[0001] Die Erfindung geht aus von einer Glühkerze mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1
angegebenen Merkmalen. Eine derartige Glühkerze ist aus der
WO 2005/090865 A1 bekannt.
[0002] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Weg aufzuzeigen, wie der Brennraumdruck
eines Dieselmotors mittels einer Druckmesseinrichtung einer Glühkerze mit größerer
Genauigkeit gemessen werden kann.
[0003] Diese Aufgabe wird durch eine Glühkerze mit den im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0004] Bei einer erfindungsgemäßen Glühkerze ist in einen abgedichteten Gehäuseinnenraum
ein Stoff eingefüllt, der bei den dort im Betrieb auftretenden Temperaturen von flüssiger
bis pastöser Konsistenz ist oder wird und von dem Heizstab erzeugte Wärme an das Gehäuse
leitet. Auf diese Weise wird der Heizstab thermisch besser an das Gehäuse angekoppelt.
Überraschenderweise lässt sich dadurch eine deutliche Verbesserung der Messgenauigkeit
erzielen. Im Rahmen der Erfindung wurde nämlich festgestellt, dass durch unterschiedliche
thermische Ausdehnungen von Gehäuse und Heizstab druckunabhängige axiale Bewegungen
des Heizstabs entstehen können, welche die Druckmessung verfälschen. Durch einen in
eine Gehäusekammer eingefüllten Stoff können Temperaturgradienten zwischen dem Heizstab
und dem Gehäuse abgebaut werden, so dass diese Fehlerquelle reduziert wird.
[0005] Der in den Gehäuseinnenraum eingefüllte Stoff darf eine axiale Bewegung des Heizstabs
nicht verhindern. Es ist deshalb wichtig, dass der verwendete Stoff bei den im Betrieb
auftretenden Temperaturen von flüssiger bis pastöser Konsistenz ist oder wird. Es
schadet nicht, wenn der eingefüllte Stoff bei stillstehendem Motor erstarrt, da Druckmessungen
ohnehin nur bei laufendem Motor vorgenommen werden. Bei laufendem Motor erwärmt sich
die Glühkerze, so dass der zur Wärmeableitung verwendete Stoff flüssig oder pastös
wird. Bevorzugt ist der zur Wärmeableitung verwendete Stoff bei 100°C, besonders bevorzugt
bei über den gesamten Einsatzbereich von -40°C und 400°C, flüssig oder pastös.
[0006] Geeignet sind beispielsweise organische oder siliziumorganische Stoffe von wachsartiger
oder öliger Konsistenz. Öle, insbesondere Mineralöle und Silikonöle, haben bei den
Temperaturen, die im Innenraum einer Glühkerze bei laufendem Motor auftreten, eine
vorteilhaft geringe Viskosität, so dass axiale Bewegungen des Heizstabs in dem relevanten
Temperaturbereich allenfalls unwesentlich behindert werden. Die verwendeten Öle können
bei Raumtemperatur flüssig oder pastös sein, jedoch ist dies nicht unbedingt erforderlich.
Es schadet nicht, wenn die verwendeten Öle bei Raumtemperatur eine wachsartige Konsistenz
haben und sich erst bei Temperaturen von 100°C oder mehr verflüssigen oder pastös
werden.
[0007] Bei laufendem Motor können in einem vorderen, brennraumseitigen Gehäuseabschnitt
Temperaturen im Bereich von 100° bis 400°C auftreten. Zur Wärmeableitung kann deshalb
der Heizstab in einem vorderen Teil des Gehäuses auch von einem Metall umgeben sein,
das sich bei derartigen Temperaturen verflüssigt, beispielsweise einem Weichlot, einem
Alkalimetall, insbesondere Natrium, oder deren Verbindungen. Weichlote, beispielsweise
Zinn/Blei-Legierungen und/oder Indiumlegierungen, haben eine gute Wärmeleitfähigkeit
und können deshalb Wärme von einem hinteren Bereich des Heizstabs an das Gehäuse ableiten.
Da sowohl bei keramischen als auch metallischen Heizstäben die Außenseite des Heizstabs
in der Regel auf Masse gelegt wird, ist eine elektrische Isolierung des Heizstabs
gegenüber dem Gehäuse nicht notwendig. Die elektrische Leitfähigkeit eines den Heizstab
in dem Gehäuse umgebenden Weichlots stellt deshalb keinen Nachteil dar.
[0008] Bevorzugt ist der zur Verbesserung der Wärmeableitung verwendete Stoff in eine Gehäusekammer
eingefüllt, die von einer Dichtung verschlossen ist. Besonders bevorzugt erstreckt
sich der Innenraum der Gehäusekammer zwischen der Dichtung und einer Messmembran.
[0009] Bevorzugt ist die Gehäusekammer, welche den zur Verbesserung der Wärmeableitung verwendete
Stoff enthält, zu mindestens 50 % gefüllt.
[0010] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden an Ausführungsbeispielen unter
Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert. Gleiche und einander entsprechende
Teile sind dabei mit übereinstimmenden Bezugszahlen bezeichnet. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer erfin- dungsgemäßen
Glühkerze; und
- Figur 2
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Glühkerze.
[0011] Die in Figur 1 dargestellte Glühkerze hat ein Gehäuse 1 mit einem Außengewinde 2
zum Einschrauben in einen Motorblock. Aus einem vorderen Ende des Gehäuses 1 ragt
ein Heizstab 3 heraus, der in dem Gehäuse 1 in axialer Richtung beweglich ist. Der
auf dem Heizstab 3 lastende Brennraumdruck kann mit einer Druckmesseinrichtung gemessen
werden, die bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel eine Messmembran 4 aufweist,
die an dem Gehäuse 1 befestigt ist, beispielsweise indem sie zwischen einem vorderen
und einem hinteren Gehäuseteil eingespannt ist. Die Messmembran 4 unterteilt den Gehäuseinnenraum
in einen vorderen Teilraum und einen hinteren Teilraum. Die Messmembran 4 ist mit
ihrem inneren Umfang bevorzugt an dem Heizstab 3 befestigt. Prinzipiell könnte die
Messmembran 4 aber auch an einem Innenpol 5 befestigt werden, über den der Heizstab
3 im Betrieb mit Strom versorgt wird. Der Innenpol 5 kann bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
als Stange oder Litze ausgeführt sein. Bevorzugt ist der Innenpol 5 von einer Isolationshülse
8 umschlossen.
[0012] Je größer der auf den Heizstab 3 einwirkende Brennraumdruck ist, desto weiter wird
der Heizstab 3 gegen eine Rückstellkraft in das Gehäuse 1 hineingedrückt. Diese Bewegung
des Heizstabs 3 kann für eine Druckmessung genutzt werden. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
führt eine axiale Bewegung des Heizstabs 3 zu einer Verformung der Messmembran 4,
die eine Rückstellkraft erzeugt. Diese Verformung kann mit einem oder mehreren von
der Messmembran 4 getragenen Messelementen 6, beispielsweise Dehnungsmessstreifen,
erfasst werden. Die Messelemente 6 sind bevorzugt auf der dem hinteren Ende des Gehäuses
1 zugewandten Seite der Messmembran 4 angeordnet. Die von dem oder den Messelementen
erzeugten Messsignale können mit einem nicht dargestellten Elektronikmodul aufbereitet
werden, bevor diese mit an dem Innenpol 5 entlang verlaufenden Signalleitungen (nicht
dargestellt) übertragen werden.
[0013] Unterschiedliche thermische Ausdehnungen des Heizstabs 3 und des umgebenden Gehäuses
1 können ebenfalls zu einer Verformung der Messmembran 4 führen und somit die Druckmessung
verfälschen. Um dem entgegenzuwirken, ist ein Gehäuseinnenraum mit einem organischen
oder silizium-organischen Stoff 7 von wachsartiger oder öliger Konsistenz gefüllt,
der Wärme von dem Heizstab 3 an das Gehäuse 1 ableitet. Bei dem in Figur 1 dargestellten
Ausführungsbeispiel ist ein hinterer Teil des Gehäuses 1 zwischen der Messmembran
4 und einem dicht verschlossenen hinteren Gehäuseende mit Silikonöl 7 gefüllt. Das
Silikonöl 7 umgibt den zu dem Heizstab 3 führenden Innenpol 5 und führt Wärme von
dem hinteren Ende des Heizstabs 3 und der Messmembran 4 ab. Im Bereich der Heizstabanbindung,
wo die Druckmesseinrichtung angeordnet ist, wird durch Silikonöl radialen Temperaturgradienten
entgegengewirkt. Unterschiedliche thermische Ausdehnungen von Heizstab 3 und Gehäuse
1 treten deshalb im Bereich der Druckmesseinrichtung allenfalls in reduziertem Umfang
auf, so dass aus einer axialen Bewegung des Heizstabs 3 der Brennraumdruck mit einer
höheren Genauigkeit bestimmt werden kann.
