[0001] Die Erfindung betrifft ein Teilchenstrahlgerät mit einer Blendeneinheit. Dabei wird
vorstehend und auch nachstehend unter einem Teilchenstrahlgerät sowohl ein Elektronenstrahlgerät,
insbesondere ein Rasterelektronenmikroskop (nachfolgend auch SEM genannt) und ein
Transmissionselektronenmikroskop (nachfolgend auch TEM genannt), als auch ein lonenstrahlgerät
verstanden. Die Erfindung ist daher nicht auf Elektronenstrahlgeräte eingeschränkt.
Sie ist bei jedem Teilchenstrahlgerät einsetzbar.
[0002] Elektronenstrahlgeräte, insbesondere SEM, werden zur Untersuchung von Oberflächen
von Objekten (Proben) verwendet. Hierzu wird bei einem SEM ein Elektronenstrahl (nachfolgend
auch Primärelektronenstrahl genannt) mittels eines Strahlerzeugers erzeugt und durch
eine Objektivlinse auf das zu untersuchende Objekt fokussiert. Mittels einer Ablenkeinrichtung
wird der Primärelektronenstrahl rasterförmig über die Oberfläche des zu untersuchenden
Objektes geführt. Die Elektronen des Primärelektronenstrahls treten dabei in Wechselwirkung
mit dem Objekt. Als Folge der Wechselwirkung entsteht bzw. entstehen Wechselwirkungsteilchen
und/oder Wechselwirkungsstrahlung, welche detektiert werden. Die auf diese Weise erhaltenen
Detektionssignale werden ausgewertet.
[0003] Als Wechselwirkungsteilchen werden insbesondere Elektronen aus der Objektoberfläche
emittiert (sogenannte Sekundärelektronen) oder Elektronen des Primärelektronenstrahls
zurückgestreut (sogenannte Rückstreuelektronen). Die Sekundärelektronen und die Rückstreuelektronen
werden mit mindestens einem Detektor des Elektronenstrahlgeräts detektiert. Das hierdurch
erzeugte Detektorsignal wird zur Bilderzeugung verwendet.
[0004] In der Regel ist man an einer hochauflösenden Bilderzeugung interessiert. Das Elektronenstrahlgerät
wird hierzu im sogenannten Hochauflösungsmodus betrieben. Bei dem Elektronenstrahlgerät
erzeugt der Strahlerzeuger einen Primärelektronenstrahl mit einem vorgebbaren Strahlstrom
im Bereich von ungefähr 1 µA bis 100 µA, beispielsweise 20 µA. Der Primärelektronenstrahl
wird im Wesentlichen entlang einer optischen Achse des Elektronenstrahlgeräts in Richtung
einer zu untersuchenden Probe geführt. Im Elektronenstrahlgerät ist eine erste Blende
angeordnet, welche den Strahlstrom des Primärelektronenstrahls auf ungefähr 1 nA bis
100 nA, beispielsweise 20 nA, reduziert. Eine zweite Blende, welche der ersten Blende
in Richtung der Probe nachgeschaltet ist, verringert wiederum den Strahlstrom, und
zwar auf Werte im Bereich von einigen pA bis ungefähr 500 pA, beispielsweise im Bereich
von 1 pA bis 200 pA. Durch das beschriebene Reduzieren des Strahlstroms wird erzielt,
dass die Wechselwirkungen der im Primärelektronstrahl verbleibenden Elektronen untereinander
vernachlässigbar klein werden und dass eine hierdurch bedingte Aufweitung des Primärelektronenstrahls
vermieden wird. Dies ist für die hochauflösende Bilderzeugung wesentlich.
[0005] Neben der oben genannten hochauflösenden Bilderzeugung gibt es weitere bei einem
Elektronenstrahlgerät einsetzbare Untersuchungsverfahren, mit denen ein zu untersuchendes
Objekt untersucht werden kann. Hierzu zählt insbesondere das so genannte EBSD-Verfahren
("Electron Backscattered Diffraction"), bei dem Beugungsmuster von Elektronen bestimmt
werden, welche nach Einfall des Primärelektronenstrahls auf ein zu untersuchendes
Objekt an dem Objekt gestreut werden. Ein weiteres Untersuchungsverfahren basiert
auf der Detektion von Kathodolumineszenzlicht, das bei Einfall des Primärelektronenstrahls
auf das zu untersuchende Objekt aus dem Objekt austritt. Weitere Untersuchungsverfahren
sind beispielsweise die Untersuchung mittels energiedispersiver Röntgenspektroskopie
(EDX) und die Untersuchung mittels wellenlängen-dispersiver Röntgenspektroskopie (WDX).
Bei den vorgenannten Untersuchungsverfahren ist es jedoch wünschenswert, das Elektronenstrahlgerät
im Hochstrommodus zu betreiben. Hierunter wird verstanden, dass der Primärelektronenstrahl
mit einem Strahlstrom im Bereich von einigen nA, beispielsweise 100 nA bis 500 nA,
auf das zu untersuchende Objekt trifft. Hierdurch werden bei den vorgenannten Untersuchungsverfahren
bessere Zählraten erzielt, was vorteilhaft für die Auswertung mittels dieser Untersuchungsverfahren
ist.
[0006] Demnach besteht ein Bedürfnis, den Strahlstrom eines Teilchenstrahls, insbesondere
eines Elektronenstrahls, variieren zu können, um jeweils einen geeigneten Strahlstrom
für die gewünschte Betriebsart des Teilchenstrahlgeräts (Hochauflösungsmodus oder
Hochstrommodus) einstellen zu können. Dabei sollte beim Hochauflösungsmodus eine gute
Auflösung bei der Bilderzeugung erzielt werden können, beispielsweise im Bereich von
0,5 nm bis 3,0 nm, je nach Energie des Primärelektronenstrahls.
[0007] Aus dem Stand der Technik ist es auch bekannt, ein Elektronenstrahlgerät mit einer
oder mit mehreren Druckstufen zu versehen, welche Bereiche des Elektronenstrahlgeräts
trennen, die ein Vakuum mit jeweils einem unterschiedlichen Druck aufweisen. So trennt
beispielsweise eine Druckstufe einen ersten Bereich, in dem ein Strahlerzeuger angeordnet
ist und der in der Regel ein Ultrahochvakuum aufweist (10
-6 bis 10
-10 Pa), von einem zweiten Bereich, der ein Hochvakuum (10
-1 bis 10
-5 Pa) aufweist. Der zweite Bereich kann beispielsweise eine Probenkammer des Elektronenstrahlgeräts,
in der eine Probe angeordnet ist, oder ein Zwischendruckbereich sein, der zur Probenkammer
hinführt. Bei einigen Elektronenstrahlgeräten ist es vorgesehen, die Druckstufen gleichzeitig
als Blenden auszubilden. Durch die Druckstufen wird verhindert, dass sich das Ultrahochvakuum
des ersten Bereichs durch Verschmutzungen aus dem zweiten Bereich, beispielsweise
aufgrund von Einführung von Gasen im Bereich der Probe, verschlechtert.
[0008] Aus dem Stand der Technik ist ein Elektronenstrahlgerät bekannt, das eine Einstellung
des Strahlstroms für eine gewünschte Betriebsart ermöglicht. Dieses bekannte Elektronenstrahlgerät
weist einen Elektronenstrahlerzeuger und eine Objektivlinse zur Fokussierung eines
Primärelektronenstrahls auf ein zu untersuchendes Objekt auf. Ferner weist das bekannte
Elektronenstrahlgerät eine erste Kondensorlinse und eine zweite Kondensorlinse auf,
wobei ausgehend von dem Elektronenstrahlerzeuger in Richtung der Objektivlinse gesehen
zunächst die erste Kondensorlinse und dann die zweite Kondensorlinse angeordnet sind.
Ferner ist eine erste Blendeneinheit vorgesehen, die zwischen dem Elektronenstrahlerzeuger
und der ersten Kondensorlinse angeordnet ist. Ferner ist eine zweite Blendeneinheit
vorgesehen, die zwischen der ersten Kondensorlinse und der zweiten Kondensorlinse
angeordnet ist. Die zweite Blendeneinheit ist als Druckstufenblende ausgebildet. Die
erste Blendeneinheit weist mehrere unterschiedliche Blendenöffnungen auf. Durch Verschieben
der ersten Blendeneinheit in einer zur optischen Achse senkrechten Ebene und Führen
einer gewünschten Blendenöffnung unter den Primärelektronenstrahl wird der Strahlstrom
eingestellt. Das bekannte Elektronenstrahlgerät soll es auch ermöglichen, dass Kontaminationen
der als Druckstufenblende ausgebildeten zweiten Blendeneinheit verhindert werden.
Diese Kontaminationen entstehen durch den auf die Druckstufenblende einfallenden Primärelektronenstrahl.
[0009] Der Stand der Technik weist jedoch den Nachteil auf, dass bei gewissen Erregungen
der ersten Kondensorlinse der Primärelektronenstrahl nicht durch die zweite Blendeneinheit
tritt. Der Strahlverlauf des Primärelektronenstrahls ist nicht modusunabhängig (wobei
ein Modus die gewählte Primärenergie und den gewählten Strahlstrom beschreibt). Man
spricht in diesem Fall auch von einem "Weglaufen" des Primärelektronenstrahls. Demnach
ist es wünschenswert, einen möglichst modusunabhängigen Strahlverlauf des Primärelektronenstrahls
zu erzielen.
[0010] Ferner ist aus dem Stand der Technik ein Teilchenstrahlgerät bekannt, das eine Blendeneinheit
mit einem ersten Blendenelement und einem zweiten Blendenelement aufweist. Sowohl
das erste Blendenelement als auch das zweite Blendenelement weisen einen V-förmigen
Abschnitt auf, die zur Bildung einer Blendenöffnung zusammenwirken. Das erste Blendenelement
und das zweite Blendenelement überlappen einander und können in zueinander gegensätzliche
Richtungen bewegt werden. Auf diese Weise werden die Größe der Blendenöffnung und
somit auch der Strahlstrom eines Teilchenstrahls des Teilchenstrahlgeräts eingestellt.
[0012] Die beiden aus dem Stand der Technik bekannten verstellbaren Blendeneinheiten weisen
einen Nachteil auf. Sie werden mit einem Manipulator mechanisch durch Umlenkhebel
manuell oder mit einem Stellmotor zur Einstellung der Blendenöffnung bewegt. Aufgrund
unvermeidbarer Ungenauigkeiten der mechanischen Bauteile des Manipulators sind die
Positionen, die für die einzelnen Blendeneinheiten eingestellt werden müssen, um eine
bestimmte Blendenöffnung in den Strahlengang des Teilchenstrahls zu bringen, in der
Regel nicht reproduzierbar. Um daher einen gewünschten Strahlstrom zu erhalten, muss
die Blendeneinheit nachjustiert werden. Dies erfolgt in der Regel durch Bewegen der
Blendeneinheit mittels des Manipulators und Beobachten des Strahlstroms.
[0013] Auch wenn der Manipulator mit Piezoelementen betrieben wird, ist die Position der
Blendeneinheit, um einen bestimmten Strahlstrom zu erreichen, nicht ausreichend gut
einstellbar. Auch eine Einstellung mittels eines Piezoelements unterliegt Fehlern,
welche beispielsweise durch eine Hysterese entstehen können. Aus diesem Grund muss
bei einer Benutzung eines Piezoelements zur Betätigung eines Manipulators ein aufwendiges
Messsystem zur Bestimmung der zurückgelegten Wege des Manipulators benutzt werden,
um die gewünschte Blendenöffnung der Blendeneinheit genau unter den Teilchenstrahl
positionieren zu können.
[0015] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Teilchenstrahlgerät mit einer
Blendeneinheit anzugeben, mit denen eine genaue Einstellung eines Strahlstroms eines
Teilchenstrahls ausreichend gut und mit einem geringen Aufwand erfolgen kann sowie
ein möglichst modusunabhängiger Strahlverlauf des Teilchenstrahls erzielt wird.
[0016] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Teilchenstrahlgerät mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Weitere Merkmale für Ausführungsbeispiele der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung, den beigefügten Ansprüchen und/oder den beigefügten
Figuren.
[0017] Das erfindungsgemäße Teilchenstrahlgerät weist einen Teilchenstrahlerzeuger auf,
der Teilchen erzeugt. Die Teilchen bilden einen Teilchenstrahl. Ferner ist eine Objektivlinse
zur Fokussierung des Teilchenstrahls auf eine Probe vorgesehen. Das Teilchenstrahlgerät
weist darüber hinaus eine erste Kondensorlinse und eine zweite Kondensorlinse auf.
Ausgehend von dem Teilchenstrahlerzeuger in Richtung der Objektivlinse gesehen sind
zunächst die erste Kondensorlinse und dann die zweite Kondensorlinse in dem Teilchenstrahlgerät
angeordnet. Mit anderen Worten ausgedrückt sind die vorgenannten Bauteile in der folgenden
Reihenfolge entlang einer optischen Achse des Teilchenstrahlgeräts angeordnet: Teilchenstrahlerzeuger
- erste Kondensorlinse - zweite Kondensorlinse - Objektivlinse. Darüber hinaus weist
das erfindungsgemäße Teilchenstrahlgerät mindestens eine erste Blendeneinheit auf,
die zwischen dem Teilchenstrahlerzeuger und der ersten Kondensorlinse angeordnet ist.
Zusätzlich zu der ersten Blendeneinheit ist mindestens eine zweite Blendeneinheit
vorgesehen, die zwischen der ersten Kondensorlinse und der zweiten Kondensorlinse
angeordnet ist.
[0018] Die erste Kondensorlinse weist einen ersten Polschuh und einen zweiten Polschuh auf,
wobei ausgehend von dem Teilchenstrahlerzeuger in Richtung der Objektivlinse gesehen
zunächst der erste Polschuh und dann der zweite Polschuh angeordnet sind. Mit anderen
Worten ausgedrückt sind die vorgenannten Bauteile in der folgenden Reihenfolge entlang
der optischen Achse des Teilchenstrahlgeräts angeordnet: Teilchenstrahlerzeuger -
erste Blendeneinheit - erster Polschuh - zweiter Polschuh - zweite Blendeneinheit
- zweite Kondensorlinse - Objektivlinse. Der erste Polschuh wird häufig auch als oberer
Polschuh bezeichnet, während der zweite Polschuh häufig auch als unterer Polschuh
bezeichnet wird. Sowohl der erste Polschuh als auch der zweite Polschuh sind unabhängig
voneinander relativ zur zweiten Blendeneinheit justierbar. Dies bedeutet, dass die
relative Position des ersten Polschuhs zur zweiten Blendeneinheit einstellbar ist.
Entsprechendes gilt für den zweiten Polschuh. Ferner ist vorgesehen, dass die zweite
Blendeneinheit eine Druckstufenblende ist, die einen ersten Bereich, in welchem ein
Vakuum mit einem ersten Druck herrscht, und einen zweiten Bereich, in welchem ein
Vakuum mit einem zweiten Druck herrscht, voneinander trennt. Dabei sind der erste
Druck und der zweite Druck in der Regel unterschiedlich zueinander.
[0019] Die zweite Blendeneinheit ist beispielsweise als Lochblende ausgestaltet und weist
eine Öffnung für den Durchtritt des Teilchenstrahls auf, welche eine Ausdehnung im
Bereich von 10 µm bis 100 µm aufweist, vorzugsweise 25 µm bis 50 µm, beispielsweise
35 µm.
[0020] Das vorgenannte Teilchenstrahlgerät weist zwei vorteilhafte Eigenschaften auf. Zum
einen ist der Strahlstrom des Teilchenstrahls über einen großen Bereich kontinuierlich
variierbar, beispielsweise in einem Bereich von 10 pA bis 300 nA. Dies wird dadurch
erzielt, dass die Erregung der ersten Kondensorlinse variiert wird. Zum anderen ist
die zweite Blendeneinheit als Druckstufe ausgebildet, die beispielsweise einen ersten
Bereich, in dem der Teilchenstrahlerzeuger angeordnet ist und der in der Regel ein
Ultrahochvakuum aufweist (10
-6 Pa bis 10
-10 Pa), von einem zweiten Bereich, der ein Hochvakuum aufweist (10
-1 Pa bis 10
-5 Pa), trennt. Der zweite Bereich kann beispielsweise eine Probenkammer des Teilchenstrahlgeräts,
in der eine Probe angeordnet ist, oder ein Zwischendruckbereich sein, der zur Probenkammer
hinführt. Durch die zweite Blendeneinheit wird verhindert, dass sich das Ultrahochvakuum
des ersten Bereichs durch Verschmutzungen aus dem zweiten Bereich, beispielsweise
aufgrund von Einführung von Gasen im Bereich der Probe, verschlechtert. Der druckdichte
Einbau der als Druckstufe ausgebildeten zweiten Blendeneinheit erschwert deren mechanische
Justierung. Damit der Verlauf des Primärelektronenstrahls stets modusunabhängig bleibt,
ist es darum vorgesehen, sowohl den ersten Polschuh als auch den zweiten Polschuh
der ersten Kondensorlinse relativ zur zweiten Blendeneinheit zu justieren. Die Justierung
erfolgt dabei für den ersten Polschuh und den zweiten Polschuh unabhängig voneinander.
Überlegungen haben ergeben, dass eine Justierung der ersten Kondensorlinse als Ganzes
(also eine Justierung des ersten Polschuhs und des zweiten Polschuhs stets miteinander)
nicht ausreicht, um einen modusunabhängigen Strahlverlauf zu erhalten. Vielmehr kommt
es wirklich darauf an, dass der erste Polschuh und der zweite Polschuh unabhängig
voneinander justiert werden.
[0021] Bei Verwendung einer Dünnschichtblende als zweite Blendeneinheit kann man die zweite
Blendeneinheit mit einem entsprechend fokussierten Teilchenstrahl so stark erhitzen,
dass eventuell aufgebrachte Kontaminationen wieder beseitigt werden. Dabei wird vorstehend
und auch nachstehend unter einer Dünnschichtblende eine Blende verstanden, deren Materialdicke
im Bereich des Blendenrandes und in einem Bereich mit mindestens dem doppelten Durchmesser
der Blendenöffnung (beispielsweise ca. 100 µm) unter 10 µm liegt.
[0022] Die Einstellung des Strahlstroms erfolgt beispielsweise in Abhängigkeit der Untersuchungsmethode,
die angewendet werden soll. Falls ein Bild der Oberfläche eines zu untersuchenden
Objekts erzeugt werden soll, wird beispielsweise der Hochauflösungsmodus des Teilchenstrahlgeräts
eingestellt. Hierzu wird dann ein Strahlstrom im Bereich von beispielsweise 10 pA
bis 500 pA gewählt. Will man aber im Hochstrommodus arbeiten, um beispielsweise die
weiter oben genannten weiteren Untersuchungsverfahren anzuwenden, wählt man einen
Strahlstrom beispielsweise im Bereich von 10 nA bis einigen 100 nA.
[0023] Die zweite Kondensorlinse weist ebenfalls eine besondere Funktion für die Erfindung
auf. So ist es mittels der zweiten Kondensorlinse möglich, den Durchmesser des Teilchenbündels
in der Objektivlinse derart einzustellen, dass für einen gewählten Strahlstrom eine
gute laterale Auflösung erzielt wird.
[0024] Um einen besonders guten und modusunabhängigen Strahlverlauf des Teilchenstrahls
zu erhalten, ist es bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass
die zweite Kondensorlinse einen dritten Polschuh und einen vierten Polschuh aufweist,
wobei ausgehend von dem Teilchenstrahlerzeuger in Richtung der Objektivlinse gesehen
zunächst der dritte Polschuh und dann der vierte Polschuh angeordnet sind. Mit anderen
Worten ausgedrückt sind die vorgenannten Bauteile des Teilchenstrahlgeräts in der
folgenden Reihenfolge entlang der optischen Achse des Teilchenstrahlgeräts angeordnet:
Teilchenstrahlerzeuger - erste Blendeneinheit - erster Polschuh - zweiter Polschuh
- zweite Blendeneinheit - dritter Polschuh - vierter Polschuh- Objektivlinse. Der
dritte Polschuh und der vierte Polschuh sind gemeinsam oder unabhängig voneinander
relativ zur zweiten Blendeneinheit justierbar.
[0025] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es vorgesehen, zwischen der
ersten Kondensorlinse und der zweiten Kondensorlinse mindestens eine Ablenkeinrichtung
anzuordnen. Beispielsweise ist die Ablenkeinrichtung als Ablenksystem ausgebildet,
welches eine erste Ablenkeinheit und eine zweite Ablenkeinheit aufweist. Ein derartiges
Ablenksystem wird auch als Doppelablenksystem bezeichnet. Beispielsweise ist es vorgesehen,
dass die zweite Blendeneinheit zwischen der ersten Ablenkeinheit und der zweiten Ablenkeinheit
angeordnet ist. Mittels der Ablenkeinrichtung, beispielsweise mittels des beschriebenen
Ablenksystems, wird der Teilchenstrahl nach Durchtritt durch die zweite Blendeneinheit
relativ zur zweiten Kondensorlinse ausgelenkt und justiert. Auch hierdurch wird ein
guter und modusunabhängiger Strahlverlauf des Teilchenstrahls erzielt.
[0026] Bei einer wiederum weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die erste Blendeneinheit
eine Blendenöffnung mit einer veränderbaren Öffnungsgröße auf. Diese Ausführungsform
ist insbesondere beim Hochauflösungsmodus vorgesehen. Beispielsweise weist die Blendeneinheit
eine Blendenöffnung mit einer ersten Öffnungsgröße und mit einer zweiten Öffnungsgröße
auf, wobei die erste Öffnungsgröße größer als die zweite Öffnungsgröße ist. Durch
Wechsel der Blendenöffnung von der ersten Öffnungsgröße auf die zweite Öffnungsgröße
wird erzielt, dass Teilchen frühzeitig aus dem Teilchenstrahl ausgeblendet werden
(nämlich an der ersten Blendeneinheit). Diese Teilchen würden ansonsten an der zweiten
Blendeneinheit ohnehin ausgeblendet. Auf diese Weise werden Wechselwirkungen von Teilchen
des Teilchenstrahls untereinander, welche zwischen der ersten Blendeneinheit und der
zweiten Blendeneinheit entstehen können, reduziert oder vermieden. Auf diese Weise
wird einer Verbreiterung des Teilchenstrahls entgegengewirkt, so dass die Auflösung
bei der Bilderzeugung verbessert wird. Der maximale Strahlstrom des Teilchenstrahls
wird bei dieser Ausführungsform durch die maximale Blendenöffnung der ersten Blendeneinheit
bestimmt.
[0027] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist die erste Blendeneinheit ein
erstes Blendenelement und ein zweites Blendenelement auf, wobei das erste Blendenelement
und das zweite Blendenelement zur Bildung der Blendenöffnung zusammenwirken. Mit anderen
Worten ausgedrückt, sind das erste Blendenelement und das zweite Blendenelement derart
relativ zueinander angeordnet, dass die Blendenöffnung gebildet wird. Das erste Blendenelement
und das zweite Blendenelement sind zur Bildung der Blendenöffnung relativ zueinander
bewegbar. So ist es beispielsweise vorgesehen, entweder das erste Blendenelement oder
das zweite Blendenelement beweglich auszubilden. Alternativ hierzu ist es beispielsweise
vorgesehen, sowohl das erste Blendenelement als auch das zweite Blendenelement beweglich
auszubilden.
[0028] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es ferner vorgesehen, dass die
erste Blendeneinheit ein erstes Blendenanschlagelement und ein zweites Blendenanschlagelement
aufweist. Das erste Blendenelement ist derart beweglich, dass es an dem ersten Blendenanschlagelement
zur Bildung der Blendenöffnung anliegt. Zusätzlich oder alternativ hierzu ist es vorgesehen,
dass das zweite Blendenelement derart beweglich ist, dass es an dem zweiten Blendenanschlagelement
zur Bildung der Blendenöffnung anliegt. Bei einer wiederum weiteren Ausführungsform
der Erfindung ist vorgesehen, dass die erste Blendeneinheit ein erstes Anschlagelement
und ein zweites Anschlagelement aufweist, wobei das erste Blendenelement derart beweglich
ausgebildet ist, dass es an dem ersten Anschlagelement zur Bildung der Blendenöffnung
mit einer ersten Öffnungsgröße oder an dem zweiten Anschlagelement zur Bildung der
Blendenöffnung mit einer zweiten Öffnungsgröße anliegt. Die erste Öffnungsgröße und
die zweite Öffnungsgröße sind unterschiedlich ausgebildet. Beispielsweise ist die
zweite Öffnungsgröße größer als die erste Öffnungsgröße. Aufgrund des ersten Anschlagelements
und des zweiten Anschlagelements werden zwei Positionen vorgegeben, welche das erste
Blendenelement einnehmen kann. In einer ersten Position, in der das erste Blendenelement
an dem ersten Anschlagelement anliegt, wirkt das erste Blendenelement mit dem zweiten
Blendenelement derart zusammen, dass die Blendenöffnung mit der ersten Öffnungsgröße
bereitgestellt wird. In einer zweiten Position, in der das erste Blendenelement an
dem zweiten Anschlagelement anliegt, wirkt das erste Blendenelement mit dem zweiten
Blendenelement derart zusammen, dass die Blendenöffnung mit der zweiten Öffnungsgröße
bereitgestellt wird. Das erste Anschlagelement und das zweite Anschlagelement sind
beispielsweise vor Einbau der ersten Blendeneinheit in das Teilchenstrahlgerät auf
einer Grundplatte montierbar und werden vor Inbetriebnahme des Teilchenstrahlgeräts
justiert. Aufgrund dessen ist es möglich, ganz bestimmte Öffnungsgrößen der Blendenöffnung
zu erzielen, durch die der Teilchenstrahl treten kann. Die erste Öffnungsgröße und
die zweite Öffnungsgröße können beispielsweise im Bereich von ungefähr 10 µm bis 500
µm liegen, wobei beispielsweise die zweite Öffnungsgröße größer als die erste Öffnungsgröße
gewählt ist (oder umgekehrt).
