[0001] Die Erfindung betrifft ein Ultraschallwandlersystem und Verfahren zu dessen Betrieb.
Dabei können insbesondere Ultraschallwellen mit sehr hohen Frequenzen emittiert und
beispielsweise für die zerstörungsfreie Prüfung von Werkstücken oder Bauteilen genutzt
werden. Dadurch kann eine Auflösung im Bereich von 10 µm erreicht werden, so dass
auch sehr kleine Reflektoren, wie z.B. Defekte, Risse, Lunker oder Delaminationen
detektierbar sind.
[0002] Da mit der Erfindung auch sehr kleine Strukturen detektiert werden sollen, ist eine
hohe Auflösung erforderlich, die nur durch Einsatz von Ultraschall mit sehr hohen
Frequenzen möglich ist. Häufig wird auch ein Einsatz von Ultraschallwandlern gefordert,
bei dem Strukturen ortsaufgelöst im Volumen von Körpern erkannt werden sollen und
der Ultraschallwandler nicht auf die Oberfläche des Körpers aufgesetzt und über seine
Oberfläche bewegt werden soll. Dies erfordert eine gezielte Beeinflussung der Richtung
in der Schallwellen vom Ultraschallwandler emittiert werden sollen. Es ist seit jüngster
Vergangenheit üblich, für solche Anwendungen Mehrelementultraschallwandler einzusetzen.
[0003] Da Ultraschall mit einer sehr hohen Frequenz eingesetzt werden sollen, ist eine Miniaturisierung
erforderlich. Dabei ist es auch beachtsam, dass eine gezielte Emissionsrichtung von
emittierten Schallwellen häufig gefordert wird. Bei den Frequenzen im mittleren bis
oberen Megaherzbereich ist auch eine hohe Auflösung, also eine sehr kleine Fläche
erforderlich, von der Ultraschallwellen emittiert werden müssen. Dies ist aber für
die Führung der elektrischen Zuleitungen zu berücksichtigen.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, Möglichkeiten vorzuschlagen mit denen Ultraschallwellen
mit erhöhter Frequenz und hoher Auflösung in unterschiedliche Richtungen emittiert
und wieder detektiert werden können.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem Ultraschallwandlersystem, das die Merkmale
des Anspruchs 1 aufweist, gelöst. Es kann mit einem Verfahren nach Anspruch 9 betrieben
werden. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung können mit
in untergeordneten Ansprüchen bezeichneten Merkmalen realisiert werden.
[0006] Ein erfindungsgemäßes Ultraschallwandlersystem ist dabei so ausgebildet, dass an
einer Oberfläche eines elektrisch isolierenden oder halbleitenden Substrats diskret
zueinander ausgebildete Elektroden, als metallische Dünnschicht ausgebildet sind.
Dabei ist jede Elektrode einzeln über eine elektrisch leitende durch das Substrat
hindurch geführte Durchkontaktierung mit einer Spannungsquelle verbunden.
[0007] Auf der Oberfläche des Substrates an der diese Elektroden ausgebildet sind, ist mindestens
eine aus einem piezoelektrischen Material/Stoff gebildete aktive Schicht ausgebildet.
Diese eine aktive oder mehrere aktive Schicht(en) ist/sind dann mit mindestens einer
weiteren Elektrode und damit mit dem anderen Pol der Hochfrequenzspannungsquelle oder
dem Massekontakt elektrisch leitend verbunden.
[0008] Dadurch kann mit den unmittelbar an der Oberfläche des Substrats vorhandenen Elektroden,
die jeweils einzeln elektrisch ansteuerbar sind, eine der jeweiligen Elektrode zugeordnete
aktive Schicht oder ein Flächenbereich einer aktiven Schicht angeregt werden, um von
dieser Position Ultraschallwellen zu emittieren.
[0009] Dabei kann die Ansteuerung so erfolgen, dass ein Zeitversatz durch eine gezielte
Phasenverschiebung, bei der über diese Elektroden elektrische Spannung an die aktive
Schicht angelegt wird und dabei ein elektrischer Strom fließt, eine Beeinflussung
der Richtung, mit der Ultraschallwellen von der jeweiligen Position emittiert werden,
erreicht werden.
[0010] Durch das Anlegen einer elektrischen Spannung wird das piezoelektrische aktive Material
zu hochfrequenten mechanischen Schwingungen angeregt, die sich dann als Ultraschallwellen
ggf. nach einer Einkopplung in einen Körper auf den das System aufgesetzt worden ist,
ausbreiten. Dabei kann die Ansteuerung der einzelnen diskret zueinander angeordneten
Elektroden so erfolgen, dass die jeweils von diesen Flächenbereichen, an denen die
Elektroden angeordnet sind, emittierten Schallwellen gezielt beeinflusst werden können.
