Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung beschreibt einen Wärmeübertragungskolben für eine Wärmekraftmaschine
mit einem ersten Arbeitskolben, sowie eine Wärmekraftmaschine mit einem angetriebenen
Schwungrad oder einer Kurbelwelle mit einem geschlossenen Gesamtinnenraum, welcher
mit einem Arbeitsmedium füllbar und druckdicht verschliessbar ist, umfassend mindestens
eine erste Arbeitskammer mit einem linear bewegbaren ersten Arbeitskolben,mindestens
eine erste Wärmeübertragungskammer mit einem linear bewegbaren ersten Wärmeübertragungskolben,
der einen Kolbenkopf und einen Kolbenbolzen aufweist, einen mit der ersten Arbeitskammer
und der ersten Wärmeübertragungskammer verbundenen ersten Wärmetauscher, sowie eine
erste Kühlvorrichtung, wobei der erste Arbeitskolben und der erste Wärmeübertragungskolben
mechanisch miteinander gekoppelt sind.
Stand der Technik
[0002] Wärmekraftmaschinen, beispielsweise Stirlingmotoren sind schon seit langem bekannt
und bieten eine Möglichkeit thermische Energie in mechanische Arbeit umzusetzen, wobei
ein recht hoher Wirkungsgrad und aufgrund der Bauart lange wartungsfreie Betriebszeiten
möglich sind.
[0003] Obwohl bislang bekannte derartige Wärmekraftmaschinen Vorteile wie die fehlende Beschränkung
auf eine bestimmte Wärmequelle aufweisen, werden diese noch nicht im grösseren Masse
kommerziell eingesetzt, da der Wirkungsgrad der Wärmekraftmaschinen noch sehr weit
von dem Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren entfernt ist.
[0004] Das Dokument
EP0850353 offenbart Wärmekraftmaschinen in Form eines Stirlingmotors, wobei das Arbeitsmedium
einen Kreisprozess durchläuft, in welchem Wärmeenergie teilweise in mechanische Arbeit
umgewandelt wird.
[0005] Es ist eine Mehrzahl von Kammern in Zylinderform und Kolben vorgesehen, welche miteinander
mechanisch gekoppelt sind, wobei sich die Kolben während des Betriebs im Wesentlichen
gegenphasig zueinander bewegen. Durch eine abwechselnde Erhitzung mittels Wärmetauscher
und Kühlung eines Arbeitsmediums mittels Kühlvorrichtungen innerhalb der Kammern,
sind korrespondierend Kolben linear hin- und herbewegbar. Die lineare Bewegung der
Kolben wird eine mechanische Kopplung mittels einer Taumelplatte in eine Rotationsbewegung
umgewandelt. Die Taumelplatte treibt eine Antriebswelle an, welche mit einer Last
mechanisch verbindbar ist. Zur Steigerung des Wirkungsgrades wurden diverse Massnahmen
getroffen, beispielsweise wurde die Abdichtung der Kolben verbessert. Durch die geeignete
Wahl von Hochtemperaturmaterialien für die Kammern und Kolben, konnte die Temperaturdifferenz
zwischen der heissen Seite der Wärmetauscher und der kalten Seite der Kühlvorrichtungen
gefahrlos erhöht werden, womit die resultierende mechanische Arbeit erhöht wurde.
[0006] Die Verbesserung des Betriebs der Wärmekraftmaschine aus
EP0850353 wurde durch Mittel zur Einstellung des Kolbenhubs und des Taumelscheibenwinkels erreicht.
Diese Mittel sind elektrisch ausgeführt und führen dazu, dass die Wärmekraftmaschine
mit einem Motor und weiteren Bauteilen ausgestattet werden muss. Derartige Wärmekraftmaschinen
sind damit komplexer und mittels einer Vielzahl von Bauteilen ausgeführt, womit diese
umständlicher zu bedienen und fehleranfälliger werden.
[0007] Bisher wurde zur Optimierung der Wärmeleitung bzw. Wärmeübertragung auf das Arbeitsmedium,
das Arbeitsmedium durch eine Vielzahl von dünnen Röhrchen mit einer grossen Gesamtoberfläche
ausserhalb der Kammern geführt, wobei die Wärmeenergie übertragen wurde. Um höhere
Leistungen zu erzielen musste der Betriebsdruck entsprechend erhöht werden, woraus
eine mechanische Belastung der Vielzahl von Röhrchen resultiert.
[0008] Die vorliegende Erfindung schafft eine neuartige Möglichkeit Wärmeenergie bei geringem
Totvolumen auszutauschen. Durch den verringerten Einsatz einer Vielzahl von dünnen
Röhrchen zum Wärmetausch sind die resultierenden Momente auf die Kolben kleiner, als
bei Motoren des Stands der Technik.
Darstellung der Erfindung
[0009] Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt eine mechanische Wärmekraftmaschine
nach Art eines Stirling-Motors zu schaffen, welche eine Benutzung von Luft als Arbeitsmedium
erlaubt, wobei eine ausreichend hohe Effizienz erreichbar ist, wobei auf zusätzliche
elektrische Steuerungen und Verbraucher verzichtet wird.
[0010] Diese Aufgabe und zusätzlich die Verbesserung des bei der Wärmeleitung stattfindenden
Austauschs von Wärmeenergie ohne Erhöhung des sogenannten Totvolumens, wobei das Arbeitsmedium
vor dem Aufheizprozess nicht unnötigerweise abgekühlt wird, löst die erfindungsgemässe
Wärmekraftmaschine.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0011] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird nachstehend im
Zusammenhang mit den anliegenden Zeichnungen beschrieben.
- Figur 1
- zeigt eine perspektivische Ansicht einer Wärmekraftmaschine mit einem erstem und einem
zweiten Wärmetauscher im Vordergrund, während
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht einer Wärmekraftmaschine von der Schwungrad-Seite zeigt.
- Figur 3
- zeigt eine teilweise längs geschnittene Ansicht einer Wärmekraftmaschine mit Schnitt
durch eine erste Wärmeübertragungskammer und eine erste Arbeitskammer, während
- Figur 4
- eine Schnittansicht durch die Wärmekraftmaschine entlang der zentralen Verbindungslinie
B durch die erste und zweite Arbeitskammer zeigt.
- Figur 5
- zeigt eine detaillierte perspektivische teilweise geschnittene Ansicht eines ersten
Wärmeübertragungskolbens in einer ersten Wärmeübertragungskammer.
