Kleberauftragsvorrichtung
[0001] Die Erfindung betrifft eine Kleberauftragsvorrichtung für eine Kantenanleimmaschine
zum Auftragen eines schmelzflüssigen Klebers auf eine Schmalseite eines kontinuierlich
in einer Vorschubrichtung bewegten plattenförmigen Werkstückes, umfassend einen Düsenkörper,
der einen Zufuhrkanal für schmelzflüssigen Kleber aufweist mit einer Mündungsöffnung
zum Auftragen des Klebers auf die Schmalseite des Werkstückes, sowie ein den Öffnungsbereich
der Mündungsöffnung in vertikaler Richtung begrenzendes Begrenzungsglied, das an der
Mündungsöffnung vertikal verschiebbar gehalten und mit mindestens einem die Werkstückoberseite
abtastenden Tastglied gekoppelt ist.
[0002] Kleberauftragsvorrichtungen der eingangs genannten Art kommen bei Kantenanleimmaschinen
zum Einsatz, mit denen eine Anleimkante, die häufig auch als "Umleimer" bezeichnet
wird, einer parallel zur Vorschubrichtung des Werkstückes verlaufenden Schmalseite
des Werkstückes zugeführt und mit dem Werkstück verklebt werden kann. Anschließend
wird das Werkstück mit dem Umleimer üblicherweise einer Nachbearbeitung zugeführt,
um einen kontinuierlichen Übergang zwischen den Ober- und Unterseiten des Werkstückes
und dem Umleimer zu erzielen.
[0003] Zum Auftragen des Klebers auf die Schmalseite der Kantenanleimmaschine kommt eine
Kleberauftragsvorrichtung der eingangs genannten Art zum Einsatz. Sie umfasst einen
Düsenkörper, der einen Zufuhrkanal für schmelzflüssigen Kleber aufweist. Über den
Öffnungsbereich einer Mündungsöffnung des Zufuhrkanals kann der schmelzflüssige Kleber
auf die Schmalseite des Werkstückes aufgetragen werden. Der Kleber soll nach Möglichkeit
die Schmalseite in vertikaler Richtung und in Vorschubrichtung vollständig überdecken,
d. h. er soll sich von der unteren bis zur oberen Längskante des Werkstückes auf dessen
gesamter Länge erstrecken, so dass nach dem Verkleben des Umleimers weder an der Werkstückoberkante
noch an der Werkstückunterkante Feuchtigkeit in den Bereich zwischen den Umleimer
und die Schmalseite eindringen kann.
[0004] Aus der
DE 40 12 726 A1 ist es bekannt, an der Mündungsöffnung des Zufuhrkanals ein Begrenzungsglied verschiebbar
zu halten, mit dessen Hilfe die Höhe des Öffnungsbereichs der Mündungsöffnung an die
Stärke des Werkstückes, d. h. an die vertikale Erstreckung der Schmalseite des Werkstückes
angepasst werden kann. Das Begrenzungsglied ist mit einem Tastglied gekoppelt, das
die Werkstückoberseite abtastet. Das Tastglied ist bei der aus der
DE 40 12 726 A1 bekannten Kleberauftragsvorrichtung in Form eines Tastschiebers ausgebildet, der
an der Werkstückoberseite entlanggleitet. Die Mündungsöffnung des Zufuhrkanals wird
bei der bekannten Kleberauftragsvorrichtung von einer Vielzahl in einer Reihe nebeneinander
angeordneter Durchgangsbohrungen gebildet, die jeweils durch einen öffnungsfreien
Zwischenbereich voneinander getrennt sind.
