Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Kraftstoffeinspritzventil für eine Brennkraftmaschine
mit einem Magnetventil zur Steuerung der Offen- oder Schließstellung einer Ventilnadel,
über welche die Kraftstoffzufuhr zum Brennraum der Brennkraftmaschine steuerbar ist.
Das Magnetventil umfasst hierzu einen Elektromagneten und einen mit einem Ventilglied
verbundenen, innerhalb eines Ventilraumes angeordneten, beweglichen Anker. Des Weiteren
betrifft die Erfindung ein Kraftstoffeinspritzsystem, das wenigstens ein solches Einspritzventil
umfasst.
[0002] In einem Kraftstoffeinspritzsystem dienen Kraftstoffeinspritzventile bzw. Kraftstoffinjektoren
der Einspritzung von unter hohem Druck stehenden Kraftstoff in den Brennraum einer
Brennkraftmaschine. Zuvor wird der Kraftstoff üblicherweise über eine Kraftstoffhochdruckpumpe
des Kraftstoffeinspritzsystems auf einen Druck von bis zu 2000 bar verdichtet und
einer gemeinsamen Hochdruckspeicherleitung ("Common Rail"), die ebenfalls Bestandteil
des Einspritzsystems ist, zugeführt. Über die gemeinsame Hochdruckspeicherleitung
gelangt der unter hohem Druck stehende Kraftstoff zu den Injektoren, von wo aus er
in den Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt wird. Die Betätigung des Einspritzventils
erfolgt in der Regel über eine Aktor-Einheit, die beispielsweise einen Piezo-Aktor
oder ein Magnetventil umfassen kann, und eine Baueinheit mit dem Einspritzventil bildet.
Ein Kraftstoffinjektor mit einem Magnetventil als Drucksteller ist zum Beispiel aus
der Offenlegungsschrift
DE 10 2007 029 969 A1 bekannt.
[0003] Bei der Weiterentwicklung von Einspritzsystemen wird insbesondere der Einhaltung
der allgemein geforderten hohen Schadstoffgrenzwerte Beachtung geschenkt. Um diese
zu erfüllen, werden bereits Einspritzsysteme entwickelt, deren Systemdruck deutlich
über 2000 bar liegt. Darüber hinaus werden schnell schaltende Einspritzventile für
derart hohe Einspritzdrücke bereit gestellt. Mit der Erhöhung des Einspritzdruckes
sowie mit der Steigerung der Schaltdynamik geht jedoch ein Temperaturanstieg im Ventilraum
des Einspritzventils einher, der die Funktionsfähigkeit der Aktor-Einheit, insbesondere
die eines Magnetventils, gefährden kann. Denn an die Temperaturbeständigkeit der Bauteile
eines Magnetventils werden bereits aufgrund der hohen Ströme der Magnetspule von bis
zu 30 A und der damit verbundenen Heizwirkung hohe Anforderungen gestellt. Als besonders
temperaturempfindliche Bauteile sind beispielsweise der Spulenträger oder die Beschichtung
des Spulendrahtes anzusehen. Zugleich führt ein Temperaturanstieg im Ventilraum zu
einem höheren Gasgehalt, wodurch ebenfalls die Funktionsfähigkeit des Einspritzventils
beeinträchtigt werden kann.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Kraftstoffeinspritzventil der
eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, dass es auch für Einspritzdrücke
über 2000 bar geeignet ist, ohne dass dabei die vorstehend genannten Nachteile auftreten.
Offenbarung der Erfindung
[0005] Zur Lösung der Aufgabe wird ein Kraftstoffeinspritzventil mit den Merkmalen des Anspruchs
1 vorgeschlagen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen
angegeben. Ferner wird ein Kraftstoffeinspritzsystem beansprucht, das ein solches
Einspritzventil umfasst.
[0006] Das vorgeschlagene Kraftstoffeinspritzventil weist ein Magnetventil zur Steuerung
der Offen- oder Schließstellung einer Ventilnadel auf, über welche die Kraftstoffzufuhr
zum Brennraum der Brennkraftmaschine steuerbar ist. Das Magnetventil umfasst einen
Elektromagneten und einen mit einem Ventilglied verbundenen, über den Elektromagneten
bewegbaren Anker, der innerhalb eines Ventilraumes angeordnet ist.
