Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schnittguthalter für eine Aufschnittschneidemaschine
mit einem Schnittgutwagen und mit einem ein Schnittgut und vorzugsweise eine gegen
eine Anschlagplatte verschiebbare Bodenplatte für das Schnittgut übergreifenden Schwenkarm,
der eine mit Spikes besetzte Halteplatte am freien Ende trägt, und mit einem Handgriff
zum Anheben und Absenken des Schwenkarms, wobei der Handgriff relativ zum Schwenkarm
in der Schwenkrichtung beweglich, insbesondere auf einer mitschwenkbaren Handschutzplatte,
angeordnet ist und eine Arretierung für die Winkelstellung des Schwenkarmes ein Lösen
der Einspannung verhindert, wobei ferner über eine Relativbewegung des Handgriffes
bezüglich des Schwenkarms nach oben die Arretierung freischaltbar ist.
Stand der Technik
[0002] Jede Aufschnittschneidemaschine umfasst neben einer rotierenden Messerscheibe und
einer aus der Messerebene verschiebbaren Anschlagplatte für das Schnittgut ferner
einen Schnittgutwagen, der händisch oder automatisch die Hubbewegungen relativ zur
Messerscheibe ausführt, um Scheiben vom Schnittgut abzuschneiden. Das Schnittgut wird
auf dem Schnittgutwagen eingespannt und zusammen mit der Einspanneinrichtung, nämlich
einem Schnittguthalter, gegen die Anschlagplatte vorgeschoben. Ein Schnittguthalter
besteht aus einem Schwenkarm mit einer Halteplatte am freien Ende, die Spitzen trägt
und zangenartig mit einer verschiebbaren Bodenplatte zusammenarbeitet. Auch die Bodenplatte
trägt zumeist Spitzen. Das Schnittgut wird dadurch zwischen der Halteplatte und der
Bodenplatte festgehalten. Damit diese Stellung beim Schneidevorgang beibehalten wird,
ist der Schwenkarm mit einer Arretierung ausgestattet. Beim Einspannen kann der hochgeschwenkte
Schwenkarm zwar nach unten gegen das Schnittgut bewegt werden, jedoch nicht in die
Gegenrichtung. Dazu sind Freilaufvorrichtungen im Schwenklager vorgesehen bzw. ein
Klinkenrad mit einer Sperrklinke.
[0003] Eine bekannte Ausführung z.B. gemäß der
WO 92/18297 A (BIZERBA WERKE KRAUT KG WILH) 29.10.1992 sieht vor, dass ein Handgriff zum Öffnen
und Schließen des Schwenkarmes nicht fix auf dem Schwenkarm montiert ist, sondern
auf einer Handschutzplatte, die selbst relativ zum Schwenkarm in Schwenkrichtung des
Schwenkarms beweglich ist. Damit ist also der Handgriff relativ zum Schwenkarm beweglich.
Diese Relativbewegung wird ausgenützt, um ein Hochschwenken des Schwenkarmes zu ermöglichen,
denn mit der Relativbewegung wird die Arretierung des Schwenkarms gelöst bzw. freigeschaltet,
also z.B. die Sperrklinke zurückgezogen. Es kann der Schwenkarm hochgeschwenkt werden
und das Schnittgut aus dem offenen Schnittguthalter genommen werden.
[0004] Beim Schließen bzw. Absenken des Schwenkarmes kommt es zu dieser Relativbewegung
in Gegenrichtung, wodurch die Arretierung des Schwenkarms wieder aktiviert wird. In
der Praxis hat sich gezeigt, dass der Freiheitsgrad des Handgriffes gegenüber dem
Schwenkarm über den ganzen Schwenkbereich zwar notwendig, aber für die Bedienung gewöhnungsbedürftig
ist.
Darstellung der Erfindung
[0005] Die Erfindung zielt darauf ab, die Bedienungsfreundlichkeit eines solchen Schnittguthalters
zu steigern. Dies wird dadurch erreicht, dass der Handgriff in seiner angehobenen
Relativstellung zum Schwenkarm beim Hochschwenken des Schwenkarmes zur Freigabe der
Schwenkbewegung temporär fixierbar und beim Absenken des Schwenkarmes mit dem Auflaufen
der Halteplatte auf das Schnittgut zur Arretierung des Schwenkarmes aus der Fixierstellung
ausrastbar ist.
[0006] Dadurch ergibt sich eine definierte Lage des Handgriffs schon bei der ersten kleinen
Schwenkbewegung des Handgriffs, weil der Handgriff sofort temporär fixiert ist und
nicht hin und herschwenken kann. Beim Schließen des Schwenkarmes bleibt der Handgriff
in der fixierten Lage, bis der Schwenkarm bzw. die Halteplatte am Schnittgut ansteht.
Erst dann löst sich die Fixierung, und der Handgriff setzt seinen Weg ein ganz kleines
Stück fort. Dieser zusätzliche Weg relativ zum Schwenkarm wird zur Aktivierung der
Arretiervorrichtung für den Schwenkarm verwendet. Es wird z.B. die Sperrklinke vorgeschoben,
sodass sie in das Klinkenrad einrasten kann, welches ein Rückschwenken des Schwenkarms
verhindert.
[0007] Es ist zweckmäßig, wenn zur temporären Fixierung ein Haftmagnet bzw. Permanentmagnet
zwischen dem Schwenkarm und einem mit dem Handgriff beweglich verbundenen Trageteil,
insbesondere der Handschutzplatte, vorgesehen ist. Mit Hilfe der leicht dosierbaren
magnetischen Kräfte ist eine temporäre Fixierung gut einstellbar. Natürlich könnte
auch eine Kugelraste oder ein Federschnapper Verwendung finden.
[0008] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform ist
dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkarm durch eine Gasdruckfeder oder dergleichen, insbesondere nach Lösen
der Arretierung des Schwenkarmes aus der Einspannstellung des Schnittgutes, selbsttätig
anhebbar ist. Zum Lösen der Einspannung des Schnittgutes genügt eine kleine Initialbewegung
auf den Handgriff im Sinne eines Anhebens. Dadurch wird der Schwenkarm entriegelt
und schwenkt selbsttätig hoch, wenn die Gasdruckfeder auf eine höhere Kraft als nur
zum Zwecke des Gewichtsausgleiches eingestellt ist. An Stelle der Gasdruckfeder können
auch Torsionsfedern um die Schwenkachse oder dergleichen verwendet werden. Das Öffnen
des Schnittguthalters erfolgt somit gewissermaßen halbautomatisch.
Kurze Beschreibung der Abbildungen der Zeichnungen
[0009] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung dargestellt.
Bester Weg zur Ausführung der Erfindung
[0010] Die Fig. 1 zeigt schematisch einen Schnittgutwagen vor einer Anschlagplatte und einer
Messerscheibe sowie einen erfindungsgemäßen Schnittguthalter. Längs einer Anschlagplatte
1, die gegen der Ebene einer Messerscheibe 2 um die Schnittstärke zurückversetzt ist,
ist ein Schnittgutwagen 3 zur Ausführung von Hubbewegungen im Sinne des Doppelpfeiles
4 geführt. Die Hubbewegungen können händisch oder motorisch (bei automatischen Aufschnittschneidemaschinen)
ausgeführt werden. Auf dem Schnittgutwagen 3 ist ein Schwenkarm 5 um eine Achse 6
einerseits anhebbar und absenkbar (Pfeil 7), anderseits in Richtung auf die Anschlagplatte
1 verschiebbar. Beim Verschieben wird eine Bodenplatte 8 mitgenommen, die mit Spitzen
besetzt ist. Am freien Ende des Schwenkarmes 5 befindet sich eine Halteplatte 9, die
ebenfalls Spitzen aufweist. Zwischen der Halteplatte 9 und der Bodenplatte 8 kann
ein Schnittgut 10 eingespannt werden. Um den Schwenkarm 5 aus der Einspannstellung
hochzuschwenken, ist ein seitlich auskragender Handgriff 11 vorgesehen, der auf einer
Handschutzplatte 12 montiert ist. Letztere ist relativ zum Schwenkarm 5 auf dem Schwenkarm
5 um einen Winkel gemäß Pfeil 13 in der Schwenkrichtung des Schwenkarmes 5 beweglich
(Drehachse 14). Exzentrisch zu der Drehachse 14 ist ein Gestänge 15 angelenkt, das
mit einer federbelasteten Sperrklinke 16 in Verbindung steht. In der mit vollen Linien
dargestellten Situation greift die Sperrklinke 16 in ein ortsfestes Klinkenrad 17
bzw. ein Klinkenradsegment ein, das so ausgebildet ist, dass ein Anheben, also Lösen
der Einspannung des Schnittgutes 10 verhindert wird.
[0011] Mit Hilfe des Gestänges 15 wird die Sperrklinke 16 allerdings außer Funktion gesetzt
und im Ausführungsbeispiel zurückgezogen, sobald die Handschutzplatte 12 in die strichlierte
Stellung umschwenkt. Dies ist der Fall, wenn man den Handgriff 11 zum Lösen der Einspannung
des Schnittgutes 10 geringfügig nach oben bewegt (Pfeil 13). Dann wird also die Arretierung
für die Winkelstellung des Schwenkarmes 5 gelöst. In weiterer Folge kann der Schwenkarm
5 mittels des Handgriffes 11 hochgeschwenkt werden.
[0012] Die Fig. zeigt ferner eine Gasdruckfeder 18, die nicht nur einen Gewichtsausgleich
für den Schwenarm 5 bewirkt, sondern den freigestellten Schwenkarm 5 selbsttätig hochschwenkt.
[0013] Wesentlich ist, dass die Handschutzplatte 12 erfindungsgemäß in der strichliert gezeichneten,
angehobenen Relativstellung zum Schwenkarm 5 durch einen starken Permanentmagneten
19 temporär fixierbar ist. Noch in der mit vollen Linien gezeichneten Stellung des
Schwenkarmes 5 schwenkt die Handschutzplatte 12 bei einer geringfügigen Bewegung des
Handgriffes 11 im Sinne des Pfeils 13 nach oben in die strichliert dargestellte Position,
und diese wird durch den Haftmagnet (Permanentmagnet 19) fixiert. Die Gasdruckfeder
18 besorgt das weitere Anheben (Pfeil 7) des Schwenkarmes 5 bei zurückgezogener Sperrklinke
16 - also bei gelöster Arretierung des Schwenkarmes 5.
[0014] Wenn ein Schnittgut 10 in den Schnittguthalter eingespannt werden soll, dann wird
es auf die Bodenplatte 8 gelegt, es wird der Handgriff 11 erfasst und zusammen mit
dem Schwenkarm 5 nach unten geschwenkt. Dabei bleibt die Handschutzplatte 12 in der
vom Permanentmagneten 19 bewirkten temporär fixierten Lage, bis die Halteplatte 9
das Schnittgut 10 berührt. Erst dann rastet die temporäre Fixierung aus, und der Handgriff
11 kann noch entsprechend dem Pfeil 13 auf das Schnittgut 10 hin in die mit vollen
Linien dargestellte Position bewegt werden.
[0015] Infolge der Kinematik hinsichtlich des Drehpunktes 14 und des radial beabstandeten
Anlagepunktes des Gestänges 15 kommt es zu einer Längsverschiebung des Gestänges 15,
sodass die Sperrklinke 16 wieder in die Verzahnung des Klinkenrads 17 einrasten kann.
Wird der Handgriff 11 nun kräftig gegen das Schnittgut 10 gedrückt, dann rastet die
Sperrklinke 16 noch über den nächsten Zahn des Klinkenrades 17. Das Schnittgut 10
ist kraftvoll zwischen der Halteplatte 9 und der Bodenplatte 8 eingespannt, ohne dass
sich der Schwenkarm 5 zurückbewegen bzw. nachgeben kann. Es sei nochmals erwähnt,
dass die Arretierung mit Sperrklinke 16 und Klinkenrad 17 nur symbolisch als Beispiel
dargestellt ist. Es sind Freilauflager mit der Möglichkeit der Vorgabe einer Drehrichtung
und der Freischaltung beider Drehrichtungen bekannt, die hier zum Einsatz kommen könnten.
1. Schnittguthalter für eine Aufschnittschneidemaschine mit einem Schnittgutwagen (3)
und mit einem ein Schnittgut (10) und vorzugsweise eine gegen eine Anschlagplatte
(1) verschiebbare Bodenplatte (8) für das Schnittgut (10) übergreifenden Schwenkarm
(5), der eine mit Spikes besetzte Halteplatte (9) am freien Ende trägt, und mit einem
Handgriff (11) zum Anheben und Absenken des Schwenkarms (5), wobei der Handgriff (11)
relativ zum Schwenkarm (5) in der Schwenkrichtung beweglich, insbesondere auf einer
mitschwenkbaren Handschutzplatte (12), angeordnet ist und eine Arretierung für die
Winkelstellung des Schwenkarmes (5) ein Lösen der Einspannung verhindert, wobei ferner
über eine Relativbewegung des Handgriffes (11) bezüglich des Schwenkarms (5) nach
oben die Arretierung freischaltbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Handgriff (11) in seiner gegenüber dem Schwenkarm (5) angehobenen Relativstellung
beim Hochschwenken des Schwenkarmes (5) zur Freigabe der Schwenkbewegung temporär
fixierbar und beim Absenken des Schwenkarmes (5) mit dem Auflaufen der Halteplatte
(9) auf das Schnittgut (10) zur Arretierung des Schwenkarmes (5) aus der Fixierstellung
ausrastbar ist.
2. Schnittguthalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur temporären Fixierung ein Haftmagnet bzw. Permanentmagnet (19) zwischen dem Schwenkarm
(5) und einem mit dem Handgriff (11) beweglich verbundenen Trageteil, insbesondere
der Handschutzplatte (12), vorgesehen ist.
3. Schnittguthalter nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkarm (5) durch eine Gasdruckfeder (18) oder dergleichen, insbesondere nach
Lösen der Arretierung des Schwenkarmes (5) aus der Einspannstellung des Schnittgutes
(10), selbsttätig anhebbar ist.