[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Titerplatte zur Detektion eines Analyten
gemäß Anspruch 1. Weiterhin bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Detektion
eines Analyten gemäß Anspruch 12.
[0002] Die
WO 03/087410 A1 offenbart eine Vorrichtung und ein Verfahren zur direkten Durchführung biochemischer
Prozesse auf einem Substrat. Das Substrat umfasst eine Karte, die lösbar mit dem Substrat
verbunden ist, wobei ein Reaktionselement ebenfalls lösbar auf der Oberseite des Substrats
angeordnet ist.
[0003] Die
WO 2007/076023 A1 betrifft eine Multi-Well-Analyseplatte mit einem Plattenkörper und einer Vielzahl
darin definierter Wells, wobei die Wells eine Bindungsfläche mit einem darauf immobilisierten
Abfangreagenz und ein Trockenreagenz aufweisen.
[0004] Die
WO 2007/111347 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Behandlung einer Multi-Well-Platte, wobei die Vorrichtung
mindestens einen Düsenkopf zur Abgabe und Aufnahme innerhalb der jeweiligen Wells
aufgenommener Flüssigkeiten aufweist.
[0005] Mittels molekulardiagnostischer Analysen werden z.B. virale Belastungen von HI Viren,
Hepatitis C und Hepatitis B Viren bestimmt. In einem Zentral-Labor werden heute derartige
Analysen häufig auf Pipettier-Roboter-Anlagen durchgeführt. Als Reaktionsgefäße werden
Mikrotiterplatten, insbesondere sogenannte 96er Platten mit beispielsweise 8 Reihen
zu je 12 Vertiefungen, eingesetzt. Diese Vertiefungen sind in standardisierten Abständen
von etwa 0,9 cm voneinander angeordnet. Probenmaterial und Reagenzien werden vom Pipettier-Roboter
frei programmierbar mittels Pipettenspitzen aus Plastik oder waschbaren, wieder verwendbaren
Spitzen in vorbestimmte Vertiefungen bzw. Wells der Titerplatten pipettiert. Außerdem
werden in der Pipettier-Roboter-Anlage einige Arbeitsschritte wie Inkubation bei bestimmter
Temperatur, Misch-Vorgänge oder zum Beispiel magnetische Trennvorgänge durchgeführt.
[0006] Ein nahezu unverzichtbares Verfahren der Molekulardiagnostik ist eine Amplifikation
eines sogenannten Targets - des Analyten - durch eine Thermozyklisierungsreaktion
wie z.B. einer sogenannten Polymerase-Chain-Reaktion - kurz PCR. Dabei werden kleinste,
nicht direkt nachweisbare Mengen an Analyt-Molekülen exponentiell auf nachweisbare
Mengen vervielfältigt.
[0007] Ein Manipulieren von zu amplifizierenden bzw. amplifizierten Proben ist äußerst kritisch.
Kleinste Kontaminationen, zum Beispiel über eine Aerosolbildung, mit ggf. sogar nur
einzelnen Molekülen würden zu Probenmaterial mit falsch positiven oder erhöhten quantitativen
Ergebnissen führen. Deshalb ist es in der Molekulardiagnostik üblich, Probenvorbereitung
und Amplifikation in getrennten Räumen durchzuführen. Dies ist jedoch sehr aufwendig
und benötigt die Bearbeitung der Proben durch Labormitarbeiter.
[0008] Ein Lösungsweg besteht in einem hermetischen Versiegeln der Titerplatte mit Laminierfolie
vor Durchführung der PCR wie in der
DE 10 2005 059 535 A1 beschrieben. Die Titerplatte darf anschließend im gleichen Raum nicht mehr geöffnet
werden. Diese Maßnahme der getrennten Räume steht dem Trend entgegen, Analysenprozesse
zu integrieren und zu automatisieren.
[0009] Um das entstandene PCR-Produkt mitsamt dem amplifizierten Analyten zu analysieren,
kommen beispielsweise optische Verfahren auf Basis von sogenannten Real-Time-PCR in
Frage. Es gibt jedoch Messverfahren in der Molekulardiagnostik zur elektrischen Detektion,
bei welchen Hybridisierungsreaktionen durchgeführt werden. Ein gattungsgemäßes Verfahren
ist aus der
WO 99/07879 A1 bekannt. Dazu wird das entstandene PCR-Produkt aus dem Reaktionsgefäß in ein weiteres
Gefäß für die Hybridisierung überführt. Eine Lösung für einen kontaminationsfreien
Transfer liegt in einer hermetischen Integration der Gefäße für die PCR und die Hybridisierung
in einer geschlossenen Kassette, wie z.B. in einer sogenannten quicklab® Point of
Care-Kassette. Diese Lösung ist jedoch für eine routinemäßige, vielfältige Anwendung
oft zu teuer und erlaubt nur vergleichsweise geringe Durchsätze.
[0010] Für eine effiziente Detektion kann ein Produkt der Hybridisierungsreaktion mit dem
amplifizierten Analyten elektrisch erfasst werden. Das exemplarisch genannte quicklab®
ist zum Beispiel in der
DE 102 33 212 A1 offenbart. Eine weitere Anordnung für einen Biochip ist aus der
DE 100 58 397 A1 bekannt. Die
DE 101 26 341 A1 lehrt einen Biochip, der durch Hybridisierung mit einem Analyten eine elektrisch
erfassbare Eigenschaft ändert. Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine
Titerplatte anzugeben, die eine verbesserte automatisierte Handhabung der amplifizierten
Proben ermöglicht.
[0011] Diese Aufgabe wird mit technisch einfachen Mitteln gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0012] Die Erfindung umfasst insbesondere eine erste Ausführungsform einer Titerplatte gemäß
Anspruch 1.
[0013] Die erfindungsgemäße Titerplatte weist vorzugsweise Vertiefungen auf, die in Abständen
angeordnet sind, die den Abständen bei einer Standard-Mikrotiterplatte entsprechen,
damit die erfindungsgemäße Titerplatte von einem Pipettier-Roboter bedient werden
kann. Dieser Standard-Abstand beträgt z.B. 9mm. Darüber hinaus weist die Titerplatte
vorzugsweise die Länge und die Breite einer Standard-Titerplatte auf, z.B. entspricht
sie bevorzugt dem Standard-Titerplattenformat mit 12x8 Vertiefungen. Die Dicke der
erfindungsgemäßen Titerplatte ist bevorzugt größer, um die Wand zu beherbergen, die
jeweils einen Biochip und mehrere Vertiefungen umgibt, wie weiter unten noch genauer
beschrieben.
[0014] Die erfindungsgemäße Titerplatte kann bevorzugt durch einen Pipettier-Roboter bedient
werden, der über einen Vorrat an frischen Pipettenspitzen verfügt. Diese kann er greifen,
an eine beliebige der z.B. 12x8=96 Positionen der Vertiefungen auf einer Standard-Titerplatte
verfahren, sie dort absenken und aus der Vertiefung Flüssigkeit absaugen oder einspritzen.
Darüber hinaus kann er eine gebrauchte Pipettenspitze in einem Abfallbehälter ablegen,
eine neue, saubere Pipettenspitze greifen und mit dieser weiterarbeiten.
[0015] Zur Detektion des Analyten ist erfindungsgemäß zumindest ein Biochip auf der Titerplatte
angeordnet. Unter "Biochip" wird ein Chip verstanden, der zur Detektion eines Analyten,
z.B. einer bestimmten DNA, geeignet ist und insbesondere bei Anwesenheit des Analyten
ein elektrisches Signal erzeugt. Typischerweise weist der Biochip eine oder mehrere
sensitive Flächen mit Fängermolekülen auf, die jeweils spezifisch an einen Analyten
binden. Es können an einem Biochip mehrere sensitive Flächen mit verschiedenen Fängermolekülen
angeordnet sein, z.B. 8 bis 400, besonders bevorzugt 64 oder 128 sensitive Flächen
bzw. "Spots". Bei dem Biochip handelt es sich z.B. um einen CMOS Chip mit universellen
Zip-Code Fängern. Bevorzugt sind mehrere Biochips, insbesondere 6 bis 24, vorzugsweise
12 Biochips auf einer Titerplatte vorhanden, so dass z.B. 12 Random Access Multiplex
Assays durchgeführt werden können.