- Figur 6
- zeigt einen Querschnitt durch eine Wärmeübertragungskammer gemäss Linie A-A aus Figur
4.
- Figuren 7a bis 7d
- stellen eine teilweise geschnittene Darstellung entlang einer Kreislinie D aus Figur
6 dar, wobei die unterschiedlichen Takte der Wärmekraftmaschine dargestellt sind.
- Figur 8
- zeigt ein p-V-Diagramm eines idealen rechtsläufigen Stirling-Prozesses, sowie eines,
unter idealen Umständen erreichbaren, idealen pseudo-Kreisprozesses gemäss 1-5- 3-6.
- Figur 9a
- zeigt eine perspektivische teilweise geschnittene Ansicht einer Wärmekraftmaschine
mit Kurbeltrieb innerhalbe eines Kurbeltriebgehäuses, während
- Figur 9b
- eine perspektivische Ansicht des Kurbeltriebes mit gekoppelten Kolben zeigt.
- Figur 10a
- zeigt eine perspektivische Ansicht zweier Wärmekraftmaschinen an eine Kurbelwelle
gekoppelt, während
- Figur 10b
- eine perspektivische Ansicht der gekoppelten Kolben gemäss Figur 10a ohne Kurbeltriebgehäuse
zeigt.
- Figur 11
- zeigt eine perspektivische Ansicht von insgesamt vier gekoppelten Wärmekraftmaschinen.
Beschreibung
[0012] Eine bevorzugte Ausführungsform einer erfindungsgemässen Wärmekraftmaschine 0 in
Form eines Stirlingmotors 0, welche ein Schwungrad 21 durch Ausnutzung eines thermodynamischen
Kreisprozesses antreibt, ist in den beiliegenden Figuren gezeigt und wird im Folgenden
detailliert beschrieben. Das Schwungrad 21 kann beispielsweise mit einer Vorrichtung
zur Nutzung der mechanischen Ausgangsenergie oder mit einem elektrischen Generator
zur Umwandlung in elektrische Energie verbunden sein.
[0013] An einen Basisflansch 100 sind eine erste Wärmeübertragungskammer 1, eine zweite
Wärmeübertragungskammer 2, eine erste Arbeitskammer 5 und eine zweite Arbeitskammer
6 angeordnet. Die insbesondere hohlzylindrisch geformten Kammern 1, 2, 5, 6 bilden
jeweils einen inneren Hubraum. Die erste Wärmeübertragungskammer 1 ist ausserhalb
des Basisflansches 100 über einen ersten Wärmetauscher 9 mit der ersten Arbeitskammer
5 verbunden. Die zweite Wärmeübertragungskammer 2 ist ausserhalb des Basisflansches
100 über einen zweiten Wärmetauscher 10 mit der zweiten Arbeitskammer 6 verbunden.
[0014] Innerhalb des Basisflansches 100 (in Figur 6 dargestellt) verlaufen eine erste Kühlvorrichtung
11 und eine zweite Kühlvorrichtung 12. Während die erste Wärmeübertragungskammer 1
über die erste Kühlvorrichtung 11 mit der zweiten Arbeitskammer 6 verbunden ist, ist
die zweite Wärmeübertragungskammer 2 über die zweite Kühlvorrichtung 12 mit der ersten
Arbeitskammer 5 verbunden. Die Wärmeübertragungskammern 1, 2, die Wärmetauscher 9,
10, sowie die Arbeitskammern 5, 6 und die Kühlvorrichtungen 11, 12 bilden einen zusammenhängenden
geschlossenen und gasdichten Gesamtinnenraum, welcher mit einem Arbeitsmedium gefüllt
ist.
[0015] Durch die abwechselnde Verbindung der Wärmeübertragungskammern 1, 2 über Wärmetauscher
9, 10 und Kühlvorrichtungen 11, 12 entsteht ein geschlossener Gesamtinnenraum. Die
erfindungsgemässe Wärmekraftmaschine 0 ist unter Einsatz von Luft, aber auch von reinem
Stickstoff oder Sauerstoff als Arbeitsmedium einsetzbar.
[0016] Die Wärmetauscher 9, 10 ausserhalb des Basisflansches 100 und die Kühlvorrichtungen
11, 12 sind in Form einer Mehrzahl von Röhrchen ausgeführt. Während die Kühlvorrichtungen
11, 12 innerhalb des Basisflansches 100 mit einem Kühlmittel in thermischem Kontakt
sind, sind die Wärmetauscher 9, 10 mit einer externen Wärmequelle in thermischem Kontakt.
Die Wärmetauscher 9, 10 sind während des Betriebes der Wärmekraftmaschine 0 mit einer
Wärmequelle verbunden, sodass das innerhalb der Wärmetauscher 9, 10 befindliches Arbeitsmedium
aufgeheizt wird. Die von aussen durch die Wärmequelle zugeführte Wärmeenergie heizt
die Seite der Wärmekraftmaschine 0, auf welcher sich die Wärmetauscher 9, 10 befinden,
auf eine Temperatur T
2 > T
1 auf. Die Art der Wärmequelle spielt für die erfindungsgemässe Wärmekraftmaschine
keine Rolle und ist je nach Einsatzort der Wärmekraftmaschine und Zugänglichkeit wählbar.
[0017] Die innerhalb des Basisflansches 100 angeordneten Kühlvorrichtungen 11, 12 werden
mittels eines Kühlmittels auf die Temperatur T
1 gekühlt, sodass das innerhalb der Kühlvorrichtungen 11, 12 zirkulierende Arbeitsmedium
entsprechend abgekühlt wird. Das Kühlmittel, beispielsweise Wasser, ist durch einen
Kühlmitteleinlass 22 und einen Kühlmittelauslass 23 in den Basisflansch 100 einbringbar
und entsprechend austauschbar.
[0018] Auf der, den Wärmetauschern 9, 10 gegenüberliegenden Seite des Basisflansches 100
entlang der Längsachse L ist eine Führungskulisse 101 befestigt. An einer innerhalb
der Führungskulisse 101 befestigten Koppelmechanik ist das Schwungrad 21 rotierbar
gelagert.
[0019] An der Führungskulisse 101 ist eine Gelenkbefestigung 20, welche ein Kardangelenk
19 trägt, lösbar befestigt angeordnet. Mit dem Kardangelenk 19 ist eine Taumelplatte
18 in Form eines Kreuzes mit dem Kardangelenk 19 zusammenwirkend verbunden und kippbar
auf dem Kardangelenk 19 gelagert. An jeder der vier Ecken der ortsfest angeordneten
Taumelplatte 18 in Form eines Kreuzes ist jeweils eine Aufnahme für einen Koppelstab
25 angeordnet. Der Koppelstab 25 ist damit schwenkbewegbar mit der Taumelplatte 18
auf einer ersten Seite verbunden.