[0005] Die aus der
DE 40 12 726 A1 bekannte Kleberauftragsvorrichtung hat sich in der Praxis seit Jahren bewährt. Allerdings
wäre es wünschenswert, wenn die Fertigung der Kleberauftragsvorrichtung vereinfacht
werden könnte.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Kleberauftragsvorrichtung der
eingangs genannten Art derart weiterzubilden, dass sie fertigungstechnisch einfacher
hergestellt werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einer Kleberauftragsvorrichtung der eingangs genannten Art
erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Mündungsöffnung in Form eines Mündungsschlitzes
ausgestaltet ist, in den das Begrenzungsglied mit einem Schlitzbegrenzungsabschnitt
eintaucht, dessen Breite in Vorschubrichtung der Breite des Mündungsschlitzes entspricht,
und dass das mindestens eine Tastglied als Tastrolle ausgestaltet ist.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Kleberauftragsvorrichtung ist die Mündungsöffnung des Zufuhrkanals
in Form eines Schlitzes ausgestaltet. Dies hat den Vorteil, dass die Mündungsöffnung
fertigungstechnisch einfacher hergestellt werden kann. Außerdem erleichtert die schlitzförmige
Ausgestaltung der Mündungsöffnung deren Reinigung. Darüber hinaus erlaubt es die Ausgestaltung
der Mündungsöffnung in Form eines Mündungsschlitzes, die vertikale Ausdehnung des
Öffnungsbereiches der Mündungsöffnung exakt an die Höhe der Schmalseite anzupassen.
Der Kleber kann dadurch exakt bis in Höhe der Oberkante des Werkstückes auf die Schmalseite
aufgetragen werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass am Rand der Schmalseite nur
eine unzureichende Menge an Kleber zur Verfügung steht.
[0009] Bei der erfindungsgemäßen Kleberauftragsvorrichtung kommt ein Mündungsschlitz zum
Einsatz, über dessen Öffnungsbereich Kleber sehr gleichmäßig direkt auf die Schmalseite
aufgetragen werden kann. Die Erstreckung des Öffnungsbereiches in vertikaler Richtung
ist durch das Begrenzungsglied vorgebbar, das mit mindestens einer Tastrolle gekoppelt
ist. Das Begrenzungsglied weist einen in den Mündungsschlitz eintauchenden Schlitzbegrenzungsabschnitt
auf, der den Mündungsschlitz in seinem eintauchenden Bereich vollständig ausfüllt
und dessen Lage in vertikaler Richtung von der mindestens einen Tastrolle vorgegeben
wird, die die Werkstückoberseite des kontinuierlich bewegten Werkstückes abtastet.
Der Schlitzbegrenzungsabschnitt nimmt daher eine Lage an der Oberkante des Werkstückes
ein, so dass die vertikale Erstreckung des Öffnungsbereiches des Mündungsschlitzes
exakt der vertikalen Erstreckung der Schmalseite des Werkstückes entspricht. Der Kleber
kann daher auf die gesamte Schmalseite aufgetragen werden, und zwar auch dann, wenn
die Höhe der Schmalseite über die Länge des Werkstückes variiert. Es besteht weder
die Gefahr, dass zu wenig Kleber insbesondere im Bereich der oberen Werkstückkante
aufgetragen wird, noch besteht die Gefahr, dass zu viel Kleber aufgetragen wird und
Kleber auf die Werkstückoberseite gelangt. Die Werkstückoberseite wird folglich durch
den Kleber nicht beeinträchtigt. Die Tastrolle erfasst die Werkstückoberseite, wobei
sie an der Werkstückoberseite abrollt. Sie passt sich daher ständig an die Lage der
Werkstückoberseite an, ohne an der Werkstückoberseite entlang zu gleiten und sie dadurch
möglicherweise zu beeinträchtigen. Vielmehr rollt sie mit sehr geringem Reibungskoeffizienten
an der Werkstückoberseite ab. Die erfindungsgemäße Kleberauftragsvorrichtung hat somit
auch den Vorteil, dass schmelzflüssiger Kleber exakt über die gesamte Schmalseite
des Werkstückes aufgetragen werden kann, ohne dass die Werkstückoberseite beeinträchtigt
wird.
[0010] Günstigerweise schließt sich in Vorschubrichtung an den Mündungsschlitz eine Rakel
mit einer Vielzahl von parallel zur Vorschubrichtung verlaufenden Rillen an. Dadurch
kann der auf die Schmalseite aufgebrachte Kleber strukturiert werden.
