| (19) |
 |
|
(11) |
EP 2 276 594 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
28.09.2016 Patentblatt 2016/39 |
| (22) |
Anmeldetag: 23.04.2009 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/EP2009/054858 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2009/141210 (26.11.2009 Gazette 2009/48) |
|
| (54) |
STRANGGIESSANLAGE ZUM GIESSEN EINES METALLSTRANGES MIT KNÜPPEL- ODER VORBLOCKQUERSCHNITT
CONTINUOUS CASTING SYSTEM FOR CASTING A METAL STRAND HAVING A BILLET OR BLOOM CROSS-SECTION
INSTALLATION DE COULÉE CONTINUE POUR LA COULÉE D'UNE BARRE MÉTALLIQUE PRÉSENTANT UNE
SECTION TRANSVERSALE DE BILLETTE OU DE BLOOMS
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK TR |
| (30) |
Priorität: |
23.05.2008 AT 8252008
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
26.01.2011 Patentblatt 2011/04 |
| (73) |
Patentinhaber: Primetals Technologies Austria GmbH |
|
4031 Linz (AT) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- SIMON, Reinhard
A-4020 Linz (AT)
- GUTTENBRUNNER, Josef
A-4522 Sierning (AT)
- KERN, Gerhard
A-7444 Klostermarienberg (AT)
- LEINGRUBER, Franz
A-4552 Wartberg a.d. Krems (AT)
|
| (74) |
Vertreter: Metals@Linz |
|
Primetals Technologies Austria GmbH
Intellectual Property Upstream IP UP
Turmstraße 44 4031 Linz 4031 Linz (AT) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A1-02/081124 DE-C1- 3 639 611
|
DE-A1- 1 957 690 DE-U1- 29 607 059
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Stranggießanlage zum Gießen eines Metallstranges mit
Knüppel- oder Vorblockquerschnitt mit einer in einem Kokillentragrahmen einsetzbaren,
wechselbaren und oszillierenden Kokille zum Bilden eines Metallstranges und einer
an die Kokille anschließenden Strangführung zum Stützen und Führen des Metallstranges,
wobei die Strangführung zwei oder mehrere Strangführungssegmente umfasst und jedes
Strangführungssegmente über einen Segmenttragrahmen im Anlagentragwerk der Stranggießanlage
abgestützt ist und ein in der Strangführung der Kokille unmittelbar nachfolgender
erster Segmenttragrahmen mindestens zwei Strangführungssegmente abstützt.
[0002] Eine wesentliche Anforderung an Stranggießanlagen besteht darin, Metallstränge mit
unterschiedlichen Querschnittsabmessungen bei möglichst geringer Umrüstzeit zu gießen.
Bei Knüppel- oder Vorblockgießanlagen werden je nach Querschnittsformat Rohrkokillen
oder Plattenkokillen verwendet, die bei einem Gießformatwechsel ausgetauscht werden.
Speziell Plattenkokillen für große Gießquerschnitte ermöglichen üblicherweise eine
Breitenverstellung durch Verschieben der Schmalseitenwände und in einzelnen Fällen
besteht auch die Möglichkeit, sowohl eine Breitenverstellung als auch eine Dickenverstellung
vorzunehmen. Für das Gießen von Strängen bestimmter Stahlqualitäten reicht ein Formatwechsel
in der Kokille oder deren Austausch jedoch nicht aus, da der noch einen flüssigen
Kern aufweisende Metallstrang aus Stabilitätsgründen nach seinem Austritt aus der
Kokille an allen Seiten sehr präzise gestützt und geführt werden muss. Dies bedeutet,
dass auch die nachgeordneten Strangführungssegmente an das Gießformat angepasst oder
gewechselt werden müssen.
[0003] Weiters kann es in einzelnen Fällen zu Betriebstörungen durch einen Strangdurchbruch
kommen, wobei zwischen Kokille und dem ersten, der Kokille nachgeordneten Strangführungssegment
Schmelze austritt und Schäden vorzugsweise an diesem Strangführungssegment auftreten,
die eine Möglichkeit eines schnellen Segmentwechsels erfordern.