[0029] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das zweite Blendenelement beweglich
ausgebildet. Darüber hinaus weist die erste Blendeneinheit ein drittes Anschlagelement
und ein viertes Anschlagelement auf. Das zweite Blendenelement ist derart beweglich
ausgebildet, dass es an dem dritten Anschlagelement oder dem vierten Anschlagelement
zur Bildung der Blendenöffnung anliegt. Dieses Ausführungsbeispiel ermöglicht es,
dass die Blendenöffnung sowohl durch Bewegen und Anlegen des ersten Blendenelements
an dem ersten Anschlagelement bzw. dem zweiten Anschlagelement als auch durch Bewegen
und Anlegen des zweiten Blendenelements an dem dritten Anschlagelement bzw. vierten
Anschlagelement einstellbar ist. Alternativ hierzu ist es auch möglich, entweder nur
das erste Blendenelement oder nur das zweite Blendenelement zu bewegen und anzulegen,
um die Blendenöffnung einzustellen. Eine Bewegung sowohl des ersten Blendenelements
als auch des zweiten Blendenelements ermöglicht es besonders einfach, die erste Öffnungsgröße
der Blendenöffnung recht klein zu wählen (beispielsweise im Bereich von 10 µm bis
100 µm) und die zweite Öffnungsgröße der Blendenöffnung recht groß zu wählen (beispielsweise
im Bereich von 50 µm bis 500 µm).
[0030] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das zuvorgenannte erste Blendenanschlagelement
als das zweite Anschlagelement ausgebildet, während das zuvorgenannte zweite Blendenanschlagelement
als das dritte Anschlagelement ausgebildet ist.
[0031] Bei einem wiederum weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung weist die erste Blendeneinheit
mindestens eine Antriebseinheit zur Bewegung des ersten Blendenelements und/oder des
zweiten Blendenelements auf. Beispielsweise ist es vorgesehen, dass die erste Blendeneinheit
eine erste Antriebseinheit zum Bewegen des ersten Blendenelements und eine zweite
Antriebseinheit zum Bewegen des zweiten Blendenelements aufweist. Alternativ hierzu
ist es vorgesehen, dass eine einzelne Antriebseinheit sowohl das erste Blendenelement
als auch das zweite Blendenelement bewegt. Beispielsweise weist die Antriebseinheit
ein Piezoelement, ein elektromagnetisches Bewegungselement und/oder ein Bimetall-Element
auf. Als Piezoelement eignet bzw. eignen sich beispielsweise ein Biegepiezo-Element,
ein Piezo-Trägheitsantrieb, ein Blockpiezo-Element und/oder ein Piezo-Krabbler. Als
Bimetall-Element eignet sich jede Kombination aus Metallen, welche die benötige Bewegung
bereitstellt, insbesondere nichtmagnetisch und im Ultrahochvakuum einsetzbar ist,
ohne dieses stark zu beeinflussen. Die vorgenannte Aufzählung von Antriebseinheiten
ist nicht abschließend. Vielmehr kann jede Antriebseinheit verwendet werden, die für
die Erfindung geeignet ist.
[0032] Zur Versorgung und Steuerung der Antriebseinheit, beispielsweise des vorgenannten
Piezoelements oder des vorgenannten elektromagnetischen Bewegungselements, ist beispielsweise
eine Versorgungseinheit vorgesehen, welche die Antriebseinheit mit einer Spannung
versorgt, mit welcher die Antriebseinheit gesteuert wird. Wenn die Antriebseinheit
als Bimetall-Element ausgebildet ist, so ist eine Versorgungseinheit vorgesehen, welche
der Antriebseinheit Wärme zuführt oder abführt. Die Versorgungseinheit ist beispielsweise
in einer Hochspannungsversorgungseinheit des Teilchenstrahlgeräts angeordnet. Über
eine Hochspannungsversorgungsleitung werden Steuersignale der Versorgungseinheit an
die Antriebseinheit übertragen. Darüber hinaus ist es beispielsweise vorgesehen, dass
die Antriebseinheit zur Steuerung mittels eines optischen Signals ausgelegt ist. Hierzu
weist die Antriebseinheit beispielsweise einen optischen Sensor auf, welcher mittels
eines Lichtstrahls zur Schaltung des optischen Sensors beleuchtet werden kann. Der
optische Sensor steuert wiederum die Antriebseinheit. Wenn man den optischen Sensor
an der Antriebseinheit nicht wünscht, dann sieht es eine weitere Ausführungsform der
Erfindung vor, dass beispielsweise das als Antriebseinheit ausgebildete Bimetall-Element
durch Einkoppeln eines Lichtstrahls (beispielsweise ein Laserstrahl) in das Teilchenstrahlgerät
bestrahlt und beheizt wird, um so eine notwendige Biegung für einen Antrieb zu erzielen.
Bei den vorgenannten Ausführungsformen ist von Vorteil, dass der Bauplatz zwischen
dem Teilchenstrahlerzeuger und der ersten Kondensorlinse in der Regel gering ist und
auf diese Weise eine Steuerung der Antriebseinheit möglich ist, ohne zusätzlichen
Bauplatz für Steuerungszuleitungen bereitzustellen.
[0033] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung sind das erste Blendenelement
und das zweite Blendenelement der ersten Blendeneinheit mittels eines federnden Verbindungselements
verbunden. Beispielsweise ist es vorgesehen, dass das federnde Verbindungselement
als ein Bimetall-Element ausgebildet ist. Bei diesem Ausführungsbeispiel kann die
Antriebseinheit einen größeren Verstellweg aufweisen, als dieser zum Bewegen des ersten
Blendenelements von dem ersten Anschlagelement zum zweiten Anschlagelement bzw. zum
Bewegen des zweiten Blendenelements von dem dritten Anschlagelement zum vierten Anschlagelement
überhaupt notwendig ist. Durch das federnde Verbindungselement wird der nicht benötigte
Verstellweg kompensiert. Fehler bei der Einstellung des Verstellweges, insbesondere
aufgrund mechanischer Ungenauigkeiten, können daher nicht mehr zu anderen Öffnungsgrößen
der Blendenöffnung als zu den gewünschten Öffnungsgrößen führen. Bei einer Ausführungsform
der Erfindung wird stets ein Verstellweg gewählt, der größer ist als der Weg, welcher
das erste Blendenelement bzw. das zweite Blendenelement zwischen dem ersten und zweiten
Anschlagelement bzw. dritten und vierten Anschlagelement zurücklegen muss. Nach Anlegen
des ersten Blendenelements und des zweiten Blendenelements an dem ersten Anschlagelement
oder dem zweiten Anschlagelement bzw. dem dritten Anschlagelement oder dem vierten
Anschlagelement wird der nicht benötigte Verstellweg, den die Antriebseinheit noch
bereitstellt, durch das federnde Verbindungselement aufgefangen (also kompensiert).
[0034] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist bzw. sind das erste Blendenelement
und/oder das zweite Blendenelement zumindest teilweise federnd ausgebildet. Hierdurch
wird genau dieselbe Wirkung und genau derselbe Vorteil erzielt, wie hinsichtlich des
federnden Verbindungselements bereits weiter oben erläutert. Bei diesem Ausführungsbeispiel
ist es insbesondere vorgesehen, dass das erste Blendenelement ein erstes Gelenkteil
und ein zweites Gelenkteil aufweist, welche mittels einer ersten Gelenkstelle miteinander
verbunden sind. Alternativ oder zusätzlich hierzu ist es vorgesehen, dass das zweite
Blendenelement ein drittes Gelenkteil und ein viertes Gelenkteil aufweist, welche
mittels einer zweiten Gelenkstelle miteinander verbunden sind. Beispielsweise ist
(sind) die erste Gelenkstelle und/oder die zweite Gelenkstelle federnd ausgebildet.
Die erste Gelenkstelle und/oder die zweite Gelenkstelle kann bzw. können jeweils als
Festkörpergelenk ausgebildet sein. Das Festkörpergelenk zeichnet sich dadurch aus,
dass es eine Stelle mit verminderter Biegesteifigkeit aufweist. Sie gewährleistet
auch, dass das erste Gelenkteil und das zweite Gelenkteil stoffschlüssig miteinander
verbunden sind. Entsprechendes gilt für das dritte Gelenkteil und das vierte Gelenkteil.
Die verminderte Biegesteifigkeit wird in der Regel durch eine lokale Querschnittsverringerung
bewirkt. Die Querschnittsverringerung kann dabei unterschiedliche geometrische Formen
aufweisen. Festkörpergelenke weisen die Eigenschaft auf, dass sie eine Bewegung ohne
weitere Wartung und ohne Reibung durchführen können.
[0035] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung ist (sind) das erste Blendenanschlagelement,
das zweite Blendenanschlagelement, das erste Anschlagelement, das zweite Anschlagelement,
das dritte Anschlagelement und/oder das vierte Anschlagelement als Exzenter ausgebildet.
Auf diese Weise ist es möglich, die vorgenannten Anschlagelemente genau derart zu
positionieren, dass eine gewünschte Öffnungsgröße der Blendenöffnung erzielt wird.
Die Einstellung der Exzenter erfolgt beispielsweise vor Montage der ersten Blendeneinheit
in das Teilchenstrahlgerät.
[0036] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel des Teilchenstrahlgeräts liegt die erste Blendeneinheit
auf einem Potential im Bereich von 1 kV bis 20 kV gegenüber einem Massepotential,
beispielsweise 5 kV bis 15 kV, insbesondere 8 kV. Das Massepotential ist beispielsweise
das Potential des Gehäuses einer Probenkammer. Die erste Blendeneinheit liegt dabei
auf demselben Potential wie eine Anode des Teilchenstrahlerzeugers. Auf diese Weise
werden mit dem Teilchenstrahlerzeuger erzeugte Teilchen problemlos auf das Anodenpotential
beschleunigt. Mittels einer Verzögerungseinrichtung, welche weiter unten noch näher
erläutert wird, ist es dann möglich, die Teilchen auf ein gewünschtes Potential abzubremsen,
welches für die weitere Untersuchung eines Objekts benötigt wird.
[0037] Ein Verfahren, mit dem eine gute Auflösung bei einer Bilderzeugung erzielbar ist,
dient der Variation eines Strahlstroms eines Teilchenstrahls in einem Teilchenstrahlgerät,
das einen Teilchenstrahlerzeuger zur Erzeugung eines Teilchenstrahls, eine Objektivlinse
zur Fokussierung des Teilchenstrahls auf eine Probe, eine erste Kondensorlinse und
eine zweite Kondensorlinse aufweist, wobei ausgehend von dem Teilchenstrahlerzeuger
in Richtung der Objektivlinse gesehen zunächst die erste Kondensorlinse und dann die
zweite Kondensorlinse angeordnet sind. Ferner weist das Teilchenstrahlgerät eine erste
Blendeneinheit, die zwischen dem Teilchenstrahlerzeuger und der ersten Kondensorlinse
angeordnet ist, und eine zweite Blendeneinheit auf, die zwischen der ersten Kondensorlinse
und der zweiten Kondensorlinse angeordnet ist. Die erste Blendeneinheit weist eine
Blendenöffnung mit veränderbarer Öffnungsgröße auf, wobei die Öffnungsgröße zumindest
zwischen einer ersten Öffnungsgröße und einer zweiten Öffnungsgröße variierbar ist,
wobei die erste Öffnungsgröße größer als die zweite Öffnungsgröße ist. Das Verfahren
weist eine Veränderung einer Erregung der ersten Kondensorlinse auf, wobei bei einem
ersten Strahlstrom (beispielsweise im Bereich von 10 nA bis einigen 100 nA) ein Crossover
des Teilchenstrahls im Bereich der zweiten Blendeneinheit erzeugt wird (beispielsweise
in unmittelbarer Nähe zur zweiten Blendeneinheit) und wobei bei einem zweiten Strahlstrom
(beispielsweise im Bereich von 10 pA bis 1 nA) ein Crossover des Teilchenstrahls in
einem vorgegebenen Abstand von der zweiten Blendeneinheit erzeugt wird, wobei der
erste Strahlstrom größer als der zweite Strahlstrom ist. Wenn man den Abstand von
einer Hauptebene der ersten Kondensorlinse zur zweiten Blendeneinheit als D und den
Abstand des Crossover zu der Hauptebene der ersten Kondensorlinse als L definiert,
gilt folgendes. Wenn

dann wird das Teilchenstrahlgerät im Hochauflösungsmodus betrieben (Strahlstrom beispielsweise
im Bereich von ungefähr 10 pA bis 500 pA). Wenn gilt

dann wird das Teilchenstrahlgerät im Hochstrommodus betrieben (Strahlstrom beispielsweise
im Bereich von 10 nA bis 300 nA). Wenn gilt

dann wird das Teilchenstrahlgerät in einem Übergangsbereich betrieben, bei dem an
einer geeigneten Stelle die erste Blendeneinheit mit einer großen Blendenöffnung gewählt
werden sollte, wenn der Strahlstrom nicht begrenzt werden soll.
[0038] Ferner weist das Verfahren den Schritt auf, dass zur Reduzierung der Aufweitung von
Energiebreite und virtueller Quellengröße bei dem zweiten Strahlstrom die erste Blendeneinheit
auf die zweite Öffnungsgröße eingestellt wird. Durch Wechsel der Blendenöffnung von
der ersten Öffnungsgröße auf die zweite Öffnungsgröße wird erzielt, dass Teilchen
frühzeitig aus dem Teilchenstrahl ausgeblendet werden (nämlich an der ersten Blendeneinheit).