[0011] Von Vorteil ist es, wenn im Zufuhrkanal ein in vertikaler Richtung verstellbarer
Dosierstab angeordnet ist mit einer axialen Sackbohrung, der schmelzflüssiger Kleber
zuführbar ist und die über einen vertikalen Dosierschlitz mit dem Mündungsschlitz
verbunden ist. Bei einer derartigen Ausführungsform ist im Zufuhrkanal ein Dosierstab
verschiebbar gehalten. Über den Dosierstab kann dem Mündungsschlitz schmelzflüssiger
Kleber zugeführt werden. Hierzu weist der Dosierstab eine axiale Sackbohrung auf,
die über einen vertikalen Dosierschlitz in den Mündungsschlitz des Düsenkörpers einmündet.
Die Lage des Dosierstabes in vertikaler Richtung kann verstellt werden. Hierzu kann
beispielsweise vorgesehen sein, dass der Dosierstab über ein Gestänge mit einem Oberteil
der Kantenanleimmaschine verbunden ist. Die Lage des Dosierstabes kann somit zusammen
mit dem Oberteil an die maximale Stärke des Werkstückes, d. h. an die maximale Ausdehnung
des Werkstückes in vertikaler Richtung, angepasst werden. Am Oberteil der Kantenanleimmaschine
sind üblicherweise Transportglieder, beispielsweise Transportrollen oder -riemen angeordnet,
die in Kombination mit Transportgliedern, die am Unterteil der Kantenanleimmaschine
angeordnet sind, das Werkstück in Vorschubrichtung bewegen. Zu diesem Zweck wird die
Lage des Oberteils an die maximale Dicke des Werkstückes angepasst, und durch die
Kopplung des Dosierstabs über das Gestänge an das Oberteil erfolgt auch eine Justierung
des Dosierstabs. Der Dosierstab kann am Gestänge verstellbar gehalten sein, so dass
er relativ zum Gestänge und folglich auch relativ zum Oberteil der Kantenanleimmaschine
verstellt werden kann.
[0012] Es kann vorgesehen sein, dass der Dosierstab um eine Längsachse des Zufuhrkanals
verdrehbar ist. Dadurch kann der Dosierschlitz auf einfache Weise zwischen einer Öffnungsstellung,
in der er mit dem Mündungsschlitz des Düsenkörpers fluchet, und einer Schließstellung,
in der er versetzt zur Mündungsöffnung angeordnet ist, hin- und hergeschwenkt werden.
Dadurch kann das Auftragen von Kleber auf einfache Weise gesteuert werden.
[0013] Günstig ist es, wenn der Dosierschlitz mindestens dieselbe Breite in Vorschubrichtung
aufweist wie der Mündungsschlitz. Dem Mündungsschlitz kann dadurch über seine gesamte
Breite Kleber zugeführt werden, der dann über den Öffnungsbereich des Mündungsschlitzes
auf die Schmalseite des Werkstückes aufgetragen wird. Dadurch kann die Gleichmäßigkeit
des Kleberauftrags verbessert werden.
[0014] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform erstreckt sich der Mündungsschlitz des Düsenkörpers
in vertikaler Richtung nach oben über den Dosierschlitz des Dosierstabes hinaus. Insbesondere
kann vorgesehen sein, dass sich der Mündungsschlitz bis über die Werkstückoberkante
hinaus erstreckt. Dies erleichtert die Fertigung des Mündungsschlitzes. Obwohl sich
der Mündungsschlitz weit nach oben erstreckt, besteht keine Gefahr, dass Kleber auf
die Werkstückoberseite gelangt, denn in vertikaler Richtung wird der Öffnungsbereich
des Mündungsschlitzes durch den im Mündungsschlitz in vertikaler Richtung verschiebbar
angeordneten Schlitzbegrenzungsabschnitt des Begrenzungsgliedes begrenzt. Kleber kann
nur in dem Öffnungsbereich des Mündungsschlitzes aus dem Düsenkörper austreten. Der
Öffnungsbereich ist unterhalb des Schlitzbegrenzungsabschnittes angeordnet. Die Lage
des Schlitzbegrenzungsabschnittes wird, wie voran stehend erläutert, durch die Lage
der Tastrolle vorgegeben, die die Werkstückoberseite abtastet.