Stand der Technik
[0004] Aus der
DE 24 25 883 A1 und der
EP 15 893 A1 ist bereits eine Stranggießanlage zum Gießen von Stahlsträngen mit Brammenquerschnitten
bekannt, bei der einer Kokille eine Strangführung nachfolgt, mit mehreren auf Segmenttragrahmen
abgestützten Strangführungssegmenten. Jeweils drei oder vier Segmente sind einem Segmenttragrahmen
zugeordnet und jedes dieser Segmente kann entlang von zugeordneten Montageschienen
im Wesentlichen in radialer Richtung aus der Strangführung aus- und eingebaut werden.
Dieses Konzept wird speziell bei schweren Brammenstranggießanlagen angewendet und
ist für Knüppel- oder Vorblockanlagen in dieser Form nicht geeignet. Eine Wechseleinrichtung
zum Aus- und Einbau von Strangführungssegmenten ist aus der
WO 03/076106 A2 bereits bekannt.
[0005] Aus der
WO 97/44150 A1 ist eine Stranggießanlage zum Gießen von Metallsträngen mit Knüppel- oder Vorblockquerschnitt
der gattungsbildenden Art bekannt, mit einem eine Baueinheit bildenden Maschinenkopf,
der eine einfache Montage bzw. Auswechslung von Kokille, Teilen der nachfolgenden
Strangführung und dem Kokillenrührer ermöglicht. Bei dieser Bauform ist das der Kokille
nachfolgende Fußrollengerüst, welches eine allseitige Abstützung des gegossenen Metallstranges
nach seinem Austritt aus der Kokille sicherstellen soll, in das nachfolgende zweite
Strangführungssegment eingangsseitig versenkt und in diesem abgestützt. Diese Art
der Abstützung erschwert die Montage und die Ausrichtung der Strangführungsrollen
des Fußrollengerüstes auf die außen- und innenbogenseitigen Strangführungsrollen des
zweiten Strangführungssegmentes und zur Kokille.
[0006] Die
WO 02/081124 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Kühlen und Führen eines Metallstranges mit Knüppel- oder
Vorblockquerschnitt in der Sekundärkühlzone einer Stranggießanlage. Die Stranggießanlage
umfasst dabei gemäß Figur 1 eine Kokille, die üblicherweise oszillierend ausgelegt
ist. An diese Kokille schließt sich eine Strangführung an. Die Strangführung besteht
aus einzelnen Rollensegmenten, welche auf einem Segmenttragrahmen befestigt sind.
Die am Tragrahmen befestigten einzelnen Rollensegmente sind üblicherweise so gestaltet,
dass sie auch einzeln lösbar und auswechselbar sind. Außerdem sind die Rollensegmente
üblicherweise "im wesentlichen vertikal", beispielsweise durch einen Hallenkran, ausbaubar
ausgestaltet. Schließlich offenbart D1, dass die Rollensegmente Sprühvorrichtungen
zur Strangkühlung umfassen und weiterhin Rollen vorhanden sind, die in Breitenerstreckung
und Dickenerstreckung des Stranges einstellbar sind.
[0007] Die
DE 2729457 A1 zeigt eine Stranggießanlage mit einer Kokille und einem ersten Strangführungssegment,
bei der die Kokille mit dem ersten Strangführungssegment durch den Kokillenraum nach
oben ausbaubar gestaltet ist.
