Stand der Technik
[0001] DE 196 50 865 A1 bezieht sich auf ein Magnetventil zur Steuerung des Kraftstoffdruckes in einem Steuerraum
eines Einspritzventils, etwa eines Common-Rail-Einspritzsystems. Über den Kraftstoffdruck
im Steuerraum wird eine Hubbewegung eines Ventilkörpers gesteuert, mit dem eine Einspritzöffnung
des Einspritzventils geöffnet oder geschlossen wird. Das Magnetventil umfasst einen
Elektromagneten, einen beweglichen Anker und ein mit dem Anker bewegtes und von einer
Ventilschließfeder in Schließrichtung beaufschlagtes Ventilglied, das mit dem Ventilsitz
des Ventilgliedes zusammenwirkend, den Kraftstoffausstoß aus dem Steuerraum steuert.
[0002] Kraftstoffinjektoren, die an Hochdruckspeichereinspritzsystemen (Common-Rail) eingesetzt
werden, können auch einen zweiteilig aufgebauten Anker aufweisen, der ebenfalls durch
ein Magnetventil betätigt wird. Der Anker übt in jedem Falle im stromlosen Fall des
Magnetventils die Schließkraft auf eine Ventilkugel aus. Wird der Elektromagnet bestromt,
bewegt sich der Anker um den Ankerhub nach oben, entgegen der auf die Ventilkugel
wirkenden Schließkraft, und ein Abströmventil öffnet. Eine Ankerführung, die fest
im Injektorkörper des Kraftstoffinjektors verschraubt ist, nimmt den Ankerbolzen auf.
Auf dem Ankerbolzen wird die Ankerplatte geführt, die ihrerseits vom Elektromagneten
angezogen wird. Der Ankerbolzen kann aufgrund des Führungsspieles in der Ankerführung
kippen. Die Ankerplatte ihrerseits kann auf dem Ankerbolzen verkippen, so dass sich
die Gesamtkippung der Baugruppe Ankerbolzen/Ankerplatte in Bezug auf die Injektorhauptachse
als Summe der Führungsspiele bestimmen lässt.
[0003] Bei Kraftstoffinjektoren, die mittels Magnetventil betätigt werden, wird ein Restluftspalt
zwischen der Ankerplatte und der unteren Stirnseite der Magnetspule in der Regel durch
Einlegen einer Restluftspaltscheibe aus einem nicht-magnetischen Material, die eine
klassierte Einstellscheibe darstellt, eingestellt. Über den Restluftspalt soll ein
Kleben der Ankerplatte an der bestromten Magnetspule verhindert werden, um ein verzögertes
Ansprechen des Magnetventils am Kraftstoffinjektor zu vermeiden.
[0004] Aus dem
DE 2006 021 735 geht ein Magnetventil für einen Kraftstoffinjektor hervor, bei dem die Ankerplatte
gegenüberliegend zu einer im Magnetkern begrenzenden Hülse 30 einen vorstehenden,
umlaufenden Absatz aufweist. Diesen Absatz verläuft somit nicht dem Innenpol des Magnettopfes
gegenüberliegend, sondern der Hülse 28 gegenüberliegend, an die er auch anschlägt,.
Außerdem ist der umlaufende Absatz nicht mit einer deutlichen Planfläche ausgeführt,
deren Übergänge an der Stirnseite der Ankerplatte stetig verlaufen.
[0005] Aus
DE 10 2006 020 689 ist ein Magnetventil bekannt, bei dem ein Ankerbolzen 28 über die Magnetplatte 26
vorsteht, so dass die Stirnseite des Ankerbolzens 28 einen Überstand 48 bildet, mit
dem die Ankerbaugruppe 24 an der Stirnseite am Magnettopf 16 anschlägt. Der Überstand
48 bildet dabei den Restluftspalt (vgl. Absatz 0025).
[0006] Aus
WO 03/002868)ist ein weiteres Magnetventil bekannt, bei dem zwischen den Polflächen eine Distanzelement
26 in Form einer an der Polfläche der Ankerplatte aufgebrachten Beschichtung ausgebildet
ist.