[0020] Die vier Koppelstäbe 25 sind auf der dem Basisflansch 100 zugewandten zweiten Seite
jeweils mit einem ersten
Wärmeübertragungskolben 3, einem zweiten Wärmeübertragungskolben 4, einem ersten Arbeitskolben 7 und einem zweiten Arbeitskolben
8 verbunden. Die Kolben 3,4,7,8 weisen jeweils einen Kolbenbolzen und einen Kolbenkopf
auf, wobei der Kolbenbolzen mit jeweils einem Koppelstab 25 zusammenwirkend verbunden
ist. Im Betrieb der Wärmekraftmaschine 0 bewegt sich der erste Wärmeübertragungskolben
3 linear in die erste Wärmeübertragungskammer 1 abwechselnd hinaus und hinein. Gleiches
gilt für den zweiten Wärmeübertragungskolben 4 und die zweite Wärmeübertragungskammer
2 und den ersten und zweiten Arbeitskolben 7, 8 in die korrespondierende erste und
zweite Arbeitskammer 5, 6.
[0021] Durch die mechanische Kopplung der einzelnen Kolben 3,4,7,8 über die Koppelstäbe
25 an der Taumelplatte 18, werden die Kolben 3,4,7,8 in einer festen Phasenverschiebung
in die Kammern 1, 2, 5, 6 hinein und aus diesen heraus bewegt. Dabei sind der erste
und zweite Arbeitskolben 7, 8 und der erste und zweite Wärmeübertragungskolben 3,
4 jeweils an gegenüberliegenden Armen der kreuzförmigen Taumelplatte 18 angeordnet.
Jeder Wärmeübertragungskolben 3, 4 ist jeweils von den Arbeitskolben 7, 8 benachbart
an der Taumelplatte 18 angeordnet.
[0022] Durch die Bewegung wird die ortsfeste Taumelplatte 18 unterschiedlich verkippt. Ein
an der Taumelplatte 18 befestigter oder angeformter Schaft 17 ist in einer exzentrischen
Bohrung 240 in einer Exzenterscheibe 24 gelagert. Die Lagerung des Schafts 17 erfolgt
in einem Schaftlager 241 innerhalb der exzentrischen Bohrung 240. Durch die Kippbewegungen
der Taumelplatte 18 wird der Schaft 17 entsprechend ausgelenkt. Die Exzenterscheibe
24 wird durch Auslenkung des Schafts 17 mitgeführt und in Rotation versetzt.
[0023] Eine an der Exzenterscheibe 24 angeformte Antriebswelle 103 ist kugelgelagert durch
die Führungskulisse 101 durchgeführt. Die Lagerung der Antriebswelle 103 in der Führungskulisse
101 erfolgt in einem Lager 102, bevorzugt ein Kugellager 102. Das auf der Antriebswelle
103 befestigte Schwungrad 21 wird entsprechend durch die Kolbenbewegung in Rotation
versetzt. Die Auslenkung der Kolben 3,4,7,8 führt damit zu einer Kippbewegung der
Taumelplatte 18, welche mittels Exzenterscheibe 24 in eine Rotationsbewegung der Antriebswelle
103 und des daran befestigten Schwungrads 21 führt.
[0024] Wie in Figur 4 angedeutet macht die Schaftlängsachse 170 während der abwechselnden
Hubbewegungen der Kolben 3,4,7,8 eine Präzessionsbewegung um die Längsachse L und
damit um das Kardangelenk 19, wobei durch die Lagerung des Schafts 17 das Schwungrad
21 in Rotation versetzt wird. Die kinetische Energie des Schwungrades 21 führt zu
einem kontinuierlichen Betrieb, wobei die Kippbewegung und die Präzessionsbewegungen
des Schafts 17 durch mechanisch geleistete Arbeit aufgrund des Temperaturunterschiedes,
mittels der Wärmezufuhr des ersten und zweiten Wärmetauschers 9, 10 ständig aufrechterhalten
wird.
[0025] Die erfindungsgemässe Wärmekraftmaschine 0 weist Wärmeübertragungskammern 1, 2 mit
deutlich grösseren Längen und/oder Durchmessern und damit grösseren Hubräumen auf,
als die korrespondierenden ersten und zweiten Arbeitskammern 5, 6. Entsprechend sind
die Durchmesser und Querschnittsflächen der Kolbenköpfe der Wärmeübertragungskolben
3, 4 grösser als die Durchmesser und Querschnittsflächen der Kolbenköpfe der Arbeitskolben
7, 8.
[0026] In den Figuren 3 und 4 wird eine spezielle Ausgestaltung der Wärmeübertragungskolben
3, 4 deutlich. Die Kolbenköpfe der Wärmeübertragungskolben 3, 4 sind jeweils segmentiert
und geschlitzt ausgeführt ist, wodurch eine vergrösserte Oberfläche zur Übertragung
von Wärme zwischen Arbeitsmedium und Kolbenkopf resultiert.
[0027] Der Kolbenkopf der segmentierten und geschlitzten ersten und zweiten Wärmeübertragungskolben
3, 4 weist einen etwas kleineren Durchmesser auf, als die lichte Weite der korrespondierenden
ersten und zweiten Wärmeübertragungskammer 1, 2, sodass ein radialer Abstand zwischen
Wärmeübertragungskolben 3, 4 und jeweiliger Wärmeübertragungskammer 1, 2 garantiert
ist.
[0028] In Figur 5 sind Längsschlitze 13 im Kolbenkopf des ersten Wärmeübertragungskolbens
3 etwa parallel zum Kolbenbolzen des ersten Wärmeübertragungskolbens 3 verlaufend
erkennbar. Durch diese Längsschlitze 13 kann Arbeitsmedium aus Richtung des ersten
Wärmetauschers 9 vom geheizten Teil 15 der ersten Wärmeübertragungskammer 1 in Richtung
Kolbenbolzen passieren. Das Arbeitsmedium hat im Bereich des geheizten Teils 15 eine
Temperatur T
2. Querschlitze 14 erschweren die Wärmeleitung durch den segmentierten Wärmeübertragungskolben
3 zwischen dem geheizten Teil 15 und dem gekühlten Teil 16 der ersten Wärmeübertragungskammer
1. Durch die Ausgestaltung der deutlich grösseren Wärmeübertragungskammer 1 im Vergleich
zur ersten Arbeitskammer 5 und die segmentiert ausgestalteten Wärmeübertragungskolben
3, 4 weicht das resultierende p-V-Diagramm der erfindungsgemässen Wärmekraftmaschine
0 vom bekannten Stirling-p-V-Diagramm deutlich ab.