[0007] Erfindungsgemäß ist zur Kühlung des Magnetventils ein Kraftstoff als Kühlmedium einsetzender
Kühlkreislauf vorgesehen, wobei der Kraftstoff einem Vorratstank entnehmbar ist, mit
dem das Magnetventil über jeweils einen am Magnetventil ausgebildeten Zulauf und Ablauf
hydraulisch verbindbar ist. Durch Ausbildung eines Kühlkreiskaufes kann die Temperatur
im Ventilraum deutlich gesenkt werden. Denn als Kühlmedium steht außerhalb des Kraftstoffeinspritzventils
bevorrateter Kraftstoff zur Verfügung, der eine geringere Temperatur aufweist, als
beispielsweise der Kraftstoff, der im Einspritzventil als Hydraulikfluid Verwendung
findet. Bei Einspritzdrücken über 2000 bar kann beispielsweise die Temperatur des
Hydraulikfluids weit über 200°C liegen und damit die maximal zulässige Temperatur
kritischer Bauteile überschreiten. Indem eine Vermischung des zugeführten "kalten"
Kraftstoffs mit dem vorhandenen "heißen" Kraftstoff angestrebt wird, stellt sich im
Ventilraum eine Gleichgewichtstemperatur ein, die für die kritischen Bauteile des
Magnetventils unbedenklich ist. Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch der
Hydraulikflüssigkeit statt, so dass auch ein erhöhter Gasgehalt abgebaut wird.
[0008] Weiterhin ist vorgesehen, dass der Ventilraum an den Kühlkreislauf angeschlossen
ist, so dass über den zirkulierenden Kraftstoff zugleich eine Spülung, insbesondere
eine Zwangsspülung, des Ventilraumes bewirkbar ist. Dadurch ist zum Einen sicher gestellt,
dass aus dem Hochdruckbereich zurück in den Ventilraum gelangendes, heißes Hydraulikfluid
nicht im Ventilraum verbleibt, sondern abtransportiert wird. Zum Anderen ist gewährleistet,
dass der Gasgehalt im Ventilraum weitestgehend konstant gehalten wird. Mit einer Zwangsspülung
werden die im Wesentlichen temperaturbedingten Gasanteile heraus gespült und ein Anstieg
der Fluidtemperatur wirksam verhindert.
[0009] Der zur Förderung des als Kühlmedium dienenden Kraftstoffes erforderliche Druck wird
vorzugsweise über eine Vorförderpumpe bewirkt, die in den Kühlkreislauf eingebunden
ist. Vorteilhafterweise ist die Vorförderpumpe zwischen dem Zulauf des Magnetventils
und dem Vorratstank angeordnet. Das heißt, dass vorteilhafterweise der Zulauf des
Kühlkreislaufes an die Druckseite der Vorförderpumpe angeschlossen ist, während der
Kraftstoff des Rückkreislaufes direkt über den Ablauf zurück in den Vorratstank gelangt.
Dabei wird der Kraftstoff des Kühlkreislaufes vom Tank durch den Ventilraum hindurch
und wieder zurück in den Tank gepumpt. Auf diese Weise ist eine konstante Kühlung
des Ventilraumes sichergestellt. Die Kraftstoffvorförderpumpe ist derart eingestellt,
dass der Kühlkreislauf einen Niederdruckkreislauf darstellt.
[0010] Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist zur hydraulischen Verbindung
des am Magnetventil ausgebildeten Zulaufes und/oder des am Magnetventil ausgebildeten
Ablaufes mit dem Vorratstank wenigstens ein mit dem Magnetventil verbindbares Steckelement
vorgesehen. Vorzugsweise sind sowohl der Zulauf, als auch der Ablauf mit dem Steckelement
verbunden. Am Steckelement selbst sind weiterhin vorzugsweise wenigstens zwei weitere
Anschlüsse vorgesehen, über welche das Steckelement wiederum zulauf- und ablaufseitig
mit dem Vorratstank verbindbar ist. Der Einsatz eines Steckelementes ermöglicht eine
besonders einfache Art der Verbindung, so dass ein entsprechender Kühlkreislauf leicht
herstellbar ist.
[0011] Das Steckelement ist zudem bevorzugt T-förmig ausgebildet und weist getrennte Strömungspfade
für den zulaufenden und den ablaufenden Kraftstoff auf. Die beiden getrennten Strömungspfade
stehen über den Ventilraum hydraulisch miteinander in Verbindung, so dass ein Kreislauf
ausgebildet wird.
