(19)
(11) EP 2 286 012 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
25.04.2012  Patentblatt  2012/17

(21) Anmeldenummer: 09757433.9

(22) Anmeldetag:  28.05.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D04H 13/00(2006.01)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2009/056503
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2009/147051 (10.12.2009 Gazette  2009/50)

(54)

VELOURS-TEPPICH MIT TUFTING-ÄHNLICHER OBERFLÄCHE

VELOUR RUG WITH TUFTING-LIKE SURFACE

TAPIS EN VELOURS DONT LA SURFACE EST SIMILAIRE AU TOUFFETAGE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK TR

(30) Priorität: 05.06.2008 DE 102008026968

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
23.02.2011  Patentblatt  2011/08

(73) Patentinhaber: Entwicklungsgesellschaft für Akustik (EfA) mit beschränkter Haftung
58454 Witten (DE)

(72) Erfinder:
  • VOLLMERT, Herbert
    47475 Kamp-Lintfort (DE)
  • BRADE-SCHOLZ, Gabi
    47906 Kempen (DE)
  • NICOLAI, Norbert
    46514 Schernbeck-Gahlen (DE)
  • SCHULZE, Volkmar
    84069 Schierling (DE)
  • JURK, Johannes
    02681 Wilthen (DE)
  • LIEBNER, Günter
    02681 Schirgiswalde (DE)

(74) Vertreter: von Kreisler Selting Werner 
Deichmannhaus am Dom Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
50667 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 013 902
EP-A- 0 238 476
DE-A1- 4 409 771
DE-C1- 10 225 072
JP-A- 6 299 453
EP-A- 0 183 952
EP-A- 0 411 248
DE-A1- 10 215 571
JP-A- 3 014 667
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Velours-Teppichs, welcher gegenüber Velours-Teppichen des Standes der Technik vorteilhafte Eigenschaften aufweist.

    [0002] Der Begriff "Tuften" oder englisch "Tufting" bezeichnet eine Technik zur Herstellung dreidimensionaler textiler Flächen. Es ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Verfahren zur Herstellung von Teppichböden.

    [0003] Tufting funktioniert nach dem Prinzip einer Nähmaschine. Nadeln bringen das sogenannte Polgarn in ein Grundmaterial (Gewebe oder Vlies), den sogenannten Erstrücken bzw. Träger ein.

    [0004] Die Nadeln stechen durch das Grundmaterial; bevor die Nadeln wieder zurücklaufen, wird das eingebrachte Polgarn von Greifern festgehalten. So entstehen Schlaufen (Polnoppen) auf der Oberseite des Tuftings.

    [0005] Auf diese Weise erhält man einen sogenannten Schlingenflorteppich. Werden die Schlingen mit einem Messer aufgeschnitten, so entsteht ein Velours-Teppich (Schnittflorteppich). Das Messer ist häufig bereits am Greifer befestigt, sodass das Halten und Schneiden des Pols in einem Arbeitsgang erfolgt.

    [0006] Um das eingenadelte Polgarn festzuhalten, muss ein Zweitrücken oder eine Latexierung aufgebracht werden. Diesen Vorgang nennt man Kaschierung oder Einbindung.

    [0007] Im Stand der Technik ist darüber hinaus auch ein "einfacheres" Verfahren bekannt, welches ähnliche Teppiche ohne von außen in den Erstrücken eingebrachtes Polgarn herstellt. Für die Velourisierung durchstechen hierbei Nadeln ein Faservlies / Malivlies und ziehen Faserschlingen zwischen die Borsten eines unterhalb des Faservlieses / Malivlieses liegenden Bürstenbandes. Die durch Auf- und Abwärtsbewegung der Nadeln mitgeführten Fasern werden verkreuzt und dadurch miteinander verfestigt. Bei den zum Einsatz kommenden Nadeln kann es sich um seitlich kleine Widerhaken aufweisende Nadeln, sogenannte Kronennadeln, oder um Gabel-ähnliche Enden aufweisende Nadeln, sogenannte Gabelnadeln, handeln.

