasst ferner eine Dauerversorgungseinheit,
die mit dem Dauerspannungseingang gekoppelt ist und eingerichtet ist, einen Dauerversorgungsbereich
der Fahrtenschreibereinheit in Abhängigkeit einer Spannung am Dauerspannungseingang
elektrisch zu versorgen, sowie eine Betriebsversorgungseinheit, die mit dem Zündungsspannungseingang
und dem Aktivierungsspannungseingang gekoppelt ist. Die Betriebsversorgungseinheit
ist dazu eingerichtet, einen Betriebsversorgungsbereich der Fahrtenschreibereinheit
in Abhängigkeit einer Spannung am Zündungsspannungseingang und/oder am Aktivierungsspannungseingang
elektrisch zu versorgen. Ein erstes Datenverarbeitungsmodul ist dem Dauerversorgungsbereich
zugeordnet und dazu eingerichtet, in Abhängigkeit eines Anliegens der Versorgungsspannung
am Aktivierungsspannungseingang eine Datenübertragung über ein erstes Schnittstellenmodul
durchzuführen, welches dem Betriebsversorgungsbereich zugeordnet ist.
[0010] Die Fahrtenschreibereinheit weist somit im Vergleich zu einer herkömmlichen Fahrtenschreibereinheit
zusätzlich zu einem Dauerspannungseingang und einem Zündungsspannungseingang einen
separaten Aktivierungsspannungseingang auf, an dem die Versorgungsspannung angelegt
werden kann. Da bei einer Fahrtenschreibereinheit üblicherweise die dauerhaft anliegende
Versorgungsspannung nicht dafür verwendet wird, die für eine Datenübertragung notwendigen
Bauteile und Baugruppen mit Energie zu versorgen, kann es erforderlich sein, dass
eine notwendige Versorgung dieser Bauteile und Baugruppen anderweitig erfolgt. Bei
ausgeschalteter Zündung des Fahrzeugs steht aber auch am Zündungsspannungseingang
keine Versorgungsspannung für die Versorgung der Datenübertragung zur Verfügung. Jedoch
kann für die vorgeschlagene Fahrtenschreibereinheit im Falle einer Anforderung einer
Datenübertragung die Versorgungsspannung an dem Aktivierungsspannungseingang bereitgestellt
werden. Dadurch kann eine Versorgung der für die Datenübertragung notwendigen Bauteile
und Baugruppen auch bei ausgeschalteter Zündung des Fahrzeugs über den Aktivierungsspannungseingang
erfolgen. Zudem wird das Anlegen der Versorgungsspannung am Aktivierungsspannungseingang
von dem ersten Datenverarbeitungsmodul ausgewertet und zum Auslösen einer Datenübertragung
verwendet. Anders ausgedrückt wird eine Datenübertragung durch das erste Datenverarbeitungsmodul
über das erste Schnittstellenmodul durch das Anlegen der Versorgungsspannung am Aktivierungsspannungseingang
ausgelöst beziehungsweise getriggert.
[0011] Da eine Datenübertragung somit sowohl bei eingeschalteter Zündung, also beim Anliegen
der Versorgungsspannung am Zündungsspannungseingang, als auch beim Anliegen der Versorgungsspannung
am Aktivierungsspannungseingang erfolgen kann, ist eine Datenübertragung unabhängig
von einem Bereitstellen einer dauerhaften Versorgungsspannung für die Fahrtenschreibereinheit.
Des Weiteren ist der Energieverbrauch der Fahrtenschreibereinheit bei ausgeschalteter
Zündung durch beispielsweise wegfallende Verlustleistungen reduziert.
[0012] Das erste Datenverarbeitungsmodul in der Fahrtenschreibereinheit ist beispielsweise
dazu eingerichtet, in Abhängigkeit eines Anliegens der Versorgungsspannung am Zündungsspannungseingang
Fahrzeugbetriebsparameter aufzuzeichnen und zu verarbeiten. Als Fahrzeugbetriebsparameter
können beispielsweise Fahrzeiten, Geschwindigkeit, Fahrerinformationen, Verbrauchsdaten
oder andere individuelle Parameter verwendet werden.
[0013] Das erste Datenverarbeitungsmodul kann ferner dazu eingerichtet sein, in Abhängigkeit
eines Nichtanliegens der Versorgungsspannung am Zündungsspannungseingang Arbeitszeitdaten
aufzuzeichnen und zu verarbeiten. Beispielsweise können in diesem Zustand Ruhe- oder
Ladezeiten des Fahrzeugs bzw. des Fahrers aufgezeichnet werden.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform der Fahrtenschreibereinheit weist diese ein erstes
Sensormodul auf, das mit dem ersten Datenverarbeitungsmodul gekoppelt ist und eingerichtet
ist, das Anliegen der Versorgungsspannung am Zündungsspannungseingang zu detektieren.
Anders ausgedrückt kann über das erste Sensormodul der Zündungsbetriebszustand festgestellt
werden.
[0015] Ferner kann die Fahrtenschreibereinheit alternativ oder zusätzlich ein zweites Sensormodul
aufweisen, das mit dem ersten Datenverarbeitungsmodul gekoppelt ist und eingerichtet
ist, das Anliegen der Versorgungsspannung am Aktivierungsspannungseingang zu detektieren.
Somit kann über das zweite Sensormodul der Ereignisbetriebszustand festgestellt werden.
[0016] Die Sensormodule können beispielsweise einfache Vergleichsschaltungen umfassen, mit
denen das Anliegen der Versorgungsspannung in ein entsprechendes logisches Signal
umgesetzt wird. Das entsprechende logische Signal kann dann von dem ersten Datenverarbeitungsmodul,
das beispielsweise einen Mikrocontroller umfasst, ausgewertet werden.
