(19)
(11) EP 2 278 578 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
26.01.2011  Patentblatt  2011/04

(21) Anmeldenummer: 10007474.9

(22) Anmeldetag:  20.07.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G09F 23/04(2006.01)
G09F 19/12(2006.01)
G09F 23/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME RS

(30) Priorität: 24.07.2009 DE 202009010133 U

(71) Anmelder: Puro lusso UG
88284 Wolpertswende (DE)

(72) Erfinder:
  • Bohner, Kai
    88255 Baindt (DE)

(74) Vertreter: Otten, Herbert 
Eisele, Otten, Roth & Dobler Patentanwälte Grosstobeler Strasse 39
88276 Ravensburg / Berg
88276 Ravensburg / Berg (DE)

   


(54) Leuchtende Kunststoffanzeige


(57) Die Erfindung betrifft eine leuchtende Kunststoffanzeige, einen Köper (40) aus transluzenten Material, insbesondere Acrylglas, umfassend, wobei auf der Oberfläche oder im Körper des transluzenten Materials eine lichtbrechende Strukturveränderung (41) vorhanden ist, wobei der Körper (40) an mindestens einem Flächenabschnitt der Oberfläche brennt und im Körper laufendes, vom Feuer erzeugtes Licht an der lichtbrechenden Strukturveränderung derart gebrochen wird, dass diese dadurch beleuchtet ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine leuchtende Kunststoffanzeige, welche einen Körper aus transluzentem Material, insbesondere Acrylglas, umfasst.

[0002] Im Bereich der Werbetechnik und der Präsentation herrscht stets Bedarf an ausgefallenen und individuell gestaltbaren Vorrichtungen, um beispielsweise Firmennamen oder Logos, aber auch Marken oder anderweitige Darstellungen zu präsentieren. Einen wesentlichen Bestandteil bilden hierbei transluzente, also lichtdurchlässig ausgebildete Kunststoffmaterialien, welche in Form von Schildern mit entsprechenden Beschriftungen oder Dekorationen versehen werden.

[0003] Derartige Beschilderungen sind seit langem bekannt und finden sich in einer Vielzahl von Ausgestaltungen am Markt. Insbesondere die Werbe- oder Dekorationsbranche ist jedoch stets bestrebt, sich durch neuartige ansprechende Präsentationsmöglichkeiten von der breiten Masse abzuheben, um dem präsentierten Schriftzug oder der präsentierten Darstellung einen besonderen Wert zu verleihen.

[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Anzeige für grafische Darstellungen, wie beispielsweise Schrift oder Logos, bereitzustellen, welche auffällig und besonders ansprechend ist, und somit gegenüber dem bekannten und etablierten Anzeigesystemen heraussticht.

[0005] Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff 1 durch den kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.

[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen sowie zweckmäßige Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

[0007] Die Erfindung betrifft eine leuchtende Kunststoffanzeige, welche einen Körper aus transluzentem Material, insbesondere Acrylglas, umfasst, wobei auf der Oberfläche oder im Körper, also im Volumen, des transluzenten Materials eine lichtbrechende Strukturveränderung vorhanden ist. Die erfindungsgemäße leuchte Kunststoffanzeige ist dadurch gekennzeichnet, dass der Körper an mindestens einem Flächenabschnitt der Oberfläche brennt und das vom Feuer erzeugte Licht, welches durch den lichtdurchlässigen Körper verläuft, an der lichtbrechenden Strukturveränderung derart gebrochen wird, dass diese dadurch beleuchtet ist, also deutlicher sichtbar gemacht wird.

