[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Folienspeicher. Im Besonderen betrifft die
Erfindung einen Folienspeicher zum Speichern eines Teils einer Endlosfolie in einer
Einrichtung zum Herstellen von mit Zuschnitten der Endlosfolie umhüllten Gebinden,
wobei der Folienspeicher einen Einlass für die Endlosfolie umfasst, dem ein mit einer
einstellbaren ersten Rotationsgeschwindigkeit antreibbares erstes Walzenpaar zugeordnet
ist, und einen Auslass für die Endlosfolie, dem ein mit einer einstellbaren zweiten
Rotationsgeschwindigkeit antreibbares zweites Walzenpaar zugeordnet ist. Die Endlosfolie
ist zwischen jedem der beiden Walzenpaare führbar.
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Einrichtung zum Herstellen von Gebinden
mit mindestens einem solchen Folienspeicher.
[0003] Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Herstellen von Gebinden,
bei dem der Folienspeicher verwendet wird.
[0004] Vorrichtungen zum Speichern von Verpackungsfolie für Artikel, sogenannte Folienspeicher
oder Tänzer, sind aus dem Stand der Technik bekannt, insbesondere in Einrichtungen
zum Herstellen von Gebinden. Die Artikel sind beispielsweise Flaschen oder Dosen.
Folienspeicher dienen als Puffer zwischen einem abzuwickelnden Vorratshalter - beispielsweise
einer Folienrolle - und einer Folienschneidevorrichtung zum Vereinzeln der Endlosfolie
in Folienzuschnitte einer Einrichtung zum Herstellen von Gebinden. Dabei werden Gebinde
dadurch hergestellt, dass vereinzelte Gruppen der Artikel jeweils mit einem durch
eine Folienschneidevorrichtung von einer Endlosfolienbahn abgetrennten Zuschnitt umhüllt
werden.
[0005] Ein Folienspeicher dient als Puffereinrichtung, um einerseits während der kontinuierlichen
Produktion Geschwindigkeitsschwankungen der Endlosfolie zu regeln und andererseits
um bei einem Folienrollenwechsel einen Maschinen- bzw. Produktionsstopp zu vermeiden.
[0006] Folienspeicher sind in einer bekannten Ausführungsform mit einem Folienführungssystem
ausgestattet, bei dem eine Endlosfolienbahn mäanderförmig um mehrere drehbare Zwischenwalzen
geführt wird. Dabei sind die Zwischenwalzen an einer Seite an einer verschiebbaren
und/oder drehbaren Schwinge befestigt, und die Zwischenwalzen an einer anderen Seite
sind an einer fixen Aufhängung befestigt. Abhängig von der Position der verschiebbaren
Schwingen wird ein mehr oder weniger großer Teil der Endlosfolienbahn gespeichert.
Beim Bewegen der Schwinge(n) und der damit verbundenen Zwischenwalzen in Richtung
der festen Aufhängung verringert sich die Menge des speicherbaren Folienteils im Folienspeicher.
Umgekehrt erhöht sich der speicherbare Teil der Endlosfolie im Folienspeicher, wenn
die Schwinge(n) und die damit verbundenen anderen Zwischenwalzen von der festen Aufhängung
weg bewegt werden. Nachteilig bei dieser Anordnung ist das umständliche Einfädeln
der Endlosfolie auf und zwischen die Walzen und der im Vergleich zum Speichervolumen
hohe Platzbedarf.
[0007] Die deutsche Patentanmeldung
DE 198 05 651 A1 offenbart eine Zuführvorrichtung für flexible Endlosstreifen von einem Vorratshalter
(Vorratsrolle) zu einer Verarbeitungsstation. Zwischen dem Vorratshalter und der Verarbeitungsstation
ist ein den Endlosstreifen in übereinandergelegter Zick-Zack-Form bevorratender Speicher
(Pufferung) für den Endlosstreifen angeordnet. Legerollen am unteren Ende des Speichers
legen den Endlosstreifen zick-zack-förmig von unten nach oben als Stapel in den Speicher.
[0008] Das deutsche Patent
DE 10 2007 010 994 B4, die US Patentanmeldung
US 2007/0181737 A1, die deutsche Patentanmeldung
DE 101 63 762 A1 und die deutsche Patentanmeldung
DE 10 2005 003 787 A1 offenbaren jeweils eine andere Ausführungsform eines Speichers, bei dem ein Endlosband
in einem Stauraum zwischen zwei Walzen bzw. Walzenpaaren gespeichert wird. Dabei wird
das Endlosband ohne eine Aufhängung und ohne Schwingen und mit ihnen verbundene Zwischenwalzen
lose, ohne Folienspannung und undefiniert beziehungsweise ungeordnet in Schlaufen
in dem jeweiligen Speicher abgelegt. Im Vergleich zur vorher beschriebenen Ausführungsform
ist hier von Vorteil, dass der jeweilige Speicher eine geringere Massenträgheit besitzt
und dadurch eine erhöhte Dynamik des Speichers möglich ist. Außerdem benötigen diese
Speicher weniger Raumvolumen und das Einfädeln des Endlosbands ist einfacher. Nachteilig
ist jedoch, dass sich das Endlosband am Auslass des Speichers verheddert und/oder
nicht passgenau, das heißt mit einer Abweichung von der ursprünglichen Laufrichtung
des Endlosbands, an eine nachgeordnete Verarbeitungsvorrichtung, beispielsweise an
eine Schneidevorrichtung zum Vereinzeln der Endlosfolie in Folienzuschnitte, übergeben
wird. Das führt zu Störungen der Schneidevorrichtung, somit zu fehlerhaften Zuschnitten
des Endlosbands und letztendlich zu fehlerhaft hergestellten Gebinden.
[0009] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen dynamischen und dennoch störungsfrei
arbeitenden Folienspeicher zum Speichern eines Teils einer Endlosfolie in einer Einrichtung
zum Herstellen von mit Zuschnitten der Endlosfolie umhüllten Gebinden zu schaffen.
[0010] Diese Aufgabe wird durch einen Folienspeicher nach Anspruch 1 gelöst.
[0011] Der Erfindung liegt auch die Aufgabe zugrunde, eine leistungsstarke Einrichtung zum
Herstellen von Gebinden aus Zuschnitten einer Endlosfolie mit mindestens einem Folienspeicher
zum Speichern eines Teils der Endlosfolie zu schaffen.
[0012] Diese Aufgabe wird durch eine Einrichtung nach Anspruch 11 gelöst.
[0013] Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, ein dynamisches und dennoch störungsfrei
arbeitendes Verfahren zum Herstellen von mit Zuschnitten aus einer Endlosfolie umhüllten
Gebinden zu schaffen.
[0014] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 12 gelöst.