[0029] Aufgrund der oben beschriebenen Anordnung ändern sich Druck und Temperatur des Arbeitsmediums
während der Bewegung der ersten und zweiten Arbeitskolben 5, 6 kaum. Aufgrund des
Grössenunterschiedes zwischen Wärmeübertragungskammer und Arbeitskammer durchläuft
das Arbeitsmedium keinen klassisch bekannten kontinuierlichen thermodynamischen Kreisprozess.
[0030] In Figur 6 ist eine zentrale Verbindungslinie B, welche entlang der Zentren der ersten
und zweiten Wärmeübertragungskammer 1, 2, sowie durch die Längsachse L verläuft. Eine
weitere Verbindungslinie C, läuft entlang der Mitten der ersten und zweiten Arbeitskammer
5, 6 und quert die Längsachse L. Zwischen der zentralen Verbindungslinie B und der
weiteren Verbindungslinie C wird ein Winkel α aufgespannt. Versuche haben gezeigt,
dass bei der Wahl des Winkels α im Bereich 90° bis 140° gute Ergebnisse erzielt werden
können. Durch unterschiedliche relative Ausrichtungen der Kammern und entsprechend
mittelbare Befestigung der Kolben an der Taumelplatte 18 können erfindungsgemässe
Wärmekraftmaschinen 0 an spezielle Anforderungen angepasst werden. Neben einem platzsparenden
Aufbau, kann die Anordnung der Kolben auf die Erreichung einer maximalen Leistung
oder maximalen Effizienz abgestimmt eingestellt werden.
[0031] Im Folgenden wird anhand der Figuren 7a bis 7d der thermodynamische Zyklus der erfindungsgemässen
Wärmekraftmaschine 0 in vier Takten erläutert. Aufgrund der oben beschriebenen abwechselnden
Anordnung der Arbeitskolben 7, 8 und Wärmeübertragungskolben 3, 4 werden beim Betrieb
der Wärmekraftmaschine 0 entweder die Arbeitskolben 7, 8 oder die Wärmeübertragungskolben
gleichzeitig in entgegen gesetzte Richtungen linear ausgelenkt.
[0032] Die Figuren 8a bis 7d zeigen einen Schnitt durch alle vier Kammern 1, 2, 5, 6 entlang
der Linie D, welcher in die Papierebene geklappt dargestellt ist. Die Hubräume, welche
mit Arbeitsmedium unter höchstem Druck gefüllt sind, sind mit "+"-Zeichen gekennzeichnet.
Entsprechend sind Hubräume mit "-"-Zeichen gekennzeichnet, in denen der Druck minimal
ist.
1. Takt
[0033] Figur 7a zeigt die Bewegung des ersten Arbeitskolbens 7 und des zweiten Arbeitskolbens
8, während der Rotation der Exzenterscheibe 24 von 0° bis 90°. Das Arbeitsmedium in
der ersten Wärmeübertragungskammer 1, im ersten Wärmetauscher 9, im oberen heissen
Bereich der ersten Arbeitskammer 5 und im unteren kalten Bereich der zweiten Arbeitskammer
6 steht unter hohem Druck. Durch die Segmentierung des ersten Wärmeübertragungskolbens
3, welcher zuvor erwärmt wurde, konnte das Arbeitsmedium zusätzlich erwärmt werden.
Der erste Wärmeübertragungskolben 3 ist am gekühlten unteren Anschlag der ersten Wärmeübertragungskammer
1, während der erste Arbeitskolben 7 mittig innerhalb der ersten Arbeitskammer 5 ausgelenkt
ist. Durch die Segmentierung des ersten Wärmeübertragungskolbens 3 kann das Arbeitsmedium
durch die Längsschlitze 13 von der heissen Seite des Wärmeübertragungskolbens 3 in
Richtung der ersten Kühlvorrichtung 11 strömen bis in den unteren kalten Bereich der
zweiten Arbeitskammer 6 unterhalb des zweiten Arbeitskolbens 8. Der zweite segmentierte
Wärmeübertragungskolben 4 befindet sich zu Beginn am oberen heissen Anschlag der zweiten
Wärmeübertragungskammer 2. Das Arbeitsmedium kann unter niedrigem Druck von der Arbeitskammer
6 durch den zweiten Wärmetauscher 10 durch die Längsschlitze 13 in den kalten Bereich
der zweiten Wärmeübertragungskammer 2 und die zweite Kühlvorrichtung 12 bis in den
kalten Bereich der ersten Arbeitskammer 5 strömen.
2. Takt
[0034] Es folgt ein zweiter Takt durch die Rotation der Taumelscheibe von 90° bis 180°.
Aufgrund der mechanischen Kopplung der vier Kolben 3, 4, 7, 8 an der Taumelplatte
18 wird der erste Arbeitskolben 7 bis zum gekühlten Anschlag nach unten gezogen, während
der zweite Arbeitskolben 8 bis zum geheizten Anschlag nach oben gedrückt wird. Aufgrund
des Druckunterschiedes findet eine Bewegung des ersten Arbeitskolbens 7 nach unten
und des zweiten Arbeitskolbens 8 nach oben, jeweils in Richtung des niedrigeren Druckes
des Arbeitsmediums, statt. Durch eine Expansion des Arbeitsmediums wird damit effektiv
Arbeit verrichtet.
[0035] Am Schluss der ersten Bewegung ist der erste Arbeitskolben 7 bis zum unteren kalten
Anschlag und der zweite Arbeitskolben 8 bis zum oberen heissen Anschlag ausgelenkt,
wobei eine Entspannung des Arbeitsmediums stattfindet.
[0036] Durch eine weitere Drehung der Taumelplatte 18 werden die gegenüberliegend angeordneten
erste und zweite Wärmeübertragungskolben 3, 4 gegengleich linear verschoben. Während
der erste Wärmeübertragungskolben 3 in einer Aufwärtsbewegung in Richtung ersten Wärmetauscher
9 ist, bewegt sich der zweite Wärmeübertragungskolben 4 in Richtung des kalten unteren
Anschlags der zweiten Wärmeübertragungskammer 2.