[0015] Es kann vorgesehen sein, dass sich der Dosierschlitz des Dosierstabes in vertikaler
Richtung nach unten über den Mündungsschlitz hinaus erstreckt. Ein Bereich des Dosierschlitzes
kann sich somit unterhalb des Mündungsschlitzes erstrecken. Dieser Bereich wird vom
Dosierkörper abgedeckt, so dass keine Gefahr besteht, dass Kleber in diesen Bereich
aus dem Dosierschlitz austreten kann.
[0016] Das Begrenzungsglied weist bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung
einen ersten und einen zweiten Haltearm auf, die einander abgewandt von einem Zentralteil
abstehen und an denen jeweils mindestens eine Tastrolle frei drehbar gelagert ist.
Bei einer derartigen Ausgestaltung weist die Kleberauftragsvorrichtung mindestens
zwei Tastrollen auf, die jeweils die Werkstückoberseite abtasten und in Vorschubrichtung
hintereinander angeordnet sind. Sie sind jeweils an einem Haltearm des Begrenzungsgliedes
frei drehbar gelagert, und die Haltearme sind mit einem Zentralteil des Begrenzungsgliedes
verbunden, an dem der in den Mündungsschlitz des Düsenkörpers eintauchende Schlitzbegrenzungsabschnitt
gehalten ist.
[0017] Es kann vorgesehen sein, dass die beiden Haltearme und das Zentralteil in Form eines
einstückigen Bauelementes ausgestaltet sind.
[0018] Ergänzend oder alternativ kann vorgesehen sein, dass das Zentralteil und der Schlitzbegrenzungsabschnitt
einstückig miteinander verbunden sind.
[0019] Günstigerweise ist das Begrenzungsglied mit einer vertikal nach unten gerichteten
Rückstellkraft beaufschlagt. Es kann beispielsweise vorgesehen sein, dass eine Druckfeder
oder der Zylinder eines Kolben-Zylinderaggregats auf das Begrenzungsglied einwirkt
und das Begrenzungsglied entgegen der federelastischen Rückstellkraft vertikal nach
oben verschiebbar ist.
[0020] Von besonderem Vorteil ist, wenn das Begrenzungsglied eine an die Werkstückoberkante
anlegbare Dichtkante aufweist. Die Dichtkante kann sich quer zur Vorschubrichtung
an den Schlitzbegrenzungsabschnitt anschließen. Sie kann an die obere Längskante des
Werkstückes angelegt werden. Der Bereich der Schmalseite des Werkstückes, auf die
Kleber aufgetragen werden soll, wird somit gegen die Werkstückoberseite besonders
zuverlässig abgedichtet. Die Werkstückoberseite wird dabei nicht beeinträchtigt, da
die Dichtkante des Begrenzungsgliedes nur einen sehr schmalen Bereich an der Werkstückoberkante
berührt, nicht aber eine großflächige Anlage darstellt. Insbesondere kann vorgesehen
sein, dass die Dichtkante das Werkstück nur linienförmig berührt.
[0021] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Dichtkante des Begrenzungsgliedes
in vertikaler Richtung in Höhe einer an der Werkstückoberseite abrollenden Abrollfläche
der mindestens einen Tastrolle oder tiefer als die Abrollfläche angeordnet. Dies stellt
sicher, dass die Werkstückdicke durch die mindestens eine Tastrolle erfasst wird,
der das Begrenzungsglied einschließlich der Dichtkante folgt. Die Steuerung oder Führung
des Begrenzungsgliedes in vertikaler Richtung erfolgt somit durch die mindestens eine
Tastrolle. Die Dichtkante dient dagegen dazu, einen Auftrag von Kleber auf die Werkstückoberseite
zuverlässig zu vermeiden.
[0022] Bevorzugt erstreckt sich die Dichtkante in Vorschubrichtung des Werkstückes über
die Breite des Mündungsschlitzes hinaus.
[0023] Falls sich in Vorschubrichtung an den Mündungsschlitz eine Rakel anschließt, ist
es günstig, wenn sich die Dichtkante über die gesamte Länge der Rakel erstreckt.
[0024] Günstigerweise ist die mindestens eine Tastrolle in vertikaler Richtung verstellbar
am Begrenzungsglied gehalten. Dies gibt die Möglichkeit, die Lage der Tastrolle zu
justieren. Insbesondere kann dadurch die Lage der Tastrolle relativ zur Dichtkante
eingestellt werden.
