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EP 2 285 641 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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26.12.2012 Patentblatt 2012/52 |
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Anmeldetag: 27.04.2009 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2009/003354 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2009/132862 (05.11.2009 Gazette 2009/45) |
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VORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUM BETRIEB EINER TECHNISCHEN EINRICHTUNG, MIT EINER ELEKTRISCHEN
ANTRIEBSMASCHINE
DEVICE AND METHOD FOR OPERATING A TECHNICAL UNIT, COMPRISING AN ELECTRIC DRIVE MACHINE
DISPOSITIF ET PROCÉDÉ PERMETTANT DE FAIRE FONCTIONNER UN ENSEMBLE TECHNIQUE COMPRENANT
UNE MACHINE D'ENTRAÎNEMENT ÉLECTRIQUE
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK TR |
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Priorität: |
02.05.2008 DE 102008021854
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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23.02.2011 Patentblatt 2011/08 |
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Patentinhaber: Volkswagen Aktiengesellschaft |
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38440 Wolfsburg (DE) |
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Erfinder: |
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- BUSSE, Carsten
38444 Wolfsburg (DE)
- MILARK, Andreas
38448 Wolfsburg (DE)
- JABLONSKI, Thorsten
31241 Ilsede (DE)
- DENKMANN, Hartmut
38302 Wolfenbüttel (DE)
- SCHÖTTLER, Frank
38102 Braunschweig (DE)
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Entgegenhaltungen: :
WO-A-03/099632
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DE-A1-102005 015 783
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Betrieb einer technischen
Einrichtung, mit einer elektrischen Antriebsmaschine, insbesondere eines Servo-Lenksystems.
[0002] Derartige Lenksysteme umfassen gewöhnlich einen Regelkreis, dessen Regelgröße zumindest
von dem Lenkradmoment abhängig ist. Die in einem Steuergerät gespeicherten Vorgabefunktionen
dienen dem Berechnen des Sollwerts des unterstützenden Moments in Abhängigkeit von
Eingangsgrößen des Steuergerätes, insbesondere des Lenkradmomentes.
WO-A-03/099632 offenbart eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 11. In Fig. 1 ist der übliche Aufbau eines elektromechanisch
arbeitenden Servo-Lenksystems eines Kraftfahrzeugs dargestellt, welches ein Lenkrad
1 aufweist, das über einen ersten Abschnitt 2 einer Lenkstange 13, mittels eines oder
mehrerer Kreuzgelenke 7 fest mit einem zweiten Abschnitt 3 der Lenkstange verbunden
ist. Die Lenkstange 13 überträgt das von dem Fahrer des Kraftwagens auf das Lenkrad
1 aufgebrachten Moment auf ein Ritzel 6, das in eine Zahnstange 8 eingreift, die horizontal
zur Achse des Fahrzeuges zwischen zwei gelenkten Rädern 11 angeordnet ist. Das Ritzel
6 kann auch durch ein beliebiges anderes Übertragungsmittel gebildet sein, zum Beispiel
eine Schneckenwelle. Jedes gelenkte Rad 11 ist in der Lage, sich bei einer linearen
Bewegung der Zahnstange 8 um eine vertikale Drehachse A zu drehen, wobei das gelenkte
Rad 11 über die Zahnstange 8 von einem Gestänge 10 angetrieben wird.
[0003] Das Servo-Lenksystem besitzt ferner eine Servo-Steuerung, die dazu dient, auf die
Zahnstange 8 eine Kraft auszuüben, die in der gleichen Richtung wirkt wie die Kraft
des Ritzels 6, wodurch dem Fahrer des Fahrzeugs das Drehen des Lenkrads 1 erleichtert
wird. Die Servo-Steuerung umfasst einen Servomotor 9 als elektrische Antriebsmaschine,
dessen Ausgangsmoment von einem elektronischen Steuergerät 12 gesteuert wird, welches
ein Sollwertsignal S des Hilfsmomentes an den Servomotor 9 liefert. Das Ausgangsmoment
des Servomotors 9 wird mittels einer nicht dargestellten Antriebswelle des Servomotors
9 auf die Zahnstange 8 und damit die Räder 11 übertragen. Wegen der erheblichen zu
übertragenden Kräfte wirkt die Antriebswelle des Servomotors 9 in der Regel über ein
nicht näher dargestelltes Kugelgetriebe 14 auf die Zahnstange 8.
[0004] Die Abtriebswelle des Servomotors 9 ist somit über das Kugelgetriebe 14, die Zahnstange
8 und das Ritzel 6 mechanisch mit der Lenkstange 13 verbunden. Die mechanische Verbindung
zwischen der Abtriebswelle und der Lenkstange 13 kann aber auch die direkt erfolgen,
indem die Abtriebswelle an der Lenkstange 13 über ein geeignetes Getriebe direkt angreift.
Die Abtriebswelle des Servo-Motors 9 unterstützt dabei den Lenkeinschlag des Lenkrads
1, indem sie mittels der vorstehend genannten mechanischen Einrichtungen auf die Lenkstange
13 ein Hilfsmoment ausübt, das direkt von dem Ausgangsmoment des Servo-Motors 9 und
folglich von dem Sollwertsignal S des Hilfemoments abhängt.
[0005] Das Steuergerät 12 ist in der Regel derart aufgebaut, dass es aufgrund der ankommenden
Eingangsignale, z. B. des Drehmomentes DM von einem Drehmomentsensor 4 und/oder des
Drehwinkels DW von einem Lenkwinkelsensor 5 die Höhe des durch den Servo-Motor 9 auszuübenden
Hilfsmomentes berechnet und den entsprechenden Sollwert S an den Servomotor 9 ausgibt.
Mit Hilfe geeigneter, in dem Steuergerät 12 gespeicherter Tabellen wird dabei das
Hilfsmoment in der Regel derart bestimmt, dass in Abhängigkeit von der errechneten
Differenz des Drehwinkels DW und einem von einem Lenkwinkelsensor 15 gemessenen Lenkwinkel
LW der Räder 11 ein von dem Servo-Motor 9 aufzubringendes Hilfsmoment bestimmt wird.