[0016] Wenn Analytmoleküle an die Fängermoleküle anbinden, z.B. mit ihnen hybridisieren,
wird z.B. eine Änderung der Kapazität an der sensitiven Fläche bewirkt, die elektrisch
ausgelesen werden kann. Dies geschieht vorzugsweise wie folgt: Die Analyt bzw. das
Target ist biotinyliert. Nachdem Analytmoleküle an die Fängermoleküle gebunden haben,
wird ein Label-Enzym wie z.B. Streptavidin oder AG Phosphatase beigefügt. Dieses Enzym
bindet an das Biotin des Targets. Wenn daraufhin ein Substrat beigefügt wird, entsteht
ein Reaktionsprodukt, welches ein elektrisches Signal erzeugt, das vom Biochip ausgelesen
werden kann. Besonders bevorzugt ist der Biochip zur Detektion von DNA mittels Hybridisierung
an geeignete Fängermoleküle ausgelegt.
[0017] Vorzugsweise ist/sind die sensitiven Fläche(n) des Biochips auf einer Seite, insbesondere
der Oberseite des Biochips angeordnet, während die Kontakte, an denen das elektrische
Signal ausgelesen werden kann, auf einer hierzu gegenüberliegenden Seite des Biochips
angeordnet sind. Vorzugsweise sind 5 bis 100, insbesondere 8 bis 12 sensitive Flächen
und entsprechend viele Kontakte an einem Biochip angeordnet, so dass gleichzeitig
auf mehrere verschiedene Analyten getestet werden kann.
[0018] Der Biochip ist vorzugsweise in die Titerplatte eingebettet, z.B. ist der Biochip
in einen Kunststoffring eingelassen, der wiederum in eine geeignete Vertiefung der
Titerplatte eingesetzt ist, so dass Proben- oder Reaktionsmaterial in Kontakt mit
den bevorzugt nach oben weisenden sensitiven Flächen des Biochips gebracht werden
kann. Bevorzugt ist der Biochip auf der Seite der sensitiven Flächen - z.B. nach oben
hin - mit einer Dichtung versehen, welche verhindert, dass Verunreinigungen an die
Fängermoleküle dringen können. Die Dichtung ist z.B. eine Abdeckung aus einem elastomeren
und/oder thermoplastischen Material.
[0019] Der Biochip erstreckt sich dabei vorzugsweise über einen Bereich, auf dem bei einer
Standard-Titerplatte eine feste Anzahl wie z.B. 2, 4, 6 oder 8 Vertiefungen angeordnet
sind. An der Standard-Position einer Vertiefung kann ein Pipettier-Roboter anhalten
und Material ansaugen oder abgeben. Dadurch kann der Biochip von Pipettier-Robotern
mit Probenmaterial, Reaktionsmaterial oder mit Label-Enzymen und Substrat befüllt
werden.
[0020] Neben jedem DNA-Chip sind jeweils mehrere Vertiefungen bzw. Löcher angeordnet, in
denen z.B. eine Amplifikation des Targets z.B. mittels einer PCR Reaktion durchgeführt
werden kann oder andere Reagenzien bereitgestellt werden. Somit bilden ein Biochip
und mehrere der Vertiefungen jeweils eine Einheit, innerhalb derer eine bestimmte
Analyse durchgeführt wird. Diese Einheit ist von einer Wand umfriedet. In der Einheit
können alle notwendigen Schritte zur Detektion durchgeführt werden. Durch die räumliche
Abtrennung der Einheiten können viele Einheiten auf sehr kleiner Fläche untergebracht
werden, ohne das Kontaminieren der einzelnen Proben zu riskieren. Eine massiv parallele
Untersuchung von sehr vielen Proben ist schnell und kostengünstig möglich.
[0021] Zu einer von einer Wand umgebenen Einheit gehören z.B. 2, 4, 6, 8, oder 10 Vertiefungen
und ein, zwei oder drei Biochips. Besonders bevorzugt bilden 4 Vertiefungen und 1
Biochip eine Einheit, wobei der Biochip eine Fläche belegt, die bei einer Standard-Titerplatte
ebenfalls von 4 Vertiefungen eingenommen wird. Eine bevorzugte Einheit entspricht
somit 8 Vertiefungen und weist somit 8 Positionen auf, in denen ein Pipettier-Roboter
eine Pipettenspitze handhaben kann. Eine Titerplatte im Standard 12x8 Format weist
somit 12 Einheiten auf, die jeweils durch eine Wandung voneinander abgetrennt sind.
[0022] Die erfindungsgemäße Titerplatte ist beispielsweise ein Block von ca. 20-70mm, vorzugsweise
von 45±10mm Höhe, wobei die Wandung zwischen den einzelnen Einheiten dadurch gebildet
wird, dass jede Einheit in einer Art Ausnehmung in dem Block angeordnet ist. Die Vertiefungen
und der Biochip sind am Grund der Ausnehmung angeordnet. Der Pipettier-Roboter kann
innerhalb der Ausnehmung eine Pipettenspitze von einer Vertiefung zur nächsten Vertiefung
bzw. zu dem Biochip verschieben. Die Wand, die den Biochip und mehrere Vertiefungen
umgibt, ist die Wand der Ausnehmung und ist bevorzugt etwa so hoch wie die Höhe der
Titerplatte also bevorzugt ca. 20-70mm, vorzugsweise 45±10mm hoch. Dadurch wird wirkungsvoll
verhindert, dass beim Pipettieren einzelne Tröpfchen von einer Einheit in eine daneben
liegende Einheit gelangen können. Somit weist die Titerplatte vorzugsweise so viele
Ausnehmungen auf wie Einheiten aus jeweils mehreren Vertiefungen und einem Biochip.
[0023] Eine derartige Ausnehmung ist bevorzugt lediglich zu einer ersten Seite, insbesondere
der Oberseite der Titerplatte, hin offen. In jede Einheit kann eine Pipette über die
Ausnehmung eingebracht werden und verbleibt während des Transfers der Probe z.B. von
einer Vertiefung zum Biochip innerhalb des umfriedeten Raumes der Einheit. Die der
ersten Seite gegenüberliegende Seite, vorzugsweise die Unterseite, der Titerplatte
stellt eine Aufnahme für den Biochip bereit und ist mit Auswölbungen versehen, welche
jeweils einer Vertiefung entsprechen.
[0024] Besonders bevorzugt sind die Ausnehmungen jeweils in Form eines Langlochs ausgebildet
und weisen für jede Einheit beispielsweise in etwa eine "E" Form auf. Dabei sind die
Ausnehmungen dem Bewegungsablauf eines Pipettier-Roboters angepasst. Das Langloch
erstreckt sich über alle vier Vertiefungen und zumindest eine Position über dem Biochip.
Es bildet quasi eine einzige Verbindungslinie zwischen den Vertiefungen und dem Biochip.
Dies hat den Vorteil, dass nicht nur zwischen den einzelnen Einheiten, sonders teilweise
auch zwischen den einzelnen Vertiefungen innerhalb einer Einheit Wandungen angeordnet
sind. Kommt eine Pipettenspitze einmal mit Probenmaterial in Kontakt, kann die Spitze
innerhalb dieser Einheit belassen werden. Anders als bei bekannten Titerplatten können
kleinste Tröpfchen nicht in andere Analyseeinheiten geraten und diese kontaminieren,
da eine benutzte Pipettenspitze nicht über andere Vertiefungen, bzw. Chips herausgeführt
wird. Die Ausnehmung ist nach einer Weiterbildung so ausgebildet, dass eine oder mehrere
Pipettenspitzen hierin verbleiben können.
[0025] Die Titerplatte ist bevorzugt aus Kunststoff hergestellt. Da sie bevorzugt mit Ausnehmungen
ausgestattet ist, die zu einer Seite hin offen sind, ist es möglich, die Titerplatte
(ohne Biochips) im Spritzguss-Verfahren herzustellen. Vorzugsweise sind die Wände
bzw. Ausnehmungen und die Vertiefungen als ein einstückiges Kunststoff-Spritzgussteil
gefertigt, in dass später die Biochips eingebettet werden. Alternativ kann die Titerplatte
auch als eine flache Platte mit Vertiefungen und Aufnahmen für die Biochips ausgebildet
werden, auf die Wandelemente zwischen den einzelnen Einheiten aufgesetzt werden. Da
in diesem Fall für eine Dichtung zwischen Wandelemente und platte gesorgt werden muss,
ist diese Ausführungsform jedoch nicht bevorzugt.