[0012] Zur hydraulischen Verbindung mit dem Magnetventil weist das Steckelement vorzugsweise
wenigstens eine radiale Bohrung und/oder eine axiale Bohrung auf, wobei die Bohrungen
jeweils an einem gemeinsamen Schenkel des vorzugsweise T-förmigen Steckelementes angeordnet
sind. Zur hydraulischen Verbindung wird dieser Schenkel dann in eine entsprechende
Ausnehmung des Magnetventils gesetzt, so dass eine radiale Bohrung in den am Magnetventil
ausgebildeten Zulauf mündet und der am Magnetventil ausgebildete Ablauf über eine
axiale Bohrung des Schenkels angeschlossen wird. Somit sind die Strömungspfade sicher
getrennt. Alternativ kann die Anschluss auch umgekehrt erfolgen, so dass der am Magnetventil
ausgebildete Ablauf mit einer radialen und der Zulauf mit einer axialen Bohrung des
Steckelementes hydraulisch verbunden ist. Innerhalb des Schenkels des T-Profils werden
die Strömungspfade über eine Mittelwand getrennt.
[0013] Zur Ausbildung des Kühlkreislaufes ist weiterhin bevorzugt wenigstens eine Kraftstoff
führende Nut außen am Magnetkern des Elektromagneten vorgesehen. Diese Nut kann radial
und/oder axial verlaufend angeordnet sein. Dies hängt unter anderem davon ab, welche
Lage und Ausrichtung der Zulauf bzw. der Ablauf besitzt, je nach dem, ob die Nut zulaufenden
oder ablaufenden Kraftstoff führen soll. Beispielsweise kann der Magnetkern eine topfförmige
Gestaltung aufweisen und bodenseitig in Verbindung mit dem T-förmigen Steckelement
stehen, so dass eine radiale Bohrung des Steckelementes zunächst in eine radial über
die Bodenseite des Magnetkerns geführte Nut mündet. Diese Nut kann bis nach radial
außen geführt sein und von hier aus axial über die Außenumfangseite des Magnetkerns
verlaufen, bis sie in den Ventilraum mündet. Vorzugsweise wird eine solche Nut zulaufseitig
genutzt.
[0014] Weiterhin vorzugsweise ist zur Ausbildung des Kühlkreislaufes zudem wenigstens eine
Kraftstoff führende radial und/oder axial verlaufende Bohrung im Magnetkern vorgesehen,
die bevorzugt ablaufseitig genutzt wird. Wird jedoch die vorstehend beschriebene Nut
bereits ablaufseitig genutzt, dient die Bohrung der Führung von zulaufendem Kraftstoff.
Denn wie bereits erwähnt kann der Anschluss des Zulaufes und des Ablaufes wahlweise
über eine radiale oder axiale Bohrung des Steckelementes erfolgen.
[0015] Bevorzugt ist zur Ausbildung des Kühlkreislaufes ferner wenigstens eine radial und/oder
axial verlaufende Kraftstoff führende Bohrung im Anker vorgesehen, damit der Ventilraum
beispielsweise mit einer radial und/oder axial verlaufenden Bohrung des Magnetkerns
verbindbar ist. Der vorzugsweise plattenförmige Anker kann auch mehrere Ausnehmungen,
beispielsweise in Form einer Perforation, aufweisen, über welche eine hydraulische
Verbindung des Ventilraumes mit wenigstens einer als Ablauf dienenden Bohrung oder
Nut am Magnetkern herstellbar ist.
[0016] Das erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzventil erweist sich jedoch nicht nur für
Einspritzsysteme als geeignet, die einen Systemdruck von 2000 bar überschreiten, sondern
auch für bestehende Systeme, bei denen der Systemdruck noch unter 2000 bar liegt.
Denn der vorgeschlagene Kühlkreislauf ermöglicht eine vielfach getaktete Einspritzung
mit besonders kurzen Schaltzyklen, da eine Überhitzung der Magnetspule aufgrund der
entsprechend höheren elektrischen Ströme nicht zu befürchten ist. Somit muss eine
Mehrfacheinspritzung nicht auf wenige Einspritzungen limitiert werden. Weiterhin kann
ein temperaturbedingter Leistungsabfall des Elektromagneten wirksam verhindert werden.