[0037] Durch die Längsschlitze 13 des ersten Wärmeübertragungskolbens 3 strömt erwärmtes
Arbeitsmedium, welches seine Wärmeenergie an den Wärmeübertragungskolben 3 abgibt,
wodurch das Arbeitsmedium abkühlt. Durch die grosse Fläche des Wärmeübertragungskolbens
3 wird dem Arbeitsmedium derart viel Wärme entzogen, das der Druck in der ersten Wärmeübertragungskammer
1 stark abnimmt.
[0038] Durch die Bewegung des zweiten, in Takt 1 aufgeheizten, Wärmeübertragungskolbens
4 in Richtung des gekühlten Anschlags der ersten Wärmeübertragungskammer 2 strömt
kaltes Arbeitsmedium durch den segmentierten Wärmeübertragungskolben 4. Wärmeenergie
wird an das Arbeitsmedium abgegeben, wodurch das Arbeitsmedium bei der Strömung in
Richtung des zweiten Wärmetauschers 10 bereits vorgewärmt wird. Durch die Abgabe der
Wärmeenergie durch den zweiten Wärmeübertragungskolben 4 erhöht sich der Druck in
der zweiten Wärmeübertragungskammer 2.
3. Takt
[0039] Wie in Figur 7c deutlich, herrscht ein niedriger Druck in der ersten Wärmeübertragungskammer
1, dem ersten Wärmetauscher 9 und im oberen Bereich der ersten Arbeitskammer 5 vor.
Ein hoher Druck des Arbeitsmediums herrscht entsprechend in der zweiten Wärmeübertragungskammer
2, dem zweiten Wärmetauscher 10 und der zweiten Arbeitskammer 6 vor. Durch diese Druckunterschiede
wird der erste Arbeitskolben in Richtung des ersten Wärmetauschers 9 und der zweite
Arbeitskolben in Richtung des zweiten Wärmetauschers 10 ausgelenkt, wobei wieder mechanische
Arbeit verrichtet wird.
4. Takt
[0040] Eine weitere Auslenkung der Taumelscheibe 18 von 270° bis 360° führt den ersten Wärmeübertragungskolben
3 in Richtung des kalten Anschlags und den zweiten Wärmeübertragungskolben 4 in Richtung
des heissen Anschlags, wobei sich der erste Arbeitskolben 7 am heissen Anschlag und
der zweite Arbeitskolben 8 am kalten Anschlag befindet.
[0041] Die Wärmeübertragungskolben 3, 4 sind in der Lage viel Wärmeenergie aufzunehmen und
während des Prozesses an das Arbeitsmedium abzugeben, wodurch eine Vorkühlung bzw.
eine Vorheizung des Arbeitsmediums stattfindet. Die von den Wärmeübertragungskolben
3, 4 aufnehmbare Wärmeenergiemenge ist dabei deutlich grösser, als die bei dem thermodynamischen
Kreisprozess verrichtete Arbeit.
[0042] Aufgrund der durch die segmentiert ausgebildeten Wärmeübertragungskolben 3, 4 wird
mehr Wärmeenergie an das Arbeitsmedium abgegeben, als beim bekannten klassischen Stirling-Kreisprozess.
Dadurch kann mehr mechanische Arbeit verrichtet werden und somit ein höherer Wirkungsgrad
erreicht werden.
[0043] Figur 8 zeigt ein p-V-Diagramm des bekannten idealen rechtsläufigen Stirling-Prozesses,
wobei
3 → 4 eine isotherme Expansion unter Zuführung von Wärme
4 → 1 eine isochore Abkühlung
1 → 2 eine isotherme Kompression mit zugeführter Volumenänderung und
2 → 3 eine isochore Erwärmung
ein geschlossener Kreisprozess ist und die umwandelbare mechanische Arbeit die Fläche
unter den Zyklen darstellt.
[0044] Mit der hier vorgestellten Vorrichtung kann ein abgewandelter Prozess durchgeführt
werden, wobei ein idealer pseudo-Kreisprozess gemäss 1-5-3-6 möglich ist. Dieser Prozess
beschreibt im Idealfall ein Rechteck, wobei bei einem konstanten Druck p1 eine Volumenverkleinerung
bei der Temperatur T1 durchlaufen wird (1→ 5). Anschliessend wird bei einem konstanten
Volumen V1 eine Kompression von p1 auf p2 durchgeführt (5 → 3). Beim Druck p2 findet
eine Volumenvergrösserung von V1 auf V2 statt (3 → 6). Bevor eine isochore Abkühlung
bei gleichzeitiger Druckminderung von p2 auf p1 stattfindet (6 → 1). Auch hier wird
die mechanisch umsetzbare Arbeit durch die Fläche unterhalb des Zyklus beschrieben,
wobei die schraffierte Fläche den zusätzlichen Anteil der Arbeit angibt. Aus Figur
8 wird deutlich, dass die erfindungsgemässe Wärmekraftmaschine 0 zu einem höheren
erreichbaren Wirkungsgrad führt, wobei die Prozessparameter Druck, Temperatur und
Volumenänderung bekannten Stirling-Kreisprozessen entsprechen.
[0045] Damit die Wärmekraftmaschine 0 minimale Vibrationen während des Betriebs aufweist
und eine dynamische Unwucht aufgrund der rotierenden Exzenterscheibe 24, deren Rotationsachse
nicht mit einer der stabilen Hauptträgheitsachsen übereinstimmt, auszugleichen, ist
die Exzenterscheibe unsymmetrisch mit einer Verdickung versehen. Diese Verdickung
ist in Figur 4 deutlich erkennbar und bildet ein Ausgleichsgewicht.
[0046] Der in der ersten Arbeitskammer 5 und der zweiten Arbeitskammer 6 während der Verdichtung
des Arbeitsmediums auftretende Druck beträgt etwa 6 bis 7 MPa. Aufgrund der Nutzung
von Luft als Arbeitsmedium sind die Anforderungen an die Dichtung des Gesamtinnenraums
der Wärmekraftmaschine 0 nicht besonders hoch. Für die Kammern 1, 2,5, 6 und Kolben
3, 4, 7, 8 wird Edelstahl eingesetzt, wobei Lötstellen mit einem Kupfer und Magnesium
enthaltenen Lot verbunden sind.
[0047] Vorteilhaft ist die hohle Ausführung des ersten und zweiten Arbeitskolbens 7, 8.