[0026] Der Biochip ist bevorzugt derart in die Titerplatte eingebettet, dass jede Ecke des
Biochips an der entsprechenden Position einer Vertiefung auf der Mikrotiterplatte
im Standardformat liegt. An zumindest einer dieser Positionen ist ein Einfüllport
in einer elastomeren Abdeckung oder Dichtung des Biochips vorhanden. Die elastomere
Dichtung dient dazu, die sensitiven Flächen des Biochips vor Kontamination zu schützen.
Sie kann z.B. in einem Zweikomponenten-Spritzguss-verfahren bei der Herstellung der
Titerplatte in diese integriert werden. Alternativ ist die Dichtung bzw. Abdeckung
durch einen Kunststoffring aufgespannt, in den der Biochip eingelassen ist. Besonders
bevorzugt ist die elastomere Dichtung leicht von der sensitiven Fläche des Biochips
beabstandet, wodurch dazwischen eine Biochipkammer gebildet wird, welche in einer
Flüssigkeitsverbindung mit den sensitiven Flächen des Biochips steht.
[0027] Über den Einfüllport kann bevorzugt Flüssigkeit in die Biochipkammer eingespritzt
werden, die dann in Kontakt mit den Fängermolekülen gelangt und somit vom Biochip
analysiert wird. Da der Einfüllport des Biochips quasi mit einer der Standard-Positionen
der Vertiefungen einer Titerplatte "fluchtet", kann eine Pipette mittels des Pipettier-Roboters
automatisch eine Probe auf den Biochip transferieren.
[0028] Besonders bevorzugt sind oberhalb der elastomeren Dichtung des Biochips zumindest
eine und bevorzugt zwei Ablagepositionen für eine Pipettenspitze vorgesehen, und zwar
an einer oder bevorzugt zwei der z.B. 4 Positionen, die jeweils einer Vertiefung auf
einer Standard-Titerplatte entsprechen und somit durch einen Pipettier-Roboter erreichbar
sind. Eine mit Probenmaterial in Kontakt gekommene Pipette kann an dieser Stelle abgelegt
werden und somit innerhalb der Einheit verbleiben, auch wenn ggf. frische Pipettenspitzen
in der Einheit verwendet werden. Darüber hinaus können weitere 4 Pipettenspitzen an
den Positionen der 4 Vertiefungen verbleiben.
[0029] Ferner ist bevorzugt ein Überlaufreservoir für jede Einheit vorgesehen, um überschüssige
Flüssigkeit aufzunehmen. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Überlaufreservoir
direkt mit der Biochipkammer verbunden bzw. verbindbar. Somit läuft Flüssigkeit, die
in die Biochipkammer eingefüllt wird, direkt weiter in das Überlaufreservoir. Da der
Biochip bevorzugt in den Boden der Titerplatte eingelassen ist, befindet sich das
Überlaufreservoir bevorzugt oberhalb der Biochipkammer. Daher ist das Überlaufreservoir
vorzugsweise mit einem Docht oder einem anderen saugfähigen Material ausgestattet,
das die Flüssigkeit aus der Chipkammer zieht. Auf diese Weise wird sämtliche Flüssigkeit,
die durch die Chipkammer gedrückt wird, von dem Überlaufreservoir aufgenommen. Das
Überlaufreservoir fasst bevorzugt 0,5 ml bis 5 ml, besonders bevorzugt 1-2 ml. Ferner
ist das Überlaufreservoir vorzugsweise mit einer Überlaufwand ausgestattet, die ein
Zurückfließen von Flüssigkeit in die Biochipkammer verhindert. Alternativ könnte das
Überlaufreservoir auch z.B. durch einen Einlass an einer der Standard-Positionen befüllt
werden, die den Vertiefungen auf einer Stardard-Titerplatte entsprechen.
[0030] Gemäß einer alternativen Ausführungsform umfasst die Erfindung eine Titerplatte zur
Detektion eines Analyten, mit zumindest einem Biochip, wobei der zumindest eine Biochip
zur Detektion eines Analyten ausgelegt ist und von einer Wand umgeben ist, wobei eine
Dichtung, bevorzugt eine elastomere Dichtung, auf dem zumindest einen Biochip (14)
aufgebracht ist, welche gemeinsam mit dem Biochip eine Biochipkammer definiert und
mit einem Überlaufreservoir direkt mit der Biochipkammer verbunden bzw. verbindbar
ist. Somit läuft Flüssigkeit, die in die Biochipkammer eingefüllt wird, direkt weiter
in das Überlaufreservoir. Da der Biochip bevorzugt in den Boden der Titerplatte eingelassen
ist, befindet sich das Überlaufreservoir bevorzugt oberhalb der Biochipkammer. Daher
ist das Überlaufreservoir vorzugsweise mit einem Docht oder einem anderen saugfähigen
Material ausgestattet, das die Flüssigkeit aus der Chipkammer zieht. Auf diese Weise
wird sämtliche Flüssigkeit, die durch die Chipkammer gedrückt wird, von dem Überlaufreservoir
aufgenommen. Gemäß dieser Alternativen Ausführungsform sind keine weiteren Vertiefungen
in der Titerplatte notwendig, so dass die gesamte Grundfläche der Titerplatte komplett
mit Biochips belegt werden kann. Sämtliche weitere bevorzugten Erfindungsmerkmale,
die in Zusammenhang mit der ersten Ausführungsform der Erfindung gemäß Anspruch 1
genannt sind, können auch bei der alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Titerplatte vorgesehen werden.
[0031] Optional kann die erfindungsgemäße Titerplatte von zumindest einer Bohrung durchdrungen
sein. Diese Bohrung verläuft quer zum Trägermaterial der Titerplatte und mündet vorzugsweise
zwischen den Vertiefungen und dem Biochip. Darüber kann ein Unterdruck angelegt werden,
um eventuelle Tröpfchenverunreinigungen aus dem Raum über der Titerplatte abzusaugen.
Vorzugsweise ist jede Einheit bzw. Ausnehmung mit einer eigenen Bohrung ausgestattet.
[0032] Des Weiteren ist die Offenbarung auf eine Leseeinrichtung für eine Titerplatte angegeben,
die dazu ausgelegt ist, eine weitere Verbesserung der automatischen Handhabung der
Proben zu gewährleisten. Die Leseeinrichtung stellt mindestens eine elektrische Kontakt-
bzw. Auslesefläche für den Biochip bereit. Bevorzugt ist die Auslesefläche beheizbar,
da das Ausleseergebnis des Biochips in der Regel erst nach geeigneter Wärmebehandlung
auslesbar ist.
Die Leseeinrichtung umfasst zudem Wannen für die Vertiefungen, die vorzugsweise als
beheizbare Aufnahmen (Thermoblöcke) konzipiert sind. Beim Aufsetzen der Titerplatte
auf die Leseeinrichtung wird jeweils eine Vertiefung in einer Wanne aufgenommen, vorzugsweise
ist die Vertiefung möglichst eng von der Wanne umschlossen, um einen guten Wärmetransfer
zu gewährleisten. Vorzugsweise bilden jeweils so viele Wannen, wie Vertiefungen in
einer Einheit ausgebildet sind, eine unabhängige Thermozyklus-Einheit, im Folgenden
auch Thermoblock genannt. Durch geeignetes Beheizen der Wannen kann in den Vertiefungen
z.B. eine PCR durchgeführt werden.
Bevorzugt weist eine Leseeinrichtung voneinander unabhängigen Einheiten zu je vier
Wannen und einer Kontaktfläche auf.
[0033] Es ist eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes Verfahren
zur Detektion eines Analyten mittels eines Biochips anzugeben. Diese Aufgabe wird
durch ein Verfahren gemäß Anspruch 12 gelöst. Durch den Einsatz einer erfindungsgemäßen
Titerplatte kann ein sogenanntes "Liquid Handling" mittels Pipettier-Roboter erfolgen.