[0017] In einem Ausführungsbeispiel ist die Betriebsversorgungseinheit, die den Betriebsversorgungsbereich
elektrisch versorgt, mit dem Zündungsspannungseingang und dem Aktivierungsspannungseingang
jeweils über eine Diode gekoppelt. Die Dioden wirken zum einen als Verpolschutzdioden,
durch die verhindert werden soll, dass Spannungen falscher Polarität an den entsprechenden
Anschlüssen angelegt werden. Zudem kann durch die Dioden erreicht werden, dass eine
Spannung am Zündungsspannungseingang unbeeinflusst von einer Spannung am Aktivierungsspannungseingang
bleibt und umgekehrt.
[0018] Ein Ausführungsbeispiel eines digitalen Tachographensystems umfasst eine digitale
Fahrtenschreibereinheit nach einem der beschriebenen Ausführungsbeispiele. Ferner
sind ein Systemspannungseingang zur dauerhaften Zuführung der Versorgungsspannung
sowie eine Datenentladeeinheit vorgesehen. Die Datenentladeeinheit weist einen Modulspannungseingang
auf, der mit dem Systemspannungseingang gekoppelt ist, ein zweites Schnittstellenmodul,
das zur Datenübertragung mit dem ersten Schnittstellenmodul gekoppelt ist, und ein
externes Schnittstellenmodul. Ein Aktivierungsspannungsausgang der Datenentladeeinheit
ist mit dem Aktivierungsspannungseingang der Fahrtenschreibereinheit gekoppelt. Ferner
ist in der Datenentladeeinheit ein zweites Datenverarbeitungsmodul vorgesehen, das
eingerichtet ist, Daten zwischen dem zweiten Schnittstellenmodul und dem externen
Schnittstellenmodul weiterzuleiten. Zudem ist das zweite Datenverarbeitungsmodul geeignet,
in Abhängigkeit einer Anforderung einer Datenübertragung ein Schaltmittel, das den
Modulspannungseingang mit dem Aktivierungsspannungsausgang koppelt, leitend zu steuern
und den Ereignisbetriebszustand zu bewirken.
[0019] Mit der Datenentladeeinheit kann somit eine Datenverbindung zur Fahrtenschreibereinheit
hergestellt werden, wobei die über die Datenverbindung übertragenen Daten über das
externe Schnittstellenmodul an eine externe Schnittstelle beziehungsweise von der
externen Schnittstelle weitergeleitet werden. Die interne Verbindung zwischen dem
ersten und dem zweiten Schnittstellenmodul kann beispielsweise über ein serielles
Bussystem realisiert sein. Als serielle Bussysteme kommen beispielsweise ein CAN-Bus,
K-Line oder andere im Fahrzeugbereich üblicherweise eingesetzte Bussysteme in Frage.
[0020] Das externe Schnittstellenmodul kann beispielsweise für eine drahtgebundene Datenübertragung
über ein aus dem Fahrzeugbereich oder dem Personal-Computer-Bereich bekanntes Bussystem
eingerichtet sein. Vorzugsweise ist das externe Schnittstellenmodul für eine drahtlose
Datenübertragung, beispielsweise über eine Hochfrequenzverbindung, eingerichtet. Dementsprechend
kann eine Übertragung über eine vom externen Schnittstellenmodul angesteuerte Schnittstelle
etwa über GSM, GPRS, DECT, WLAN, Bluetooth oder eine andere Funktechnologie erfolgen.
[0021] Während einer solchen Datenübertragung beziehungsweise zum Auslösen einer Datenübertragung
mit der Fahrtenschreibereinheit kann die Datenentladeeinheit über das Schaltmittel
die eingangsseitig am Modulspannungseingang anliegende Versorgungsspannung an den
Aktivierungsspannungsausgang und damit an den Aktivierungsspannungseingang der Fahrtenschreibereinheit
durchschalten. Da das Anliegen der Versorgungsspannung am Aktivierungsspannungseingang
vom ersten Datenverarbeitungsmodul als Anforderung einer Datenübertragung gewertet
wird, versorgt die Datenentladeeinheit zum einen die Fahrtenschreibereinheit mit der
Versorgungsspannung für die Datenübertragung und gibt zum anderen gleichzeitig ein
Signal zum Auslösen der Datenübertragung. Anders ausgedrückt wird durch das Durchschalten
der Versorgungsspannung der Ereignisbetriebszustand des Tachographensystems bewirkt.
[0022] In einer Ausführungsform des Tachographensystems sind der Modulspannungseingang und
der Zündungsspannungseingang mit dem Systemspannungseingang, an den beispielsweise
eine Fahrzeugbatterie angeschlossen ist, über einen gemeinsamen Hauptschalter gekoppelt.
[0023] Durch den Hauptschalter kann beispielsweise das gesamte Fahrzeug beziehungsweise
das gesamte Tachographensystem stromfrei geschaltet werden, mit Ausnahme derjenigen
Schaltungsteile in der Fahrtenschreibereinheit, die dem Dauerversorgungsbereich zugeordnet
sind. Die Spannungsversorgung der Datenentladeeinheit ist also von einem Schaltzustand
des Hauptschalters abhängig. Eine Datenübertragung, die durch die Datenentladeeinheit
gesteuert ist, kann demnach bei geöffnetem Hauptschalter ausgeschlossen werden. Aus
diesem Grund ist es auch nicht notwendig, die Datenentladeeinheit in Bezug auf einzuhaltende
ADR-Normen zu dimensionieren. Anders ausgedrückt eignet sich ein digitales Tachographensystem
gemäß dieser Ausführungsform bevorzugt für Fahrzeuge, die ADR-Bestimmungen unterliegen.
Der Herstellungsaufwand und der Aufwand für eine Zertifizierung gemäß der ADR-Normen
ist somit gegenüber einem herkömmlichen Tachographensystem bzw. einer herkömmlichen
Fahrtenschreibereinheit, bei denen bereits ADR-Norm zertifizierte Baugruppen vorgesehen
sind, nicht erhöht.