Werden am äußeren Rand angeordnete Elektroden zeitlich versetzt vor den sukzessive
weiter innen liegend angeordneten Elektroden angesteuert, ist eine fokussierte Schallemission
möglich. Es besteht aber auch die Möglichkeit, durch eine zeitlich nachfolgende Ansteuerung
von Elektroden eine in einem bestimmten Winkel, abweichend von 90° zur Oberfläche
der aktiven Schicht(en), ausgerichtete Schallemission zu erreichen.
[0011] Durch eine zeitverzögerte Ansteuerung der Elektroden kann auf die jeweilige Richtung
der von dort emittierten Schallwellen Einfluss genommen werden, da sich die einzelnen
im Flächenbereich von Elektroden emittierten Schallwellen zu einer resultierenden
Wellenfront in einer bestimmten Richtung überlagern. Zur Emission von Schallwellen
mit möglichst großen Winkeln, sollte der Mittenabstand von diskret nebeneinander angeordneten
Elektroden kleiner als die halbe Wellenlänge der Schallwellen in einem Werkstoff oder
Körper, in den die Schallwellen emittiert werden, sein. Die Wellenlänge ist dabei
von der Schallgeschwindigkeit im Werkstoff und der Frequenz der Schallwellen abhängig.
Die Wellenlänge verkleinert sich dabei mit größer werdender Frequenz. Dies erfordert
auch eine Miniaturisierung der Ultraschallwandler, was mit einem erfindungsgemäßen
System und die vorteilhafte elektrische Kontaktierung, auch mit konventionellen Verbindungstechniken,
erreichbar ist.
[0012] Die auf der Oberfläche des Substrates angeordneten Elektroden können eine Reihen-,
Linien-, Ring- oder Matrixanordnung bilden. Die jeweilige Anordnung grenzt die damit
mögliche Schallemission räumlich ein. Bei einer Reihen- oder Linienanordnung kann
beispielsweise die Beeinflussung der Schallemissionsrichtung nur in einer Raumebene
erfolgen. Bei Matrix-oder Ringanordnungen kann eine dreidimensionale vollständige
Beeinflussung erreicht werden.
[0013] Ultraschallwandler werden üblicherweise auch zu Prüfund Diagnosezwecken eingesetzt.
Die emittierten Ultraschallwellen werden in einem angrenzenden Werkstoff oder Material
an Defekten, Grenzflächen oder der Rückseite eines zu prüfenden Körpers reflektiert.
Ein Teil der reflektierten Schallwellen trifft wieder auf den jeweiligen Ultraschallwandler
auf. Der Schalldruck dieser reflektierten Schallwellen bewirkt mechanische Verformungen
der piezoelektrischen Schicht, die von der Schicht in dementsprechend proportionale
elektrische Spannungssignale umgewandelt werden. Über eine Auswertung der Amplituden
und der Zeitverläufe der einzelnen so erfassten Messsignale, kann eine ortsaufgelöste
Abbildung der inneren Struktur eines untersuchten Körpers durch Berechnung rekonstruiert
werden.
[0014] Insbesondere wegen der erforderlichen Miniaturisierung, ist es vorteilhaft, die große
Anzahl an elektrisch leitenden Verbindungen zu den Elektroden mittels Durchkontaktierungen
(Via's) auszubilden. Diese können dabei, wie bereits erwähnt, durch das Substrat hindurchgeführt
werden. Zusätzlich können aber weitere Durchkontaktierungen genutzt werden, die als
elektrisch leitende Verbindungen durch eine oder mehrere elektrisch nicht leitende(n)
Schicht(en) geführt sind. Diese Schicht(en) kann/können auf der Rückseite des Substrates,
also auf der Seite, die der Seite auf der die Elektroden ausgebildet sind, gegenüberliegt,
angeordnet sein. Zwischen oder auf diesen Schichten können elektrische Leiterbahnen,
die zu einer Aufweitung von an der Rückseite angeordneten Kontaktflächen genutzt werden
können, vorhanden sein. Auf der nach außen weisenden elektrisch nicht leitenden Schicht
können die Kontaktflächen eine aufgeweitete Anschlussstruktur bilden, bei der diese
Kontaktflächen auf einer Fläche verteilt angeordnet sind, die größer als die Fläche
der aktiven Schicht(en) auf der Vorderseite des Substrates ist. Dadurch ist eine elektrische
Kontaktierung mit konventionellen Verbindungstechniken, wie Löten, Drahtbonden oder
Kleben möglich.
[0015] Für die Herstellung erfindungsgemäßer Systeme können verschiedene Werkstoffe für
die Substrate eingesetzt werden. Dies können beispielsweise Halbleiterwerkstoffe (bevorzugt
einkristallines Silicium), Keramiken, Glas oder Polymere sein.
[0016] Die Elektroden auf der Oberfläche des Substrates können als metallische Dünnschichten
aufgebracht werden. Die Strukturierung kann mit bekannten Verfahren additiv (über
Wechselmasken oder Haftmasken) oder subtraktiv (Ätzen) erfolgen. Geeignete Metalle
sind Kupfer, Gold, Aluminium, Platin oder Mehrschichtsysteme, wie z.B. eine Cr-Au,
Ni-Au oder Ti-Cu-Au. Es sollte eine gute Haftung am Substrat und der aktiven Schicht(en)
gegeben sein.
[0017] Für die aktive(n) Schicht(en) können an sich beliebige piezoelektrische Materialien,
wie AlN, ZnO oder PZT eingesetzt werden. Auch hier kann ein Auftrag mittels physikalischer
Gasphasenabscheidung erfolgen. Für die Herstellung der Durchkontaktierungen durch
ein Substrat können die Durchbrechungen durch reaktives Ionenätzen (DRIE), Plasmaätzen,
nasschemisches Ätzen oder mittels Laserabtrag ausgebildet werden. Nach der Ausbildung
der Durchbrechungen können deren Innenwände metallisiert und/oder mit einem elektrisch
leitfähigem Material gefüllt werden. Die Metallisierung kann durch physikalische Gasphasenabscheidung
aufgebracht werden, die ggf. galvanisch verstärkt werden kann.
[0018] Ein Ausfüllen mit einem elektrisch leitenden Material kann ebenfalls mit einer solchen
Gasphasenabscheidung, aber auch durch Siebdruck erfolgen. Dabei kann ein Metall oder
auch ein elektrisch leitfähiges polymeres Material in Durchbrechungen eingebracht
werden.
[0019] Die bereits erwähnten elektrisch nicht leitenden Schichten, können ebenfalls als
Dünnschichten auf das Substrat aufgebracht werden. Dies können beispielsweise geeignete
Oxid- bzw. Nitridschichten sein. In den elektrisch nicht leitenden Schichten können
ebenfalls Durchkontaktierungen vorhanden sein, mit denen die Leiterbahnen in den unterschiedlichen
Ebenen elektrisch leitend verbunden werden können. Es können dafür aber auch herkömmliche
Mehrlagensubstrate (z.B. Leiterplatten, keramische Mehrlagenschaltungen) mit entsprechenden
Leiterbahnstrukturen eingesetzt werden.
[0020] Bei einem erfindungsgemäßen System besteht die Möglichkeit, dass eine aktive Schicht
alle auf der Oberfläche des Substrates ausgebildeten Elektroden überdeckt. In einer
weiteren Alternative kann aber auch jeder Elektrode eine eigene aktive Schicht zugeordnet
sein. Zumindest die Elektroden sollten so ausgebildet sein, dass kein elektrischer
Stromfluss von einer Elektrode zu einer anderen Elektrode möglich ist.
[0021] Die Gesamtdicke des Substrates einschließlich der durchkontaktierten Verdrahtungsebenen
dollte deutlich größer sein, als die Wellenlänge des Ultraschalls im Substrat. Da
das piezoelektrische Material in beide Richtungen mechanisch schwingt, sollten die
rückseitig emittierten Schallwellen im Substrat absorbiert werden. Mögliche Reflexionen
im Substratwerkstoff sollen nicht wieder auf die piezoelektrische aktive Schicht treffen,
um unerwünschte Störsignale zu vermeiden.
[0022] Die einzelnen auf der Substratoberfläche ausgebildeten Elektroden sollten je nach
gewählter geometrischer Gestaltung eine Breite aufweisen, die kleiner als die Wellenlänge
der Schallwellen in einem Werkstoff, in den die Schallwellen emittiert werden, sein.
[0023] Die weitere(n) Elektrode(n) kann/können auf einer aktiven Schicht ausgebildet sein.
Diese bildet dann zumindest bereichsweise die Oberfläche des Elements von der Ultraschallwellen
emittiert werden.
[0024] Beim Einsatz eines erfindungsgemäßen Systems kann so vorgegangen werden, dass eine
gepulste elektrische Spannung an die Elektroden angelegt wird. Bevorzugt erfolgt eine
Einzelpulsung, die mit zeitlichen Unterbrechungen wiederholend durchgeführt werden
kann. In Zeiträumen in denen keine Schallwellen emittiert werden, kann eine Detektion
von zurück reflektierten Schallwellen erfolgen.
[0025] Mit der Erfindung kann Ultraschall mit Frequenzen von mindestens 30 MHz emittiert
und detektiert werden.
[0026] Die elektrisch leitenden Verbindungen des Systems für den Anschluss an eine Spannungsquelle
können an den Kontaktflächen in einer aufgeweiteten Anordnung an der Rückseite des
Substrates mit bekannten Technologien realisiert werden. Dies kann z.B. durch Löten,
Drahtbonden oder Kleben (z.B. mit elektrisch leitfähigem Klebstoff) erreicht werden.
[0027] Die erfindungsgemäßen Ultraschallwandlersysteme erreichen sowohl eine höhere laterale,
wie auch eine tiefen Auflösung im Mikrometerbereich. Es können neue Anwendungsbereiche,
wie beispielsweise eine effektive zerstörungsfreie Prüfung in der Elektronikfertigung,
erschlossen werden.
[0028] Nachfolgend soll die Erfindung an Hand von Beispielen näher erläutert werden.
[0029] Dabei zeigen:
Figur 1 eine schematische Schnittdarstellung eines Beispiels eines erfindungsgemäßen
Systems;
Figur 2 eine schematische Schnittdarstellung eines weiteren Beispiels;
Figur 3 eine Linienanordnung von Elektroden und
Figur 4 eine Matrixanordnung von Elektroden.
[0030] Mit der Darstellung von Figur 1 wird deutlich, dass auf einer Oberfläche eines Substrates
1 Elektroden 2 (hier nur eine Elektrode 2 dargestellt) ausgebildet sind. Diese können
über die durch das Substrat 1 an die Rückseite geführte Durchkontaktierung 4, mit
einer nicht dargestellten elektrischen Spannungsquelle elektrisch kontaktiert werden.
Dazu ist an der Rückseite mit einer Metallisierung eine elektrische Kontaktfläche
9 ausgebildet, die zum Löten oder Drahtbonden oder für eine anderweitige Verbindungsmöglichkeit
genutzt werden kann.
[0031] Auf den Elektroden 2 ist eine aktive Schicht 3, hier aus Aluminiumnitrid aufgebracht,
die wiederum von einer weiteren Elektrode 8 überdeckt ist. Die weitere Elektrode 8
dient dem Anschluss an das Massepotential. Bei Anlegen einer elektrischen Spannung
zwischen den Elektroden 2 und 8 wird die aktive Schicht 3 in dem Flächenbereich der
Elektroden 2 in Schwingung versetzt, die sich bei Berührung mit einem zu prüfenden
Körper oder einem Koppelmedium als Ultraschallwelle ausbreiten. In Pausen, in denen
keine elektrische Spannung zwischen Elektroden 2 und 8 anliegt, kann eine zeitaufgelöste
Detektion von Messignalen zwischen Elektroden 2 und 8 in Folge von zurück reflektierten
Schallwellen erfolgen.
[0032] Bei dem in Figur 2 gezeigten Beispiel soll eine mögliche Aufweitung von elektrischen
Anschlussstrukturen verdeutlicht werden.
[0033] Dabei sind auf einer Oberfläche des Substrates 1 wieder diskret und elektrisch isoliert
zueinander Elektroden 2 ausgebildet. Auf den Elektroden 2 ist eine aktive Schicht
3 aus piezoelektrischem Werkstoff, die mit einer weiteren Elektrode 8 überdeckt ist,
vorhanden.
[0034] Durch das Substrat 1 sind zu jeder einzelnen Elektrode 2 jeweils eine eigene Durchkontaktierung
4 bis zur Rückseite des Substrates 1 geführt. Auf dieser Rückseite sind bei diesem
Beispiel sechs elektrisch nicht leitende Schichten 6.1 bis 6.6 als Mehrschichtaufbau
ausgebildet. Auf den elektrisch isolierenden Schichten 6.1 bis 6.5 sind Leiterbahnen
7 ausgebildet, die mittels der Durchkontaktierungen 5 in den elektrisch nicht leitenden
Schichten (6.1 bis 6.6) mit Kontaktflächen 10 elektrisch leitend verbunden sind. So
wird erkennbar, dass bei einer kleinen für die Emittierung von Schallwellen nutzbaren
Fläche, durch die Aufweitung eine viel größere Fläche für elektrische Anschlüsse an
der Rückseite erhalten werden kann.
[0035] Mit den Figuren 3 und 4 sind Beispiele für Anordnungen und Gestaltungen von Elektroden
2 an einem erfindungsgemäßen System aufgezeigt.
[0036] Beim in Figur 3 gezeigten Beispiel sind auf der Oberfläche eines Substrats 1 streifenförmige
Elektroden 2 in einer Reihenanordnung oder Linienanordnung ausgebildet. Der maximal
mögliche Mittenabstand der Elemente bestimmt dabei die maximal mögliche Breite der
einzelnen streifenförmigen Elektroden (2).
[0037] Bei der in Figur 4 gezeigten Matrixanordnung sind die Elektroden 2 mit einer quadratischen
Fläche mit jeweils gleicher Flächengröße und gleichen Abständen zueinander ausgebildet.
Der maximal mögliche Mittenabstand der Elektroden 2 bestimmt dabei die maximal möglichen
Seitenlängen der einzelnen Elektroden (2).
[0038] Es können aber auch andere geometrische Elektrodenflächenformen als die hier gezeigten
eingesetzt werden. Es besteht auch die Möglichkeit die Größe und/oder die Abstände
von Elektroden 2 in einer Reihen- oder Matrixanordnung zu variieren.
1. Ultraschallwandlersystem, bei dem an einer Oberfläche eines elektrisch nicht leitfähigen
oder halbleitenden Substrats (1) diskret zueinander angeordnete Elektroden (2), die
als metallische Dünnschicht ausgebildet und jeweils einzeln mit Durchkontaktierungen
(4) zur Substratrückseite hindurch geführt und an der Substratrückseite über eine
Kontaktfläche (9) mit einer elektrischen Spannungsquelle verbunden sind; dabei auf
der Oberfläche der Elektroden (2) mindestens eine aus einem piezoelektrischen Material
gebildete aktive Schicht (3) ausgebildet ist, die mit mindestens einer weiteren Elektrode
(8) und damit mit dem anderen Pol der Spannungsquelle oder dem Massepotential der
Spannungsquelle elektrisch leitend verbunden ist.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Rückseite des Substrates (1), die der Oberfläche, an der die Elektroden (2)
ausgebildet sind, gegenüberliegt, mindestens eine elektrisch nicht leitende Schicht
(6.1 bis 6.6) ausgebildet ist,
zwischen oder auf der/denen elektrische Leiterbahnen (7) vorhanden sind, die mittels
weiterer Durchkontaktierungen (5), durch die elektrisch nicht leitende(n) Schicht(en)
(6.1 bis 6.n) geführt sind, elektrisch leitend mit Kontaktflächen (10) auf der Rückseite
des Substrates (1) verbunden sind und dabei die Kontaktflächen (10) auf einer Fläche
verteilt sind, die größer als die Fläche der aktiven Schicht(en) (3) auf der Vorderseite
des Substrates (1) ist.
3. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektroden (2) Reihenanordnung, eine Linienanordnung, Ringanordnung oder eine
Matrixanordnung bilden.
4. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine aktive Schicht (3) alle auf der Oberfläche des Substrates (1) ausgebildete Elektroden
(2) überdeckt.
5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat (1) eine Dicke aufweist, die größer als die Wellenlänge der emittierten
Schallwellen im Substratwerkstoff ist.
6. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Elektroden (2) eine Breite aufweisen, die kleiner als die Wellenlänge der Schallwellen
in einem Werkstoff, in den die Schallwellen emittiert werden, ist.
7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder einzelnen Elektrode (2) eine gesonderte aktive Schicht (3) zugeordnet und auf
dieser ausgebildet ist.
8. Element nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere(n) Elektrode(n) (8) auf einer aktiven Schicht (3) ausgebildet ist/sind.
9. Verfahren zur Emittierung von Ultraschallwellen mit einem System nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Beeinflussung der Ultraschallemissionsrichtung elektrische Spannung mit einem
Zeitversatz an einzelne Elektroden (2) und Elektroden (8) angelegt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass Ultraschallwellen mit einer Frequenz von mindestens 30 MHz emittiert werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass reflektierte Ultraschallwellen zeitaufgelöst detektiert werden und mit den detektierten
Messsignalen eine ortsaufgelöste Abbildung der inneren Struktur eines Körpers, in
den Ultraschallwellen detektiert und von dort reflektiert worden sind, berechnet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass elektrische Spannung als Einzelpuls angelegt wird.