[0001] Die Erfindung betrifft eine Entriegelungsvorrichtung zum Entriegeln von Türen, insbesondere
Notausgangs- und/oder Fluchttüren, mit einer auf dem Türblatt fest zu montierenden,
langgestreckten gehäuseartigen Aufnahme und einem in der Aufnahme angeordneten, quer
zu der Längsrichtung der Aufnahme bewegbaren Druckbalken, wobei Aufnahme und Druckbalken
einen abgeschlossenen Innenraum umschließen und in dem Innenraum Übertragungsmittel
zum Umsetzen einer Relativbewegung zwischen dem Druckbalken und der Aufnahme in eine
Drehbewegung eines Zapfens zur Entriegelung der Türfalle angeordnet sind. Solche Entriegelungsvorrichtungen
sind allgemein bekannt, sie werden im fachlichen Sprachgebrauch häufig als "Panikstangen"
bezeichnet. In Gebäuden mit öffentlichem Publikumsverkehr ist es Vorschrift, für Not-
oder Paniksituationen Notausgänge bzw. Fluchttüren vorzusehen, die sich mit einfacher
Betätigung öffnen lassen und den Weg zu Notausgängen bzw. Fluchtwegen aus dem Gebäude
heraus freigeben. Es bestehen hierfür inzwischen auf EU-Ebene Normen, die vorschreiben,
dass entsprechende Türen nicht nur unverriegelt sein müssen, sondern sich bei Betätigung
des Beschlages mit einer bestimmten Maximalkraft mit einer Hand einfach öffnen lassen
müssen.
[0002] Neben den klassischen Beschlägen in Form von Türdrückern bzw. Türklinken, die auch
in einer Not- bzw. Paniksituation von flüchtenden Personen nach wie vor niedergedrückt
werden müssen, erfreuen sich bei Architekten und Bauherren heute Panikstangen großer
Beliebtheit. Diese haben insbesondere den Vorteil, dass sie mit einer in Richtung
des Türblattes der Flucht- oder Notausgangstür wirkenden Kraft entriegelt werden und
keine Bewegung quer zu der Fluchtrichtung erfordern. So wird die entsprechende Notausgangs-
oder Fluchttür auch dann geöffnet, wenn ein Strom fliehender, ggf. in Panik befindlicher
Personen lediglich gegen die mit einer solchen Entriegelungsvorrichtung ausgestattete
Tür gedrückt wird.
[0003] Neben dem Bedürfnis einer einfachen Entriegelung in einer Notsituation besteht häufig
aber auch ein Interesse, solche Flucht- oder Notausgangstüren, ggf. auch andere mit
einer wie eingangs genannten Entriegelungsvorrichtung ausgestatteten Türen auf eine
unbefugte Benutzung hin zu überwachen. So können bspw. auf Flughäfen sicherheitsrelevante
Bereiche, bspw. der nur nach Personenkontrolle und Gepäckdurchleuchtung zu betretende
Abflugbereich mit anderen Bereichen, z.B. dem allgemeinen Terminalbereich, durch entsprechende
im Notfall einfach zu entriegelnde Türen verbunden sein. Hier gilt es, eine unbefugte
Benutzung in anderen als Not- und Paniksituationen zu verhindern, jedenfalls eine
solche Benutzung mit geeigneten Mitteln, insbesondere einem Alarm, anzuzeigen.
[0004] Für Türen mit normalen Beschlägen in Form von Türklinken oder Türdrückern sind hierfür
bereits geeignete so genannte Türwächter entwickelt worden, z.B. die in der
EP 1 365 089 offenbarte Vorrichtung. Dort wird ein in einer Schiene in einer Grundstellung gehaltener
Körper unterhalb der Türklinke bzw. des Türdrückers angeordnet, der bei einer Betätigung
des Türdrückers und damit verbundener Öffnung der Tür aus der Grundstellung in einer
Alarmstellung senkrecht nach unten fällt und dabei ein Alarmsignal ausgibt. Eine solche
Lösung ist theoretisch für freistehende Panikstangen, die bei einer Öffnungsbewegung
in Richtung des Türblattes auch nach unten bewegt werden, noch möglich, bei den eingangs
genannten Varianten einer Entriegelungsvorrichtung mit kompakter Bauweise jedoch nicht
mehr praktikabel.