    [0008] Nach der Vernadelung wird der Velours durch ein Walzenpaar vom laufenden Bürstenband getrennt. Der Grad der Verdichtung wird durch die Stichzahl pro Flächeneinheit, die Einstichtiefe der Nadeln in das Faservlies / Malivlies und die Faserfeinheit bestimmt.

    [0009] Bei der Herstellung zweischichtiger Beläge (Velours + Nutzschicht) wird die Ware nach der ersten Nadelzone gewendet und in der zweiten Nadelzone mit der Nutzschicht vernadelt. Anschließend erfolgt eine rückseitige Verfestigung der Fasern mittels Binder auf SyntheseKautschuk- oder Acrylat-Basis über unterschiedliche Applikationsverfahren. Für latexfreie Einbindungen finden Bindefasern oder thermoplastische Dispersionen Anwendung. Die Faserstärken liegen hierbei zwischen 6,7 und 17 dtex.

    [0010] Wie soeben bei dem letztgenannten "einfacheren" Verfahren beschrieben, wird kein zusätzliches Polgarn von außen in das vorgelegte Vlies, insbesondere Malivlies, den Erstrücken, eingebracht. Die Gestalt eines Velours-Teppichs wird hierbei dadurch erhalten, dass durch die Nadeln einzelne Fasern aus dem Faservlies, insbesondere Malivlies in das Bürstenband hineingetragen werden.

    [0011] Dieses Verfahren liefert zwar Velours-Teppiche, welche denen nach dem Tuftingverfahren hergestellten Velours-Teppichen ähnlich sind, doch weisen Erstere ein etwas schlechteres Eigenschafts-Profil auf als Letztere. Tuftingvelours-Teppiche besitzen nämlich in der Regel eine höhere Faserdichte. Eine hohe Faserdichte gilt wiederum als ein wichtiges Qualitätsmerkmal solcher Velours-Teppiche, da sie unter anderem bessere Reinigungseigenschaften, eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Druckbelastung und eine bessere Abriebsfestigkeit zur Folge hat.

    [0012] JP 06 299453 A beschreibt ein Verfahren zur Herstellung eines Velours-Teppichs, wobei ein Vlies mit einer Nadelmaschine vernadelt wird, anschließend das Vlies von dem Band getrennt wird, bevor ein weiteres Vlies auf der Rückseite des Vlieses aufgelegt wird.

    [0013] DE 44 09 771 A1 beschreibt ein Verfahren zum Herstellen eines Velournadelfilzes. Zum Herstellen eines Velournadelfilzes wird ein gegebenenfalls vorgenadeltes Stapelfaservlies (12) auf eine umlaufende, bürstenartige Stichunterlage (3) aufgelegt und dann unter einer Polausbildung auf der der Stichunterlage (3) zugekehrten Seite genadelt. Um die Verzugsfestigkeit des Velournadelfilzes zu steigern, wird vorgeschlagen, dass das Stapelfaservlies (12) unter Zwischenlage einer Schicht mit einer höheren Verzugsfestigkeit als das Stapelfaservlies (12), insbesondere eines Spinnvlieses (9), auf die bürstenartige Stichunterlage (3) aufgelegt wird und dass dann beim Nadeln die Polfasern durch die Schicht mit der höheren Verzugsfestigkeit gezogen werden.

