[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Verpackungsbehältern nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie einen hierfür vorgesehenen Folienschlauch nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 14 und schließlich einen Verpackungsbehälter nach dem
Oberbegriff des Anspruchs 18.
[0002] Verpackungsbehälter aus Flachfolie mit zumindest innenseitiger Siegel- oder Schweißbarkeit,
die zunächst schlauchförmig zusammengelegt wird, sind überaus preisgünstig herzustellen
und für die Lagerung und den Transport sowie zur Verkaufspräsentation leicht, robust
und auch dicht ausführbar. Diese Eigenschaften stehen allerdings im allgemeinen einem
leichten Öffnen solcher Verpackungsbehälter entgegen. Es gibt zwar Verpackungsbehälter,
die vom Material her leicht aufzureißen sind oder Perforationen zum Aufreißen enthalten.
Dies führt aber dann zu Einschränkungen hinsichtlich der Robustheit und/oder der Dichtigkeit
des Verpackungsbehälters. Überdies gibt es eine allgemeine Entwicklung zu Herstellungsverfahren
und Maschinen für das Verpacken und Befüllen von solchen Verpackungsbehältern, bei
denen die Verpackung weitgehend erst im Zuge der Befüllung fertiggestellt wird. Diese
sog. "FFS"-Verfahren ("form fill and seal") sehen vor, dass ein Folienschlauch gebildet,
dann durch Quernähte zunächst einseitig geschlossen und nach dem Befüllen durch beabstandete
Quernähte allseitig geschlossen wird.
[0003] Das Befüllen der Verpackungsbehälter kann in herkömmlicher Weise in einem Zuge mit
dem Zusammenlegen und Längssiegeln der Flachfolie zu einem Schlauch erfolgen, wobei
ein Füllorgan der Maschine noch von oben durch einen noch nicht längsversiegelten
Abschnitt der Folie in die Schlauchform einmündet.
[0004] Eine andere geläufige Fülltechnik sieht vor, dass ein Folienschlauch, der beispielsweise
in Rollenform angeliefert wird, durch beabstandete Quernähte unterteilt und durch
Abtrennen eines Schlauchstücks hinter der Quernaht zu einem offenen Verpackungsbehälter
vereinzelt wird, der dann nachfolgend jeweils befüllt und durch eine Kopfnaht geschlossen
wird.
[0005] In jedem Fall wird die Boden-Quernaht beim Befüllen einer starken Belastung ausgesetzt
und dementsprechend belastbar vorzugeben. Bei Transport und Lagerung müssen beide
Quernähte - Kopf- und Bodennaht - fest versiegelt werden, da sie erheblichen Kräften
ausgesetzt sind und da das Füllgut Schälbeanspruchungen auf die Kopf- und Bodennähte
ausüben kann, die die Folie leicht auseinanderziehen. Diese Belastungsprobleme ergeben
sich sowohl für den Fall, dass die Schlauchform einfach flachliegend durch Quernähte
abgeteilt wird und dann mit dem Befüllen eine Kissenform einnimmt, wie auch für den
Fall, dass die Schlauchform durch Einfalten von Seitenfalten mehrlagige Quernähte
erhält und nach dem Befüllen eine Quaderform mit günstigerer Raumausnutzung einnimmt.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Verpackungsbehälter aus Folie ungeachtet der
Anforderungen an die Festigkeit und Dichtigkeit und unter Beibehaltung eines unaufwendigen
Herstellungsverfahrens so auszugestalten, dass es möglichst von Hand und ohne Zuhilfenahme
von Werkzeugen geöffnet werden kann. Aufgabe der Erfindung ist es weiterhin, ein Verfahren
und einen Folienschlauch für einen solchen Verpackungsbehälter vorzusehen.
[0007] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Längsnaht als von
Hand aufreißenbare Naht ausgebildet wird.
[0008] Es hat sich nämlich gezeigt, dass die Längsnaht sehr viel geringeren Transport- und
Lagerbelastungen standzuhalten hat als die Quernaht und insbesondere dann, wenn sie
flach auf einer Wand eines Verpackungsbehälters verläuft, kaum gefährlichen Schälbelastungen,
sondern eher den weniger kritischen Scherbelastungen innerhalb einer Wandebene ausgesetzt
ist. Dies kann dazu genutzt werden, dass die Längsnaht gegenüber den Quernähten sehr
viel weniger schälfest - "peelfähig"- auszubilden ist und dann auch ohne weiteres
gezielt von Hand aufgerissen werden kann, indem benachbarte Wandbereiche etwa auseinandergezogen
werden. Die Ausnutzung begrenzter Schälfestigkeit der Längsnaht wird dadurch noch
gestützt, dass diese von einem Anfangsbereich bzw. Endbereich der Längsnaht stellenweise
aufgezogen werden kann und dabei die begrenzte Schälfestigkeit der Längsnaht nur jeweils
punktuell zu überwinden ist.
[0009] Bei Verwendung einlagigen, insgesamt siegelfähigen Folienmaterials oder bei beidseitig
siegelfähigem Folienmaterial können die miteinander zu verbindenden Ränder der Flachfolie
flach in der Weise aufeinandergelegt werden, dass die Außenseite einer untenliegenden
Folie randseitig mit der Innenseite einer darübergelegten Folie zur Anlage kommt.
Bei häufig verwendetem Folienmaterial, das nur auf einer (Innen-) Seite siegel- oder
schweißbar ist, kann eine zunächst aufstehende "Flossennaht" durch Zusammenlegen der
Innenseiten der Folie gebildet werden, die dann aber im Sinne einer flachen Wand des
Verpackungsbehälters und auch zur Unterdrückung von Schälbeanspruchungen zur einen
oder anderen Seite hin flach umgelegt und ggf. auch an die benachbarten Wandstreifen
- vorzugsweise lösbar - anfixiert wird.
[0010] Damit die Längsnaht von Hand aufreißbar ist und vorzugsweise nur mit begrenzter Schälfestigkeit
ausgebildet wird, kann diese mit bekannten Mitteln "geschwächt" werden, indem etwa
ein Trennlackaufdruck vor dem Siegel- oder Schweißvorgang aufgebracht wird, der die
materialschlüssige Verbindung an der Naht auf einen Anteil von Verbindungspunkten,
Streifen o. dgl. reduziert. Ebenso kann die Siegelfähigkeit der Oberflächen im Nahtbereich
zumindest einseitig durch eine Korona-Vorbehandlung herabgesetzt werden. Wenn bei
einer Siegelnaht eine Klebenaht vorgesehen wird, kann vom Kleber her eine Bindungswirkung
gewählt werden, mit der diese Naht weniger fest ist als die robust auszubildenden
Siegel-Quernähte des Verpackungsbehälters.
[0011] Ein Vorteil des entsprechenden Herstellungsverfahrens ist, dass grundsätzlich vertraute
und bewährte Verfahrensschritte und auch bekannte sowie vorhandene Maschinen bzw.
Anlagen benutzt werden können, wobei lediglich bei der Ausbildung der Längsnaht die
entsprechenden Maßnahmen vorzusehen sind, die eine Aufreißbarkeit von Hand ermöglichen.
[0012] Für Maschinen, die zur Verarbeitung von Folienschlauch, beispielsweise in Rollenform
aufgewickelt, ausgelegt sind, kann der Folienschlauch bereits lieferantenseitig mit
einer solchen von Hand aufreißbaren Naht geliefert werden.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel für Verpackungsbehälter gemäß der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- Ansicht eines Verpackungsbehälters mit von Hand aufreißbarer Längsnaht,
- Fig. 2 bis 5
- Querschnitte zu Längsnähten für einen Verpackungsbehälter nach Fig. 1 in verschiedenen
Ausführungsformen und
- Fig. 6 bis 9
- Druckmuster zu einem Trennlack-Auftrag für Längsnähte von Verpackungsbehältern.
[0014] Ein in Fig. 1 insgesamt dargestellter Verpackungsbehälter 1 ist aus einem Streifen
Flachfolie gebildet, der mit Zusammenführung der beiden gegenüberliegenden Ränder
zur Schlauchform zusammengelegt und durch eine Längsnaht 2 in Schlauchform gebunden
ist. Ein solcher fortlaufender Schlauch kann in modernen FFS-Maschinen (form, fill
and seal) zur Konfektionierung und Befüllung verwendet werden. Dabei ist die Schlauchform
regelmäßig vor dem Befüllen an einem Ende mit einer Quernaht 3 (Bodennaht) zu verschließen
und nach dem Befüllen mit einer gegenüberliegenden Quernaht 4 - typischerweise als
Kopfnaht - zu schließen.
[0015] Zu einem Befüllen des zunächst noch einseitig offenen Behälters von oben könnte die
Schlauchform zwar von unten nach oben zugeführt werden, um die abschließende Quernaht
nach dem Befüllen anzubringen und gleichzeitig das Verpackungsbehältnis unterseitig
hinter der Bodennaht abzutrennen. Gebräuchlicher ist es allerdings, den Schlauch von
einer Schlauchrolle abzuwickeln und vor dem Befüllen einseitig offene Einzelbehälter
durch Anbringen einer (bodenseitigen) Quernaht und Abtrennen vom Schlauch hinter der
Quernaht zu schaffen.
[0016] Der in Fig. 1 veranschaulichte Verpackungsbehälter 1 weist eine angenäherte Quaderform
mit zwei einander gegenüberliegenden Hauptwänden 5,6 und zwei dazwischenliegenden
Seitenwänden 7,8 auf, wobei offen bleiben kann, ob die Seitenwände 7,8 als Seitenfaltenwände
ausgebildet und dazu eingefaltet in die Quernähte 3,7 einzusiegeln oder einzuschweißen
sind oder ob die Quernähte 3,4 ohne seitliche Einfaltungen den flachgequetschten Ausgangsschlauch
zusammensiegeln.
[0017] Die Quernähte werden meistens durch Heißsiegeln erstellt, wozu die Folie insgesamt
oder zumindest mit einer innenseitigen Schicht siegelfähig ausgebildet ist. Sehr gebräuchlich
ist eine innenliegende Schicht aus einem niedriger schmelzenden Polyolefin, vorzugsweise
Polyäthylen, und eine außenliegenden Schicht aus einem Polyester-Material mit höherem
Schmelzpunkt. Die geläufige Umschreibung einer "siegelfähigen" (Innen-) Schicht schließt
nicht aus, dass die außenliegende Schicht gleichfalls (bei höherer Temperatur) siegelfähig
wäre, vielmehr soll gesagt werden, dass beim Siegeln die niedriger schmelzenden Schichten
sich verbinden und die höher schmelzenden Schichten unverändert bleiben.
[0018] Die Quernähte sind schon beim maschinellen Befüllen mit kurzem Arbeitstakt typischerweise
hohen Belastungen ausgesetzt und dementsprechend hinreichend fest vorzugeben. Die
Belastungen sind besonders kritische Schälbelastungen, mit denen die zur Quernaht
zusammenlaufenden Wandflächen auseinandergezogen werden und diese Schälbelastung nicht
etwa mit der ganzen Nahtfläche, sondern an der Kante der Naht aufnehmen. Das Festigkeitskonzept
für den Verpackungsbehälter verlangt von daher feste Siegelnähte. Insbesondere ein
werkzeugloses Öffnen, also typischerweise ein Aufreißen von Hand, kommt bei den Quernähten
nicht in Betracht. Außerdem sind etwa vorgegebene Schwächungen als Aufreißstellen
für den Verpackungsbehälter kritisch. Perforationen als generelle Aufreißhilfe kommen
wegen der damit verbundenen Undichtigkeiten regelmäßig nicht in Betracht.
[0019] Demgegenüber hat es sich allerdings gezeigt, dass die Längsnaht 2 leicht - von Hand
- aufreißbar ("peelfähig") ausgebildet werden kann ohne das Risiko eines Behälterbruchs.
Dieses liegt zum einen daran, dass die Längsnaht an den besonders belasteten Kopf-
und Bodenbereichen des Verpackungsbehälters 1 durch die Quernähte 3 und 4 fest eingebunden
ist und nur in den mittleren, dazwischenliegenden Bereichen Belastungen etwa beim
Sturz des befüllten Verpackungsbehälters 1 aufzunehmen hat.
[0020] Weiterhin ergibt sich von Haus aus eine Flachlage der Längsnaht, die auch im Sinne
einer glatten Außenkontur vorzusehen ist. Die Naht ist von Haus aus eng an eine Wand
der Verpackungsbehälters, etwa an die Hauptwand 5 gemäß Fig. 1 anzulegen. Die flache
Naht in den Quernähten 3 und 4 einerseits und die Ausbauchung des vollen Verpackungsbehälters
fördern weiterhin die flache Nahtausbildung. Mit der Flachlage ergibt sich aber auch
eine Verlagerung der auf den Verpackungsbehälter 1 wirkenden Beanspruchungen zu Scherkräften
hin, die, flächig auf die Längsnaht verteilt, das Risiko eines Risses an der Längsnaht
stark reduzieren. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Längsnaht - anders als die Quernähte
- als von Hand aufreißbare Naht auszubilden. Die Längnaht kann also peelfähig so gestaltet
werden, dass sie bei üblichen Belastungen auf Scherkraft beansprucht wird und diese
abfängt, während eine stellenweise forcierte Schälbelastung beim Aufreißen von Hand
zu einem einfachen Lösen führen kann.
[0021] Hierzu kann die Längsnaht sowohl als Siegelnaht wie auch als Klebenaht (Schweißnaht)
ausgebildet sein, um geläufige Schweiß-Siegel- oder Klebetechniken einsetzen zu können.
Beispiele für die in diesem Zusammenhang interessierenden Nähte sind in den Fig. 2
bis 5 dargestellt. In Fig. 2 ist zwischen zwei übereinandergelegten Randbereichen
9,10 eines mit einer Längsnaht 11 zu einem Schlauch geformten Folienstreifens eine
Siegelnaht vorzusehen, bei der also die Folien durch Hitze und Druck eines entsprechenden
Siegelwerkzeuges - beispielsweise einer Siegelrolle - zu einer Naht zusammengebracht
werden. Da dabei die Folienränder mit unterschiedlichen Seiten (Außenseite auf Innenseite)
in Kontakt kommen, könnte eine mehrschichtige Folie mit (für die Quernähte innenseitig
siegelbarer Schicht) vorgesehen werden, wenn diese Schicht eine geringere aber immer
noch brauchbare Haftung auf der Außensicht erzielt. In der Regel wird allerdings eine
Siegelnaht gemäß Fig. 2 zwischen einer Innenseite und einer Außenseite dann vorgesehen,
wenn es sich um ein einschichtiges Folienmaterial handelt oder wenn die Folie innenseitig
und außenseitig mit einer siegelfähigen Schicht ausgestattet ist.
[0022] Um dabei nicht die hohe Festigkeit der Quernähte 3,4 für die Längsnaht zu erhalten,
kann der Bereich der Siegelnaht (in der Breite über diese um Toleranzstreifen vergrößert)
mit bekannten Mitteln präpariert werden. So kann die Festigkeit der Siegelnaht insgesamt
durch eine Korona-Vorbehandlung herabgesetzt werden. Noch verbreiteter ist die Anwendung
eines Trennlack-Auftrags auf eine der beiden miteinander zu verbindenden Flächen,
der typischerweise in Form von geeigneten Mustern zur vorgegebenen Verteilung von
siegelnden und nichtsiegelnden Bereichen innerhalb der Naht gestaltet ist. Muster
für einen Trennlack-Auftrag in Raster-, Streifen-, Schachbrett- oder Rautenform finden
sich in den Fig. 6 bis 9 veranschaulicht.
[0023] Die so gestaltete Längsnaht 11 zwischen den flach aufeinanderliegenden Folienrändern
9,10 wird bei den üblichen Belastungen eines solchen Verpackungsbehälters vor allem
ganzflächig auf Scherung belastet.
[0024] Demgegenüber können Schälkräfte zur Einwirkung auf die Siegelnaht, die also die Folien
voneinander abziehen und dementsprechend vom Rand aus auch in einem engen linearen
Bereich aufgefangen werden müssen, zu einem Aufreißen der Siegelnaht führen. Dazu
wird die außenliegende Folie 9 mit einem Überstand 12 über die Siegelnaht versehen,
der ein Ergreifen der Folie von Hand und ein Aufreißen ermöglicht. Ein solcher Überstand
kann durchlaufend vorgesehen werden, um etwa einen "rapportlosen" Folienschlauch (ohne
vorgegebene Längenabschnitte für die einzelnen Verpackungsbehälter) vorzusehen. Es
können aber auch stellenweise begrenzte Griffbereiche vorgesehen werden, insbesondere
in Abstimmung auf einen vorgegebenen Rapport.
[0025] In Fig. 3 sind Folienränder 9,10 wie in Fig. 2 vorgesehen, zwischen denen eine Klebenaht
13, etwa mit einem (niedrigschmelzenden) Kleber, etwa einem leicht aufzutragenden
"hot-melt"-Kleber angebracht wird. Die Klebenaht 13 wird in der Festigkeit von einem
Klebeauftrag 14 und auch von einem Trennlackauftrag 15 bestimmt, wobei der Trennlackauftrag
15 nur dann entbehrlich ist, wenn sich die vorgegebenen Festigkeitswerte der Klebenaht
schon von Haus aus ergeben.
[0026] Eine Längsnaht in Form einer flachgelegten "Flossennaht" nach Fig. 4 ist als Klebenaht
zwischen den Innenseiten zweier bei der Schlauchformung zusammenzuführender Folienränder
17 und 18 angeordnet und umfasst dabei eine einseitig aufgetragene Kleberaupe 19 und
einen auf der anderen Seite vorgesehenen Trennlackauftrag 20, der mit Rücksicht auf
die Toleranzen beim Auftrag der Kleberaupe 19 wieder breiter als diese vorgegeben
wird.
[0027] Eine solche Flossennaht kann nach der Schlauchfertigung dazu neigen, quer zu den
Folienrändern 17 und 18 abzustehen. Mit der Herstellung der Quernähte und auch mit
dem Befüllen des Verpackungsbehältnisses wird die Flossennaht üblicherweise umgelegt
und in eine flache Anlage an einen der Folienränder, hier Folienrand 17, gezwungen.
Zusätzlich kann der Folienrand 17 auf seiner Außenseite noch Klebepunkte 21 oder einen
durchgehenden Haftmittelauftrag erhalten, um die Flossennaht umgelegt zu halten.
[0028] In dieser umgelegten Stellung ist auch die Klebenaht 16 vorwiegend auf Scherung beansprucht
und damit gut belastbar. Ein Überstand zu einem Griffstreifen 22 auf der außenliegenden
Folie - hier also im Folienrand 18 - erlaubt allerdings ein bequemes Ergreifen der
Folie, um diese hochzuziehen und aufgrund der Peelfähigkeit der Klebenaht 16 dann
zu lösen.
[0029] Eine in Fig. 5 dargestellte Ausführungsform einer Siegelverbindung zwischen zwei
Folienrändern 17 und 18 sieht-wie bei der Ausführungsform nach Fig. 2 - einen Trennlackauftrag
in Streifenform vor, innerhalb dessen eine (nicht dargestellten) Versiegelung zu einer
Flossennaht hergestellt wird.
[0030] Die Flossennähte nach Fig. 4 und 5 bieten sich herstellungstechnisch an, da der Folienschlauch
durch eine einfache Faltung mit den Rändern zusammenzubringen ist und dabei der Versiegelung
bzw. dem Klebeauftrag für die Längsnaht nur die zu verbindenden Rändern betroffen
sind. Es versteht sich dabei, dass die Längsnaht nicht notwendigerweise durchgehend
peelfähig ausgebildet sein muss. Eine nur abschnittsweise peelfähige Längsnaht kann
für das Aufreißen einer ausreichend großen Ausschüttöffnung genügen. Dies gilt insbesondere
für Folienschläuche mit einem vorgegebenen Rapport.
[0031] Die von Hand aufreißenbare Längsnaht ist nicht nur bei Verpackungsbehältern von Interesse,
die aus einem ("endlos") vorgefertigten Folienschlauch - insbesondere im FFS-Verfahren
- hergestellt werden. Grundsätzlich können auch sonstige, werksseitig bis auf eine
Einfüllöffnung einzeln vorgefertigte Verpackungsbehälter aus Folie mit einer solchen
aufreißbaren Längsnaht versehen werden.
1. Verfahren zur Herstellung von Verpackungsbehältern (1) aus ein- oder mehrschichtiger
Folie, die zumindest mit einer innenseitigen Schicht siegel- oder schweißfähig ist,
und die aus Flachfolie in eine Schlauchform zusammengelegt und mit einer Längsnaht
(2) zwischen den zusammengelegten Längsrändern (9,10,17,18) zu einem Schlauch gebildet,
durch quer gerichtete Bodennähte (3) zu offenen Verpackungsbehältern unterseitig geschlossen
und hinter den Bodennähten (3) abgetrennt wird, die durch eine weitere quer gerichtete
Kopfnaht (4) auch oberseitig geschlossen werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht (2) zumindest abschnittsweise als von Hand aufreißbare Naht ausgebildet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht als Siegelnaht (11) mit begrenzter Schälfestigkeit ausgebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch -gekennzeichnet, dass die Siegelnaht (11) auf einem zumindest als Streifen aufgebrachten Trennlack-Aufdruck
aufgebracht wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Siegelnaht. zwischen zwei Oberflächenbereichen angebracht wird, von denen zumindest
eine mit einer Corona-Behandlung vorbehandelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht als Klebenaht (13,16) mit Auftrag eines Klebers (14,19) auf zumindest
einen der Längsränder (9,18) der Flachfolie ausgebildet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht (2) an flach übereinander gelegten Rändern (9,10) der Folie mit einer
Innenseite auf einer Außenseite aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht (2) als Flossennaht (16,23) zwischen zwei mit den Innenseiten aneinander
gelegten Rändern (17,18) der Folie angebracht und als Flossennahtstreifen flach an
einen der benachbarten Randbereiche (17) der Folie angelegt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Flossennahtstreifen mit einer Siegel-, Klebe- oder Schweißverbindung (21) mit
dem anliegenden benachbarten Randbereich der Folie verbunden wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie in Schlauchform zu einer transport- und lagerfähigen Rolle aufgewickelt
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie in Schlauchform vor dem Wickeln in eine Faltung gelegt wird, bei der seitliche
Einfaltungen bereits die Form von Seitenfalten der herzustellenden Verpackungsbehälter
einnehmen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie in Schlauchform zumindest stellenweise mit einem über die Längsnaht überstehenden
Griffbereich (12,22) zumindest eines der Längsränder versehen wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffbereich als durchlaufender überstehender Griffstreifen (12,22) ausgebildet
ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Griffbereich (12,22) an einem oben liegenden Längsrand (10,18) ausgebildet wird.
14. Folienschlauch zur Herstellung von Verpackungsbehältern im FFS-Verfahren (Form, Fill
and Seal-Verfahren) mit einer zwei zu einer Schlauchform zusammengelegte Randbereiche
(9,10,17,18) einer ein- oder mehrschichtigen Flachfolie verbindenden Längsnaht (2),
wobei die Folie zumindest mit einer im Folienschlauch innen liegenden Schicht siegel-
oder schweißfähig ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht (2) als von hand aufreißbare Naht ausgebildet ist.
15. Folienschlauch nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht (2) als Siegelnaht (11,23) mit begrenzender Schälfestigkeit ausgebildet
ist.
16. Folienschlauch nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht (2) als Klebenaht (13,16) ausgebildet ist.
17. Folienschlauch nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie zumindest stellenweise mit einem über die Längsnaht (2) überstehenden Griffbereich
(12,22) versehen ist.
18. Verpackungsbehälter (1) aus zur Schlauchform zusammengelegten und mit einer Längsnaht
(2) an den Rändern (9,10,17,18) verbundenen Flachfolie, die weiter jeweils durch eine
Quernaht (3,4) abgeschlossen ist, wobei die Flachfolie ein- oder mehrschichtig zumindest
innenseitig mit einer siegel- oder schweißfähigen Schicht ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht (2) als von Hand aufreißbare Naht ausgebildet ist.
19. Verpackungsbehälter nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht (2) als Siegelnaht (11,23) mit begrenzter Schälfestigkeit ausgebildet
ist.
20. Verpackungsbehälter nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsnaht (2) als Klebenaht (13,16) ausgebildet ist.
21. Verpackungsbehälter nach einem der Ansprüche nach 18 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass er zumindest stellenweise mit einem über die Längsnaht (2) überstehenden Griffbereich
(12,22) versehen ist.