[0034] Das Verfahren umfasst neben einem Einbringen der Probe in eine der Vertiefungen der
Titerplatte bevorzugt eine Amplifikation des Analyten und bietet den Vorteil einer
räumlichen Integration eines Hybridisierungsbereichs des Biochips in einem gemeinsamen
Raum. Eine Kontamination von anderen Probenmaterialien wird wirksam vermieden, da
die Pipettenspitze in diesem Raum verbleibt.
[0035] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens können für jede Einheit mehrere
Pipettenspitzen durch den Pipettier-Roboter verwendet werden, die nach der Verwendung
jeweils innerhalb der Einheit verbleiben. Dies hat den Vorteil, dass benachbarte Einheiten
nicht mit amplifiziertem Material kon- taminiert werden können, wenn die Pipettenspitze
über sie hinweg abtransportiert wird. Besonders bevorzugt werden gebrauchte Pipettenspitzen
auf den Ablagepositionen auf der Abdeckung oder Dichtung des Biochips abgelegt.
[0036] Beispielsweise werden nicht nur eine, sonders mehrere Proben, z.B. von verschiedenen
Geweben des gleichen Patienten, in die verschiedenen Vertiefungen einer Einheit eingebracht.
Nach einer PCR können nacheinander die Reaktionsgemische aus den verschiedenen Vertiefungen
mit verschiedenen Pipettenspitzen in die Biochipkammer transferiert und der Biochip
ausgelesen werden. Die Pipettenspitze wird dabei über der Biochipkammer vollständig
entleert, wobei überschüssige Flüssigkeit in das Überlaufreservoir fließt. Danach
wird die Pipettenspitze vorzugsweise auf derselben Vertiefung abgelegt, von der das
PCR- Reaktionsgemisch transferiert wurde. Für weitere Manipulationen wird eine frische
Pipettenspitze verwendet, die wiederum in der Einheit bzw. Ausnehmung verbleibt.
[0037] Vorzugsweise wird nach dem Transferieren das PCR-Reaktionsproduktes eine weitere
Flüssigkeit insbesondere eine Label-Flüssigkeit, mit eine Pipettenspitze auf den Biochip
bzw. in die Biochipkammer transferiert. Der Label ist z.B. Streptavidin oder AG Phosphatase,
welche an den biotinlylierten Analyten bindet. Die Pipettenspitze, mit der der Label
transferiert wurde, ist noch nicht entleert, da sie ggf. für weitere Proben nochmals
verwendet wird, und wird daher auf einer der Ablage- oder Parkpositionen geparkt.
[0038] Daraufhin wird mit einer weiteren Pipettenspitze bevorzugt ein Substrat in die Biochipkammer
pipettiert. Dieses bildet ein Reaktionsprodukt, welches auf dem Biochip ein elektrisches
Signal auslöst. Die Pipettenspitze, mit der das Substrat transferiert wurde, ist noch
nicht entleert, da sie ggf. für weitere Proben nochmals verwendet wird, und wird daher
auf einer zweiten Ablage- oder Parkpositionen geparkt.
[0039] Somit zeichnet sich das bevorzugte Verfahren darin aus, dass mehrere Pipettenspitzen
z.B. auf verschiedenen Ablagepositionen oder in den Vertiefungen innerhalb der Ausnehmung
verbleiben.
[0040] Zur Amplifikation des Analyten wird vorzugsweise eine Thermozyklisierungsreaktion
eingesetzt. Dabei kommen nach einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
eine Polymerase-Kettenreaktion - kurz PCR -, eine allelspezifische Primer Expression
- kurz ASPE - und/oder ein sogenanntes Amplification Refractory Mutation System -
kurz ARMS in Betracht.
[0041] Neben einer temperaturgesteuerten Amplifizierung des Analyten ist hierbei auch eine
temperaturgesteuerte Hybridisierung mittels des Biochips vorgesehen.
[0042] Eine verbesserte Detektion des Analyten wird zudem durch eine temperaturgesteuerte
elektrische, insbesondere elektrochemische, Detektion erreicht.
[0043] Des Weiteren wird zur Verbesserung der automatischen Handhabung der Proben eine Analysegerät
aus einer Kombination aus Leseeinrichtung und Titerplatte angegeben. Diese Kombination
ist an handelsübliche Pipettier-Roboter angepasst.
[0044] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Offenbarung betrifft die Verwendung der erfindungsgemäßen
Titerplatte. Die Vertiefungen einer Einheit können mit vier verschiedenen Vergleichskonzentrationen
für quantitative Bestimmungen eingesetzt werden. Dies ist für Expressionsexperimente
in der integrierten DNA Technik oder multiples Multiplexing bei sogenannten Single
Nukleotide Polymorphism - kurz SNP - denkbar.
Mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen werden nunmehr bevorzugte Ausführungsbeispiele
beschrieben.
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Titerplatte;
- Fig.2
- eine perspektivische Ansicht eines Beispiels einer Leseeinrichtung für eine Titerplatte;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht einer Kombination einer Titerplatte gemäß Fig. 1 mit
einer Leseeinrichtung gemäß Fig. 2;
- Fig.4
- eine Draufsicht auf einen Ausschnitt der Oberseite der erfindungsgemäßen Titerplatte;
- Fig.5
- einen Längsschnitt durch einen Ausschnitt einer Titerplatte und eines Lesegeräts gemäß
einer zweiten Ausführungsform;
- Fig.6
- einen Ablaufplan eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0045] Im Folgenden werden die Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen beschrieben.
[0046] Figur 1 zeigt eine Titerplatte 10 zur Detektion eines Analyten von der Unterseite
22. Die Titerplatte 10 weist mehrere in Reihen angeordnete Vertiefungen 12 auf, die
von der Unterseite 22 als Auswölbungen 12' sichtbar sind. Dabei sind die Vertiefungen
12 derart voneinander beabstandet und ausgerichtet, dass ein Pipettier-Roboter mit
einer Pipettenspitze erforderliche Reagenzien, Lösungsmittel und/oder eine auf den
Analyten zu prüfende Probe in die Vertiefungen 12 einbringen kann.
[0047] Neben je zwei Reihen von Vertiefungen 12 ist eine Reihe von Biochips 14 angeordnet.
Die Biochips 14 sind ebenfalls in Bezug auf die Vertiefungen 12 derart positioniert,
dass der Roboter die Pipettenspitze dorthin automatisch programmgesteuert verfahren
kann. Diese Biochips 14 sind dazu ausgelegt, z.B. eine DNA mittels Hybridisierung
zu detektieren, wobei sich mindestens eine elektrische Eigenschaft des Biochips 14
verändert. Derartige Biochips 14 können ggf. auch ein Chipkartenlabor beinhalten.
[0048] Die Titerplatte 10 ist modular aufgebaut, sie umfasst einen Block, z.B. ein Spritzgussteil,
aus Kunststoff, in den die Vertiefungen 12 bzw. Auswölbungen 12' ausgeformt sind,
und die Biochips 14. Diese sind in Aufnahmen 14' in dem Block aufgenommen. Unter den
Biochips 14 ist bevorzugt eine Dichtung aus einem thermoplastischen Elastomer angeordnet,
die die Aufnahme 14' zur Oberseite der Titerplatte (in Fig. 1 unten liegend) hin abdichtet.
In der Dichtung sind vorzugsweise trichterförmige Öffnungen angeordnet, die einen
Einlassport, einen Auslass und ggf. Ablagepositionen bilden. Ferner können die Biochips
14 jeweils in einen Kunststoffring gefasst sein, der in der Aufnahme 14' befestigt
ist, z.B. aufgeklebt oder geschweißt.
[0049] Um mehrere Proben auf einer Titerplatte 10 untersuchen zu können, sind jeweils mehrere
- hier vier - Vertiefungen 12 mit je einem Biochip 14 zu einer Einheit 21 zusammengefasst,
die in Fig. 1 durch eine strichpunktierte Linie umrandet ist. Zumindest entlang dieser
Linie 21 verläuft eine Wand 16, die vier Vertiefungen 12 und einen Biochip 14 umfriedet
und vor Kontaminationen schützt. Hierzu weist das Spitzgussteil eine Dicke d - also
eine Wandhöhe - von etwa 50mm bis etwa 60mm auf. Die Titerplatte 10 weist 16 derartige
Einheiten 21 auf.