[0008] Transluzentes Kunststoffmaterial, wie beispielsweise Acrylglas, Polycarbonat, Polystyrol, PVC oder Polyamid, kann im Inneren eines daraus gebildeten Körpers als Lichtleiter fungieren, so dass Lichtwellen aufgrund von an den Oberflächen stattfindenden Totalreflexionen beispielsweise durch einen stabförmigen Körper hindurchgeleitet werden. Trifft derartiges in einem Körper laufendes Licht auf strukturelle Veränderungen, beispielsweise auf Störstellen, Risse oder Bohrungen, so wird das Licht an der entsprechenden Veränderung gestreut, was für den Betrachter als Leuchterscheinung zu erkennen ist. Die erfindungsgemäße Kunststoffanzeige bezieht das für die entsprechende Leuchterscheinung verantwortliche Licht aus einer Flamme, welche durch verbrennenden Kunststoff genährt wird, und von einem brennenden Flächenabschnitt der Oberfläche des Körpers ausgeht.

[0009] Als vorteilhafte Ausführung einer lichtbrechenden Strukturveränderung sind beispielsweise Oberflächengravuren in Form von Schriftzügen oder Symbolen, aber auch in Form von im Körpervolumen befindlichen 3D-Gravuren, vorzugsweise Laser-Interferenz-Gravuren denkbar. Auf diese Weise können gefällige und ansprechende Anzeigen geschaffen werden, welche individuelle Botschaften transportieren.

[0010] In einer überdies bevorzugten Ausgestaltung umfasst das transluzente Material farbgebende Zusätze, welche entweder dem Körper selbst eine lichtdurchlässige Färbung verabreichen, oder flammenfärbend auf den brennenden Flächenabschnitt der Oberfläche einwirken.

[0011] Es ist auch denkbar, dass an einem nicht brennenden Flächenabschnitt eine weitere Lichtquelle, beispielsweise eine farbige LED vorgesehen ist, welche zusätzliches Licht in den Körper einbringt.

[0012] Bevorzugte Formen derartiger leuchtender Kunststoffanzeigen können beispielsweise eine Stabform, eine Quaderform, eine zylinderische Form oder andere denkbare Formgebungen, wie beispielsweise Pyramiden oder Kugeln sein.

[0013] In einer zweckmäßigen Weiterbildung der erfindungsgemäßen Kunststoffanzeige ist das transluzente Material derart ausgewählt, dass der Körper ohne die Bildung von Tropfen, welche aufgrund des Schmelzvorgangs des Kunststoffmaterials entstehen, verbrennt. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass kein brennender flüssiger Kunststoff am Rand der Kunststoffanzeige herunterlaufen kann, was einerseits das optische Erscheinungsbild wesentlich beeinträchtigt, andererseits auch zu Problemen führen kann, da die entsprechenden flüssigen Kunststofftropfen eventuell selbst Flammenträger sein können.

[0014] In einer überdies zweckmäßigen Ausgestaltung verbrennt der die leuchtende Kunststoffanzeige bildende Körper ohne wesentliche Bildung von Rauchgas. Üblicherweise verbrennt Kunststoff unter Entwicklung erheblichen Qualms, was oftmals Gesundheitsproblematiken aufwirft, aber auch beispielsweise den Einsatz derartiger leuchtender Kunststoffanzeigen in Innenräumen unterbinden würde. Übliche Innenraumbrandkörper, beispielsweise Kerzen oder öllampen, verbrennen ohne die Bildung von Rauchgas, so dass höchstens in seltenen Fällen einzelne kleine Rußschwaden auftreten. Eine Gesundheitsgefährdung oder eine Gefährdung des Raumklimas liegt hierbei jedoch nicht vor.

[0015] In einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung der leuchtenden Kunststoffanzeige ist vorgesehen, dass an einem Flächenabschnitt eine Anzündhilfe, vorzugsweise ein Docht, oder eine verjüngte Kunststoffstelle oder aber ein Kunststoffaufsatz vorgesehen ist. Zwar kann eine entsprechende leuchtende Kunststoffanzeige problemlos an einer Materialkante mit einem Feuerzeug entzündet werden, jedoch stellt ein entsprechender Flächenabschnitt mit Anzündhilfe eine Verbesserung der jeweiligen Handhabbarkeit dar.