    [0014] EP 0 183 952 A1 beschreibt eine Anlage zum Herstellen strukturierter textiler Velournadelfilzbahnen. Insbesondere beschrieben wird eine Anlage zum Herstellen von strukturierten textilen Velournadelfilzbahnen aus einem vorgenadelten Vlies aus Stapelfasern, bestehend aus einer Vlieslegemaschine, wobei wenigstens die Velournadelmaschine (15) mit einem, das zu nadelnde Vlies (14) tragenden und als Stichunterlage dienenden, endlosen Bürstenband (21) ausgerüstet ist, welches aus einer Vielzahl von die Borstenbüschel (25) tragenden Bürstenplatten (24) zusammengesetzt ist, deren Außenkanten (26) zickzackförmig derart ausgebildet sind, dass die Kanten (26) jeweils einander benachbarter Bürstenplatten (24) in der Weise ineinandergreifen, dass die Borstenbüschel (25) entlang den Außenkanten (26) die gleichen Abstände voneinander haben wie die im inneren Bereich der Bürstenplatte (24), die Borsten der Borstenbüschel (25) an ihrem freien Ende konisch oder keilförmig angeschliffen sind, die Niederhalteplatte auf der Faservliesbahn (14) aufliegt und gegen diese niedergedrückt wird und zur dreidimensionalen Strukturierung des vorgenadelten Faservlieses Kronennadeln (23) Anwendung finden.

    [0015] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Verfahren des Standes der Technik und hier insbesondere das oben geschilderte "einfachere" Verfahren zur Herstellung von Velours-Teppichen dahingehend zu verbessern, dass sich ein Velours-Teppich mit einer höheren Faserdichte herstellen lässt, als dies nach den bisher bekannten Verfahren des Standes der Technik möglich ist.

    [0016] Gelöst wird die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Aufgabe in einer ersten Ausführungsform durch ein Verfahren zur Herstellung eines Velour-Teppichs mit den folgenden Schritten:

    a) Vernadeln eines Vlieses / Malivlieses (1) auf einem Bürstenband (3) mit einer Nadelmaschine (2), wobei man ein Pol/Trägervlies in das Bürstenband (3) und teilweise wieder zurück zieht, so dass die Fasern des Pol/Trägervliese in der Ebene des Bürstenbandes (3) liegen,

    a1) Auflegen eines weiteren Vlieses / Malivlieses (1), insbesondere eines Pol/Trägervlieses, auf die Rückseite des Vlieses / Malivlieses (1) zwischen einer ersten und zweiten Nadeleinheit (2) zur Erhöhung der Faserdichte bzw. Steigerung der Polstabilität,

    b) Trennen des Vlieses (1) von dem Bürstenband (3) mittels Walzenbürste (4) und gleichzeitiges

    c) Aufbürsten der Polseite bevor die Schlingen aufgeschnitten werden und
    nach Schritt c) Besprühen der Rückseite des Vlieses / Mativlieses (1) mit Wasser, trocknen und einbinden.



    [0017] Bei einem herkömmlichen (einlagigen) Dilour kann man mit zunehmender Einstichdichte die Poldichte ab einer gewissen Grenze nicht mehr steigern. Dies wird durch zwei Ursachen verhindert, nämlich der Abnahme der Faserbeweglichkeit bei zunehmender Vliesverdichtung und durch den Rückholeffekt durch Mehrfacherfassung derselben Polschlingen. Erfindungsgemäß wird der Rückholeffekt durch das Zuführen des zweiten Vlieses mit einem neuen Vorrat an wenig verdichteten und hochbeweglichen Fasern vermieden.

    [0018] Im Nachfolgenden werden die verschiedenen Varianten des erfindungsgemä-βen Verfahrens näher erläutert:

    Referenz-Variante 1:



    [0019] Schritt a) ist dabei zum einen so zu verstehen, dass das Pol/Trägervlies in das Bürstenband eingebracht werden kann (analog dem Tuftingverfahren). Alternativ und/oder kumulativ können aber auch die Fasern des Vlieses / Malivlieses die Polschicht darstellen; in diesem Falle wird also von außen kein separates Polgarn eingeführt, sondern die Fasern durch die Nadeln mit in das Bürstenband hineingezogen (analog dem oben beschriebenen "einfacheren" Verfahren ohne Polgarn).