Darstellung der Erfindung
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Nachteile des bekannten Standes
der Technik zu vermeiden und bei einer Stranggießanlage der eingangs beschriebenen
Art die Justierung der einzelnen aufeinanderfolgenden strangbildenden und strangstützenden
Bauteile zueinander zu verbessern und an verschiedene Wartungsanforderungen anzupassen.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einer Stranggießanlage der eingangs beschriebenen Art dadurch
gelöst, dass das erste der Kokille unmittelbar nachfolgende Strangführungssegment
lösbar am ersten Segmenttragrahmen an im Wesentlichen vertikalen Stützflächen befestigt
und unabhängig von den nachfolgenden Strangführungssegmenten aus der Stranggießanlage
aus- und in diese einbaubar ausgebildet ist und dass zumindest das letzte am ersten
Segmenttragrahmen abgestützte Strangführungssegment ausschließlich gemeinsam mit diesem
eine Baugruppe bildet und aus der Stranggießanlage aus- und in diese einbaubar ausgebildet
ist. Zweckmäßig bildet das zumindest letzte am ersten Segmentrahmen abgestützte Strangführungssegment
mit dem Segmentrahmen eine Baueinheit und ist als solche, vorzugsweise ausschließlich
als solche, aus der Stranggießanlage aus- und in diese einbaubar ausgebildet. Für
den Ein- und Ausbau mit einem Kran sind an der Baugruppe entsprechende Anschlusshaken
angeordnet. Die im Wesentlichen vertikalen Stützflächen sind parallel zur Strangförderrichtung
orientiert.
[0010] Mit dieser Lösung ist es bedarfsabhängig möglich, das erste Strangführungssegment
für sich allein und ein nachfolgendes weiteres Strangführungssegment gemeinsam mit
dem Segmenttragrahmen aus- und einzubauen. Damit ergibt sich die Möglichkeit, bereits
außerhalb der Stranggießanlage, in einem speziellen Montagebereich, eine entsprechende
Justierung der beiden ersten Segmente zueinander vorzunehmen und den Montageaufwand
in der beengten Umgebung der Anlage zu minimieren. Bei einem Strangdurchbruch ergibt
sich ebenfalls je nach Größe des Schadens die Möglichkeit nur das erste Segment zu
wechseln oder eine weiter reichende Reparatur unabhängig vom Betrieb der Stranggießanlage
durchzuführen.
[0011] Eine sehr zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass das erste Strangführungssegment
nach einem erfolgten Ausbau der Kokille und nach dem Lösen von Befestigungseinrichtungen
von den im Wesentlichen vertikalen Stützflächen im Wesentlichen vertikal nach oben
durch den die Kokille einnehmenden Kokillenraum ausbaubar ausgebildet ist. Der von
der Kokille eingenommene freie Kokillenraum ist so bemessen, dass der Ausbau des Segmenttragrahmens
mit einem mit ihm montierten oder mit ihm verbundenen Strangführungssegment mit beispielsweise
einem Hallenkran durch diesen freien Kokillenraum möglich ist.
[0012] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung besteht auch die alternative Möglichkeit,
das erste Strangführungssegment nach dem Lösen von Befestigungseinrichtungen gemeinsam
mit der Kokille im Wesentlichen vertikal nach oben ausbaubar auszubilden. Zur Sicherung
eines einfachen gemeinsamen Ausbaus von Kokille und erstem Strangführungssegment,
sind beispielsweise an der Kokille und dem ersten Strangführungssegment zusammenwirkende
Stützflächen vorgesehen, die bei einer Aufwärtsbewegung des ersten Strangführungssegmentes
einen stützenden Kontakt mit der Kokille herstellen und die Kokille bei der Aufwärtsbewegung
des ersten Strangführungssegments mitnimmt.
[0013] Nach einer bevorzugten Ausführungsform ist das erste Strangführungssegment lösbar
am ersten Segmenttragrahmen befestigt und jedes weitere am ersten Segmenttragrahmen
abgestützte Strangführungssegment ist fest mit dem ersten Segmenttragrahmen verbunden.
Zumindest ist ein weiteres Strangführungssegment fest mit dem Segmenttragrahmen verbunden.
[0014] Zur Verwirklichung einer besonders einfach durchzuführenden Einstellung der dem ersten
Segmenttragrahmen zugeordneten Strangführungssegmente zueinander, bildet der erste
Segmenttragrahmen eine Verlängerung des Außenbogenrahmens des dem lösbaren Strangführungssegment
nachfolgenden Strangführungssegmentes. Die Verlängerung des Außenbogenrahmens des
einen Strangführungssegmentes erstreckt sich in Richtung zur Kokille und trägt die
im Wesentlichen vertikalen Stützflächen für die zwischen der Kokille und dem verbundenen
Strangführungssegment angeordneten weiteren Strangführungssegmente.
