[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Klassifikation von
schallerzeugenden Prozessen, beispielsweise von Schallsignalen, die bei Arbeitsprozessen
einer Maschine oder bei chemischen Prozessen einer Anlage erzeugt werden.
[0002] Die Druckschrift
DE 10 2004 023 824 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Beurteilung einer Güteklasse eines
Objekts mittels einer zerstörungsfreien Prüfung unter Verwendung von Schallsignalen,
dabei werden die Schallsignale erfasst und aus den erfassten Schallsignalen Merkmale
extrahiert, um adaptierte Modelle anhand von Referenzmodellen zu bilden.
[0003] Bei den meisten Prozessen werden Schall- bzw. Schwingungssignale erzeugt, die den
Prozess charakterisieren. Beispielsweise können bei chemischen Prozessen Gasblasen
entstehen, die in Tankeinrichtungen öder in Röhren Geräusche verursachen. Ein weiteres
Beispiel stellen Maschinen bzw. Maschinenbauelemente dar, die in einem Fertigungs-
bzw. Produktionsprozess in Abhängigkeit von ihrem Betriebszustand und gegebenenfalls
Umgebungsbedingungen charakteristische Schall- bzw. Schwingungssignale generieren.
[0004] Die Analyse von Messdaten technischer Prozesse wird unter anderem zur Entdeckung
von defekten Bauteilen eingesetzt. Die Analyse von Messdaten, insbesondere von schallerzeugenden
Prozessen, kann mittels physikalischer Modelle oder mittels statistischer Modelle
des jeweiligen Prozesses durchgeführt werden. Diese Modelle werden in der Regel an
einem Prototyp-Prozess unter Laborbedingungen erstellt und im Feld, beispielsweise
während des Einsatzes eines Gerätes in einer Werkshalle, verwendet. Es kann dabei
vorkommen, dass die Messdaten, die anhand der schallerzeugenden Prozesse gewonnen
werden, von sich ändernden Umgebungssignalen, beispielsweise aufgrund einer veränderten
Raumakustik, beeinflusst werden. Weiterhin kann es vorkommen, dass die untersuchte
Maschine bzw. der untersuchte Prozess unter anderen Betriebsbedingungen oder mit modifizierten
Maschinenteilen arbeitet. Werden die von einem Prototyp des Prozesses gewonnenen physikalischen
oder statistischen Modelle unverändert im Feld eingesetzt, kann die Güte der Analyse
soweit abfallen, dass keine befriedigende Klassifikation des untersuchten Prozesse
bzw. der untersuchten Maschine erreicht werden kann. Beispielsweise wird ein defektes
Maschinenteil nicht rechtzeitig als fehlerhaft klassifiziert.
[0005] Daher werden herkömmlicherweise die physikalischen bzw. statistischen Modelle des
zu untersuchenden Prozesses an die sich verändernden Bedingungen adaptiert, um eine
ausreichende Güte der Analyse zu gewährleisten. Wird beispielsweise ein Arbeitsprozess
eines Maschinenteils untersucht, kann anhand des durch das Maschinenteil hervorgerufenen
Schallsignals ein bestimmtes Merkmal des erfassten Schallsignals zur Klassifikation
herangezogen werden. Ein mögliches Merkmal des Schallsignals ist die Lautstärke des
Schallsignals bzw. des Geräuschsignals. Überschreitet die Lautstärke des Schallsignals
einen vorgegebenen Schwellenwert, wird das untersuchte Maschinenteil als defekt klassifiziert
und ein entsprechender Fehler gemeldet. Ändern sich allerdings die Umgebungsbedingungen,
beispielsweise durch ein neben das Maschinenteil gestelltes zusätzliches Gerät, beispielsweise
einen Lüfter, der ein zusätzliches Geräuschsignal hervorruft, wird der Lautstärkepegel
bzw. die voreingestellte Schwelle überschritten und ein fehlerfreies Maschinenteil
irrtümlicherweise als fehlerhaft klassifiziert. Daher ist bei der herkömmlichen Vorgehensweise
die Einstellung eines aussagekräftigen Schwellenwertes bzw. Klassifikationskriteriums
aufwändig und zeitintensiv, da unter Umständen auch Geräuschsignale von defekten Maschinenteilen,
die dafür extra in die Maschine installiert werden, zur Einstellung eines geeigneten
Schwellenwertes gemessen werden müssen. Ein weiterer Nachteil der herkömmlichen Vorgehensweise
besteht darin, dass bei einer raschen Änderung der Umgebungssignale eine notwendige
Adaption der physikalischen und statistischen Modelle oft zu langsam erfolgt, so dass
die benötigte Güte der Analyse nicht rechtzeitig erreicht werden kann.
[0006] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Klassifikation von schallerzeugenden Prozessen zu schaffen, die eine Modelladaption
mit geringem Rechenaufwand automatisch durchführen und die eine fehlerfreie Klassifizierung
der schallerzeugenden Prozesse auch bei sich schnell ändernden Umgebungsbedingungen
gewährleistet.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den im Patentanspruch
1 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0008] Die Erfindung schafft ein Verfahren zur Klassifikation von schallerzeugenden Prozessen
mit den folgenden Schritten:
- Erfassen von Schallsignalen, die von den schallerzeugenden Prozessen hervorgerufen
werden,
- Extrahieren von vorgegebenen Merkmalen aus den erfassten Schallsignalen für den jeweiligen
schallerzeugenden Prozess,
- Berechnen einer Ähnlichkeit zwischen den erfassten Schallsignalen auf Basis der extrahierten
Merkmale zur Gruppierung von Prozessen mit zueinander ähnlichen Schallsignalen in
Prozess-Clustern,
- Adaptieren von statistischen Verteilungsparametern eines Referenzmodells in Abhängigkeit
von den statistischen Verteilungsparametern derjenigen Prozesse, die in demjenigen
Prozess-Cluster mit der höchsten Anzahl von darin gruppierten Prozessen enthalten
sind, zur Erzeugung eines adaptierten Modells,
- Klassifizieren der schallerzeugenden Prozesse basierend auf dem adaptierten Modell.