[0024] In einem Ausführungsbeispiel ist der Zündungsspannungseingang mit dem Systemspannungseingang
über einen Zündungsschalter gekoppelt. Der Zündungsschalter ist zudem dazu eingerichtet,
im geschlossenen Zustand den Zündungsbetriebszustand zu bewirken.
[0025] Mit der Erfindung ist es vereinfacht möglich, eine Datenübertragung mit einer Fahrtenschreibereinheit
unabhängig von einer dauerhaften Spannungsversorgung zu ermöglichen. Das Zuführen
der Versorgungsspannung an den Aktivierungseingang kann zusätzlich von einem Betriebszustand
des Tachographensystems abhängig sein. Beispielsweise ist dieser Betriebszustand durch
eine notwendige Stromfreischaltung gekennzeichnet, die bei einem Be- oder Entladevorgang
des Fahrzeugs erfolgt, um Sicherheitsvorschriften, beispielsweise gemäß der ADR-Norm,
zu erfüllen.
[0026] Im Folgenden wird die Erfindung an mehreren Ausführungsbeispielen anhand der Figuren
näher erläutert. Funktion- bzw. wirkungsgleiche Elemente tragen dabei gleiche Bezugszeichen.
Es zeigen:
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines digitalen Tachographensystems und
- Figur 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines digitalen Tachographensystems.
[0027] Figur 1 zeigt das Ausführungsbeispiel eines digitalen Tachographensystems mit einer
digitalen Fahrtenschreibereinheit TCO und einer Datenentladeeinheit RDD. Ferner ist
eine Spannungsquelle BAT vorgesehen, die zwischen einem Systemspannungseingang V1
und einem ersten Bezugspotenzialanschluss VG1 angeschlossen ist. Die Spannungsquelle
BAT ist beispielsweise durch eine Fahrzeugbatterie gebildet und eingerichtet, eine
Versorgungsspannung VB abzugeben. Die Fahrtenschreibereinheit TCO weist einen Dauerspannungseingang
DIN auf, der über ein erstes Sicherungselement F1 mit dem Systemspannungseingang V1
gekoppelt ist, sowie einen ersten Bezugspotenzialeingang DG zur dauerhaften Zuführung
eines Bezugspotenzials, der mit dem ersten Bezugspotenzialanschluss VG1 verbunden
ist. Der Systemspannungseingang V1 bildet einen ersten Spannungsanschlusspunkt. Ein
zweiter Spannungsanschlusspunkt V2 ist über einen Hauptschalter MSP und ein zweites
Sicherungselement F2 mit dem ersten Spannungsanschlusspunkt V1 gekoppelt. Ein dritter
Spannungsanschlusspunkt V3 ist über einen Zündungsschalter IGN an den zweiten Spannungsanschlusspunkt
V2 angeschlossen. Ferner ist ein zweiter Bezugspotenzialanschluss VG2 vorgesehen,
der über einen Schalter MSM mit dem ersten Bezugspotenzialanschluss VG1 gekoppelt
ist. Anders ausgedrückt bilden die Schalter MSP, MSM gemeinsam einen Hauptschalter,
der den zweiten Spannungsanschlusspunkt V2 bzw. den zweiten Bezugspotenzialanschluss
VG2 elektrisch mit dem ersten Spannungsanschlusspunkt V1 bzw. dem ersten Bezugspotenzialanschluss
VG1 koppeln kann.
[0028] Die Fahrtenschreibereinheit TCO weist ferner einen Zündungsspannungseingang ZIN auf,
der mit dem dritten Spannungsanschlusspunkt V3 gekoppelt ist, sowie einen zweiten
Bezugspotenzialeingang ZG, der mit dem zweiten Bezugspotenzialanschluss VG2 gekoppelt
ist. Ein Aktivierungsspannungseingang AIN der Fahrtenschreibereinheit TCO ist mit
einem Aktivierungsspannungsausgang AOT der Datenentladeeinheit RDD gekoppelt. Des
Weiteren ist ein erster Schnittstellenanschluss IF1 der Fahrtenschreibereinheit TCO
über einen Datenbus BUS mit einem zweiten Schnittstellenanschluss IF2 der Datenentladeeinheit
RDD verbunden.
[0029] Die Datenentladeeinheit RDD weist einen Modulspannungseingang RIN auf, der mit dem
zweiten Spannungsanschlusspunkt V2 gekoppelt ist, sowie einen Bezugsspannungseingang
RG, der an den zweiten Bezugspotenzialanschluss VG2 angeschlossen ist. Des Weiteren
sind in der Datenentladeeinheit RDD ein Schaltmittel SW, das den Modulspannungseingang
mit dem Aktivierungsspannungsausgang verbindet, eine Modulversorgungseinheit VSR,
die mit dem Modulspannungseingang RIN und dem Bezugsspannungseingang RG gekoppelt
ist, und ein Datenverarbeitungsmodul MC2, welches eine Steuerverbindung zum Schaltmittel
SW aufweist und zur Datenübertragung mit einem internen Schnittstellenmodul SM2 und
einem externen Schnittstellenmodul FM gekoppelt ist, vorgesehen. Das externe Schnittstellenmodul
FM ist mit einem externen Schnittstellenanschluss EXT gekoppelt. Eine Spannungsversorgung
des Datenverarbeitungsmoduls MC2 und des Schnittstellenmoduls SM2 erfolgt über die
Modulversorgungseinheit VSR.