[0015] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind alle am ersten Segmenttragrahmen
abgestützten Strangführungssegmente lösbar an diesem Segmenttragrahmen befestigt.
Davon unabhängig ist zumindest das in Strangförderrichtung letzte Strangführungssegment
gemeinsam mit dem Segmentrahmen als Baueinheit in die Stranggießanlage ein- oder ausbaubar.
Es können aber auch alle auf dem ersten Segmentrahmen befestigten Strangführungssegmente
gemeinsam mit diesem als Baueinheit in die Stranggießanlage ein- und aus dieser ausgebaut
werden.
[0016] Um den gegossenen, noch einen flüssigen Kernbereich aufweisenden Metallstrang unmittelbar
nach seinem Austritt aus der Kokille umfassend abzustützen, weist mindestens das erste
Strangführungssegment in ihm drehbar gelagerte Strangführungsrollen auf, die an den
Metallstrang sowohl in Richtung seiner Breitenerstreckung als auch in Richtung seiner
Dickenerstreckung anstellbar ausgebildet sind. Diese Anstellung erfolgt vorzugsweise
mit hydraulischen Stelleinrichtungen. Diese wirken auf die einer Strangseite zugeordneten
Strangführungsrollen ein, die in Gruppen zusammengefasst an einem Rollenhalter drehbar
abgestützt sind.
[0017] Nach einer vorteilhaften weiterführenden Ausgestaltung dieser zweidimensionalen Anstellmöglichkeit
sind den Strangführungsrollen Spritzdüsen für eine Kühlmittelaufbringung auf die Oberfläche
des Metallstranges zugeordnet, die in Richtung der Breitenerstreckung und in Richtung
der Dickenerstreckung des Metallstranges auf unterschiedliche Dicken und Breiten mit
einer Spritzdüsen-Verstelleinrichtung ausgerichtet sind.
[0018] In Strangförderrichtung nimmt die flüssige Kernzone im Metallstrang stetig ab, wodurch
der Metallstrang kontinuierlich stabiler wird und die Anforderungen an die notwendige
Strangstützung abnehmen. Das letzte am ersten Segmenttragrahmen abgestützte Strangführungssegment
ist mit Strangführungsrollen ausgestattet, die an den Metallstrang mindestens in Richtung
seiner Dickenerstreckung anstellbar sind.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0019] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung nicht einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die folgenden Figuren
Bezug genommen wird, die folgendes zeigen:
- Fig. 1
- eine Kokille und einen ersten Abschnitt der Strangführung einer erfindungsgemäßen
Stranggießanlage nach einer ersten Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 2
- eine Kokille und einen ersten Abschnitt der Strangführung einer erfindungsgemäßen
Stranggießanlage nach einer zweiten Ausführungsform der Erfindung.
Ausführung der Erfindung
[0020] Die Figuren 1 und 2 zeigen in einer schematischen Teilansicht eine Vorblock-Stranggießanlage
mit einer Kokille 1 und einer nachfolgenden Strangführung 2, die Strangführungssegmente
umfasst, von denen nur die unmittelbar an die Kokille 1 anschließenden Strangführungssegmente
3a, 3b, 3c, 3d, 3e, 4 dargestellt sind. In den beiden Figurendarstellungen sind gleichen
Bauteilen dieselben Bezugszeichen zugeordnet.
[0021] Die Kokille 1 ist entweder als Rohrkokille, vorwiegend für das Gießen eines Metallstranges
mit Knüppelquerschnitt, oder als Plattenkokille, vorwiegend für das Gießen eines Metallstranges
mit Vorblockquerschnitt, ausgebildet. Die Kokille 1 ist mit einer dem Stand der Technik
entsprechenden, nicht näher dargestellten Innenkühlung ausgestattet und auf einem
Kokillentragrahmen 5 oszillierend aufgehängt.
[0022] Der Metallstrang wird nach dem Austritt aus der Kokille 1 durch die von Strangführungssegmenten
gebildete Strangführung 2 geführt und von Strangführungsrollen 6a, 6b, 6c gestützt
und geführt. Die Strangführungssegmente 3a, 3b, 3c, 3d, 3e, 4 sind über Segmenttragrahmen
7, 8 im Anlagentragwerk 9 jeweils über ein Festlager 10 und ein Loslager 11 aufgehängt.