    [0020] Das Vlies / Malivlies wird nach der Vernadelung nicht nur in Schritt b) vom Bürstenband getrennt. In Schritt c) werden darüber hinaus zusätzliche Fasern mittels Bürsten aus dem Vlies herausgearbeitet. Damit wird ein definierter Faserstand erzielt und das Vlies behält seine Trägerschicht. Die Faserdichte ist somit bei gleichen Gewichten 1,5 bis 2 Mal höher als dies bei Standardvelours-Teppichen der Fall ist. Durch den Einsatz von Bindefasern wird die Faserdichte noch weiter gesteigert.

    [0021] Insbesondere ist es bei dem oben beschriebenen Verfahren vorteilhaft, wenn die Schritte b) und c) gleichzeitig durchgeführt werden. Dies entspricht in der Summe einer Einsparung eines Verfahrensschrittes und ist somit unter Verfahrens-ökonomischen Gesichtspunkten besonders günstig.

    [0022] Weiterhin ist es bevorzugt, dass man nach Schritt c) die Rückseite des Vlieses mit Wasser und/oder einer handelsüblichen Dispersion besprüht oder nur durch Einsatz von Bindefasern und insbesondere spannungslos trocknet. Hierdurch wird der Stand der Fasern fixiert und die Faserdichte nochmals erhöht. Gleichzeitig werden die Fasern eingebunden.

    [0023] Weiterhin ist es bevorzugt, dass man nach Schritt c) die Polseite des Vlieses / Malivlieses zur Aufstellung der Fasern gegen den Strich bürstet, und überstehende Fasern abschert. Dadurch wird der Stand der Fasern noch einmal zusätzlich fixiert und die Oberfläche des Velours-Teppichs deutlich geglättet, was insbesondere für solche Anwendungen von Bedeutung ist, bei denen die Polseite die Sichtseite des Velours-Teppichs darstellt.

    [0024] Bevorzugt setzt man ein Vlies / Malivlies und/oder ein Polgarn ein, welches Fasern aus Polypropylen (PP), Polyester (PES), Polyamid (PA) oder deren Mischungen umfasst.

    [0025] Der jeweilige Vorteil der Fasern und/oder Fasermischungen liegt je nach Anwendung im Preis, in der Lichtechtheit und dem Abriebwert.

    [0026] Weiterhin setzt man bevorzugt ein Vlies / Malivlies und/oder ein Pol/Trägervlies ein, dessen/deren Fasern eine Garnfeinheit in einem Bereich von 3,3 bis 11 dtex aufweisen.

    [0027] Der jeweilige Vorteil liegt in der höheren Dichte bei gleichen Fasereinsatzgewichten, in der verbesserten Reinigungsfähigkeit und in der Erhöhung der Abriebwerte.

    [0028] Insbesondere ist es bevorzugt, dass man als Vlies / Malivlies ein verdichtetes Pol/Trägervlies einsetzt, insbesondere ein Vlies mit einem Festigkeitsverhältnis von längs/quer = 1,0/1,2 bis 1,4.

    [0029] Es dient dem höheren Fasertransport während der Vernadelung, sowie der besseren Dehneigenschaften im Verformprozess.

    Erfindungsemäße Variante 2:



    [0030] Zur Erhöhung der Faserdichte bzw. Steigerung der Polstabilität wird zwischen den Schritten a) und b) ein weiteres Vlies / Malivlies, insbesondere ein Pol/Trägervlies, auf die Rückseite des Vlieses / Malivlieses auflegt.

    [0031] Unter Verwendung eines solchen zusätzlichen Pol/Trägervlies resultiert letzten Endes eine etwa 2 bis 3 mal höhere Faserdichte als bei Standardvelours-Teppichen. Die zusätzliche Steigerung der Pol dichte und Verwendung des Malivlieses bedingt einen verbesserten, das heißt verminderten Abrieb, eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Druckbelastung sowie eine erhöhte Reinigungsfähigkeit.