[0025] Von Vorteil ist es, wenn die mindestens eine Tastrolle mittels einer Exzentereinrichtung
verstellbar am Begrenzungsglied gehalten ist. Derartige Exzentereinrichtungen sind
dem Fachmann an sich bekannt. Mit ihrer Hilfe kann die Drehachse der Tastrolle auf
besonders einfache Weise in vertikaler Richtung verstellt werden.
[0026] Das Begrenzungsglied umfasst bei einer bevorzugten Ausgestaltung eine untere Begrenzungsfläche,
die oberhalb der Werkstückoberseite angeordnet ist. Vorteilhaft ist es, wenn die untere
Begrenzungsfläche zur Werkstückoberseite geneigt ist. Die untere Begrenzungsfläche
kann sich in die dem Schlitzbegrenzungsabschnitt abgewandte Richtung an die Dichtkante
des Begrenzungsgliedes anschließen.
[0027] Die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient
im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Kleberauftragsvorrichtung;
- Figur 2:
- eine Vorderansicht der Kleberauftragsvorrichtung aus Figur 1;
- Figur 3:
- eine Schnittansicht der Kleberauftragsvorrichtung entlang der Linie 3-3 in Figur 2
und
- Figur 4.
- eine Schnittansicht der Kleberauftragsvorrichtung entlang der Linie 4-4 aus Figur
3.
[0028] In der Zeichnung ist schematisch eine Kleberauftragsvorrichtung 10 dargestellt für
eine Kantenanleimmaschine. Die Kantenanleimmaschine ist in der Zeichnung nicht dargestellt,
da sie dem Fachmann an sich bekannt ist. Sie weist in üblicher Weise ein Maschinenoberteil
und ein Maschinenunterteil auf. Das Maschinenunterteil umfasst ein Gestell sowie verschiedene
Bearbeitungsaggregate wie beispielsweise Sägen, Fräsen und dergleichen. Das Maschinenoberteil
ist relativ zum Maschinenunterteil in vertikaler Richtung verstellbar gehalten. Am
Maschinenoberteil und am Maschinenunterteil sind Transportglieder, zum Beispiel Transportrollen,
gelagert, mit deren Hilfe ein plattenförmiges Werkstück 12 in einer Vorschubrichtung
14 kontinuierlich bewegt werden kann. Das Werkstück 12 weist eine Stirnseite 16 auf
sowie eine Unterseite 17 und eine Oberseite 18. Außerdem umfasst das Werkstück 12
eine vordere Schmalseite 20 und eine hintere Schmalseite 21. Wie nachstehend noch
näher erläutert, kann mittels der Kleberauftragsvorrichtung 10 ein schmelzflüssiger
Kleber auf die vordere Schmalseite 20 aufgetragen werden.
[0029] Die Kleberauftragsvorrichtung 10 umfasst einen Düsenkörper 22 mit einem in vertikaler
Richtung verlaufenden Zufuhrkanal 24, in dem ein Dosierstab 26 in vertikaler Richtung
verstellbar gehalten ist. Mit einem unteren Endabschnitt 28 taucht der Dosierstab
26 in an sich bekannter Weise in einen in der Zeichnung nicht dargestellten, dem Fachmann
an sich bekannten Klebstoffbehälter der Kantenanleimmaschine ein, und mit einem oberen
Endabschnitt 30 ist der Dosierstab in vertikaler Richtung verstellbar an einem Gestänge
32 gehalten. Das Gestänge 32 ist am Maschinenoberteil der dem Fachmann an sich bekannten
Kantenanleimmaschine festgelegt. Der Dosierstab 26 kann somit in vertikaler Richtung
relativ zum Düsenkörper 22 verstellt werden.
[0030] Der Dosierstab 26 umfasst eine axiale Sackbohrung 34, die von dem in Figur 1 dargestellten
unteren Ende 35 des Dosierstabs 26 ausgeht und sich bis in Höhe des Düsenkörpers 22
erstreckt. Im Bereich des Düsenkörpers 22 schließt sich an die Sackbohrung 34 ein
seitlicher Dosierschlitz 36 an, der die Wandung des Dosierstabes 26 durchgreift und
sich in vertikaler Richtung erstreckt.