Offenbarung der Erfindung
[0007] Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, anstelle einer Restluftspaltscheibe, die ein
separates und hochgenau bearbeitetes Bauteil darstellt, diesen Restluftspalt über
einen Ansatz oder eine Stufe, die bevorzugt an einer den Magnetspulen des Magnetventils
gegenüberliegenden Planseite der Ankerplatte ausgebildet wird, einzustellen. Damit
entfällt die hochgenau bearbeitete, eine klassierte Einstellscheibe darstellende Restluftspaltscheibe,
so dass die Herstellkosten des Magnetventils bei Entfall dieses hochgenau bearbeiteten
Bauteiles drastisch gesenkt werden können. Durch einen Absatz beziehungsweise eine
Stufe an der der Magnetspule gegenüberliegenden Planseite der Ankerplatte entsteht
ein Absatz beziehungsweise eine Stufe, die derart ausgelegt wird, dass die Ankerbaugruppe
durch die sich einstellende hydraulische Dämpfung so stark gedämpft wird, dass dieser
nur noch so schnell an der Stirnseite des Magnetkerns der Magnetbaugruppe anschlägt,
dass weder Anker noch der Magnetkern geschädigt werden und Prellerscheinungen unterdrückt
werden.
[0008] Ein weiterer Nachteil des aus
DE 196 50 865 A1 oder aus
DE 2006021735 A1 zum Beispiel bekannten Magnetventils liegt darin, dass im Falle eines verkippt im
Magnetventil aufgenommenen Ankers dieser beim Öffnen einseitig auf eine Kante der
hochgenau bearbeiteten Restluftspaltscheibe aufschlägt. Dies führt auf Dauer zu einer
Schädigung der in der Regel 50 µm dicken Restluftspaltscheibe. Wird der Restluftspalt
über einen eingeschliffenen Absatz realisiert, stehen weniger Verformungen des Absatzes
aufgrund der höheren Materialfülle zu erwarten.
[0009] Vorteilhaft beim erfindungsgemäß vorgeschlagenen Hubanschlag über einen Absatz im
Anker ist der Umstand, dass aufgrunddessen die von der Magnetspule des Magnetventils
erzeugte Magnetkraft eine leichte Erhöhung erfährt. Dadurch kann der Strom durch die
Magnetspule abgesenkt werden und die Boostzeit, die Zeit, während der eine erhöhte
Boostspannung anliegt, verkürzt werden. Durch einen abgesenkten Strom ergibt sich
eine niedrigere Wärmebelastung der Magnetspule und des diese ansteuernden Steuergerätes.
Daraus wiederum ergibt sich, dass das Steuergerät entsprechend der an dieses geforderten
Anforderungen kostengünstig ausgeführt werden kann.
[0010] Bleibt der Ankerstrom konstant, kann der Anker kleiner ausgeführt werden, was zu
einem die Baugröße des Magnetventils vorteilhaft beeinflussenden kleinerbauenden Anker
führt. Eine kleinere Masse des Ankers wiederum ergibt eine geringere Sitzbelastung,
eine kleinere Ankerfläche führt zu einem geringeren hydraulischen Einfluss auf die
Ankerbewegung.
[0011] Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Lösung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 hat den
potenziellen Nachteil, dass der Anker in der oberen Position am Magneten "kleben"
bleibt, da der Abstand zwischen dem Absatz auf dem Anker, d.h. auf dessen oberer Planseite
und dem Magnettopf auf Null sinkt. Mit Hilfe einer Magnetkraftsimulation kann jedoch
gezeigt werden, dass der Kraftaufbau bei der vorgeschlagenen Lösung nur geringfügig
schneller und der Kraftabbau geringfügig langsamer ist. Durch eine Anpassung der Ansteuerung
können demnach gleiche Schaltzeiten erreicht werden.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführungsvariante der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung
ist auf der Oberseite des Magnetankers, d.h. auf der Planseite, die der Magnetspule
im Magnetkern zuweist, im radial innenliegenden Bereich ein Absatz spanabhebend gefertigt,
der exakt die Höhe des erforderlichen Restluftspaltes hat. Wird die Magnetspule nun
bestromt, so erfolgt ein Anziehen des Ankers durch den Elektromagneten. In der oberen
Hubposition des Ankers, die durch den in diesen eingeschliffenen Absatz vorgegeben
wird, bleibt über den Großteil der Ankeroberseite ein Restluftspalt bestehen, so dass
der Absatz, der zum Beispiel in die obere Planseite der Ankerscheibe der Ankerbaugruppe
eingeschliffen oder eingedreht wird, die Funktion der entfallenen Restluftspaltscheibe
übernimmt.