[0009] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Schallsignal
durch einen Arbeitsprozess einer Maschine erzeugt.
[0010] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Schallsignal
durch einen chemischen Prozess einer Anlage erzeugt.
[0011] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Schallsignal
durch ein Luftschallsignal oder durch ein Körperschallsignal gebildet.
[0012] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das erfasste Schallsignal
durch einen Sensor in ein elektrisches Signal gewandelt.
[0013] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das elektrische Signal
tiefpassgefiltert.
[0014] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das tiefpassgefilterte
Signal durch einen Analog-Digital-Wandler in ein digitales Signal gewandelt.
[0015] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden vorgegebene Zeitfenster
des digitalisierten Schallsignals einer Frequenztransformation zur Erzeugung eines
Schallsignalspektrums unterzogen.
[0016] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Merkmale des Schallsignals
aus dem Zeitbereich oder aus dem Frequenzbereich extrahiert.
[0017] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird für jeden schallerzeugenden
Prozess zu verschiedenen Messzeitpunkten Merkmalsvektoren, welche die extrahierten
Merkmale aufweisen, gebildet.
[0018] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden aus mehreren Merkmalsvektoren
eines Prozesses für jedes Merkmal statistische Verteilungsparameter berechnet.
[0019] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens weisen die statistischen
Verteilungsparameter eines Merkmals einen Mittelwert und eine Varianz des jeweiligen
Merkmals auf.
[0020] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Abstand zwischen
den statistischen Verteilungsparametern verschiedener Schallsignale zur Ermittlung
einer Ähnlichkeit zwischen den Schallsignalen berechnet.
[0021] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden zueinander ähnliche
Schallsignale von Prozessen, deren statistische Verteilungsparameter einen geringen
Abstand zueinander aufweisen, in einem Prozess-Cluster gruppiert.
[0022] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die statistischen
Verteilungsparameter des Referenzmodells auf Basis von extrahierten Merkmalen eines
Schallsignals, das von einem Prototypen abgegeben wird, berechnet.
[0023] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Anzahl von Prozessen
innerhalb der verschiedenen gebildeten Prozess-Cluster ermittelt.
[0024] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird derjenige Prozess-Cluster
selektiert, dessen Anzahl von darin gruppierten Prozessen maximal ist.
[0025] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt die Klassifikation
der schallerzeugenden Prozesse basierend auf dem adaptierten Modell mittels eines
Maximum-Likelihood-Verfahrens.
[0026] Die Erfindung schafft ferner eine Vorrichtung zur Klassifikation von schallerzeugenden
Prozessen mit:
- mindestens einem Sensor zur Erfassung von Schallsignalen, die von den schallerzeugenden
Prozessen hervorgerufen werden,
- einem Speicher zum Speichern eines Referenzmodells, das statistische Verteilungsparameter
für vorgegebene Merkmale eines Schallsignals aufweist,
- einer Adaptionseinheit zur Extraktion der Merkmale aus den erfassten Schallsignalen
der Prozesse und zur Berechnung einer Ähnlichkeit zwischen den erfassten Schallsignalen
anhand der extrahierten Merkmale zur Gruppierung der Prozesse in verschiedene Prozess-Cluster
mit zueinander ähnlichen Schallsignalen,
wobei die Adaptionseinheit das gespeicherte Referenzmodell in Abhängigkeit von statistischen
Verteilungsparametern derjenigen Prozesse, die in demjenigen Prozess-Cluster mit der
maximalen Anzahl von Prozessen enthalten sind, adaptiert,
und mit einer Klassifikationseinheit, die die schallerzeugenden Prozesse basierend
auf dem adaptierten Modell klassifiziert.
[0027] Im Weiteren werden bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
und der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Klassifikation von schallerzeugenden Prozessen
unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren zur Erläuterung erfindungswesentlicher
Merkmale beschrieben.
[0028] Es zeigen:
- Figur 1
- ein einfaches Anwendungsbeispiel zur Illustration des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Figur 2
- ein Ablaufdiagramm einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
zum Klassifizieren von schallerzeugenden Prozessen;
- Figur 3
- ein Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Klassifikation von schallerzeugenden Prozessen;
- Figur 4
- ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Klassifikation von
schallerzeugenden Prozessen;
- Figuren 5A, 5B
- Diagramme zur Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Klassifikation von
schallerzeugenden Prozessen;
- Figur 6
- ein einfaches Beispiel zur Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Klassifikation
von schallerzeugenden Prozessen;
- Figuren 7A, 7B
- Diagramme zur Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Verfahrens anhand des in Figur
6 dargestellten Beispiels;
- Figur 8
- ein abstraktes Modell zur Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Klassifizierung
von schallerzeugenden Prozessen.