[0015] Der erfindungsgemäße Folienspeicher umfasst einen Einlass für die Endlosfolie, dem
ein steuerbar antreibbares erstes Walzenpaar zugeordnet ist. Entsprechend umfasst
der Folienspeicher einen Auslass für die Endlosfolie, dem ein steuerbar antreibbares
zweites Walzenpaar zugeordnet ist. Die Rotationsgeschwindigkeit der Walzen des ersten
Walzenpaars und die Rotationsgeschwindigkeit der Walzen des zweiten Walzenpaars können
gleich oder unterschiedlich eingestellt werden. Die Endlosfolie wird jeweils zwischen
den Walzen des ersten Walzenpaars und zwischen den Walzen des zweiten Walzenpaars
geführt. Zwischen den Walzenpaaren ist der Speicherraum des Folienspeichers, in dem
die Endlosfolie gespeichert wird. Der Folienspeicher umfasst ein bewegliches Folienführungssystem,
durch das die speicherbare Menge der Endlosfolie im Folienspeicher unter Zusammenwirkung
der beiden Walzenpaare und der wirkenden Schwerkraft regelbar ist. Die Vorteile des
die Schwerkraft nutzenden Folienführungssystems werden nachfolgend anhand der Ausführungsformen
beschrieben.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Folienführungssystem mindestens
eine drehbar gelagerte untere Zwischenwalze, die in mindestens einer beweglichen Schwinge
angeordnet ist. Optional umfasst das System ferner mindestens zwei drehbar gelagerte
obere Zwischenwalzen, die zwischen einer fest angeordneten Aufhängung gehaltert sind.
Es ist auch denkbar, dass keine oberen Zwischenwalzen vorgesehen sind, so dass die
Folie oben nur von dem ersten und zweiten Walzenpaar und unten von der mindestens
einen unteren Zwischenwalze geführt ist. Die Begriffe "oben" und "unten" werden stets
bezüglich der Richtung der Schwerkraft verwendet. Die Position der unteren Zwischenwalzen
wird erfindungsgemäß durch Zusammenwirkung der beiden Walzenpaare und der wirkenden
Schwerkraft eingestellt. Genauer bestimmt die Rotationsgeschwindigkeit der ersten
Walzen am Einlass die Menge des Folienzuflusses in den Folienspeicher. Entsprechend
bestimmt die Rotationsgeschwindigkeit der zweiten Walzen am Auslass die Menge des
Folienabflusses aus dem Folienspeicher. Sind die Geschwindigkeiten der ersten und
zweiten Walzen am Einlass bzw. Auslass gleich, bleibt die Menge der Folie im Speicher
gleich. Ist die Geschwindigkeit der ersten Walzen am Einlass größer als die Geschwindigkeit
der zweiten Walzen am Auslass, erhöht sich die Menge der Folie im Speicher und die
Position der unteren Zwischenwalzen entfernt sich entlang der Richtung der Schwerkraft
zunehmend von der der oberen Zwischenwalzen nach unten. Die unteren Zwischenwalzen
senken sich solange herab, bis sie von der Folie aufgehalten werden. Umgekehrt verringert
sich die Menge der Folie im Speicher und die unteren Zwischenwalzen nähern sich zunehmend
den oberen Zwischenwalzen nach oben hin, wenn die Geschwindigkeit der ersten Walzen
am Einlass kleiner als die Geschwindigkeit der zweiten Walzen am Auslass ist.
[0017] In allen beschriebenen Fällen (konstante, zunehmende, abnehmende gespeicherte Folienmenge)
werden durch die auf die untere Schwinge mitsamt den unteren Zwischenwalzen wirkende
Schwerkraft diese Elemente mitsamt der Folie nach unten bezüglich der Richtung der
Schwerkraft gezogen. Durch das erste und zweite Walzenpaar am Einlass und Auslass
wird die Spannung der Endlosfolie innerhalb des Folienspeichers heruntergesetzt. Vor
und nach dem Folienspeicher ist die Folienspannung höher und wie üblich, wie sie für
eine Funktion der gesamten Folienabrollung zu gewährleisten ist. Innerhalb des Speichers
ist die Folienspannung hingegen nur so hoch, wie sie durch die Gewichtskraft der unteren
Zwischenwalzen erzeugt wird. Dadurch können die unteren und oberen Zwischenwalzen
beim erfindungsgemäßen Folienspeicher (siehe Figur 3) mit einer erheblich geringeren
Masse bzw. Masseträgheit im Vergleich zu den bekannten Folienspeichern mit Zwischenwalzen
(siehe Figur 1) ausgestattet werden.
[0018] Insbesondere sind die geringeren Massenträgheitskräfte der beweglichen Teile des
Folienspeichers vorteilhaft, das sind insbesondere die oberen und unteren Zwischenwalzen
sowie die bewegliche Schwinge. Bei im Vergleich zum Stand der Technik gleicher Masse
des Folienführungssystems kann beim erfindungsgemäßen Folienspeicher daher eine höhere
Anzahl an Zwischenwalzen, jedoch leichtere bzw. dünnere Zwischenwalzen, vorgesehen
werden. Durch die höhere Anzahl an Zwischenwalzen ist eine längere Folienbahn im Folienspeicher
speicherbar, also ein größeres Speichervolumen bei gleicher Ausgleichsdynamik möglich.
Die leichteren und dünneren Zwischenwalzen können eng beieinander angeordnet sein,
so dass bei gleichem Platzbedarf im Vergleich zum Stand der Technik das maximal mögliche
Speichervolumen größer ist.
[0019] Wie oben beschrieben, wird durch die auf die unteren Zwischenwalzen und die mindestens
eine untere Schwinge wirkende Schwerkraft eine Folienspannung auf den im Folienspeicher
gespeicherten Teil der Endlosfolie ausgeübt. Wie oben ebenfalls beschrieben, ist diese
Folienspannung relativ niedrig, jedoch ausreichend, um die Folie selbst bei hoher
Dynamik, also bei Änderungen der zu speichernden Menge in kurzen Zeitabständen, sicher
und definiert über die oberen und unteren Zwischenwalzen im Folienspeicher zu führen.
[0020] In einer speziellen Ausführungsform des Folienspeichers stellt das zweite Walzenpaar
beim Auslass eine Korrektureinheit dar. Durch die Korrektureinheit ist einer Laufrichtung
der Endlosfolie eine Bewegungskomponente im Wesentlichen quer zur bisherigen Laufrichtung
aufprägbar, so dass unerwünschte Abweichungen von einer theoretischen Mittellinie
der Laufrichtung der Endlosfolie beseitigt werden können, insbesondere in einem Bereich
um den Auslass in Richtung einer dem Folienspeicher nachgeordneten Verarbeitungsvorrichtung.