[0031] Der Düsenkörper 22 umfasst einen Mündungsschlitz 38, der in vertikaler Richtung verläuft
und sich ausgehend von einer in Höhe der unteren Längskante 40 des Werkstückes 12
angeordneten Endfläche 39 über die obere Längskante 41 des Werkstückes 12 hinaus bis
etwa zur Oberseite 42 des Düsenkörpers 22 erstreckt. Die Oberseite 42 ist der Oberseite
18 des Werkstückes 12 abgewandt. Die vordere Schmalseite 20 des Werkstückes 12 erstreckt
sich von der unteren Längskante 40 bis zur oberen Längskante 41 und wird somit vom
Mündungsschlitz 38 überdeckt.
[0032] In den Mündungsschlitz 38 taucht ein Begrenzungsglied 44 mit einem Schlitzbegrenzungsabschnitt
46 ein. Der Schlitzbegrenzungsabschnitt 46 ist in Form einer Nase oder Rippe ausgebildet,
die von einem Zentralteil 48 des Begrenzungsgliedes 44 in horizontaler Richtung und
quer zur Vorschubrichtung 14 des Werkstückes 12 absteht. In seinem in den Mündungsschlitz
38 eintauchenden Bereich füllt der Schlitzbegrenzungsabschnitt 46 den Mündungsschlitz
38 vollständig aus. Hierzu sind die Breite des Schlitzbegrenzungsabschnitts 46 in
Vorschubrichtung 14 und die Tiefe des Schlitzbegrenzungsabschnitts 46 quer zur Vorschubrichtung
14 an die Breite bzw. Tiefe des Mündungsschlitzes 38 angepasst.
[0033] Das Zentralteil 48 ist einstückig mit einem ersten Haltearm 50 und einem zweiten
Haltearm 52 verbunden, die in Vorschubrichtung 14 fluchtend zueinander und einander
abgewandt vom Zentralteil 48 abstehen. An ihren freien Endbereichen tragen die beiden
Haltearme 50 und 52 eine erste Tastrolle 54 bzw. eine zweite Tastrolle 56, die an
den Haltearmen 50, 52 frei drehbar gelagert sind.
[0034] Das Begrenzungsglied 44 ist an einer Führungsstange 58 festgelegt, die entgegen einer
elastischen Rückstellkraft, die von einer Druckfeder 60 ausgeübt wird, in vertikaler
Richtung verschiebbar am Gestänge 32 gehalten ist.
[0035] Der Schlitzbegrenzungsabschnitt 46 ist im Mündungsschlitz 38 des Dosierkörpers 22
in vertikaler Richtung verschiebbar gehalten. Mit einer unteren Stirnfläche 62 begrenzt
der Schlitzbegrenzungsabschnitt 46 einen Öffnungsbereich 64 des Mündungsschlitzes
38. Der Öffnungsbereich 64 erstreckt sich von der Endfläche 39 des Mündungsschlitzes
38 bis zur unteren Stirnfläche 62 des Schlitzbegrenzungsabschnitts 46. Über den Öffnungsbereich
64 kann schmelzflüssiger Kleber auf die vordere Schmalseite 20 des Werkstückes 12
aufgetragen werden. Der Dosierstab 26 wird hierzu in vertikaler Richtung derart justiert,
dass der Dosierschlitz 36 den Öffnungsbereich 64 überdeckt. Dies wird aus Figur 4
deutlich. Somit kann schmelzflüssiger Kleber über die Sackbohrung 34, den Dosierschlitz
36 und den Öffnungsbereich 64 des Mündungsschlitzes 38 auf die vordere Schmalseite
20 aufgetragen werden.