Die Teilchen würden ansonsten an der zweiten Blendeneinheit ohnehin ausgeblendet.
Auf diese Weise werden Wechselwirkungen von Teilchen des Teilchenstrahls untereinander,
welche zwischen der ersten Blendeneinheit und der zweiten Blendeneinheit entstehen
können, reduziert oder vermieden. Hierdurch wird die Auflösung bei der Bilderzeugung
verbessert.
[0039] Mit größer werdendem L steigt der Strahlstrom und sinkt die Auflösung. Im Hochauflösungsmodus
sinkt die Auflösung moderat (beispielsweise von 1,4 nm auf 2 nm bei einem steigenden
Strahlstrom von 10 pA auf 500 pA). Im Hochstrommodus ist die Auflösung nicht mehr
so gut. Beispielsweise liegt sie bei 5 nm. Sie kann sich aber durchaus noch weiter
verschlechtern.
[0040] Bei einem weiteren Verfahren werden bei einem dritten Strahlstrom, welcher geringer
als der erste Strahlstrom und größer als der zweite Strahlstrom ist, die erste Kondensorlinse
und die zweite Kondensorlinse derart betrieben, dass zwischen dem Teilchenstrahlerzeuger
und der Objektivlinse kein Crossover des Teilchenstrahls entsteht. Diese Einstellung
wird auch Crossover-freier Modus genannt. Der Crossover-freie Modus überlappt mit
dem Hochauflösungsmodus an dessen oberen Strahlstrombereich (200 pA bis 500 pA), beispielsweise
wenn gilt

[0041] In dieser Überlappung zeigt der Crossover-freie Modus wegen des Fehlens des Crossovers
eine etwas besser Auflösung als der Hochauflösungsmodus (wenn die beiden Modi mit
demselben Strahlstrom verglichen werden). Für einen Strahlstrom kleiner als 200 pA,
für den dann gilt

ist nur noch der Betrieb im Hochauflösungsmodus möglich. In diesem Modus wird die
beste Auflösung des Teilchenstrahlgeräts erzielt.
[0042] Die oben angegebenen Werte der Bereiche sind beispielhafte Werte. Diese können sich
in Abhängigkeit von vorgebbaren Parametern verändern, beispielsweise der Arten der
verwendeten Linsen und/oder der Blendendurchmesser.
[0043] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen mittels Figuren näher
erläutert. Dabei zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines SEM mit einer Blendeneinheit, deren Blendenöffnung
verstellbar ist;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines ersten Beispiels einer Blendeneinheit mit verstellbarer
Blendenöffnung;
- Fig. 3 und 4
- weitere Darstellungen der Blendeneinheit nach Figur 2;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines Anschlagelements;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung eines zweiten Beispiels einer Blendeneinheit mit verstellbarer
Blendenöffnung;
- Fig. 7
- eine weitere schematische Darstellung des SEM der Figur 1 im Hochauflösungsmodus;
- Fig. 8
- eine weitere schematische Darstellung des SEM der Figur 1 im Hochstrommodus;
- Fig. 9
- eine weitere schematische Darstellung des SEM der Figur 1, wobei ein Crossover-freier
Strahlengang gewählt ist; sowie
- Fig. 10
- eine schematische Darstellung eines SEM mit einer weiteren Blendeneinheit, deren Blendenöffnung
verstellbar ist.
[0044] Die Erfindung wird mittels eines Teilchenstrahlgeräts in Form eines SEM näher erläutert.
Es wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Erfindung nicht auf ein SEM
eingeschränkt ist. Vielmehr kann die Erfindung bei jedem Teilchenstrahlgerät, insbesondere
einem lonenstrahlgerät, realisiert sein.
[0045] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines SEM 1. Das SEM 1 weist einen Strahlerzeuger
in Form einer Elektronenquelle 2 (Kathode), eine Extraktionselektrode 3 sowie eine
Anode 4 auf, die auf ein Ende eines Strahlführungsrohres 5 des SEM 1 aufgesetzt ist.
Beispielsweise ist die Elektronenquelle 2 als ein thermischer Feldemitter ausgebildet.
Die Erfindung ist allerdings nicht auf eine derartige Elektronenquelle eingeschränkt.
Vielmehr ist jede Elektronenquelle verwendbar.
[0046] Elektronen, die aus der Elektronenquelle 2 austreten, bilden einen Primärelektronenstrahl.
Die Elektronen werden aufgrund einer Potentialdifferenz zwischen der Elektronenquelle
2 und der Anode 4 auf Anodenpotential beschleunigt. Das Anodenpotential beträgt bei
dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel 1 kV bis 20 kV gegenüber einem Massepotential
eines Gehäuses einer Probenkammer (nicht dargestellt), beispielsweise 5 kV bis 15
kV, insbesondere 8 kV, es könnte aber alternativ auch auf Massepotential liegen.
[0047] An dem Strahlführungsrohr 5 sind zwei Kondensorlinsen angeordnet, nämlich eine erste
Kondensorlinse 6 und eine zweite Kondensorlinse 7. Dabei sind ausgehend von der Elektronenquelle
2 in Richtung einer Objektivlinse 10 zunächst die erste Kondensorlinse 6 und dann
die zweite Kondensorlinse 7 angeordnet.
[0048] Die erste Kondensorlinse 6 weist einen ersten Polschuh 6a und einen zweiten Polschuh
6b auf, wobei ausgehend von der Elektronenquelle 2 in Richtung der Objektivlinse 10
gesehen zunächst der erste Polschuh 6a und dann der zweite Polschuh 6b angeordnet
sind. Einen ähnlichen Aufbau weist die zweite Kondensorlinse 7 auf, bei der ein dritter
Polschuh 7a und ein vierter Polschuh 7b vorgesehen sind. Ausgehend von der Elektronenquelle
2 in Richtung der Objektivlinse 10 gesehen sind zunächst der dritte Polschuh 7a und
dann der vierte Polschuh 7b angeordnet. Der erste Polschuh 6a (bzw. dritte Polschuh
7a) wird häufig auch als oberer Polschuh bezeichnet, während der zweite Polschuh 6b
(bzw. vierte Polschuh 7b) häufig auch als unterer Polschuh bezeichnet wird.
[0049] Zwischen der Anode 4 und der ersten Kondensorlinse 6 ist eine erste Blendeneinheit
8 angeordnet. Die erste Blendeneinheit 8 liegt zusammen mit der Anode 4 und dem Strahlführungsrohr
5 auf Hochspannungspotential, nämlich dem Potential der Anode 4 oder auf Masse. Zwischen
der ersten Kondensorlinse 6 und der zweiten Kondensorlinse 7 ist eine ortsfeste zweite
Blendeneinheit 9 angeordnet. Auf die Funktion und Wirkungen der ersten Kondensorlinse
6, der zweiten Kondensorlinse 7, der ersten Blendeneinheit 8 und der zweiten Blendeneinheit
9 wird weiter unten näher eingegangen.
[0050] Sowohl der erste Polschuh 6a als auch der zweite Polschuh 6b der ersten Kondensorlinse
6 sind über einen ersten Verstellmechanismus 23 unabhängig voneinander relativ zur
zweiten Blendeneinheit 9 justierbar. Dies bedeutet, dass die relative Position des
ersten Polschuhs 6a zur zweiten Blendeneinheit 9 einstellbar ist. Entsprechendes gilt
für den zweiten Polschuh 6b. Auch der dritte Polschuh 7a und der vierte Polschuh 7b
der zweiten Kondensorlinse 7 sind über einen zweiten Verstellmechanismus 24 gemeinsam
oder unabhängig voneinander relativ zur zweiten Blendeneinheit 9 einstellbar.
[0051] In der ersten Kondensorlinse 6 ist eine erste Spule 6c angeordnet, während in der
zweiten Kondensorlinse 7 eine zweite Spule 7c angeordnet ist. Mit Hilfe der ersten
Spule 6c und der zweiten Spule 7c kann man die notwendige magnetische Erregung des
ersten Polschuhs 6a sowie des zweiten Polschuhs 6b bzw. des dritten Polschuhs 7a und
des vierten Polschuhs 7b erzielen.
[0052] Die Objektivlinse 10 weist Objektivlinsen-Polschuhe 11 auf, in denen eine Bohrung
ausgebildet ist. Durch diese Bohrung ist das Strahlführungsrohr 5 geführt. In den
Polschuhen 11 ist ferner eine dritte Spule 12 angeordnet. Hinter das Strahlführungsrohr
5 ist eine elektrostatische Verzögerungseinrichtung geschaltet. Diese weist eine einzelne
Elektrode 15 und eine Rohrelektrode 14 auf, die an dem einer Probe 16 zugewandten
Ende des Strahlführungsrohrs 5 ausgebildet ist. Somit liegt die Rohrelektrode 14 gemeinsam
mit dem Strahlführungsrohr 5 auf dem Potential der Anode 4, während die einzelne Elektrode
15 sowie die Probe 16 auf einem gegenüber dem Potential der Anode 4 niedrigeren Potential
liegen. Im vorliegenden Fall ist dies das Massepotential des Gehäuses der Probenkammer
(nicht dargestellt). Auf diese Weise können die Elektronen des Primärelektronenstrahls
auf eine gewünschte Energie abgebremst werden, die für die Untersuchung der Probe
16 erforderlich ist.
[0053] Das SEM 1 weist ferner Rastermittel 13 auf, durch die der Primärelektronenstrahl
abgelenkt und über die Probe 16 gerastert werden kann. Die Elektronen des Primärelektronenstrahls
treten dabei in Wechselwirkung mit der Probe 16. Als Folge der Wechselwirkung entsteht
bzw. entstehen Wechselwirkungsteilchen und/oder Wechselwirkungsstrahlung, welche detektiert
werden. Die auf diese Weise erhaltenen Detektionssignale werden ausgewertet.
[0054] Als Wechselwirkungsteilchen werden insbesondere Elektronen aus der Oberfläche der
Probe 16 emittiert (sogenannte Sekundärelektronen) oder Elektronen des Primärelektronenstrahls
zurückgestreut (sogenannte Rückstreuelektronen). Zur Detektion von Sekundärelektronen
und/oder der Rückstreuelektronen ist eine Detektoranordnung im Strahlführungsrohr
5 angeordnet, die einen ersten Detektor 17 und einen zweiten Detektor 18 aufweist.
Der erste Detektor 17 ist dabei entlang der optischen Achse A quellenseitig angeordnet,
während der zweite Detektor 18 probenseitig entlang der optischen Achse A im Strahlungsführungsrohr
5 angeordnet ist. Ferner sind der erste Detektor 17 und der zweite Detektor 18 in
Richtung der optischen Achse A des SEM 1 versetzt zueinander angeordnet. Sowohl der
erste Detektor 17 als auch der zweite Detektor 18 weisen jeweils eine Durchgangsöffnung
auf, durch die der Primärelektronenstrahl treten kann, und liegen annähernd auf dem
Potential der Anode 4 und des Strahlführungsrohrs 5. Die optische Achse A des SEM
1 verläuft durch die jeweiligen Durchgangsöffnungen.
[0055] Der zweite Detektor 18 dient der Detektion derjenigen Elektronen, die unter einem
relativ großen Raumwinkel aus der Probe 16 austreten. Dabei handelt es sich in erster
Linie um Sekundärelektronen. An der Probe 16 zurückgestreute Elektronen (Rückstreuelektronen),
die im Vergleich zu den Sekundärelektronen eine relativ hohe kinetische Energie beim
Austritt aus der Probe 16 aufweisen, werden dagegen vom zweiten Detektor 18 nur zu
einem sehr geringen Anteil erfasst, da die Rückstreuelektronen relativ nahe zur optischen
Achse A von der Objektivlinse 10 fokussiert werden und somit durch die Durchgangsöffnung
des zweiten Detektors 18 durchtreten können. Der erste Detektor 17 dient daher zur
Erfassung der Rückstreuelektronen. Die mit dem ersten Detektor 17 und dem zweiten
Detektor 18 erzeugten Detektionssignale werden verwendet, um ein Bild oder Bilder
der Oberfläche der Probe 16 zu erzeugen.
[0056] Es wird explizit darauf hingewiesen, dass die Blendenöffnungen der ersten Blendeneinheit
8 und der zweiten Blendeneinheit 9 sowie die Durchgangsöffnungen des ersten Detektors
17 und des zweiten Detektors 18 übertrieben dargestellt sind. Die Durchgangsöffnungen
des ersten Detektors 17 und des zweiten Detektors 18 haben eine längste Ausdehnung
im Bereich 1 mm bis 5 mm. Beispielsweise sind sie kreisförmig ausgebildet und weisen
einen Durchmesser im Bereich von 1 mm bis 3 mm auf. Auf die Größe der Blendenöffnungen
der ersten Blendeneinheit 8 und der zweiten Blendeneinheit 9 wird weiter unten noch
näher eingegangen.