[0005] Auch für solche Entriegelungsvorrichtungen bzw. Türbeschläge sind jedoch bereits
Vorschläge für die Einrichtung einer Möglichkeit zur Überwachung unterbreitet worden,
so insbesondere in der
EP 1 580 363 A1. Gemäß dem dortigen Vorschlag wird an dem Druckbalken eine Mitnehmerplatte oder dgl.
befestigt, hinter der ein hebelartiger, an einem Grundkörper einer Alarmvorrichtung
befestigter Arm liegt. Bei Betätigung des Druckbalkens wird der Arm von dem Gehäuse
abgelöst und in dem Gehäuse ein Alarm ausgelöst.
[0006] Grundsätzlich lässt sich mit dieser Ausgestaltung eine zuverlässige und solide Überwachung
einer solchen Entriegelungsvorrichtung realisieren. Allerdings werden die zusätzlichen
am Türblatt anzuordnenden Elemente als optisch störend empfunden, und es kann durch
die zusätzlich angebrachten Teile, insbesondere wenn diese scharfkantig sind, zu einer
erhöhten Verletzungsgefahr kommen.
[0007] Entsprechend ist es Aufgabe der Erfindung, hier Abhilfe zu schaffen und eine Entriegelungsvorrichtung
der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass diese in kompakter Bauweise
eine Überwachung im Hinblick auf eine unberechtigte Öffnung der mit diesem Beschlagelement
versehenen Tür ermöglicht.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Entriegelungsvorrichtung mit den Merkmalen des
Schutzanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Entriegelungsvorrichtung
sind in den abhängigen Ansprüchen 2 bis 12 genannt.
[0009] Der wesentliche Gedanke und Aspekt der Erfindung liegt hier darin, einen gleichsam
im Inneren der Entriegelungsvorrichtung zwischen den Elementen Aufnahme und Druckbalken
gebildeten Bauraum zu nutzen, um dort eine Alarmeinrichtung unterzubringen mit ihren
wesentlichen Elementen, der Sensoreinrichtung zum Überwachen einer Betätigung des
Druckbalkens sowie Alarmausgabeeinheit zum Ausgeben eines Alarmsignals. Dieses letztgenannte
Alarmsignal kann dabei entweder in einem elektrischen Signal bestehen, welches z.B.
an eine Überwachungszentrale weitergeleitet und dort verarbeitet wird, es kann insbesondere
aber auch in einer optischen Alarmausgabe, z.B. einer blinkenden Lampe oder LED, aber
auch in einem akustischen Alarmsignal sowie beliebigen Kombinationen der genannten
Möglichkeiten bestehen.
[0010] Die erfindungsgemäße Lösung, die Alarmeinrichtung im Innern der Entriegelungsvorrichtung
in einem im Wesentlichen durch die Aufnahme und den Druckbalken begrenzten Hohlraum
anzuordnen, bedingt nicht nur eine besonders kompakte Bauform, die sich rein äußerlich
nicht oder nur geringfügig von herkömmlichen Entriegelungsvorrichtungen dieser Bauart
unterscheidet, sie bietet darüber hinaus einen guten Schutz und eine Sicherung für
die Alarmeinrichtung. Da in der Regel die Aufnahme sowie der Druckbalken aus Metall
oder einem anderen durablen Material gebildet sind, ist die im Innern der Entriegelungsvorrichtung
angeordnete Alarmeinrichtung dort zuverlässig vor äußeren Einflüssen, insbesondere
auch Vandalismus, geschützt.
[0011] Zur Übertragung der Relativbewegung zwischen Druckbalken und Aufnahme kann als ein
Element eine Schubstange verwendet werden, die in der Aufnahme in deren Längsrichtung
beweglich gelagert ist. Diese Schubstange kann dabei unmittelbar oder über zwischengeordnete
Kraftübersetzungselemente z.B. auf einen in einer drehbaren Nuss zum Bewegen der Falle
angeordneten Zapfen einwirken und diesen bei einer Längsverschiebung der Schubstange
in eine Drehbewegung versetzen. Die Bewegungsankopplung zwischen dem Druckbalken und
der Schubstange kann dabei z.B. über Gelenkriegel erfolgen, die jeweils mit einem
ihrer Enden gelenkig an dem Druckbalken, mit einem anderen ihrer Enden gelenkig mit
der Schubstange verbunden sind.