    [0032] Das erfindungsgemäße Verfahren soll beispielhaft anhand der Fig. 1 bis 6 erläutert werden.

    [0033] In Fig. 1 wird das auf dem Bürstenband 3 aufliegende Pol/Trägervlies 1 zunächst vernadelt und dabei verdichtet. Eine Vielzahl von Nadeln sind an dem Nadelbalken 2 angebracht. Nach diesem Schritt wird das vernadelte Vlies / Malivlies durch die Walzenbürsten 4 von dem Bürstenband getrennt - entsprechend einer gleichzeitigen Durchführung der Schritte b) und c).

    [0034] In Fig. 2 ist erfindungsgemäß dargestellt, wie das zunächst unverdichtete und auf dem Bürstenband 3 aufliegende Pol/Trägervlies 1 unter Hinzuziehung des Nadelbalkens 2 zunächst verdichtet und anschließend mit dem zusätzlichen Pol/Trägervlies 9 vernadelt wird. Die gleichzeitige Durchführung der Schritte c) und d) erfolgt auch in diesem Falle durch die Walzenbürsten 4.

    [0035] Fig. 3 zeigt die rückseitige Besprühung des Vlieses mit Wasser und/oder Dispersion mit Hilfe des Sprühbalkens 5 oder nur Verwendung von Bindefasern und eine sich daran anschließende (spannungslose) Trocknung über die Hängeschleife 6, wobei der Stand der Fasern fixiert, die Faserdichte noch einmal erhöht wird und eine gleichzeitige Einbindung der Fasern stattfindet.

    [0036] Fig. 4 zeigt einen sich in der Regel an die Trocknung anschließenden Verfahrensschritt, beim dem die fixierten Fasern mit der weiteren Bürste 7 zunächst gegen den Strich aufgestellt werden. Anschließend wird das Vlies / Malivlies über einen Schertisch geleitet und Faserschlingen mit dem Scherzylinder 8 abgeschoren.

    [0037] Fig. 5 zeigt eine Ausführungsform der Walzenbürsten 4.

    [0038] Fig. 6 zeigt den schematisch dargestellten Velours-Teppich 10, welcher noch einmal in einer Makroaufnahme 11 dargestellt ist, den man durch das erfindungsgemäße Verfahren erhält.

    Bezugszeichen:



    [0039] 
    1
    (Pol/Träger-) Vlies / Malivlies
    2
    Nadelbalken
    3
    Bürstenband
    4
    Walzenbürsten
    5
    Sprühbalken
    6
    Hängeschleife
    7
    Bürste
    8
    Schertisch mit Scherzylinder
    9
    Zusätzliches Pol / Trägervlies
    10
    Prinzipzeichnung
    11
    Makroaufnahme

    Ausführungsbeispiele :



    [0040] Anhand des oben beschriebenen Verfahrens wurden zwei verschiedene Velours-Teppichmaterialien hergestellt (im Folgenden als Variante I bzw. Variante II bezeichnet - letzterer wurde unter Verwendung eines zusätzlichen Pol/Trägervlies 9, wie es in Fig. 2 dargestellt ist, hergestellt).

    [0041] In der folgenden Tabelle 1 sind die erhaltenen Velours-Teppichmaterialien Var. I bzw. Var. II anderen Materialien des Standes der Technik (Tuft Velours BCF bzw. Velours Standard) gegenübergestellt.

