[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Übergeben von Druckbogen, mit einer ersten
und einer zweiten Sammelkette, welche beide einen gemeinsamen Übergabebereich für
die Druckbogen aufweisen und zumindest in diesem Übergabebereich seitlich versetzt
sowie parallel zueinander angeordnet sind, wobei die erste Sammelkette einen First
sowie eine Anzahl Mitnehmer aufweist, welche die rittlings auf dem First liegende
Druckbogen in einer Transportrichtung fördern und im Übergabebereich an die zweite
Sammelkette abgeben, und wobei die zweite Sammelkette zumindest eine Förderkette mit
in einem vordefinierten Abstand zueinander angeordneten Mitnehmer besitzt. Weiterhin
betrifft die Erfindung ein mittels der erfindungsgemässen Vorrichtung durchführbares
Verfahren sowie einen Sammelhefter, welcher die erfindungsgemässe Vorrichtung umfasst.
[0002] Druckbogen werden in der Druckweiterverarbeitung unter anderem mittels sogenannter
Sammelketten transportiert, welche typischerweise bei Sammelheftern vorkommen. Sammelhefter
sind Maschinen, in welchen fertig gedruckte, gefalzte und in Anlegern zwischengelagerte
Druckbogen zusammengetragen, ausgerichtet und anschließend in einer Heftmaschine beispielsweise
mit einer Rückendrahtheftung versehen werden. Dabei werden die Druckbogen in der Regel
zunächst von einer ersten, einfachen Sammelkette in Richtung der Heftmaschine gefördert.
Noch vor Erreichen der Heftmaschine werden die Druckbogen von der ersten Sammelkette
an eine zweite, doppelte Sammelkette weitergegeben, welche die Druckbogen schliesslich
der Heftmaschine zuführt. Es sind auch Lösungen bekannt, bei denen die zweite Sammelkette
ebenfalls als einfache Sammelkette ausgebildet ist. Ein wesentlicher Aspekt bei dieser
Art der Druckweiterverarbeitung ist es, die Druckbogen so schonend wie möglich zu
bearbeiten bzw. von einer Station an die nächsten zu übergeben. Eine Reihe von Vorrichtungen
und Verfahren sind entwickelt worden, um die Weitergabe der Druckbogen von einer ersten
an eine zweite Sammelkette so schonend wie möglich zu gestalten.
[0003] Die als nächstliegender Stand der Technik betrachtete
EP 0881180 A1 offenbart eine Förderanlage zum Zusammentragen und Bearbeiten von Druckbogen. Die
Förderanlage umfasst eine erste, einfache und eine zweite, doppelte Sammelkette, sowie
einen Übergangsbereich, in dem die einfache in die doppelte Sammelkette einfährt.
An der einfachen Sammelkette sind Mitnehmer angeordnet, welche für den Transport der
Druckbogen zuständig sind. Jeder Druckbogen liegt rittlings auf einem First der einfachen
Sammelkette. Um zu verhindern, dass die Druckbogen unkontrolliert und in einem undefinierten
Abstand zueinander transportiert werden, ist ein Mitnehmer hinter jedem Druckbogen
angeordnet, so dass dieser in Transportrichtung gefördert wird. Die Mitnehmer sind
stehend auf der einfachen Sammelkette befestigt und tauchen im Übergangsbereich ab,
während die doppelte Sammelkette den jeweiligen Druckbogen übernimmt. Aufgrund ihrer
stehenden Anordnung kippen die Mitnehmer der einfachen Sammelkette beim Abtauchen
in Transportrichtung und geben den Druckbogen dabei einen zusätzlichen Schub. Dies
kann sich derart auswirken, dass die Druckbogen eine Markierung im hinteren Bereich
ihres Falzes bekommen.
[0004] Die
EP 1424211 A1 offenbart eine Einrichtung zur Herstellung gebundener Druckerzeugnisse. Hierbei umfasst
die Sammelkette seitlich angeordnete Mitnehmer. Am Ende der Sammelkette werden die
Druckbogen über eine Stützscheibe in einen Zwischenförderbereich transportiert, von
wo sie mittels eines Zwischenförderers über ein Schwert an eine Heftstrecke abgegeben
werden. In diesem Fall entspricht die Heftstrecke der oben genannten doppelten Sammelkette.