[0057] Die zweite Blendeneinheit 9 ist bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel als
Lochblende ausgestaltet und ist mit einer Öffnung für den Durchtritt des Primärelektronenstrahls
versehen, welche eine Ausdehnung im Bereich von 25 µm bis 50 µm aufweist, beispielsweise
35 µm. Die zweite Blendeneinheit 9 ist als eine Druckstufenblende ausgebildet. Sie
trennt einen ersten Bereich, in welchem die Elektronenquelle 2 angeordnet ist und
in welchem ein Ultrahochvakuum herrscht (10
-6 bis 10
-10 Pa), von einem zweiten Bereich, der ein Hochvakuum aufweist (10
-1 bis 10
-5 Pa). Der zweite Bereich ist der Zwischendruckbereich des Strahlführungsrohrs 5, welcher
zur Probenkammer (nicht dargestellt) hinführt. Auch hierauf wird weiter unten noch
näher eingegangen.
[0058] Neben der Bilderzeugung gibt es bei dem SEM 1 weitere Untersuchungsverfahren, die
zur Untersuchung der Probe 16 verwendet werden können. Hierzu zählt das so genannte
EBSD-Verfahren ("Electron Backscattered Diffraction"), bei dem die Beugungsmuster
der Streuelektronen ermittelt werden. Ein weiteres Untersuchungsverfahren basiert
auf der Detektion von Kathodolumineszenzlicht, das bei Einfall des Primärelektronenstrahls
auf die Probe 16 aus der Probe 16 austritt. Weitere Untersuchungsverfahren sind beispielsweise
die Untersuchung mittels energiedispersiver Röntgenspektroskopie (EDX) und die Untersuchung
mittels wellenlängen-dispersiver Röntgenspektroskopie (WDX). Für diese weiteren Untersuchungsverfahren
ist mindestens ein dritter Detektor 19 vorgesehen, der im Bereich zwischen dem Strahlführungsrohr
5 und der Probe 16 angeordnet ist. Es können auch weitere dritte Detektoren 19 vorgesehen
sein (nicht dargestellt).
[0059] Wie oben bereits erwähnt, sollte zur Erzielung einer ausreichend guten Auflösung
der Bilder der Oberfläche der Probe 16 das SEM 1 im Hochauflösungsmodus betrieben
werden. Hingegen benötigt man für die weiteren Untersuchungsverfahren hohe Zählraten,
so dass das SEM 1 im Hochstrommodus betrieben werden sollte.
[0060] Um zwischen den beiden Modi (Hochauflösungsmodus und Hochstrommodus) hin-und herschalten
zu können, wird zunächst die erste Kondensorlinse 6 entsprechend erregt. Hierdurch
wird der Strahlstrom beispielsweise in einem Bereich von 10 pA bis 300 nA kontinuierlich
variiert. Im Hochauflösungsmodus ist es nun auch möglich, eine andere Blendenöffnung
der ersten Blendenöffnung 8 zu wählen, um so Elektronen frühzeitig aus dem Primärelektronenstrahl
auszublenden, die ansonsten an der zweiten Blendeneinheit 9 ohnehin ausgeblendet werden.
Die Figuren 2 bis 4 zeigen eine Form der ersten Blendeneinheit 8 in schematischen
Darstellungen, wie sie bei dem SEM 1 gemäß Figur 1 vorgesehen ist und verwendet wird.
Die erste Blendeneinheit 8 weist ein erstes Blendenelement 85 auf, welches mit einem
ersten Gelenkteil 86 und einem zweiten Gelenkteil 87 versehen ist. Das erste Gelenkteil
86 und das zweite Gelenkteil 87 sind mittels einer ersten Gelenkstelle 88 miteinander
verbunden. Zusätzlich ist bei der ersten Blendeneinheit 8 ein zweites Blendenelement
89 vorgesehen, welches ein drittes Gelenkteil 90 und ein viertes Gelenkteil 91 aufweist.
Das dritte Gelenkteil 90 und das vierte Gelenkteil 91 sind mittels einer zweiten Gelenkstelle
92 miteinander verbunden.
[0061] Die erste Gelenkstelle 88 und die zweite Gelenkstelle 92 sind federnd und jeweils
als Festkörpergelenk ausgebildet. Das Festkörpergelenk zeichnet sich dadurch aus,
dass es eine Stelle mit verminderter Biegesteifigkeit aufweist. Sowohl die erste Gelenkstelle
88 als auch die zweite Gelenkstelle 92 weisen jeweils eine Bewegungsachse auf, welche
im Wesentlichen parallel zur optischen Achse A des SEM 1 verläuft. Die optische Achse
A steht senkrecht auf der Blattebene der Figuren 2 bis 4.
[0062] Zwischen dem zweiten Gelenkteil 87 des ersten Blendenelements 85 und dem vierten
Gelenkteil 91 des zweiten Blendenelements 89 ist ein Piezoelement 95 angeordnet, welches
durch ein erstes Befestigungselement 93 und ein zweites Befestigungselement 94 gehalten
ist. Das Piezoelement 95 ist als Biegepiezo-Element (also als ein Biegeaktuator) ausgebildet.
Es wird aber explizit darauf hingewiesen, dass die Erfindung nicht auf ein Biegepiezo-Element
eingeschränkt ist. Vielmehr ist jede geeignete Antriebseinheit verwendbar, beispielsweise
ein Piezo-Trägheitsantrieb, ein Blockpiezo-Element und/oder ein Piezo-Krabbler. Das
Piezoelement 95 ist mit einer Steuer- und Versorgungseinrichtung 20 verbunden, welche
auch in Figur 1 dargestellt ist. Die Steuer- und Versorgungseinrichtung 20 ist derart
angeordnet und geschaltet, dass deren Steuer- und Versorgungssignale der Anodenspannung
überlagert werden, auf welcher die erste Blendeneinheit 8 liegt.
[0063] An dem ersten Gelenkteil 86 der ersten Blendeneinheit 8 ist ein erstes Begrenzungselement
96 angeordnet. Ähnliches gilt für das dritte Gelenkteil 90 des zweiten Blendenelements
89. Dort ist ein zweites Begrenzungselement 97 angeordnet. Sowohl das erste Begrenzungselement
96 als auch das zweite Begrenzungselement 97 weisen jeweils einen V-förmigen Abschnitt
auf, die zur Bildung einer Blendenöffnung 98 zusammenwirken. Das erste Begrenzungselement
96 und das zweite Begrenzungselement 97 überlappen einander und können in zueinander
gegensätzliche Richtungen bewegt werden. Auf diese Weise wird die Größe der Blendenöffnung
98 eingestellt, wie weiter unten noch näher erläutert wird.
[0064] Im Bereich eines ersten Endes 100 des ersten Gelenkteils 86 sind ein erstes Anschlagelement
81 und ein zweites Anschlagelement 82 angeordnet. Ferner sind im Bereich eines zweiten
Endes 101 des dritten Gelenkteils 90 ein drittes Anschlagelement 83 und ein viertes
Anschlagelement 84 angeordnet. Figur 5 zeigt das erste Anschlagelement 81 in einer
schematischen Darstellung. Die weiteren Anschlagelemente sind baugleich. Das erste
Anschlagelement 81 ist als Exzenter ausgebildet und weist ein Begrenzungsteil 81a
und ein Führungselement 81b auf. Das Führungselement 81 b ist in einer Grundplatte
102 montiert, welche in den Figuren 2 bis 4 schematisch dargestellt ist. An dieser
Grundplatte 102 sind die vorgenannten Anschlagelemente 81 bis 84, das erste Befestigungselement
93 sowie das zweite Befestigungselement 94 angeordnet.
[0065] Wie in den Figuren 2 und 4 dargestellt, sind zwei Einstellungen gegeben, bei denen
zum einen das erste Gelenkteil 86 an dem zweiten Anschlagelement 82 und das dritte
Gelenkteil 90 an dem dritten Anschlagelement 83 anliegen (Figur 2), und zum anderen
das erste Gelenkteil 86 an dem ersten Anschlagelement 81 und das dritte Gelenkteil
90 an dem vierten Anschlagelement 84 anliegen (Figur 4). Diese beiden Einstellungen
stellen die Blendenöffnung 98 mit einer ersten Öffnungsgröße (Figur 2) und mit einer
zweiten Öffnungsgröße (Figur 4) zur Verfügung. Dabei wird vorstehend und auch nachstehend
unter einer Öffnungsgröße eine eindimensionale Größe (Ausdehnung) verstanden, welche
den Durchmesser einer der Blendenöffnungen oder den maximalen Abstand eines Randes
des ersten Begrenzungselements 96 zu einem Rand des zweiten Begrenzungselements 97
beschreibt. Durch die Ausbildung des ersten Anschlagelements 81, des zweiten Anschlagelements
82, des dritten Anschlagelements 83 und des vierten Anschlagelements 84 als Exzenter
ist es möglich, die vorgenannten Anschlagselemente genau derart zu positionieren,
dass eine gewünschte Öffnungsgröße der Blendenöffnung 98 (erste Öffnungsgröße oder
zweite Öffnungsgröße) erzielt wird, wobei die erste Öffnungsgröße und die zweite Öffnungsgröße
jeweils durch die größte Ausdehnung der Blendenöffnung 98 in einer Richtung gegeben
sind. Die Einstellung der vorgenannten Anschlagelemente erfolgt dabei beispielsweise
vor Montage der ersten Blendeneinheit 8 in das SEM 1. Die erste Öffnungsgröße und
die zweite Öffnungsgröße liegen beispielsweise im Bereich von ungefähr 10 µm bis 500
µm. Ferner ist die zweite Öffnungsgröße größer als die erste Öffnungsgröße gewählt
(oder umgekehrt). Beispielsweise ist die erste Öffnungsgröße 50 µm und die zweite
Öffnungsgröße 200 µm.
[0066] Bei dem SEM 1 ist es nun durch Steuerung des Piezoelements 95 möglich, durch Bewegen
des ersten Blendenelements 85 und des zweiten Blendenelements 89 zwischen der ersten
Öffnungsgröße und der zweiten Öffnungsgröße hin- und herzuschalten. Figur 2 zeigt
das Piezoelement 95 in einem nicht erregten Zustand. In diesem Zustand sind die erste
Gelenkstelle 88 und die zweite Gelenkstelle 92 derart vorgespannt, dass das erste
Gelenkteil 86 an dem zweiten Anschlagelement 82 und das dritte Gelenkteil 90 an dem
dritten Anschlagelement 83 anliegt. Das erste Begrenzungselement 96 und das zweite
Begrenzungselement 97 überlappen einander und wirken derart zusammen, dass die Blendenöffnung
98 die erste Öffnungsgröße einnimmt. Figur 3 zeigt einen Übergangszustand. In diesem
Zustand wurde das Piezoelement 95 derart erregt, dass es sich leicht biegt. Hierdurch
wird das erste Gelenkteil 86 derart bewegt, dass es sich zwischen dem ersten Anschlagelement
81 und dem zweiten Anschlagelement 82 befindet. Ferner wird das dritte Gelenkteil
90 derart bewegt, dass es sich zwischen dem dritten Anschlagelement 83 und dem vierten
Anschlagelement 84 befindet. Die erste Gelenkstelle 88 und die zweite Gelenkstelle
92 sind entspannt. Figur 4 zeigt wiederum einen Zustand, bei dem das Piezoelement
95 derart erregt und gebogen ist, dass das erste Gelenkteil 86 an dem ersten Anschlagelement
81 anliegt und dass das dritte Gelenkteil 90 an dem vierten Anschlagelement 84 anliegt.
Die erste Gelenkstelle 88 und die zweite Gelenkstelle 92 sind wiederum gespannt. Das
erste Begrenzungselement 96 und das zweite Begrenzungselement 97 überlappen einander
und wirken derart zusammen, dass die Blendenöffnung 98 die zweite Öffnungsgröße einnimmt.
[0067] Wie oben erwähnt, sind die erste Gelenkstelle 88 und die zweite Gelenkstelle 92 federnd
ausgebildet. Ferner ist es vorgesehen, dass das Piezoelement 95 derart erregt wird,
dass der zur Verfügung gestellte Verstellweg größer ist, als der eigentlich zur Verstellung
des ersten Gelenkteils 86 und des zweiten Gelenkteils 90 zwischen den jeweiligen Anschlagelementen
benötigte Weg. Nach Anlegen des ersten Gelenkteils 86 an dem ersten Anschlagselement
81 bzw. dem zweiten Anschlagelement 82 und nach Anlegen des dritten Gelenkteils 90
an dem dritten Anschlagselement 83 bzw. dem vierten Anschlagselement 84 wird der nicht
benötigte Verstellweg, den das Piezoelement 95 durch Verbiegung noch bereitstellt,
durch die federnde Ausbildung aufgefangen (also kompensiert). Fehler aufgrund mechanischer
Ungenauigkeiten, die zu anderen Öffnungsgrößen der Blendenöffnung als zu der ersten
Öffnungsgröße oder der zweiten Öffnungsgröße führen, werden hierdurch vermieden.
[0068] Wie oben bereits erwähnt, ist der Strahlstrom des Primärelektronenstrahls kontinuierlich
über einen vorgebbaren Bereich einstellbar, beispielsweise in einem Bereich von 10
pA bis 300 nA. Dies wird dadurch erzielt, dass die Erregung der ersten Kondensorlinse
6 variiert wird.