[0023] Nach der in Figur 1 dargestellten ersten Ausführungsform der Erfindung trägt der
erste der Kokille 1 in Strangförderrichtung R unmittelbar nachfolgende Segmenttragrahmen
7 drei Segmente 3a, 3b, 3c, die an im Wesentlichen vertikalen, bzw. parallel zur Strangtransportrichtung
ausgerichteten Stützflächen 12 des Segmenttragrahmens 7 abgestützt und mit Befestigungseinrichtungen
13 an diesem lösbar befestigt sind. Nach der in Figur 2 dargestellten Ausführungsform
der Erfindung trägt der erste der Kokille 1 in Strangförderrichtung R unmittelbar
nachfolgende Segmenttragrahmen 7 zwei Strangführungssegmente 3d, 3e. Das erste Strangführungssegment
3d ist an im Wesentlichen vertikalen, parallel zur Strangförderrichtung ausgerichteten
Stützflächen 12 des Segmentrahmens 7 abgestützt und mit Befestigungseinrichtungen
13 an diesem lösbar befestigt. Das nachfolgende Strangführungssegment 3e umfasst einen
Außenbogenrahmen 14, in dem die Strangführungsrollen 6a abgestützt sind, und einen
Innenbogenrahmen 15, in dem die Strangführungsrollen 6b abgestützt sind. Der Außenbogenrahmen
14 ist hierbei so ausgebildet, dass er gleichzeitig den Segmenttragrahmen 7 für das
Strangführungssegment 3e bildet. Er ist damit ein fester Bestandteil des Strangführungssegmentes
3e und erstreckt sich entgegen der Strangförderrichtung bis zur Kokille 1 und bildet
zusätzlich auch den Segmenttragrahmen für das erste Segment 3d.
[0024] Diese beiden Ausführungsformen bieten die Möglichkeit, das jeweils erste der Kokille
unmittelbar nachfolgende Strangführungssegment 3a oder 3d nach einem Ausbau der Kokille
unmittelbar nach oben durch den dann offenen Kokillenraum 16 aus- und einzubauen.
Ein Wechsel des ersten Segmentes ist bei jedem Kokillenwechsel auf ein anderes Querschnittsformat
des zu gießenden Metallstranges notwendig, da insbesondere das erste Strangführungssegment
ein Korsett von Strangführungsrollen zum allseitigen Stützen des Metallstranges aufnimmt
und ein allseitiges Anstellen der Strangführungsrollen an den Metallstrang üblicherweise
nicht vorgesehen ist. Bei einem Strangdurchbruch besteht bei dieser Ausführungsform
die Möglichkeit, ein beschädigtes erstes Strangführungssegment in einfacher Weise
aus der Stranggießanlage in gleicher Weise durch den Kokillenraum zu entfernen. Diese
beiden Ausführungsformen bieten aber auch die Möglichkeit, das letzte mit dem Segmenttragrahmen
fest oder auch lösbar verbunden Strangführungssegment gemeinsam mit dem Segmenttragrahmen
durch den nach oben offenen Kokillenraum aus- und einzubauen. Damit besteht die Möglichkeit
die ersten Strangführungssegmente außerhalb der Stranggießanlage in einem Montagestand
einzurichten und notwendige Justierungen vorzunehmen.
[0025] Der grundsätzliche Aufbau der Strangführungssegmente ermöglicht eine Anpassung an
unterschiedliche Strangdicken, indem der Innenbogenrahmen 15 in Richtung zum festliegenden
Außenbogenrahmen 14 mit hydraulischen Stelleinrichtungen 17 positionierbar ist.