Dieses Hilfsmoment ist derart groß gewählt, dass hinsichtlich des insgesamt zur Betätigung
der Räder 11 aufzubringenden Momentes am Lenkrad 1 Restmoment übrig bleibt, welches
von dem Fahrer gut beherrschbar ist. Damit wird in der Regel das Hilfsmoment auch
von Größen abhängen, die Einfluss auf das Lenkmoment der Räder 11 besitzen, wie beispielsweise
Drehwinkel-Geschwindigkeit, Temperatur, Fahrzustand des Fahrzeugs, Straßenverhältnisse
und so weiter.
[0006] Es sind weiterhin Sonderformen elektromechanisch arbeitender Servo-Lenksysteme bekannt
geworden, bei denen die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad 1 und Zahnstange 8
aufgetrennt ist. Bei diesen so genannten steer-by wire-Lenksystemen müssen die von
dem Lenkrad 1 auf die Zahnstange 8 aufzubringenden Kräfte und Momente durch entsprechende
elektrisch arbeitende Geräte nachgebildet werden, die weiter oben geschilderten grundsätzlichen
Prinzipien bleiben dabei allerdings erhalten.
[0007] Lenksysteme sind ähnlich wie Bremsanlagen Sicherheitsaggregate, die unter keinen
Umständen versagen dürfen, da die Folgen eines Versagens ungleich gravierender sein
können als der Ausfall anderer für ein Kraftfahrzeug ebenfalls elementarer Aggregate.
Bei derartigen Sicherheitsaggregaten müssen somit besondere Maßnahmen getroffen werden,
die die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls derartige Aggregate auf ein vertretbares
Minimum herabsetzen.
[0008] Hierzu werden an sich bekannte Strategien eingesetzt, wie die Verdoppelung oder noch
höhere Vervielfachung relevanter Baugruppen dieser Aggregate, um bei Ausfall einer
Baugruppe auf eine andere umschalten zu können. Um feststellen zu können, ob die Baugruppe
beziehungsweise die Baugruppen korrekt arbeiten, können mehrere gleichartige Baugruppen
unabhängig voneinander parallel arbeiten und durch Vergleich ihrer Arbeitsergebnisse
auf Übereinstimmung kann auf die korrekte Arbeitsweise dieser Baugruppen geschlossen
werden.
[0009] Die beschriebenen Anforderungen an die Sicherheit gelten insbesondere für durch elektrische
Hilfskraft unterstützte Servo-Lenksysteme, die mit elektrischen Steuerungen und Regelkreisen
sowie elektrisch wirkenden Sensoren arbeiten. Derartige elektrische Schaltkreise arbeiten
zwar verschleißfrei können aber durch Beschädigung oder Alterung von Bauelementen
gleichwohl ausfallen. Während sich aber der Ausfall mechanischer Baugruppen vielfach
vorher durch leicht erkennbare Anzeichen (Klappern, Ölverlust und so weiter) ankündigt
und der entstandene Schaden offensichtlich ist, fallen elektrische Bauteile oft unvorhersehbar
aus und der Schaden ist nur mittelbar zu erkennen. Diese Tatsache ist umso gravierender
als Servo-Lenksysteme die Aufgabe haben, schwere Fahrzeuge überhaupt erst lenkbar
zu machen.
[0010] Die oben beschriebenen Sicherheitsstrategien sind allerdings nur bedingt anwendbar.
In vielen Fällen können aus Kostengründen, Gründen des fehlenden Bauraumes oder des
nicht zu vertretenden Gewichtes Baugruppen nicht mehrfach und zueinander parallel
arbeitend eingesetzt werden. Dies ist beispielsweise hinsichtlich der vergleichsweise
schweren, teueren und erheblichen Bauraum nutzenden Antriebsmaschinen von Servo-Lenksystemen
der Fall. Die in der Regel verwendeten Servo-Motoren sind Drehstrommotoren mit drei
Phasen, wobei die meist sternförmig geschalteten drei Wicklungen ein umlaufendes Drehfeld
erzeugen, welches den Rotor des Motors mitnimmt. Bei all den vielen Vorteilen, die
derartige Motoren haben besitzen sie gleichwohl den Nachteil, dass durch Fehler in
der beziehungsweise den Wicklungen der Motor nicht nur einfach wirkungslos bleibt
sondern zusätzlich noch ein Bremsmoment aufbaut, welches die Betätigung der Lenkung
durch den Fahrer nicht nur nicht unterstützen sondern sogar noch erheblich behindern
kann.
[0011] Es hat daher Überlegungen gegeben, wie zu verfahren ist, wenn ein Fehler in einer
Wicklung auftritt. Hierzu ist es Stand der Technik, die Wicklungen des Servo-Motors
sternförmig zu schalten und die an sich über den Nullpunkt miteinander verbundenen
Wicklungen über ein Sternpunktrelais miteinander zu verbinden. Wird nun ein Fehler
in einer der drei Wicklungen festgestellt, so wird das Sternpunktrelais geöffnet und
somit die Enden der drei miteinander zu verbindenden Wicklungen aufgetrennt. Damit
werden alle Wicklungen schlagartig stromlos geschaltet und der Antriebsmotor ist,
abgesehen von seiner mechanischen Reibung, wirkungslos. Auf diese Weise lässt sich
sicher verhindern, dass der Motor, von seiner mechanischen Trägheit und Reibung wiederum
abgesehen, der durch den Fahrer aufgebrachten Kraft entgegenwirken kann. Es bleibt
selbstverständlich der Nachteil, dass bei einem Fehler auch nur in einer Wicklung,
die Unterstützung durch Hilfskraft bei einer Servolenkung schlagartig abgeschaltet
wird.
[0012] Aus der
DE 10 2005 015 783 A1 ist eine Vorrichtung zum Betrieb einer elektrischen Antriebsmaschine bekannt, umfassend
eine elektrische Antriebsmaschine, die mindestens zwei Wicklungen aufweist, welche
zur Bereitstellung eines Drehmoments mit einer Spannung beaufschlagbar sind, wobei
die Spannung mindestens zwei unterschiedliche Spannungsphasen aufweist, die den Wicklungen
zur Erzeugung eines Drehfeldes jeweils zuordenbar sind, und eine Steuereinheit zur
Ansteuerung der elektrischen Antriebsmaschine, wobei die Wicklungen der elektrischen
Antriebsmaschine galvanisch entkoppelt und durch die Steuereinheit getrennt voneinander
ansteuerbar sind und die Steuereinheit so konfiguriert ist, dass die zum Erzeugen
eines Drehfeldes erforderlichen Spannungsphasen generierbar und getrennt voneinander
an die ihnen jeweils zugeordnete Wicklung zu deren Ansteuerung weiterleitbar sind.
[0013] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zum Betrieb einer technischen Einrichtung, mit einer elektrischen Antriebsmaschine,
die mindestens drei Wicklungen aufweist, zu schaffen, die eine verbesserte Unterstützung
des Fahrers bei Fehlern gewährleistet.
[0014] Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch die Gegenstände mit den Merkmalen
der Ansprüche 1 und 11. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
[0015] Die Vorrichtung zum Betrieb einer technischen Einrichtung, mit einer elektrischen
Antriebsmaschine, die mindestens drei Wicklungen aufweist, welche zur Bereitstellung
eines Drehmoments mit einem Strom beaufschlagbar sind, wobei der Strom unterschiedliche
Strom-Phasen für die Wicklungen aufweist, die den Wicklungen zur Erzeugung eines Drehfeldes
jeweils zuordenbar sind, und einer Steuereinheit zur Ansteuerung der elektrischen
Antriebsmaschine, wobei die Wicklungen zueinander sternförmig angeordnet sind und
die dem Sternpunkt zugeordneten Enden der Wicklungen über ein Sternpunktrelais miteinander
verbunden sind, umfasst eine mit den Wicklungen verbundene Diagnoseeinheit, die die
elektrische Antriebsmaschine und/oder die Steuereinheit daraufhin überwacht, dass
mindestens zwei der Wicklungen der Antriebsmaschine fehlerfrei arbeiten und die nach
Feststellung von weniger als zwei fehlerfrei arbeitenden Wicklungen das Sternpunktrelais
auftrennt.
[0016] Die Vorteile einer derartigen Maßnahme beruhen auf folgenden Erkenntnissen. Gemäß
dem Stand der Technik wurde das Sternpunktrelais regelmäßig aufgetrennt, wenn ein
Fehler in zumindest einer Wicklung des Drehstrommotors festgestellt wurde. Damit wurden
sämtliche Wicklungen des Motors schlagartig aufgetrennt und von der Stromversorgung
abgeschnitten. Im Effekt bedeutete dies, dass der Motor, abgesehen von seiner Trägheit
und Reibung quasi wirkungslos wurde. Diese übliche Vorgehensweise ist in Figur 2 symbolisch
dargestellt.
[0017] Wie im Zusammenhang mit Figur 3 erläutert, haben nun neuere Untersuchungen folgendes
ergeben. Das üblicherweise mit Servo-Unterstützung aufzubringende Drehmoment liegt
bei 3 Nm (Newtonmeter). Öffnet man das Sternpunktrelais gemäß Figur 2, so liegt das
von dem Fahrer über das Lenkrad aufzubringende Drehmoment bei circa 40 Nm. Das höchste
von dem Fahrer aufzubringende Drehmoment bei einer einzigen defekten Wicklung des
Motors liegt etwa bei 43 Nm. Der Unterschied des Drehmomentes bei aufgetrenntem Sternpunktrelais
und dem ungünstigsten Fall eines Schadens an einer Motor-Wicklung ist somit vergleichsweise
gering. Für den Fahrer bedeuten natürlich beide Zustände, dass er für die Lenkung
des Fahrzeugs eine erhebliche Kraft aufbringen muss.
[0018] Figur 3 belegt weiter, dass bei zwei und drei schadhaften Wicklungen eines Drehstrommotors
mit drei Wicklungen, die von dem Fahrer aufzubringenden Kräfte erheblich anwachsen
können, sodass eine sichere Lenkung des Fahrzeugs nicht mehr unter allen Umständen
gewährleistet ist. In diesem Fall ist das Auftrennen des Sternpunktrelais sinnvoll.
[0019] Im Falle einer Antriebsmaschine mit drei Wicklungen findet also bei einphasigen Fehlern
keine Trennung der fehlerhaften Phase statt. Bei m Wicklungen, mit m > 3, gilt dies
ebenfalls, solange nur mindestens zwei Wicklungen fehlerfrei arbeiten.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform passt die Diagnoseeinheit oder die Steuereinheit
nach Feststellung von noch mindestens zwei fehlerfrei arbeitenden Wicklungen und mindestens
einer fehlerhaften Wicklung die Höhe und/oder die Phase der den fehlerfreien Wicklungen
zugeführten Ströme derart an, dass diese bei geschlossenem Sternpunktrelais über die
Arbeitsmaschine eine optimale Leistung bzw. ein unterstützendes Hilfselement zur Verfügung
stellen. Es erfolgt also eine Kompensation des Fehlerstroms durch bestimmte Änderung
der Ansteuerung der verbleibenden fehlerfreien Phasen bzw. Wicklungen, was einer geänderten
Motorkommutierung entspricht. Somit kann dem Fahrer wieder eine Hilfskraft bzw. ein
Hilfsmoment zur Verfügung gestellt werden.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform klassifiziert die Diagnoseeinheit bei
Feststellung von zwei ordnungsgemäß arbeitenden Wicklungen den Fehler der fehlerhaften
Wicklung und in Abhängigkeit von der Klassifizierung des Fehlers wird die Höhe und/oder
die Phase der Ströme für die fehlerfrei arbeitenden Wicklungen geändert. Vorzugsweise
wird eine fehlerhafte Wicklung daraufhin klassifiziert, ob diese einen einphasigen
Motorphasenkurzschluss, eine Unterbrechung der Motorphase, einen Wicklungskurzschluss
innerhalb der Motorphase, einen einphasigen Masseschluss, einen einphasigen Kurzschluss
gegen die Versorgungsspannung oder einen offenen Kontakt zum Sternpunktrelais besitzt.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die technische Einrichtung als elektromechanische
Servolenkung ausgebildet.
[0023] Obwohl es ein erheblicher Vorteil für den Fahrer ist, dass trotz eines Betriebes
der Antriebsmaschine mit nur zwei Phasen dem Fahrer gleichwohl eine Unterstützung
durch eine Hilfskraft zur Verfügung gestellt wird, muss doch der Fahrer damit rechnen,
dass bei einem Betrieb mit nur zwei Wicklungen der Antriebsmaschine in zeitlichen
Phasen, abhängig von dem jeweiligen Lenkwinkel, von dem Motor Schüttelbewegungen und
Rüttelbewegungen ausgehen, die sich am Lenkrad unangenehm bemerkbar machen. Es hat
sich gezeigt, dass derartige Störungen sich stark dadurch vermindern lassen, dass
die von der Antriebsmaschine abgegebene Leistung reduziert wird. Vorzugsweise wird
daher durch die Diagnoseeinheit die zur Verfügung gestellte Leistung in angemessener
Form zurückgenommen, um ein Optimum zwischen Unterstützung durch Hilfskraft und störungsfreier
Lenkung zu ermöglichen.
[0024] Es hat sich gezeigt, dass unabhängig von der Tatsache, dass nur eine einzige Wicklung
eines Motors nicht ordnungsgemäß arbeitet, die unterschiedlichen an dieser Wicklung
möglichen Fehler sich auch in einer unterschiedlichen Art und Stärke der Rüttelbewegung
äußern können. Vorzugsweise werden die einzelnen möglichen Fehler oder auch Gruppen
dieser Fehler, soweit sie vergleichbare Reaktionen in dem Motor auslösen, einer bestimmten
Fehlerklasse zugeordnet. Den einzelnen Fehlerklassen sind vorzugsweise wiederum bestimmte
(prozentuale) Größen zugeordnet, um welchen die von dem Motor geforderte Leistung
zurückgenommen wird.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform reduziert die Diagnoseeinheit die zur
Verfügung gestellte Leistung des Motors dadurch, dass das dem Drehmoment des Fahrerwunsches
entsprechende Soll-Moment des Motors reduziert wird.
[0026] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Reduktion der Unterstützungsleistungen
von der aktuellen Fahrsituation des gelenkten Fahrzeugs und/oder von der Art des Fehlers
der fehlerhaften Wicklung abhängig.
[0027] Ist ein Fahrzeug beispielsweise mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs,
so kann die unterstützende Leistung des Motors relativ weit zurückgenommen werden,
da bei höheren Geschwindigkeit der Fahrer die Lenkung stärker spüren soll, um auch
kleine Lenkwinkel exakt aussteuern zu können. Dagegen ist in der Regel, wegen der
relativ geringen Fahrbahnanregungen, eine Rüttelbewegung des Lenkrades besonders unangenehm
spürbar. Umgekehrt wird beim Fahren von engen Kurven mit geringer Geschwindigkeit
eine größere Unterstützung durch den Servomotor begrüßt werden, wobei, wegen der in
der Regel größeren Fahrbahnanregungen und der ohnedies heftigeren Bewegung des Lenkrades,
dessen Schüttelbewegungen nicht so sehr ins Gewicht fallen.
[0028] In Weiterbildung der Erfindung kann der diagnostizierte Zustand des Motors in dem
Fahrzeug gespeichert werden, so dass er während der Fahrt zur Verfügung steht und
auch bei der Wartung des Fahrzeugs ausgelesen werden kann. Zusätzlich besteht die
Möglichkeit den Fahrer durch akustische und/oder optische Signale über den Zustand
des Motors zu informieren, wobei der Zustand, dass nur eine Wicklung des Motors fehlerhaft
arbeitet als weniger schwerer Fehler gekennzeichnet wird, bei dessen Auftreten das
Fahrzeug noch ohne weiteres bis zu einer geeigneten Werkstatt gefahren werden kann.
Vielfach ergibt sich für ein Fahrzeug nach dem Ausschalten und erneuten Einschalten
der Zündung eine vollkommen neue Fahrsituation. So kann beispielsweise der Fehler
am Motor behoben worden sein. Vorzugsweise nach Ausschalten der Zündung und neuerlichem
Einschalten der Zündung eine komplette Diagnose erneut vorgenommen wird. Unabhängig
davon werden die gespeicherten Fehlerwerte und zugeordneten Zustände so lange beibehalten
und bearbeitet bis sie durch neuere Werte ersetzt sind.
[0029] Die Ausführungen für die Vorrichtung gelten sinngemäß auch für das erfindungsgemäße
Verfahren, so dass auf die vorangegangenen Ausführungen Bezug genommen wird.
[0030] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung erläutert.
Darin zeigen:
- Fig. 1
- in skizzierter Form einen gebräuchlichen Aufbau eines Servo-Lenksystems (Stand der
Technik),
- Fig. 2
- das an sich bekannte Verfahren, bei Fehlern in einer oder mehreren Wicklungen des
Antriebsmotors das Sternpunktrelais immer zu öffnen (Stand der Technik),
- Fig. 3
- die Ergebnisse umfangreicher Messungen hinsichtlich der bei einer intakten Servolenkung,
bei abgeschaltetem Motor und bei einer oder mehreren defekten Wicklungen durch die
Lenkung aufzubringenden Drehmomente,
- Fig. 4
- in symbolischer Darstellung die Anschaltung der Motorwicklungen an eine Leistungselektronik
und weitere Fehlerfälle für eine Motorwicklung und
- Fig. 5
- ein Ablaufdiagramm, welches die Arbeitsweise der Diagnoseeinheit beziehungsweise die
Arbeitsweise des in der Diagnoseeinheit ablaufenden Verfahrens beschreibt.
[0031] In Fig. 2 sind in symbolischer Form die drei zu einem Stern geschalteten Wicklungen
eines Drehstrom-Motors dargestellt. Durch gestrichelte Linien sind bei diesen Wicklungen
Kurzschlüsse als Fehler dieser Wicklungen angedeutet, wobei sich diese Fehler einmal
nur auf eine einzige Wicklung erstrecken und ein anderes Mal zwei Wicklungen betreffen.
Gemäß dem Stand der Technik werden in beiden Fällen und selbstverständlich auch, wenn
alle drei Wicklungen betroffen sind, die Kontakte eines gemeinsamen Sternpunktrelais
gleichzeitig geöffnet, wodurch die Wicklungen stromlos werden und der Motor, abgesehen
von seiner Trägheit und der ihm immanenten Reibung, wirkungslos wird. Zusammenfassend
macht Fig. 2 die Aussage, dass bei einem Wicklungsfehler, auch wenn er nur eine einzige
Wicklung des Motors betrifft, gemäß dem Stand der Technik die gesamte Servo- Unterstützung
aufgehoben wird.
[0032] Fig. 3 zeigt Ergebnisse vielfacher Messungen, die belegen, dass für das Öffnen des
Stempunktrelais, wenn nur eine einzige Wicklung des Motors fehlerhaft arbeitet, kein
gravierender Grund besteht. Sowohl, wenn der Servo-Motor komplett durch das Sternpunktrelais
abgeschaltet (40 Nm) wird, als auch für den schlimmsten Fall eines Fehlers bei einer
einzigen Wicklung (43 Nm), ist von dem Fahrer immer reichlich dass Zehnfache an Drehmoment
aufzubringen gegenüber einer korrekt arbeitenden Servo-Lenkung (3 Nm). Unter Berücksichtigung
der Tatsache, dass durch Änderung der Phase und/oder Höhe der durch die beiden noch
fehlerfreien Wicklungen fließenden Ströme sich aber eine merkbare Unterstützung für
die Lenkung erreichen lässt, erscheint es es sinnvoll das Sternpunktrelais nicht zu
öffnen, solange noch zwei intakte Wicklungen für den Motor vorhanden sind. Andererseits
werden die bei mindestens zwei fehlerhaften Wicklungen möglichen und zur Lenkung notwendigen
Drehmomente derart hoch (55 Nm bzw. 70 Nm), dass es geboten erscheint, in diesem Fall
das Sternpunktrelais zu öffnen.
[0033] Fig. 4 zeigt ergänzend zu Fig. 2 weitere mögliche Fehler an einer Motorwicklung.
Dabei zeigt Fig. 4 eine Ansteuerelektronik 45, über welche mittels Leistungstransistoren
an den Anschlüssen U, V, W ein Drehstrom zur Verfügung gestellt wird, der aus der
Fahrzeugbatterie als Gleichstromquelle durch geeignete Schaltungen gewonnen wird.
Derartige Schaltungen sind an sich prinzipiell bekannt und sollen an dieser Stelle
nicht näher erläutert werden. Mit den Anschlüssen U, V, W sollten drei Wicklungen
Ru, Rv, Rw galvanisch verbunden sein. Fig. 4 zeigt nun als möglichen Fehler für eine
Phase als Fehlerfall 1 eine Unterbrechung zwischen dem Anschluss U und der Wicklung
Ru. Gleichzeitig ist in Fig. 4 noch ein Fehlerfall 2 angedeutet, bei dem die Verbindung
des auf den Sternpunkt weisenden Endes der Wicklung Ru zu dem Sternpunkt hin unterbrochenen
ist. Im Gegensatz zu den Kurzschlüssen nach Fig. 2 einer beziehungsweise zweier Wicklungen
zeigt somit Fig. 4 weitere mögliche Fehler an einer Wicklung in Form von Unterbrechungen
der Verbindungsleitungen. Bei all diesen Fehlern, soweit nur eine einzige Wicklung
betroffen ist, wird erfindungsgemäß das Sternpunktrelais nicht aufgetrennt.
[0034] Fig. 5 zeigt schließlich anhand eines Ablaufdiagramms die in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung beziehungsweise dem erfindungsgemäßen Verfahren ablaufenden Schritte.
Der Ablauf beginnt damit, dass die Diagnoseeinheit der Vorrichtung, insbesondere des
Servo-Lenksystems den Drehstrom-Motor überprüft und eine Entscheidung dazu trifft,
ob der Motor sich im Normalbetrieb befindet oder einen Fehler aufweist. Derartige
Überprüfungen können beispielsweise prinzipiell so vorgenommen werden, dass die Zustände
an den einzelnen Wicklungen miteinander verglichen werden und bei Abweichungen der
entsprechende Fehler klassifiziert wird. Dabei kann diejenige Wicklung als fehlerhaft
markiert werden, deren Messergebnisse hinsichtlich der Ergebnisse an den anderen beiden
Wicklungen hinreichend abweichen. Findet die Diagnoseeinheit keinen Fehler, so ist
die Diagnose beendet und wird dann in einem zeitlich geeigneten Abstand wiederholt.
Wurde ein Motorfehler gefunden, so ist zu entscheiden ob es sich um einen nur eine
einzige Wicklung betreffenden Fehler oder um einen mehrere Wicklungen betreffenden
Fehler handelt. Ist entschieden worden, dass der Fehler mehrere Wicklungen und damit
mehrere Phasen des Eingangstromes betrifft, so wird das Sternpunktrelais aufgetrennt
und damit der Drehstrom-Motoren wirkungslos geschaltet.
[0035] Ist ein nur eine einzige Wicklung betreffender Fehler und damit ein einphasiger Motorfehler
erkannt, so bleibt das Sternpunktrelais geschlossen und es wird in Abhängigkeit von
dem jeweiligen einphasigen Fehler eine vorgegebene Modulationsstrategie der Ströme
für die beiden intakt gebliebenen Motor-Wicklungen aufgeschaltet. Dies bildet einen
so genannten zweiphasigen Notlaufbetrieb des Motors, der immerhin noch eine gewisse
Servo-Leistung für die Lenkung zur Verfügung stellt. Gleichzeitig wird der gefundene
Fehler in einen Speicher eingetragen und es können optische und/oder akustische Warnungen
an den Fahrer herausgegeben werden, wobei diese Warnungen anzeigen, dass der Fahrer
gefahrlos die nächste Werkstatt anfahren kann.
[0036] Während die bisher beschriebenen Schritte weitgehend für alle Vorrichtungen anwendbar
sind, die die Abgabe einer Leistung durch einen Drehstrommotor benötigen, sind die
folgenden Schritte besonders vorteilhaft für eine Servo-Lenkung eines Kraftfahrzeugs.
Diese Schritte betreffen die Rücknahme der Unterstützungsleistungen des Servo-Motors,
um die Momentpulsationen der Lenkung und damit auch des Lenkrades zu reduzieren beziehungsweise
minimieren. Diese Reduzierung kann im einfachsten Fall durch eine vorgegebene Rücknahme
der Leistung unabhängig von der aktuellen Fahrsituation sein. Vorzugsweise wird diese
Reduzierung aber in Abhängigkeit von der jeweiligen Fahrsituation des Fahrzeugs vorgenommen
werden Dabei kann also der Umfang der Unterstützung sich während des Fahrbetriebes
je nach Fahrsituation mehrmals ändern.
[0037] Sind die genannten Schritte alle durchlaufen geschieht noch eine Abfrage, ob der
Strom an der Klemme 15 aus- oder eingeschaltet ist. Klemme 15 betrifft auch den Zustand
der Zündung, das heißt ob mithilfe des Zündschlüssels die Zündung noch eingeschaltet
oder schon ausgeschaltet ist. Ist die Zündung noch eingeschaltet, so wird die Unterstützungsleistung
nur abhängig von der Fahrsituation geändert. Ist aber die Zündung inzwischen ausgeschaltet
worden und wieder eingeschaltet worden, so kann sich der Fehler des Motors inzwischen
geändert haben, weil beispielsweise Kurzschlüsse infolge verdunsteter Flüssigkeit
nicht mehr bestehen oder der Motor repariert wurde. Somit wird nach wieder eingeschalteter
Zündung die gesamte Diagnose durch die Diagnoseeinheit komplett neu durchgeführt.
[0038] Zusammenfassend lässt sich die Erfindung kurz wie folgt beschreiben. Die Erfindung
geht davon aus, dass bei elektromechanischen Lenksystemen mit Synchronmotor (siehe
Fig. 2) im Rahmen des Sicherheitskonzeptes ein Sternpunktrelais zur Vermeidung von
Lenksystemblockieren bei Motorkurzschlüssen eingesetzt wird. Die Wirkungsweise des
Sternpunktrelais besteht darin, dass bei erkanntem Fehler im elektrischen Kreis des
Synchronmotors das Sternpunktrelais geöffnet wird, um hohe Bremsmomente des permanenterregten
Synchronmotors zu vermeiden. Während eines Kurzschlusses verursachen die Kurzschlussströme
ein hohes Bremsmoment wodurch ein Lenkungsblockierer entstehen kann. Dabei entspricht
das Blockiermoment der Lenkgeschwindigkeit. Die in Fig. 2 geschilderte Vorgehensweise
zur Auftrennung der Motorphasen im Fehlerfall verhindert hohe Bremsmomente, die im
Extremfall das Fahrzeug unbeherrschbar machen. Die Praxis zeigt jedoch, dass nicht
beherrschbare Bremsmomente lediglich bei 3-phasigen oder 2-phasigen Fehlern beziehungsweise
Kurzschlüssen auftreten können.
[0039] Ziel der Erfindung ist es, bei durch die Diagnoseeinheit des Lenksystems erkanntem
1-phasigen Kurzschluss oder Phasenunterbrechung (im Beispiel von Fig. 4 Phase U) der
Synchronmaschine einen Notlaufbetrieb mit reduzierter Unterstützungsleistung aufrecht
zu erhalten. Das bedeutet, dass die verbleibenden 2 "fehlerfreien" Phasen (im Beispiel
von Fig. 4 Phase W und V) des Synchronmotors mit einer geeigneten Modulationsstrategie
auch im Fehlerfall bestromt werden. Die Modulationsstrategie wird dabei an die jeweilige
Fehlerart angepasst. Eine Auftrennung des Sternpunktrelais findet in diesem Fehlerfall
nicht statt. So wird gewährleistet dass eine Momentenabgabe zur Lenkkraftunterstützung
erhalten bleibt und das Lenksystem ein Maximum an Verfügbarkeit (Lenkunterstützungsbereitschaft)
gewährleistet
1. Vorrichtung zum Betrieb einer technischen Einrichtung, mit einer elektrischen Antriebsmaschine
(9), die mindestens drei Wicklungen (Ru, Rv, Rw) aufweist, welche zur Bereitstellung
eines Drehmoments mit einem Strom beaufschlagbar sind, wobei der Strom unterschiedliche
Strom-Phasen für die Wicklungen (Ru, Rv, Rw) aufweist, die den Wicklungen (Ru, Rv,
Rw) zur Erzeugung eines Drehfeldes jeweils zuordenbar sind, und eine Steuereinheit
(12) zur Ansteuerung der elektrischen Antriebsmaschine (9), wobei die Wicklungen (Ru,
Rv, Rw) zueinander sternförmig angeordnet sind und die dem Sternpunkt zugeordneten
Enden der Wicklungen (Ru, Rv, Rw) über ein Sternpunktrelais miteinander verbunden
sind, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Diagnoseeinheit mit den Wicklungen (Ru, Rv, Rw) verbunden ist, die die elektrische
Antriebsmaschine (9) und/oder die Steuereinheit (12) daraufhin überwacht, dass mindestens
zwei der Wicklungen (Rv, Rw) der Antriebsmaschine fehlerfrei arbeiten und die nach
der Feststellung von weniger als zwei fehlerfrei arbeitenden Wicklungen (Rv, Rw) das
Sternpunktrelais auftrennt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Diagnoseeinheit nach Feststellung von noch mindestens zwei fehlerfrei arbeitenden
Wicklungen (Ru, Rv, Rw) und mindestens einer fehlerhaften Wicklung die Höhe und/oder
die Phase der den fehlerfreien Wicklungen zugeführten Ströme derart anpasst, dass
diese bei geschlossenem Sternpunktrelais über die Arbeitsmaschine (9) eine optimale
Leistung zur Verfügung stellen.
3. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Diagnoseeinheit bei Feststellung von zwei ordnungsgemäß arbeitenden Wicklungen
(Ru, Rv, Rw) den Fehler der fehlerhaften Wicklung klassifiziert und in Abhängigkeit
von der Klassifizierung des Fehlers die Höhe und/oder die Phase der Ströme für die
fehlerfrei arbeitenden Wicklungen ändert.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Diagnoseeinheit eine fehlerhafte Wicklung daraufhin klassifiziert wird,
ob sie einen einphasigen Motorphasenkurzschluss, eine Unterbrechung der Motorphase,
einen Wicklungskurzschluss innerhalb der Motorphase, einen einphasigen Masseschluss,
einen einphasigen Kurzschluss gegen die Versorgungsspannung oder einen offenen Kontakt
zum Sternpunktrelais besitzt.
5. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die technische Einrichtung eine elektromechanische Servolenkung ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseeinheit bei Feststellung von nur noch zwei fehlerfrei arbeitenden Wicklungen
(Ru, Rv, Rw) die von dem Motor (9) zur Verfügung gestellte Leistung reduziert.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseeinheit die von dem Motor (9) zur Verfügung gestellte Leistung in Abhängigkeit
von der Klassifikation des Fehlers der fehlerhaften Wicklung (Ru, Rv, Rw) reduziert.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Diagnoseeinheit die zur Verfügung gestellte Leistung des Motors (9) dadurch reduziert,
dass das dem Drehmoment (5) des Fahrerwunsches entsprechende Soll-Moment (S) des Motors
(9) reduziert wird.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Reduktion der Unterstützungsleistungen von der aktuellen Fahrsituation des gelenkten
Fahrzeugs und/oder von der Art des Fehlers der fehlerhaften Wicklung (Ru, Rv, Rw)
abhängig ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Diagnoseeinheit nach der Ausschaltung und erneuten Einschaltung der Zündung des
Fahrzeugs eine erneute Diagnose der Wicklungen des Motors vornimmt.
11. Verfahren zum Betrieb einer technischen Einrichtung, mit einer elektrischen Antriebsmaschine
(9), die mindestens drei Wicklungen (Ru, Rv, Rw) aufweist, welche zur Bereitstellung
eines Drehmoments mit einem Strom beaufschlagbar sind, wobei der Strom regelmäßig
drei unterschiedliche Strom-Phasen aufweist, die den Wicklungen (Ru, Rv, Rw) zur Erzeugung
eines Drehfeldes jeweils zuordenbar sind, und eine Steuereinheit (12) zur Ansteuerung
der elektrischen Antriebsmaschine (9), wobei die Wicklungen (Ru, Rv, Rw) zueinander
sternförmig angeordnet sind und die dem Sternpunkt zugeordneten Enden der Wicklungen
(Ru, Rv, Rw) über ein Sternpunktrelais miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Diagnoseeinheit mit den Wicklungen (Ru, Rv, Rw) verbunden ist, die die elektrische
Antriebsmaschine (9) und/oder die Steuereinheit (12) daraufhin überwacht, dass mindestens
zwei der Wicklungen (Rv, Rw) der Antriebsmaschine fehlerfrei arbeiten und die nach
der Feststellung von weniger als zwei fehlerfrei arbeitenden Wicklungen (Rv, Rw) das
Sternpunktrelais auftrennt.
1. Apparatus for operating a technical device, having an electrical drive machine (9)
which has at least three windings (Ru, Rv, Rw) to which a current can be applied in
order to provide a torque, with the current having different current phases for the
windings (Ru, Rv, Rw), it being possible to in each case allocate the said current
phases to the windings (Ru, Rv, Rw) in order to generate a rotary field, and a control
unit (12) for driving the electrical drive machine (9), with the windings (Ru, Rv,
Rw) being arranged in the form of a star in relation to one another and those ends
of the windings (Ru, Rv, Rw) which are associated with the star point being connected
to one another by means of a star-point relay, characterized in that a diagnosis unit is connected to the windings (Ru, Rv, Rw), the said diagnosis unit
monitoring the electrical drive machine (9) and/or the control unit (12) in respect
of whether at least two of the windings (Rv, Rw) of the drive machine are operating
without fault and the said diagnosis unit disconnecting the star-point relay once
fewer than two windings (Rv, Rw) operating without fault are identified.
2. Apparatus according to Claim 1, characterized in that, once at least two windings (Ru, Rv, Rw) still operating without fault and at least
one faulty winding are identified, the diagnosis unit adjusts the level and/or the
phase of the currents which are supplied to the fault-free windings in such a way
that the said windings provide an optimum power by means of the operating machine
(9) when the star-point relay is closed.
3. Apparatus according to either of the preceding claims, characterized in that, when two correctly operating windings (Ru, Rv, Rw) are identified, the diagnosis
unit classifies the fault in the faulty winding and changes the level and/or phase
of the current for the windings operating without fault depending on the classification
of the fault.
4. Apparatus according to Claim 3, characterized in that the diagnosis unit classifies a faulty winding in respect of whether it has a single-phase
motor phase short circuit, an interruption in the motor phase, a winding short circuit
within the motor phase, a single-phase ground fault, a single-phase short circuit
in relation to the supply voltage or an open contact to the star-point relay.
5. Apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that the technical device is an electromechanical power-steering system.
6. Apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that, when only two windings (Ru, Rv, Rw) operating without fault are identified, the
diagnosis unit reduces the power provided by the motor (9).
7. Apparatus according to Claim 6, characterized in that the diagnosis unit reduces the power which is provided by the motor (9) depending
on the classification of the fault in the faulty winding (Ru, Rv, Rw).
8. Apparatus according to either of Claims 6 and 7, characterized in that the diagnosis unit reduces the power which is provided by the motor (9) by reducing
the setpoint torque (S) of the motor (9) which corresponds to the torque (5) requested
by the driver.
9. Apparatus according to one of Claims 6 to 8, characterized in that the reduction in the assistance powers is dependent on the current driving situation
of the steered vehicle and/or on the type of fault in the faulty winding (Ru, Rv,
Rw).
10. Apparatus according to one of the preceding claims, characterized in that, after the ignition system of the vehicle is switched off and switched on again,
the diagnosis unit again performs diagnosis of the windings of the motor.
11. Method for operating a technical device, having an electrical drive machine (9) which
has at least three windings (Ru, Rv, Rw) to which a current can be applied in order
to provide a torque, with the current generally having three different current phases
which can in each case be allocated to the windings (Ru, Rv, Rw) in order to generate
a rotary field, and a control unit (12) for driving the electrical drive machine (9),
with the windings (Ru, Rv, Rw) being arranged in the form of a star in relation to
one another and those ends of the windings (Ru, Rv, Rw) which are associated with
the star point being connected to one another by means of a star-point relay, characterized in that a diagnosis unit is connected to the windings (Ru, Rv, Rw), the said diagnosis unit
monitoring the electrical drive machine (9) and/or the control unit (12) to check
that at least two of the windings (Rv, Rw) of the drive machine are operating without
fault and the said diagnosis unit disconnecting the star-point relay once fewer than
two windings (Rv, Rw) operating without fault are identified.
1. Ensemble de conduite d'un dispositif technique qui comporte une machine électrique
d'entraînement (9) dotée
d'au moins trois bobinages (Ru, Rv, Rw) sur lesquels un courant peut être appliqué
en vue de produire un couple de rotation,
le courant pour les bobinages (Ru, Rv, Rw) comportant différentes phases qui peuvent
être associées aux bobinages (Ru, Rv, Rw) respectifs en vue de former un champ tournant,
et
d'une unité de commande (12) qui commande la machine électrique d'entraînement (9),
les bobinages (Ru, Rv, Rw) étant disposés les uns par rapport aux autres en étoile
et les extrémités des bobinages (Ru, Rv, Rw) associées au point central de l'étoile
étant reliées les unes aux autres par l'intermédiaire d'un relais de point central
d'étoile, caractérisé en ce que
une unité de diagnostic qui surveille la machine électrique d'entraînement (9) et/ou
l'unité de commande (12) pour vérifier si au moins deux des bobinages (Rv, Rw) de
la machine d'entraînement travaillent sans défaut est reliée aux bobinages (Ru, Rv,
Rw) et coupe le relais du point central de l'étoile lorsqu'elle constate que moins
de deux bobinages (Rv, Rw) travaillent sans défaut.
2. Système selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'après avoir constaté qu'au moins deux bobinages (Ru, Rv, Rw) fonctionnent encore sans
défaut, l'unité de diagnostic adapte le niveau et/ou la phase des courants apportés
aux bobinages fonctionnant sans défaut de telle sorte que lorsque le relais du point
central de l'étoile est fermé, une puissance optimale soit délivrée à la machine de
travail (9).
3. Système selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que lorsqu'elle constate que deux bobinages (Ru, Rv, Rw) fonctionnent correctement, l'unité
de diagnostic classe le défaut du bobinage défectueux et modifie le niveau et/ou la
phase des courants destinés aux bobinages travaillant sans défaut en fonction du classement
du défaut.
4. Système selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'un bobinage défectueux est classé par l'unité de diagnostic selon qu'il présente un
court-circuit sur une phase du moteur, une interruption de la phase du monteur, un
court-circuit du bobinage à l'intérieur de la phase du moteur, un raccordement d'une
phase à la masse, un court-circuit d'une phase par rapport à la tension d'alimentation
ou l'ouverture d'un contact avec le relais du point central de l'étoile.
5. Système selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif technique est une servodirection électromécanique.
6. Système selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que lorsqu'elle constate que seuls deux bobinages (Ru, Rv, Rw) fonctionnent encore sans
défaut, l'unité de diagnostic réduit la puissance délivrée au moteur (9).
7. Système selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'unité de diagnostic réduit la puissance délivrée au moteur (9) en fonction du classement
du défaut du bobinage (Ru, Rv, Rw) défectueux.
8. Système selon l'une des revendications 6 ou 7, caractérisé en ce que l'unité de diagnostic réduit la puissance délivrée au moteur (9) en réduisant le
couple de consigne (S) du moteur (9) qui correspond au couple de rotation (5) souhaité
par le conducteur.
9. Système selon l'une des revendications 6 à 8, caractérisé en ce que la réduction de la puissance de soutien dépend de la situation de roulage en cours
du véhicule dirigé et/ou de la nature de l'erreur du bobinage (Ru, Rv, Rw) défectueux.
10. Système selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'unité de diagnostic effectue un nouveau diagnostic des bobinages du moteur après
débranchement et re-branchement de l'allumage du véhicule.
11. Procédé de conduite d'un dispositif technique qui comporte une machine électrique
d'entraînement (9) dotée
d'au moins trois bobinages (Ru, Rv, Rw) sur lesquels un courant peut être appliqué
en vue de produire un couple de rotation,
le courant pour les bobinages (Ru, Rv, Rw) comportant normalement trois phases différentes
qui peuvent être associées aux bobinages (Ru, Rv, Rw) respectifs en vue de former
un champ tournant, et
d'une unité de commande (12) qui commande la machine électrique d'entraînement (9),
les bobinages (Ru, Rv, Rw) étant disposés les uns par rapport aux autres en étoile
et les extrémités des bobinages (Ru, Rv, Rw) associées au point central de l'étoile
étant reliées les unes aux autres par l'intermédiaire d'un relais de point central
d'étoile, caractérisé en ce que
une unité de diagnostic qui surveille la machine électrique d'entraînement (9) et/ou
l'unité de commande (12) pour vérifier si au moins deux des bobinages (Rv, Rw) de
la machine d'entraînement travaillent sans défaut est reliée aux bobinages (Ru, Rv,
Rw) et coupe le relais du point central de l'étoile lorsqu'elle constate que moins
de deux bobinages (Rv, Rw) travaillent sans défaut.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente