[0001] Die Erfindung betrifft eine Ringspinnmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Derartige Ringspinnmaschinen sind in der Textilindustrie seit langem bekannt und
in verschiedenen Patentschriften zum Teil ausführlich beschrieben.
[0003] In dem deutschen Gebrauchsmuster
DE-GM 85 12 843 oder in der
DE 101 39 077 A1 sind beispielsweise Ringspinnmaschinen beschrieben, die im Bereich ihrer zahlreichen
Spinnstellen jeweils eine Streckwerksanordnung sowie unterhalb der Streckwerksanordnung
eine Absaugeinrichtung aufweisen. Die Absaugeinrichtungen, die nicht nur Staub und
Faserflug entsorgen, sondern auch bei einem Fadenbruch zum Einsatz kommen, sind über
maschinenlange Absaugkanäle an Filtereinrichtungen angeschlossen, die vorzugsweise
in einem der Endgestelle der Ringspinnmaschine angeordnet sind und durch eine Unterdruckquelle,
vorzugsweise einen Ventilator, pneumatisch beaufschlagt werden.
[0004] Ähnliche Ringspinnmaschinen sind auch in der
DE 100 41 363 A1 beschrieben.
[0005] Auch bei diesen bekannten Ringspinnmaschinen weisen die zahlreichen Spinnstellen
jeweils eine Streckwerksanordnung auf, die mit einer zugehörigen Absaugeinrichtung
ausgestattet ist. An die Streckwerksanordnung schließt sich außerdem jeweils eine
pneumatisch beaufschlagbare Verdichtungseinrichtung an.
[0006] Sowohl die zahlreichen Verdichtungseinrichtungen als auch die Vielzahl von Absaugeinrichtungen
sind über einen eigenen maschinenlangen Absaugkanal an eine maschinenendseitig angeordnete
Filtereinrichtung, die über eine Unterdruckquelle verfügt, angeschlossen.
[0007] Als nachteilig bei solchen Ringspinnmaschinen, die teilweise weit über 1000 Spinnstellen
aufweisen, hat sich vor allem der relativ hohe Energiebedarf der Absaugeinrichtungen
erwiesen. Das heißt, aufgrund der hohen Reibungsverluste der Unterdruckströme in den
maschinenlangen Absaugkanälen müssen die maschinenendseitig angeordneten Unterdruckquellen
relativ groß dimensioniert werden, was zu einem hohen Energieverbrauch der Einrichtungen
führt.
[0008] Da der Energieverbrauch solcher Absaugeinrichtungen während des Spinnprozesses im
Verhältnis zum Gesamtenergiebedarf der Ringspinnmaschine oft bis zu cirka 40 % beträgt,
sind bereits Vorschläge unterbreitet worden, wie der Energieverbrauch solcher Absaugeinrichtungen
vermindert werden kann.
[0009] In der
DE 10 2008 056 518 A1 ist beispielsweise vorgeschlagen worden, die Reibungsverluste der Unterdruckströme
im Bereich der Absaugkanäle dadurch zu minimieren, dass die Ringspinnmaschine bezüglich
ihrer Absaugeinrichtung in mehrere, zum Beispiel vier oder sechs separate Maschinenbereiche
unterteilt wird.
[0010] Das heißt, die Absaugröhrchen der Spinnstellen sind jeweils an einen Absaugkanal
angeschlossen, der sich lediglich über einen der Maschinenbereiche der Ringspinnmaschine
erstreckt und jeweils in eine maschinenbereichseigene Filtereinrichtung mündet, die
aufgrund der geringeren Leistungsanforderung mit einer entsprechend kleineren Unterdruckquelle
ausgestattet ist.
[0011] Wenngleich durch die in der
DE 10 2008 056 518 A1 beschriebene Aufteilung der Ringspinnmaschine in mehrere separate Maschinenbereiche
bereits eine Verminderung der zur Erzeugung eines ausreichend hohen Unterdruckes benötigten
Antriebsenergie erzielt werden konnte, scheinen auf diesem Sachgebiet weitere Verbesserungen
möglich und sinnvoll.
[0012] Durch die
DE 695 01 898 T2 sind des Weiteren Spulmaschinen bekannt, deren Arbeitstellen über einen maschinenlangen
Saugkanal an eine maschinenendseitig angeordnete, unterdruckbeaufschlagbare Filtereinrichtung
angeschlossen sind. Die Arbeitsstellen dieser Textilmaschinen verfügen außerdem jeweils
über eine zusätzliche, durch ein Filterelement abgedeckte Absaugeinrichtung, die während
des regulären Spulbetriebes für die Entstaubung der Arbeitsstelle sorgt.
[0013] Zum Reinigen der Filterelemente können die zusätzlichen Absaugeinrichtungen pneumatisch
durchgängig mit dem maschinenlangen Saugkanal verbunden werden.
[0014] Durch eine solche zusätzliche Absaugeinrichtung an jeder der Arbeitsstellen kann
zwar gewährleistet werden, dass an jeder Arbeitsstelle stets ein ausreichend hoher
Unterdruck gewährleistet ist, allerdings ist der notwendige konstruktive Aufwand erheblich
und an Ringspinnmaschinen, die ein Vielfaches von Spinnstellen aufweisen, kaum bezahlbar.
[0015] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
Ringspinnmaschinen dahingehend weiterzuentwickeln, dass die im Zusammenhang mit dem
Betrieb von Absaugeinrichtungen, insbesondere die zur Erzeugung ausreichend hohen
Unterdrücke im Bereich der Absaugröhrchen, benötigte Antriebsenergie optimiert wird,
wobei sich der konstruktive und damit der finanzielle Aufwand in einem überschaubaren
Rahmen bewegen soll.
[0016] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Ringspinnmaschine gelöst, die die im
Anspruch 1 beschriebenen Merkmale aufweist. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0017] Die erfindungsgemäße Ausbildung einer Ringspinnmaschine, bei der die Absaugröhrchen
wenigstens einer Maschinensektion der Ringspinnmaschine durch Betätigen eines definiert
ansteuerbaren Schieberelementes, das in ein Kanalteil eingeschaltet ist, alternativ
an eine gegen Verschmutzung geschützte, am Kanalteil angeordnete Unterdruckquelle
oder einen maschinenlangen, unterdruckbeaufschlagbaren Absaugkanal der Ringspinnmaschine
anschließbar sind, hat den Vorteil, dass der während des Spinnbetriebes jeweils durch
eine der Unterdruckquellen zu versorgende Bereich relativ klein ist und damit die
Reibungsverluste der Unterdruckströme in der zugehörigen Kanalkonstruktion verhältnismäßig
gering sind.
[0018] Das heißt, im Vergleich zum Stand der Technik werden, obwohl im Bereich der Absaugröhrchen
stets ein ausreichend großer Unterdruck gewährleistet ist, als Unterdruckquellen nur
relativ klein dimensionierte Ventilatoren benötigt.
[0019] Solche klein dimensionierten Ventilatoren sind nicht nur hinsichtlich ihrer Antriebsleistung,
insbesondere bezüglich ihrer Leistungsaufnahme und damit ihrer Betriebskosten, sondern
auch bezüglich ihrer Anschaffungskosten günstig.
[0020] Bei einem bestimmten Grad der Verschmutzung des Bereiches vor den Unterdruckquellen
kann der verschmutzte Bereich durch Öffnen eines im Kanalteil angeordneten Schieberelementes
pneumatisch durchgängig an den maschinenlangen, unterdruckbeaufschlagten Absaugkanal
der Ringspinnmaschine angeschlossen werden, mit der Folge, dass die Verschmutzungen
zuverlässig abgesaugt werden.
[0021] Der über den maschinenlangen Absaugkanal der Ringspinnmaschine anstehende Unterdruck
übernimmt in dieser Phase nicht nur die Aufgabe der Reinigung des Ansaugbereiches
der Unterdruckquelle, sondern sorgt auch für ausreichend Unterdruck an den Absaugröhrchen
der betreffenden Maschinensektion.
[0022] Gemäß Anspruch 2 weist jede Maschinensektion sowohl im Bereich der Maschinenvorderseite
als auch im Bereich der Maschinenrückseite eine Vielzahl von in Reihe nebeneinander
angeordneten Ansaugröhrchen auf. Die Ansaugröhrchen einer Maschinensektion sind dabei
über ein Kanalteil, in das ein Schieberelement integriert ist, verbunden und an einen
maschinenlangen Absaugkanal angeschlossen. Außerdem sind die Ansaugröhrchen einer
Maschinensektion an eine Unterdruckquelle angeschlossen, die die Ansaugröhrchen während
des "normalen" Spinnbetriebes mit Unterdruck versorgt.
[0023] Wie im Anspruch 3 beschrieben, ist die Unterdruckquelle jeweils als elektromotorisch
antreibbarer Ventilator ausgebildet und in einem vom Kanalteil abzweigenden Ausblasstutzen
angeordnet. Durch eine solche Ausbildung können die Reibungsverluste der Unterdruckströmung
im Kanalteil der jeweiligen Maschinensektion minimiert und entsprechend die benötigten
Ventilatoren relativ klein dimensioniert werden.
[0024] Gemäß Anspruch 4 ist in vorteilhafter Ausführungsform außerdem vorgesehen, dass im
Ausblasstutzen zwischen der Unterdruckquelle und dem Eingangsbereich des Ausblasstutzens
ein Staub- und Faserpartikel aufnehmendes Filterelement angeordnet ist.
[0025] Ein solches Filterelement verhindert nicht nur, dass die Unterdruckquelle durch die
angesaugten Staub- und Faserpartikel verschmutzt werden kann, sondern stellt auch
sicher, dass die Staub- und Faserpartikel nicht in den Spinnsaal geblasen werden können.
[0026] In bevorzugter Ausbildung ist außerdem vorgesehen, dass der Ausblasstutzen eingangsseitig
mit einer definiert ansteuerbaren Blende ausgerüstet ist, die beim Öffnen des zugehörigen
Schieberelementes geschlossen wird (Anspr.5).
[0027] Durch das Schließen der Blende wird eine Teilung des über den maschinenlangen Absaugkanal
anstehenden Unterdrucks in zwei Unterdruckströme verhindert, mit der Folge, dass an
den Absaugröhrchen der betreffenden Maschinensektion stets ein ausreichend hoher Unterdruck
ansteht.
[0028] Der an einer Aufteilung gehinderte Unterdruckstrom sorgt außerdem für eine zuverlässige
Reinigung des die Unterdruckquelle abdeckenden Filterelements.
[0029] In alternativer Ausführung kann allerdings auch vorgesehen sein, dass gleichzeitig
mit dem Öffnen des Schieberelementes der betroffenen Maschinensektion die zugehörige
Unterdruckquelle abgeschaltet bzw. der Ventilator auf Rücklauf geschaltet wird. Auch
durch eine solche Maßnahme wird das Ablösen von Schmutzpartikel vom Filterelement
der betreffenden Maschinensektion positiv unterstützt.
[0030] Das im Kanalteil angeordnete Schieberelement weist, wie im Anspruch 6 dargelegt,
eine Antriebseinrichtung auf, die so im Sinne "öffnen" ansteuerbar ist, dass das im
Bereich des Ausblasstutzens angeordnete Filterelement pneumatisch durchgängig mit
dem maschinenlangen, unterdruckbeaufschlagten Absaugkanal verbunden ist.
[0031] Das heißt, das Filterelement wird bei Bedarf oder von Zeit zu Zeit über den maschinenlangen,
unterdruckbeaufschlagten Absaugkanal der Ringspinnmaschine pneumatisch beaufschlagt
und dabei gereinigt.
[0032] Die Antriebseinrichtung des Schieberelements ist vorzugsweise entweder als pneumatisches
Schubkolbengetriebe (Anspr.7) oder als elektromotorischer Antrieb (Anspr.8) ausgebildet.
[0033] Beide Antriebsformen stellen Bauelemente dar, die sich in der Praxis bewährt haben
und kostengünstig zu realisieren sind. Außerdem zeichnen sich solche Bauteile durch
eine lange Lebensdauer aus.
[0034] Vorzugsweise werden die Antriebseinrichtungen der Schieberelemente wechselweise im
Sinne "öffnen" angesteuert (Anspr.9).
[0035] Das heißt, während des gesamten Spinnbetriebes der Ringspinnmaschine ist stets eines
der Schieberelemente geöffnet und damit die Absaugröhrchen der betreffenden Maschinensektion
sowie das die zugehörige Unterdruckquelle abdeckende Filterelement an den maschinenlangen,
mit Unterdruck beaufschlagten Absaugkanal der Ringspinnmaschine angeschlossen. Da
stets lediglich eine der Maschinensektionen über den maschinenlangen Absaugkanal mit
Druckluft versorgt bzw. gleichzeitig nur eine Filtereinrichtung entsorgt werden muss,
hält sich das benötigte Unterdruckniveau trotz eines im Durchmesser relativ bescheidenen
Absaugkanals in vertretbaren Grenzen.
[0036] Wie im Anspruch 10 beschrieben, kann in alternativer Ausführungsform auch vorgesehen
sein, dass im Bereich des Kanalteils eine an eine Steuereinrichtung angeschlossene
Sensoreinrichtung angeordnet ist, die den im Kanalteil herrschenden Unterdruck überwacht
und bei Erreichen eines vorgebbaren Schwellenwertes ein Signal generiert, worauf die
Steuereinrichtung die Antriebseinrichtung des Schieberelements im Sinne "öffnen" ansteuert.
[0037] Auch auf diese Weise wird gewährleistet, dass der Bereich des Ausblasstutzens, der
vor dem Filterelement liegt bzw. das Filterelement selbst durch Beaufschlagung mit
Unterdruck aus dem maschinenlangen Absaugkanal zuverlässig gereinigt wird.
[0038] Nach der Reinigung des Filterelementes ist dann wieder sichergestellt, dass die im
Ausblasstutzen angeordnete, relativ kleine Unterdruckquelle die zugehörige Kanalkonstruktion
und damit die angeschlossenen Absaugröhrchen mit ausreichend Unterdruck versorgt.
[0039] In weiterer alternativer Ausführungsform (Anspr.10) kann anstelle der vorstehend
beschriebenen Sensoreinrichtung jedoch auch ein Zeitglied vorgesehen sein, das beispielsweise
dafür sorgt, dass die Antriebseinrichtungen der Schieberelemente in vorgebbaren Zeitabständen
im Sinne "öffnen" angesteuert werden. Auch auf diese Weise wird gewährleistet, dass
die Bereiche vor den Filterelementen bzw. die Filterelemente der Unterdruckquellen
zuverlässig sauber gehalten, das heißt, von Zeit zu Zeit an den maschinenlangen, unterdruckbeaufschlagten
Absaugkanal angeschlossen werden.
[0040] Der maschinenlange Absaugkanal kann entweder, wie im Anspruch 12 dargelegt, an eine
im Endgestell der Ringspinnmaschine angeordnete, maschineneigene Saugeinrichtung angeschlossen
sein oder ist, wie im Anspruch 13 beschrieben, über einen Anschlusskanal an ein Unterdrucksystem
der Spinnerei angeschlossen.
[0041] Der Anschluss an das Unterducksystem einer Spinnerei weist dabei den Vorteil auf,
dass in einem solchen Fall auf eine eigene der Schmutzentsorgung dienende, relativ
kostspielige Unterdruckquelle verzichtet werden kann.