Die vorstehend genannten Vorteile kommen insbesondere bei Kraftstoffinjektoren mit
servobetriebenen Magnetventilen deutlich zum Tragen.
[0017] Des Weiteren wird ein Kraftstoffeinspritzsystem einer Brennkraftmaschine mit wenigstens
einem erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventil vorgeschlagen. Vorzugsweise umfasst
das Kraftstoffeinspritzsystem mehrere Kraftstoffeinspritzventile der vorstehend genannten
Art, die, bevorzugt über die Strömungspfade eines Steckelements, parallel und/oder
in Reihe geschaltet sind. Eine Kombination aus Parallel- und Reihenschaltung ist ebenfalls
denkbar.
[0018] Eine Parallelschaltung entspricht weitestgehend der vorstehend bereits beschrieben
Einzelschaltung. Das heißt, dass der Zulauf und der Ablauf eines jeden Einspritzventiles
in direkter Verbindung mit dem Vorratstank steht, so dass der zur Kühlung vorgesehene
Kraftstoff direkt dem Vorratstank entnommen werden kann.
[0019] Bei einer Reihenschaltung werden dagegen mehrere Einspritzventile hintereinander
geschaltet. Das heißt, dass der zur Kühlung vorgesehen Kraftstoff dem Ablauf des jeweils
vorgeschalteten Einspritzventils entnommen wird, so dass dieser bereits erwärmt ist
und eine geringer Kühlleistung bewirkt. Als vorteilhaft erweist sich jedoch der einfache
Aufbau einer solchen Reihenschaltung. Daher kann eine Kombination aus Parallel-und
Reihenschaltung je nach Anzahl der verschalteten Injektoren sinnvoll sein.
[0020] Bevorzugte Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen Einspritzventils werden nachfolgend
anhand der Zeichnungen näher erläutert. Diese zeigen:
- Fig. 1
- einen Längsschnitt durch ein erstes erfindungsgemäßes Einspritzventil im Be- reich
des Magnetventils und
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch ein zweites erfindungsgemäßes Einspritzventil im Bereich
des Magnetventils.
[0021] Das Kraftstoffeinspritzventil der Figur 1 umfasst ein Gehäuseteil 21, in welcher
ein Magnetventil 1 zur Betätigung einer Ventilnadel 2 gehalten ist, über deren Offen-
bzw. Schließstellung die Kraftstoffzufuhr zum Brennraum er Brennkraftmaschine steuerbar
ist. Die Betätigung der Ventilnadel 2 erfolgt über den jeweils eingestellten Hydraulikdruck
eines Steuerraumes 22, über welchen die Ventilnadel 2 mit einem Schließdruck beaufschlagbar
ist. Wird ein Druckabfall im Steuerraum 22 bewirkt, kann die Ventilnadel 2 eine Offenstellung
einnehmen, in der die Freigabe wenigstens einer Einspritzöffnung erfolgt, über welche
die Einspritzung vorgenommen werden kann. Um einen Druckabfall im Steuerraum 22 zu
bewirken, wird ein Ventilglied 4 des Magnetventils 1 in eine Offenstellung bewegt,
so dass über eine Abflussdrossel 23 Hydraulikfluid aus dem Steuerraum 22 in einen
als Niederruckraum ausgebildeten Ventilraum 6 abfließen kann, in welchem das Ventilglied
4 aufgenommen ist. Bei dem Beispiel der Figur 1 bildet das Ventilglied 4 eine bauliche
Einheit mit einem plattenförmigen Anker 5, der über den Elektromagneten 3 derart bewegbar
ist, dass das Ventilglied 4 in eine Offenstellung oder eine Schließstellung überführt
werden kann.
[0022] Bei einer Ansteuerung des Elektromagneten 3 wird eine Magnetkraft auf den Anker 5
ausgeübt, über welche der Anker 5 einschließlich Ventilglied 4 entgegen der Druckkraft
einer Ventilschließfeder 24 in Richtung Magnetkern 17 des Elektromagneten 3 bewegt
wird. Dabei wird das Ventilglied 4 aus seinem Ventilsitz 25 gehoben. Die Hubbewegung
des Ventilgliedes 4 wird durch einen am Magnetkern 17 ausgebildeten Hubanschlag 26
begrenzt. Der Anschlages 26 kann entweder mit einer amagnetischen Edelstahlscheibe
oder einer Chrombeschichtung versehen sein. Bei einer Absteuerung des Elektromagneten
3 bricht die Magnetkraft zusammen und die Ventilschließfeder 24 drückt das Ventilglied
4 in den Ventilsitz 25 zurück, so dass die Verbindung zum Steuerraum 22 abgesperrt
ist. Über eine Zulaufdrossel 27 einströmender Kraftstoff kann somit einen Anstieg
des Steuerdruckes im Steuerraum 22 bewirken, der die Ventilnadel 2 in eine Schließstellung
überführt.