[0012] Die Sensoreinrichtung kann bspw. einen Mikroschalter aufweisen, der aufgrund einer
Relativbewegung zwischen dem Druckbalken und der Aufnahme bzw. einem Element der Übertragungsmittel
und der Aufnahme aus einer eingeschalteten Stellung in eine ausgeschaltete Stellung
verfährt oder in umgekehrter Weise betätigt wird.
[0013] Die Sensoreinrichtung kann mit Vorteil aber auch ein relativ zu der Aufnahme ortsfest
angeordnetes erstes Sensorelement und wenigstens ein an dem Druckbalken oder einem
Element der Übertragungsmittel angeordnetes zweites Sensorelement umfassen, wobei
diese Sensorelemente zusammenwirken, um eine Relativbewegung zwischen dem ersten und
dem zweiten Sensorelement festzustellen. Solche Sensorelemente können insbesondere
auch durch eine Paarung aus wenigstens einem REED-Kontakt und wenigstens einem Magnetelement
gebildet sein. REED-Kontakte stellen eine kostengünstige und sehr zuverlässige Form
eines berührungslosen und damit störungsunanfälligen Sensors dar.
[0014] Mit Vorteil ist die Sensoreinrichtung derart eingerichtet, dass sie bei einer Betätigung
des Druckbalkens nicht nur einen Alarm triggert, sondern zwischen wenigstens zwei
Positionen relativ zueinander verschobener Druckbalken und Aufnahme zu unterscheiden
vermag, nämlich einer Voralarmstellung, in welcher der Druckbalken zwar betätigt,
die Tür jedoch noch nicht entriegelt ist, und einer Hauptalarmstellung, wenn die Entriegelung
der Tür erfolgt ist. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn die Verarbeitung der
entsprechenden Signale unterschiedlich erfolgt, z.B. ein Voralarm bei einer Rückkehr
des Druckbalkens in seine Ausgangsstellung ohne weitere Quittierung erlischt, also
nur zur Warnung einer den Druckbalken möglicherweise versehentlich betätigenden Person
dient, der Hauptalarm hingegen dauerhaft anliegen bleibt und erst mit Hilfe eines
Quittierungsschalters quittiert und beendet werden kann. So können, wenn die Tür tatsächlich
entriegelt und damit potentiell geöffnet worden ist, die verantwortlichen Personen
entsprechende Maßnahmen ergreifen, z.B. einen unbefugten Übertritt durch die Notausgangstür
feststellen und den korrekt verschlossenen Zustand der Tür wieder herstellen. Der
Quittierungsschalter kann dabei z.B. ein Schlüsselschalter oder ein hinter einem mit
einem Schlüssel oder einem Code zugänglichen Abdeckblech befindlicher Taster oder
dgl. sein, so dass er nur von autorisiertem Personal betätigt und der Hauptalarm so
zurückgesetzt werden kann.
[0015] Weiterhin kann die erfindungsgemäße Entriegelungsvorrichtung mit Vorteil zusätzlich
ein Riegelelement enthalten, welches den Druckbalken in einer zur Entriegelung der
Tür nicht tauglichen Normalstellung hält und diesen erst nach einer aktiven Entriegelung
freigibt. Solche Riegelelemente werden von Betreibern von Notausgangs- und Paniktüren
in öffentlich zugänglichen Gebäuden häufig gefordert, um ein zusätzliches Hindernis
gegen eine unbefugte Betätigung zu schaffen. Ein solches Riegelelement kann z.B. wie
in Anspruch 11 dargestellt durch einen Elektromagneten und ein ferromagnetisches Gegenstück
realisiert sein, von denen jeweils ein Element an dem Druckbalken oder einem Element
der Übertragungsmittel und das andere Element ortsfest an der Aufnahme angeordnet
und festgelegt sind. Um trotz eines solchen Riegelelementes die gesetzliche geforderte
Einhandbedienung im Panikfall sicherzustellen, kann die Auslösung bzw. Freigabe des
Riegelelementes, insbesondere also das Abschalten des Elektromagneten, durch Betätigung
des Druckbalkens erfolgen.