Die notwendige Stabilität ist gegeben und aufgrund minimierten Gewichts ist eine optimale
Kraftübertragung möglich. Um die Arbeitskolben 7, 8 vor der auftretenden Hitze zu
schützen, werden in weiteren Ausführungsformen Mineralfasern, insbesondere Basaltfasern
in das Innere der Arbeitskolben 7, 8 eingebracht. Die Basaltfasern liegen in amorpher
Form vor und haben neben einer Hitzeschutzwirkung einen mechanisch verstärkenden Effekt.
[0048] An der oberen Seite des Basisflansches 100, der Führungskulisse 101 zugewandt, sind
Kolbenführungen angeformt, durch welche die Kolbenbolzen durch eine Bohrung stabilisiert
geführt linear in die entsprechenden Kammern abwechselnd bewegt werden. Die lineare
Bewegung der Kolben 3,4,7,8 wird in Rotationsbewegung der Taumelplatte 18, der Exzenterscheibe
24 und letztlich des Schwungrades 21 umgesetzt. Durch die hier gezeigte Art der Kopplung
können die Kolben 3,4,7,8 aber auch durch Rotation des Schwungrades 21 ausgelenkt
werden.
[0049] In weiteren Ausführungsformen können mehr als zwei Paare aus Wärmeübertragungskammer
und zugeordneter und über einen Wärmetauscher verbundene Arbeitskammer die erfindungsgemässe
Wärmekraftmaschine 0 bilden. Entsprechend müssten weitere Wärmeübertragungkolben und
Arbeitskolben vorgesehen sein, welche in den zusätzlichen Kammern bewegbar gelagert
sind. Die Mechanik zur Auskopplung der linearen Kolbenbewegung und Umwandlung in eine
Rotationsbewegung zum Antrieb des Schwungrades 21 muss auf die Anzahl der verwendeten
Kolben jeweils abgestimmt sein.
[0050] Bei der Entwicklung des segmentiert ausgeführten ersten Wärmeübertragungskolbens
3 wurde dieser erste Wärmeübertragungskolben 3 in bekannte handelsübliche Stirling-Motoren
und Wärmekraftmaschinen gemäss eines Stirling-Motors eingebaut und damit experimentiert.
Dabei wurden bekannte Wärmekraftmaschinen mit nur einer ersten Wärmeübertragungskammer
1 benutzt. Der Wirkungsgrad solcher Wärmkraftmaschinen ist bei Benutzung von Kolben
gemäss Stand der Technik nicht besonders hoch. Nach dem Einbau des einen segmentierten
Wärmeübertragungskolbens 3 in die eine Wärmeübertragungskammer 1 und der Benutzung
von Luft als Arbeitsmedium konnten gute Ergebnisse erreicht werden, mit ähnlich hohem
Wirkungsgrad, wie beim Standardbetrieb beispielsweise mit Heliumgas.
[0051] Damit wurde gezeigt, dass eine Verwendung von Luft als Arbeitsmedium durch die Benutzung
eines segmentierten ersten Wärmeübertragungskolben 3 in bekannten Stirling-Motoren
erfolgreich durchführbar ist. Die grossen Probleme, die bei bekannten Stirling-Motoren
aufgrund der Benutzung von Helium auftreten, können damit durch eine Verwendung des
ersten segmentierten Wärmeübertragungskolbens 3 und die Verwendung von Luft, umgangen
werden. Die anfänglich benutzten Wärmeübertragungskolben 3 wiesen bereits wie oben
beschrieben, eine Mehrzahl von Längsschlitzen 13 und/oder Querschlitzen 14 auf.
[0052] Zur Übertragung der linearen translatorischen Bewegung der Kolben 3, 4, 7, 8 in eine
Drehbewegung ist der im Folgenden erläuterte Kurbeltrieb 40 einsetzbar. Neben dem
Antrieb eines Schwungrades 21 ist damit auch der Antrieb einer Kurbelwelle 400 möglich.
Der Kurbeltrieb 40 erlaubt eine gute Kraftübertragung beim Betrieb der Wärmekraftmaschine
0, wobei konstruktionsbedingt eine einfache Aneinanderreihung mehrerer Wärmekraftmaschinen
0 bzw. mehrerer Paare von Arbeitskolben 7, 8 und Wärmeübertragungskolben 3, 4 möglich
ist.
[0053] Der Kurbeltrieb 40 umfasst die Kurbelwelle 400, die in einem Kurbeltriebgehäuse 41
auf mindestens einem Kurbelwellenlager 401 rotierbar ortsfest angeordnet ist. Mit
der Kurbelwelle 400 ist über einen Hubzapfen 4010 mindestens ein Hubelement 403 verbunden,
welches exzentrisch zur Drehachse der Kurbelwelle 400 auf der Kurbelwelle 400 gelagert
ist und damit die Kurbelwelle 400 in eine Drehbewegung versetzen kann. Das Hubelement
403 weist einen Querbalken 4031 auf, an dessen Enden jeweils ein Arbeitskolben 7 und
ein Wärmeübertragungskolben 3 angeordnet sind. Mittels Gelenken 405 sind zwei Doppelgelenkstäbe
404 drehbewegbar über Wälzlager 407 an den Enden des Querbalkens 4031 befestigt. Auf
der dem Querbalken 4031 abgewandten Seite des Hubelementes 403 sind die Kolben 3,
4, 7, 8 wiederum durch Wälzlager gelagert mittels Gabelkopplungen 406 bewegbar an
den Doppelgelenkstäben 404 befestigt.
[0054] Jeweils ein Schwenkhebel 402 ist schwenkbar in einem Schwenkhebellager 4022 am Kurbeltriebgehäuse
41 befestigt und an der in das Kurbeltriebgehäuse 41 hineinragenden Seite mit einem
Schwenkstab 4021 bewegbar, bevorzugt durch Wälzlager gelagert, mit dem Hubelement
403 verbunden.
[0055] Beim Betrieb der Wärmekraftmaschine und der periodischen Auslenkung der Kolben 3,
4, 7, 8 wird das Hubelemente 403 gemäss Pfeilmarkierung A in Figur 9b, je nach Auslenkung
der benachbart aufgehängten Kolben verschwenkt und aufgrund der exzentrischen Befestigung
am Hubzapfen 4010 der Kurbelwelle 400 in Richtung senkrecht zur Kurbelwellenachse
auf und ab geführt. Durch Wahl des Abstandes der Aufhängung des Kolbens 7 und des
Kolbens 3 kann eine optimale Kraftübertragung auf die Kurbelwelle 400 aufgrund der
Phasenverschiebung der Kolben erreicht werden. Die Kolben 3, 7 und die Kolben 4, 8
sind jeweils an unterschiedlichen Hubzapfen an der Kurbelwelle 400 befestigt, damit
eine notwendige Phasenverschiebung der Kolbenpaare zueinander erreichbar ist.