[0069] Die zweite Blendeneinheit 9 ist als Druckstufenblende ausgebildet, wie oben bereits
erwähnt. Durch die zweite Blendeneinheit 9 wird verhindert, dass sich das Ultrahochvakuum
des ersten Bereichs durch Verschmutzungen aus dem zweiten Bereich, beispielsweise
aufgrund von Einführung von Gasen im Bereich der Probe, verschlechtert.
[0070] Damit der Verlauf des Primärelektronenstrahls stets modusunabhängig bleibt, ist es
vorgesehen, sowohl den ersten Polschuh 6a als auch den zweiten Polschuh 6b der ersten
Kondensorlinse 6 relativ zur zweiten Blendeneinheit 9 mittels des ersten Verstellmechanismus
23 zu justieren. Die Justierung erfolgt dabei für den ersten Polschuh 6a und den zweiten
Polschuh 6b unabhängig voneinander. Überlegungen haben ergeben, dass eine Justierung
der ersten Kondensorlinse 6 als Ganzes (also eine Justierung des ersten Polschuhs
6a und des zweiten Polschuhs 6b stets miteinander) nicht ausreicht, um einen modusunabhängigen
Strahlverlauf zu erhalten. Vielmehr kommt es wirklich darauf an, dass der erste Polschuh
6a und der zweite Polschuh 6b unabhängig voneinander justiert werden.
[0071] Um einem besonders guten und modusunabhängigen Strahlverlauf des Primärelektronenstrahls
zu erhalten, ist es bei diesem Ausführungsbeispiel vorgesehen, dass der dritte Polschuh
7a und der vierte Polschuh 7b der zweiten Kondensorlinse 7 gemeinsam oder unabhängig
voneinander relativ zur zweiten Blendeneinheit 9 mittels des zweiten Verstellmechanismus
24 justierbar sind. Alternativ hierzu ist es vorgesehen, den Primärelektronenstrahl
im Bereich zwischen der zweiten Blendeneinheit 9 und der Probe 16 mittels eines Ablenksystems
bestehend aus einer ersten Ablenkeinheit 25, einer zweiten Ablenkeinheit 26 und einer
dritten Ablenkeinheit 27 derart auszulenken, dass ein modusunabhängiger Strahlverlauf
erzielbar ist. Es wird aber explizit darauf hingewiesen, dass die Erfindung nicht
auf die vorgenannte Anzahl an Ablenkeinheiten eingeschränkt ist. Vielmehr können auch
nur eine Ablenkeinheit oder zwei Ablenkeinheiten oder sogar mehr als drei Ablenkeinheiten
vorgesehen sein.
[0072] Figur 7 zeigt das SEM 1 gemäß der Figur 1 mit einem Teil des Strahlengangs des Primärelektronenstrahls.
Der Durchmesser des Teilchenbündels ist hier und in den folgenden Figuren übertrieben
groß dargestellt. Das SEM 1 befindet sich in Figur 7 im Hochauflösungsmodus. Die erste
Kondensorlinse 6 wird derart erregt, dass ein Crossover des Primärelektronenstrahls
relativ nah zur Elektronenquelle 2 angeordnet ist. Wenn man den Abstand von einer
Hauptebene der ersten Kondensorlinse 6 zur zweiten Blendeneinheit 9 als D und den
Abstand des Crossover zu der Hauptebene der ersten Kondensorlinse 6 als L definiert,
gilt im Hochauflösungsmodus

wobei der Strahlstrom beispielsweise im Bereich von ungefähr 10 pA bis 500 pA liegt.
Gleichzeitig wird bei der ersten Blendeneinheit 8 eine kleine Blendenöffnung gewählt.
Auf diese Weise wird bereits an der ersten Blendeneinheit 8 ein großer Teil des Primärelektronenstrahls
ausgeblendet, der sonst sowieso an der zweiten Blendeneinheit 9 ausgeblendet werden
würde. Man erreicht dadurch, dass die Wechselwirkungen der im Primärelektronenstrahl
verbleibenden Elektronen untereinander derart vernachlässigbar sind, dass eine Aufweitung
des Primärelektronenstrahls vermieden wird. Man kann demnach eine gute Auflösung bei
Erzeugung eines Bildes erhalten.
[0073] Figur 8 zeigt das SEM 1 der Figur 1 wiederum mit einem Teil des Strahlengangs des
Primärelektronenstrahls im Hochstrommodus. Die erste Kondensorlinse 6 wird derart
erregt, dass ein Crossover des Primärelektronenstrahls in der Nähe der zweiten Blendeneinheit
9 erzielt wird. Dabei liegt der Crossover zwischen der ersten Kondensorlinse 6 und
der zweiten Blendeneinheit 9. Alternativ hierzu ist es aber auch möglich, den Crossover
zwischen der zweiten Blendeneinheit 9 und der zweiten Kondensorlinse 7 anzuordnen.
Auf diese Weise ist es möglich, einen großen Teil des Primärelektronenstrahls durch
die zweite Blendeneinheit 9 treten zu lassen. Im Hochstrommodus gilt

wobei der Strahlstrom beispielsweise im Bereich von 10 nA bis 300 nA liegt.
[0074] Figur 9 zeigt das SEM 1 der Figur 1 wiederum mit einem Teil des Strahlengangs des
Primärelektronenstrahls, wobei hier ein Strahlstrom derart gewählt ist, dass er zwischen
einem hohen Strom und einem niedrigen Strom liegt. Dies ist ein Übergangsbereich zwischen
dem Hochstrommodus und dem Hochauflösungsmodus. Bei diesem Ausführungsbeispiel werden
die erste Kondensorlinse 6 und die zweite Kondensorlinse 7 derart betrieben, dass
zwischen der Elektronenquelle 2 und der Objektivlinse 10 kein Crossover des Primärelektronenstrahls
entsteht. In dem in Figur 9 dargestellten Crossover-freien Modus überlappt dieser
etwas mit dem Hochauflösungsmodus an dessen oberen Strahlstrombereich (200 pA bis
500 pA), beispielsweise wenn gilt

[0075] In dieser Überlappung zeigt der Crossover-freie Modus wegen des Fehlens des Crossovers
eine etwas besser Auflösung als der Hochauflösungsmodus (wenn die beiden Modi mit
demselben Strahlstrom verglichen werden). Für einen Strahlstrom kleiner als 200 pA,
für den dann gilt

ist nur noch der Betrieb im Hochauflösungsmodus möglich.
[0076] Die Einstellung des Strahlstroms des Primärelektronenstrahls erfolgt in Abhängigkeit
von der Untersuchungsmethode, die angewendet werden soll. Falls ein Bild der Oberfläche
der Probe 16 erzeugt werden soll, kann der Hochauflösungsmodus des SEM 1 eingestellt
werden. Hierzu wird dann ein Strahlstrom im Bereich von beispielsweise 10 pA bis 1
nA gewählt. Will man aber im Hochstrommodus arbeiten, um beispielsweise die weiter
oben genannten weiteren Untersuchungsverfahren anzuwenden, wählt man einen Strahlstrom
beispielsweise im Bereich von 10 nA bis einigen 100 nA.
[0077] Die zweite Kondensorlinse 7 weist bei dem SEM 1 die Funktion auf, den Durchmesser
des Primärelektronenbündels in der Objektivlinse 10 derart einzustellen, dass für
einen gewählten Strahlstrom eine gute laterale Auflösung erzielt wird.
[0078] Figur 6 zeigt ein weiteres Beispiel der ersten Blendeneinheit 8. Die Blendeneinheit
8 ähnelt den Figuren 2 bis 4. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Im Unterschied zu den Figuren 2 bis 4 weisen das erste Blendenelement 85 und das zweite
Blendenelement 89 keine Gelenkteile auf. Vielmehr sind das erste Blendenelement 85
und das zweite Blendenelement 89 über ein Bimetall-Element 99 miteinander verbunden.
Das Bimetall-Element 99 ist wiederum mit einer Steuer- und Versorgungseinrichtung
20 verbunden. Die Steuer- und Versorgungseinrichtung 20 weist einen optischen Sensor
21 und ein Heiz- und Kühlelement 22 auf. Durch Einfall von Licht auf den optischen
Sensor 21 kann das Heiz- und Kühlelement 22 geschaltet werden, welches wiederum das
Bimetall-Element 99 steuert. In Abhängigkeit einer Zufuhr von Wärme und Kälte kann
sich das Bimetall-Element 99 verbiegen und bewegt hierdurch das erste Blendenelement
85 und das zweite Blendenelement 89 in die Positionen an den Anschlagelementen, um
die erste Öffnungsgröße oder die zweite Öffnungsgröße der Blendenöffnung 98 zu erzielen.
Die Verwendung des optischen Sensors 21 ist deshalb von Vorteil, da der Bauplatz zwischen
der Elektronenquelle 2 und der ersten Kondensorlinse 6 gering ist und auf diese Weise
eine Steuerung des Bimetall-Elements 99 möglich ist, ohne zusätzlichen Bauplatz für
Steuerungszuleitungen bereitzustellen. Das in Figur 6 dargestellte Bimetall-Element
99 ist federnd ausgebildet und stellt dieselbe Wirkung und denselben Vorteil zur Verfügung
wie hinsichtlich der federnden Ausbildung der ersten Gelenkstelle 88 und der zweiten
Gelenkstelle 92 besprochen. Wenn man die Steuer- und Versorgungseinheit 20 nicht an
der Grundplatte 102 anordnen will, um das Vakuum in diesem Bereich nicht zu verschlechtern,
dann sieht es eine weitere Form vor, dass das Bimetall-Element 99 durch Einkoppeln
eines Lichtstrahls (beispielsweise ein Laserstrahl) in das SEM 1 bestrahlt und beheizt
wird, um so eine notwendige Biegung für einen Antrieb zu erzielen.
[0079] Figur 10 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel des SEM 1. Das SEM 1 der Figur 10
entspricht dem SEM 1 der Figur 1. Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszeichen
versehen. Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel gemäß der Figur 1 weist die erste
Blendeneinheit 8 eine Lochblendeneinheit 8a auf, welche zwischen der Anode 4 und der
ersten Blendeneinheit 8 angeordnet ist. Die Lochblendeneinheit 8a stellt eine Blendenöffnung
mit einer ersten Öffnungsgröße zur Verfügung, während die erste Blendeneinheit 8 eine
Blendenöffnung mit einer zweiten Öffnungsgröße und einer dritten Öffnungsgröße zur
Verfügung stellt. Die erste Öffnungsgröße ist deutlich größer als die dritte Öffnungsgröße.
Die erste Öffnungsgröße ist kleiner als die zweite Öffnungsgröße. Bei dieser Ausführungsform
entspricht die erste Blendeneinheit 8 der Ausführungsform gemäß den Figuren 2 bis
4 , wobei an der ersten Blendeneinheit 8 für das erste Blendenelement 85 nur das erste
Blendenanschlagelement 182 und für das zweite Blendenelement 89 nur das zweite Blendenanschlagelement
183 vorgesehen sind. Diese reichen aus, um das erste Blendenelement 85 und das zweite
Blendenelement 89 derart zu bewegen, dass die erste Öffnungsgröße (dies ist die tatsächlich
erzielte effektive Öffnung) oder die dritte Öffnungsgröße erzielt wird. Die vorgenannte
Ausführungsform weist den Vorteil auf, dass Streuelektronen im Bereich des ersten
Begrenzungselements 96 und des zweiten Begrenzungselements 97 fast vollständig vermieden
werden. Alternativ kann die erste Öffnungsgröße auch etwas größer als oder etwa gleich
groß wie die zweite Öffnungsgröße sein. Bei dieser Ausführungsform werden statt des
ersten Blendenanschlagelements 182 und des zweiten Blendenanschlagelements 183 dann
wieder das erste Anschlagelement 81, das zweite Anschlagelement 82, das dritte Anschlagelement
83 und das vierte Anschlagelement 84 benötigt. Durch Bewegen des ersten Blendenelements
85 und des zweiten Blendenelements 89 kann man nun die zweite Öffnungsgröße oder die
dritte Öffnungsgröße erzielen. Bei dieser Ausführungsform werden Streuelektronen im
Bereich des ersten Begrenzungselements 96 und des zweiten Begrenzungselements 97 zumindest
weitestgehend vermieden.