[0030] Die Fahrtenschreibereinheit TCO weist eine Dauerversorgungseinheit VSD auf, die eingangsseitig
mit dem Dauerspannungseingang DIN und dem ersten Bezugspotenzialeingang DG gekoppelt
ist, sowie eine Betriebsversorgungseinheit VSZ, die eingangsseitig über eine erste
Diode D1 mit dem Zündungsspannungseingang ZIN und über eine zweite Diode D2 mit dem
Aktivierungsspannungseingang AIN gekoppelt ist. Die Betriebsversorgungseinheit VSZ
ist zudem mit dem zweiten Bezugsspannungseingang ZG verbunden. Ein erstes Datenverarbeitungsmodul
MC1 der Fahrtenschreibereinheit TCO, das elektrisch von der Dauerversorgungseinheit
versorgt wird, ist mit einem ersten Schnittstellenmodul SM1 gekoppelt, welches elektrisch
von der Betriebsversorgungseinheit VSZ versorgt wird. Ein erstes Sensormodul SE1 ist
über eine dritte Diode D3 mit dem Zündungsspannungseingang ZIN verbunden. In ähnlicher
Weise ist ein zweites Sensormodul SE2 über eine vierte Diode D4 mit dem Aktivierungsspannungseingang
AIN verbunden. In alternativen Ausführungsformen können die Sensormodule SE1, SE2
auch direkt mit den entsprechenden Spannungseingängen ZIN, AIN verbunden sein. Alternativ
können die Dioden D3, D4 auch in die Sensormodule SE1, SE2 integriert sein. Ein jeweiliger
Ausgang der Sensormodule SE1, SE2 ist mit der Betriebsversorgungseinheit VSZ und dem
ersten Datenverarbeitungsmodul MC1 gekoppelt.
[0031] Ein digitales Tachographensystem in der dargestellten Form kann beispielsweise in
einem Fahrzeug eingesetzt werden. Hierbei ist die Fahrtenschreibereinheit TCO dazu
eingerichtet, während eines Betriebs des Fahrzeugs Fahrzeugbetriebsparameter aufzuzeichnen
und zu verarbeiten. Beim Betrieb des Fahrzeugs sind dabei der Hauptschalter MSP, MSM
sowie der Zündungsschalter IGN geschlossen. Wenn die Zündung des Fahrzeugs beispielsweise
bei einem Ladevorgang ausgeschaltet ist, d. h. der Zündungsschalter IGN geöffnet ist,
werden von der Fahrtenschreibereinheit TCO lediglich Arbeitszeitdaten erfasst. Die
Aufzeichnung der Daten erfolgt im ersten Datenverarbeitungsmodul MC1, das unabhängig
von einer Schalterstellung des Hauptschalters MSP, MSM und des Zündungsschalters IGN
dauerhaft mit der Versorgungsspannung VB der Spannungsquelle BAT bzw. einer aus der
Versorgungsspannung VB abgeleiteten Spannung versorgt wird. Wenn der Hauptschalter
MSP, MSM geöffnet ist, werden lediglich wenige Baugruppen der Fahrtenschreibereinheit
TCO, insbesondere das erste Datenverarbeitungsmodul MC1, elektrisch versorgt, während
die übrigen Baugruppen und Bauteile stromfrei bleiben. Diese Baugruppen sind beispielsweise
einem Dauerversorgungsbereich zugeordnet, der von der Dauerversorgungseinheit VSD
elektrisch versorgt wird. Dadurch können beispielsweise Bestimmungen zur Beförderung
gefährlicher Güter auf der Straße wie ADR-Normen eingehalten werden.
[0032] Anders ausgedrückt wird durch die Dauerversorgungseinheit VSD ein Dauerversorgungsbereich
der Fahrtenschreibereinheit TCO elektrisch versorgt, während ein Betriebsversorgungsbereich
der Fahrtenschreibereinheit TCO durch die Betriebsversorgungseinheit VSZ versorgt
wird. Hierbei ist unter anderem das erste Datenverarbeitungsmodul MC1 dem Dauerversorgungsbereich
zugeordnet, während das erste Schnittstellenmodul SM1 dem Betriebsversorgungsbereich
zugeordnet ist. Weitere Bauelemente oder Baugruppen, die dem Betriebsversorgungsbereich
zugeordnet sind, sind aus Übersichtsgründen nicht dargestellt.
[0033] Die in der Fahrtenschreibereinheit TCO aufgezeichneten Daten sollen zur Kontrolle
auch ausgelesen werden können. Dazu werden die Daten über das erste Schnittstellenmodul
SM1 bzw. den ersten Schnittstellenanschluss IF1 an das zweite Schnittstellenmodul
SM2 bzw. den zweiten Schnittstellenanschluss IF2 der Datenentladeeinheit RDD abgegeben.
Dazu ist es jedoch erforderlich, dass die entsprechenden Baugruppen elektrisch versorgt
werden. Bei geschlossenem Hauptschalter MSM, MSP kann die Versorgungsspannung VB zur
Versorgung der übrigen Baugruppen sowohl über den Zündungsspannungseingang ZIN als
auch den Aktivierungsspannungseingang AIN zugeführt werden.
[0034] Das zweite Datenverarbeitungsmodul MC2 in der Datenentladeeinheit RDD ist dazu eingerichtet,
Daten zwischen dem zweiten Schnittstellenmodul SM2 und dem externen Schnittstellenmodul
FM weiterzuleiten. Durch die Kopplung des zweiten Schnittstellenmoduls SM2 mit dem
ersten Schnittstellenmodul SM1 über den Datenbus BUS können somit die in der Fahrtenschreibereinheit
TCO bzw. im ersten Datenverarbeitungsmodul MC1 gespeicherten Daten ausgelesen und
über die externe Schnittstelle EXT abgegeben werden.