[0056] Durch die Kopplung des Schwenkstabs 4021 am Hubelement 403, wird der Schwenkhebel
402 mit der auf und ab Bewegung mitgeführt und entsprechend um das Schwenkhebellager
4022 verschwenkt. Der Schwenkhebel 402 ist hier gegabelt ausgeführt, wobei jeweils
einer der Kolben bzw. Kolbenstangen durch den gegabelten Bereich des Schwenkhebels
402 führbar gelagert ist. Auch durch die Anordnung der Schwenkhebel 402 am Kurbeltriebgehäuse
41 kann die Phasenverschiebung der beweglichen Kolben eingestellt werden. Die Schwenkbewegung
des vorderen Schwenkhebels 402 ist durch die Pfeilmarkierung D und die Schwenkbewegung
des hinteren Schwenkhebels 402' ist durch die Pfeilmarkierung E definiert.
[0057] Konstruktionsbedingt sind mehrere Wärmekraftmaschinen 0 über den Kurbeltrieb 40 an
einer Kurbelwelle 400 linear koppelbar, sodass wie in Figur 10a beispielsweise zwei
Wärmekraftmaschinen 0 in einem Kurbeltriebgehäuse 41, wie von V-Motoren bekannt, gekoppelt
sein können. Um diese Kopplung möglichst auf engstem Raum zu bewerkstelligen sind
jeweils Kolben 3, 7 einer ersten Wärmekraftmaschine 0 und Kolben 3', 7' einer zweiten
Wärmekraftmaschine 0 benachbart über zwei benachbarte Querbalken 4031 und 4031' unterschiedlich
ausgerichtet, aber am gleichen Hubzapfen 4010 angeordnet. Ebenso sind die Kolben 4,
8 und 4', 8' indirekt an der Kurbelwelle 400 direkt benachbart angeordnet. Damit auch
hier eine optimale Kraftübertragung erreicht werden kann, müssen die Hubelemente 403
entsprechend der herrschenden Phasenverschiebung der Kolbenbewegung an der Kurbelwelle
400 angeordnet sein. Auch hier führen die Hubelemente 403 jeweils eine kombinierte
Schwenkbewegung sowie eine Bewegung senkrecht zur Kurbelwellenachse durch.
[0058] Wie in Figur 11 gezeigt, kann eine modulare Anordnung mehrerer Wärmekraftmaschinen
0, 0', 0", 0"' an einer Kurbelwelle 400 einfach durchgeführt werden, wobei die Kurbeltriebe
40 jeweils zweier Wärmekraftmaschinen 0, 0' und 0", 0"' in jeweils einem Kurbeltriebgehäuse
41 angeordnet sind.
Bezugszeichenliste
[0059]
- 0
- Wärmekraftmaschine
- 1
- Erste Wärmeübertragungskammer
3 erster Wärmeübertragungskolben (geschlitzt) Länge und Durchmesser grösser als erster
Arbeitskolben
- 2
- Zweite Wärmeübertragungskammer
4 zweiter Wärmeübertragungskolben (geschlitzt) Länge und Durchmesser grösser als zweiter
Arbeitskolben
- 5
- Erste Arbeitskammer
7 erster Arbeitskolben
- 6
- Zweite Arbeitskammer
8 zweiter Arbeitskolben
- 9
- Erster Wärmetauscher/Heizaggregat
- 10
- Zweiter Wärmetauscher/Heizaggregat
- 11
- Erste Kühlvorrichtung
- 12
- Zweite Kühlvorrichtung
- 13
- Längsschlitze
- 14
- Querschlitze
- 15
- Obere Kolbenlage (Nähe Heizaggregat)
- 16
- Untere Kolben (Nähe Kühlvorrichtung)
- 17
- Schaft
170 Schaftlängsachse
- 18
- Taumelplatte
- 19
- Kardangelenk
- 20
- Gelenkbefestigung
- 21
- Schwungrad
- 22
- Kühlmitteleinlass
- 23
- Kühlmittelauslass
- 24
- Exzenterscheibe
240 exzentrische Bohrung
241 Schaftlager
242 Zapfen
- 25
- Koppelstab
- 100
- Basisflansch
- 101
- Führungskulisse
1010 Kulissenlager
- 102
- Lager
- 103
- Antriebswelle
- L
- Längsachse
- B
- Zentrale Verbindungslinie zwischen erster und zweiter Arbeitskammer
- C
- Zentrale Verbindungslinie zwischen erster und zweiter Verdrängerkammer
- α
- Winkel zwischen B und C
- 40
- Kurbeltrieb
400 Kurbelwelle
4010 Hubzapfen
401 Kurbelwellenlager (starr)
402 Schwenkhebel gegabelt einer pro Paar)
4021 Schwenkstab
4022 Schwenkhebellager
403 Hubelement mit
4031 Querbalken
404 Doppelgelenkstab
405 Gelenk
406 Gabelkopplung
407 Wälzlager
- 41
- Kurbeltriebgehäuse
- A
- Schwenkbewegungsrichtung des Querbalkens 4031
- D
- Schwenkbewegung des vorderen Schwenkhebels
- E
- Schwenkbewegung des hinteren Schwenkhebels
1. Wärmeübertragungskolben (3) für eine Wärmekraftmaschine mit einem ersten Arbeitskolben
(7),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Wärmeübertragungskolben (3) einen segmentiert und/oder geschlitzt ausgeführten
Kolbenkopf mit einer gegenüber dem ersten Arbeitskolben (7) vergrösserten Kontaktfläche
zwischen Wärmeübertragungskolben (3) und umgebenden Arbeitsmedium aufweist, wodurch
Wärmeenergie vom Wärmeübertragungskolben (3) an das Arbeitsmedium abgebbar ist.