Bezugszeichenliste
[0080]
- 1
- SEM (Rasterelektronenmikroskop)
- 2
- Elektronenquelle
- 3
- Extraktionselektrode
- 4
- Anode
- 5
- Strahlführungsrohr
- 6
- erste Kondensorlinse
- 6a
- erster Polschuh
- 6b
- zweiter Polschuh
- 6c
- erste Spule
- 7
- zweite Kondensorlinse
- 7a
- dritter Polschuh
- 7b
- vierter Polschuh
- 7c
- zweite Spule
- 8
- erste Blendeneinheit
- 9
- zweite Blendeneinheit
- 10
- Objektivlinse
- 11
- Objektivlinsen-Polschuh
- 12
- dritte Spule
- 13
- Rastermittel
- 14
- Rohrelektrode
- 15
- Elektrode
- 16
- Probe
- 17
- erster Detektor
- 18
- zweiter Detektor
- 19
- dritter Detektor
- 20
- Steuer- und Versorgungseinheit
- 21
- optischer Sensor
- 22
- Heiz- und Kühlelement
- 23
- erster Verstellmechanismus
- 24
- zweiter Verstellmechanismus
- 25
- erste Ablenkeinheit
- 26
- zweite Ablenkeinheit
- 27
- dritte Ablenkeinheit
- A
- optische Achse
- 81
- erstes Anschlagelement
- 81a
- Begrenzungsteil
- 81b
- Führungselement
- 82
- zweites Anschlagelement
- 83
- drittes Anschlagelement
- 84
- viertes Anschlagelement
- 85
- erstes Blendenelement
- 86
- erstes Gelenkteil
- 87
- zweites Gelenkteil
- 88
- erste Gelenkstelle
- 89
- zweites Blendenelement
- 90
- drittes Gelenkteil
- 91
- viertes Gelenkteil
- 92
- zweite Gelenkstelle
- 93
- erstes Befestigungselement
- 94
- zweites Befestigungselement
- 95
- Piezoelement
- 96
- erstes Begrenzungselement
- 97
- zweites Begrenzungselement
- 98
- Blendenöffnung
- 99
- Bimetall-Element
- 100
- erstes Ende
- 101
- zweites Ende
- 102
- Grundplatte
- 182
- erstes Blendenanschlagelement
- 183
- zweites Blendenanschlagelement
1. Teilchenstrahlgerät (1), mit
- einem Teilchenstrahlerzeuger (2) zur Erzeugung von Teilchen, welche einen Teilchenstrahl
bilden,
- einer Objektivlinse (10) zur Fokussierung des Teilchenstrahls auf eine Probe (16),
- einer ersten Kondensorlinse (6, 6a, 6b, 6c) und einer zweiten Kondensorlinse (7,
7a, 7b, 7c), wobei ausgehend von dem Teilchenstrahlerzeuger (2) in Richtung der Objektivlinse
(10) gesehen zunächst die erste Kondensorlinse (6, 6a, 6b, 6c) und dann die zweite
Kondensorlinse (7, 7a, 7b, 7c) angeordnet sind,
- einer ersten Blendeneinheit (8), die zwischen dem Teilchenstrahlerzeuger (2) und
der ersten Kondensorlinse (6, 6a, 6b, 6c) angeordnet ist, und mit
- einer zweiten Blendeneinheit (9), die zwischen der ersten Kondensorlinse (6, 6a,
6b, 6c) und der zweiten Kondensorlinse (7, 7a, 7b, 7c) angeordnet ist,
wobei
- die erste Kondensorlinse (6) einen ersten Polschuh (6a) und einen zweiten Polschuh
(6b) aufweist, wobei ausgehend von dem Teilchenstrahlerzeuger (2) in Richtung der
Objektivlinse (10) gesehen zunächst der erste Polschuh (6a) und dann der zweite Polschuh
(6b) angeordnet sind
und wobei
- die zweite Blendeneinheit (9), vorzugsweise eine Dünnschichtblende, eine Druckstufenblende
ist, die einen ersten Bereich, in welchem ein Vakuum mit einem ersten Druck herrscht,
und einen zweiten Bereich, in welchem ein Vakuum mit einem zweiten Druck herrscht,
voneinander trennt, dadurch gekennzeichnet, dass
- sowohl der erste Polschuh (6a) als auch der zweite Polschuh (6b) unabhängig voneinander
relativ zur zweiten Blendeneinheit (9) justierbar sind.
2. Teilchenstrahlgerät (1) nach Anspruch 1, wobei
- die zweite Kondensorlinse (7) einen dritten Polschuh (7a) und einen vierten Polschuh
(7b) aufweist, wobei ausgehend von dem Teilchenstrahlerzeuger (2) in Richtung der
Objektivlinse (10) gesehen zunächst der dritte Polschuh (7a) und dann der vierte Polschuh
(7b) angeordnet sind, und wobei
- der dritte Polschuh (7a) und der vierte Polschuh (7b) gemeinsam oder unabhängig
voneinander relativ zur zweiten Blendeneinheit (9) justierbar sind.
3. Teilchenstrahlgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei zwischen der ersten Blendeneinheit
(8) und der zweiten Kondensorlinse (7, 7a, 7b, 7c) mindestens eine Ablenkeinrichtung
(25, 26, 27) angeordnet ist.
4. Teilchenstrahlgerät (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die erste Blendeneinheit
(8) eine Blendenöffnung (98) mit einer veränderbaren Öffnungsgröße aufweist.
5. Teilchenstrahlgerät (1) nach Anspruch 4, wobei
- die erste Blendeneinheit (8) ein erstes Blendenelement (85) und ein zweites Blendenelement
(89) aufweist,
- das erste Blendenelement (85) und das zweite Blendenelement (89) zur Bildung der
Blendenöffnung (98) zusammenwirken, und wobei
- das erste Blendenelement (85) und das zweite Blendenelement (89) relativ zueinander
bewegbar sind.
6. Teilchenstrahlgerät (1) nach Anspruch 5, wobei
- die erste Blendeneinheit (8) ein erstes Blendenanschlagelement (182) und ein zweites
Blendenanschlagelement (183) aufweist,
- das erste Blendenelement (85) derart beweglich ist, dass es an dem ersten Blendenanschlagelement
(182) zur Bildung der Blendenöffnung (98) anliegt, und/oder wobei
- das zweite Blendenelement (89) derart beweglich ist, dass es an dem zweiten Blendenanschlagelement
(183) zur Bildung der Blendenöffnung (98) anliegt.
7. Teilchenstrahlgerät (1) nach Anspruch 5, wobei
- die erste Blendeneinheit (8) ein erstes Anschlagelement (81) und ein zweites Anschlagelement
(82) aufweist, und wobei
- das erste Blendenelement (85) derart beweglich ist, dass es an dem ersten Anschlagelement
(81) zur Bildung der Blendenöffnung (98) mit einer ersten Öffnungsgröße oder an dem
zweiten Anschlagelement (82) zur Bildung der Blendenöffnung (98) mit einer zweiten
Öffnungsgröße anliegt.
8. Teilchenstrahlgerät (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei
- die erste Blendeneinheit (8) ein drittes Anschlagelement (83) und ein viertes Anschlagelement
(84) aufweist, und wobei
- das zweite Blendenelement (89) derart beweglich ist, dass es an dem dritten Anschlagelement
(83) oder dem vierten Anschlagelement (84) zur Bildung der Blendenöffnung (98) anliegt.
9. Teilchenstrahlgerät (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei das Teilchenstrahlgerät
(1) mindestens eines der folgenden Merkmale aufweist:
- die erste Blendeneinheit (8) weist mindestens eine Antriebseinheit (95, 99) zur
Bewegung des ersten Blendenelements (85) und/oder des zweiten Blendenelements (89)
auf,
- die erste Blendeneinheit (8) weist mindestens eine Antriebseinheit (95, 99) zur
Bewegung des ersten Blendenelements (85) und/oder des zweiten Blendenelements (89)
auf, wobei die Antriebseinheit (95) ein Piezoelement aufweist,
- die erste Blendeneinheit (8) weist mindestens eine Antriebseinheit (95, 99) zur
Bewegung des ersten Blendenelements (85) und/oder des zweiten Blendenelements (89)
auf, wobei die Antriebseinheit ein elektromagnetisches Bewegungselement aufweist,
oder
- die erste Blendeneinheit (8) weist mindestens eine Antriebseinheit (95, 99) zur
Bewegung des ersten Blendenelements (85) und/oder des zweiten Blendenelements (89)
auf, wobei die Antriebseinheit (99) ein Bimetall-Element aufweist.
10. Teilchenstrahlgerät (1) nach Anspruch 9, wobei die erste Blendeneinheit (8) mindestens
eines der folgenden Merkmale aufweist:
- die Antriebseinheit (95) weist eine Versorgungseinheit (20) auf, welche die Antriebseinheit
(95) mit Spannung versorgt, oder
- die Antriebseinheit (99) weist eine Versorgungseinheit (20) auf, welcher der Antriebseinheit
(99) Wärme zuführt oder abführt.
11. Teilchenstrahlgerät (1) nach Anspruch 9 oder 10, wobei die Antriebseinheit (99) zur
Steuerung mittels eines optischen Signals ausgelegt ist.
12. Teilchenstrahlgerät (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 11, wobei das Teilchenstrahlgerät
(1) mindestens eines der folgenden Merkmale aufweist:
- das erste Blendenelement (85) und das zweite Blendenelement (89) sind mittels eines
federnden Verbindungselements (99) miteinander verbunden, oder
- das erste Blendenelement (85) und das zweite Blendenelement (89) sind mittels eines
federnden Verbindungselements (99) miteinander verbunden, wobei das federnde Verbindungselement
(99) als Bimetall ausgebildet ist.
13. Teilchenstrahlgerät (1) nach einem der Ansprüche 5 bis 11, wobei die erste Blendeneinheit
(8) mindestens eines der folgenden Merkmale aufweist:
- das erste Blendenelement (85) ist zumindest teilweise federnd ausgebildet, oder
- das zweite Blendenelement (89) ist zumindest teilweise federnd ausgebildet.
14. Teilchenstrahlgerät (1) nach Anspruch 13, wobei die erste Blendeneinheit (8) mindestens
eines der folgenden Merkmale aufweist:
- das erste Blendenelement (85) weist ein erstes Gelenkteil (86) und ein zweites Gelenkteil
(87) auf, welche mittels einer ersten Gelenkstelle (88) miteinander verbunden sind,
oder
- das zweite Blendenelement (89) weist ein drittes Gelenkteil (90) und ein viertes
Gelenkteil (91) auf, welche mittels einer zweiten Gelenkstelle (92) miteinander verbunden
sind.
15. Teilchenstrahlgerät (1) nach Anspruch 14, wobei die erste Blendeneinheit (8) mindestens
eines der folgenden Merkmale aufweist:
- die erste Gelenkstelle (88) ist federnd ausgebildet, oder
- die zweite Gelenkstelle (92) ist federnd ausgebildet.
16. Teilchenstrahlgerät (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 15, wobei die erste Blendeneinheit
(8) mindestens eines der folgenden Merkmale aufweist:
- das erste Blendenanschlagelement (182) ist als Exzenter ausgebildet.
- das zweite Blendenanschlagelement (183) ist als Exzenter ausgebildet,
- das erste Anschlagelement (81) ist als Exzenter ausgebildet,
- das zweite Anschlagelement (82) ist als Exzenter ausgebildet,
- das dritte Anschlagelement (83) ist als Exzenter ausgebildet, oder
- das vierte Anschlagelement (84) ist als Exzenter ausgebildet.
17. Teilchenstrahlgerät (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die erste Blendeneinheit
(8) auf einem Potential im Bereich von 1 kV bis 20 kV gegenüber einem Massepotential
liegt.
1. Particle beam apparatus (1), comprising
- a particle beam generator (2) for generating particles forming a particle beam;
- an objective lens (10) for focusing the particle beam onto a sample (16);
- a first condenser lens (6, 6a, 6b, 6c) and a second condenser lens (7, 7a, 7b, 7c),
the first condenser lens (6, 6a, 6b, 6c) being situated first, and then the second
condenser lens (7, 7a, 7b, 7c) as viewed from particle beam generator (2) toward the
objective lens (10);
- a first aperture unit (8) situated between the particle beam generator (2) and the
first condenser lens (6, 6a, 6b, 6c); and
- a second aperture unit (9) situated between the first condenser lens (6, 6a, 6b,
6c) and the second condenser lens (7, 7a, 7b, 7c);
wherein
- the first condenser lens (6) has a first pole shoe (6a) and a second pole shoe (6b),
wherein, as viewed from the particle beam generator (2) toward the objective lens
(10), the first pole shoe (6a) is situated first, and then the second pole shoe (6b);
and wherein
- the second aperture unit (9), preferably a thin-film aperture, is a pressure stage
aperture separating a first area at a vacuum having a first pressure from a second
area at a vacuum having a second pressure, from each other,
characterized in that
- both the first pole shoe (6a) and the second pole shoe (6b) are adjustable relative
to the second aperture unit (9) independently of each other.
2. Particle beam apparatus (1) according to claim 1, wherein
- the second condenser lens (7) has a third pole shoe (7a) and a fourth pole shoe
(7b), the third pole shoe (7a) being situated first, and then the fourth pole shoe
(7b) as viewed from the particle beam generator (2) toward the objective lens (10);
and
- the third pole shoe (7a) and the fourth pole shoe (7b) are adjustable relative to
the second aperture unit (9) together or independently of each other.
3. Particle beam apparatus (1) according to claim 1 or 2, wherein at least one deflection
unit (25, 26, 27) is situated between the first aperture unit (8) and the second condenser
lens (7, 7a, 7b, 7c).
4. Particle beam apparatus (1) according to one of the preceding claims, wherein the
first aperture unit (8) has an aperture opening (98) having a variable opening size.
5. Particle beam apparatus (1) according to claim 4, wherein
- the first aperture unit (8) has a first aperture element (85) and a second aperture
element (89);
- the first aperture element (85) and the second aperture element (89) cooperate to
form the aperture opening (98); and wherein
- the first aperture element (85) and the second aperture element (89) are movable
relative to each other.
6. Particle beam apparatus (1) according to claim 5, wherein
- the first aperture unit (8) has a first aperture stop element (182) and a second
aperture stop element (183);
- the first aperture element (85) is movable in such a way that it contacts the first
aperture stop element (182) to form the aperture opening (98); and/or wherein
- the second aperture element (89) is movable in such a way that it contacts the second
aperture stop element (183) to form the aperture opening (98).