[0029] Ein einfaches Anwendungsbeispiel für das erfindungsgemäße Verfahren zur Klassifikation
von schallerzeugenden Prozessen ist in Figur 1 dargestellt. Mehrere Wagen W eines
Zuges bewegen sich auf einer Schiene S. Die Wagen W laufen auf Rädern R, die bei dem
Rollprozess aufgrund der Reibung ein Schallsignal generieren. Dieses Schallsignal
weist einerseits Luftschall und andererseits Körperschall auf. Laufen die Räder R
über eine Erhöhung bzw. Schwelle der Schiene, erhöht sich die Amplitude des Schallsignals.
In dem dargestellten Beispiel ist das vordere Rad des zweiten Wagens W2 defekt. Dieses
defekte Rad bzw. dieses defekte Maschinenteil erzeugt ein anderes Schallsignal als
die übrigen nicht defekten Räder des Zuges. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist
es möglich, ein derartiges defektes Maschinenteil als fehlerhaft zu klassifizieren.
In dem in Figur 6 dargestellten einfachen Anwendungsbeispiel erfolgt die Klassifikation
der schallerzeugenden Prozessen verschiedener gleichartiger Maschinenteile. In dem
gegebenen Beispiel ist der Prozess ein schallerzeugender Arbeitsprozess. Das erfindungsgemäße
Verfahren eignet sich allerdings für jedwede Art von Prozessen, bei denen ein Schall-
bzw. ein Schwingungssignal generiert wird. Beispielsweise kann auch eine Klassifikation
von schallerzeugenden chemischen Prozessen erfolgen, bei denen beispielsweise Gase
entstehen, die Schall- bzw. Schwingungssignale in Röhren oder Tankeinrichtungen hervorrufen.
[0030] Figur 2 zeigt ein Ablaufdiagramm einer möglichen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Klassifikation von schallerzeugenden Prozessen.
[0031] In einem Schritt S1 werden erzeugte Schallsignale der Prozesse, beispielsweise der
schallerzeugenden Prozesse, die durch die sechs in Figur 1 dargestellten Räder R hervorgerufen
werden, erfasst. Die Schallsignale werden beispielsweise mittels Tonaufnehmern bzw.
Schwingungssensoren erfasst, die sich in der Nähe desjenigen Ortes befinden, an dem
der schallerzeugende Prozess P abläuft.
[0032] In einem Schritt S2 werden bestimmte Merkmale m aus den erfassten Schallsignalen
für den jeweiligen Prozess P extrahiert. Ein Schallsignal kann eine Vielzahl unterschiedlicher
Merkmale m aufweisen. Ein mögliches Merkmal m ist beispielsweise die Lautstärke bzw.
der Schallpegel des Schallsignals. Weitere mögliche Merkmale sind Amplituden bzw.
Signalpegel bei verschiedenen Frequenzen, insbesondere Modulationsfrequenzen. Diese
Frequenzen können beispielsweise durch eine Drehfrequenz f
rot eines rotierenden bzw. drehenden Körpers vorgegeben sein. Bei dem in Figur 1 dargestellten
einfachen Anwendungsbeispiel ist ein mögliches Merkmal m die Amplitude A(f) des Schallsignals
bei der Drehfrequenz bzw. Rotationsfrequenz f
rot der Räder R. Befindet sich beispielsweise in der Abrollfläche des Rades R auf dem
Radius an einer Stelle ein Defekt, ruft dieser bei jeder vollen Umdrehung des Rades
eine charakteristische Änderung des Schallsignals hervor. Die Anzahl der vorbestimmten
Merkmale m kann variieren. Beispielsweise können 10 bis 500 Merkmale m des Schallsignals
vorgegeben werden. Diese verschiedenen Merkmale m bilden einen Merkmalsvektor V des
Schallsignals.
[0033] In einem weiteren Schritt S3 des erfindungsgemäßen Verfahrens wird eine Ähnlichkeit
zwischen den erfassten Schallsignals auf Basis der extrahierten Merkmale zur Gruppierung
von Prozessen mit zueinander ähnlichen Schallsignalen in Prozess-Clustern C berechnet.
Dabei wird beispielsweise eine Distanz Δ bzw. ein Abstand zwischen den Merkmalsvektoren
V in einem mehrdimensionalen Vektorraum berechnet.
[0034] In einem Schritt S4 werden statistische Verteilungsparameter eines Referenzmodells
in Abhängigkeit von den statistischen Verteilungsparametern derjenige Prozesse P adaptiert,
die in demjenigen Prozess-Cluster C enthalten sind, welcher die höchste Anzahl von
darin gruppierten Prozessen aufweist.
[0035] Das im Schritt S4 adaptierte Referenzmodell wird im Schritt S5 zur Klassifizierung
der schallerzeugenden Prozesse P verwendet. Die Klassifikation in Schritt S5 kann
beispielsweise mittels eines Maximum-Likelihood-Algorithmus erfolgen.
[0036] Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 zur Klassifikation
von schallerzeugenden Prozessen. Die Vorrichtung 1 weist mindestens einen Sensor 2
zur Erfassung von Schall- bzw. Schwingungssignalen auf, die durch einen schallerzeugenden
Prozess P hervorgerufen werden. Der Sensor 2 ist beispielsweise ein Mikrophon zur
Erfassung eines Schallsignals. Bei einer alternativen Ausführungsform erfasst der
Sensor 2 ein Körperschallsignal und ist z. B. an einem Gehäuse einer Maschine angebracht.