[0023] Das Magnetventil des Einspritzventils der Figur 1 ist "druckausgeglichen", das heißt,
dass in Schließstellung des Ventilgliedes 4 keine hydraulischen Kräfte am Ventilglied
4 angreifen. Im Unterschied dazu weist das Einspritzventil der Figur 2 ein Magnetventil
1 auf, das nicht "druckausgeglichen" ist. Denn das Ventilglied 4 wird in Schließstellung
vom im Ventilraum 6 herrschenden hydraulischen Druck beaufschlagt. Der Ventilsitz
25 ist bei dem Ausführungsbeispiel der Figur 2 zudem kegelförmig ausgebildet, um mit
einem teilkugelförmigen Schließkörper des Ventilgliedes 4 zusammenzuwirken. Der nachfolgend
näher beschriebene Aufbau des erfindungsgemäß vorgesehenen Kühlkreislaufes 7 ist bei
beiden dargestellten Ausführungsbeispielen jedoch nahezu identisch, weshalb die nachfolgenden
Ausführungen für beide Ausführungsbeispiele Gültigkeit besitzen.
[0024] Das Magnetventil 1 weist einen mit einem Vorratstank 8 verbindbaren Kühlkreislauf
7 auf, bei dem Kraftstoff aus dem Vorratstank 8 als Kühlmedium eingesetzt wird. Hierzu
sind am Magnetventil 1 wenigstens ein Zulauf 9 und ein Ablauf 10 ausgebildet. Um den
erforderlichen Förderdruck zu bewirken, ist zwischen Zulauf 9 und Vorratstank 8 eine
Vorförderpumpe 11 angeordnet, deren Förderdruck eine Zwangsspülung des an den Kühlkreislauf
7 angeschlossenen Ventilraums 6 ermöglicht. Die hydraulische Verbindung des Zulaufes
9 und des Ablaufes 10 mit dem Vorratstank 8 wird am Magnetventil 1 selbst über ein
T-förmiges Steckelement 12 hergestellt, dessen mittig angeordneter Schenkel, in dem
zwei getrennte Strömungspfade 13, 14 ausgebildet sind, in eine zentrale Ausnehmung
des Magnetventils 1 einsetzbar ist. Bei den beiden dargestellten Ausführungsbeispielen
ist die Ausnehmung des Magnetventils 1 ist im Bodenbereich eines topfförmigen Magnetkerns
17 ausgebildet. Der in diese Ausnehmung einsetzbare Schenkel des Steckelementes 12
weist zwei Anschlussbohrungen 15, 16 auf, von denen die eine radial und die andere
axial verläuft. Die radiale Bohrung 15 ist vorliegend dem Zulauf 9 des Magnetventils
zugeordnet und die axiale Bohrung 16 dem Ablauf 10. Die Zuordnung kann jedoch auch
umgekehrt erfolgen, solange gewährleistet ist, dass ein Kreislauf mit getrennten Strömungspfaden
13, 14 ausgebildet wird, die über den ventilraum 6 in Verbindung miteinander stehen.
[0025] Der Zulauf 9 setzt sich in einer am Magnetkern 17 ausgebildeten, zunächst radial
verlaufenden Nut 18 im Bodenbereich des Magnetkerns 17 fort, die entlang des Außenumfangs
des Magnetkerns 17 axial geführt ist, um schließlich in den Ventilraum 6 zu münden.
Um den Ventilraum 6 mit dem Ablauf 10 zu verbinden weist der plattenförmige Anker
5 eine Bohrung 20 auf, die ihre Fortsetzung in einer axialen Bohrung 19 des Magnetkerns
17 findet, an welche die axiale Bohrung 16 des T-förmigen Steckelementes 12 anschließt.
Der Kreislauf ist geschlossen.