Durch die entsprechende Einstellung der Korrektureinheit kann die Endlosfolie somit
passgenau, das heißt ohne eine relevante Abweichung von der Solllaufrichtung an eine
Weiterverarbeitungseinheit übergeben werden. Die Details dazu werden insbesondere
in den Figurenbeschreibungen noch ausführlich erläutert.
[0021] Bevorzugt ist die eine der beiden Walzen des zweiten Walzenpaares als Antriebswalze
ausgestaltet und besitzt eine räumlich feste Drehachse. Die andere Walze des zweiten
Walzenpaares ist als auf die Antriebswalze hin bewegliche Anpresswalze ausgestaltet.
An einem ersten Ende der Anpresswalze ist eine erste Anpresskraft und an einem zweiten
Ende der Anpresswalze ist eine zweite Anpresskraft auf die Antriebswalze ausübbar.
Die beiden Anpresskräfte sind über eine Steuereinheit unabhängig voneinander regelbar
und einstellbar. Wird eine Abweichung von der theoretischen Mittellinie der Laufrichtung
der Endlosfolie festgestellt, können die Anpresskräfte derart unterschiedlich eingestellt
werden, dass die Anpresswalze entsprechend schräg zur Antriebswalze eingestellt wird
(genauer: die Achsen der beiden Walzen verlaufen nicht mehr parallel zueinander).
Durch die Schräglage ändert sich die Laufrichtung der Endlosfolie und die Abweichung
von der festgelegten Laufrichtung der Endlosfolie wird korrigiert. Für einen Fachmann
ist offensichtlich, dass auch das erste Walzenpaar am Einlass des Folienspeichers
als Antriebs- und Anpresswalze ausgestaltet sein kann.
[0022] Die beiden Walzen des jeweiligen Walzenpaares am Einlass bzw. Auslass können außen
beziehungsweise an ihren Oberseiten jeweils eine zusammendrückbare Schicht aufweisen,
beispielweise aus einem Elastomer.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform ist der Folienspeicher mit einer Begrenzung für
den zu speichernden Teil der Endlosfolie versehen, beispielsweise einem Gehäuse. Die
Begrenzung ist zwischen dem Einlass und dem Auslass des Folienspeichers angeordnet.
Der zu speichernde Teil der Endlosfolie wird ohne Folienspannung und undefiniert in
Schlaufen innerhalb der Begrenzung des Folienspeichers abgelegt. Solch ein Folienspeicher,
wie auch oben bereits beschrieben, eignet sich besonders für den Einsatz der erfinderischen
Korrektureinheit, da sich aufgrund der undefinierten Ablage der Endlosfolie im Speicher
mit höherer Wahrscheinlichkeit Abweichungen von einer gewünschten Laufrichtung in
einem Bereich um den Auslass des Folienspeichers ergeben, so dass eine Bewegungskorrektur
wünschenswert ist.
[0024] Aus dem Stand der Technik ist bekannt, dass zur Herstellung paralleler Reihen von
Gebinden, die Endlosfolie vor ihrer Zuführung zum Folienspeicher oder nach ihrem Verlassen
des Folienspeichers geteilt und/oder gespreizt wird. Mit jedem abgeteilten Teil der
Endlosfolie wird eine einzelne Reihe von Gebinden hergestellt. Dadurch dass die Zwischenwalzen
des erfindungsgemäßen Folienspeichers oben und unten bezüglich der Richtung der Schwerkraft
angeordnet sind und außerdem ein gewisse Folienspannung auf die Endlosfolie wirkt,
kann optional ein Spreizelement innerhalb des Folienspeichers, genauer unterhalb der
oberen Zwischenwalzen und oberhalb der unteren Zwischenwalzen, vorgesehen sein. Solch
eine Anordnung spart Raumvolumen bei der Einrichtung zum Herstellen der Gebinde. Die
Spreizrichtung ist im Wesentlichen entlang der Laufrichtung der Folie und quer zur
Richtung der Schwerkraft.
[0025] Bei den bekannten Folienspeichern, bei denen der zu speichernde Teil der Endlosfolie
ohne Folienspannung in Schlaufen innerhalb des Folienspeichers abgelegt wird, ist
es dagegen nicht möglich, die Endlosfolie innerhalb des Folienspeichers zu spreizen.
Die Endlosfolie liegt undefiniert im Folienspeicher und für ein Spreizelement ist
kein definierter Ansatzpunkt bzw. keine definierte Gegenkraft zum Spreizen vorhanden.
[0026] Der erfindungsgemäße Folienspeicher weist also drei wesentliche Vorteile auf: die
dynamisch einstellbaren Mengen an speicherbarer Endlosfolie im Folienspeicher, die
Möglichkeit zur Bahnkorrektur der Endlosfolie und die Möglichkeit zum Spreizen der
Folie innerhalb des Folienspeichers.
[0027] Der erfindungsgemäße Folienspeicher kann des Weiteren eine senkrecht zur Laufrichtung
der Folie verlaufende Achse umfassen. Sie ist mittig bezüglich der Draufsicht auf
den Folienspeicher angeordnet. Dadurch kann der Folienspeicher derart geschwenkt werden,
dass die Endlosfolie den Folienspeicher passend zu einer gewünschten Ausgangsrichtung
verlässt.
[0028] In der erfindungsgemäßen Einrichtung zum Herstellen von Gebinden ist dem mindestens
einen erfindungsgemäßen Folienspeicher eine Folienschneidevorrichtung zum Vereinzeln
der Endlosfolie in Folienzuschnitte in Laufrichtung nachgeordnet und ein Vorratshalter
für die Folie vorgeordnet. Ist das zweite Walzenpaar am Auslass des Folienspeichers
als Korrektureinheit zum Aufprägen einer Bewegungskomponente im Wesentlichen quer
zur bisherigen Laufrichtung ausgestaltet, so kann die Laufrichtung bezüglich der nachgeordneten
Folienschneidevorrichtung geändert werden. Ist die Korrektureinheit mit einer Antriebswalze
ausgestattet, ist denkbar, dass der Antrieb für die Antriebswalze auch die Folienschneidevorrichtung
antreibt. Alternativ kann die Antriebswalze durch den Folienspeicher angetrieben werden.
[0029] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen von mit Zuschnitten einer Endlosfolie
umhüllten Gebinden aus vereinzelten Gruppen von Artikeln wird ein Teil der Endlosfolie
zwischen den Walzen des steuerbar antreibbaren ersten Walzenpaars des Einlasses geführt,
dann in dem Folienspeicher zwischengespeichert und zwischen den Walzen des steuerbar
antreibbaren zweiten Walzenpaars des Auslasses in einer Laufrichtung der Folie weiter
transportiert. Die Ist-Menge der gespeicherten Menge an Folie und die Soll-Menge der
zu speichernden Folie im Folienspeicher werden bestimmt. Daraus ergibt sich eine Abweichung
von der Ist-Menge zur Soll-Menge. Die Veränderung der Ist-Menge wird durch Einstellen
einer ersten Rotationsgeschwindigkeit des ersten Walzenpaars und durch Einstellen
einer zweiten Rotationsgeschwindigkeit des zweiten Walzenpaars beein-flusst. Dafür
sind entsprechende Mess- und Steuereinheiten vorgesehen.