Der Sensor 2 wandelt das akustische Signal bzw. Schwingungssignal in ein elektrisches
Signal um und gibt dieses als Messdaten M über eine Leitung 3 an eine Adaptionseinheit
4 ab. Die Adaptionseinheit 4 extrahiert bestimmte Merkmale m aus den erfassten Schallsignalen
der Prozesse P und berechnet eine Ähnlichkeit zwischen den erfassten Schallsignalen
anhand der extrahierten Merkmale m. Aufgrund der berechneten Ähnlichkeit zwischen
den Schallsignalen werden die Prozesse P in Prozess-Cluster C gruppiert, die zueinander
ähnliche Schallsignale aufweisen. Die Adaptionseinheit 4 adaptiert anschließend ein
Referenzmodell, das beispielsweise über eine Leitung 5 aus einem Speicher 6 ausgelesen
wird in Abhängigkeit von statistischen Verteilungsparametern derjenigen Prozesse P,
die in demjenigen Prozess-Cluster C mit der maximalen Anzahl von darin gruppierten
Prozessen P enthalten sind.
[0037] Eine Klassifikationseinheit 7, die über Leitungen 8 mit der Adaptionseinheit 4 verbunden
ist, klassifiziert anschließend die schallerzeugenden Prozesse P basierend auf dem
durch die Adaptionseinheit 4 adaptierten Modell und den Messdaten M der Prozesse P.
[0038] Figur 4 zeigt ein mögliches Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
1 zur Klassifikation von schallerzeugenden Prozessen P.
[0039] In einer Maschine erzeugt ein schallerzeugender Prozess P ein Schall bzw. Schwingungssignal,
das durch ein Mikrophon 2 erfasst wird. Das Luftschallsignal wird durch das Mikrophon
2 in ein elektrisches Signal gewandelt und durch ein Tiefpassfilter 9 tiefpassgefiltert.
Das tiefpassgefilterte Signal wird durch einen Analog-Digital-Wandler 10 mit einer
bestimmten Abtastfrequenz abgetastet und digitalisiert. Figur 5A zeigt ein Beispiel
für ein digitalisiertes Schallsignal, das von dem Analog-Digital-Wandler 10 abgegeben
wird. Eine Fensterungseinheit 11 bildet Zeitfenster bzw. Ausschnitte des digitalisierten
Signals. Bei dem in Figur 5A dargestellten Beispiel werden sieben Abtastwerte bzw.
Samples s1-s7 in einem Zeitfenster ausgegeben. Die Dauer bzw. der Umfang des Zeitfensters
ist vorzugsweise einstellbar. Das Zeitfenster, welches mehrere Abtastwerte s enthält,
wird einer Frequenz-Transformationseinheit 12 zugeführt. Das Zeitfenster des digitalisierten
Schallsignals wird durch die Frequenz-Transformationseinheit 12 einer Frequenztransformation
zur Erzeugung eines Schallsignalspektrums unterzogen. Beispielsweise wird das gefensterte
Schallsignal einer Fast-FourierTransformation FFT unterzogen, um ein entsprechendes
Schallsignalspektrum des Zeitfensters zu bilden. Anschließend bildet eine Betragseinheit
13 einen Betrag des Schallsignalspektrums. Figur 5B zeigt ein Beispiel für ein Spektrum,
das durch einen drehenden Körper mit einer bestimmten Rotationsfrequenz f
rot hervorgerufen wird. Bei der Grundfrequenz f
rot und den harmonischen Oberwellen weist das Frequenzspektrum typischerweise Amplituden-Maxima
auf.
[0040] Bei dem in Figur 4 dargestellten Ausführungsbeispiel werden sowohl aus dem Zeit-Schallsignal
als auch aus dem Frequenzspektrum Merkmale m des Schallsignals extrahiert. Hierzu
weist die Adaptionseinheit 4 eine Einheit 4-1 zur Zeit-Merkmalsextraktion und eine
Einheit 4-2 zur Frequenz-Merkmalsextraktion auf. Bei den Merkmalen m
z im Zeitbereich kann es sich beispielsweise um die summierten Amplituden der verschiedenen
Abtastwerte in dem Zeitfenster bzw. um die Lautstärke des Schallsignals handeln. Bei
den Frequenzmerkmalen können beispielsweise die Amplituden bei der Grundfrequenz f
rot und bei harmonischen Oberwellen, d. h. Vielfachen der Grundfrequenz, ausgewertet
werden. Alternativ kann auch beispielsweise die Energie des Signals innerhalb eines
Frequenzbereichs FB des Spektrums als Merkmal herangezogen werden. Für jeden Frequenzbereich
FB kann ein entsprechend berechneter Energiewert, der sich beispielsweise aus der
Amplitude der Spektralanteile ergibt, berechnet werden. Umfasst als Spektrum beispielsweise
30 Frequenzbänder ergeben sich somit 30 verschiedene Frequenzmerkmale m
F. Die aus dem Zeitbereich gewonnen Merkmale m
Z und die aus dem Frequenzbereich gewonnen Merkmale m
F werden einer Datenverarbeitungseinheit 4-3 innerhalb der Adaptionseinheit 4 zugeführt.