7. Particle beam apparatus (1) according to claim 5, wherein
- the first aperture unit (8) has a first stop element (81) and a second stop element
(82); and wherein
- the first aperture element (85) is movable in such a way that it contacts either
the first stop element (81) to form the aperture opening (98) with a first opening
size, or the second stop element (82) to form the aperture opening (98) with a second
opening size.
8. Particle beam apparatus (1) according to one of claims 5 through 7, wherein
- the first aperture unit (8) has a third stop element (83) and a fourth stop element
(84); and wherein
- the second aperture element (89) is movable in such a way that it contacts the third
stop element (83) or the fourth stop element (84) to form the aperture opening (98).
9. Particle beam apparatus (1) according to one of claims 5 through 8, wherein the particle
beam apparatus (1) has at least one of the following features:
- the first aperture unit (8) has at least one drive unit (95, 99) for moving the
first aperture element (85) and/or the second aperture element (89),
- the first aperture unit (8) has at least one drive unit (95, 99) for moving the
first aperture element (85) and/or the second aperture element (89), the drive unit
(95) having a piezoelectric element,
- the first aperture unit (8) has at least one drive unit (95, 99) for moving the
first aperture element (85) and/or the second aperture element (89), the drive unit
having an electro-magnetic moving member, or
- the first aperture unit (8) has at least one drive unit (95, 99) for moving the
first aperture element (85) and/or the second aperture element (89), the drive unit
(99) having a bimetal element.
10. Particle beam apparatus (1) according to claim 9, wherein the first aperture unit
(8) has at least one of the following features:
- the drive unit (95) has a supply unit (20) supplying voltage to the drive unit (95);
or
- the drive unit (99) has a supply unit (20) supplying heat to the drive unit (99)
or dissipating heat from it.
11. Particle beam apparatus (1) according to one of claims 9 and 10, wherein the drive
unit (99) is designed to be controlled using an optical signal.
12. Particle beam apparatus (1) according to one of claims 5 through 11, wherein the particle
beam apparatus (1) has at least one of the following features:
- the first aperture element (85) and the second aperture element (89) are connected
to each other via an elastic connecting element (99), or
- the first aperture element (85) and the second aperture element (89) are connected
to each other via an elastic connecting element (99), the elastic connecting element
(99) being designed as a bimetal.
13. Particle beam apparatus (1) according to one of claims 5 through 11, wherein the first
aperture unit (8) has at least one of the following features:
- the first aperture element (85) is at least partially elastically designed; or
- the second aperture element (89) is at least partially elastically designed.
14. Particle beam apparatus (1) according to claim 13, wherein the first aperture unit
(8) has at least one of the following features:
- the first aperture element (85) has a first jointed part (86) and a second jointed
part (87) connected to each other by a first joint (88); or
- the second aperture element (89) has a third jointed part (90) and a fourth jointed
part (91) connected to each other by a second joint (92).
15. Particle beam apparatus (1) according to claim 14, wherein the first aperture unit
(8) has at least one of the following features:
- the first joint (88) is elastically designed; or
- the second joint (92) is elastically designed.
16. Particle beam apparatus (1) according to one of claims 6 through 15, wherein the first
aperture unit (8) has at least one of the following features:
- the first aperture stop element (182) is eccentrically designed;
- the second aperture stop element (183) is eccentrically designed;
- the first stop element (81) is eccentrically designed;
- the second stop element (82) is eccentrically designed;
- the third stop element (83) is eccentrically designed; or
- the fourth stop element (84) is eccentrically designed.
17. Particle beam apparatus (1) according to one of the preceding claims, wherein the
first aperture unit (8) is at a potential in the range from 1 kV to 20 kV with respect
to a ground potential.
1. Appareil à faisceau de particules (1), comprenant
- un générateur de faisceau de particules (2) pour générer des particules, lesquelles
constituent un faisceau de particules,
- une lentille d'objectif (10) pour focaliser le faisceau de particules sur un échantillon
(16),
- une première lentille de condensateur (6, 6a, 6b, 6c) et une seconde lentille de
condensateur (7, 7a, 7b, 7c) qui, en regardant depuis le générateur de faisceau de
particules (2) vers la lentille d'objectif (10), sont agencées l'une derrière l'autre
en commençant par la première lentille de condensateur (6, 6a, 6b, 6c) et ensuite
la seconde lentille de condensateur (7, 7a, 7b, 7c),
- une première unité de diaphragme (8), qui est agencée entre le générateur de faisceau
de particules (2) et la première lentille de condensateur (6, 6a, 6b, 6c), et avec
- une seconde unité de diaphragme (9), qui est agencée entre la première lentille
de condensateur (6, 6a, 6b, 6c) et la seconde lentille de condensateur (7, 7a, 7b,
7c),
dans lequel
- la première lentille de condensateur (6) présente une première pièce polaire (6a)
et une deuxième pièce polaire (6b) qui, en regardant depuis le générateur de faisceau
de particules (2) vers la lentille d'objectif (10), sont agencées l'une derrière l'autre
en commençant par la première pièce polaire (6a), et ensuite la deuxième pièce polaire
(6b)
et dans lequel
- la seconde unité de diaphragme (9), de préférence un diaphragme à film mince, est
un diaphragme à palier de pression, qui sépare une première zone, dans laquelle règne
un vide à une première pression, et une seconde zone, dans laquelle règne un vide
à une seconde pression,
caractérisé en ce que
non seulement la première pièce polaire (6a) mais également la deuxième pièce polaire
(6b) sont réglables indépendamment l'une de l'autre par rapport à la seconde unité
de diaphragme (9).
2. Appareil à faisceau de particules (1) selon la revendication 1, dans lequel
- la seconde lentille de condensateur (7) présente une troisième pièce polaire (7a)
et une quatrième pièce polaire (7b) qui, en regardant depuis le générateur de faisceau
de particules (2) vers la lentille d'objectif (10), sont agencées l'une derrière l'autre
en commençant par la troisième pièce polaire (7a), et ensuite la quatrième pièce polaire
(7b), et dans lequel
- la troisième pièce polaire (7a) et la quatrième pièce polaire (7b) sont réglables
simultanément indépendamment l'une de l'autre par rapport à la seconde unité de diaphragme
(9).
3. Appareil à faisceau de particules (1) selon la revendication 1 ou 2, dans lequel au
moins un déflecteur (25, 26, 27) est agencé entre la première unité de diaphragme
(8) et la seconde lentille de condensateur (7, 7a, 7b, 7c).
4. Appareil à faisceau de particules (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel la première unité de diaphragme (8) présente une ouverture de diaphragme
(98) ayant une taille d'ouverture variable.
5. Appareil à faisceau de particules (1) selon la revendication 4, dans lequel
- la première unité de diaphragme (8) présente un premier élément de diaphragme (85)
et un second élément de diaphragme (89),
- le premier élément de diaphragme (85) et le second élément de diaphragme (89) collaborent
pour mettre en oeuvre l'ouverture de diaphragme (98), et dans lequel
- le premier élément de diaphragme (85) et le second élément de diaphragme (89) peuvent
être déplacés l'un par rapport à l'autre.
6. Appareil à faisceau de particules (1) selon la revendication 5, dans lequel
- la première unité de diaphragme (8) présente un premier élément de butée de diaphragme
(182) et un second élément de butée de diaphragme (183),
- le premier élément de diaphragme (85) est mobile de manière à être placé contre
le premier élément de butée de diaphragme (182) pour mettre en oeuvre l'ouverture
de diaphragme (98), et/ou dans lequel
- le second élément de diaphragme (89) est mobile de manière à être placé contre le
second élément de butée de diaphragme (183) pour mettre en oeuvre l'ouverture de diaphragme
(98).
7. Appareil à faisceau de particules (1) selon la revendication 5, dans lequel
- la première unité de diaphragme (8) présente un premier élément de butée (81) et
un deuxième élément de butée (82), et dans lequel
- le premier élément de diaphragme (85) est mobile de manière à être placé contre
le premier élément de butée (81) pour mettre en oeuvre l'ouverture de diaphragme (98)
avec une première taille d'ouverture ou contre le deuxième élément de butée (82) pour
mettre en oeuvre l'ouverture de diaphragme (98) avec une seconde taille d'ouverture.
8. Appareil à faisceau de particules (1) selon l'une quelconque des revendications 5
à 7, dans lequel
- la première unité de diaphragme (8) présente un troisième élément de butée (83)
et un quatrième élément de butée (84), et dans lequel
- le second élément de diaphragme (89) est mobile de manière à être placé contre le
troisième élément de butée (83) ou contre le quatrième élément de butée (84) pour
mettre en oeuvre l'ouverture de diaphragme (98).
9. Appareil à faisceau de particules (1) selon l'une quelconque des revendications 5
à 8, dans lequel l'appareil à faisceau de particules (1) présente au moins l'une des
caractéristiques suivantes :
- la première unité de diaphragme (8) présente au moins une unité d'entraînement (95,
99) pour déplacer le premier élément de diaphragme (85) et/ou le second élément de
diaphragme (89),
- la première unité de diaphragme (8) présente au moins une unité d'entraînement (95,
99) pour déplacer le premier élément de diaphragme (85) et/ou le second élément de
diaphragme (89), l'unité d'entraînement (95) présentant un élément piézo-électrique,
- la première unité de diaphragme (8) présente au moins une unité d'entraînement (95,
99) pour déplacer le premier élément de diaphragme (85) et/ou le second élément de
diaphragme (89), l'unité d'entraînement présentant un élément de déplacement électromagnétique,
ou
- la première unité de diaphragme (8) présente au moins une unité d'entraînement (95,
99) pour déplacer le premier élément de diaphragme (85) et/ou le second élément de
diaphragme (89), l'unité d'entraînement (99) présentant un élément bimétallique.
10. Appareil à faisceau de particules (1) selon la revendication 9, dans lequel la première
unité de diaphragme (8) présente au moins l'une des caractéristiques suivantes :
- l'unité d'entraînement (95) présente une unité d'alimentation (20), qui fournit
une tension à l'unité d'entraînement (95), ou
- l'unité d'entraînement (99) présente une unité d'alimentation (20), qui évacue la
chaleur de l'unité d'entraînement (99), ou qui conduit de la chaleur vers celle-ci.
11. Appareil à faisceau de particules (1) selon la revendication 9 ou 10, dans lequel
l'unité d'entraînement (99) est positionnée pour commander à l'aide d'un signal optique.
12. Appareil à faisceau de particules (1) selon l'une quelconque des revendications 5
à 11, dans lequel l'appareil à faisceau de particules (1) présente au moins l'une
des caractéristiques suivantes :
- le premier élément de diaphragme (85) et le second élément de diaphragme (89) sont
reliés l'un à l'autre au moyen d'un élément de liaison élastique (99), et
- le premier élément de diaphragme (85) et le second élément de diaphragme (89) sont
reliés l'un à l'autre au moyen d'un élément de liaison élastique (99), l'élément de
liaison élastique (99) étant réalisé sous une forme bimétallique.
13. Appareil à faisceau de particules (1) selon l'une quelconque des revendications 5
à 11, dans lequel la première unité de diaphragme (8) présente au moins une des caractéristiques
suivantes :
- le premier élément de diaphragme (85) est réalisé au moins partiellement élastique,
ou
- le second élément de diaphragme (89) est réalisé au moins partiellement élastique.
14. Appareil à faisceau de particules (1) selon la revendication 13, dans lequel la première
unité de diaphragme (8) présente au moins une des caractéristiques suivantes :
- le premier élément de diaphragme (85) présente une première pièce d'articulation
(86) et une deuxième pièce d'articulation (87), qui sont reliées l'une à l'autre à
l'aide d'un premier point d'articulation (88), ou
- le deuxième élément de diaphragme (89) présente une troisième pièce d'articulation
(90) et une quatrième pièce d'articulation (91), qui sont reliées l'une à l'autre
à l'aide d'un second point d'articulation (92).
15. Appareil à faisceau de particules (1) selon la revendication 14, dans lequel la première
unité de diaphragme (8) présente au moins une des caractéristiques suivantes :
- le premier point d'articulation (88) est réalisé élastique, ou
- le second point d'articulation (92) est réalisé élastique.
16. Appareil à faisceau de particules (1) selon l'une quelconque des revendications 6
à 15, dans lequel la première unité de diaphragme (8) présente au moins une des caractéristiques
suivantes :
- le premier élément de butée de diaphragme (182) est réalisé sous la forme d'un excentrique,
- le second élément de butée de diaphragme (183) est réalisé sous la forme d'un excentrique,
- le premier élément de butée (81) est réalisé sous la forme d'un excentrique,
- le deuxième élément de butée (82) est réalisé sous la forme d'un excentrique,
- le troisième élément de butée (83) est réalisé sous la forme d'un excentrique, ou
- le quatrième élément de butée (84) est réalisé sous la forme d'un excentrique.
17. Appareil à faisceau de particules (1) selon l'une quelconque des revendications précédentes,
dans lequel la première unité de diaphragme (8) est à un potentiel dans la plage de
1 kV à 20 kV par rapport à un potentiel de masse.