[0035] Wenn von der Datenentladeeinheit RDD eine Anforderung für eine Datenübertragung empfangen
wird, beispielsweise über das externe Schnittstellenmodul FM, kann in Abhängigkeit
dieser Anforderung ein Ereignisbetriebszustand eingenommen werden, indem durch das
zweite Datenverarbeitungsmodul MC2 das Schaltmittel SW in einen leitenden Zustand
versetzt wird. Dadurch wird bei geschlossenem Hauptschalter MSP, MSM die Versorgungsspannung
VB an den Aktivierungsspannungsausgang AOT bzw. den Aktivierungsspannungseingang AIN
angelegt. Somit wird unabhängig vom Anliegen der Versorgungsspannung VB am Zündungsspannungseingang
ZIN die Betriebsversorgungseinheit VSZ mit der Versorgungsspannung VB versorgt. Über
das zweite Sensormodul SE2 kann in dem ersten Datenverarbeitungsmodul MC1 das Anliegen
der Versorgungsspannung am Aktivierungsspannungseingang AIN und damit das Vorliegen
des Ereignisbetriebszustands detektiert werden. Das Anliegen der Versorgungsspannung
VB am Aktivierungsspannungseingang AIN dient hierbei gleichzeitig als Signal für das
erste Datenverarbeitungsmodul, eine Datenübertragung über das erste Schnittstellenmodul
SM1 durchzuführen. Da das Anliegen der Versorgungsspannung VB am Zündungsspannungseingang
ZIN über das erste Sensormodul SM1 unabhängig vom Ereignisbetriebszustand detektiert
wird, kann das Vorliegen eines Zündungsbetriebszustands für die Unterscheidung ausgewertet
werden, ob allgemein Fahrzeugbetriebsparameter aufgezeichnet werden sollen oder lediglich
Arbeitszeitdaten. Somit kann eine Datenübertragung auch während einer Ruhephase eines
Fahrers durchgeführt werden, in der die Zündung ausgeschaltet ist, wobei die Ruhephase
in der Aufzeichnung durch die Datenübertragung nicht unterbrochen wird. Somit ist
eine korrekte Aufzeichnung von Ruhe- und Betriebszeiten des Fahrzeugs unabhängig von
möglichen Datenübertragungen gewährleistet.
[0036] Der Datenbus BUS ist beispielsweise als serielles Bussystem ausgeführt. Vorzugsweise
wird für das Bussystem ein CAN-Bus, K-Line oder ein anderes im Automobilbereich übliches
Bussystem verwendet. Das externe Schnittstellenmodul FM ist vorzugsweise für eine
drahtlose Datenübertragung eingerichtet. Beispielsweise umfasst das externe Schnittstellenmodul
FM Baugruppen zur Ansteuerung einer Mobilfunkschnittstelle entsprechend einem Mobilfunkstandard
wie GSM, GPRS, UMTS oder Ähnlichem. Alternativ kann die Datenübertragung auch über
andere Funkstandards erfolgen, wie WLAN oder Bluetooth. Grundsätzlich können aber
auch andere Schnittstellenstandards für die externe Schnittstelle vorgesehen sein,
insbesondere auch leitungsgebundene Übertragungsverfahren.
[0037] Figur 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines digitalen Tachographensystems.
Insoweit sich Elemente oder Anschlüsse in ihrer Funktion entsprechen, wird deren Beschreibung
für die Figur 2 nicht wiederholt. Zusätzlich zu den bereits in Figur 1 dargestellten
Baugruppen der Fahrtenschreibereinheit TCO und der Datenentladeeinheit RDD ist in
der Figur 2 eine Auswerteeinheit PC mit einer Datenschnittstelle WS auf Funkbasis
dargestellt. Dementsprechend ist auch der externe Schnittstellenanschluss EXT der
Datenentladeeinheit RDD für eine Funkschnittstelle ausgelegt.
[0038] Die Auswerteeinheit PC kann somit über eine Schnittstellenverbindung EXT, WS eine
Anforderung an die Datenentladeeinheit RDD senden, gespeicherte Daten aus der Fahrtenschreibereinheit
TCO auszulesen und an die Auswerteeinheit PC weiterzuleiten. In Folge dieser Anforderung
schaltet die Datenentladeeinheit RDD die am Modulspannungseingang anliegende Versorgungsspannung
VB auf den Aktivierungsspannungsausgang AOT und damit den Aktivierungsspannungseingang
AIN der Fahrtenschreibereinheit TCO durch. Hierbei ist angenommen, dass der Hauptschalter
MSP, MSM geschlossen ist. Das Datenverarbeitungsmodul MC1 in der Fahrtenschreibereinheit
TCO detektiert das Anliegen der Versorgungsspannung VB am Aktivierungsspannungseingang
AIN und leitet die Datenübertragung zur Datenentladeeinheit RDD ein. Diese überträgt
die empfangenen Daten über die Schnittstellenverbindung EXT, WS an die Auswerteeinheit
PC. Nach der Datenübertragung kann das Schaltmittel SM wieder in einen geöffneten
Zustand geschaltet werden, sodass keine Versorgungsspannung VB am Aktivierungsspannungseingang
AIN anliegt. Wenn kein Zündungsbetriebszustand vorliegt und somit der Betriebsversorgungsbereich
der Fahrtenschreibereinheit TCO spannungslos ist, kann vorteilhaft ein geringerer
Energieverbrauch der Fahrtenschreibereinheit TCO bewirkt werden.
[0039] Das Zuführen der Versorgungsspannung VB an den Aktivierungsspannungseingang AIN erfolgt
somit vollständig gesteuert von der Datenentladeeinheit RDD und ist unabhängig vom
Vorliegen der Versorgungsspannung VB am Zündungsspannungseinheit ZIN, mit der herkömmliche
Fahrtenschreibereinheiten üblicherweise versorgt werden. Dadurch, dass bei geöffnetem
Hauptschalter MSP, MSM eine Datenübertragung zwischen der Datenentladeeinheit RDD
und der Fahrtenschreibereinheit TCO nicht möglich ist, kann die für diesen Fall notwendige
elektrische Sicherheit der gesamten Anordnung bzw. des gesamten Fahrzeugs gewährleistet
werden. Beispielsweise ergibt sich somit gemäß der ADR-Norm für ein Tanklastfahrzeug
mit einem derartigen Tachographensystem ein erhöhter Explosionsschutz, der dadurch
gegeben ist, dass beispielsweise eine Funkenbildung in der Datenentladeeinheit RDD
systematisch unterbunden ist.
[0040] Mit einer Fahrtenschreibereinheit TCO bzw. einer Datenentladeeinheit RDD bzw. einem
Tachographensystem nach einem der beschriebenen Ausführungsbeispiele ist es möglich,
neben der vorteilhaften Datenübertragungsfähigkeit auch eine Anordnung mit kostengünstigem
modularen Aufbau bereitzustellen. Beispielsweise kann auch das Schaltmittel SW, über
das die Versorgungsspannung VB an den Aktivierungsspannungseingang AIN zugeführt wird,
sowohl in die Datenentladeeinheit RDD integriert sein, als auch als separates Schaltelement
vorgesehen werden. Des Weiteren kann die Datenentladeeinheit RDD abweichend von den
Darstellungen auch in die Fahrtenschreibereinheit TCO integriert werden. Die externe
Lösung für die Datenentladeeinheit RDD, wie dargestellt, hat den Vorteil, dass sie
auch für Fahrtenschreibereinheiten gemäß den beschriebenen Ausführungsformen nachgerüstet
werden kann.
[0041] Die verwendeten Schalter, wie z. B. der Hauptschalter MSP, MSM und der Zündschalter
IGN können jeweils sowohl als zweipolige Schalter, die gleichzeitig einen positiven
und einen negativen Pol einer Spannungsquelle an die Spannungsanschlusspunkte schalten,
als auch als einpolige Schalter, welche entweder in einem positiven oder einem negativen
Versorgungszweig angeordnet sind, ausgeführt sein. Die Sicherungselemente F1, F2 erlauben
beispielsweise eine Strombegrenzung bei der Versorgung der Fahrtenschreibereinheit
TCO, wobei ein Grenzwert für den zulässigen Strom, beispielsweise durch Sicherheitsvorschriften,
vorgegeben ist. Insbesondere durch das Sicherungselement F1 kann beispielsweise ein
Explosionsschutz beim Einsatz des Tachographensystems in einem Tank- oder Gefahrgutfahrzeug
erreicht werden.
1. Digitale Fahrtenschreibereinheit (TCO), umfassend
- einen Dauerspannungseingang (DIN) zur dauerhaften Zuführung einer Versorgungsspannung
(VB);
- einen Zündungsspannungseingang (ZIN) zur Zuführung der Versorgungsspannung (VB)
während eines Zündungsbetriebszustands;
- einen separaten Aktivierungsspannungseingang (AIN), welcher zusätzlich zu dem Dauerspannungseingang
und dem Zündungsspannungseingang ist, zur Zuführung der Versorgungsspannung (VB) während
eines Ereignisbetriebszustands;
- eine Dauerversorgungseinheit (VSD), die mit dem Dauerspannungseingang (DIN) gekoppelt
ist und eingerichtet ist, einen Dauerversorgungsbereich der Fahrtenschreibereinheit
(TCO) in Abhängigkeit einer Spannung am Dauerspannungseingang (DIN) elektrisch zu
versorgen;
- eine Betriebsversorgungseinheit (VSZ), die mit dem Zündungsspannungseingang (ZIN)
und dem Aktivierungsspannungseingang (AIN) gekoppelt ist und eingerichtet ist, einen
Betriebsversorgungsbereich der Fahrtenschreibereinheit (TCO) in Abhängigkeit einer
Spannung am Zündungsspannungseingang (ZIN) und/oder am Aktivierungsspannungseingang
(AIN) elektrisch zu versorgen;
- ein erstes Schnittstellenmodul (SM1), das dem Betriebsversorgungsbereich zugeordnet
ist, und
- ein erstes Datenverarbeitungsmodul (MC1), das dem Dauerversorgungsbereich zugeordnet
ist und eingerichtet ist, in Abhängigkeit eines Anliegens der Versorgungsspannung
(VB) am Aktivierungsspannungseingang (AIN) eine Datenübertragung über das erste Schnittstellenmodul
(SM1) zu einer Datenentladeeinheit (RDD) durchzuführen.
2. Fahrtenschreibereinheit (TCO) nach Anspruch 1, bei der das erste Datenverarbeitungsmodul
(MC1) dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit eines Anliegens der Versorgungsspannung
(VB) am Zündungsspannungseingang (ZIN) Fahrzeugbetriebsparameter aufzuzeichnen und
zu verarbeiten.
3. Fahrtenschreibereinheit (TCO) nach Anspruch 1 oder 2, bei der das erste Datenverarbeitungsmodul
(MC1) dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit eines Nicht-Anliegens der Versorgungsspannung
(VB) am Zündungsspannungseingang (ZIN) Arbeitszeitdaten aufzuzeichnen und zu verarbeiten.
4. Fahrtenschreibereinheit (TCO) nach Anspruch 2 oder 3, ferner aufweisend ein erstes
Sensormodul (SE1), das mit dem ersten Datenverarbeitungsmodul (MC1) gekoppelt ist
und eingerichtet ist, das Anliegen der Versorgungsspannung (VB) am Zündungsspannungseingang
(ZIN) zu detektieren.
5. Fahrtenschreibereinheit (TCO) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, ferner aufweisend
ein zweites Sensormodul (SE2), das mit dem ersten Datenverarbeitungsmodul (MC1) gekoppelt
ist und eingerichtet ist, das Anliegen der Versorgungsspannung (VB) am Aktivierungsspannungseingang
(AIN) zu detektieren.
6. Fahrtenschreibereinheit (TCO) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der die Betriebsversorgungseinheit
(VSZ) mit dem Zündungsspannungseingang (ZIN) und dem Aktivierungsspannungseingang
(AIN) jeweils über eine Diode (D1, D2) gekoppelt ist.