Der Nachteil dieser Lösung ist die Verwendung der zusätzlichen Elemente des Zwischenförderbereichs,
wie z.B. der Stützscheibe, was zu einer Verteuerung der Anlage führt.
[0005] Daher besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine Vorrichtung und ein Verfahren
aufzuzeigen, mit denen die Übergabe der Druckbogen von der ersten an die zweite Sammelkette
sowohl schonend als auch kostengünstig durchgeführt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die zweite Sammelkette im Bereich ihrer Mitnehmer
eine Aussparung aufweist, welche derart ausgestaltet ist, dass ein jedem Mitnehmer
der zweiten Sammelkette zugeordneter Mitnehmer der ersten Sammelkette durch die jeweilige
Aussparung hindurch absenkbar ist. Dabei taucht jeder Mitnehmer der ersten Sammelkette
im Übergabebereich ab und jeder Mitnehmer der zweiten Sammelkette auf. Ausserdem wird
diese Aufgabe durch ein Verfahren zur Verwendung in der erfindungsgemässen Vorrichtung
gemäss den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0007] Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung transportiert die erste Sammelkette rittlings
auf einem First liegende Druckbogen mittels ihrer Mitnehmer bis in den gemeinsamen
Übergabebereich der beiden Sammelketten und übergibt die Druckbogen in diesem Bereich
an die jeweils zugeordneten Mitnehmer der zweite Sammelkette.
[0008] Vorteilhaft weist die zweite Sammelkette auf einer von der ersten Sammelkette abgewandten
Seite angeordnete und an der zumindest einen Förderkette befestigte Auflageelemente
auf, wobei die Aussparung in Transportrichtung vor oder nach den Mitnehmern der zweiten
Sammelkette in den Auflageelementen angeordnet ist oder durch zumindest ein vor oder
nach den Mitnehmern der zweiten Sammelkette weggelassenes Auflageelement der zweiten
Sammelkette gebildet wird. Jedem Mitnehmer der ersten Sammelkette ist ein Mitnehmer
der zweiten Sammelkette derart zugeordnet, dass die Mitnehmer der ersten Sammelkette
durch die entsprechenden Aussparungen der Auflageelemente der zweiten Sammelkette
hindurch abgesenkt werden können.
[0009] Bei dem erfindungsgemässen Verfahren taucht im Übergabebereich jeder Mitnehmer der
ersten Sammelkette ab und jeder Mitnehmer der zweiten Sammelkette auf. Dazu werden
die Mitnehmer der ersten Sammelkette durch die im Bereich der ihnen jeweils zugeordneten
Mitnehmer der zweiten Sammelkette in den Auflageelementen angeordnete Aussparung hindurchgeführt.
[0010] Die erfindungsgemässe Vorrichtung kommt insbesondere in einem Sammelhefter zum Einsatz.
[0011] Das Verfahren und die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens schaffen die Möglichkeit,
die Druckbogen schonend von der ersten an die zweite Sammelkette abzugeben.
[0012] Die erfindungsgemässe Vorrichtung erlaubt ausserdem, einige Elemente einzusparen.
Beispielsweise sind das Stützrad und der Zwischenförderer aus der
EP 1424211 A1 nicht mehr notwendig. Dadurch werden die Kosten für die Herstellung und Instandhaltung
der Vorrichtung reduziert.
[0013] Ausgewählte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen
und werden in der nachfolgenden Beschreibung mit Hilfe der im Folgenden beschriebenen
Figuren und Beispiele detailliert erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch den Übergabebereich der Vorrichtung, entlang der Linie II - II
der Figur 1,
- Fig. 3
- eine erste Detailansicht des Übergabebereichs, zu einem ersten Zeitpunkt,
- Fig. 4
- eine zweite Detailansicht des Übergabebereichs, zu einem zweiten Zeit- punkt,
- Fig. 5
- eine weitere Detailansicht des Übergabebereichs, mit einer gegenüber den Fig. 3 und
4 alternativen Lösung,
- Fig. 6
- eine schräge Seitenansicht der erfindungsgemässen Vorrichtung.