[0013] Wird der Absatz radial innenliegend in Bezug auf die obere Planseite beziehungsweise
deren Durchmesser ausgeführt, so geht dies mit dem Vorteil einer kleineren Oberfläche
und damit eines kleineren Einflusses auf die hydraulische Dämpfung einher. Durch Abrunden
von Absatzkanten kann vermieden werden, dass bei einem schräg auftreffenden Anker
auf die der Planfläche der Ankerbaugruppe gegenüberliegende Stirnseite des Elektromagneten
Verschleiß oder Verformung, über die Lebensdauer des Magnetventils gesehen, auftreten.
[0014] Im radial innenliegenden Bereich, im Bereich des Innenpoles des Magnettopfes, wird
der Absatz eingedreht oder eingeschliffen. Der Absatz hat genau die Höhe des vorgegebenen
Restluftspaltes, so dass die bisher eingesetzte Restluftspaltscheibe, die diesen einstellt,
entfallen kann. Wird die in den Magnettopf eingelassene Magnetspule nun bestromt,
so wird die Ankerplatte der Ankerbaugruppe von der Magnetspule angezogen. In der oberen
Position der Ankerplatte der Ankerbaugruppe, die durch den Absatz vorgegeben wird,
stellt sich in radiale Richtung über die Oberseite der Ankerplatte gesehen der Restluftspalt
ein. Die radial innenliegende Position des Absatzes, z.B. dem Innenpol des Magnettopfes
gegenüberliegend, hat den Vorteil einer kleineren Oberfläche und damit eines kleineren
Einflusses auf die hydraulische Dämpfung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0015] Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nachstehend eingehender beschrieben.
[0016] Es zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht eines Magnetventiles,
- Figur 1.1
- eine Darstellung in erheblich vergrößertem Maßstab der im Innenpol des Magnettopfes
gegenüberliegenden Planseite der Ankerplatte mit eingearbeitetem Absatz und
- Figur 2
- eine Gegenüberstellung der Magnetkraft, der Spannung sowie des Hubweges eines Ankers
jeweils mit Restluftspaltscheibe und - wie erfindungsgemäß vorgeschlagen - mit Absatz
im radial innenliegenden Bereich.
Ausführungsformen
[0017] Figur 1 ist ein Magnetventil in schematischer Anordnung zu entnehmen.
[0018] Ein Magnetventil 10, welches insbesondere der Betätigung eines Kraftstoffinjektors
zum Einspritzen von Kraftstoff in selbstzündende Verbrennungskraftmaschinen dient,
umfasst eine Magnetbaugruppe 12. Die Magnetbaugruppe 12 umfasst im Wesentlichen einen
Magnettopf 14 beziehungsweise einen Magnetkern 14, in den eine Magnetspule 16 eingebettet
ist. Die Magnetspule 16 wird über in Figur 1 nicht dargestellte Kontaktierungspins
bestromt und weist eine Stirnseite 18 auf, die einer Ankerplatte 24 einer Ankerbaugruppe
gegenüberliegt. Die Ankerbaugruppe umfasst neben der Ankerplatte 24 einen Ankerbolzen
22. Die Stirnseite 18, die der Ankerplatte 24 gegenüberliegt, ist durch die Magnetspule
16 in einen Innenpol 30 und einen Außenpol 32 geteilt. Der Magnettopf 14 der Ankerbaugruppe
12 umfasst eine Durchgangsöffnung 20, durch die sich ein Zapfen des Ankerbolzens 22
der Ankerbaugruppe in axiale Richtung erstreckt.
[0019] Wenngleich in Figur 1 nicht näher dargestellt, ist die Magnetspule 16 in einer Einbettung
im Magnettopf 14 aufgenommen und so angeordnet, dass sie möglichst nahe an der Stirnseite
18 des Magnettopfes 14, die der Ankerplatte 24 zuweist, ausgerichtet ist. Sowohl der
Ankerbolzen 22 sowie die mit diesem gefügte Ankerplatte 24 als auch Magnetspule 16
und Magnettopf 14 sind rotationssymmetrisch ausgeführt.