    [0042] Die Pfeile stellen einen Vergleich der erfindungsgemäßen Materialien mit denen des Standes der Technik dar. Es bedeuten (jeweils bezogen auf ähnliche Polgewichte) :

    ⇒ gleich gut

    ⇑ besser

    ⇓ schlechter



    [0043] Wie aus dieser Tabelle ersichtlich ist, weisen die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Velours-Teppichmaterialien durchweg günstigere Eigenschaften auf, als dies bei den Materialien des Standes der Technik der Fall ist.
    Tabelle 1:
      Variante I Variante II Tuft Velours BCF Variante I Variante II Velours Standard
    Pol            
    Feinfasern 3,3 - 4,4 dtex 6,7 - 11 dtex 8 - 10 dtex 3,3 - 4,4 dtex 6,7 - 11 dtex 6,7 - 17 dtex
    Poleinsatzgewicht 300 g/m2 150 g/m2 270 g/m2 300 g/m2 150 g/m2 450 - 600 g/m2
    Träger --------- 150 g/m2 120 g/m2 --------- 150 g/m2 ---------
    Geschoren ja ja ja ja Ja nein
    Gesamtgewicht 270 g/m2 270 g/m2 360 g/m2 270 g/m2 270 g/m2 450 - 600 g/m2
    Faserdichte hoch ⇑ sehr hoch ⇑⇑ mittel hoch ⇑ sehr hoch ⇑⇑ gering - mittel
    Faserstand gut ⇑ sehr gut ⇑⇑ mittel bis gut gut ⇑ sehr gut ⇑⇑ mittel
    Abrieb befriedigend ⇒ befriedigend ⇒ befriedigend befriedigend ⇒ befriedigend ⇒ befriedigend
    Reinigung befriedigend ⇓ gut ⇒ gut+ befriedigend ⇑ gut ⇑⇑ gut+
    Auszugsgrad gut ⇑ sehr gut ⇑⇑ gering gut ⇑ sehr gut ⇑⇑ gut
    Aufzeilung gering ⇑ gering ⇑⇑ hoch gering ⇑ gering ⇑⇑ gering
    Preis gering ⇑⇑ gering ⇑ mittel bis hoch gering ⇑⇑ gering ⇑ hoch



    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung eines Velour-Teppichs mit den folgenden Schritten:

    a) Vernadeln eines Vlieses / Malivlieses (1) auf einem Bürstenband (3) mit einer Nadelmaschine (2), wobei man ein Pol/Trägervlies in das Bürstenband (3) und teilweise wieder zurück zieht, so dass die Fasern des Pol/Trägervliese In der Ebene des Bürstenbandes (3) liegen,

    a1) Auflegen eines weiteren Vlieses / Malivlieses (9), insbesondere eines Pol/Trägervlieses, auf die Rückseite des Vlieses / Malivlieses (1) zwischen einer ersten und zweiten Nadeleinheit (2) zur Erhöhung der Faserdichte bzw. Steigerung der Polstabilität,

    b) Trennen des Vlieses (1) von dem Bürstenband (3) mittels Walzenbürste (4) und gleichzeitiges

    c) Aufbürsten der Polseite bevor die Schlingen aufgeschnitten werden und nach Schritt c) Besprühen der Rückseite des Vlieses / Malivlieses (1) mit Wasser, trocknen und einbinden.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man in Schritt c) die Polseite des Vlieses (1) zur Aufstellung der Fasern gegen den Strich bürstet, und die überstehenden Fasern abschert.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Vlies / Malivlies (1) und/oder ein Pol/Trägervlies (4) einsetzt, welches Fasern aus PP, PES, PA oder deren Mischungen umfasst.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Vlies / Malivlies (1) und/oder ein Polgarn einsetzt, dessen/deren Fasern eine Garnfeinheit in einem Bereich von 3,3 bis 11 dtex aufweisen.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Vlies / Malivlies (1) ein verdichtetes Pol/Trägervlies einsetzt, insbesondere ein Vlies / Malivlies (1) mit einem Festigkeltsverhältnis von längs/quer = 1,0/1,2-1,4.
     
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man zwischen den Schritten a) und b) ein weiteres Vlies / Malivlies (1), insbesondere ein Pol/Trägervlies, auf die von dem Bürstenband (3) abgewandte Seite des Vlieses / Malivlieses (1), insbesondere zwischen einer ersten und zweiten Nadeleinheit (2) auflegt.
     