[0026] Es können aber auch Strangführungssegmente 3a, 3b, 3c eingesetzt werden, die an allen
Seiten eines Metallstranges mit rechteckigem oder quadratischem Strangquerschnitt
Strangführungsrollen aufweisen und die sowohl in Richtung der Dickenerstreckung als
auch in Richtung der Breitenerstreckung des Metallstranges auf dieses Querschnittsformat
einstellbar sind. Diesen sind, gleichermaßen wie dem Strangführungssegment 3e, Kühleinrichtungen
mit Spritzdüsen 18 zugeordnet, die mit einer Spritzdüsen-Verstelleinrichtung ausgerüstet
sind, die einer automatisierten Formatanpassung folgt und damit eine stets zentrische
Kühlmittelaufbringung auf die in ihrer Breite variablen Seitenflächen des Metallstranges
sicherstellen.
Bezugszeichenliste:
[0027]
- 1
- Kokille
- 2
- Strangführung
- 3a, 3b, 3c, 3d, 3e, 4
- Strangführungssegmente
- 5
- Kokillentragrahmen
- 6a, 6b, 6c
- Strangführungsrollen
- 7,8
- Segmenttragrahmen
- 9
- Anlagentragwerk
- 10
- Festlager
- 11
- Loslager
- 12
- Stützfläche am Segmenttragrahmen
- 13
- Befestigungseinrichtung
- 14
- Außenbogenrahmen
- 15
- Innenbogenrahmen
- 16
- Kokillenraum
- 17
- hydraulische Stelleinrichtung
- 18
- Spritzdüsen
- 19
- Spritzdüsen-Verstelleinrichtung
- R
- Strangförderrichtung
1. Stranggießanlage zum Gießen eines Metallstranges mit Knüppel- oder Vorblockquerschnitt
mit einer in einem Kokillentragrahmen (5) einsetzbaren, wechselbaren und oszillierenden
Kokille (1) zum Bilden eines Metallstranges und einer an die Kokille (1) anschließenden
Strangführung (2) zum Stützen und Führen des Metallstranges, wobei die Strangführung
(2) zwei oder mehrere Strangführungssegmente (3a, 3b, 3c, 3d, 3e, 4) umfasst und jedes
Strangführungssegment über einen Segmenttragrahmen (7, 8) im Anlagentragwerk (9) der
Stranggießanlage abgestützt ist und ein in der Strangführung der Kokille unmittelbar
nachfolgender erster Segmenttragrahmen (7) mindestens zwei Strangführungssegmente
(3a, 3b, 3c, 3d, 3e, 4) abstützt, dadurch gekennzeichnet,
dass das erste der Kokille (1) unmittelbar nachfolgende Strangführungssegment (3a, 3d)
lösbar am ersten Segmenttragrahmen (7) an parallel zur Strangförderrichtung orientierten
Stützflächen (12) befestigt und unabhängig von den nachfolgenden Strangführungssegmenten
(3b, 3c oder 3e) aus der Stranggießanlage aus- und in diese einbaubar ausgebildet
ist, dass zumindest das letzte am ersten Segmenttragrahmen (7) abgestützte Strangführungssegment
(3c, 3e) mit dem Segmenttragrahmen (7) eine feste oder lösbare Baueinheit bildet,
wobei die Baueinheit aus der Stranggießanlage aus- und in diese einbaubar ausgebildet
ist, und
dass das erste Strangführungssegment (3a, 3d) entweder nach einem Ausbau der Kokille (1)
und nach dem Lösen von Befestigungseinrichtungen (13) vertikal nach oben durch den
die Kokille (1) einnehmenden Kokillenraum (16), oder nach dem Lösen von Befestigungseinrichtungen
(13) vertikal nach oben, ausbaubar ausgebildet ist.
2. Stranggießanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Strangführungssegment (3a, 3d) lösbar am ersten Segmenttragrahmen (7) befestigt
ist und ein weiteres am ersten Segmenttragrahmen (7) abgestützten Strangführungssegmente
(3c, 3e) fest mit dem ersten Segmenttragrahmen (7) verbunden ist.
3. Stranggießanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Segmenttragrahmen (7) eine Verlängerung des Außenbogenrahmens (14) des
dem lösbaren Strangführungssegment (3d) nachfolgenden Strangführungssegmentes (3e)
bildet.
4. Stranggießanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass alle am ersten Segmenttragrahmen (7) abgestützten Strangführungssegmente (3a, 3b,
3c) lösbar an diesem Segmenttragrahmen befestigt sind.
5. Stranggießanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens das erste Strangführungssegment (3a) Strangführungsrollen (6a, 6b, 6c)
aufweist, die an einem Metallstrang sowohl in Richtung seiner Breitenerstreckung als
auch in Richtung seiner Dickenerstreckung anstellbar ausgebildet sind.
6. Stranggießanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass den Strangführungsrollen (6a, 6b, 6c) Spritzdüsen (18) für eine Kühlmittelaufbringung
auf die Oberfläche des Metallstranges zugeordnet sind, die in Richtung der Breitenerstreckung
und in Richtung der Dickenerstreckung des Metallstranges auf unterschiedliche Dicken
und Breiten mit einer Spritzdüsen-Verstelleinrichtung (19) ausgerichtet sind.
7. Stranggießanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das letzte am ersten Segmenttragrahmen (7) abgestützte Strangführungssegment (3c,
3e) mit Strangführungsrollen (6a, 6b) ausgestattet ist, die an den Metallstrang mindestens
in Richtung seiner Dickenerstreckung anstellbar sind.
1. Continuous casting installation for casting a metal strand having a billet or bloom
cross section, comprising an exchangeable and oscillating mold (1), which can be inserted
in a mold support frame (5), for forming a metal strand, and a strand guide (2), which
follows the mold (1), for supporting and guiding the metal strand, wherein the strand
guide (2) comprises two or a plurality of strand guide segments (3a, 3b, 3c, 3d, 3e,
4) and each strand guide segment is supported via a segment support frame (7, 8) in
the installation support framework (9) of the continuous casting installation, and
a first segment support frame (7) which follows directly in the strand guide of the
mold supports at least two strand guide segments (3a, 3b, 3c, 3d, 3e, 4),
characterized in that the first strand guide segment (3a, 3d) which directly follows the mold (1) is secured
releasably on the first segment support frame (7) on support surfaces (12) oriented
parallel to the strand conveying direction, and is configured such that it can be
removed from and installed in the continuous casting installation independently of
the following strand guide segments (3b, 3c or 3e),
in that at least the last strand guide segment (3c, 3e) supported on the first segment support
frame (7) forms a fixed or releasable structural unit with the segment support frame
(7), wherein the structural unit is configured such that it can be removed from and
installed in the continuous casting installation, and
in that the first strand guide segment (3a, 3d) is either configured such that, after removal
of the mold (1) and after the release of fastening devices (13), it can be removed
vertically upward through the mold chamber (16) which occupies the mold (1) or, after
the release of fastening devices (13), can be removed vertically upward.
2. Continuous casting installation according to Claim 1, characterized in that the first strand guide segment (3a, 3d) is secured releasably on the first segment
support frame (7), and a further strand guide segment (3c, 3e) supported on the first
segment support frame (7) is fixedly connected to the first segment support frame
(7).
3. Continuous casting installation according to Claim 2, characterized in that the first segment support frame (7) forms an extension of the outer arc frame (14)
of the strand guide segment (3e) which follows the releasable strand guide segment
(3d).
4. Continuous casting installation according to Claim 1, characterized in that all of the strand guide segments (3a, 3b, 3c) supported on the first segment support
frame (7) are secured releasably on said segment support frame.
5. Continuous casting installation according to one of the preceding claims, characterized in that at least the first strand guide segment (3a) has strand guide rollers (6a, 6b, 6c),
which are formed such that they can be set on a metal strand both in the direction
of the width extent thereof and in the direction of the thickness extent thereof.
6. Continuous casting installation according to Claim 5, characterized in that spray nozzles (18) for applying coolant to the surface of the metal strand are assigned
to the strand guide rollers (6a, 6b, 6c), and these spray nozzles are oriented in
the direction of the width extent and in the direction of the thickness extent of
the metal strand to different thicknesses and widths with a spray nozzle adjustment
device (19).
7. Continuous casting installation according to one of the preceding claims, characterized in that the last strand guide segment (3c, 3e) supported on the first segment support frame
(7) is equipped with strand guide rollers (6a, 6b), which can be set onto the metal
strand at least in the direction of the thickness extent thereof.