[0050] Figur 2 zeigt ein Beispiel einer Leseeinrichtung 26 für eine Titerplatte 10. Auf
der Leseeinrichtung 26 sind zum einen eine Reihe von Wannen 13 angeordnet, die als
beheizbare Aufnahmen für die Vertiefungen 12 der Titerplatte dienen. Insbesondere
passen die in Figur 1 gezeigten Auswölbungen 12' in die Wannen 13. Die vier Wannen
13 einer Einheit 21 sind jeweils zu einem Thermoblock 11 zusammengefasst und bevorzugt
unabhängig von einander und insbesondere von den anderen Thermoblöcken 11 beheizbar.
Die dargestellte Leseeinrichtung 26 umfasst somit 12 unabhängige 4er Thermoblöcke
11. Mit einem Thermoblock 11 kann ein Analyt in den Vertiefungen 12 mittels einer
Amplifizierungsreaktion auf eine gut zu detektierende Menge vervielfältigt werden.
Die Leseeinrichtung 26 stellt weiterhin einige elektrische Auslese- bzw. Kontaktflächen
15 für die Biochips 14 bereit. Jeweils ein Biochip 14 liegt auf einer Auslesefläche
15 auf, so dass die entsprechenden Kontakte am Biochip 14 kontaktiert und ausgelesen
werden. Vorzugsweise kann die Temperatur der Ausleseflächen 15 kontrolliert werden.
Auf einer Auslesefläche 15 sind z.B. 8 elektrische Kontakte angeordnet.
Die Kontaktflächen 15 und Wannen 13 sind von einer Umrandung 17 umgeben, die eine
in Figur 1 gezeigte Titerplatte 10 auf der Leseeinrichtung 26 ausrichten und halten
kann.
[0051] Die Grundfläche und Höhe der Leseeinrichtung 26 ist vorzugsweise kompatibel mit dem
bekannten STARlet® System, die Maße betragen also z.B. 150x110x110 mm
3 und passen in einen 7-track Träger. Die Leseeinrichtung 26 umfasst bevorzugt 12 unabhängige
4er Thermoblöcke bzw. Thermocycler 11, mit denen eine beliebig programmierbare PCR
durchgeführt werden kann, sowie 12 unabhängige Temperaturkontrollierte elektrische
Biochip-Ausleseblöcke. Die integrierte Elektronik weist vorzugsweise ein Kommunikations-Interface,
24 unabhängige Temperaturkontrolleinheiten sowie 12 unabhängige digitale Schnittstellen
für die Biochip-Auslesung auf.
[0052] In Fig. 3 ist die Titerplatte 10 der Fig. 1 von der Oberseite gezeigt, wie sie auf
eine Leseeinrichtung 26 gemäß Fig. 2 aufgesetzt ist. Dabei ist die Titerplatte 10
von der Umrandung 17 abgestützt. In der Oberseite 20 der Titerplatte 10 sind 16 Ausnehmungen
18 erkennbar, die jeweils die Form eines etwa E-förmigen Langlochs aufweisen. Die
Ausnehmungen 18 gehen bis auf den Boden der Titerplatte 10 durch, sind also wie in
einen Block "eingefräst". Jede Ausnehmung 18 ist daher von relativ dicken Wänden 16
begrenzt, die bis zu den Vertiefungen 12 in der Titerplatte 10 reichen. Die Wände
16 stellen eine Umfriedung der einzelnen Einheiten aus Vertiefungen 12 und dem Biochip
14 bereit. Diese sind am Grund 19 der Ausnehmung 18 angeordnet und sind mittels Pipettier-Roboter
erreichbar. Der Pipettier-Roboter bewegt eine Pipettenspitze 40 zum Umfüllen einer
amplifizierten Probenmischung von der Vertiefung 12 in den Biochip 14 entlang des
Langlochs 18.
[0053] In Figur 4 ist schematisch eine Draufsicht auf eine einzelne Einheit 21 - umfassend
einen Biochip und vier Vertiefungen - einer Titerplatte 10 von der Oberseite 20 dargestellt.
In die Titerplatte 10 ist eine Ausnehmung 18 eingebracht. Die Ausnehmung 18 ist als
Langloch ausgebildet und von den Wänden 16 umschlossen. Zur Oberseite 20 hin ist die
Ausnehmung 18 offen.
[0054] Durch die Ausnehmung 18 sieht man auf den Grund 19 der Titerplatte 10, in dem vier
rechts gezeigte Vertiefungen 12 eingelassen sind. Auf der linken Seite liegt der Biochip
14 unterhalb der gestrichelten Linie. Der Biochip 14 ist z.B. von einer Dichtung 30
bedeckt, in der bei 32 ein Einfüllport eingelassen ist, durch den mittels einer Pipettenspitze
eine Probe in Kontakt mit dem Biochip 14 gebracht werden kann. An den Positionen 33
und 35 ist die Dichtung 30 auf dem Biochip 14 nicht durchlässig, jedoch mit einer
kleinen Aufnahme für eine Pipettenspitze versehen. Diese Aufnahme kann z.B. eine kleine
Vertiefung in der Dichtung 30 sein, in der eine Pipettenspitze aufgenommen werden
kann. Derartige Vertiefungen sind jedoch nicht unbedingt notwendig. Jedenfalls kann
an den Positionen 33 und 35 eine Pipettenspitze abgelegt werden. Deshalb sind auch
diese Positionen 33, 35 mit dem Langloch 18 verbunden. Dabei wird die Öffnung der
Pipettenspitze durch das elastomere Material der Dichtung 30 abgedichtet, so dass
die Pipettenspitze noch mit z.B. Substrat oder Label-Enzym gefüllt sein kann, wenn
sie an einer dieser Ablagepositionen 33 oder 35 geparkt wird. An der Position 34 ist
eine Öffnung eines Überlaufreservoirs angeordnet. Diese Position ist nicht mit dem
Langloch 18 verbunden, da es nicht notwendig ist, an diese Position eine Pipettenspitze
zu verfahren.
[0055] Zur Handhabung einer Probe in den Vertiefungen 12 ist die Ausnehmung 18 in Form eines
mehrgliedrigen Langlochs ausgelegt, das unter anderem die vier Vertiefungen quasi
"von oben" zugänglich macht. Das heißt, dass Pipettenspitzen 40 mittels eines Pipettier-Roboters
über das Langloch 18 eingebracht und verschoben werden können. Die eingeführte Pipettenspitze
erreicht, ohne die Ausnehmung 18 verlassen zu müssen sowohl alle Vertiefungen 12 als
auch den Biochip 14. Eine das Target enthaltende amplifizierte Probe kann von der
Pipette aus einer der Vertiefungen 12 aufgenommen und über den Einfüllport 32 in den
Biochip 14 transferiert werden. Der Einfüllport 32 durchdringt die elastomere Dichtung
oder Beschichtung 30, die zum Schutz auf dem Biochip 14 aufgebracht ist.
[0056] Über den Einfüllport 32 läuft die flüssige Probe aus einer Pipettenspitze 40 in eine
Biochipkammer 36, die angrenzend an die sensitiven Flächen des Biochips 14 angeordnet
ist und insbesondere zwischen Biochip 14 und Dichtung 30 verläuft. Von der Biochipkammer
36 geht ein Überlaufreservoir 24 ab, welches zur Oberseite hin offen ist. In dem Überlaufreservoir
24 ist ein Dochtelement 31 angeordnet, in diesem Fall ein zylinderförmiges Stück aus
absorbierenden Material, z.B. Schaumstoff oder Watte. Aus der Biochipkammer 34 läuft
die flüssige Probe aus einer Pipettenspitze 40 somit weiter in das Überlaufreservoir
24.
[0057] Eine Pipettenspitze kann nach Benutzung innerhalb der Ausnehmung 18 an 6 verschiedenen
Positionen verbleiben: Ist die Pipettenspite noch gefüllt, z.B. mit Label oder Substrat,
insbesondere mit einer Flüssigkeit, die später nochmals benötigt werden wird, kann
sie auf einer der beiden Ablagepositionen 33, 35 geparkt werden, wo ihre Öffnung durch
die Dichtung 30 verschlossen wird. Eine leere, gebrauchte Pipettenspitze, z.B. nach
dem Pipettieren von PCR-Produkt von einer der Vertiefungen 12 über den Einfüllport
32 in die Biochipkammer 36, kann in der jeweiligen Vertiefung 12 abgelegt werden.