    Claims

    1. A process for preparing a velour carpet, comprising the following steps:

    a) needling a web/Malifleece (1) on a brush belt (3) using a needling machine (2), a pile/support web being drawn into the brush belt (3) and partially back again, so that the fibers of the pile/support web are in the plane of the brush belt (3);

    a1) applying a further web/Malifleece (1), especially a pile/support web, to the back side of the web/Malifleece (1) between a first and a second needling unit (2) to increase the fiber density and enhance the pile stability;

    b) separating the web (1) from the brush belt (3) by means of a roller brush (4); and simultaneously

    c) brushing up the pile side before the loops are cut open; and
    after step c), spraying the back side of the web/Malifleece (1) with water, drying, and integrating.


     
    2. The process according to claim 1, characterized in that the pile side of the web (1) is brushed against the grain in step c) for erecting the fibers, and protruding fibers are shorn off.
     
    3. The process according to claim 1 or 2, characterized in that a web/Malifleece (1) and/or a pile/support web (4) comprising fibers of PP, PES, PA or mixtures thereof is employed.
     
    4. The process according to any of claims 1 to 3, characterized in that a web/Malifleece (1) and/or a pile yarn whose fibers have a yarn count within a range of from 3.3 to 11 dtex is employed.
     
    5. The process according to any of claims 1 to 4, characterized in that a densified pile/support web, especially a web/Malifleece (1) with a longitudinal/transversal strength ratio of 1.0/1.2-1.4, is employed as the web/Malifleece (1).
     
    6. The process according to any of claims 1 to 5, characterized in that a further web/Malifleece (1), especially a pile/support web, is applied to the side of the web/Malifleece (1) facing away from the brush belt (3) between steps a) and b), especially between a first and a second needling unit (2).
     


    Revendications

    1. Procédé pour préparer un tapis en velours, comprenant les étapes consistant à :

    a) aiguilleter une voile/Malifleece (1) sur une courroie brosse (3) avec une aiguilleteuse (2), une voile de poils/de support étant tirée dans ladite courroie brosse (3) et partiellement retirée de manière que les fibres de la voile de poils/de support se situent dans le plan de la courroie brosse (3),

    a1) appliquer une autre voile/Malifleece (1), notamment une voile de poils/de support, sur l'envers de ladite voile/Malifleece (1) entre une première et une deuxième unité d'aiguille (2) pour augmenter la densité de fibres et pour augmenter la stabilité des poils,

    b) séparer la voile (1) de la courroie brosse (3) au moyen d'une brosse circulaire (4), et simultanément à

    c) brosser le côté des poils avant d'ouvrir les boucles, et après l'étape c), asperger l'envers de la voile/Malifleece (1) avec de l'eau, sécher et intégrer.


     
    2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on brosse le côté des poils de la voile (1) contre les poils dans l'étape c) pour redresser les fibres, et que l'on coupe les fibres protubérantes.
     
    3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'on utilise une voile/Malifleece (1) et/ou une voile de poils/de support (4), qui comporte des fibres de PP, PES, PA ou des mélanges de ceux-ci.
     
    4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que l'on utilise une voile/Malifleece (1) et/ou un fil poil dont les fibres ont un denier compris entre 3,3 et 11 dtex.
     
    5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que l'on utilise une voile de poils/de support (4) densifiée en tant que voile/Malifleece (1), notamment une voile/Malifleece (1) ayant un rapport de la résistance dans la direction longitudinale à la résistance dans la direction transversale de 1,0/1,2-1,4.
     
    6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'on applique une autre voile/Malifleece (1), notamment une voile de poils/de support, sur le coté de la voile/Malifleece (1) opposé à la courroie brosse (3), notamment entre une première et une deuxième unité d'aiguille (2), entre les étapes a) et b).
     




    Zeichnung














    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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