Die Datenverarbeitungseinheit 4 ist beispielsweise ein Mikroprozessor, auf dem ein
Programm abläuft. Die Datenverarbeitungseinheit 4 lädt aus dem Speicher 6 ein gespeichertes
Referenzmodell. Die Datenverarbeitungseinheit 4 berechnet anhand der Merkmale m
z, m
F der erfassten Schallsignale der Prozesse P einen Abstand Δ zwischen den erfassten
Schaltsignalen in einem mehrdimensionalen Merkmalsraum, wobei diejenigen Prozesse
P, die zueinander ähnliche Schaltsignale aufweisen bzw. deren berechneter Abstände
Δ zueinander gering sind in einem Prozess-Cluster C gruppiert werden. Anschließend
selektiert die Datenverarbeitungseinheit 4 denjenigen Prozess-Cluster C, der die maximale
Anzahl Z
max von Prozessen P beinhaltet. Das aus dem Speicher 6 geladene Referenzmodel wird dann
an die statistischen Verteilungsparameter derjenigen Prozesse P adaptiert, die in
dem größten Prozess-Cluster C enthalten sind. Die Klassifikationseinheit 7 klassifiziert
dann die schallerzeugenden Prozesse P basierend auf dem adaptierten Modell. Der durch
die Klassifikationseinheit 7 ermittelte Betriebszustand bzw. Fehlerzustand wird ausgegeben.
[0041] Fig. 6 zeigt ein einfaches Beispiel zur Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Nach der Erfassung der Schaltsignale in Schritt S1 werden vorbestimmte Merkmale m
von verschiedenen Prozessen P extrahiert. Beispielsweise werden die Schallsignale
der sechs verschiedenen Räder R, wie sie in Fig. 1 dargestellt sind, erfasst. In dem
in Fig. 6 dargestellten einfachen Beispiel umfasst jeder Merkmalsvektor V drei Merkmale
m1, m2, m3, beispielsweise einen Signalpegel des Schaltsignals als Merkmal m1, eine
Amplitude A(f) bei einer bestimmten Frequenz f, etwa der Rotationsfrequenz f
rot in Fig. 5B als Merkmal m2 und die Energie E des Signals in einem bestimmten Frequenzband
FB als Merkmal m3.
[0042] Auf Basis der Merkmalsvektoren V der verschiedenen erzeugten Prozesse P1 bis P6 bzw.
der verschiedenen Maschinenteile erfolgt eine Ähnlichkeitsberechnung. Hierzu werden
Distanzen bzw. Abstände zwischen den Merkmalen m berechnet. Bei einer möglichen Ausführungsform
werden zu verschiedenen Zeitpunkten t
1 bis t
M die Merkmalsvektoren V für die verschiedenen Prozesse P berechnet und daraus ein
Vektor V bzw. eine Matrix statistischer Verteilungsparameter berechnet.
[0043] Die folgende Gleichung zeigt veranschaulicht die Vorgehensweise.

[0044] Bei dem angegebenen Beispiel ist der statistische Verteilungsparameter der Mittelwert
µ des Merkmals m über eine vorgegebene Anzahl von Messpunkten ti. Neben dem statistischen
Verteilungsparameter-Mittelwert µ können weitere statistische Verteilungsparameter,
wie beispielsweise die Varianz σ gerechnet werden. Dabei wird z. B. eine Gaussverteilung
gemäß Fig. 7B der statischen Verteilung zugrundegelegt. Auch andere statistische Verteilungen
mit anderen statistischen Verteilungsparameter sind möglich.
[0045] Auf Basis der ermittelten statistischen Verteilungsparameter der verschiedenen Prozesse
P kann paarweise zwischen Prozessen eine Distanz berechnet werden. Beispielsweise
wird ein Distanz Δ zwischen zwei Prozessen P1, P2 wie folgt berechnet:

[0046] Sobald die Ähnlichkeit zwischen den verschiedenen Schallsignalen der verschiedenen
Prozesse P bzw. der Distanzen Δ zwischen den Schallsignalen anhand der statistischen
Verteilungsparameter berechnet ist können diejenigen Prozesse P, welche zueinander
ähnliche Schallsignale aufweisen, in Prozess-Cluster C gruppiert werden. Fig. 7A zeigt
ein einfaches Beispiel für die verschiedenen Prozesse P1 - P6 in einem dreidimensionalen
Merkmalsraum, der durch die Merkmale m1, m2, m3 aufgespannt wird. Bei dem in Fig.
7A dargestellten Beispiel sind die Schallsignale der Prozesse P1, P2, P4, P5 zueinander
ähnlich und bilden einen Cluster C
A während die Schallsignale bzw. die statistischen Verteilungsparameter der Schallsignale
der Prozesse P3, P6 davon abweichen und einen eigenen davon separaten Prozess-Cluster
C
B bilden. Da die Wahrscheinlichkeit, dass die Anzahl der nicht defekten Maschinenteile
bzw. Prozesse P größer ist als die Anzahl der defekten bzw. defekt werdenden Maschinenteile
bzw. Prozesse kann davon ausgegangen werden, dass die schallerzeugenden Prozesse P1,
P2, P4, P5 des größten Clusters C
A nicht defekte Maschinenteile repräsentieren. Da die Anzahl Z
A der innerhalb des Prozess-Clusters C
A gruppierten Prozesse P größer ist als die Anzahl Z
B der Prozesse P innerhalb des Prozess-Clusters C
B wird der Prozess-Cluster C
A selektiert und ein Referenzmodell des Maschinenteils, wie in Fig. 6 dargestellt,
anhand der Merkmale m der in dem Prozess-Cluster C
A enthaltenen Prozesse P adaptiert. Beispielsweise wird als statistischer Parameter
eines gespeicherten Referenzmodells der Mittelwert p durch den Mittelwert der Merkmale
m der Prozesse P innerhalb des Prozess-Clusters C
A gebildet. Bei einer möglichen Ausführungsform erfolgt die Berechnung des adaptierten
Referenzmodells in Abhängigkeit von den statistischen Verteilungsparametern derjenigen
Prozesse P, die in dem größten Prozess-Cluster enthalten sind und in Abhängigkeit
des bisherigen statistischen Verteilungsparameter des Referenzmodells. Bei dieser
Ausführungsform erfolgt die Adaption somit iterativ bzw. evolutionär.