[0014] In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen strukturell bzw. funktionell gleich
wirkende Komponenten.
[0015] Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht einer erfindungsgemässen Vorrichtung 1, welche Bestandteil
eines nicht weiter dargestellten, mit einer Anzahl von Anlegern und einer Heftmaschine
ausgestatteten Sammelhefters ist. Die Vorrichtung 1 ist mit einer ersten, einfachen
und einer zweiten, doppelten Sammelkette 2, 3 ausgestattet. Die aus Übersichtlichkeitsgründen
nur schematisch dargestellte erste Sammelkette 2 transportiert rittlings auf ihrem
First 4 liegende Druckbogen 5 in einer Transportrichtung T mittels einer Anzahl von
Mitnehmern 6. Die Mitnehmer 6 sind entlang der ersten Sammelkette 2 in einem Abstand
a1 zueinander verteilt. Die erste Sammelkette 2 fährt in einen mit senkrechten, gestrichelten
Linien dargestellten Übergabebereich 7 in die zweite Sammelkette 3 ein. In diesem
Übergabebereich 7 werden die Druckbogen 5 von der ersten Sammelkette 2 an die zweite
Sammelkette 3 abgegeben. Die zweite Sammelkette 3 umfasst eine erste sowie eine zweite
Förderkette 8, 9, mit Kettengliedern 8', 9', an denen jeweils Auflageelemente 10,
10' für die Druckbogen 5 angeordnet sind (Fig. 2). An bestimmten Auflageelementen
10, 10' sind Mitnehmer 11, 11' der zweiten Sammelkette 3 befestigt, wozu diese Auflageelemente
11, 11' entsprechend ausgestaltet sein können. Alternativ können die Auflageelemente
10, 10' auch als Mitnehmer 11, 11' ausgebildet sein. Die Mitnehmer 11, 11' sind paarweise
gegenüberliegend an der ersten und der zweiten Förderkette 8, 9 der zweiten Sammelkette
3 angeordnet und entlang der Förderketten 8, 9 in einem vordefinierten Abstand a2
zueinander verteilt.
[0016] Die Auflageelemente 10, 10' der zweiten Sammelkette 3 weisen im Bereich jedes Paares
der Mitnehmer 11, 11' und in Transportrichtung T vor oder nach diesem Paar Mitnehmer
11, 11' eine Aussparung 12 auf, durch welche beim Betrieb der Vorrichtung 1 jeweils
ein Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette 2 abtaucht. Alternativ kann die Aussparung
12 auch durch zumindest ein vor oder nach diesem Paar Mitnehmer 11, 11' weggelassenes
Auflageelement 10, 10' der zweiten Sammelkette 3 gebildet werden.
[0017] Das Abtauchen beschreibt eine Bewegung eines Mitnehmers 6, sobald dieser die Transportrichtung
T der Druckbogen 5 verlässt und einem an einem nicht dargestellten Maschinenrahmen
der Vorrichtung 1 drehbar befestigten ersten Umlenkelement 13a der ersten Sammelkette
2 folgt. Vor jeder Abtauchbewegung eines Mitnehmers 6 der ersten Sammelkette 2 taucht
ein Paar Mitnehmer 11, 11' der zweiten Sammelkette 3 auf. Die auftauchenden Mitnehmer
11, 11' folgen dabei einem ebenfalls drehbar am nicht dargestellten Maschinenrahmen
der Vorrichtung 1 befestigten, ersten Umlenkelement 14a der zweiten Sammelkette 3.
Die erste und die zweite Sammelkette 2, 3 umfassen jeweils ein gleichfalls am Maschinenrahmen
der Vorrichtung 1 drehbar befestigtes, zweites Umlenkelement 13b, 14b zur ruhigen
Führung der zugehörigen Sammelkette.