[0020] In der Darstellung gemäß Figur 1.1 ist der Bereich zwischen der Stirnseite des Magnettopfes
und der diesem gegenüberliegenden Ankerplatte in vergrößertem Maßstab herausgezeichnet.
[0021] Figur 1.1 zeigt, dass in dieser Ausführungsvariante die Ankerplatte 24 an einer Fügestelle
50 am Ankerbolzen 22 zum Beispiel über eine Presspassung gefügt ist. Die sich in radiale
Richtung erstreckende Ankerplatte 24 weist an ihrer ersten Stirnseite 26 einen Absatz
42 beziehungsweise eine Erhebung 42 auf, welche dem in Figur 1 dargestellten Innenpol
30 des Magnettopfes 14 beziehungsweise des Magnetkerns 14 gegenüberliegt. Die Höhe,
über welche eine Planfläche 46 des Absatzes 42 über die erste Stirnseite 26 der Ankerplatte
24 hervorsteht, definiert einen Restluftspalt 52. Dieser ist demnach durch die Höhe
definiert, um welche die Planfläche 46 des Absatzes 42 beziehungsweise der Erhebung
42 aus der ersten Stirnseite 26 hinausragt. Die bisher zur Einstellung des Restluftspaltes
52 erforderliche Restluftspaltscheibe ist - wie aus Figur 1.1 hervorgeht - entfallen.
[0022] Figur 1.1 zeigt des Weiteren, dass die Planfläche 46 des Absatzes 42 eine erste Schräge
44 und eine zweite Schräge 48 aufweist, um einen scharfkantigen Übergang zwischen
den Enden des im Wesentlichen in Ringform ausgebildeten Absatzes 42 und der Planfläche
26 zu vermeiden. Anstelle der in Figur 1.1 angedeuteten ersten Schräge 44 und der
zweiten Schräge 48 könnten auch Rundungen mit großem Radius vorgesehen sein. Verkippt
die Ankerplatte 24 beziehungsweise die Ankerbaugruppe samt Ankerbolzen 22, so wird
durch die Ausbildung der Schrägen 44 beziehungsweise 48 eine Beschädigung der Stirnseite
18 des Magnettopfes 14 der Magnetbaugruppe 12 vermieden, da scharfkantige Übergänge
fehlen. Neben der Möglichkeit einer Beschädigung ist auch eine Deformation der Stirnseite
18 des Magnettopfes 14 beziehungsweise des Magnetkerns 14 ausgeschlossen.
[0023] Wird die Magnetspule 16 am Magnettopf 14 bestromt, so wird die Ankerplatte 24 von
der Magnetspule 16 angezogen. In der oberen Position der Ankerplatte 24, die durch
die Höhe des Absatzes 42 beziehungsweise die Position der Planfläche 46 des Absatzes
42 in Bezug auf die Stirnseite 18 des Magnettopfes 14 gebildet ist, bleibt über den
Großteil der ersten Stirnseite 26 der Ankerplatte 24 der Restluftspalt 52 bestehen.
Die radial innenliegende Position des Absatzes 42 in Bezug auf die erste Stirnseite
26 der Ankerplatte 24 hat des Weiteren den Vorteil, eine kleine Oberfläche darzustellen
und damit einen relativ geringen, wenn nicht vernachlässigbaren Einfluss auf die hydraulische
Dämpfung auszuüben.
[0024] Durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Lösung der Ausbildung des Absatzes 42 auf
der ersten Stirnseite 26 der Ankerplatte 24 und deren Auslegung kann die Ankerbaugruppe
durch die hydraulische Dämpfung so stark gedämpft werden, dass die Ankerplatte 24
nur noch so stark an der Stirnseite 18 des Magnettopfes 14 anschlägt, dass weder die
erste Planseite 26 der Ankerplatte 24 noch die Stirnseite 18 des Magnettopfes 14 der
Magnetbaugruppe 12 eine mechanische Beschädigung erfahren.
[0025] Bei dem vorgeschlagenen Absatz 42 im radial innenliegenden Bereich der ersten Stirnseite
26 der Ankerplatte 24 ist zudem der Vorteil erreichbar, dass die Magnetkraft leicht
erhöht wird. Dies gestattet eine Absenkung des durch die Magnetspule 26 fließenden
Stromes in absoluter Höhe sowie eine Verkürzung der Boostzeit, während der ein erhöhtes
Spannungsniveau anliegt, was zum unerwünschten Erwärmen der Magnetspule 16 beiträgt.
Durch einen im Vergleich zu bisherigen Einsatzfällen abgesenkten Strom beim Bestromen
der Magnetspule 16 ergibt sich eine niedrigere Wärmebelastung derselben sowie des
zugehörigen Steuergerätes.
[0026] Figur 2 zeigt eine Gegenüberstellung von Magnetkraftverläufen, Hubwegen und der Bestromungsspannung
der Magnetspule 16 für einen Anker mit Restluftspaltscheibe und mit - wie erfindungsgemäß
vorgeschlagen - im radial innenliegenden Bereich der Stirnseite der Ankerplatte liegendem
Absatz.
[0027] Figur 2 ist zu entnehmen, dass bei einem Anker mit Restluftspaltscheibe die Magnetkraft
entsprechend des Kurvenzuges 60 verläuft. Der Kurvenzug 60 - aufgetragen über die
Zeit - ist durch ein ausgeprägtes erstes Maximum 62 am Ende eines Plateaus 66 gekennzeichnet
sowie durch ein relatives Maximum 64, welches im Absolutbetrag geringer ist als das
erste Maximum 62. Bis zum Erreichen des Plateaus 66 ist die Magnetspule mit einem
ersten Spannungsniveau 89.1 bestromt, vergleiche Verlauf der Spannung (Bezugszeichen
80).
[0028] Nach Erreichen des Maximums 62 wird die Spannung an der Magnetspule 16 bis auf ein
Niveau eines ersten Spannungsabfalls 82 zurückgenommen und anschließend erfolgt eine
erneute Spannungserhöhung 86, an die sich ein zweiter Spannungsabfall 84 wieder anschließt.
Diese Spannungserhöhung 86 ist die Ursache für das Erreichen des Nebenmaximums 74
im Verlauf 70 der Magnetkraft für einen Anker mit dem erfindungsgemäß vorgeschlagenen,
im radial innenliegenden Bereich liegenden Absatz 42 beziehungsweise der dort angeordneten
Erhebung.
[0029] Wie aus einem Vergleich der beiden Magnetkraftverläufe 60 beziehungsweise 70 für
einen Anker mit Restluftspaltscheibe sowie für den erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Anker mit Absatz 42 hervorgeht, verlaufen diese im Wesentlichen ähnlich.
[0030] Bezugszeichen 80 bezeichnet den Verlauf der Spannung, die an dem Magnetventil 26
der Magnetbaugruppe 12 angelegt wird. Diese schwankt zwischen einem ersten Spannungsniveau
87.1, welches nach Erreichen des Plateaus 66 - abzulesen im Verlauf der Magnetkraft
- auf ein zweites Spannungsniveau 87.2 abfällt. In diesem zweiten Spannungsniveau
87.2 wird die Spannung entsprechend des Verlaufes 80 nochmals zurückgenommen, und
zwar zum ersten Spannungsabfall 82, während dessen sich ein starker Abfall der Magnetkraft
einstellt.
[0031] Der Magnetkräfte 60 beziehungsweise 70 stellen sich gegen Ende der Spannungserhöhung
86 ein, an die wiederum sich ein zweiter Spannungsabfall 84 anschließt. Während des
zweiten Spannungsabfalles fallen die Magnetkräfte 60 beziehungsweise 70 entsprechend
des Hystereseverhaltens der Magnetspule 26 nahezu identisch in Bezug aufeinander ab.
[0032] Mit Bezugszeichen 90 beziehungsweise 100 sind die Hubverläufe des Ankers mit Restluftspaltscheibe,
vergleiche Position 90, sowie der Hubverlauf 100 des Ankers mit Absatz 42 bezeichnet,
einander gegenübergestellt. Ein Vergleich der beiden Hubverläufe 90 beziehungsweise
100 zeigt, dass sich beim Hub des Ankers mit Ankerplatte 24 mit dem erfindungsgemäß
vorgeschlagenen Absatz 42 ausgebildet, ein Zeitgewinn 104 erreichen lässt, da der
erfindungsgemäß vorgeschlagene Anker früher seinen Anschlag an der Stirnseite 18 des
Magnettopfes 14 erreicht.
[0033] Im Vergleich zum Hubverlauf 90 eines Ankers mit Restluftspaltscheibe, der eine niedrigere
Anstiegsflanke 102 aufweist, verglichen mit der Anstiegsflanke des Hubverlaufes des
Ankers 100 mit im innenliegenden Radialbereich angeordnetem Absatz 42, ergibt sich
bei diesem eine zeitliche Verzögerung in Bezug auf das Erreichen des oberen Hubanschlages.
Mit Bezugszeichen 102 ist eine Anstiegsflanke bezeichnet, die beim Hubverlauf 100
für einen Anker mit Absatz auftritt. Demgegenüber ist mit Bezugszeichen 92 die Anstiegsflanke
des Hubverlaufes 90 für einen Anker mit Restluftspalt dargestellt.
[0034] Aus der Darstellung gemäß Figur 2 geht hervor, dass der Kraftaufbau der erfindungsgemäß
vorgeschlagenen Lösung gemäß des Magnetkraftverlaufes 70, der den Magnetkraftverlauf
für einen Anker mit Absatz charakterisiert, geringfügig schneller erfolgt, im Vergleich
zu einer Ausführungsvariante mit Hubanschlag mit Restluftspaltscheibe, die aus nichtmagnetischem
Werkstoff gefertigt ist. Dieser Kraftaufbau ist in der Darstellung gemäß Figur 2 durch
den Magnetkraftverlauf 60 für einen Anker mit Restluftspaltscheibe dargestellt. Bei
der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Lösung erreicht die Ankerplatte 24 der Ankerbaugruppe
früher, d.h. um ein Δt 104, was einem Zeitgewinn gleichkommt, ihre maximale Position
an der Stirnseite 18 des Magnettopfes 14 bei Bestromung der Magnetspule 16. Dies bedeutet,
dass die Spannung an der Magnetspule 16 der Magnetbaugruppe 12 ausgehend vom Boostspannungsniveau
87.1 auf ein geringeres Spannungsniveau, d.h. ein Bordspannungsniveau 87.2, welches
dem zweiten Spannungsniveau entspricht, abgesenkt werden kann. Die Absenkung erfolgt
früher im Vergleich zur Absenkung eines Spannungsverlaufes bei einem Anker mit Restluftspaltscheibe,
der hier jedoch aus darstellerischen Gründen nicht dargestellt ist. Durch den schnelleren
Kraftaufbau beim Einschalten mit einem sich einstellenden Magnetkraftverlauf 70 für
einen Anker mit Absatz kann bei dieser Lösung der Strom durch die Magnetspule 16 früher
ausgeschaltet werden. Dadurch lässt sich ein langsamer erfolgender Kraftabbau kompensieren,
so dass die Schaltzeit des Ankers entsprechend des Magnetkraftverlaufes 70 für einen
Anker mit Absatz annähernd dieselbe ist.
[0035] Durch den Anker mit Absatz kann bei gleicher Funktion wie bei einem Anker mit Restluftspaltscheibe
die Magnetbaugruppe 12 kostengünstiger gefertigt werden.
[0036] Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Lösung hat den potenziellen Nachteil, dass die
Ankerplatte 24 in der oberen Position am Magnettopf 14 "kleben" bleibt, da der Abstand
zwischen dem Absatz 42 auf der ersten Stirnseite 26 der Ankerplatte 24 und der Stirnseite
18 des Magnettopfes 14 auf Null sinkt. Der Kraftaufbau bei der vorgeschlagenen Lösung
ist geringfügig schneller, d.h. die Ankerplatte 24 der Ankerbaugruppe erreicht früher
ihre maximale Position - der Stirnseite 18 des Magnettopfes 14 bei Bestromung der
Magnetspule 26 gegenüberliegend, wohingegen der Kraftabbau geringfügig langsamer ist.
1. Magnetventil (10) mit einer Magnetbaugruppe (12), einen Magnettopf mit daran eingebetteter
Magnetspule (16) umfassend, sowie mit einer Ankerbaugruppe, mit ein- oder mehrteilig
angeordneten Ankerbolzen (22) und/oder Ankerplatte (24), wobei die Ankerplatte (24)
an einem radial innenliegenden Bereich einen umlaufenden Absatz (42) aufweist, welcher
die Höhe eines Resduftspaltes (52) definiert, dadurch gekennzeichnet, dass der umlaufend ausgebildete Absatz (42) an einer der Magnetspule (16) gegenüberliegenden
Planseite der Ankerplatte (24) aus einer ersten Stirnseite (26) hinausragt und im
radial innenliegenden Bereich der Ankerplatte (24) einem Innenpol (30) des Magnettopfes
(14) der Magnetbaugruppe (12) gegenüberliegend verläuft, und dass der Absatz (42)
eine Planfläche (46) aufweist, deren Übergänge in die erste Stirnseite (26) der Ankerplatte
(24) stetig verlaufen.
2. Magnetventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Übergänge als Schrägen (44, 48) ausgebildet sind.
3. Magnetventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Übergänge gerundet ausgebildet sind.
4. Magnetventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Absatz (42) in die erste Planseite (26) der Ankerplatte (24) eingeschliffen ist.
5. Magnetventil (10) gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Absatz (42) im radial innenliegenden Bereich der ersten Planseite (26) der Ankerplatte
(24) in diese eingedreht ist.
1. Solenoid valve (10) having a magnet assembly (12) comprising a magnet pot with a magnet
coil (16) embedded in it, and having an armature assembly with an armature bolt (22)
and/or an armature plate (24) which are/is arranged in one piece or in several pieces,
with the armature plate (24) having a circumferential projection (42) on a radially
inner region, the said circumferential projection defining the height of a residual
air gap (52), characterized in that the circumferentially formed projection (42) on a flat face, which is situated opposite
the magnet coil (16), of the armature plate (24) projects from a first end face (26)
and runs such that it is situated opposite an internal pole (30) of the magnet pot
(14) of the magnet assembly (12) in the radially inner region of the armature plate
(24), and in that the projection (42) has a flat surface (46), the transitions of this flat surface
into the first end face (26) of the armature plate (24) having a continuous profile.
2. Solenoid value (10) according to Claim 1, characterized in that the transitions are in the form of slopes (44, 48).
3. Solenoid valve (10) according to Claim 1, characterized in that the transitions are of rounded design.
4. Solenoid valve (10) according to Claim 1, characterized in that the projection (42) is ground into the first flat face (26) of the armature plate
(24).
5. Solenoid valve (10) according to Claim 1, characterized in that the projection (42) in the radially inner region of the first flat face (26) of the
armature plate (24) is turned into this flat face.
1. Electrovanne (10) comprenant un module magnétique (12), entourant un pot magnétique
dans lequel est encastrée une bobine magnétique (16), ainsi qu'un module d'armature
avec un boulon d'armature (22) et/ou une plaque d'armature (24) disposés d'une seule
pièce ou en plusieurs parties, la plaque d'armature (24) présentant, au niveau d'une
région radialement interne, un épaulement périphérique (42), qui définit la hauteur
d'un entrefer résiduel (52), caractérisée en ce que l'épaulement (42) réalisé sous forme périphérique fait saillie hors d'un premier
côté frontal (26) d'un côté plan opposé à la bobine magnétique (16) de la plaque d'armature
(24) et s'étendant, dans la région radialement interne de la plaque d'armature (24),
à l'opposé d'un pôle interne (30) du pot magnétique (14) du module magnétique (12),
et en ce que l'épaulement (42) présente une surface plane (46) dont les transitions s'étendent
de manière continue dans le premier côté frontal (26) de la plaque d'armature (24).
2. Electrovanne (10) selon la revendication 1, caractérisée en ce que les transitions sont réalisées sous forme de biseaux (44, 48).
3. Electrovanne (10) selon la revendication 1, caractérisée en ce que les transitions sont arrondies.
4. Electrovanne (10) selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'épaulement (42) est réalisé par meulage dans le premier côté plan (26) de la plaque
d'armature (24).
5. Electrovanne (10) selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'épaulement (42) est réalisé par tournage dans la région radialement interne du
premier côté plan (26) de la plaque d'armature (24), dans celui-ci.