[0016] In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist mindestens ein Flächenabschnitt des Körpers der erfindungsgemäßen leuchtenden Kunststoffanzeige transparent poliert ausgebildet. Es ist auch denkbar, dass ein entsprechender Flächenabschnitt mattiert, vorzugsweise leicht aufgeraut ausgebildet ist, oder dass Kombinationen der oben genannten jeweiligen Flächenbearbeitung an ein und demselben Körper ausgeführt werden; beispielsweise zweiseitig poliert, zweiseitig mattiert, oder ein Schriftzug auf einer mattierten Rückfläche.

[0017] Eine zweckmäßige Weiterbildung der entsprechenden leuchtenden Kunststoffanzeige sieht vor, dass mindestens ein Flächenabschnitt des Körpers mit einem Dekorationsmaterial, vorzugsweise mit einer Folie beklebt ist, oder eine Dekoration, insbesondere Schrift oder Symbole, auf einen Flächenabschnitt des Körpers aufgedruckt wurde.

[0018] Die erfindungsgemäße leuchtende Kunststoffanzeige soll im Folgenden anhand der Darstellungen in den Figuren näher beschrieben werden.

[0019] Hierbei zeigen
Figur 1
eine Draufsicht einer stabförmigen leuchtenden Kunststoffanzeige,
Figur 2
eine perspektivische Darstellung einer stabförmigen Kunststoffanzeige mit Gravur,
Figur 3
eine stabförmige leuchtende Kunststoffanzeige mit Gravur,
Figur 4
eine quaderförmige leuchtende Kunststoffanzeige mit Gravur in Form eines Logos.


[0020] Im Einzelnen zeigt die Figur 1 eine Kunststoffanzeige 1, welche auf einem Flächenabschnitt 2 eine Beschriftung 3 aufweist. An ihrem oberseitig dargestellten Ende weist die Kunststoffanzeige 1 einen Brennbereich 4 auf, welcher vorliegend ohne vorhandene Flamme dargestellt ist. Die Beschriftung 3 kann hierbei oberflächlich aufgebracht sein oder als Mattierung, beispielsweise mittels Sandstrahlung, vorliegen.

Figur 2 zeigt eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen leuchtenden Kunststoffanzeige 1, welche an einem Flächenabschnitt 2 eine Gravur 5 aufweist. Der Brennbereich 4 ist vorliegend ebenfalls ohne Flamme dargestellt. Grundsätzlich sind auch entsprechende stabförmige Kunststoffanzeigen denkbar, welche vor dem ersten Entzünden allseits ebene Flächen aufweisen, so dass sie ohne Weiteres als Streifen von plattenförmigen Materialien entsprechender Kunststoffe herabgeschnitten werden können. Die symmetrisch spitz zulaufenden Brennbereiche 4 entwickeln sich nach einiger Zeit des Abbrennens und sind keine zwingenden Voraussetzungen für eine erfindungsgemäße Kunststoffanzeige.

Figur 3 zeigt eine Abbildung eines stabförmigen brennenden Kunststoffstabs aus transluzentem Material, welcher auf einem Flächenabschnitt eine Beschriftung in Form einer Gravur 32 aufweist. Im oberen Bereich dieser erfindungsgemäßen Kunststoffanzeige 30 befindet sich eine Brennfläche 33, welche vorliegend entzündet wurde. Im Randbereich der Brennfläche findet ein Schmelzen und Verdampfen des entsprechenden Kunststoffmaterials statt, wodurch eine über der Brennfläche 33 auftretende Flamme 34 genährt wird. Die Flamme 34 stellt entsprechendes Licht zur Verfügung, welches ausgehend von der Brennfläche 33 durch den Stab 35 wandert, und an den lichtbrechenden Strukturveränderungen der Gravur 32 eine Leuchterscheinung in Form eines Lichtscheins 36 hervorruft.