[0030] Bei einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens bestimmt eine
dem Auslass des Folienspeichers zugeordnete zweite Sensoreinheit eine eventuelle Abweichung
der Laufrichtung der Endlosfolie von einer vorgegebenen Mittellinie. Die ermittelte
Abweichung wird dann von der zweiten Sensoreinheit an eine Steuereinheit kommuniziert.
Die ebenfalls dem Auslass zugeordnete Korrektureinheit wird nun so eingestellt, dass
die Laufrichtung der Endlosfolie geändert beziehungsweise korrigiert wird. Dazu wird
eine Bewegungskomponente der Endlosfolie im Wesentlichen quer zur bisherigen Laufrichtung
durch die Korrektureinheit der Laufrichtung aufgeprägt.
[0031] Im Folgenden sollen Ausführungsbeispiele die Erfindung und deren Vorteile anhand
der beigefügten Figuren näher erläutern.
[0032] Figur 1 zeigt eine Einrichtung zum Herstellen von Gebinden mit einer Ausführungsform
eines Folienspeichers mit Zwischenwalzen aus dem Stand der Technik.
[0033] Figur 2 zeigt eine Einrichtung zum Herstellen von Gebinden mit einer anderen Ausführungsform
eines Folienspeichers aus dem Stand der Technik.
[0034] Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Folienspeichers mit unteren Zwischenwalzen und je einem Walzenpaar am Einlass und
am Auslass.
[0035] Figur 4 zeigt eine Vorderansicht des Folienspeichers nach Figur 3.
[0036] Figur 5 zeigt eine Seitenansicht des Folienspeichers nach Figur 3.
[0037] Figur 6 zeigt eine Draufsicht des Folienspeichers nach Figur 3.
[0038] Figur 7 zeigt eine Draufsicht des Folienspeichers nach Figur 3, wobei der Folienspeicher
schwenkbar ist.
[0039] Figur 8 zeigt eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Folienspeichers mit einem Spreizelement.
[0040] Figur 9 zeigt eine Seitenansicht des Folienspeichers nach Figur 8.
[0041] Figur 10 zeigt eine Draufsicht des Folienspeichers nach Figur 8.
[0042] Figur 11 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Korrektureinheit mit einer Antriebswalze und einer Anpresswalze.
[0043] Figur 12 zeigt eine Ansicht eines Längsschnitts durch die Korrektureinheit nach Figur
11.
[0044] Figur 13 zeigt eine Ansicht eines Ausschnitts der Antriebswalze und Anpresswalze
der Korrektureinheit, wobei die Walzen nicht zusammengedrückt sind.
[0045] Figur 14 zeigt eine Ansicht des Ausschnitts der Antriebswalze und Anpresswalze nach
Figur 13, wobei die Walzen zusammengedrückt sind.
[0046] Für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung werden identische Bezugszeichen
verwendet. Ferner werden der Übersicht halber nur Bezugszeichen in den einzelnen Figuren
dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind.
[0047] Figur 1 zeigt eine Einrichtung 10 zum Herstellen von Gebinden mit einer Ausführungsform eines
Folienspeichers 1 aus dem Stand der Technik. Zunächst stellt ein Vorratshalter 2 der
Einrichtung 10 im laufenden Betrieb Endlosfolie 4 zur Verfügung. Angedeutet ist der
Vorratshalter 2 in einer Rollenform, dem der Folienspeicher 1 in Laufrichtung R der
Endlosfolie 4 nachgeordnet ist. Der Vorratshalter 2 kann jedoch auch anders ausgestaltet
sein.
[0048] In Laufrichtung R wird die Endlosfolie 4 vom Vorratshalter 2 weiter bis zum und durch
den Folienspeicher 1 der Einrichtung 10 transportiert, danach zu einer Folienschneidevorrichtung
3 der Einrichtung 10, die die Endlosfolie 4 in Einzelzuschnitte (nicht dargestellt)
trennt. Je ein Folienzuschnitt wird dann um jeweils eine Gruppe von Artikeln zu einem
Gebinde gewickelt (nicht dargestellt).
[0049] Der Vorratshalter 2 und die Folienschneidevorrichtung 3 sind in Figur 1 nur sehr
schematisch dargestellt, da sie für den Kern der Erfindung irrelevant sind.
[0050] An einer beweglich gelagerten Schwinge 6 ist eine Vielzahl von drehbaren Zwischenwalzen
32 und an einer fest gelagerten Aufhängung 5 ist eine Vielzahl von drehbaren Zwischenwalzen
31 gelagert. Eine Endlosfolie 4 wird mäanderartig beziehungsweise in Schlaufen über
die Zwischenwalzen 31, 32 geführt. Ein Bereich um die oberste Zwischenwalze 32 bildet
den Einlass 8 des Folienspeichers 1.
[0051] Durch Verstellung der beweglich gelagerten Schwinge 6 mitsamt den Zwischenwalzen
31 kann die Menge der Endlosfolie 4 im Folienspeicher 1 reguliert werden. In einer
ersten Position P
1 der beweglich gelagerten Schwinge 6 (gestrichelte Linien) ist der Folienspeicher
1 nahezu leer bzw. es ist eine kleine Folienmenge gespeichert. In einer zweiten Position
P
2 ist der Folienspeicher 1 nahezu voll (durchgezogene Linien) bzw. es ist eine große
Folienmenge gespeichert. Die Regelung des Folienspeichers 1, also das Einstellen der
Position P
1 bzw. P
2 der beweglichen Schwinge 6, erfolgt wie folgt: ein Regler 17 erfasst mittels einer
ersten Sensoreinheit 18 die Position P
1 bzw. P
2 der beweglichen Schwinge 6 und somit das aktuelle Speichervolumen des Folienspeichers
1. Anhand der Sensorinformation wird die Bremse 20 angesteuert: nähert sich die bewegliche
Schwinge 6 des Folienspeichers 1 der Position P
min bei minimalem Speichervolumen, so wird die Bremse 20 geöffnet, und der Vorratshalter
2 stellt Endlosfolie 4 zum Auffüllen des Folienspeichers 1 bereit. Wenn sich dagegen
die bewegliche Schwinge 6 des Folienspeichers 1 der Position P
max bei maximalem Speichervolumen nähert, wird die Bremse 20 angezogen, und der Vorratshalter
2 stellt nicht mehr Endlosfolie 4 zum Auffüllen des Folienspeichers 1 bereit.
[0052] Der Weitertransport der Endlosfolie 4 bzw. der Folienabzug aus dem Folienspeicher
1 erfolgt mittels angetriebener zweiter Walzen 35, 36 am oder nach dem Auslass 9 des
Folienspeichers 1. Die Folienspannung F
B entsteht dadurch, dass der Vorratshalter 2 durch die Bremse 20 geregelt gebremst
wird und ein an der beweglichen Schwinge 6 angebrachter Zylinder 16 diesen mit einer
konstanten Kraft F
Z spannt.
[0053] Gemäß dem beim Vorratshalter 2 dargestellten v-t-Diagramm ist die Geschwindigkeit
v der Endlosfolie 4 auf einem Abschnitt zwischen dem Vorratshalter 2 und dem Folienspeicher
1 im Wesentlichen konstant. Dagegen schwankt die Foliengeschwindigkeit
v nach Verlassen des Folienspeichers 1 gemäß dem neben den angetriebenen zweiten Walzen
35, 36 dargestellten v-t-Diagramm, so dass der Folienabzug von den zweiten Walzen
35, 36 ungleichmäßig erfolgt.
[0054] Das Funktionsprinzip des Folienspeichers 1 bedingt nun, dass die im Vergleich zum
erfindungsgemäßen Folienspeicher 1 relativ hohe Folienspannung F
B auch an den Zwischenwalzen 31, 32 anliegt und diese somit entsprechend groß dimensioniert
werden müssen. Nachteilig dabei und komplementär zu den oben beschrieben Vorteilen
des erfindungsgemäßen Folienspeichers ist, dass bei großen Zwischenwalzen 31, 32 die
Massenträgheitskräfte hoch sind, das maximale Speichervolumen begrenzt ist, und der
Folienspeicher 1 nach Figur 1 vergleichsweise wenig dynamisch arbeitet.
[0055] Eine von dem ungleichmäßigen Folienabzug und Speichervolumen unabhängige und konstante
Zylinderkraft F
Z und somit konstante Folienspannung F
B in Bereichen vor, im und nach dem Folienspeicher 1 wird dadurch erreicht, dass der
Druck im Zylinder 16 auf einen fest eingestellten Wert geregelt wird. Die Folienspannung
F
B wird ausschließlich über diesen Zylinderdruckwert eingestellt.
[0056] Der Folienspeicher 1 dient also neben der Folienspeicherung auch der Erzeugung einer
Folienspannung F
B und dem Ausgleich des ungleichmäßigen Folienabzuges.
[0057] In der bekannten Ausführungsform nach Figur 1 ist die Laufrichtung R der Folienbahn
4 zwischen gegenüber liegenden Zwischenwalzen 31, 32 nicht parallel zur Richtung der
Schwerkraft
g.
[0058] Figur 2 zeigt eine Einrichtung 10 zum Herstellen von Gebinden mit einer anderen Ausführungsform
eines Folienspeichers 1 aus dem Stand der Technik. Die Endlosfolie 4 wird zwischen
den Walzen 33, 34 eines ersten Walzenpaares in den Folienspeicher 1 geführt und zwischen
den Walzen 35, 36 eines zweiten Walzenpaares aus dem Folienspeicher 1 geführt.
[0059] Neben den Walzen 33, 34, 35, 36 umfasst das Folienführungssystem des Folienspeichers
1 eine Begrenzung 7, beispielsweise ein Gehäuse, in das die Endlosfolie 4 lose, ohne
Folienspannung F
B und undefiniert beziehungsweise ungeordnet in Schlaufen abgelegt wird.
[0060] Figur 3 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Folienspeichers
1 mit je einem ersten Walzenpaar 33, 34 am Einlass 8 und einem zweiten Walzenpaar
35, 36 am Auslass 9 des Folienspeichers 1. Die Rotationsgeschwindigkeiten der ersten
Walzen 33, 34 einerseits und die Rotationsgeschwindigkeiten der zweiten Walzen 35,
36 andererseits können gleich oder unterschiedlich eingestellt werden, um die Menge
des gespeicherten Teils der Endlosfolie 4 zwischen den oberen Zwischenwalzen 32 und
den unteren Zwischenwalzen 31 zu regulieren, wie oben bereits beschrieben. Die Endlosfolie
4 wird über die drehbaren oberen Zwischenwalzen 32 und die drehbaren unteren Zwischenwalzen
31 im Folienspeicher 1 geführt. Die oberen Zwischenwalzen 32 sind lokal fest an einer
Aufhängung (nicht dargestellt) angeordnet. Die unteren Zwischenwalzen 31 sind entlang
der Richtung der Schwerkraft
g und somit auf die oberen Zwischenwalzen 32 zu oder von diesen weg beweglich an mindestens
einer Schwinge (nicht dargestellt) angeordnet. Die Folienspannung F
B innerhalb des Folienspeichers 1 ist durch die beiden Walzenpaare 33, 34, 35, 36 im
Unterschied zu Figur 1 vergleichsweise niedrig, was die Masseträgheit des Folienspeichers
1 verringert und die Dynamik erhöht, wie bereits ausführlich oben beschrieben. Wie
ebenfalls oben beschrieben, ist die Position der unteren Zwischenwalzen 31 durch Zusammenwirkung
der beiden Walzenpaare 33, 34 und 35, 36 und der wirkenden Schwerkraft
g entlang der Richtung der Schwerkraft
g einstellbar. Die Folie 4 wird sicher über die oberen und unteren Zwischenwalzen 31,
32 geführt.
[0061] In der Mitte des Folienspeichers 1 ist eine Achse 41 dargestellt, um die der Folienspeicher
1 schwenkbar ist. Die zweiten Walzen 35, 36 am Auslass sind als Korrektureinheit 11
ausgestaltet, die obere Walze 36 als Anpresswalze und die untere Walze 35 als Antriebswalze.
Weitere Details werden ab Figur 11 beschrieben.
[0062] Figur 4 zeigt eine Vorderansicht,
Figur 5 eine Seitenansicht und
Figur 6 eine Draufsicht des Folienspeichers 1 nach Figur 3.
[0063] Figur 7 zeigt eine Draufsicht des Folienspeichers nach Figur 3, die darstellt, wie der Folienspeicher
1 um seine Achse 41 um einen zweiten Winkel ρ bzw. -ρ schwenkbar ist, so dass die
bisherige Laufrichtung R der Endlosfolie 4 entsprechend um den zweiten Winkel ρ bzw.
-ρ geändert wird. Die Schwenkbarkeit des Folienspeichers 1 kann auch dazu benutzt
werden, um die Laufrichtung R der Endlosfolie 4 beim Verlassen des Folienspeichers
1 zu korrigieren.
[0064] Figur 8 zeigt eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Folienspeichers 1 mit einem Spreizelement 40, das innerhalb des Folienspeichers 1
in einem Bereich beim Auslass 9 angeordnet ist. Der Einlass 8, der Auslass 9, die
Walzen 33, 34, 35, 36 und die Zwischenwalzen 31, 32 sind wie bei den Figuren 3 bis
7 gestaltet.
[0065] Wie oben ausführlich beschrieben und im Gegensatz zu Folienspeichern 1 nach Figur
2 ist es bei dieser Ausführungsform von besonderem Vorteil, dass ein Spreizelement
40 innerhalb statt außerhalb des Folienspeichers 1 vorgesehen werden kann. Generell
kann die Folie 4 entweder vor dem Folienspeicher 1 geschnitten und gespreizt werden,
vor dem Folienspeicher 1 geschnitten und im Folienspeicher 1 gespreizt werden, im
Folienspeicher 1 geschnitten und gespreizt werden, im Folienspeicher 1 geschnitten
und nach dem Folienspeicher 1 gespreizt werden oder nach dem Folienspeicher 1 geschnitten
und gespreizt werden. Im Fall von Figur 8 wird die Endlosfolie 4 geteilt entlang einer
Teillinie 42 dem Einlass 8 zugeführt, in bereits geteiltem Zustand über die Zwischenwalzen
31, 32 geführt und dann durch das Spreizelement 40 auseinander gespreizt. Für einen
Fachmann ist offensichtlich, dass das Spreizelement 40 auch teilweise oder vollständig
außerhalb des Folienspeichers 1 nachgeordnet werden kann.
[0066] Figur 9 zeigt eine Seitenansicht des Folienspeichers 1 nach Figur 8.
[0067] Figur 10 zeigt eine Draufsicht des Folienspeichers 1 nach Figur 8, wobei die Endlosfolie 4
nach Verlassen des Spreizelements 40 in zwei voneinander beabstandeten Teilbahnen
weitertransportiert wird.
[0068] Figur 11 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Korrektureinheit
11 mit einer Antriebswalze 35 und einer Anpresswalze 36. Der Spalt zwischen den Walzen
35, 36 bildet einen Auslass 9 des Folienspeichers 1. Durch die Rotationsbewegung der
Antriebswalze 35 wird die Endlosfolie 4 aus dem Folienspeicher 1 heraus gezogen. Die
Anpresswalze 36 ist beweglich hin zur Antriebswalze 35 gelagert.
[0069] Die Antriebswalze 35 ist in ihrer Lage räumlich fest. Durch die Rotationsbewegung
der Antriebswalze 35 um eine räumlich feste Drehachse 353 ist die Endlosfolie 4 in
Laufrichtung R transportierbar. Die Antriebswalze 35 kann über einen internen oder
externen Antrieb (nicht dargestellt) angetrieben werden.
[0070] Die Anpresswalze 36 ist beweglich bezüglich der Antriebswalze 35 gelagert. An einem
ersten Ende 361 der Anpresswalze 36 kann eine erste Anpresskraft F
1 und an einem zweiten Ende 362 der Anpresswalze 36 kann eine zweite Anpresskraft F
2 auf die Antriebswalze 35 ausgeübt werden, so dass die Anpresswalze 36 an ihren Enden
361, 362 auf die Antriebswalze 35 gepresst werden kann. Die Anpresswalze 36 ist relativ
zur Antriebswalze 35 kippbar (siehe Figuren 13 und 14).
[0071] Damit die Walzen 35, 36 durch die Druckkräfte F
1, F
2 reagibel und verformbar sind (siehe Figur 14), weisen beide Walzen 35, 36 auf ihrer
jeweiligen Oberfläche eine zusammendrückbare, beispielsweise aus einem Elastomer bestehende,
Schicht 12 auf. Die Schicht 12 kann unterschiedlich gestaltet sein, beispielsweise
mit einer Gummierung. Die Schicht 12 kann durchgängig, mit einer Profilierung und/oder
mit Spalten 15 auf den Walzen 35, 36 angebracht sein. Durch die Spalte 15 ist eine
Verformung noch besser und ohne zu großen mechanischen Stress der Schicht 12 möglich,
wenn die Anpresskräfte F
1, F
2 angelegt werden. Für einen Fachmann ist jedoch offensichtlich, dass die Schicht 12
auch anders ausgestaltet sein kann, ohne den Schutzbereich der Erfindung zu verlassen.
[0072] Die Walzen 35, 36 sind an ihren Enden 361, 362 über ein Lager 13, das entsprechende
Kugellager trägt, gelagert. Über eine Verstelleinheit 14 an beiden Enden 361, 362
der Walze 36 können die Anpresskräfte F
1, F
2 eingestellt werden, beispielsweise rein manuell wie in Figur 11 dargestellt. Ebenso
ist eine automatische Einstellung der Anpresskräfte F
1, F
2 möglich. Vorzugsweise werden die Anpresskräfte F
1, F
2 unabhängig voneinander eingestellt und sind gleich oder unterschiedlich einstellbar.
[0073] Die Endlosfolie 4 sollte idealerweise mittig zwischen den zweiten Walzen 35, 36 geführt
transportiert werden, also mittig bezüglich einer Mittellinie 25. So kann sicher gestellt
werden, dass die Endlosfolie 4 auf einem gewünschten Transportweg (nicht dargestellt)
weiter transportiert und passgenau ausgerichtet an eine nachgeordnete Verarbeitungsvorrichtung
(nicht dargestellt) übergeben wird. Um eine Abweichung 26 der Endlosfolie 4 von der
Mittellinie 25 zu bestimmen, ist in der hier dargestellten Ausführungsform eine zweite
Sensoreinheit 24, beispielsweise zwei Sensoren umfassend, vorgesehen, die jeweils
eine erste Entfernung
e1 und eine zweite Entfernung
e2 zu den seitlichen Rändern der Endlosfolie 4 bestimmen. Weichen die beiden Entfernungen
e1,
e2 voneinander ab, so liegt eine Abweichung 26 größer Null vor. Andernfalls liegt keine
Abweichung 26 vor, und die Endlosfolie 4 ist korrekt ausgerichtet. Üblicherweise wird
die Abweichung 26 aus der Differenz der beiden Entfernungen
e1,
e2 in einer Steuereinheit 23 berechnet, an die die Entfernungen
e1,
e2 von der zweiten Sensoreinheit 24 übermittelt werden.
[0074] Die Steuereinheit 23 bestimmt dann aus der berechneten Abweichung 26 die benötigte
Schräglage der Anpresswalze 36 bezüglich der Antriebswalze 35 und daraus die benötigten
Anpresskräfte F
1, F
2, um eine Abweichung von der festgelegten Laufrichtung R zur korrigieren. Die Steuereinheit
23 ist auch mit den Verstelleinheiten 14 an den Enden 361, 362 der Anpresswalze 36
verbunden und übermittelt die berechneten Anpresskräfte F
1, F
2 an die Verstelleinheiten 14. Die Verstelleinheiten 14 der Anpresswalze 36 üben dann
die berechneten Anpresskräfte F
1, F
2 auf die Antriebswalze 35 aus, wie noch in den Figuren 13 und 14 detailliert beschrieben
wird. Im Falle einer Abweichung 26 größer Null wird somit eine entsprechende Einstellung
der Korrektureinheit 11 vorgenommen, um die Laufrichtung R der Endlosfolie 4 quer
zur bisherigen Laufrichtung R zu ändern, nämlich um eine Bewegungskomponente 27 passend
zur Abweichung 26 der Endlosfolie 4 aufzuprägen, um die Abweichung 26 auszugleichen.
[0075] In der Ausführungsform nach Figur 11 sind die Steuereinheit 23 und die zweite Sensoreinheit
24 als separate Elemente dargestellt, sie können aber auch in einer Einheit ausgestaltet
sein.
[0076] Figur 12 zeigt eine Ansicht eines Längsschnitts durch die Korrektureinheit 11 nach Figur 11.
Alle Elemente sind bereits in Figur 11 beschrieben.
[0077] Figur 13 zeigt eine Ansicht eines Ausschnitts der Antriebswalze 35 und Anpresswalze 36 der
Korrektureinheit 11 aus Figur 12, wobei die Anpresswalze 36 derart auf die Antriebswalze
35 gepresst ist, dass keine Korrektur der Laufrichtung 6 stattfindet. Die Anpresskräfte
F
1, F
2 an den Enden 361, 362 der Anpresswalze 36 sind identisch, so dass die Drehachse A-B
der Anpresswalze 36 parallel zur Drehachse C-D bzw. 353 der Antriebswalze 35 ist.
Es stellt sich keine beziehungsweise eine symmetrische Verformung der Oberflächen
der Walzen 35, 36 ein. Somit erfährt die zwischen den Walzen 35, 36 zu transportierende
Endlosfolie 4 keine Beeinflussung in ihrer Laufrichtung R. Nun wird jedoch eine Abweichung
26 der Endlosfolie 4 von der benötigten Laufrichtung R festgestellt, wie in Figur
11 beschrieben. Die festgestellte Abweichung 26 wird korrigiert, wie in Figur 14 beschrieben.
[0078] Figur 14 zeigt eine Ansicht des Ausschnitts der Antriebswalze 35 und Anpresswalze 36 nach
Figur 13, wobei die Anpresswalze 36 nun auf die Antriebswalze 35 gedrückt ist, so
dass die Drehachse A-B der Anpresswalze 36 und die Drehachse C-D der Antriebswalze
35 unter einem ersten Winkel ϕ zueinander geneigt sind.
[0079] Wird eine Abweichung 26 der Endlosfolie 4 aus der festgelegten, theoretischen Mittellinie
25 erkannt, beispielsweise wie in Figur 11 beschrieben, kann durch Schrägstellen der
Anpresswalze 36 bezüglich der Antriebswalze 35 eine Korrektur vorgenommen werden.
Das Schrägstellen wird durch Anlegen von unterschiedlichen regelbaren Anpresskräften
F
1, F
2 erreicht. Durch die Gummierung der Schichten 12 der beiden Walzen 35, 36 ist es möglich,
den zum ersten Winkel ϕ gehörenden Außendurchmesser
d der Antriebwalze 35 zu beeinflussen, hier insbesondere am zweiten Ende 352 der Antriebswalze
35. Durch die einseitige Erhöhung der Anpresskraft F
2 im Vergleich zur niedrigeren Anpresskraft F
1 verändert sich die Schräglage der Anpresswalze 36, dargestellt durch den ersten Winkel
ϕ, und verformt somit den gummierten Außendurchmesser
d der Antriebswalze 35 in Richtung des zweiten Endes 352 der Antriebswalze 35.
[0080] Durch die Schräglage der Antriebswalze 35 wirken auf die Endlosfolie 4 an ihren Rändern
unterschiedliche Transportkräfte, durch die die Abweichung 26 von der Laufrichtung
R korrigiert wird. Dadurch wird die Endlosfolie 4 nach Verlassen der Korrektureinheit
11 entsprechend schräg weiter transportiert, so dass sich die Laufrichtung R der Endlosfolie
4 entsprechend und wie gewünscht ändert. Die Endlosfolie 4 kann somit beim weiteren
Transport zu einer nachgeordneten Verarbeitungsvorrichtung, beispielsweise einer Folienschneidevorrichtung
3 gemäß den Figuren 1 und 2, wie benötigt ausgerichtet werden.
[0081] Damit der erste Winkel ϕ beliebig und wie benötigt einstellbar ist, sollten die beiden
Anpresskräfte F
1, F
2 unabhängig voneinander durch die Verstelleinheit 14 nach Figur 11 geregelt werden
können.
[0082] Die Erfindung wurde unter Berücksichtigung bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben.
Es ist jedoch für einen Fachmann selbstverständlich, dass Abwandlungen und Änderungen
durchgeführt werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche
zu verlassen.
Bezugszeichenliste:
[0083]
- 1
- Folienspeicher
- 2
- Vorratshalter
- 3
- Folienschneidevorrichtung
- 4
- Endlosfolie (Folienbahn)
- 5
- fest gelagerte Aufhängung
- 6
- bewegliche Schwinge
- 7
- Begrenzung (Gehäuse)
- 8
- Einlass
- 9
- Auslass
- 10
- Einrichtung zum Herstellen von Gebinden
- 11
- Korrektureinheit
- 12
- Schicht
- 13
- Lager
- 14
- Verstelleinheit
- 15
- Spalt
- 16
- Zylinder
- 17
- Regler
- 18
- erste Sensoreinheit
- 20
- Bremse
- 23
- Steuereinheit
- 24
- zweite Sensoreinheit
- 25
- Mittellinie
- 26
- Abweichung
- 27
- Bewegungskomponente
- 31
- erste / untere Zwischenwalze
- 32
- zweite / obere Zwischenwalze
- 33
- erste Walze (Antriebswalze)
- 34
- erste Walze (Anpresswalze)
- 35
- zweite Walze (Antriebswalze)
- 352
- zweites Ende der zweiten Walze
- 353
- Drehachse der zweiten Walze
- 36
- zweite Walze (Anpresswalze)
- 361
- erstes Ende der zweiten Walze
- 362
- zweites Ende der zweiten Walze
- 40
- Spreizelement
- 41
- Achse
- 42
- Teillinie
- FB
- Folienspannung
- FZ
- Zylinderkraft
- F1
- erste Kraft
- F2
- zweite Kraft
- P1
- erste Position
- P2
- zweite Position
- Pmin
- Position der beweglichen Schwinge bei minimalem Speichervolumen
- Pmax
- Position der beweglichen Schwinge bei maximalem Speichervolumen
- R
- Laufrichtung
- ϕ
- erster Winkel
- ρ
- zweiter Winkel
- d
- Außendurchmesser
- e1
- erste Entfernung
- e2
- zweite Entfernung
- g
- Schwerkraft
- t
- Zeit
- v
- Geschwindigkeit der Endlosfolie (Foliengeschwindigkeit)
1. Folienspeicher (1) zum Speichern eines Teils einer Endlosfolie (4) in einer Einrichtung
(10) zum Herstellen von mit Zuschnitten der Endlosfolie (4) umhüllten Gebinden, wobei
der Folienspeicher (1) einen Einlass (8) und einen Auslass (9) umfasst, wobei dem
Einlass (8) ein mit einer einstellbaren ersten Rotationsgeschwindigkeit antreibbares
erstes Walzenpaar (33, 34) und dem Auslass (9) ein mit einer einstellbaren zweiten
Rotationsgeschwindigkeit antreibbares zweites Walzenpaar (35, 36) zugeordnet ist,
wobei die Endlosfolie (4) zwischen den Walzen des ersten Walzenpaars (33, 34) und
zwischen den Walzen des zweiten Walzenpaars (35, 36) führbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Folienspeicher (1) ein bewegliches Folienführungssystem (5, 6, 31, 32) umfasst,
durch das die Menge des im Folienspeicher (1) gespeicherten Teils der Endlosfolie
(4) unter Zusammenwirkung der beiden Walzenpaare (33, 34), (35, 36) und der wirkenden
Schwerkraft (g) regelbar ist.