[0016] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der beigefügten Figuren. Dabei zeigen:
- Figur 1
- in stark schematisch vereinfachter, dreidimensionaler Darstellung eine erfindungsgemäße
Entriegelungsvorrichtung,
- Figur 2
- in einer Aufsicht von oben einen Abschnitt der in Figur 1 gezeigten Entriegelungsvorrichtung
mit weiteren Details,
- Figur 3
- in einem dem Abschnitt aus Figur 2 entsprechenden Abschnitt das Verriegelungselement
mit teilweise weg geschnittenem Druckbalken und angedeutetem Türschloss und
- Figur 4
- in einem Ausschnitt eine Aufsicht auf die erfindungsgemäße Entrie- gelungsvorrichtung
gemäß Figur 1 mit abgenommenem Durckbal- ken.
[0017] In den Figuren ist in stark schematischer und vereinfachter Darstellung ein Ausführungsbeispiel
für eine erfindungsgemäß Entriegelungsvorrichtung dargestellt, welches nachfolgend
unter Hinweis auf die Figuren näher beschrieben und erläutert wird.
[0018] In Figur 1 ist zunächst in stark schematischer Darstellung eine erfindungsgemäße
Entriegelungsvorrichtung in dreidimensionaler Weise dargestellt und allgemein mit
dem Bezugszeichen 1 bezeichnet. Die Entriegelungsvorrichtung 1 ist insgesamt balkenartig
und langgestreckt gebildet und enthält als wesentliche Teile eine langgestreckte Aufnahme
2 sowie einen in der Aufnahme 2 eingesetzten und relativ zu dieser quer zur Längsrichtung
beweglichen Druckbalken 3. Sowohl die Aufnahme 2 als auch der Druckbalken 3 sind hier
als U-Profile gebildet. Dabei ist der Druckbalken 3 so in die Aufnahme 2 eingesetzt,
dass die beiden U-Profile mit ihren die Öffnung des U begrenzenden Schenkeln aufeinander
zu gerichtet sind und so im Innern der Entriegelungsvorrichtung ein Innenraum bzw.
Hohlraum gebildet ist. In Längsrichtung vorn und hinten sind über den Druckbalken
3 Endkappen 4 aufgesetzt und mit der Aufnahme 2 verbunden. Diese bilden so seitlich
den Abschluss des im Innern der Entriegelungsvorrichtung 1 gelegenen Innenraumes.
Mit der Bezugsziffer 5 ist schließlich noch ein Beschriftungsfeld angedeutet, welches
der deutlichen Kennzeichnung dienen kann, z.B. durch Anbringen einer Aufschrift "NOTAUSGANG".
[0019] Zuletzt ist in der Figur 1 noch angedeutet, dass der Druckbalken 3 ausgehend aus
einer Normalstellung N, wie sie in Figur 1 gezeigt ist, niedergedrückt werden kann
zunächst bis zu einer Auslösestellung A und dann weiter zum tatsächlichen Öffnen der
Tür über diese Auslösestellung A hinaus. In später noch zu beschreibender Weise gibt
eine in Figur 1 nicht dargestellte, im Innern des zwischen der Aufnahme 2 und dem
Druckbalken 3 abgebildeten Innenraumes angeordnete Alarmeinrichtung einen Voralarm
aus, sobald der Druckbalken 3 aus der Normalstellung N ausgelenkt wird bis maximal
zur Auslösestellung A. Wird der Druckbalken 3 über die Auslösestellung A hin weiter
niedergedrückt, so gibt die Alarmeinrichtung einen Hauptalarm aus.
[0020] Aufnahme 2, Druckbalken 3 und Endkappen 4 bestehen in dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
vorzugsweise aus Metall, insbesondere aus Edelstahl.
[0021] In Figur 2 ist ein Abschnitt der in Figur 1 dargestellten Entriegelungsvorrichtung
1 in einer Aufsicht dargestellt, wobei hier ein weiteres Detail zu erkennen ist, nämlich
die Schallaustrittsöffnung 6. Unterhalb dieser Schallaustrittsöffnung 6 ist ein akustischer
Alarmgeber angeordnet, der sowohl im Voralarm als auch im Hauptalarm ein akustisches
Alarmsignal, bspw. einen Pfeifton, erklingen lässt.