[0036] Quer zur Vorschubrichtung 14 schließt sich an die untere Stirnfläche 62 des Schlitzbegrenzungsabschnittes
46 eine zur Werkstückoberseite 18 geneigte untere Begrenzungsfläche 66 des Zentralteils
48 des Begrenzungsgliedes 44 an. Der Übergang von der Stirnfläche 62 zur Begrenzungsfläche
66 erfolgt über eine Dichtkante 67 des Begrenzungsgliedes 44. Die Dichtkante 67 berührt
das Werkstück 12 an dessen oberer Längskante 41. Aus dem Öffnungsbereich 64 des Mündungsschlitzes
38 austretender Kleber kann folglich nicht auf die Oberseite 18 des Werkstückes 12
gelangen.
[0037] Die Tastrollen 54 und 56 sind jeweils mittels einer Exzentereinrichtung 68 bzw. 70
am jeweiligen Haltearm 50 bzw. 52 gelagert und können mit der Exzentereinrichtung
68 bzw. 70 in vertikaler Richtung verstellt werden. Dies gibt die Möglichkeit, die
Tastrollen 54 und 56 relativ zur Dichtkante 67 zu verstellen. Beispielsweise kann
vorgesehen sein, dass die Tastrollen 54 und 56 mit ihrer die Oberseite 18 des Werkstückes
12 abtastenden Abrollfläche 72 bzw. 74 exakt in Höhe der Dichtkante 67 oder aber etwa
tiefer als die Dichtkante 67 positioniert sind.
[0038] Wie insbesondere aus Figur 1 deutlich wird, schließt sich an den Mündungsschlitz
38 in Vorschubrichtung 14 eine Rakel 76 mit einer Vielzahl von parallel zur Vorschubrichtung
14 verlaufenden Rillen 78 an. Die Dichtkante 67 erstreckt sich in Vorschubrichtung
14 über die gesamte Länge der Rakel 76.
[0039] Wie insbesondere aus Figur 4 deutlich wird, kann der Dosierstab 26 derart justiert
werden, dass sich der Dosierschlitz 36 in vertikaler Richtung geringfügig über die
obere Längskante 41 des Werkstückes 12 hinaus erstreckt. Damit ist sichergestellt,
dass dem Öffnungsbereich 64 über dessen gesamte vertikale Erstreckung gleichmäßig
schmelzflüssige Kleber zugeführt werden kann.
[0040] Es kann vorgesehen sein, dass der Dosierstab 26 um eine Längsachse des Zufuhrkanals
24 verdrehbar ist. Dies gibt die Möglichkeit, den Dosierschlitz 36 zwischen einer
Öffnungsstellung und einer Schließstellung hin und her zu verschwenken, um das Auftragen
von schmelzflüssigem Kleber zu steuern. In seiner Öffnungsstellung, wie sie in Figur
4 dargestellt ist, fluchtet der Dosierschlitz 36 mit dem Mündungsschlitz 38 des Dosierkörpers,
wohingegen er in seiner Schließstellung zum Mündungsschlitz 38 um einen Schwenkwinkel
von beispielsweise 15° bis 30° versetzt angeordnet ist. Die Schließstellung des Dosierstabes
26 ist in der Zeichnung nicht dargestellt.
[0041] Das Werkstück 12 wird von den in der Zeichnung nicht dargestellten Transportgliedern
der Kantenanleimmaschine in Vorschubrichtung 14 am Mündungsschlitz 38 entlanggeführt,
so dass fortlaufend schmelzflüssiger Kleber auf die vordere Schmalseite 20 des Werkstückes
12 aufgetragen werden kann. Der Kleber kann über den Öffnungsbereich 64 aus dem Düsenkörper
22 austreten. Die vertikale Erstreckung des Öffnungsbereiches 64 wird vom Schlitzbegrenzungsabschnitt
46 vorgegeben, der mit den die Werkstückoberseite 18 abtastenden Tastrollen 54 und
56 gekoppelt ist. Somit kann die untere Stirnkante 62 des Schlitzbegrenzungsabschnittes
46 exakt in Höhe der Oberseite 18 des Werkstückes 12 ausgerichtet werden. Über die
Tastrollen 54 und 56 kann der Schlitzbegrenzungsabschnitt 46 sämtlichen Unebenheiten
der Oberseite 18 folgen, so dass der Öffnungsbereich 64 des Mündungsschlitzes 38 exakt
an die Veränderungen der Werkstückdicke angepasst werden kann.
[0042] Mittels der Kleberauftragsvorrichtung 10 kann somit auf die gesamte Schmalseite 20,
ausgehend von der unteren Längskante 40 des Werkstückes 12 bis zu dessen oberer Längskante
41, gleichmäßig schmelzflüssiger Kleber aufgetragen werden, wobei einerseits sichergestellt
ist, dass der Kleber bis zur oberen Längskante 41 heranreicht und andererseits sichergestellt
ist, dass der Kleber nicht auf die Oberseite 18 des Werkstückes gelangen kann.
1. Kleberauftragsvorrichtung für eine Kantenanleimmaschine zum Auftragen eines schmelzflüssigen
Klebers auf eine Schmalseite (20) eines kontinuierlich in einer Vorschubrichtung (14)
bewegten plattenförmigen Werkstückes (12), umfassend einen Düsenkörper (22), der einen
Zufuhrkanal (24) für schmelzflüssigen Kleber aufweist mit einer Mündungsöffnung zum
Auftragen des Klebers auf die Schmalseite (20), sowie ein den Öffnungsbereich der
Mündungsöffnung in vertikaler Richtung begrenzendes Begrenzungsglied (44), das an
der Mündungsöffnung vertikal verschiebbar gehalten und mit mindestens einem die Werkstückoberseite
(18) abtastenden Tastglied gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Mündungsöffnung in Form eines Mündungsschlitzes (38) ausgestaltet ist, in den
das Begrenzungsglied (44) mit einem Schlitzbegrenzungsabschnitt (46) eintaucht, dessen
Breite in Vorschubrichtung (14) der Breite des Mündungsschlitzes (38) entspricht,
und dass das mindestens eine Tastglied als Tastrolle (54, 56) ausgestaltet ist.
2. Kleberauftragsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich in Vorschubrichtung (14) an den Mündungsschlitz (38) eine Rakel (76) anschließt.
3. Kleberauftragsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Zufuhrkanal (24) ein in vertikaler Richtung verstellbarer Dosierstab (26) angeordnet
ist mit einer axialen Sackbohrung (34), der schmelzflüssiger Kleber zuführbar ist
und die über einen vertikalen Dosierschlitz (36) mit dem Mündungsschlitz (38) verbunden
ist.
4. Kleberauftragsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Dosierschlitz (36) mindestens dieselbe Breite in Vorschubrichtung (14) aufweist
wie der Mündungsschlitz (38).
5. Kleberauftragsvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Mündungsschlitz (38) in vertikaler Richtung nach oben über den Dosierschlitz
(36) hinaus erstreckt.
6. Kleberauftragsvorrichtung nach Anspruch 3, 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Mündungsschlitz (38) in vertikaler Richtung nach oben bis über die Werkstückoberkante
(41) hinaus erstreckt.
7. Kleberauftragsvorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Dosierschlitz (38) in vertikaler Richtung nach unten über den Mündungsschlitz
(38) hinaus erstreckt.
8. Kleberauftragsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Begrenzungsglied (44) einen ersten und einen zweiten Haltearm (50, 52) aufweist,
die einander abgewandt von einem Zentralteil (48) abstehen und an denen jeweils mindestens
eine Tastrolle (54, 56) frei drehbar gelagert ist.
9. Kleberauftragsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Begrenzungsglied (44) eine an die Werkstückoberkante (41) anlegbare Dichtkante
(67) aufweist.
10. Kleberauftragsvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtkante (67) in vertikaler Richtung in Höhe einer an der Werkstückoberseite
(18) abrollenden Abrollfläche (74) der mindestens einen Tastrolle (54, 56) oder tiefer
als die Abrollfläche (74) angeordnet ist.
11. Kleberauftragsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Tastrolle (54, 56) in vertikaler Richtung verstellbar am Begrenzungsglied
(44) gehalten ist.
12. Kleberauftragsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Tastrolle (54, 56) mittels einer Exzentereinrichtung (68, 70)
verstellbar am Begrenzungsglied (44) gehalten ist.
13. Kleberauftragsvorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Begrenzungsglied (44) eine untere Begrenzungsfläche aufweist, die zur Werkstückoberseite
(18) geneigt ist.