[0047] Fig. 8 zeigt ein abstraktes mathematisches Modell zur Erklärung des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Von verschiedenen gleichartig aufgebauten Maschinenteilen, beispielsweise
von den in Fig. 1 dargestellten Rädern R, werden Messdaten M gewonnen, die einer Ähnlichkeitsanalyse
zur Auswahl ähnlicher Messdaten unterzogen werden. Die ähnlichen Messdaten bzw. die
zueinander ähnliche Schaltsignale werden ausgewählt und zur Modelladaption herangezogen.
Die Klassifikation eines Prozesses P erfolgt dann anhand der Messdaten M des jeweiligen
Prozesses P und statistischer Modellparameter q des Modells. Dies führt zu Klassifikationsergebnissen
E, die beispielsweise angeben, ob ein Maschinenteil defekt ist oder nicht. Bei einer
solchen Modelladaption werden die Modellparameter q bzw. die statistische Verteilungsparameter,
etwa der Mittelwert µ oder die Varianz σ einer statistischen Verteilung laufend durch
ähnliche Messdaten M adaptiert. Alle Messsignale bzw. Messdaten M werden durch die
Klassifikationseinheit 7 auf Basis des adaptierten Modells klassifiziert. Das erfindungsgemäße
Verfahren nutzt die Tatsache aus, dass bei Maschinen, in denen mehrere gleichartige
Maschinenteile eingebaut sind, die meisten Maschinenteile nicht defekt sind und deren
Messdaten zur Adaption des Modells eingesetzt werden können. Durch das erfindungsgemäße
Verfahren entfallen aufwändige Anpassungsmaßnahmen zur Analyse defekter Maschinenteile.
Insbesondere ist es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nicht notwendig, bewusst fehlerhafte
Maschinenteile einzubauen und anhand von deren Geräuschsignalen eine Modelladaption
durchzuführen. Bei dem im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten statistischen Modellen
lässt sich die Ähnlichkeit beispielsweise über Log-Likelihood Scores der Messdaten
bestimmen, wobei aus der Ähnlichkeit der Scores geschlossen werden kann, ob die Messdaten
zu einem nicht defekten Maschinenteil bzw. Prozess gehören oder nicht. Da mehrere
Maschinenteile an der Messung beteiligt sind muss bei unsicherer Datenlage nicht jeder
Messwert bei dem erfindungsgemäßen Verfahren berücksichtigt werden.
1. Verfahren zur Klassifikation von schallerzeugenden Prozessen (P) mit den folgenden
Schritten:
(a) Erfassen (S1) von Schallsignalen, die von schallerzeugenden Prozessen (P) hervorgerufen
werden;
(b) Extrahieren (S2) von Merkmalen (m) aus den erfassten Schallsignalen für den jeweiligen
Prozess (P);
(c) Berechnen (S3) einer Ähnlichkeit zwischen den erfassten Schallsignalen auf Basis
der extrahierten Merkmale (m) zur Gruppierung von Prozessen (P) mit zueinander ähnlichen
Schallsignalen in Prozess-Clustern (C);
(d) Adaptieren (S4) von statistischen Verteilungsparametern eines Referenzmodells
in Abhängigkeit von den statistischen Verteilungsparametern derjenigen Prozesse (P),
die in demjenigen Prozess-Cluster (C) mit der höchsten Anzahl (Z) von darin gruppierten
Prozessen (P) enthalten sind, zur Erzeugung eines adaptierten Modells; und
(e) Klassifizieren (S5) der schallerzeugenden Prozesse (P) basierend auf dem adaptierten
Modell.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Schallsignal durch einen Arbeitsprozess einer
Maschine erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Schallsignal durch einen chemischen Prozess einer
Anlage erzeugt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Schallsignal durch einen Luftschallsignal oder
durch ein Körperschallsignal gebildet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das erfasste Schallsignal durch einen Sensor (2)
in ein elektrisches Signal gewandelt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei das elektrische Signal durch ein Tiefpaßfilter (9)
tiefpaßgefiltert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei das tiefpassgefilterte Signal durch einen Analog-Digitalwandler
(10) in ein digitales Signal gewandelt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei vorgegebene Zeitfenster des digitalisierten Schallsignals
einer Frequenztransformation zur Erzeugung eines Schallsignalspektrums unterzogen
werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei Merkmale (m) des Schallsignals aus dem Zeitbereich
oder aus dem Frequenzbereich extrahiert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 1, wobei für jeden schallerzeugenden Prozess (P) zu verschiedenen
Messzeitpunkten (t) Merkmalsvektoren (V), welche die extrahierten Merkmale (m) aufweisen,
gebildet werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei aus mehreren Merkmalsvektoren (V) eines Prozesses
(P) für jedes Merkmal (m) statistische Verteilungsparameter berechnet werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei die statistischen Verteilungsparameter eines Merkmals
(m) einen Mittelwert (µ) und eine Varianz (Γ2) des jeweiligen Merkmals (m) aufweisen.
13. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein Abstand (Δ) zwischen den statistischen Verteilungsparametern
verschiedener Schallsignale zur Ermittlung einer Ähnlichkeit zwischen den Schallsignalen
berechnet wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei zueinander ähnliche Schallsignale von Prozessen
(P) deren statistische Verteilungsparameter einen geringen Abstand zueinander aufweisen
in einem Prozess-Cluster (C) gruppiert werden.
15. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die statistischen Verteilungsparameter des Referenzmodells
auf Basis von extrahierten Merkmalen eines Schallsignals, das von einem Prototyp abgegeben
wird, berechnet wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14, wobei jeweils eine Anzahl (Z) von Prozessen (P) innerhalb
von verschiedenen gebildeten Prozess-Clustern (C) ermittelt wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, wobei derjenige Prozess-Cluster (C) selektiert wird, dessen
Anzahl (Z) von darin gruppierten Prozessen (P) maximal ist.
18. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Klassifikation der schallerzeugenden Prozesse
(P) basierend auf dem adaptierten Modell mittels eines Maximum-Likelihood-Verfahrens
erfolgt.
19. Vorrichtung zur Klassifikation von schallerzeugenden Prozessen (P) mit:
(a) mindestens einem Sensor (2) zur Erfassung von Schallsignalen, die von den schallerzeugenden
Prozessen (P) hervorgerufen werden;
(b) einem Speicher (6) zum Speichern eines Referenzmodells, das statistische Verteilungsparameter
für vorgegebene Merkmale (m) eines Schallsignals aufweist;
(c) einer Adaptionseinheit (4) zur Extraktion der Merkmale (m) aus den erfassten Schallsignalen
der Prozesse (P) und zur Berechnung einer Ähnlichkeit zwischen den erfassten Schallsignalen
anhand der extrahierten Merkmale (m) zur Gruppierung der Prozesse (P) in verschiedene
Prozess-Cluster (C) mit zueinander ähnlichen Schallsignalen, wobei die Adaptionseinheit
(4) das gespeicherte Referenzmodell in Abhängigkeit von statistischen Verteilungsparametern
derjenigen Prozesse (P), die in demjenigen Prozess-Cluster (C) mit einer maximalen
Anzahl (Z) von Prozessen (P) enthalten sind, adaptiert;
(d) und mit einer Klassifikationseinheit (7), die die schallerzeugenden Prozesse (P)
basierend auf dem adaptierten Modell klassifiziert.
20. Computerprogramm zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 18.
21. Datenträger, der das Computerprogramm nach Anspruch 20 speichert.
1. Method of classification of sound-generating processes (P) with the following steps:
(a) Detection (S1) of sound signals which are generated by sound-generating processes
(P);
(b) Extraction (S2) of characteristics (m) from the detected sound signals for the
respective process (P);
(c) Calculation (S3) of a similarity between the detected sound signals based on the
extracted characteristics (m) for grouping processes (P) with sound signals similar
to each other into process clusters (C);
(d) Adaptation (S4) of statistical distribution parameters of a reference model depending
on the statistical distribution parameters of those processes (P) which are contained
in that process cluster (C) with the highest number (Z) of processes (P) grouped within
it, for creating an adapted model; and
(e) Classification (S5) of the sound-generating processes (P) based on the adapted
model.
2. Method according to claim 1, with the sound signal being generated by a working process
of a machine.
3. Method according to claim 1, with the sound signal being generated by a chemical process
of a system.
4. Method according to claim 1 with the sound signal being formed by an airborne signal
or by a body sound signal.
5. Method according to claim 1, with the detected sound signal being converted by a sensor
(2) into an electrical signal.
6. Method according to claim 5, with the detected electrical signal being lowpass filtered
by a lowpass filter (9).
7. Method according to claim 6, with the analogue sound signal being converted by an
analogue-to-digital converter (10) into a digital signal.
8. Method according to claim 7, with predetermined time windows of the digitised sound
signal being subjected to a frequency transformation to create a sound signal spectrum.
9. Method according to claim 8, with characteristics (m) of the sound signal being extracted
from the time range or from the frequency range.
10. Method according to claim 1 with, for each sound-generating process (P), characteristic
vectors (V) which have the extracted characteristics (m) being formed at different
measurement times (t).
11. Method according to claim 10 with statistical distribution parameters being calculated
for each characteristic (m) from a number of characteristic vectors (V) of a process
(P).
12. Method according to claim 11, with the statistical distribution parameters of a characteristic
(m) exhibiting an average value (µ) and a variance Γ2 of the respective characteristic (m).
13. Method according to claim 1, with a distance (Δ) being calculated between the statistical
distribution parameters of different sound signals for calculating a similarity between
the sound signals.
14. Method according to claim 13, with sound signals similar to one another of processes
(P) of which the statistical distribution parameters exhibit a small distance from
each other being grouped into a process cluster (C).
15. Method according to claim 1, with the statistical distribution parameters of the reference
model being calculated on the basis of extracted characteristics of a sound signal
which is output by a prototype.
16. Method according to claim 14, with a number (Z) of processes (P) being determined
within differently formed process clusters (C).
17. Method according to claim 16, with that process cluster (C) being selected for which
the number (Z) of processes (P) grouped within it is a maximum.
18. Method according to claim 1, with the sound-generating processes (P) being classified
on the basis of the adapted model by means of a maximum-likelihood method.
19. Device for classification of sound-generating processes (P) with:
(a) at least one sensor (2) for detecting sound signals which are generated by the
sound-generating processes (P);
(b) a memory (6) for storing a reference model having statistical distribution parameters
for predetermined characteristics (m) of a sound signal;
(c) an adaptation unit (4) for extraction of the characteristics (m) from the detected
sound signals of the processes (P) and for calculating a similarity between the detected
sound signals on the basis of the extracted characteristics (m) for grouping the processes
(P) into different process clusters (C) with sound signals similar to one another,
with the adaptation unit (4) adapting the stored reference model as a function of
statistical distribution parameters of those processes (P) which are contained in
the process cluster (C) with a maximum number (Z) of processes (P);
(d) and with a classification unit (7) which classifies the sound-generating processes
(P) on the basis of the adapted model.
20. Computer program for executing the method according to claim 18.
21. Data medium which stores the computer program according to claim 20.
1. Procédé de classement de processus de production de sons (P), comportant les étapes
suivantes :
(a) détection (S1) de signaux sonores issus de processus de production de sons (P)
;
(b) extraction (S2) de caractéristiques (m) hors des signaux sonores détectés pour
le processus respectif (P) ;
(c) calcul (S3) d'une similitude entre les signaux sonores détectés, sur la base des
caractéristiques extraites (m), pour regrouper des processus (P) avec des signaux
sonores similaires entre eux dans des clusters de processus (C) ;
(d) adaptation (S4), afin de générer un modèle adapté, de paramètres de distribution
statistiques d'un modèle de référence en fonction des paramètres de distribution statistiques
des processus (P) qui sont contenus dans le cluster de processus (C) avec le nombre
maximal (Z) de processus (P) regroupés dedans, et
(e) classement (S5) des processus de production de sons (P) sur la base du modèle
adapté.
2. Procédé selon la revendication 1, le signal sonore étant généré par un processus de
travail d'une machine.
3. Procédé selon la revendication 1, le signal sonore étant généré par un processus chimique
d'une installation.
4. Procédé selon la revendication 1, le signal sonore étant formé par un signal sonore
aérien ou un signal sonore solidien.
5. Procédé selon la revendication 1, le signal sonore détecté étant converti en un signal
électrique par un capteur (2).
6. Procédé selon la revendication 5, le signal électrique étant filtré par un filtre
passe-bas (9).
7. Procédé selon la revendication 6, le signal filtré par un filtre passe-bas étant converti
en un signal numérique par un convertisseur analogique-numérique (10).
8. Procédé selon la revendication 7, la fenêtre de temps prédéfinie du signal sonore
numérisé étant soumise à une transformation en fréquence pour générer un spectre de
signaux sonores.
9. Procédé selon la revendication 8, des caractéristiques (m) du signal sonore étant
extraites de la plage des temps ou de la plage des fréquences.
10. Procédé selon la revendication 1, des vecteurs de caractéristiques (V) comportant
les caractéristiques extraites (m) étant formés pour chaque processus de production
de sons (P) à différents instants de mesure (t).
11. Procédé selon la revendication 10, des paramètres de distribution statistiques étant
calculés pour chaque caractéristique (m) à partir de plusieurs vecteurs de caractéristiques
(V) d'un processus (P).
12. Procédé selon la revendication 11, les paramètres de distribution statistiques d'une
caractéristique (m) présentant une valeur moyenne (µ) et une variance (Γ2) de la caractéristique respective (m).
13. Procédé selon la revendication 1, un écart (Δ) entre les paramètres de distribution
statistiques de différents signaux sonores étant calculé pour déterminer une similitude
entre les signaux sonores.
14. Procédé selon la revendication 13, des signaux sonores similaires entre eux de processus
(P) dont les paramètres de distribution statistiques présentent un faible écart entre
eux étant regroupés dans un cluster de processus (C).
15. Procédé selon la revendication 1, les paramètres de distribution statistiques du modèle
de référence étant calculés sur la base de caractéristiques extraites d'un signal
sonore qui est émis par un prototype.
16. Procédé selon la revendication 14, respectivement un nombre (Z) de processus (P) étant
déterminé au sein de différents clusters de processus formés (C).
17. Procédé selon la revendication 16, le cluster de processus (C) dont le nombre (Z)
de processus regroupés dedans (P) est maximal étant sélectionné.
18. Procédé selon la revendication 1, le classement des processus de production de sons
(P) s'effectuant au moyen d'une méthode de maximum de vraisemblance sur la base du
modèle adapté.
19. Dispositif de classement de processus de production de sons (P), comportant :
(a) au moins un capteur (2) pour détecter des signaux sonores qui sont issus de processus
de production de sons (P) ;
(b) une mémoire (6) pour stocker un modèle de référence qui comporte des paramètres
de distribution statistiques pour des caractéristiques prédéfinies (m) d'un signal
sonore ;
(c) une unité d'adaptation (4) pour extraire les caractéristiques (m) hors des signaux
sonores détectés des processus (P) et pour calculer une similitude entre les signaux
sonores détectés, à l'aide des caractéristiques extraites (m), pour regrouper les
processus (P) en différents clusters de processus (C) avec des signaux sonores similaires
entre eux, l'unité d'adaptation (4) adaptant le modèle de référence stocké en fonction
de paramètres de distribution statistiques des processus (P) qui sont contenus dans
le cluster de processus (C) contenant un nombre maximal (Z) de processus (P), et
(d) une unité de classement (7) qui classe les processus de production de sons (P)
sur la base du modèle adapté.
20. Programme informatique pour exécuter le procédé selon la revendication 18.
21. Support de données qui stocke le programme informatique selon la revendication 20.