2. Folienspeicher nach Anspruch 1, wobei das Folienführungssystem mindestens eine drehbar
gelagerte untere Zwischenwalze (31), die in mindestens einer beweglichen Schwinge
(6) angeordnet ist, und mindestens zwei drehbar gelagerte obere Zwischenwalzen (32)
umfasst, die zwischen einer fest angeordneten Aufhängung (5) gehaltert sind, wobei
die Position der mindestens einen unteren Zwischenwalze (31) durch Zusammenwirkung
der beiden Walzenpaare (33, 34), (35, 36) und der wirkenden Schwerkraft (g) einstellbar
ist.
3. Folienspeicher nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei durch das zweite Walzenpaar
(35, 36) beim Auslass (9) einer Laufrichtung (R) der Endlosfolie (4) eine Bewegungskomponente
(27) im Wesentlichen quer zur bisherigen Laufrichtung (R) aufprägbar ist.
4. Folienspeicher (1) nach Anspruch 3, wobei die Walzen des zweiten Walzenpaares (35,
36) außen jeweils eine zusammendrückbare Schicht (12) aufweisen.
5. Folienspeicher (1) nach Anspruch 4, wobei die Schicht (12) ein Elastomer umfasst.
6. Folienspeicher (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei die eine der beiden zweiten
Walzen des zweiten Walzenpaares (35, 36) als Antriebswalze ausgestaltet ist und eine
räumlich feste Drehachse (353) besitzt, und wobei die andere Walze des zweiten Walzenpaares
(35, 36) als auf die Antriebswalze hin bewegliche Anpresswalze ausgestaltet ist, wobei
an einem ersten Ende (361) der Anpresswalze eine erste Anpresskraft (F1) und an einem zweiten Ende (362) der Anpresswalze eine zweite Anpresskraft (F2) auf die Antriebswalze ausübbar ist.
7. Folienspeicher (1) nach Anspruch 6, wobei die beiden Anpresskräfte (F1, F2) über eine Steuereinheit (23) unabhängig voneinander regelbar sind.
8. Folienspeicher (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei der Folienspeicher
(1) ein Spreizelement (40) zum Spreizen der Endlosfolie (4) umfasst.
9. Folienspeicher (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei der Folienspeicher
(1) um eine Achse (41) senkrecht zur Laufrichtung (R) schwenkbar ist.
10. Folienspeicher (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei der Folienspeicher
(1) eine Begrenzung (7) für den zu speichernden Teil der Endlosfolie (4) umfasst,
wobei die Begrenzung (7) zwischen dem Einlass (7) und dem Auslass (8) des Folienspeichers
(1) angeordnet ist und der zu speichernde Teil der Endlosfolie (4) ohne Folienspannung
(FB) und undefiniert in Schlaufen innerhalb der Begrenzung (7) des Folienspeichers (1)
ablegbar ist.
11. Einrichtung (10) zum Herstellen von mit Zuschnitten einer Endlosfolie (4) umhüllten
Gebinden mit mindestens einem Folienspeicher (1) nach einem der voranstehenden Ansprüche,
wobei der mindestens eine Folienspeicher (1) in der Laufrichtung (R) einem Vorratshalter
(2) nachgeordnet und einer Folienschneidevorrichtung (3) zum Vereinzeln der Endlosfolie
(4) in Folienzuschnitte vorgeordnet ist.
12. Verfahren zum Herstellen von mit Zuschnitten einer Endlosfolie (4) umhüllten Gebinden
aus vereinzelten Gruppen von Artikeln, wobei ein Teil der Endlosfolie (4) in einem
Folienspeicher (1) zwischengespeichert, zwischen einem steuerbar antreibbaren ersten
Walzenpaar (33, 34) eines Einlasses (8) und einem steuerbar antreibbaren zweiten Walzenpaar
(35, 36) eines Auslasses (9) des Folienspeichers (1) in einer Laufrichtung (R) transportiert
wird,
gekennzeichnet durch die folgenden Schritte:
• Bestimmen einer Ist-Menge und einer Soll-Menge des im Folienspeicher (1) speicherbaren
Teils der Endlosfolie (4); und
• Regelung der Veränderung der Ist-Menge durch Einstellen einer ersten Rotationsgeschwindigkeit des ersten Walzenpaars (33, 34)
und Einstellen einer zweiten Rotationsgeschwindigkeit des zweiten Walzenpaars (35,
36).
13. Verfahren nach Anspruch 12 mit den folgenden Schritten:
• Bestimmen einer Abweichung (26) der Laufrichtung (R) der Endlosfolie (4) von einer
Mittellinie (25) durch eine zweite Sensoreinheit (24), die dem Auslass (9) zugeordnet
ist;
• Kommunizieren der Abweichung (26) von der zweiten Sensoreinheit (24) an eine Steuereinheit
(23); und
• Ändern der Laufrichtung (R) der Endlosfolie (4) dadurch, dass eine Bewegungskomponente
(27) im Wesentlichen quer zur bisherigen Laufrichtung (R) durch eine Korrektureinheit
(11) der Laufrichtung (R) der Endlosfolie (4) aufgeprägt wird, wobei die Korrektureinheit
(11) ebenfalls dem Auslass (9) zugeordnet ist.