1. Installation de coulée continue pour la coulée d'une barre métallique ayant une section
transversale de billette ou de bloom avec une lingotière (1) oscillante, interchangeable,
insérable dans un châssis de support de lingotière (5) en vue de la formation d'une
barre métallique et un guidage de barre (2) se raccordant à la lingotière (1) en vue
d'un soutien et d'un guidage de la barre métallique, dans laquelle le guidage de barre
(2) comprend deux ou plus de deux segments de guidage de barre (3a, 3b, 3c, 3d, 3e,
4) et chaque segment de guidage de barre est soutenu dans la structure porteuse (9)
de l'installation de coulée continue par l'intermédiaire d'un châssis de support de
segment (7, 8) et un premier châssis de support de segment (7) immédiatement successif
dans le guidage de barre de la lingotière soutient au moins deux segments de guidage
de barre (3a, 3b, 3c, 3d, 3e, 4), caractérisée en ce que,
le premier segment de guidage de barre (3a, 3b) immédiatement successif dans la lingotière
(1) est fixé amovible au niveau du premier châssis de support de segment (7) sur des
surfaces de soutènement (12) orientées parallèlement à la direction de convoyage de
barre et est réalisé de manière à pouvoir être extrait de l'installation de coulée
continue et à pouvoir être inséré dans celle-ci indépendamment des segments de guidage
de barre (3b, 3c ou 3e) successifs,
au moins le dernier segment de guidage de barre (3c, 3e) appuyé sur le premier châssis
de support de segment (7) forme avec le châssis de support de segment (7) une unité
de construction fixe ou amovible, dans laquelle ladite unité de construction est réalisée
de manière à pouvoir être extraite de l'installation de coulée continue et à pouvoir
être insérée dans celle-ci, et
le premier segment de guidage de barre (3a, 3d) est réalisé démontable verticalement
vers le haut à travers l'espace de lingotière (16) incluant la lingotière (1) soit
après une ouverture de la lingotière (1) et après le desserrage des appareils de fixation
(13), verticalement vers le haut ou après le desserrage des appareils de fixation
(13).
2. Installation de coulée continue selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le premier segment de guidage de barre (3a, 3d) est fixé amovible au niveau du premier
châssis de support de segment (7) et un autre segment de guidage de barre (3c, 3e)
appuyé sur le premier châssis de support de segment (7) est relié fixe au premier
châssis de support de segment (7).
3. Installation de coulée continue selon la revendication 2, caractérisée en ce que le premier châssis de support de segment (7) forme un prolongement du châssis en
arc externe (14) du segment de guidage de barre (3e) qui suit le segment de guidage
de barre (3d) amovible.
4. Installation de coulée continue selon la revendication 1, caractérisée en ce que tous les segments de guidage de barre (3a, 3d, 3c) appuyés sur le premier châssis
de support de segment (7) sont fixés amovibles sur ledit châssis de support de segment.
5. Installation de coulée continue selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce qu'au moins le premier segment de guidage de barre (3a) présente des rouleaux de guidage
de barre (6a, 6b, 6c) qui sont réalisés réglables sur une barre métallique aussi bien
dans le sens de sa largeur que dans le sens de son épaisseur.
6. Installation de coulée continue selon la revendication 5, caractérisée en ce que des buses de pulvérisation (18) destinées à un apport d'agent réfrigérant sur la
surface de la barre métallique sont associées aux rouleaux de guidage de barre (6a,
6b, 6c), lesdites buses étant orientées dans le sens de la largeur et dans le sens
de l'épaisseur de la barre métallique grâce un appareil d'ajustement de buses de pulvérisation
(19) pour des épaisseurs et des largeurs différentes.
7. Installation de coulée continue selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisée en ce que le dernier segment de guidage de barre (3c, 3e) appuyé sur le premier châssis de
support de segment (7) est équipé de rouleaux de guidage de barre (6a, 6b) qui peuvent
être ajustés sur la barre métallique au moins dans le sens de son épaisseur.


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente