[0001] Die Erfindung betrifft einen Übertrager mit einem Primärkern mit einer Primärwicklung,
einem ersten Sekundärkern mit einer ersten Sekundärwicklung und einem zweiten Sekundärkern
mit einer zweiten Sekundärwicklung.
[0002] Aus der Interface-Technik sind elektronische Bauelemente, wie beispielsweise modulare
Konverter für die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, und insbesondere Trennverstärker
bekannt. Derartige Trennverstärker können zur galvanischen Trennung, Umsetzung, Verstärkung
und/oder Filterung von Standard-, Normsignalen und Anpassung analoger Signale benutzt
werden. Die Trennverstärker sind vielfach im Eingangs-, Ausgangs- und/oder Versorgungskreis
galvanisch voneinander getrennt. Durch die Trennung wird die Beeinflussung verschiedener
Sensor- und Aktorkreise untereinander dadurch vermieden, dass die Erdschleifen, die
durch Erdung der verschiedenen Stromkreise entstehen, unterbrochen werden.
[0003] Die galvanische Trennung erfolgt dabei beispielsweise durch induktive passive Bauelemente,
welche die Eigenschaft besitzen, elektrische Energie zu übertragen. Ein aus dem Stand
der Technik bekanntes passives Bauelement ist beispielsweise der Transformator, der
das Herauf- oder Heruntertransformieren von Wechselspannungen ermöglicht. Ein Transformator,
der nicht zur Energieübertragung benutzt wird, sondern zu analogen Informationsübertragung
eingesetzt wird, wird im Stand der Technik als Übertrager bezeichnet. Ein derartiger
Übertrager kann für die Übertragung von Energie und/oder von Signalen eingesetzt werden,
wobei beide vorgenannten elektronischen Bauteile nach dem gleichen Prinzip eines induktiven
Bauelements funktionieren. Vielfach sind die elektronischen Bauteile von Trennverstärkern,
insbesondere des Übertragers, auf Leiterplatten montiert, wobei die Leiterplatte in
einem Isolierstoffgehäuse angeordnet und mit Schraub-, Steck- oder Federanschlusstechnik
ausgestattet ist. Derartige Isolierstoffgehäuse sind auf Tragschienen nach EN 50022
aufrastbar und somit beispielsweise in Schaltschränken montierbar.
[0004] Die aus dem Stand der Technik bekannten Übertrager weisen in der Regel einen Kern
und mehrere Wicklungen auf dem Kern auf. Dabei ist der Kern beispielsweise als ein
Magnetkern aus einem weichmagnetischen Material ausgeführt, also beispielsweise ein
Ferrit, während die Wicklung vorzugsweise aus einem isolierten Draht ausgeführt ist.
Der Ausgangsstrom bzw. die Ausgangsspannung werden bei derartigen Übertragern, die
in der Regel hochohmig abgeschlossen sind, bzw. bei als Stromwandlern ausgeführten
Übertragern, die üblicherweise im Ausgang kurzgeschlossen sind, über das Wicklungsverhältnis
bestimmt. Vielfach weisen die aus dem Stand der Technik bekannten Übertrager mehrere
Sekundärwicklungen auf, so dass die Ausgangsspannung an allen Sekundärwicklungen ansteht,
unabhängig davon, ob der Ausgang belastet wird oder nicht. Dabei variiert jeder einzelne
Ausgangsstrom je nach Belastung und ist unabhängig von der Belastung des Nachbarausgangs.
[0005] Aus der
DE 10 2005 041 131 ist ein Stromwandler bzw. Übertrager bekannt, bei dem zwei oder mehr Kerne mittels
einer Kurzschluss- bzw. Koppelwicklung miteinander zu einem Übertrager bzw. Stromwandler
verbunden sind. Dabei werden zwei oder mehr Wicklungen auf den Sekundärkern gewickelt.
Ebenso wie bei den anderen aus dem Stand der Technik bekannten und beispielsweise
oben erwähnten Übertragern, sind die Ausgangsströme der Sekundärwicklungen des Übertragers
der
DE 10 2005 041 131 in Abhängigkeit von den Ausgangslasten ungleichmäßig verteilt. Eine derartige nicht
kalkulierbare Aufteilung der Ausgangsströme lässt derartige Übertrager bzw. Stromwandler
für viele Einsatzbereiche jedoch unbrauchbar werden.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Übertrager zur Verfügung zu stellen,
der wenigstens zwei Ausgänge aufweist, die auf verlässliche Weise den gleichen Strom
liefern.
[0007] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des unabhängigen
Anspruchs. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0008] Demnach erfolgt die Lösung der Aufgabe durch einen Übertrager mit einem Primärkern
mit einer Primärwicklung, einem ersten Sekundärkern mit einer ersten Sekundärwicklung
und einem zweiten Sekundärkern mit einer zweiten Sekundärwicklung, wobei der Primärkern,
der erste Sekundärkern und der zweite Sekundärkern über eine Kurzschlusswicklung miteinander
verbunden sind.
[0009] Erfindungsgemäß wird damit ein Übertrager bzw. ein Stromwandler angegeben, der als
"Verdoppler" ein Eingangssignal an zwei Ausgängen derart zur Verfügung stellt, dass
- bei gleicher Windungszahl der ersten Sekundärwicklung und der zweiten Sekundärwicklung
- an beiden Ausgängen das gleiche Signal zur Verfügung steht. Überraschenderweise
wurde gefunden, dass der erfindungsgemäße Übertrager auf besonders einfache Weise
die Bereitstellung des gleichen Stromes an den beiden Ausgängen erlaubt, wobei sich
die Ströme nicht, beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Lasten, ungleichmäßig
aufteilen. Dadurch, dass sich beide Sekundärwicklungen in einer Reihenschaltung befinden,
ist der Strom in beiden Sekundärwicklungen bei gleichen Windungszahlen gleich groß.
Bei unterschiedlichen Windungszahlen der Sekundärwicklungen verhalten sich die Ausgangströme
der Sekundärwicklungen entsprechend dem Verhältnis der Windungszahlen der Sekundärwicklungen.
[0010] Unter Eingang bzw. Ausgang werden im Rahmen der vorliegenden Erfindung die Primärwicklung
bzw. die erste Sekundärwicklung und/oder die zweite Sekundärwicklung verstanden. Eine
Eingangsspannung liegt demnach beispielsweise an der Primärwicklung an, während eine
Ausgangsspannung an einer Sekundärwicklung anliegt.
[0011] Der Primärkern, der erste Sekundärkern und/oder der zweite Sekundärkern können als
ein beliebiger Kern für ein - in Zusammenwirkung mit einer Wicklung - beliebiges induktives
Bauelement ausgebildet sein. Vorzugsweise weist der Primärkern, der erste Sekundärkern
und/oder der zweite Sekundärkern einen Magnetkern aus einem weichmagnetischen Material
auf, ganz besonders bevorzugt jedoch einen Ferritkern. Die Primärwicklung, die erste
Sekundärwicklung, die zweite Sekundärwicklung und/oder die Kurzschlusswicklung sind/ist
vorzugsweise als ein elektrischer Leiter, wie ein Draht, jedoch ganz besonders bevorzugt
als ein isolierter Draht ausgeführt. Grundsätzlich lässt sich ein beliebiger Strom
an die Primärwicklung, die erste Sekundärwicklung und/oder die zweite Sekundärwicklung
anlegen. Bevorzugter Weise wird der Übertrager jedoch mit einem Strom von 0 bis 5,
10, 20, 50 und/oder 100 mA an der Primärwicklung und/oder an einer Sekundärwicklung
betrieben.
[0012] Wie vorab erwähnt, kann die Kurzschlusswicklung beliebig ausgestaltet sein. Ganz
besonders bevorzugt ist die Kurzschlusswicklung jedoch in sich abgeschlossen, also
beispielsweise eine in sich geschlossene Wicklung aufweist. Weiterhin ist bevorzugt,
dass die Kurzschlusswicklung eine, zwei, fünf oder zehn Wicklungen aufweist.
[0013] Grundsätzlich kann die Windungszahl der ersten Sekundärwicklung und/oder der zweiten
Sekundärwicklung beliebig sein. Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist die Windungszahl der ersten Sekundärwicklung gleich der Windungszahl
der zweiten Sekundärwicklung. Durch eine derartige Ausgestaltung wird erreicht, dass
die Ströme in den beiden Sekundärwicklungen, also in der ersten Sekundärwicklung und
der zweiten Sekundärwicklung, gleich groß sind, sich also auch bei ungleichmäßiger
Last an der ersten Sekundärwicklung und an der zweiten Sekundärwicklung sich nicht
ungleichmäßig aufteilen sondern gleich sind.
[0014] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen der Primärkern,
der erste Sekundärkern und der zweite Sekundärkern jeweils ein Mittelloch auf, wobei
die Primärwicklung, die erste Sekundärwicklung und die zweite Sekundärwicklung durch
das jeweilige Mittelloch geführt sind und die Kurzschlusswicklung durch das jeweilige
Mittelloch geführt ist. Derartig ausgestaltet, bilden der Primärkern, der erste Sekundärkern
und der zweite Sekundärkern jeweils ein induktives Bauelement aus, wobei der Primärkern,
der erste Sekundärkern und der zweite Sekundärkern vorzugsweise einen Magnetkern aus
einem weichmagnetischen Material aufweisen und die Primärwicklung, die erste Sekundärwicklung
und die zweite Sekundärwicklung sowie die Kurzschlusswicklung vorzugsweise aus isoliertem
Draht ausgeführt sind. Die Dimensionierung der Primärwicklung, der ersten Sekundärwicklung,
der zweiten Sekundärwicklung und/oder der Kurzschlusswicklung kann dabei hinsichtlich
der zu erwartenden Spannungen, Ströme und der Windungszahlen erfolgen.
[0015] Grundsätzlich kann der Übertrager als ein beliebiges elektrisches Bauelement in einer
beliebigen aus dem Stand der Technik bekannten Fertigungsweise hergestellt werden.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist jedoch vorgesehen,
dass der Übertrager ein Substrat zum Vorsehen auf einer Leiterplatte aufweist, das
Substrat eine Leiterbahn aufweist und der Primärkern, der erste Sekundärkern und/oder
der zweite Sekundärkern auf dem Substrat derart befestigbar sind, dass die Leiterbahn
die Kurzschlusswicklung ausbildet. Dadurch lässt sich ein Übertrager in besonders
platzsparender Weise mit geringer Bauhöhe herstellen, der besonders einfach auf aus
dem Stand der Technik bekannten Leiterplatten montierbar ist.
[0016] Ganz besonders bevorzugt ist der erfindungsgemäße Übertrager weiterhin derart ausgestaltet,
dass die Anforderungen für die Luft- und Kriechstrecken gemäß den Normen zur Sicherstellung
der Eigensicherheit, auch EX-Normen genannt, erfüllt sind, wie der Normen EN 60079-11
oder EN 60079-0, also der Primärkern mit der Primärwicklung, der erste Sekundärwicklung
mit der ersten Sekundärwicklung, der zweite Sekundärkern mit der zweiten Sekundärwicklung
und die Kurzschlusswicklung entsprechend den EX-Normen auf dem Substrat dimensioniert
und positioniert sind. Ebenfalls ist bevorzugt, dass die Leiterbahn entsprechend der
zu erwartenden Ströme und/oder Spannungen der Kurzschlusswicklung dimensioniert ist.
Dabei ist weiterhin bevorzugt, dass die Leiterbahn innerhalb des Substrats vorgesehen
ist, so dass das Substrat die Isolierung für die Leiterbahn ausbildet. Das Substrat
kann ebenfalls als eine aus dem Stand der Technik bekannte Leiterplatte zum Aufnehmen
des Primärkerns sowie der Sekundärkerne ausgestaltet sein.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
eine zweite Leiterbahn auf dem Substrat und/oder auf der Leiterplatte vorgesehen ist
und die Leiterbahn mit der zweiten Leiterbahn zur Ausbildung der Kurzschlusswicklung
verbunden ist. Ganz besonders bevorzugt wird durch eine derartige Ausgestaltung eine
abgeschlossene Kurzschlusswicklung bereitgestellt. Das Vorsehen einer zweiten Leiterbahn
auf dem Substrat und/oder auf der Leiterplatte ermöglicht also eine besonders einfache
Ausbildung der Kurzschlusswicklung.
[0018] Grundsätzlich kann die Primärwicklung, die Sekundärwicklung, die zweite Sekundärwicklung
und/oder die Kurzschlusswicklung mit beliebigen aus dem Stand der Technik bekannten
Mitteln kontaktiert werden. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ist jedoch vorgesehen, dass das Substrat Kontaktflächen zum Kontaktieren der Leiterplatte
und/oder zum Kontaktieren der Primärwicklung, der ersten Sekundärwicklung, der zweiten
Sekundärwicklung und/oder der Kurzschlusswicklung aufweist. Die Kontaktflächen können
beispielsweise metallisch ausgeführt sein, so dass durch Löten, Bonden oder anderen
aus dem Stand der Technik bekannten Mitteln elektrisch leitende Verbindungen zwischen
der Leiterplatte, der Leiterbahn, der Primärwicklung, der ersten Sekundärwicklung,
der zweiten Sekundärwicklung, der Kurzschlusswicklung und/oder externen Kontakten
herstellbar sind. Über derartige Kontaktflächen kann beispielsweise auf besonders
einfache Weise ein elektrisch leitender Kontakt zu einer Ansteuerschaltung für den
Übertrager hergestellt werden.
[0019] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Substrat
Stege zum Aufnehmen des Primärkerns, des ersten Sekundärkerns und/oder des zweiten
Sekundärkerns auf, wobei die Leiterbahn in dem Steg vorgesehen ist. Weiterhin ist
bevorzugt, dass das Substrat zwei entgegengesetzt angeordnete Stege aufweist, der
Primärkern auf dem ersten Steg angeordnet ist und der erste Sekundärkern und der zweite
Sekundärkern auf dem zweiten Steg angeordnet sind. Ganz besonders bevorzugt sind der
erste Steg und der zweite Steg zueinander beabstandet angeordnet. Weiterhin ist bevorzugt,
dass die Leiterbahn von mindestens 0,5 mm Isoliermaterial, also beispielsweise dem
Substrat, umgeben ist. Derart ausgestaltet sind die Anforderungen der EX-Normen realisierbar.
Weiterhin können durch entsprechende Anordnung der Primärwicklung, der ersten Sekundärwicklung
und der zweiten Sekundärwicklung, die zur Einhaltung der EX-Normen notwendigen Abstände,
sowie Luft- und Kriechstrecken zur sicheren galvanischen Trennung, durch Anordnung
auf entgegengesetzt ausgerichteten Stegen gewährleistet werden. Ganz besonders bevorzugt
ist die Kurzschlusswicklung gleichmäßig auf beiden Seiten der entgegengesetzt angeordneten
Stege verteilt, was zu einer verbesserten Kopplung der derart ausgebildeten induktiven
Bauelemente führt.
[0020] Weiterhin ist bevorzugt, dass die erste Sekundärwicklung und die zweite Sekundärwicklung,
welche vorzugsweise auf einem der entgegengesetzt angeordneten Stege nebeneinander
angeordnet sind, durch eine Isolierung gegeneinander isoliert sind. Eine derartige
Isolierung kann beispielsweise als eine kreisrunde Scheibe aus einem nichtleitenden
Material ausgeführt sein, wobei die Isolierung vorzugsweise ein Mittelloch aufweist,
so dass die Isolierung ebenfalls wie der erste Sekundärkern und der zweite Sekundärkern
auf dem Steg angeordnet werden kann.
[0021] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Substrat als
ein planares Substrat ausgeführt und/oder ist das Substrat auf der Leiterplatte in
SMD-Technik befestigbar. Weiterhin ist bevorzugt, dass das Substrat eine Ansaugfläche
aufweist, so dass eine Unterdruck-Saugeinrichtung das Substrat ansaugen, transportieren,
über die Leiterplatte positionieren und ablegen kann. Durch Ausführung in SMD-Technik
ist der Übertrager besonders platzsparend realisiert und auch bei begrenzten Platzverhältnissen
einsetzbar.
[0022] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Kurzschlusswicklung
wenigstens eine Wicklung auf. Weiterhin ist bevorzugt, dass der Primärkern, der erste
Sekundärkern und/oder der zweite Sekundärkern jeweils als Ringkerne oder als rechteckige
Kerne ausgeführt sind. Ganz besonders bevorzugt ist die Verwendung eines erfindungsgemäßen
Übertragers als Stromwandler.
[0023] Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Übertrager
wenigstens drei Sekundärkerne aufweist, wobei jeder Sekundärkern eine jeweilige Sekundärwicklung
aufweist, und der Primärkern und die Sekundärkerne über die Kurzschlusswicklung miteinander
verbunden sind. Demnach ist also bevorzugt, dass der Übertrager zusätzlich zu dem
ersten Sekundärkern und dem zweiten Sekundärkern wenigstens einen weiteren Sekundärkern
mit einer jeweiligen weiteren Sekundärwicklung aufweist, wobei die weiteren Sekundärkerne
sowie der Primärkern, der erste Sekundärkern und der zweite Sekundärkern ebenfalls
über die Kurzschlusswicklung miteinander verbunden sind. Weitere Ausgestaltungen zu
den weiteren Sekundärkernen bzw. weiteren Sekundärwicklungen ergeben sich in Analogie
zu dem vorab Ausgeführten.
[0024] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegende Zeichnung anhand
einer bevorzugten Ausführungsform näher erläutert.
[0025] Es zeigen
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Übertrager gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
Erfindung in einer schematischen Ansicht,
- Fig. 2
- das Ersatzschaltbild des erfindungsgemäßen Übertragers gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung, und
- Fig. 3
- den erfindungsgemäßen Übertrager auf einem Substrat gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung in einer Draufsicht.
[0026] Aus Fig. 1-3 ist ein Übertrager mit einem Primärkern 1 mit einer Primärwicklung 2,
einem ersten Sekundärkern 3 mit einer ersten Sekundärwicklung 4 und einem zweiten
Sekundärkern 5 mit einer zweiten Sekundärwicklung 6 ersichtlich. Der Primärkern 1,
der erste Sekundärkern 3 und der zweite Sekundärkern 5 sind über eine Kurzschlusswicklung
7 miteinander verbunden.
[0027] Ein derartiger Übertrager bzw. Stromwandler wird eingesetzt, um Energie oder Signale
galvanisch getrennt zu übertragen. Die Windungszahlen N1, N2, N3 bestimmen dabei den
Ausgangsstrom 12, 13 bzw. die Ausgangsspannung U2, U3, in Abhängigkeit des Eingangsstrom
I1 bzw. der Eingangsspannung U1. Dabei werden Stromwandler in der Regel im Ausgang,
also an der Sekundärwicklung 4, 6 kurzgeschlossen, während Spannungsübertrager im
Ausgang hochohmig abgeschlossen werden.
[0028] Bei der Verwendung des Übertragers als Stromwandler werden, wie vorab ausgeführt,
die Sekundärwicklungen 4, 6 im Kurzschluss betrieben, so dass ein primärseitig eingeprägter
Strom I1 in den Sekundärkreisen 12, 13 fließen kann. Wird also primärseitig ein Strom
I1 in den Stromwandler eingeprägt, so wird er mit dem Übersetzungsverhältnis von N1
zu NK in die Kurzschlusswicklung 7 hochtransformiert.
[0029] Wie ebenfalls aus dem Ersatzschildbild des erfindungsgemäßen Übertragers in Fig.
2 ersichtlich, fließt dieser transformierte Strom IK als Primärstrom durch die weiteren
Teilübertrager, also den Sekundärkernen 3, 5 mit den Sekundärwicklungen 4, 6, und
wird mit dem Übersetzungsverhältnis NK zu N2 bzw. N3 wieder herunter transformiert.
Bei gleicher Windungszahl der Wicklungen N2 und N3 fließen in beiden Sekundärwicklungen
4, 6 die gleichen Ströme 12, 13, weil der Primärstrom, also der Kurzschlussstrom IK
der Teilübertrager, ebenfalls gleich groß ist.
[0030] Überraschenderweise wurde gefunden, dass bei gleicher Windungszahl der Wicklungen
N2 und N3 in der ersten Sekundärwicklung 4 sowie in der zweiten Sekundärwicklung 6
die gleichen Ströme 12 bzw. 13 fließen. Der erfindungsgemäße Übertrager bzw. Stromwandler
erlaubt also die galvanische Trennung eines Eingangssignals U1, I1 auf zwei Ausgangssignale
U2, 12, U3, 13 derart, dass an beiden Ausgängen der gleiche Strom 12, 13 fließt und
sich die Ströme 12, 13 bei gleicher Windungszahl der Wicklungen N2 und N3 nicht ungleichmäßig
aufteilen.
[0031] Fig. 3 zeigt einen in eine Leiterplatte integrierbaren Übertrager in SMD-Technik
gemäß der Erfindung, wobei der Primärkern 1, der erste Sekundärkern 3 und der zweite
Sekundärkern 5 einen Magnetkern aus einem weichmagnetischen Material aufweisen, wobei
der Magnetkern jeweils ein Mittelloch, nicht dargestellt, aufweist, durch das die
Primärwicklung 2, die erste Sekundärwicklung 4 bzw. die zweite Sekundärwicklung 6
sowie eine als Leiterbahn ausgeführte Kurzschlusswicklung 7 geführt sind. Die als
Leiterbahn ausgeführte Kurzschlusswicklung 7 ist dabei in einem Substrat 8 angeordnet.
[0032] Wie ferner aus Fig. 3 ersichtlich, weist das Substrat 8 Stege 9 zum Aufnehmen des
Primärkerns 2, des ersten Sekundärkerns 3 und des zweiten Sekundärkerns 5 auf, wobei
die Leiterbahn in dem Steg 9 angeordnet ist. Der Primärkern 2 ist auf einem ersten
Steg 9 angeordnet und der erste Sekundärkern 3 und der zweite Sekundärkern 5 sind
auf einem zweiten Steg 9 beabstandet zueinander angeordnet. Durch eine derartige Beabstandung,
also entsprechend hoher Luft- und Kriechstrecken zur sicheren galvanischen Trennung
der Primärwicklung 2 und der Sekundärwicklungen 4, 6 lassen sich die zum Erreichen
der in den EX-Normen notwendigen Abstände realisieren.
[0033] Weiterhin ist eine Isolierung 10 zwischen der ersten Sekundärwicklung 4 und der zweiten
Sekundärwicklung 6 vorgesehen, wobei die Isolierung 10 aus einem isolierenden Material
ausgeführt ist.
[0034] Das Substrat 8 weist zudem eine zweite Leiterbahn 11 auf, wobei die zweite Leiterbahn
11 und/oder eine auf der Leiterplatte vorgesehene Leiterbahn, nicht dargestellt, zur
Ausbildung der geschlossenen Kurzschlusswicklung 7 verwendbar ist.
[0035] Zum Kontaktieren der Leiterplatte und der Primärwicklung 2, der ersten Sekundärwicklung
4, der zweiten Sekundärwicklung 6, der Kurzschlusswicklung 7 sowie der zweiten Leiterbahn
11 sind metallische Kontaktflächen 12 vorgesehen, welche in aus dem Stand der Technik
bekannter Weise, beispielsweise durch Löten, mit entsprechenden Kontakten der Leiterplatte
verbindbar sind.
[0036] Der erfindungsgemäße Übertrager erlaubt somit in besonders einfacher und kompakter
Bauweise das Bereitstellen zweier gleicher sekundärseitiger Ströme 12, 13, welche
bei gleicher Windungszahl der Wicklungen N2 und N3 unabhängig von der Last gleich
sind.
Bezugszeichenliste
[0037]
- Primärkern
- 1
- Primärwicklung
- 2
- Erster Sekundärkern
- 3
- Erste Sekundärwicklung
- 4
- Zweiter Sekundärkern
- 5
- Zweite Sekundärwicklung
- 6
- Kurzschlusswicklung
- 7
- Substrat
- 8
- Steg
- 9
- Isolation
- 10
- Zweite Leiterbahn
- 11
- Kontaktfläche
- 12
1. Übertrager mit
einem Primärkern (1) mit einer Primärwicklung (2), einem ersten Sekundärkern (3) mit
einer ersten Sekundärwicklung (4) und einem zweiten Sekundärkern (5) mit einer zweiten
Sekundärwicklung (6), wobei der Primärkern (1), der erste Sekundärkern (3) und der
zweite Sekundärkern (5) über eine Kurzschlusswicklung (7) miteinander verbunden sind.
2. Übertrager nach Anspruch 1, wobei die Kurzschlusswicklung (7) in sich abgeschlossen
ist.
3. Übertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Windungszahl der ersten
Sekundärwicklung (4) gleich der Windungszahl der zweiten Sekundärwicklung (6) ist.
4. Übertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Primärkern (1), der
erste Sekundärkern (3) und der zweite Sekundärkern (5) jeweils ein Mittelloch aufweisen,
die Primärwicklung (2), die erste Sekundärwicklung (4) und die zweite Sekundärwicklung
(6) durch das jeweilige Mittelloch geführt sind und die Kurzschlusswicklung (7) durch
das jeweilige Mittelloch geführt ist.
5. Übertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Übertrager ein Substrat
(8) zum Vorsehen auf einer Leiterplatte aufweist, das Substrat (8) eine Leiterbahn
aufweist und der Primärkern (1), der erste Sekundärkern (3) und/oder der zweite Sekundärkern
(5) auf dem Substrat derart befestigbar sind, dass die Leiterbahn die Kurzschlusswicklung
(7) ausbildet.
6. Übertrager nach Anspruch 5, wobei eine zweite Leiterbahn (11) auf dem Substrat und/oder
auf der Leiterplatte vorgesehen ist und die Leiterbahn mit der zweiten Leiterbahn
(11) zur Ausbildung der Kurzschlusswicklung (7) verbunden ist.
7. Übertrager nach einem der Ansprüche 5 oder 6, wobei das Substrat (8) Kontaktflächen
(12) zum Kontaktieren der Leiterplatte und/oder zum Kontaktieren der Primärwicklung
(2), der ersten Sekundärwicklung (4), der zweiten Sekundärwicklung (6) und/oder der
Kurschlusswicklung (7) aufweist.
8. Übertrager nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei das Substrat (8) Stege (9) zum
Aufnehmen des Primärkerns (1), des ersten Sekundärkerns (3) und/oder des zweiten Sekundärkerns
(5) aufweist und die Leiterbahn in dem Steg (9) vorgesehen ist.
9. Übertrager nach Anspruch 8, wobei das Substrat (8) zwei entgegengesetzt angeordnete
Stege (9) aufweist, der Primärkern (1) auf dem ersten Steg (9) angeordnet ist und
der erste Sekundärkern (3) und der zweite Sekundärkern (5) auf dem zweiten Steg (9)
angeordnet sind.
10. Übertrager nach Anspruch 9, wobei der erste Steg (9) und der zweite Steg (9) zueinander
beabstandet angeordnet sind.
11. Übertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste Sekundärwicklung
(4) und die zweite Sekundärwicklung (6) durch eine Isolierung (10) gegeneinander isoliert
sind.
12. Übertrager nach einem der Ansprüche 5 bis 11, wobei das Substrat (8) ein planares
Substrat ist und/oder das Substrat (8) auf der Leiterplatte in SMD-Technik befestigbar
ist.
13. Übertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Kurzschlusswicklung
(7) wenigstens eine Wicklung aufweist.
14. Übertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Primärkern (1), der
erste Sekundärkern (3) und/oder der zweite Sekundärkerne (5) jeweils als Ringkerne
oder als rechteckige Kerne ausgeführt sind.
15. Übertrager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit wenigstens drei Sekundärkernen
(3, 5), wobei jeder Sekundärkern (3, 5) eine jeweilige Sekundärwicklung (4, 6) aufweist,
und der Primärkern (1) und die Sekundärkerne (3, 5) über die Kurzschlusswicklung (7)
miteinander verbunden sind.