[0018] Die erste und die zweite Sammelkette 2, 3 sind derart angeordnet, dass die Druckbogen
5 an die zweite Sammelkette 3 abgegeben werden, bevor der diese Druckbogen 5 jeweils
transportierende Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette 2 abtaucht. Die Druckbogen werden
somit im Übergabebereich 7 im Wesentlichen in der gleichen Transportrichtung T befördert,
um eine möglichst sanfte Übergabe der Druckbogen 5 zu gewährleisten. Nach der Übergabe
werden die Druckbogen 5 auf ihrem weiteren Transportweg durch ein am nicht dargestellten
Maschinenrahmen der Vorrichtung 1 befestigtes Schwert 15 von unten gestützt. Das Schwert
15 ist oberhalb der zweiten Sammelkette 3, zwischen deren Förderketten 8, 9 angeordnet
und ragt nach oben bis auf die Höhe des Firsts 4 der ersten Sammelkette 2. Durch diese
Massnahmen können Markierungen bzw. Beschädigungen an den Druckbogen 5 vermieden werden.
[0019] Für beide Sammelketten 2, 3 ist mindestens ein Antrieb vorgesehen. In einer bevorzugten
Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung 1 wird ein einziger Antrieb 16
für die erste und die zweite Sammelkette 2, 3 verwendet, welcher diese über eine mechanische
Kopplung 17, beispielsweise eine Kette antreibt. Alternativ kann auch ein Zahnriemen
oder ein anderes die Synchronisierung der beiden Sammelketten 2, 3 gewährleistendes
Element verwendet werden. Der Vorteil bei der Verwendung eines einzigen Antriebs 16
ist eine Einsparung von Kosten. Weiterhin wird eine einfache Synchronisierung der
beiden Sammelketten 2, 3 ermöglicht.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
1 werden die erste und die zweite Sammelkette 2, 3 jeweils von einem nicht dargestellten,
eigenen Antrieb bewegt.
[0021] Die erste und die zweite Sammelkette 2, 3 sind als Endlosketten ausgestaltet und
umfassen, nach der Art einer typischen Endlosbandes, jeweils an ihren beiden Enden
angeordnete weitere Umlenkelemente 13c, 14c. In den Figuren sind aus Darstellungsgründen
nur die im Übergabebereich 7 angeordneten, weiteren Umlenkelemente 13c, 14c gezeigt,
d.h. ein Umlenkelement 13c am stromabwärtigen Ende der ersten Sammelkette 2 und eine
Umlenkelement 14c am stromaufwärtigen Ende der zweiten Sammelkette 3. Dabei können
sowohl die Umlenkelemente 13a, 13b, 13c der ersten Sammelkette 2 als auch die Umlenkelemente
14a, 14b, 14c der zweiten Sammelkette 3 als Kettenrad, Umlenkrolle oder Ähnliches
ausgebildet sein. Ebenso können auch feststehende Umlenkelemente, beispielsweise Umlenkkurven
verwendet werden.
[0022] In der dargestellten Ausführungsform weisen beide Sammelketten 2, 3 in Transportrichtung
T gleiche Kettenteilungen auf und werden mit gleichen Geschwindigkeiten betrieben.
In einer alternativen, nicht dargestellten Ausführungsform besitzen die Sammelketten
2, 3 jeweils eine unterschiedliche Kettenteilung von beispielsweise 14 bzw. 15 Zoll
und werden mit entsprechend angepassten Geschwindigkeiten betrieben. Die beiden alternativen
Ausführungsformen erlauben eine Anpassung der erfindungsgemässen Vorrichtung 1 an
verschiedenen Standards von Druckweiterverarbeitungsmaschinen.
[0023] Die erste und die zweite Sammelkette 2, 3 werden in Transportrichtung T jeweils mit
einer derartigen Kettengeschwindigkeit betrieben, dass die Abtauch- bzw. Auftauchfrequenzen
der Mitnehmer 6, 11, 11' gleich sind. Dies ergibt sich aus der Notwendigkeit, dass
der Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette 2 nur dann abtauchen kann, wenn sich die Aussparung
12 der Auflageelemente 10, 10' im Bereich des zugehörigen Paars Mitnehmer 11, 11'
der zweiten Sammelkette 3 in einer entsprechenden Position befindet.