Figur 4 zeigt eine entsprechende erfindungsgemäße leuchtende Kunststoffanzeige in Form eines Quaders 40, welcher ebenfalls auf seiner Oberseite eine Brennfläche 41 aufweist. Die Flammkante 42 der brennenden Flamme 43 stellt den Grenzbereich zwischen einer bereits brennenden Fläche mit Blasenbildung 44 und den noch nicht brennenden Flächenabschnitten 45, 46, 47, 48 sowie 49 dar. Im Bereich des Vollmaterials 50 kann auch eine dreidimensionale Volumengravur, beispielsweise in Form einer Laser-Interferenz-Gravur vorgesehen sein, welche vorliegend jedoch nicht dargestellt ist. Das auf der Oberfläche eingravierte Logo 51 stellt ebenfalls eine erfindungsgemäße, lichtbrechende Strukturveränderung dar, welche aufgrund des durch den Körper laufenden, vom Feuer erzeugten Lichts einen Leuchterscheinungshalo 52 aufweist.



[0021] Die Erfindung ist jedoch nicht auf die hier dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Insbesondere ist sie nicht auf die dargestellten Formgebungen beschränkt, sie umfasst vielmehr all diejenigen Ausgestaltungen sowie Formgebungen, welche vom erfindungswesentlichen Gedanken Gebrauch machen.

Bezugszeichenliste:



[0022] 
1
Kunststoffanzeige
2
Flächenabschnitt
3
Beschriftung
4
Brennbereich
5
Gravur
30
Kunststoffanzeige
31
Flächenabschnitt
32
Gravur
33
Brennfläche
34
Flamme
35
Stab
36
Lichtschein
40
Quader
41
Brennfläche
42
Flammkante
43
Flamme
44
Blasenbildung
45
Flächenabschnitt
46
Flächenabschnitt
47
Flächenabschnitt
48
Flächenabschnitt
49
Flächenabschnitt
50
Vollmaterial
51
Logo
52
Halo/Lichtschein



Ansprüche

1. Leuchtende Kunststoffanzeige, einen Köper aus transluzenten Material, insbesondere Acrylglas, umfassend, wobei auf der Oberfläche oder im Körper des transluzenten Materials eine lichtbrechende Strukturveränderung vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper an mindestens einem Flächenabschnitt der Oberfläche brennt und im Körper laufendes, vom Feuer erzeugtes Licht an der lichtbrechenden Strukturveränderung derart gebrochen wird, dass diese dadurch beleuchtet ist.
 
2. Leuchtende Kunststoffanzeige nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die lichtbrechende Struktur eine Oberflächengravur, vorzugsweise ein Schriftzug und/oder ein Symbol ist.
 
3. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die lichtbrechende Struktur eine im Körpervolumen befindliche 3-D-Gravur, vorzugsweise eine Laser-Interferenz-Gravur ist.
 
4. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das transluzente Material farbgebende Zusätze, insbesondere flammfärbende oder lichtfärbende Zusätze aufweist.
 
5. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einem nicht brennenden Flächenabschnitt eine weitere Lichtquelle vorgesehen ist, welche zusätzliches Licht in den Körper einbringt.
 
6. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper eine Stabform aufweist.
 
7. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper eine Quaderform aufweist.
 
8. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine zylindrische Form aufweist.
 
9. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper ohne die Bildung von Tropfen verbrennt.
 
10. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Körper ohne die Bildung von Rauchgas verbrennt.
 
11. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an einem Flächenabschnitt eine Anzündhilfe, vorzugsweise ein Docht, eine verjüngte Kunststoffstelle, oder ein Kunststoffaufsatz vorgesehen ist.
 
12. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Flächenabschnitt des Körpers transparent poliert ausgebildet ist.
 
13. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Flächenabschnitt des Körpers mattiert, vorzugsweise aufgeraut ausgebildet ist.
 
14. Leuchtende Kunststoffanzeige nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Flächenabschnitt des Körpers mit einem Dekorationsmaterial, vorzugsweise mit einer Folie beklebt ist oder eine Dekoration, insbesondere Schrift aufgedruckt wurde.
 




Zeichnung













Recherchenbericht