Nach dem Transfer von PCR-Product in die Biochipkammer 36 kann die Pipettenspitze
völlig entleert werden, da die Biochipkammer 36 direkt mit dem Überlaufreservoir 24
verbundne ist, in das alle überschüssige Flüssigkeit abgesogen wird.
[0058] Die Figur 5 zeigt eine Kombination von einer Titerplatte 10 mit einer Leseeinrichtung
26 im Längsschnitt, wobei wiederum nur eine Einheit 21 dargestellt ist. Die Titerplatte
10 umfasst mehrere Vertiefungen 12, deren Auswölbungen 12' in Wannen 13 eines Thermoblocks
11 eingebracht sind. Das eingebrachte Probenmaterial wird mittels einer Thermozyklisierungsreaktion
wie einer PCR mehrfach kopiert. Um eine Kontamination von Probenmaterial aus anderen
Vertiefungen 12 zu vermeiden, ist ein Sperrmedium 28 - hier ein Mineralölfilm - in
einer der Vertiefungen 12 vorgesehen. An die Vertiefungen 12 schließen sich Wände
16 an, die zur ersten Seite 20 offen sind. Somit können Pipettenspitzen 40 von einem
Pipettier-Roboter eingebracht die Vertiefungen 12 erreichen. Jeweils zwischen den
beiden Vertiefungen 12 und der linken Vertiefung 12 und der Biochip 14 ist die Wand
14 nicht geschnitten, sondern in Draufsicht erkennbar.
[0059] Der Biochip 14 ist von einem Kunststoffring 41 umrandet, der vorzugsweise eine Dichtlippe
aufweist und den Biochip 14 gegen die Titerplatte 10 bzw. die Dichtung 30 abdichtet.
Nach oben weist der Biochip 14 als Kontaminationsschutz eine Dichtung 30 z.B. aus
Polypropylen auf. Zwischen der Dichtung 30 und der Fläche mit Fängermolekülen für
den Analyten auf dem Biochip 14 ist eine Biochipkammer 36 gebildet, in die eine Probe
aufgenommen werden kann. Die amplifizierte Probe kann mit der Pipettenspitze 40 über
einen Einfüllport 32 in die Biochipkammer 36 übertragen werden, wobei die umgrenzte
Ausnehmung 18 nicht verlassen wird.
[0060] Zwischen den Vertiefungen 12 und dem Einfüllport 32 ist eine Bohrung 38 angeordnet.
Diese Bohrung 38 durchdringt die gesamte Titerplatte 10. Durch Applizieren eines Unterdrucks
oder Vakuums kann ein stetiger Luftstrom erzeugt werden, der die Wahrscheinlichkeit
einer Kontamination mit Probenmaterial weiter verringert. Der Luftstrom tritt hierbei
über die erste Seite 20 in die Titerplatte 10 ein. Ein Aerosol, Tröpfchen oder dergleichen
wird sodann mit dem Luftstrom über die Bohrung 38 abgeführt. Es steht somit ein sogenanntes
Extraktionssystem für die erfindungsgemäße Titerplatte 10 zur Verfügung. Die Bohrung
38 kann zudem mit einem Filtermaterial 39 belegt sein.
[0061] Die Probe tritt über den Einfüllport 32 in die Chipkammer 36 über den Biochip 14
ein. Falls zuviel Flüssigkeit in die Biochipkammer 36 eingefüllt wird, läuft dieses
über den Auslass 34 in der Dichtung 30 in ein Überlaufreservoir 24. Damit einmal in
dem Überlaufreservoir 24 befindliche Flüssigkeit nicht zurücklaufen kann, ist eine
Zwischenwand 37 als Überlaufschutz vorgesehen wie in Figur 5 gezeigt. Im Zwischenraum
zwischen der Zwischenwand 37 und der Wandung 16 befindet sich beispielsweise ein Saugdocht,
der überschüssige Probenflüssigkeit aufnehmen kann und diese mittels Kapillarkräften
in das Überlaufreservoir 24 leitet, welches ca. 1,3ml Flüssigkeit aufnehmen kann.
[0062] Gemäß einer anderen, nicht dargestellten Ausführungsform ist das Überlaufreservoir
24 direkt oberhalb des Auslasses 34 angeordnet, jedoch über einen Spalt von der Biochipkammer
36 getrennt. Das Überlaufreservoir 24 ist fast vollständig mit einem Dochtelement
ausgefüllt, wie in Fig. 4 dargestellt, der etwa 1-2ml Flüssigkeit halten kann. Am
Auslass 34 auftretende Flüssigkeit wird vom Docht aufgenommen. Aufgrund des Spaltes
reißt der Flüssigkeitsstrom sofort ab, wenn keine Flüssigkeit mehr nachgeliefert wird.
Auf diese Weise entsteht kein Rücklaufstrom, auch nicht durch Kapillarkräfte.
[0063] Mit der Titerplatte 10 kann das erfindungsgemäße Verfahren zur Detektion eines Analyten
mittels eines Biochips 14 durchgeführt werden. Der Biochip 14 ist in eine Titerplatte
10 integriert wie vorstehend beschrieben. Das Verfahren umfasst folgende Schritte:
Ein Einbringen einer Probe in eine der Vertiefungen 12 der Titerplatte 10 und ein
Einbringen von Reagenzien in die Vertiefungen 12. Anschließend erfolgt ein Durchführen
einer Amplifizierungsreaktion mit der mit Reagenzien versetzten Probe, wobei eine
PCR-Reaktion, eine ASPE- und/oder eine ARMS-Reaktion in Betracht kommen. Danach erfolgt
das Transferieren des entstandenen Reaktionsgemisches auf den Biochip 14, und Auslesen
des Biochips 14, der durch Hybridisierung mit dem Analyten mindestens eine elektrisch
erfassbare Eigenschaft verändert. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch
aus, dass das Flüssigkeiten mittels eines Pipettier-Roboters mit der Pipettenspitze
40 transferiert werden und die Pipettenspitze 40 innerhalb des umfriedeten Raums 18
verbleibt. Hierzu wird sie in einer der Vertiefungen 12 oder auf einer der Ablagepositionen
33, 35 abgelegt.
[0064] Durch den Einsatz von Pipettier-Robotern wird das Analyseverfahren erheblich beschleunigt,
ist weniger fehlerbehaftet und zudem kostengünstiger. Insbesondere wird die Verwendung
für quantitative Bestimmungen, eine integrierte DNA Technik - kurz IDT oder ein multiples
Multiplexing im Rahmen von SNP möglich.
[0065] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Detektion eines Analyten mittels Biochips 14
ist in Figur 6 als Ablaufplan dargestellt. Es umfasst zunächst das Einbringen 102
einer oder mehrerer zu untersuchenden Probe(n) in eine oder mehrere der Vertiefungen
12 einer Titerplatte 10. Diese Titerplatte 10 ist vorzugsweise eine erfindungsgemäße
Titerplatte 10 wie vorstehend beschrieben. Die mit der Probe in Kontakt gebrachte
Pipettenspitze 40 kann danach von einem Pipettier-Roboter auf gewöhnliche Art entsorgt
werden.
[0066] In einem weiteren Verfahrensschritt 104 werden die für eine Amplifizierungsreaktion
des Analyten benötigten Reagenzien in die Vertiefungen 12 eingebracht. Hierzu wird
eine weitere Pipettenspitze 40 vom Pipettier-Roboter in die Ausnehmung 18 eingebracht
und bevorzugt danach auf die übliche Weise außerhalb der Ausnehmung entsorgt. Optional
kann die Probe vor der Amplifizierungsreaktion mit Mineralöl überschichtet werden.
Nach Zusammenführen der Reagenzien und der Probe wird ein Temperaturprogramm 106 durchgeführt,
um eine PCR Reaktion ablaufen zu lassen. Das Reaktionsgemisch enthält anschließend
den Analyten in massenweise kopierter Form zur besseren Detektion.
[0067] Der Pipettier-Roboter nimmt daraufhin eine neue, saubere Pipettenspitze 40 auf, Schritt
108. Mit dieser Pipettenspitze wird in Schritt 110 das Reaktionsgemisch mit der amplifizierten
Probe von einer ersten der Vertiefungen 12 in den Biochip 14 transferiert. Das Reaktionsgemisch
wird in die Biochipkammer 36 eingelassen. Eventuell zuviel aufgenommenes Reaktionsgemisch
läuft durch den Auslass 34 in das Überlaufreservoir 24. Die benutzte Pipettenspitze
wird nach vollständiger Entleerung an der ersten Vertiefung 12 abgelegt, Schritt 114,
d.h. sie verbleibt innerhalb der Ausnehmung 18.
[0068] Daraufhin nimmt der Pipettier-Roboter zunächst eine weitere neue, saubere Pipettenspitze
40 auf, Schritt 116. Mit dieser Pipettenspitze wird in Schritt 118 ein Label-Enzym
aus einem außerhalb der Ausnehmung 18 befindlichem Vorratsbehälter aufgenommen und
in den Biochip 14 transferiert. Die Pipettenspitze 40 ist danach noch nicht leer und
wird daher an der ersten Ablageposition 33 abgelegt, Schritt 120, d.h. sie verbleibt
innerhalb der Ausnehmung 18.
[0069] Danach nimmt der Pipettier-Roboter eine weitere neue, saubere Pipettenspitze 40 auf,
Schritt 122. Mit dieser Pipettenspitze wird in Schritt 124 ein Substrat aus einem
außerhalb der Ausnehmung 18 befindlichem Vorratsbehälter aufgenommen und in den Biochip
14 transferiert. Die Pipettenspitze 40 ist danach noch nicht leer und wird daher an
der zweiten Ablageposition 35 abgelegt, Schritt 126, d.h. sie verbleibt innerhalb
der Ausnehmung 18.
[0070] Danach kann der Biochip 14 ausgelesen werden, Schritt 128.
[0071] Die Schritte 110 bis 128 können noch mehrmals wiederholt werden, und zwar mit den
anderen Reaktionsgemischen aus den anderen Vertiefungen 12. Die Pipettenspitze, die
zum Pipettieren des Reaktionsgemisches aus der Vertiefung 12 benutzt wird, wird in
die jeweilige Vertiefung 12 zurückgestellt und verbleibt dort, bis sie gemeinsam mit
der Titerplatte 10 entsorgt wird. Die Pipettenspitzen, mit denen Label-Enzym und Substrat
transferiert wurden, werden wieder verwendet und danach wieder an den Ablagepositionen
33, 35 geparkt.
[0072] Die Erfindung erlaubt es somit, benutzte Pipettenspitzen nicht über andere Ausnehmungen
18, in denen andere Proben untersucht werden, hinweg entsorgen zu müssen und vermindert
damit das Kontaminationsrisiko.
1. Titerplatte (10) zur Detektion eines Analyten, mit mehreren Vertiefungen (12) und
mit zumindest einem Biochip (14),
dadurch gekennzeichnet,
dass der zumindest eine Biochip (14) zur Detektion eines Analyten ausgelegt und neben
den Vertiefungen (12) angeordnet ist, wobei jeweils mehrere der Vertiefungen (12)
und ein Biochip (14) eine Einheit (21) bilden und am Grund (19) einer Ausnehmung (18)
der Titerplatte (10) angeordnet sind, die von einer Wand (16) umgeben ist.
2. Titerplatte (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie mehrere Ausnehmungen (18) aufweist.
3. Titerplatte (10) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Ausnehmung (18) zu einer ersten Seite (20) der Titerplatte (10)
hin offen ist, wobei die gegenüberliegende Seite (22) mit einer Aufnahme (14') für
den Biochip (14) und mit einer Auswölbung (12') der Vertiefung (12) versehen ist.
4. Titerplatte (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Ausnehmung (18) als ein Langloch (24) ausgebildet ist, das sich
über alle Vertiefungen (12) und den Biochip (14) erstreckt, die von der Wand (16)
umgeben sind.
5. Titerplatte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine elastomere Dichtung (30) auf dem zumindest einen Biochip (14) aufgebracht ist,
welche einen Einfüllport (32) aufweist.
6. Titerplatte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der elastomeren Dichtung (30) des Biochips (14) zumindest eine Ablageposition
für eine Pipettenspitze (40) vorgesehen ist.
7. Titerplatte (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Biochipkammer (36) in Flüssigkeitsverbindung mit einer sensitiven Fläche des
Biochips (14) steht.
8. Titerplatte (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Biochipkammer (36) mit einem Überlaufreservoir (24) verbindbar ist, um eine Flüssigkeit
aus der Biochipkammer (36) aufzunehmen.
9. Titerplatte (10) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Überlaufreservoir (24) ein Dochtelement (31) zum Aufsaugen von Flüssigkeit
aus der Biochipkammer (36) angeordnet ist.
10. Titerplatte (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb einer Vertiefung (18) eine die Titerplatte (10) durchdringende Bohrung
(38) vorhanden ist.
11. Titerplatte (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Biochip (14) zur Detektion von DNA mittels Hybridisierung ausgelegt ist.
12. Verfahren zur Detektion eines Analyten mittels eines Biochips (14), der in eine Titerplatte
(10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 integriert ist mit folgenden Schritten:
- Transferieren (110) eine Substanz, insbesondere einer Flüssigkeit, aus einer der
Vertiefungen (12) auf den Biochip (14),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Substanz mittels eines Pipettier-Roboters mit einer Pipettenspitzüe (40) auf
den Biochip (14) transferiert wird und die Pipettenspitze (40) nach dem Transfer der
Substanz innerhalb der Ausnehmung (18) verbleibt.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
a) Einbringen (102) einer Probe in eine der Vertiefungen (12); Einbringen von Reagenzien
in zumindest eine der Vertiefungen (12);
b) Einbringen von Reagenzien in zumindest eine der Vertiefungen (12);
c) Durchführen einer Amplifizierungsreaktion mit der mit Reagenzien versetzten Probe;
d) Transferieren (11) des entstandenen Reaktionsgemisches auf den Biochip (14); und
e) Auslesen des Biochips (14), der durch Hybridisierung mit dem Analyten mindestens
eine elektrisch erfassbare Eigenschaft verändert;
wobei das Reaktionsgemisch und/oder die Probe mittels eines Pipettier-Roboters mit
einer Pipettenspitze (40) eingebracht bzw. auf den Biochip (14) transferiert wird
und dass die Pipettenspitze (40) innerhalb der Ausnehmung (18) verbleibt.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass nach Schritt d) eine Flüssigkeit, insbesondere eine Label-Flüssigkeit, mit einer
Pipettenspitze (40) auf den Biochip (14) transferiert wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Schritte a) bis e) mit einer weiteren Probe durchgeführt werden.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Pipettenspitzen (40) innerhalb der Ausnehmung (18) verbleiben.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass eine Pipettenspitze (40) nach dem Pipettieren, insbesondere nach dem Transferieren
(110) des entstandenen Reaktionsgemisches von einer der Vertiefungen (12) auf den
Biochip (14), in der jeweiligen Vertiefung (12) abgestellt wird, von der Flüssigkeit
transferiert wurde.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass eine Pipettenspitze (40) nach dem Pipettieren, insbesondere nach dem Transferieren
von Label-Flüssigkeit auf den Biochip (14), auf einer Ablageposition (33, 35) innerhalb
der Ausnehmung (18) abgestellt wird, welche die Pipettenspitze (40) nach unten abdichtet,
so das keine Flüssigkeit aus der Pipettenspitze (40) austreten kann.
1. Titer plate (10) for detecting an analyte, having multiple recesses (12) and having
at least one biochip (14),
characterized in
that the at least one biochip (14) is designed for detecting an analyte and is arranged
next to the recesses (12), wherein, respectively, multiple recesses (12) and one biochip
(14) form a unit (21) and are arranged at the base (19) of a clearance (18) of the
titer plate (10), which is surrounded by a wall (16).
2. Titer plate (10) according to claim 1, characterized in that it has multiple clearances (18).
3. Titer plate (10) according to claim 1 or 2, characterized in that the at least one clearance (18) is open toward a first side (20) of the titer plate
(10), wherein the opposite side (22) is provided with a receptacle (14') for the biochip
(14) and with a bulge (12') of the recess (12).