[0022] In Figur 3 ist der in Figur 2 gezeigte Abschnitt der Entriegelungsvorrichtung 1 dargestellt,
dieses Mal mit teilweise mit weg geschnittenem Druckbalken 3. Zudem ist gestrichelt
angedeutet das Türschloss T einer Tür, auf dessen Blatt die Entriegelungsvorrichtung
1 befestigt ist. Unterhalb des weg geschnittenen Druckbalkens 3 ist hier insbesondere
eine in Längsrichtung der Aufnahme 2 bewegliche Schubstange 7 zu erkennen, die in
diesem Abschnitt relativ zu der Aufnahme durch das Zusammenspiel von in der Schubstange
7 ausgebildeten Langlöchern 8 mit an der Aufnahme 2 festgelegten Stiften 9 erfolgt.
An ihrem in der Figur 3 links dargestellten Ende mündet die Schubstange 7 in eine
Gabel 10, die eine mit dem Entriegelungsmechanismus der Türfalle verbundene Nuss 11
umgreift. An der Nuss 11 ist ein Vorsprung 12 angeordnet, gegen die Gabel 10 stößt
und über den bei einer durch den Doppelpfeil angedeuteten Vor- bzw. Rückbewegung der
Schubstange die Nuss 11 gedreht und damit die Falle der Tür entriegelt wird. Nicht
dargestellt ist hier der akustische Alarmgeber, der in diesem Bereich unterhalb der
Schallaustrittsöffnung 6 angeordnet ist.
[0023] Zu erkennen ist in der Figur auch noch ein Verbindungsriegel 13, der an seinen beiden
Enden gelenkig über den Stift 14 mit der Schubstange 7 und über Stifte 15 mit dem
Druckbalken 3 verbunden ist und so bei einem Niederdrücken des Druckbalkens 3 diese
Bewegung in eine Längsverschiebung der Schubstange 7 umsetzt.
[0024] In Figur 4 ist schließlich ein gesehen von der Darstellung in Figur 2 weiter rechts
gelegener Abschnitt der Entriegelungsvorrichtung 1 dargestellt, der wesentliche Teile
der im Innern zwischen Aufnahme 2 und Druckbalken 3 angeordneten Alarmeinrichtung
enthält sowie weitere noch zu beschreibende Komponenten. Zu erkennen ist hier das
rückwärtige Ende der Schubstange 7, an der in einem Abschnitt ein Permanentmagnet
17 festgelegt ist. Dem Permanentmagnet 17 gegenüber sind zwei REED-Kontakte 18,19
ortsfest zu der Aufnahme 2 angeordnet und mit Letzterer verbunden, die zusammen mit
dem Permanentmagneten 17 eine Sensoreinrichtung bilden. Dabei sind hier zwei REED-Kontakte
18 und 19 vorgesehen, die der Erfassung der unterschiedlichen Stellungen der Entriegelungsvorrichtung
1 dienen. Liegt der Permanentmagnet 17 dem ersten REED-Kontakt 18 gegenüber, so befindet
sich der Druckbalken 3 in der Normalstellung N, es liegt kein Alarm an. Wird der Druckbalken
3 eingedrückt, so bewegt sich die Schubstange 7 in Figur 4 nach links, der Permanentmagnet
17 verlässt seine Position gegenüber dem REED-Kontakt 18, der daraufhin ein Signal
an eine Alarmausgabeeinheit abgibt. Dieses Signal ist gleichzusetzen mit dem Voralarm,
die Signalausgabeeinheit gibt ein entsprechendes Alarmsignal in optischer und akustischer
Weise aus, welches jedoch endet, sobald der Druckbalken 3 losgelassen wird und seine
Normalstellung zurückkehrt. Wird der Druckbalken 3 weiter niedergedrückt, so gerät
der Permanentmagnet 17 gegenüber dem REED-Kontakt 19 und löst ein weiteres Signal
aus, das den Hauptalarm triggert. Dieser Hauptalarm wird von der Alarmausgabeeinheit
dauerhaft akustisch und optisch zur Anzeige gebracht, er kann erst durch Betätigen
eines hier nicht mehr dargestellten Quittierungsschalters beendet werden. Dabei sind
die Positionen der REED-Kontakte 18 und 19 sowie des Permanentmagneten 17 so justiert,
dass bei Auslösen des REED-Kontaktes 19 die Gabel 10 (vgl. Fig. 3) unmittelbar an
dem Vorsprung 12 der Nuss 11 so anliegt, dass bei weiterer Betätigung des Druckbalken
3 ein Öffnen der Tür erfolgt.