7. Digitales Tachographensystem mit einer digitalen Fahrtenschreibereinheit (TCO) nach
einem der Ansprüche 1 bis 6, einem Systemspannungseingang (V1) zur dauerhaften Zuführung
der Versorgungsspannung (VB) und einer Datenentladeeinheit (RDD), die Datenentladeeinheit
(RDD) aufweisend
- einen Modulspannungseingang (RIN), der mit dem Systemspannungseingang (V1) gekoppelt
ist;
- ein zweites Schnittstellenmodul (SM2), das zur Datenübertragung mit dem ersten Schnittstellenmodul
(SM1) gekoppelt ist;
- ein externes Schnittstellenmodul (FM);
- einen Aktivierungsspannungsausgang (AOT), der mit dem Aktivierungsspannungseingang
(AIN) gekoppelt ist;
- ein Schaltmittel (SW), das den Modulspannungseingang (RIN) mit dem Aktivierungsspannungsausgang
(AOT) koppelt, und
- ein zweites Datenverarbeitungsmodul (MC2), das eingerichtet ist, Daten zwischen
dem zweiten Schnittstellenmodul (SM2) und dem externen Schnittstellenmodul (FM) weiterzuleiten
und in Abhängigkeit einer Anforderung einer Datenübertragung das Schaltmittel (SW)
leitend zu steuern und den Ereignisbetriebszustand zu bewirken.
8. Tachographensystem nach Anspruch 7, bei dem das externe Schnittstellenmodul (FM) für
eine drahtlose Datenübertragung eingerichtet ist.
9. Tachographensystem nach Anspruch 7 oder 8, bei dem das erste Schnittstellenmodul (SM2)
mit dem zweiten Schnittstellenmodul (SM1) über ein serielles BUS-System (BUS) gekoppelt
ist
10. Tachographensystem nach einem der Ansprüche 7 bis 9, bei dem der Modulspannungseingang
(RIN) und der Zündungsspannungseingang (ZIN) mit dem Systemspannungseingang (V1) über
einen gemeinsamen Hauptschalter (MSP, MSM) gekoppelt sind.
11. Tachographensystem nach einem der Ansprüche 7 bis 10, bei dem der Zündungsspannungseingang
(ZIN) mit dem Systemspannungseingang (V1) über einen Zündungsschalter (IGN) gekoppelt
ist, der eingerichtet ist, im geschlossenen Zustand den Zündungsbetriebszustand zu
bewirken.
1. Digital trip recorder (TCO), comprising
- a continuous voltage input (DIN) for the continuous supply of a supply voltage (VB);
- an ignition voltage input (ZIN) for the supply of the supply voltage (VB) during
an ignition operating state;
- a separate activation voltage input (AIN), which is additional to the continuous
voltage input and the ignition voltage input, for supplying the supply voltage (VB)
during an event operating state;
- a continuous supply unit (VSD), which is coupled with the continuous voltage input
(DIN) and is set up to provide an electrical supply to a continuous supply region
of the trip recorder (TCO) as a function of a voltage at the continuous voltage input
(DIN);
- an operating supply unit (VSZ), which is coupled with the ignition voltage input
(ZIN) and the activation voltage input (AIN) and is set up to provide an electrical
supply to an operating supply region of the trip recorder (TCO) as a function of a
voltage at the ignition voltage input (ZIN) and/or at the activation voltage input
(AIN);
- a first interface module (SM1), which is assigned to the operating supply region,
and
- a first data-processing module (MC1), which is assigned to the continuous supply
region and is set up to carry out, as a function of an application of the supply voltage
(VB) at the activation voltage input (AIN), a data transfer via the first interface
module (SM1) to a data unloading unit (RDD).
2. Trip recorder (TCO) according to Claim 1, wherein the first data-processing module
(MC1) is set up, as a function of an application of the supply voltage (VB) at the
ignition voltage input (ZIN), to record and process vehicle operating parameters.
3. Trip recorder (TCO) according to Claim 1 or 2, wherein the first data-processing module
(MC1) is set up, as a function of an absence of the supply voltage (VB) at the ignition
voltage input (ZIN), to record and process working-time data.
4. Trip recorder (TCO) according to Claim 2 or 3, further comprising a first sensor module
(SE1), which is coupled with the first data-processing module (MC1) and is set up
to detect the application of the supply voltage (VB) at the ignition voltage input
(ZIN).
5. Trip recorder (TCO) according to any one of Claims 1 to 4, further comprising a second
sensor module (SE2), which is coupled with the first data-processing module (MC1)
and is set up to detect the application of the supply voltage (VB) at the activation
voltage input (AIN).
6. Trip recorder (TCO) according to any one of Claims 1 to 5, wherein the operating supply
unit (VSZ) is coupled with the ignition voltage input (ZIN) and the activation voltage
input (AIN) in each case via a diode (D1, D2).
7. Digital tachograph system with a digital trip recorder (TCO) according to any one
of Claims 1 to 6, a system voltage input (V1) for the continuous supply of the supply
voltage (VB) and a data unloading unit (RDD), the data unloading unit (RDD) comprising
- a module voltage input (RIN), which is coupled with the system voltage input (V1);
- a second interface module (SM2), which is coupled with the first interface module
(SM1) for the data transfer;
- an external interface module (FM);
- an activation voltage output (AOT), which is coupled with the activation voltage
input (AIN);
- a switching means (SW), which couples the module voltage input (RIN) with the activation
voltage output (AOT), and
- a second data-processing module (MC2), which is set up to relay data between the
second interface module (SM2) and the external interface module (FM) and, as a function
of a request for a data transfer, to conductively control the switching means (SW)
and to bring about the event operating state.
8. Tachograph system according to Claim 7, wherein the external interface module (FM)
is set up for a wireless data transfer.
9. Tachograph system according to Claim 7 or 8, wherein the first interface module (SM2)
is coupled via a serial BUS system (BUS) with the second interface module (SM1).
10. Tachograph system according to any one of Claims 7 to 9, wherein the module voltage
input (RIN) and the ignition voltage input (ZIN) are coupled via a common main switch
(MSP, MSM) with the system voltage input (V1).
11. Tachograph system according to any one of Claims 7 to 10, wherein the ignition voltage
input (ZIN) is coupled with the system voltage input (V1) via an ignition switch (IGN),
which is set up, in the closed state, to bring about the ignition operating state.
1. Unité de tachygraphe numérique (TCO), comprenant
- une entrée de tension permanente (DIN) destinée à délivrer de manière permanente
une tension d'alimentation (VB) ;
- une entrée de tension d'allumage (ZIN) destinée à délivrer la tension d'alimentation
(VB) pendant un état de fonctionnement d'allumage ;
- une entrée de tension d'activation (AIN) qui est prévue en plus de l'entrée de tension
permanente et de l'entrée de tension d'allumage, pour délivrer la tension d'alimentation
(VB) pendant un état de fonctionnement sur événement ;
- une unité d'alimentation permanente (VSD) qui est couplée à l'entrée de tension
permanente (DIN) et est conçue pour alimenter électriquement une zone d'alimentation
permanente de l'unité de tachygraphe (TCO) en fonction d'une tension présente à l'entrée
de tension permanente (DIN) ;
- une unité d'alimentation de service (VSZ) qui est couplée à l'entrée de tension
d'allumage (ZIN) et à l'entrée de tension d'activation (AIN) et est conçue pour alimenter
électriquement une zone d'alimentation de service de l'unité de tachygraphe (TCO)
en fonction d'une tension présente à l'entrée de tension d'allumage (ZIN) et/ou à
l'entrée de tension d'activation (AIN) ;
- un premier module d'interface (SM1) qui est associé à la zone d'alimentation de
service, et
- un premier module de traitement de données (MC1) qui est associé à la zone d'alimentation
permanente et est conçu pour exécuter, en fonction de la présence de la tension d'alimentation
(VB) à l'entrée de tension d'activation (AIN), une transmission de données par le
biais du premier module d'interface (SM1) à une unité de déchargement de données (RDD).
2. Unité de tachygraphe (TCO) selon la revendication 1, dans laquelle le premier module
de traitement de données (MC1) est conçu pour enregistrer et pour traiter des paramètres
de fonctionnement d'un véhicule en fonction d'une application de la tension d'alimentation
(VB) à l'entrée de tension d'allumage (ZIN).
3. Unité de tachygraphe (TCO) selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le premier module
de traitement de données (MC1) est conçu pour enregistrer et pour traiter des données
de fonctionnement en fonction d'une absence de la tension d'alimentation (VB) à l'entrée
de tension d'allumage (ZIN).
4. Unité de tachygraphe (TCO) selon la revendication 2 ou 3, comportant en outre un premier
module capteur (SE1) qui est couplé au premier module de traitement de données (MC1)
et est conçu pour détecter la présence de la tension d'alimentation (VB) à l'entrée
de tension d'allumage (ZIN).
5. Unité de tachygraphe (TCO) selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, comportant
en outre un deuxième module capteur (SE2) qui est couplé au premier module de traitement
de données (MC1) et est conçu pour détecter l'application de la tension d'alimentation
(VB) à l'entrée de tension d'activation (AIN).
6. Unité de tachygraphe (TCO) selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, dans laquelle
l'unité d'alimentation de service (VSZ) est respectivement couplée à l'entrée de tension
d'allumage (ZIN) et à l'entrée de tension d'activation (AIN) par l'intermédiaire d'une
diode (D1, D2).
7. Système de tachygraphe numérique comportant une unité de tachygraphe numérique (TCO)
selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, une entrée de tension système (V1)
pour délivrer en permanence la tension d'alimentation (VB) et une unité de déchargement
de données (RDD), l'unité de déchargement de données (RDD) comportant
- une entrée de tension de module (RIN) qui est couplée à l'entrée de tension système
(V1) ;
- un deuxième module d'interface (SM2) qui est couplé au premier module d'interface
(SM1) pour la transmission de données ;
- un module d'interface externe (FM) ;
- une sortie de tension d'activation (AOT) qui est couplée à l'entrée de tension d'activation
(AIN) ;
- un moyen de commutation (SW) qui couple l'entrée de tension de module (RIN) à la
sortie de tension d'activation (AOT), et
- un deuxième module de traitement de données (MC2) qui est conçu pour réacheminer
des données entre le deuxième module d'interface (SM2) et le module d'interface externe
(FM) et pour piloter le moyen de commutation (SW) en fonction d'une demande de transmission
de données et pour provoquer le passage dans un état de fonctionnement sur événement.
8. Système de tachygraphe selon la revendication 7, dans lequel le module d'interface
externe (FM) est conçu pour effectuer une transmission de données sans fil.
9. Système de tachygraphe selon la revendication 7 ou 8, dans lequel le premier module
d'interface (SM2) est couplé au deuxième module d'interface (SM1) par l'intermédiaire
d'un système de bus série (BUS).
10. Système de tachygraphe selon l'une quelconque des revendications 7 à 9, dans lequel
l'entrée de tension de module (RIN) et l'entrée de tension d'allumage (ZIN) sont couplées
à l'entrée de tension système (V1) par l'intermédiaire d'un commutateur principal
commun (MSP, MSM).
11. Système de tachygraphe selon l'une quelconque des revendications 7 à 10, dans lequel
l'entrée de tensions d'allumage (ZIN) est couplée à l'entrée de tension système (V1)
par l'intermédiaire d'un commutateur d'allumage (IGN) qui est conçu pour provoquer,
à l'état fermé, le passage dans un état de fonctionnement d'allumage.