4. Titer plate (10) according to any one of claims 1 to 3, characterized in that the at least one clearance (18) is formed as an elongated hole (24) which extends
over all recesses (12) and the biochip (14), which are surrounded by the wall (16).
5. Titer plate (10) according to any one of the preceding claims, characterized in that one elastomeric seal (30) is applied on the at least one biochip (14) and has one
filling port (32).
6. Titer plate (10) according to any one of the prceeding claims, characterized in that, on the elastomeric seal (30) of the biochip (14), at least one deposit position
is provided for a pipette tip (40).
7. Titer plate (10) according to any one of the preceding claims, characterized in that one biochip chamber (36) is in fluid communication with a sensitive surface of the
biochip (14).
8. Titer plate (10) according to claim 7, characterized in that the biochip chamber (36) is connectable with an overflow reservoir (24) in order
to collect a liquid from the biochip chamber (36).
9. Titer plate (10) according to claim 8, characterized in that a wick element (31) for soaking up liquid from the biochip chamber (36) is arranged
in the overflow reservoir (24).
10. Titer plate (10) according to any one of claims 1 to 9, characterized in that a hole (38) penetrating the titer plate (10) is present within the clearance (18).
11. Titer plate (10) according to any one of claims 1 to 10, characterized in that the biochip (14) is designed for detecting DNA by means of hybridization.
12. Method for detecting an analyte by means of a biochip (14) which is integrated into
a titer plate (10) according to any one of claims 1 to 11, having the following steps:
- transferring (110) a substance, in particular a liquid, from one of the recesses
(12) onto the biochip (14),
characterized in
that the substance is transferred onto the biochip (14) by means of a pipetting robot
with a pipette tip (40) and the pipette tip (40) remains within the clearance (18)
after the transfer of the substance.
13. Method according to claim 12,
characterized by the following steps:
a) introducing (102) a sample into one of the recesses (12);
b) introducing reagents into at least one of the recesses (12);
c) carrying out an amplification reaction with the sample with reagents added;
d) transferring (110) the resulting reaction mix onto the biochip (14); and
e) reading the biochip (14), which changes at least one electrically recordable property
owing to hybridization with the analyte;
wherein the reaction mix and/or the sample is introduced, and/or transferred onto
the biochip (14), by means of a pipetting robot with a pipette tip (40) and that the
pipette tip (40) remains within the clearance (18).
14. Method according to claim 13, characterized in that, after step d), a liquid, in particular a labeling liquid, is transferred onto the
biochip (14) with a pipette tip (40).
15. Method according to claim 13 or 14, characterized in that steps a) to e) are carried out with a further sample.
16. Method according to any one of claims 12 to 15, characterized in that multiple pipette tips (40) remain within the clearance (18).
17. Method according to any one of claims 12 to 16, characterized in that, after pipetting, in particular after transferring (110) the resulting reaction mix
from one of the recesses (12) onto the biochip (14), a pipette tip (40) is placed
down in the respective recess (12) from which liquid was transferred.
18. Method according to any one of claims 12 to 17, characterized in that after pipetting, in particular after transferring labeling liquid onto the biochip
(14), a pipette tip (40) is placed down on a deposit position (33, 35) within the
clearance (18), said deposit position sealing the pipette tip (40) to the bottom so
that no liquid can escape from the pipette tip (40).
1. Plaque titre (10) servant à détecter un analyte, avec plusieurs renfoncements (12)
et avec au moins une biopuce (14),
caractérisée en ce
que l'au moins une biopuce (14) est configurée pour détecter un analyte et est disposée
à côté des renfoncements (12), dans laquelle respectivement plusieurs des renfoncements
(12) et une biopuce (14) forment une unité (21) et sont disposés au niveau du fond
(19) d'un évidement (18) de la plaque titre (10), qui est entouré d'une paroi (16).
2. Plaque titre (10) selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'elle présente plusieurs évidements (18).
3. Plaque titre (10) selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que l'au moins un évidement (18) est ouvert en direction d'un premier côté (20) de la
plaque titre (10), dans laquelle le côté (22) opposé est pourvu d'un logement (14')
pour la biopuce (14) et d'un bombement (12') du renfoncement (12).
4. Plaque titre (10) selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que l'au moins un évidement (18) est réalisé sous la forme d'un trou oblong (24), qui
s'étend au-delà de tous les renfoncements (12) et de la biopuce (14), qui sont entourés
par la paroi (16).
5. Plaque titre (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'un joint d'étanchéité (30) élastomère est appliqué sur l'au moins une biopuce (14),
lequel présente un port de remplissage (32).
6. Plaque titre (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'au moins une position de rangement pour une pointe de pipette (40) est prévue sur
le joint d'étanchéité (30) élastomère de la biopuce (14).
7. Plaque titre (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'une chambre de biopuce (36) est en communication fluidique avec une surface sensible
de la biopuce (14).
8. Plaque titre (10) selon la revendication 7, caractérisée en ce que la chambre de biopuce (36) peut être reliée à un réservoir de débordement (24) pour
recevoir un liquide provenant de la chambre de biopuce (36).
9. Plaque titre (10) selon la revendication 8, caractérisée en ce qu'un élément de mèche (31), servant à aspirer du liquide provenant de la chambre de
biopuce (36), est disposé dans le réservoir de débordement (24).
10. Plaque titre (10) selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisée en ce qu'un alésage (38) traversant la plaque titre (10) est présent à l'intérieur d'un renfoncement
(18).
11. Plaque titre (10) selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisée en ce que la biopuce (14) est configurée pour détecter l'ADN au moyen d'une hybridation.
12. Procédé servant à détecter un analyte au moyen d'une biopuce (14), qui est intégrée
dans une plaque titre (10) selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, avec
des étapes qui suivent:
- le transfert (110) d'une substance, en particulier d'un liquide, provenant d'un
des renfoncements (12) sur la biopuce (14),
caractérisé en ce
que la substance est transférée au moyen d'un robot de pipetage avec une pointe de pipette
(40) sur la biopuce (14) et la pointe de pipette (40) reste à l'intérieur de l'évidement
(18) après le transfert de la substance.
13. Procédé selon la revendication 12,
caractérisé par des étapes qui suivent :
a) l'introduction (102) d'un échantillon dans un des renfoncements (12) ;
b) l'introduction d'agents réactifs dans au moins un des renfoncements (12) ;
c) la réalisation d'une réaction d'amplification avec l'échantillon mélangé aux agents
réactifs ;
d) le transfert (110) du mélange réactionnel obtenu sur la biopuce (14) ; et
e) la lecture de la biopuce (14), qui modifie par hybridation avec l'analyte au moins
une propriété pouvant être détectée de manière électrique ;
dans lequel le mélange réactionnel et/ou l'échantillon sont introduits au moyen d'un
robot de pipetage avec une pointe de pipette (40) ou sont transférés sur la biopuce
(14), et en ce que la pointe de pipette (40) reste à l'intérieur de l'évidement (18).
14. Procédé selon la revendication 13, caractérisé en ce qu'après l'étape d), un liquide, en particulier un liquide étiqueté, est transféré sur
la biopuce (14) avec une pointe de pipette (40).
15. Procédé selon la revendication 13 ou 14, caractérisé en ce que les étapes a) à e) sont réalisées avec un autre échantillon.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications 12 à 15, caractérisé en ce que plusieurs pointes de pipette (40) restent à l'intérieur de l'évidement (18).
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications 12 à 16, caractérisé en ce qu'une pointe de pipette (40) est déposée après le pipetage, en particulier après le
transfert (110) du mélange réactionnel depuis l'un des renfoncements (12) sur la biopuce
(14), dans le renfoncement (12) respectif à partir duquel le liquide a été transféré.
18. Procédé selon l'une quelconque des revendications 12 à 17, caractérisé en ce qu'une pointe de pipette (40) est déposée après le pipetage, en particulier après le
transfert de liquide étiqueté sur la biopuce (14), sur une position de rangement (33,
35) à l'intérieur de l'évidement (18), qui étanchéifie la pointe de pipette (40) vers
le bas de sorte qu'aucun liquide ne peut sortir de la pointe de pipette (40).