[0014] In Figur 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Glühkerze dargestellt, das
sich von dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel lediglich darin unterscheidet,
dass ein vorderer Teilraum des Gehäuseinnenraums mit einem wärmeleitenden Stoff 9
gefüllt ist. Das Gehäuse 1 ist an seinem vorderen Ende mit einer Dichtung 10 verschlossen,
die beispielsweise als eine an dem Heizstab 3 und dem Gehäuse 1 befestigte Membran
ausgebildet sein kann. Die als Dichtung 10 verwendete Metallmembran kann mit einem
keramischen Heizstab 3 verlötet oder dessen metallischer Schutzhülse verschweißt sein.
Mit einem vorderen Gehäuseteil 1a ist die als Dichtung 10 verwendete Metallmembran
bevorzugt verschweißt, kann aber auch verlötet sein. Wenn statt eines keramischen
Heizstabs ein metallischer Heizstab verwendet wird, kann die Metallmembran mit dem
Heizstab 3 verschweißt werden. Die Metallmembran kann auch integral mit dem Gehäuse
bzw. dem Gehäuseteil 1a ausgebildet sein.
[0015] Der in den vorderen Teil des Gehäuses 1 eingefüllte Stoff 9, der den Heizstab 3 umgibt,
kann beispielsweise ein Mineralöl oder ein niedrig schmelzendes Metall, beispielsweise
ein Weichlot oder ein Alkalimetall sein. Der den Heizstab 3 umgebende Stoff 9 ist
zumindest bei den im Betrieb im vorderen Gehäuseteil 1 a auftretenden Temperaturen
von mehr als 200°C, bevorzugt bereits bei 100°C, von flüssiger oder pastöser Konsistenz,
vorzugsweise flüssig, und leitet Wärme von dem Heizstab 3 an das umgebende Gehäuse
ab 1, 1a ohne eine axiale Bewegung des Heizstabs 3 zu verhindern. Viele Indiumlegierungen,
insbesondere Indium-Wismut Legierungen, beispielsweise In51Bi32,5Sn16,5, haben Schmelzpunkte
von deutlich weniger als 100 °C.
[0016] Damit eine thermische Ausdehnung des zur Wärmeableitung in den Gehäuseinnenraum eingefüllten
Stoffs 7, 9 nicht zu einer Verfälschung der Druckmessung führt, ist mit dem wärmeleitenden
Stoff 7, 9 der zur Verfügung stehende Raum bzw. Teilraum im Inneren des Gehäuses 1
nur teilweise gefüllt und enthält stets auch etwas Luft. In Figur 2 ist zu erkennen,
dass der Teilraum zwischen der Dichtung 10 am vorderen Ende des Gehäuses 1 und der
Messmembran 4 nur zu einem Teil mit dem wärmeleitenden Stoff 9 gefüllt ist. Der Füllgrad
kann zwischen 20% und 95% liegen. Bevorzugt sind Füllgrade von 50% bis 95%. In entsprechender
Weise ist auch der hintere Teilraum bei Figur 1 bevorzugt nur zu einem Teil mit dem
wärmeleitenden Stoff 7 gefüllt. In Figur 1 sind eine entsprechende Luftblase und eine
Abdichtung am hinteren Ende des Gehäuses 1 der Einfachheit halber nicht dargestellt.
[0017] Die in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiele können kombiniert werden,
indem sowohl in den hinteren Teilraum des Gehäuses 1 als auch in den vorderen Teilraum
des Gehäuses 1 jeweils ein wärmeleitender Stoff 7 bzw. 9 eingefüllt wird. Bevorzugt
werden in einem solchen Fall unterschiedliche Stoffe für den vorderen und den hinteren
Teilraum verwendet. Für den vorderen Teilraum wird bevorzugt ein elektrisch isolierendes
Öl, insbesondere ein Silikonöl, verwendet. Für den hinteren Teilraum sind elektrisch
isolierende Eigenschaften unerheblich und dafür eine höhere Temperaturbeständigkeit
erforderlich.
[0018] Die Wärmeabfuhr von dem Heizstab 3 zu dem umgebenden Gehäuse 1 kann bei dem in Figur
1 dargestellten Ausführungsbeispiel zusätzlich auch dadurch verbessert werden, dass
zwischen dem Heizstab 3 und dem Gehäuse 1 ein Ring oder eine Hülse aus einem Elastomer
angeordnet werden, beispielsweise aus einem Perfluorelastomer. Perfluorelastomere
kombinieren vorteilhaft eine hohe Temperaturbeständigkeit mit einem geringen Reibungskoeffizienten.
Bezugszahlen
[0019]
- 1
- Gehäuse
- 1 a
- Gehäuseteil
- 2
- Außengewinde
- 3
- Heizstab
- 4
- Messmembran
- 5
- Innenpol
- 6
- Dehnungsmessstreifen
- 7
- Stoff
- 8
- Isolationshülse
- 9
- Stoff
- 10
- Dichtung
1. Glühkerze für Dieselmotoren, mit
einem Gehäuse (1),
einem Heizstab (3), der in dem Gehäuse (1) in axialer Richtung beweglich ist und aus
dem Gehäuse (1) an einem vorderen Ende herausragt, und
einer Druckmesseinrichtung (4, 6) zum Messen eines auf den Heizstab (3) einwirkenden
Brennraumdrucks,
dadurch gekennzeichnet, dass in einen abgedichteten Gehäuseinnenraum ein Stoff (7, 9) eingefüllt ist, der bei
den im Betrieb auftretenden Temperaturen von flüssiger bis pastöser Konsistenz ist
oder es wird und von dem Heizstab (3) erzeugte Wärme an das Gehäuse (1) leitet.
2. Glühkerze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoff (7, 9) ein organischer oder silizium-organischer Stoff von wachsartiger
oder öliger Konsistenz ist.
3. Glühkerze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoff (9) ein Metall, vorzugsweise ein Weichlot oder ein Alkalimetall, ist.
4. Glühkerze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoff (9) den Heizstab (3) umgibt.
5. Glühkerze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmesseinrichtung eine Messmembran (4) aufweist, die bei einer axialen Bewegung
des Heizstabs (3) verformt wird.
6. Glühkerze nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Messmembran (4) einen oder mehrere Dehnungsmessstreifen (6) trägt.
7. Glühkerze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehäuseinnenraum in einen vorderen Teilraum und einen hinteren Teilraum unterteilt,
wobei wenigstens in einen der beiden Teilräume der Stoff (7, 9) eingefüllt ist.
8. Glühkerze nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in den vorderen Teilraum Mineralöl (9) eingefüllt ist.
9. Glühkerze nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass in den hinteren Teilraum Silikonöl (7) eingefüllt.
10. Glühkerze nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der vordere Teilraum nur teilweise mit dem Stoff (9), vorzugsweise bei Raumtemperatur
zu 50% bis 95%, gefüllt ist.
11. Glühkerze nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der hintere Teilraum nur teilweise mit dem Stoff (7), vorzugsweise bei Raumtemperatur
zu 50% bis 95%, gefüllt ist.
12. Glühkerze nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Messmembran (4) an dem Heizstab (3) befestigt ist.
13. Glühkerze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Heizstab (3) von einer elastomeren Hülse oder einem elastomeren Ring umgeben
ist.
14. Glühkerze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Heizstab (3) eine Dichtungsmembran (10) befestigt ist, die den Gehäuseinnenraum
an seinem vorderen Ende abdichtet.
15. Glühkerze nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (1) ein Außengewinde (2) aufweist und die Druckmesseinrichtung (4) in
dem Gehäuse (1) zwischen dem Außengewinde (2) und seinem vorderen Ende angeordnet
ist.