[0042] Als Unterdrucksystem kann dabei, wie im Anspruch 14 beschrieben, beispielsweise die
Klimatechnik der Spinnerei Verwendung finden. Die Klimatechnik solcher Spinnereien
ist in der Regel so groß ausgelegt, dass mehrmals stündlich ein Luftaustausch stattfindet,
was ausreicht, um eine ordnungsgemäße Entsorgung der an den Maschinensektionen anfallenden
Schmutzpartikel zu gewährleisten.
[0043] In vorteilhafter Ausführungsform 15 kann dabei vorgesehen sein, dass die Absaugröhrchen
einer Maschinensektion der Ringspinnmaschine jeweils über einen Anschlusskanal an
die Klimatechnik der Spinnerei angeschlossen sind.
[0044] Auf diese Weise lassen sich die Anforderungen an das Unterdruckniveau deutlich senken.
[0045] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
erläutert.
[0046] Es zeigen:
- Fig. 1
- schematisch in Vorderansicht eine Ringspinnmaschine mit unterhalb einer Streckwerksanordnung
angeordneten Absaugeinrichtungen,
- Fig. 2
- eine der maschinensektionsweise angeordneten Absaugeinrichtungen, mit einer gegen
Verschmutzung geschützten Unterdruckquelle sowie einem Kanalteil, das an einen maschinenlangen,
unterdruck- beaufschlagbaren Absaugkanal angeschlossen ist und über ein definiert
ansteuerbares Schieberelement verfügt,
- Fig. 3A
- eine Draufsicht auf das in Fig.2 dargestellte Schieberelement mit einer ersten Ausführungsform
des Antriebes des Schieberelements,
- Fig. 3B
- eine weitere Ausführungsform des Antriebes des Schieberelements.
[0047] In Fig. 1 ist in Vorderansicht eine Ringspinnmaschine 1 mit erfindungsgemäß ausgebildeten
Absaugeinrichtungen 9 dargestellt. Wie angedeutet, weisen solche Ringspinnmaschinen
1 zwischen Endgestellen 2 und 3 eine Vielzahl von Maschinensektionen 4, zum Beispiel
25 oder mehr, auf.
[0048] Derartige Maschinensektionen 4 verfügen ihrerseits jeweils über eine große Anzahl,
beispielsweise fünfzig, Spinnstellen, wobei fünfundzwanzig Spinnstellen auf der in
Fig.1 dargestellte Vorderseite der Ringspinnmaschine 1 und fünfundzwanzig Spinnstellen
auf der Maschinenrückseite angeordnet sind.
[0049] Wie in Fig.1 des Weiteren schematisch angedeutet, sind solche Textilmaschinen mit
einer Streckwerksanordnung 5 ausgestattet, deren in der Regel maschinenlange Streckwerkswalzen
6, 7, 8 jeweils auf beiden Maschinenlängsseiten angeordnet sind. Unterhalb der Ausgangswalzen
8 der Streckwerksanordnung 5 sind die Absaugeinrichtungen 9 installiert, deren Abzugsröhrchen
10 über eine Kanalkonstruktion 11 unter anderem an einen maschinenlangen, unterdruckbeaufschlagbaren
Absaugkanal 12 angeschlossen sind.
[0050] Wie ersichtlich, ist der Absaugkanal 12 entweder an eine im Endgestell 3 der Textilmaschine
angeordnete maschineneigene Filtereinrichtung 20 angeschlossen, die durch eine Saugeinrichtung
21 pneumatisch versorgt wird, oder der Absaugkanal 12 ist über wenigstens einen Anschlusskanal
30 zum Beispiel mit der Klimatechnik der Spinnerei verbunden.
[0051] Wie insbesondere aus Fig.2 ersichtlich, weist jede der Maschinensektionen 4 ein Y-förmiges
Kanalteil 11 auf, in das ein Schieberelement 13 integriert ist, welches durch eine
Antriebseinrichtung 17 definiert ansteuerbar ist.
[0052] Vom Kanalteil 11 zweigt außerdem ein Ausblasstutzen 15 ab, in dem eine Unterdruckquelle
14 angeordnet ist.
[0053] Zwischen der Unterdruckquelle 14, die vorzugsweise als Ventilator mit weniger als
100 W Leistung ausgebildet ist, und dem Eingangsbereich des Ausblasstutzens 15 ist
außerdem ein Filterelement 16 angeordnet.
[0054] Des Weiteren kann im Ausgangsbereich des Ausblasstutzens 15, was in den Figuren aus
Gründen der besseren Übersichtlichkeit allerdings nicht dargestellt ist, eine definiert
ansteuerbare Blende installiert sein, die funktionell mit dem Schieberelement 13 verbunden
ist.
[0055] Das heißt, die Blende am Ausgangsstutzen 15 wird stets dann geschlossen, wenn das
Schieberelement 13 im Kanalteil 11 geöffnet wird.
[0056] In einer vorteilhaften Ausführungsform kann außerdem vorgesehen sein, dass im Bereich
des Kanalteils 11 ein Sensorelement 19 angeordnet ist, das den im Kanalteil 11 herrschenden
Unterdruck überwacht.
[0057] Das Sensorelement 19 ist beispielsweise über eine Signalleitung 22 mit einer Steuereinrichtung
18 der Ringspinnmaschine 1 verbunden.
[0058] Die Figuren 3A und 3B zeigen verschiedene Ausführungsformen für die Antriebseinrichtung
17 eines Schieberelements 13.
[0059] Gemäß Fig.3A weist das Schieberelement 13 einen Drehschieber 23 auf, der um eine
Schwenkachse 24 begrenzt drehbar gelagert ist. Die Antriebseinrichtung 17 ist in diesem
Fall als Schubkolbengetriebe ausgebildet, das beim Einfahren seiner Kolbenstange den
Drehschieber 23 in Richtung A verschwenkt und dabei das Schieberelement 13 öffnet.
[0060] Das in Fig.3B dargestellte Schieberelement 13 ist ähnlich ausgebildet.
[0061] Allerdings ist hier als Antriebseinrichtung 17 ein Elektroantrieb vorgesehen, der
den Drehschieber 23 bei Bedarf in Richtung A verschwenkt und damit das Schieberelement
13 öffnet.
[0062] Funktion der erfindungsgemäßen Einrichtung:
[0063] Während des "normalen" Spinnbetriebes sind bis auf ein Schieberelement 13 einer Maschinensektion
4 die anderen Schieberelemente 13 der Ringspinnmaschine 1 geschlossen und die als
Ventilatoren ausgebildeten Unterdruckquellen 14 der Maschinensektionen 4 rotieren
mit Betriebsdrehzahl.
[0064] Das heißt, die Unterdruckquellen 14 sorgen jeweils dafür, dass an den Absaugröhrchen
10 der Absaugeinrichtung 9 ein ausreichend hoher Unterdruck ansteht.
[0065] Die durch die Absaugröhrchen 10 der Maschinensektion 4 angesaugten Staub- und Faserpartikel
sammeln sich dabei an den Filterelementen 16 der Unterdruckquellen 14 der Maschinensektionen
4.
[0066] Um zu verhindern, dass die Filterelemente 16 der zahlreichen Maschinensektionen 4
mit der Zeit zu sehr verschmutzen, wird abwechselnd stets wenigstens eines der Schieberelemente
13 geöffnet.
[0067] Ein in die Steuereinrichtung 18 integriertes Zeitglied sorgt beispielsweise dafür,
dass die Schieberelemente 13 in den Kanalteilen 11 der verschiedenen Maschinensektionen
4 sowie die zugehörigen Blenden von Zeit zu Zeit ordnungsgemäß bedient und dadurch
die Filterelemente 16 pneumatisch durchgängig an den maschinenlangen, unterdruckbeaufschlagten
Absaugkanal 12 angeschlossen werden.
[0068] Das heißt, die Steuereinrichtung 18 der Textilmaschine 1 sorgt dafür, dass jeweils
eine Antriebseinrichtung 17 eines
[0069] Schieberelementes 13 einer Maschinensektion 4 im Sinne "öffnen" angesteuert und gleichzeitig
eine zugehörige im Ausgangsbereich des Ausblasstutzens 15 installierte (nicht dargestellte)
Blende im Sinne "schließen" betätigt wird.
[0070] In der Praxis wird beispielsweise jedes Schieberelement in einem etwa ½ stündlichen
Takt angesteuert, wobei das Schieberelement 13 jeweils etwa 5 Sek. geöffnet bleibt.
[0071] Über das geöffnete Schieberelement 13 ist das betreffende Kanalteil 11 sowie das
eingangsseitig des Ausblasstutzens 15 angeordnete Filterelement 16 dann pneumatisch
durchgängig mit dem maschinenlangen, unterdruckbeaufschlagten Absaugkanal 12 verbunden,
mit der Folge, dass sich der am Filterelement 16 anhaftende Schmutz ablöst und über
den Absaugkanal 12 in die Filtereinrichtung 20 der Ringspinnmaschine 1 bzw. die Klimatechnik
der Spinnerei entsorgt wird.
[0072] Nach einer vorgebbaren Zeitspanne wird das Schieberelement 13 der betreffenden Maschinensektion
4 wieder geschlossen und die Blende wieder geöffnet.
[0073] Im Anschluss sorgt die Steuereinrichtung 18 dafür, dass das Schieberelement 13 der
nächste Maschinensektion 4 geöffnet und außerdem die zugehörige Blende geschlossen
wird.
[0074] Das vorstehend beschriebene Verfahren wird über die gesamte Spulenreise hin fortgeführt
und damit gewährleistet, dass alle Filterelemente 16 der Ringspinnmaschine 1 regelmäßig
gereinigt werden.
[0075] Nach Beendigung des Reinigungsprozesses sorgt die Steuereinrichtung 18 jeweils dafür,
dass an der betreffenden Maschinensektion 4 wieder der "normale" Spinnbetrieb fortgeführt
wird.
[0076] Anstelle des vorstehend beschriebenen Verfahrens sind allerdings sowohl bezüglich
des Auslösens des Reinigungsvorganges als auch bezüglich des Betriebes der Unterdruckquellen
auch andere Ausführungsformen bzw. Verfahrensweisen denkbar.
[0077] Im Bereich des Kanalteils 11 kann beispielsweise eine Sensoreinrichtung 19 installiert
sein, die permanent den Unterdruck im Kanalteil 11 überwacht.
[0078] Sobald das Sensorelement 19 feststellt, dass der Unterdruck im betreffenden Kanalteil
11 einen vorgebbaren Schwellenwert erreicht hat, schickt das Sensorelement 19 ein
Signal an die Steuereinrichtung 18 der Ringspinnmaschine 1, die dann dafür sorgt,
dass das Schieberelement 13 geöffnet und die Blende geschlossen wird.
[0079] Des Weiteren kann anstelle der vorstehend beschriebenen, durchaus vorteilhaften Blende,
beispielsweise auch vorgesehen sein, dass die Unterdruckquelle 14 während des Reinigungsprozesses
abgeschaltet oder sogar auf Rücklauf geschaltet wird.
[0080] Beides wirkt sich beim Fehlen einer Blende positiv auf den Reinigungsprozess am Filterelement
aus.
1. Ringspinnmaschine mit einer Vielzahl sektionsweise angeordneter Spinnstellen, die
beidseitig der Maschinenlängsachse nebeneinander positioniert sind und im Bereich
einer Streckwerksanordnung jeweils über ein Absaugröhrchen verfügen, das über einen
Absaugkanal an eine unterdruckbeaufschlagbare Filtereinrichtung angeschlossen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Absaugröhrchen (10) wenigstens einer Maschinensektion (4) der Ringspinnmaschine
(1) durch Betätigen eines definiert ansteuerbaren Schieberelementes (13), das in ein
Kanalteil (11) eingeschaltet ist, alternativ an eine gegen Verschmutzung geschützte,
am Kanalteil (11) angeordnete Unterdruckquelle (14) oder einen maschinenlangen, unterdruckbeaufschlagbaren
Absaugkanal (12) der Ringspinnmaschine (1) anschließbar sind.
2. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Maschinensektionen (4) der Ringspinnmaschine (1) sowohl im Bereich der Maschinenvorderseite
als auch im Bereich der Maschinenrückseite eine Reihe Absaugröhrchen (10) aufweist,
die über das Kanalteil (11) verbunden sind.
3. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die am Kanalteil (11) angeordnete Unterdruckquelle (14) als elektromotorisch antreibbarer
Ventilator ausgebildet und in einem vom Kanalteil (11) abzweigenden Ausblasstutzen
(15) angeordnet ist.
4. Ringspinnmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Ausblasstutzen (15) zwischen der Unterdruckquelle (14) und dem Kanalteil (11)
ein Staub- und Faserpartikel aufnehmendes Filterelement (16) angeordnet ist.
5. Ringspinnmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Ausblasstutzen (15) eingangsseitig eine definiert ansteuerbare Blende aufweist,
die beim Öffnen des zugehörigen Schieberelementes (13) geschlossen wird.
6. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das im Kanalteil (11) angeordnete Schieberelement (13) eine Antriebseinrichtung (17)
aufweist, die im Sinne "öffnen" so ansteuerbar ist, dass das im Bereich der Unterdruckquelle
(14) angeordnete Filterelement (16) pneumatisch durchgängig mit dem maschinenlangen,
unterdruckbeaufschlagten Absaugkanal (12) verbunden ist.
7. Ringspinnmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (17) als pneumatisches Schubkolbengetriebe ausgebildet ist.
8. Ringspinnmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebseinrichtung (17) als elektromotorischer Antrieb ausgebildet ist.
9. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wechselweise wenigstens eine der Antriebseinrichtungen (17) der Schieberelemente
(13) im Sinne "öffnen" angesteuert ist und damit die Absaugröhrchen (10) der betreffenden
Maschinensektion (4) sowie das die zugehörige Unterdruckquelle (14) abdeckende Filterelement
(16) an den maschinenlangen, unterdruckbeaufschlagbaren Absaugkanal (12) der Ringspinnmaschine
(1) angeschlossen sind.
10. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Kanalteils (11) eine an eine Steuereinrichtung (18) angeschlossene
Sensoreinrichtung (19) angeordnet ist, die den Wert des im Kanalteil (11) herrschenden
Unterdrucks überwacht und bei Erreichen eines vorgebbaren Schwellenwertes ein Signal
generiert, worauf die Steuereinrichtung (18) die Antriebseinrichtung (17) des Schieberelements
(13) im Sinne "öffnen" ansteuert.
11. Ringspinnmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zeitglied vorgesehen ist, das dafür sorgt, dass die Antriebseinrichtung (17)
des Schieberelements (13) in vorgebbaren Zeitabständen im Sinne "öffnen" angesteuert
wird.
12. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der maschinenlange Absaugkanal (12) an eine im Endgestell (3) der Ringspinnmaschine
(1) angeordnete, maschineneigene Saugeinrichtung (21) angeschlossen ist.
13. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der maschinenlange Absaugkanal (12) über wenigstens einen Anschlusskanal (30) an
ein Unterdrucksystem der Spinnerei angeschlossen ist.
14. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der maschinenlange Absaugkanal (12) über wenigstens einen Anschlusskanal (30) an
die Klimatechnik der Spinnerei angeschlossen ist.
15. Ringspinnmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Absaugröhrchen (10) einer Maschinensektion (4) der Ringspinnmaschine (1) jeweils
über einen Anschlusskanal an die Klimatechnik der Spinnerei angeschlossen sind.