[0024] Die Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch den Übergabebereich 7 der erfindungsgemässen
Vorrichtung 1, entlang der Linie II - II der Figur 1. Die Betrachtungsrichtung ist
dabei in Transportrichtung T. Ein flügelförmig ausgebildeter Mitnehmer 6 ist unterhalb
des Firsts 4 der ersten Sammelkette 2, diese beidseitig überragend angeordnet. In
dieser Ansicht taucht der Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette 2 vor dem Paar Mitnehmer
11, 11' der zweiten Sammelkette 3, d.h. in Transportrichtung T hinter diesem ab. Ein
weiterer, bereits abgetauchter Mitnehmer 6a der ersten Sammelkette 2 ist dem Mitnehmer
6 in Transportrichtung T vorgelagert. Dabei folgt der abtauchende Mitnehmer 6a zunächst
der Krümmung des Umlenkelements 13a. Anschliessend bewegt er sich in einer geraden
Linie und wird am in Fig. 1 dargestellten weiteren Umlenkelement 13c der ersten Sammelkette
2 im Wesentlichen entgegengesetzt der Transportrichtung T umgelenkt. In dieser Ausführungsform
der erfindungsgemässen Vorrichtung 1 erfährt die erste Sammelkette 2 durch das Umlenkelement
13a eine Ablenkung schräg nach unten, bevor sie durch das weitere Umlenkelement 13c
im Wesentlichen entgegengesetzt zur Transportrichtung T umgelenkt wird. Die Ablenkung
der ersten Sammelkette 2 trägt dazu bei, die schonende Übergabe der Druckbogen 5 zu
verbessern. Die Gründe hierfür werden weiter unten im Zusammenhang mit Fig. 4 durch
die Erläuterungen der Kettengeschwindigkeit ersichtlich. Anschliessend wird die erste
Sammelkette 2 einschliesslich der an ihr befestigten Mitnehmer 6 mittels des ebenfalls
in Fig. 1 dargestellten Umlenkelements 13b erneut umgelenkt und letztlich, mittels
des nicht dargestellten, am stromaufwärtigen Ende der ersten Sammelkette 2 angeordneten
Umlenkelements 13c, wieder in ihre Ausgangsposition gebracht, so dass dort jeweils
ein Mitnehmer 6 zum Transport des nächsten Druckbogens 5 zur Verfügung steht.
[0025] In einer anderen, nicht dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung
1 sind das erste Umlenkelement 13a und das am stromabwärtigen Ende der ersten Sammelkette
2 angeordnete weitere Umlenkelement 13c identisch.
[0026] Die erste Sammelkette 2 taucht zwischen der ersten und der zweiten Förderkette 8,
9 der zweiten Sammelkette 3 ab. Dabei ist ein Abstand a3 zwischen der ersten und der
zweiten Förderkette 8, 9 um eine vordefinierte Sicherheitsdistanz grösser als eine
sich quer zur Transportrichtung T erstreckende Breite B der Mitnehmer 6 der ersten
Sammelkette 2, wobei die Breite B jeweils durch den Abstand zwischen dem beidseitigen
äusseren Abschluss des Mitnehmers 6 definiert ist. Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung
1 gibt es je nach Anordnung der Aussparung 12 zwei Möglichkeiten des Abtauchens des
Mitnehmers 6, entweder in Transportrichtung T hinter oder vor dem Paar Mitnehmer 11,
11'. In Fig. 2 ist die erste Möglichkeit dargestellt.
[0027] Fig. 3 und Fig. 4 zeigen eine erste bzw. eine zweite Detailansicht der erfindungsgemässen
Vorrichtung 1 im Übergabebereich 7. Sie stellen Momentaufnahmen vor und beim Abtauchen
eines der Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette 2 dar, wobei ebenfalls die erste Möglichkeit
der Reihenfolge des Abtauchens, d.h. ein Abtauchen stromauf des Paares der ihm zugeordneten
Mitnehmer 11, 11' der zweiten Sammelkette 3 abgebildet ist.
[0028] In Fig. 3 bewegt sich der Mitnehmer 6 noch in Transportrichtung T und fördert dabei
einen Druckbogen 5. Das Paar Mitnehmer 11, 11' der zweiten Sammelkette 3 taucht im
Übergabebereich 7 auf und übernimmt den Druckbogen 5 vom Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette
2. Dabei bewegt sich das Paar Mitnehmer 11, 11' bei der Übernahme im Wesentlichen
in Transportrichtung T. Mit anderen Worten stellt Fig. 3 den Moment dar, in dem die
Übergabe des Druckbogens von der ersten an die zweite Sammelkette 2, 3 stattfindet.
[0029] Zu dem in Fig. 4 dargestellten Zeitpunkt taucht der Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette
2 entlang des hier nicht sichtbaren ersten Umlenkelements 13a in Transportrichtung
T hinter den Mitnehmern 11, 11' der zweiten Sammelkette 3 durch die Aussparung 12
ab. Die Mitnehmer 11, 11' haben den Druckbogen 5 bereits übernommen und transportieren
diesen in Transportrichtung T weiter auf der zweiten Sammelkette 3. Die Aussparung
12 weist eine sich in Transportrichtung T erstreckende Länge L auf, die derart gewählt
ist, dass der Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette 2 komplett abtauchen kann, ohne an
das der Aussparung 12 nachfolgende Auflageelement 10, 10' anzustossen.
[0030] Die Beachtung der ausreichenden Länge L der Aussparung 12 ist auch aufgrund eines
Geschwindigkeitsvektors des Mitnehmers 6 notwendig. Bei dessen Bewegung in Transportrichtung
T zeigt sein Geschwindigkeitsvektor in die gleiche Richtung. Sobald der Mitnehmer
6 der ersten Sammelkette 2 jedoch abtaucht, ist sein Geschwindigkeitsvektor aus einer
in Transportrichtung und einer senkrecht zur Transportrichtung T, nach unten zeigenden
Komponente zusammengesetzt. Das bedeutet, dass die Geschwindigkeit der ersten Sammelkette
2 und damit auch die des Mitnehmers 6 in Transportrichtung T um die nach unten zeigende
Geschwindigkeitskomponente abnimmt. Mit der zweiten Sammelkette 3 bzw. deren Paar
zweiter Mitnehmer 11, 11' verhält es sich umgekehrt. Weil die zweite Sammelkette 3
auftaucht, nimmt die in Transportrichtung T zeigende Geschwindigkeitskomponente des
jeweils auftauchenden, an der zweiten Sammelkette 3 befestigten Paares der Mitnehmer
11, 11' zu. Schlussfolgernd daraus muss die Änderung der Geschwindigkeitsvektoren
beim Abtauchen des Mitnehmers 6 der ersten Sammelkette 2 und beim Auftauchen des Paares
der Mitnehmer 11, 11' der zweiten Sammelkette 3 in die Dimensionierung der Aussparung
12 einbezogen werden.
[0031] In Fig. 5 ist die zweite Möglichkeit der Reihenfolge des Abtauchens dargestellt,
bei der jeder Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette 2 in Transportrichtung T vor dem
ihm zugeordneten Paar Mitnehmer 11, 11' der zweiten Sammelkette 3, d.h. stromab dieser
Mitnehmer 11, 11' abtaucht.
[0032] Fig. 6 zeigt eine schräge Seitenansicht der erfindungsgemässen Vorrichtung, wobei
insbesondere sechs Momentaufnahmen A1, A2, A3, A4, A5 und A6 der Lage eines Mitnehmers
6 der ersten Sammelkette 2 mit zugehörigen Pfeilen dargestellt sind.
[0033] In einer ersten Momentaufnahme A1 transportiert der Mitnehmer 6 den Druckbogen 5
rittlings auf der ersten Sammelkette 2 in Transportrichtung T.
[0034] In einer zweiten Momentaufnahme A2 befindet sich der Mitnehmer 6 bereits im hier
nicht dargestellten Übergabebereich 7, in dem sich ein auftauchendes Paar Mitnehmer
11, 11' der zweiten Sammelkette 3 dem Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette 2 nähert.
[0035] In einer dritten Momentaufnahme A3 befindet sich der Mitnehmer 6 kurz vor dem Abtauchen
an dem hier nicht sichtbaren erste Umlenkelement 13a der ersten Sammelkette 2 und
das Paar Mitnehmer 11, 11' der zweiten Sammelkette 3 ist bereits vollständig aufgetaucht.
[0036] In einer vierten Momentaufnahme A4 taucht der Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette
2 durch die Aussparung 12 hindurch komplett in die zweite Sammelkette 3 ein und hat
den Druckbogen 5 an das sich bereits im Wesentlichen in die Transportrichtung T bewegende
Paar Mitnehmer 11, 11' der zweiten Sammelkette 3 abgegeben.
[0037] In einer fünften Momentaufnahme A5 bewegt sich der Mitnehmer 6, nach der Umlenkung
durch das Umlenkelement 13c der ersten Sammelkette 2, im Wesentlichen entgegengesetzt
zur Transportrichtung T.
[0038] In einer sechsten Momentaufnahme A6 hat der Mitnehmer 6 der ersten Sammelkette 2,
gerade die hier nicht sichtbare Aussparung 12 der Auflageelemente 10, 10' der zweiten
Sammelkette 3 im Bereich eines ihm zugeordneten, auftauchenden Paars Mitnehmer 11,
11' der zweiten Sammelkette 3 passiert. Anschliessend wird der Mitnehmer 6 zum Ausgangspunkt
zurückgeführt, wo er erneut zum Transport eines Druckbogens 5 zur Verfügung steht.
[0039] Um sowohl beim ersten als auch beim zweiten Passieren der Aussparung 12 eine Synchronisierung
zu gewährleisten, müssen mehrere Parameter der erfindungsgemässen Vorrichtung 1 aufeinander
abgestimmt sein. Dies sind im Wesentlichen die Teilung und die Geschwindigkeit sowie
die Länge der Überschneidung der beiden Sammelketten 2, 3.
[0040] Natürlich kann die zweite Sammelkette 3 statt als doppelte Sammelkette mit zwei Förderketten
8, 9 auch als einfache Sammelkette mit einer einzigen Förderkette 8 ausgebildet sein,
welche zumindest im Übergabebereich 7 seitlich versetzt und parallel zur ersten Sammelkette
2 angeordnet ist, so wie dies ebenfalls der Fig. 1 entnommen werden kann. In diesem
Fall fährt die erste Sammelkette 2 nicht in die zweite Sammelkette 3 ein, sondern
verläuft im Übergabebereich 7 neben der zweiten Sammelkette 3 und ebenfalls parallel
zu dieser.
[0041] Obwohl vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung gezeigt und beschrieben werden,
ist die Erfindung nicht auf diese beschränkt, sondern sie kann im Rahmen des Geltungsbereiches
der folgenden Ansprüche auf andere Weise ausgeführt und angewendet werden.
1. Vorrichtung (1) zum Übergeben von Druckbogen (5), mit einer ersten Sammelkette (2)
und einer zweiten Sammelkette (3), wobei beide Sammelketten (2) einen gemeinsamen
Übergabebereich (7) für die Druckbogen (5) aufweisen und zumindest in diesem Übergabebereich
(7) seitlich versetzt und parallel zueinander angeordnet sind, wobei die erste Sammelkette
(2) einen First (4) sowie eine Anzahl von Mitnehmern (6) aufweist, welche die rittlings
auf dem First (4) liegende Druckbogen (5) in einer Transportrichtung (T) fördern und
im Übergabebereich (7) an die zweite Sammelkette (3) abgeben, und wobei die zweite
Sammelkette (3) zumindest eine Förderkette (8, 9) mit in einem vordefinierten Abstand
(a2) zueinander angeordneten Mitnehmern (11, 11') aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Sammelkette (3) im Bereich ihrer Mitnehmer (11, 11') eine Aussparung (12)
aufweist, welche derart ausgebildet ist, dass ein jedem Mitnehmer (11, 11') der zweiten
Sammelkette (3) zugeordneter Mitnehmer (6) der ersten Sammelkette (2) durch die jeweilige
Aussparung (12) hindurch absenkbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (6) der ersten Sammelkette (2) diese seitlich überragend ausgebildet
sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Sammelkette (3) auf einer von der ersten Sammelkette (2) abgewandten Seite
angeordnete und an der zumindest einen Förderkette (8, 9) befestigte Auflageelemente
(10, 10') aufweist und, dass die Aussparung (12) in Transportrichtung (T) vor oder
nach den Mitnehmern (11, 11') der zweiten Sammelkette (3) in den Auflageelementen
(10, 10') angeordnet ist oder durch zumindest ein vor oder nach den Mitnehmern (11,
11') der zweiten Sammelkette (3) weggelassenes Auflageelement (10, 10') der zweiten
Sammelkette (3) gebildet wird.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Sammelkette (3) zwei quer zur Transportrichtung (T) voneinander beabstandete
Förderketten (8, 9) aufweist und die erste Sammelkette (2) zumindest im gemeinsamen
Übergabebereich (7) der ersten und der zweiten Sammelkette (2, 3) zwischen den beiden
Förderketten (8, 9) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (11, 11') der zweiten Sammelkette (3) einander paarweise gegenüberliegend
an der ersten und der zweiten Förderkette (8, 9) angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Sammelkette (2, 3) derart angeordnet sind, dass sie die
Druckbogen (5) im Übergabebereich (7) in einer im Wesentlichen gleichen Transportrichtung
(T) fördern.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Sammelkette (2, 3) zumindest einen Antrieb (16), insbesondere
einen gemeinsamen Antrieb (16) und eine mechanischen Kopplung (17) aufweisen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Sammelketten (2, 3) eine gleiche oder eine unterschiedliche Teilung aufweisen.
9. Verfahren zum Übergeben von Druckbogen (5), unter Verwendung einer Vorrichtung (1)
nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Mitnehmer (6) der ersten Sammelkette (2) im Übergabebereich (7) abtaucht und
jeder Mitnehmer (11, 11') der zweiten Sammelkette (3) im Übergabebereich (7) auftaucht,
wobei die Mitnehmer (6) der ersten Sammelkette (2) durch die im Bereich der ihnen
jeweils zugeordneten Mitnehmer (11, 11') der zweiten Sammelkette (3) angeordnete Aussparung
(12) hindurch transportiert werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (6) der ersten Sammelkette (2) die Druckbogen (5) beim Auftauchen der
ihnen jeweils zugeordneten Mitnehmer (11, 11') der zweiten Sammelkette (3) an diese
übergeben und in Transportrichtung (T) hinter den Mitnehmern (11, 11') der zweiten
Sammelkette (3) in die jeweilige Aussparung (12) abtauchen.
11. Verfahren nach Anspruch 9 dadurch gekennzeichnet, dass die Mitnehmer (6) der ersten Sammelkette (2) in Transportrichtung (T) vor den Mitnehmern
(11, 11') der zweiten Sammelkette (3) in die jeweilige Aussparung (12) abtauchen und
dabei die Druckbogen (5) an die zweite Sammelkette (3) übergeben.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbogen (5) im gesamten Übergabebereich (7) im gleichen Takt gefördert werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckbogen (5) bei gleicher Teilung der beiden Sammelketten (2, 3) mit derselben
Geschwindigkeit und bei unterschiedlicher Teilung der der beiden Sammelketten (2,
3) mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten im gesamten Übergabebereich (7) gefördert
werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein Paar Mitnehmer (11, 11') der zweiten Sammelkette (3) im Übergabebereich (7) auftaucht
und sich im Wesentlichen in Transportrichtung (T) bewegend den Transport des Druckbogens
(5) von dem ihm zugeordneten Mitnehmer (6) der ersten Sammelkette (2) übernimmt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die abgetauchten Mitnehmer (6) der ersten Sammelkette (2) zurückgeführt und dabei
durch die im Bereich der ihnen jeweils zugeordneten Mitnehmer (11, 11') der zweiten
Sammelkette (3) in den Auflageelementen (10, 10') der zweiten Sammelkette (3) angeordneten
Aussparungen (12) hindurch transportiert werden.
16. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 in einem Sammelhefter.