[0025] In Figur 4 ist ferner gestrichelt angedeutet, dass in diesem Bereich ein weiterer
Verbindungsriegel 13 zur Übertragung der abwärts gerichteten Bewegung des Druckbalken
3 in eine Längsbewegung der Schubstange 7 angeordnet ist.
[0026] Schließlich ist auch noch zu erkennen, dass die Schubstange 7 an ihrem der Gabel
10 gegenüberliegenden Ende ein abgewinkeltes Ende 22 aufweist, welches einem Elektromagneten
21 gegenüberliegt. Dieser Elektromagnet 21 und das abgewinkelte Ende 22 sind optionale
Merkmale, wobei der Elektromagnet 21 als zusätzliches Riegelelement die Schubstange
7 und damit den Druckbalken 3 in der Normalstellung N halten und erst bei aktiver
Auslösung abgeschaltet werden und diese freigeben kann. Diese aktive Auslösung erfolgt
vorzugsweise auch mittels Niederdrückens des Druckbalkens 3, um die geforderte Einhandbetätigung
der Notausgangs- bzw. Fluchttür weiterhin sicherzustellen.
[0027] Zu erkennen ist schließlich noch eine Anschlussklemme 20, über die die Versorgungs-
und Signalleitungen für die REED-Kontakte sowie für weiterhin dargestellte LED's 23
und 24, die insbesondere der Ausgabe des optischen Alarmsignals dienen, angeschlossen
werden können. Die Versorgung der Alarmeinrichtung im Innern der erfindungsgemäßen
Entriegelungsvorrichtung 1 erfolgt dabei vorzugsweise über Batterie, wobei die Batterie
ebenfalls im Innenraum zwischen Aufnahme 2 und Druckbalken 3 angeordnet ist. Sinnvollerweise
ist die Alarmeinrichtung dabei so verschaltet und gebaut, dass sie bei nachlassendem
Batteriestrom ein Warnsignal abgibt.
[0028] Der oben bereits erwähnte Quittierungsschalter kann entweder ein von außen zugänglicher
Schlüsselschalter sein oder auch ein unterhalb einer der Endkappen 4 angeordneter
Tastschalter, wobei die betreffende Endkappe 4 dann zwecksmäßigerweise ebenfalls mit
einem Schlüssel oder dgl. sicheren Riegelelement verriegelt und nur von authorisiertem
Personal zu öffnen ist.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Entriegelungsvorrichtung
- 2
- Aufnahme
- 3
- Druckbalken
- 4
- Endkappe
- 5
- Beschriftungsfeld
- 6
- Schallaustrittsöffnung
- 7
- Schubstange
- 8
- Langloch
- 9
- Stift
- 10
- Gabel
- 11
- Nuss
- 12
- Vorsprung
- 13
- Verbindungsriegel
- 14
- Stift
- 15
- Stift
- 17
- Permanentmagnet
- 18
- REED-Kontakt
- 19
- REED-Kontakt
- 20
- Anschlussklemme
- 21
- Elektromagnet
- 22
- abgewinkeltes Ende
- 23
- LED
- 24
- LED
- A
- Auslösestellung
- N
- Normalstellung
- T
- Türschloss
1. Entriegelungsvorrichtung zum Entriegeln von Türen, insbesondere Notausgangs- und/oder
Fluchttüren, mit einer auf dem Türblatt fest zu montierenden, langgestreckten gehäuseartigen
Aufnahme (2) und einem in der Aufnahme (2) angeordneten, quer zu der Längsrichtung
der Aufnahme (2) bewegbaren Druckbalken (3), wobei Aufnahme (2) und Druckbalken (3)
einen abgeschlossenen Innenraum umschließen und in dem Innenraum Übertragungsmittel
zum Umsetzen einer Relativbewegung zwischen dem Druckbalken (3) und der Aufnahme (2)
in eine Drehbewegung eines Zapfens (11) zur Entriegelung der Türfalle angeordnet sind,
wobei in dem Innenraum ferner eine Alarmeinrichtung zur Überwachung der Betätigung
des Druckbalkens (3) angeordnet ist, welche wenigstens eine Sensoreinrichtung (17,
18, 19) zum Überwachen einer Betätigung des Druckbalkens (3) und eine mit der Sensoreinrichtung
(17, 18, 19) verbundene Alarmausgabeeinheit (23, 24) zur Ausgabe eines akustischen
und/oder optischen und/oder elektrischen Alarmssignals enthält.
2. Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Übertragungsmittel eine Schubstange (7) enthalten, die in der Aufnahme (2) geführt
relativ zu dieser in deren Längsrichtung beweglich gelagert und über Mittel zur Umsetzung
einer Relativbewegung zwischen dem Druckbalken (3) und der Aufnahme (2) in eine Längsverschiebung
der Schubstange (7) mit dem Druckbalken (3) verbunden ist.
3. Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Umsetzung einer Relativbewegung zwischen dem Druckbalken (3) und der
Aufnahme (2) in eine Längsveschiebung der Schubstange (7) mit ihren beiden Enden jeweils
gelenkig an einem der Elemente Schubstange (7) und Druckbalken (3) festgelegte Gelenkriegel
(13) sind.
4. Entriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (17, 18, 19) wenigstens ein relativ zu der Aufnahme (2) ortsfest
angeordnetes erstes Sensorelement (18, 19) und wenigstens ein an dem Druckbalken (3)
oder einem Element der Übertragungsmittel angeordnetes zweites Sensorelement (17)
umfasst, wobei die Sensorelemente (17, 18, 19) zusammenwirken, um eine Relativbewegung
zwischen dem ersten (18, 19) und dem zweiten Sensorelement (17) festzustellen.
5. Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Sensorelemente erstes Sensorelement (18, 19) und zweites Sensorelement
(17) ein Magnetelement und das andere Sensorelement ein Reed-Kontakt ist.
6. Entriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung einen Mikroschalter aufweist.
7. Entriegelungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoreinrichtung (17, 18, 19) eingerichtet ist, wenigstens zwei unterschiedliche
Relativpositionen zwischen Druckbalken (3) und Aufnahme (2) festzustellen und für
die Alarmausgabeeinheit unterscheidbar an diese zu übermitteln, wobei eine erste Relativposition,
die noch keine Entriegelung der Tür auslöst, als eine Voralarmstellung und eine zweite
Relativposition, die zu einer Entriegelung der Tür führt, als eine Hauptalarmstellung
von der Sensoreinrichtung (17, 18, 19) unterscheidbar feststellbar sind.
8. Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Alarmausgabeeinheit eingerichtet ist, bei durch die Sensoreinrichtung (17, 18,
19) festgestellter Voralarmstellung einen bei Auflösung der Voralarmstellung automatisch
endendes Alarmsignal auszugeben.
9. Entriegelungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Alarmausgabeeinheit mit einem Quittierschalter verbunden und eingerichtet ist,
bei durch die Sensoreinrichtung (17, 18, 19) festgestellter Hauptalarmstellung ein
Alarmsignal auszugeben, das auch bei anschließendem Verlassen der Hauptalarmstellung
erst nach einer Betätigung des Quittierschalters endet.
10. Entriegelungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Riegelelement (21) vorgesehen ist, welches den Druckbalken (3) in einer zur Entriegelung
der Tür nicht tauglichen Normalstellung (N) hält und diesen erst nach einer aktiven
Entriegelung freigibt.
11. Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelelement (21) ein ortsfest zu der Aufnahme angeordneter Elektromagnet ist,
der auf ein an dem Druckbalken (3) oder einem Element der Übertragungsmittel angeordnetes
ferromagnetisches Gegenstück (22) in einer Normalstellung eine magnetische Kraft ausübt
und dieses hält.
12. Entriegelungsvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromagnet durch eine Betätigung des Druckbalkens (3) ausgeschaltet und der
Druckbalken (3) so freigegeben wird.