[0026] Zur Kühlung des Magnetventils 1 wird dem Ventilraum 6 "kalter" Kraftstoff aus dem
Vorratstank 8 über die Vorförderpumpe 11 zugeführt. Dort vermischt sich der "kalte"
Kraftstoff mit dem vorhandenen "heißen" Kraftstoff, wobei die Temperatur im Ventilraum
6 herunter gekühlt wird. Zugleich wird eine "kalt/heiße" Kraftstoffmischung in entsprechender
Menge aus dem Ventilraum 6 wieder dem Vorratstank 8 zugeführt. Die Vorförderpumpe
11 stellt dabei einen ausreichenden Förderdruck sicher, so dass der Ventilraum 6 über
den Kühlkreislauf 7 eine Zwangsspülung erfährt. Dadurch kann die Temperatur im Ventilraum
6 dauerhaft abgesenkt werden.
[0027] Der erfindungsgemäße Gedanke lässt sich sehr einfach in bereits bestehenden Serienprodukten
umsetzen. Dabei ist die Erfindung insbesondere für die Anwendung bei Nutzfahrzeugen
interessant, weil hier in der Regel besonders hohe Systemdrücke vorherrschen.
1. Kraftstoffeinspritzventil für eine Brennkraftmaschine mit einem Magnetventil (1) zur
Steuerung der Offen- oder Schließstellung einer Ventilnadel (2), über welche die Kraftstoffzufuhr
zum Brennraum der Brennkraftmaschine steuerbar ist, wobei das Magnetventil einen Elektromagneten
(3) und einen mit einem Ventilglied (4) verbundenen, über den Elektromagneten bewegbaren
Anker (5) umfasst, der innerhalb eines Ventilraumes (6) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Kühlung des Magnetventils (1) ein Kraftstoff als Kühlmedium einsetzender Kühlkreislauf
(7) vorgesehen ist, wobei der Kraftstoff einem Vorratstank (8) entnehmbar ist, mit
dem das Magnetventil jeweils über einen am Magnetventil ausgebildeten Zulauf (9) und
Ablauf (10) hydraulisch verbindbar ist.
2. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilraum (6) an den Kühlkreislauf (7) angeschlossen ist, so dass über den zirkulierenden
Kraftstoff zugleich eine Spülung, insbesondere eine Zwangsspülung, des Ventilraumes
(6) bewirkbar ist.
3. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Förderung des als Kühlmedium dienenden Kraftstoffes erforderliche Druck über
eine Vorförderpumpe (11) bewirkbar ist, die vorzugsweise zwischen Zulauf (9) und Vorratstank
(8) angeordnet ist.
4. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur hydraulischen Verbindung des am Magnetventil (1) ausgebildeten Zulaufes (9) und/oder
des am Magnetventil (1) ausgebildeten Ablaufes (10) mit dem Vorratstank (8) wenigstens
ein mit dem Magnetventil verbindbares Steckelement (12) vorgesehen ist.
5. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Steckelement (12) T-förmig ausgebildet ist und getrennte Strömungspfade (13,
14) für den zulaufenden und den ablaufenden Kraftstoff aufweist.
6. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Steckelement (12) wenigstens eine radiale Bohrung (15) und/oder eine axiale Bohrung
(16) zur hydraulischen Verbindung mit dem Magnetventil (1) aufweist.
7. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausbildung des Kühlkreislaufes wenigstens eine Kraftstoff führende Nut (18) außen
am Magnetkern (17) des Elektromagneten (3) vorgesehen ist, die radial und/oder axial
verläuft.
8. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausbildung des Kühlkreislaufes wenigstens eine Kraftstoff führende Bohrung (19)
im Magnetkern (17) des Elektromagneten (3) vorgesehen ist, die radial und/oder axial
verläuft.
9. Kraftstoffeinspritzventil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausbildung des Kühlkreislaufes wenigstens eine Kraftstoff führende Bohrung (20)
im Anker (5) vorgesehen ist, die radial und/oder axial verläuft.
10. Kraftstoffeinspritzsystem einer Brennkraftmaschine mit wenigstens einem Kraftstoffeinspritzventil
nach einem der vorstehenden Ansprüche.
11. Kraftstoffeinspritzsystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Kraftstoffeinspritzventile über die Strömungspfade (13, 14) des Steckelements
(12) parallel und/oder in Reihe geschaltet sind.