[0001] Die Erfindung betrifft eine leuchtende Kunststoffanzeige, welche einen Körper aus
transluzentem Material, insbesondere Acrylglas, umfasst.
[0002] Im Bereich der Werbetechnik und der Präsentation herrscht stets Bedarf an ausgefallenen
und individuell gestaltbaren Vorrichtungen, um beispielsweise Firmennamen oder Logos,
aber auch Marken oder anderweitige Darstellungen zu präsentieren. Einen wesentlichen
Bestandteil bilden hierbei transluzente, also lichtdurchlässig ausgebildete Kunststoffmaterialien,
welche in Form von Schildern mit entsprechenden Beschriftungen oder Dekorationen versehen
werden.
[0003] Derartige Beschilderungen sind seit langem bekannt und finden sich in einer Vielzahl
von Ausgestaltungen am Markt. Insbesondere die Werbe- oder Dekorationsbranche ist
jedoch stets bestrebt, sich durch neuartige ansprechende Präsentationsmöglichkeiten
von der breiten Masse abzuheben, um dem präsentierten Schriftzug oder der präsentierten
Darstellung einen besonderen Wert zu verleihen.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Anzeige für grafische Darstellungen,
wie beispielsweise Schrift oder Logos, bereitzustellen, welche auffällig und besonders
ansprechend ist, und somit gegenüber dem bekannten und etablierten Anzeigesystemen
heraussticht.
[0005] Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff 1 durch den kennzeichnenden Teil des
Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen sowie zweckmäßige Ausgestaltungen sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0007] Die Erfindung betrifft eine leuchtende Kunststoffanzeige, welche einen Körper aus
transluzentem Material, insbesondere Acrylglas, umfasst, wobei auf der Oberfläche
oder im Körper, also im Volumen, des transluzenten Materials eine lichtbrechende Strukturveränderung
vorhanden ist. Die erfindungsgemäße leuchte Kunststoffanzeige ist
dadurch gekennzeichnet, dass der Körper an mindestens einem Flächenabschnitt der Oberfläche brennt und das vom
Feuer erzeugte Licht, welches durch den lichtdurchlässigen Körper verläuft, an der
lichtbrechenden Strukturveränderung derart gebrochen wird, dass diese dadurch beleuchtet
ist, also deutlicher sichtbar gemacht wird.
[0008] Transluzentes Kunststoffmaterial, wie beispielsweise Acrylglas, Polycarbonat, Polystyrol,
PVC oder Polyamid, kann im Inneren eines daraus gebildeten Körpers als Lichtleiter
fungieren, so dass Lichtwellen aufgrund von an den Oberflächen stattfindenden Totalreflexionen
beispielsweise durch einen stabförmigen Körper hindurchgeleitet werden. Trifft derartiges
in einem Körper laufendes Licht auf strukturelle Veränderungen, beispielsweise auf
Störstellen, Risse oder Bohrungen, so wird das Licht an der entsprechenden Veränderung
gestreut, was für den Betrachter als Leuchterscheinung zu erkennen ist. Die erfindungsgemäße
Kunststoffanzeige bezieht das für die entsprechende Leuchterscheinung verantwortliche
Licht aus einer Flamme, welche durch verbrennenden Kunststoff genährt wird, und von
einem brennenden Flächenabschnitt der Oberfläche des Körpers ausgeht.
[0009] Als vorteilhafte Ausführung einer lichtbrechenden Strukturveränderung sind beispielsweise
Oberflächengravuren in Form von Schriftzügen oder Symbolen, aber auch in Form von
im Körpervolumen befindlichen 3D-Gravuren, vorzugsweise Laser-Interferenz-Gravuren
denkbar. Auf diese Weise können gefällige und ansprechende Anzeigen geschaffen werden,
welche individuelle Botschaften transportieren.
[0010] In einer überdies bevorzugten Ausgestaltung umfasst das transluzente Material farbgebende
Zusätze, welche entweder dem Körper selbst eine lichtdurchlässige Färbung verabreichen,
oder flammenfärbend auf den brennenden Flächenabschnitt der Oberfläche einwirken.
[0011] Es ist auch denkbar, dass an einem nicht brennenden Flächenabschnitt eine weitere
Lichtquelle, beispielsweise eine farbige LED vorgesehen ist, welche zusätzliches Licht
in den Körper einbringt.
[0012] Bevorzugte Formen derartiger leuchtender Kunststoffanzeigen können beispielsweise
eine Stabform, eine Quaderform, eine zylinderische Form oder andere denkbare Formgebungen,
wie beispielsweise Pyramiden oder Kugeln sein.
[0013] In einer zweckmäßigen Weiterbildung der erfindungsgemäßen Kunststoffanzeige ist das
transluzente Material derart ausgewählt, dass der Körper ohne die Bildung von Tropfen,
welche aufgrund des Schmelzvorgangs des Kunststoffmaterials entstehen, verbrennt.
Dies hat insbesondere den Vorteil, dass kein brennender flüssiger Kunststoff am Rand
der Kunststoffanzeige herunterlaufen kann, was einerseits das optische Erscheinungsbild
wesentlich beeinträchtigt, andererseits auch zu Problemen führen kann, da die entsprechenden
flüssigen Kunststofftropfen eventuell selbst Flammenträger sein können.
[0014] In einer überdies zweckmäßigen Ausgestaltung verbrennt der die leuchtende Kunststoffanzeige
bildende Körper ohne wesentliche Bildung von Rauchgas. Üblicherweise verbrennt Kunststoff
unter Entwicklung erheblichen Qualms, was oftmals Gesundheitsproblematiken aufwirft,
aber auch beispielsweise den Einsatz derartiger leuchtender Kunststoffanzeigen in
Innenräumen unterbinden würde. Übliche Innenraumbrandkörper, beispielsweise Kerzen
oder öllampen, verbrennen ohne die Bildung von Rauchgas, so dass höchstens in seltenen
Fällen einzelne kleine Rußschwaden auftreten. Eine Gesundheitsgefährdung oder eine
Gefährdung des Raumklimas liegt hierbei jedoch nicht vor.
[0015] In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung der leuchtenden Kunststoffanzeige ist
vorgesehen, dass an einem Flächenabschnitt eine Anzündhilfe, vorzugsweise ein Docht,
oder eine verjüngte Kunststoffstelle oder aber ein Kunststoffaufsatz vorgesehen ist.
Zwar kann eine entsprechende leuchtende Kunststoffanzeige problemlos an einer Materialkante
mit einem Feuerzeug entzündet werden, jedoch stellt ein entsprechender Flächenabschnitt
mit Anzündhilfe eine Verbesserung der jeweiligen Handhabbarkeit dar.
[0016] In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist mindestens ein Flächenabschnitt
des Körpers der erfindungsgemäßen leuchtenden Kunststoffanzeige transparent poliert
ausgebildet. Es ist auch denkbar, dass ein entsprechender Flächenabschnitt mattiert,
vorzugsweise leicht aufgeraut ausgebildet ist, oder dass Kombinationen der oben genannten
jeweiligen Flächenbearbeitung an ein und demselben Körper ausgeführt werden; beispielsweise
zweiseitig poliert, zweiseitig mattiert, oder ein Schriftzug auf einer mattierten
Rückfläche.
[0017] Eine zweckmäßige Weiterbildung der entsprechenden leuchtenden Kunststoffanzeige sieht
vor, dass mindestens ein Flächenabschnitt des Körpers mit einem Dekorationsmaterial,
vorzugsweise mit einer Folie beklebt ist, oder eine Dekoration, insbesondere Schrift
oder Symbole, auf einen Flächenabschnitt des Körpers aufgedruckt wurde.
[0018] Die erfindungsgemäße leuchtende Kunststoffanzeige soll im Folgenden anhand der Darstellungen
in den Figuren näher beschrieben werden.
[0019] Hierbei zeigen
- Figur 1
- eine Draufsicht einer stabförmigen leuchtenden Kunststoffanzeige,
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung einer stabförmigen Kunststoffanzeige mit Gravur,
- Figur 3
- eine stabförmige leuchtende Kunststoffanzeige mit Gravur,
- Figur 4
- eine quaderförmige leuchtende Kunststoffanzeige mit Gravur in Form eines Logos.
[0020] Im Einzelnen zeigt die Figur 1 eine Kunststoffanzeige 1, welche auf einem Flächenabschnitt
2 eine Beschriftung 3 aufweist. An ihrem oberseitig dargestellten Ende weist die Kunststoffanzeige
1 einen Brennbereich 4 auf, welcher vorliegend ohne vorhandene Flamme dargestellt
ist. Die Beschriftung 3 kann hierbei oberflächlich aufgebracht sein oder als Mattierung,
beispielsweise mittels Sandstrahlung, vorliegen.
Figur 2 zeigt eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen leuchtenden
Kunststoffanzeige 1, welche an einem Flächenabschnitt 2 eine Gravur 5 aufweist. Der
Brennbereich 4 ist vorliegend ebenfalls ohne Flamme dargestellt. Grundsätzlich sind
auch entsprechende stabförmige Kunststoffanzeigen denkbar, welche vor dem ersten Entzünden
allseits ebene Flächen aufweisen, so dass sie ohne Weiteres als Streifen von plattenförmigen
Materialien entsprechender Kunststoffe herabgeschnitten werden können. Die symmetrisch
spitz zulaufenden Brennbereiche 4 entwickeln sich nach einiger Zeit des Abbrennens
und sind keine zwingenden Voraussetzungen für eine erfindungsgemäße Kunststoffanzeige.
Figur 3 zeigt eine Abbildung eines stabförmigen brennenden Kunststoffstabs aus transluzentem
Material, welcher auf einem Flächenabschnitt eine Beschriftung in Form einer Gravur
32 aufweist. Im oberen Bereich dieser erfindungsgemäßen Kunststoffanzeige 30 befindet
sich eine Brennfläche 33, welche vorliegend entzündet wurde. Im Randbereich der Brennfläche
findet ein Schmelzen und Verdampfen des entsprechenden Kunststoffmaterials statt,
wodurch eine über der Brennfläche 33 auftretende Flamme 34 genährt wird. Die Flamme
34 stellt entsprechendes Licht zur Verfügung, welches ausgehend von der Brennfläche
33 durch den Stab 35 wandert, und an den lichtbrechenden Strukturveränderungen der
Gravur 32 eine Leuchterscheinung in Form eines Lichtscheins 36 hervorruft.
Figur 4 zeigt eine entsprechende erfindungsgemäße leuchtende Kunststoffanzeige in
Form eines Quaders 40, welcher ebenfalls auf seiner Oberseite eine Brennfläche 41
aufweist. Die Flammkante 42 der brennenden Flamme 43 stellt den Grenzbereich zwischen
einer bereits brennenden Fläche mit Blasenbildung 44 und den noch nicht brennenden
Flächenabschnitten 45, 46, 47, 48 sowie 49 dar. Im Bereich des Vollmaterials 50 kann
auch eine dreidimensionale Volumengravur, beispielsweise in Form einer Laser-Interferenz-Gravur
vorgesehen sein, welche vorliegend jedoch nicht dargestellt ist. Das auf der Oberfläche
eingravierte Logo 51 stellt ebenfalls eine erfindungsgemäße, lichtbrechende Strukturveränderung
dar, welche aufgrund des durch den Körper laufenden, vom Feuer erzeugten Lichts einen
Leuchterscheinungshalo 52 aufweist.
[0021] Die Erfindung ist jedoch nicht auf die hier dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt.
Insbesondere ist sie nicht auf die dargestellten Formgebungen beschränkt, sie umfasst
vielmehr all diejenigen Ausgestaltungen sowie Formgebungen, welche vom erfindungswesentlichen
Gedanken Gebrauch machen.
Bezugszeichenliste:
[0022]
- 1
- Kunststoffanzeige
- 2
- Flächenabschnitt
- 3
- Beschriftung
- 4
- Brennbereich
- 5
- Gravur
- 30
- Kunststoffanzeige
- 31
- Flächenabschnitt
- 32
- Gravur
- 33
- Brennfläche
- 34
- Flamme
- 35
- Stab
- 36
- Lichtschein
- 40
- Quader
- 41
- Brennfläche
- 42
- Flammkante
- 43
- Flamme
- 44
- Blasenbildung
- 45
- Flächenabschnitt
- 46
- Flächenabschnitt
- 47
- Flächenabschnitt
- 48
- Flächenabschnitt
- 49
- Flächenabschnitt
- 50
- Vollmaterial
- 51
- Logo
- 52
- Halo/Lichtschein
1. Leuchtende Kunststoffanzeige, einen Köper aus transluzenten Material, insbesondere
Acrylglas, umfassend, wobei auf der Oberfläche oder im Körper des transluzenten Materials
eine lichtbrechende Strukturveränderung vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper an mindestens einem Flächenabschnitt der Oberfläche brennt und im Körper
laufendes, vom Feuer erzeugtes Licht an der lichtbrechenden Strukturveränderung derart
gebrochen wird, dass diese dadurch beleuchtet ist.
2. Leuchtende Kunststoffanzeige nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die lichtbrechende Struktur eine Oberflächengravur, vorzugsweise ein Schriftzug und/oder
ein Symbol ist.
3. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die lichtbrechende Struktur eine im Körpervolumen befindliche 3-D-Gravur, vorzugsweise
eine Laser-Interferenz-Gravur ist.
4. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das transluzente Material farbgebende Zusätze, insbesondere flammfärbende oder lichtfärbende
Zusätze aufweist.
5. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einem nicht brennenden Flächenabschnitt eine weitere Lichtquelle vorgesehen ist,
welche zusätzliches Licht in den Körper einbringt.
6. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper eine Stabform aufweist.
7. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper eine Quaderform aufweist.
8. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine zylindrische Form aufweist.
9. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper ohne die Bildung von Tropfen verbrennt.
10. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper ohne die Bildung von Rauchgas verbrennt.
11. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Flächenabschnitt eine Anzündhilfe, vorzugsweise ein Docht, eine verjüngte
Kunststoffstelle, oder ein Kunststoffaufsatz vorgesehen ist.
12. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Flächenabschnitt des Körpers transparent poliert ausgebildet ist.
13. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Flächenabschnitt des Körpers mattiert, vorzugsweise aufgeraut ausgebildet
ist.
14. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Flächenabschnitt des Körpers mit einem Dekorationsmaterial, vorzugsweise
mit einer Folie beklebt ist oder eine Dekoration, insbesondere Schrift aufgedruckt
wurde.