2. Wärmekraftmaschine (0) mit einem angetriebenen Schwungrad (21) oder einer Kurbelwelle
(400) mit einem geschlossenen Gesamtinnenraum, welcher mit einem Arbeitsmedium füllbar
und druckdicht verschliessbar ist, umfassend
mindestens eine erste Arbeitskammer (5) mit einem linear bewegbaren ersten Arbeitskolben
(7),
mindestens eine erste Wärmeübertragungskammer (1) mit einem linear bewegbaren ersten
Wärmeübertragungskolben (3), der einen Kolbenkopf aufweist,
einen mit der ersten Arbeitskammer (5) und der ersten Wärmeübertragungskammer (1)
verbundenen ersten Wärmetauscher (9),
sowie eine erste Kühlvorrichtung (11),
wobei der erste Arbeitskolben (7) und der erste Wärmeübertragungskolben (3)
mechanisch miteinander gekoppelt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Wärmeübertragungskolben (3) einen segmentiert und/oder geschlitzt ausgeführten
Kolbenkopf mit einer gegenüber dem ersten Arbeitskolben (7) vergrösserten Kontaktfläche
zwischen erstem Wärmeübertragungskolben (3) und umgebenden Arbeitsmedium aufweist,
wodurch Wärmeenergie vom ersten Wärmeübertragungskolben (3) an das Arbeitsmedium abgebbar
ist.
3. Wärmekraftmaschine (0) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolbenkopf des ersten Wärmeübertragungskolbens (3) eine Mehrzahl von Längsschlitzen
(13) aufweist, wodurch ein Durchströmen des Arbeitsmediums durch den Kolbenkopf aus
dem Bereich des ersten Wärmetauschers (9) in Richtung eines Kolbenbolzens erreichbar
ist.
4. Wärmekraftmaschine (0) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Kolbenkopf des ersten Wärmeübertragungskolbens (3) eine Mehrzahl von Querschlitzen
(14) aufweist, welche die Wärmeleitung durch den segmentierten ersten Wärmeübertragungskolben
(3) zwischen einem geheizten Teil (15) und einem gekühlten Teil (16) der ersten Wärmeübertragungskammer
(1) erschwert.
5. Wärmekraftmaschine (0) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsflächen der ersten Wärmeübertragungskammer (1), sowie des ersten
Wärmeübertragungskolbens (3) grösser sind, als die Querschnittsflächen der ersten
Arbeitskammer (5) sowie des ersten Arbeitskolbens (7).
6. Wärmekraftmaschine (0) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der geschlossene Gesamtinnenraum zusätzlich mindestens eine zweite Arbeitskammer
(6) mit einem linear bewegbaren zweiten Arbeitskolben (8) und
mindestens eine zweite Wärmeübertragungskammer (2) mit einem linear bewegbaren zweiten
Wärmeübertragungskolben (4) aufweist, wobei
die erste Arbeitskammer (5) und die erste Wärmeübertragungskammer (1) über den ersten
Wärmetauscher (9), sowie die zweite Arbeitskammer (6) und der zweite Wärmeübertragungskammer
(2) über einen zweiten Wärmetauscher (10) gekoppelt verbunden sind,
die erste Kühlvorrichtung (11) zwischen der zweiten Arbeitskammer (6) und der ersten
Wärmeübertragungskammer (1) angeordnet ist und eine zweite Kühlvorrichtung (12) zwischen
der ersten Arbeitskammer (5) und der zweiten Wärmeübertragungskammer (2) angeordnet
ist,
und die vier Kolben (3,4,7,8) mittels einer Taumelplatte (18) mechanisch miteinander
gekoppelt sind und der zweite Wärmeübertragungskolben (4) einen segmentiert und/oder
geschlitzt ausgeführten Kolbenkopf mit einer gegenüber dem zweiten Arbeitskolben (8)
vergrösserten Kontaktfläche zwischen Wärmeübertragungskolben (4) und umgebenden Arbeitsmedium
aufweist, sodass Wärmeenergie von den Wärmeübertragungskolben (3, 4) an das Arbeitsmedium
abgebbar ist.
7. Wärmekraftmaschine (0) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kammern (1, 2, 5, 6) und die erste und zweite Kühlvorrichtung (11, 12) in einem
Basisflansch (100) angeordnet sind und die Kühlvorrichtungen (11, 12) innerhalb des
Basisflansches (100) mit einem Kühlmittel in thermischem Kontakt sind.
8. Wärmekraftmaschine (0) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass
ein Winkel α im Bereich von 90° bis 140° zwischen
einer zentralen Verbindungslinie (B), welche entlang der Zentren der ersten und zweiten
Wärmeübertragungskammern (1, 2) und durch die Längsachse (L) verläuft
und
einer weiteren Verbindungslinie (C), welche entlang der Mitten der ersten und zweiten
Arbeitskammern (5, 6) und durch die Längsachse (L) verläuft,
aufgespannt ist.
9. Wärmekraftmaschine (0) gemäss einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Paar aus erstem Wärmeübertragungskolben (3) und erstem Arbeitskolben
(7) an zwei gegenüberliegenden Seiten eines Hubelements (403) befestigt sind, wobei
durch Anordnung des Hubelements (403) an einem Hubzapfen (4010) die Kurbelwelle (400)
in Rotation versetzbar ist.
10. Wärmekraftmaschine (0) gemäss Anspruch 9, dadurch
gekennzeichnet, dass das Hubelement (403) mittels Schwenkhebel (402) um ein Schwenkhebellager (4022) am
Kurbeltriebgehäuse (41) verschwenkbar senkrecht zur Kurbelwellenachse auf und ab bewegbar
ist.
11. Wärmekraftmaschine (0) nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmekraftmaschine mindestens zwei Paare von Wärmeübertragungskammern (1, 2)
und Arbeitskammern (5, 6) mit den entsprechenden Wärmeübertragungskolben (3, 4) und
Arbeitskolben (7, 8) umfasst, wobei die Wärmeübertragungskolben jeweils segmentierte
Kolbenköpfe aufweisen.
12. Wärmekraftmaschine (0) gemäss Anspruch 10 und 11, dadurch
gekennzeichnet, dass das weitere Paar aus zweitem Wärmeübertragungskolben (4) und zweitem Arbeitskolben
(8) an zwei gegenüberliegenden Seiten eines zweiten Hubelements (403') befestigt sind,
wobei beide Hubelemente (403, 403') phasenverschoben von den vier Kolben verschwenkbar
auf der Kurbelwelle (400) angeordnet sind.
13. Verwendung eines ersten Wärmeübertragungskolbens (3) mit
einem Kolbenkopf und einem Kolbenbolzen in einer Wärmekraftmaschine, wobei Luft als Arbeitsmedium einsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein segmentiert und/oder geschlitzt ausgestalteter Kolbenkopf des ersten Wärmeübertragungskolbens
(3) linear in einer ersten Wärmeübertragungskammer (1) bewegt wird.