[0001] Die Erfindung betrifft einen variablen Tisch mit einer Tischplattenanordnung und
mit Stützen für die Tischplattenanordnung. Der variable Tisch ist zwischen einer Stehtischkonfiguration
und einer Sitztischkonfiguration reversibel umwandelbar und die Tischplattenanordnung
ist in der Stehtischkonfiguration gegenüber der Sitztischkonfiguration angehoben.
[0002] In verschiedenen Situationen werden oft auf begrenztem Raum sowohl Sitztische als
auch Stehtische benötigt. So wurde z. B. erkannt, dass es für Mitarbeiter, die hauptsächlich
Schreibtischarbeiten ausführen, körperlich entlastend sein kann, diese wahlweise sitzend
oder stehend durchführen zu können. Auch im Gastronomiebereich werden oftmals im Rahmen
einer Veranstaltung zunächst Stehtische oder Partytische, beispielsweise für Empfänge,
und dann im späteren Verlauf der Veranstaltung Sitztische, z. B. Esstische, benötigt.
Meist stehen in diesen Fällen begrenzte Räumlichkeiten zur Verfügung und gerade im
Gastronomiebereich, etwa im Catering, ist die Versorgung mit zwei Tischgarnitursortimenten
oft mit einem erheblichen logistischen Aufwand verbunden. Daher ist es wünschenswert,
Tische zur Verfügung zu haben, welche sich von einer Stehtischkonfiguration in eine
Sitztischkonfiguration und natürlich umgekehrt umwandeln lassen. Für Büroanwendungen
werden hier meist Tische eingesetzt, welche eine einzige Tischplatte haben, und deren
Stützen durch meist aufwendige Mechanismen elektrisch oder mechanisch in ihrer Länge
angepasst werden können, so dass die gemeinsame Tischplatte auf Sitztisch- bzw. auf
Stehtischhöhe eingestellt werden kann.
[0003] Um auf solch aufwendige Mechanismen zu verzichten, ist in der
DE 10 2005 010 241 A1 ein höhenverstellbarer Tisch mit einer Tischplattenanordnung und mit Stützen für
die Tischplattenanordnung vorgeschlagen. Der Tisch ist zwischen einer Stehtischkonfiguration
und einer Sitztischkonfiguration reversibel umwandelbar, und seine Tischplatten ist
in der Stehtischkonfiguration gegenüber der Sitztischkonfiguration angehoben. Die
Stützen weisen dabei eine L-förmige Ausgestaltung auf und sind mit jeweils einem freien
Schenkelende an der Tischplatte schwenkbeweglich bezüglich gegenüberliegender Schwenkachsen
angebracht. In der Sitztischkonfiguration liegt der Schenkel, welcher unmittelbar
an der Tischplatte angebracht ist, an der Tischplatte an, während der andere Schenkel
eine Stütze bildet. Zur Umwandlung von der Sitz- in die Stehtischkonfiguration werden
die Stützen von der Tischplatte weggeschwenkt. Während also in der Sitztischanordnung
die Tischhöhe durch einen Schenkel der L-förmigen Stützen bestimmt ist, ist in der
Stehtischkonfiguration die Höhe der Tischplattenanordnung in etwa durch die Länge
der geradlinigen Verbindungslinie zwischen den Schenkelenden jeder Stütze bestimmt.
[0004] Bei diesem höhenverstellbaren Tisch genauso wie bei den eingangs beschriebenen Bürotischen
hat die Tischplattenanordnung sowohl in der Stehtischkonfiguration als auch in der
Sitztischkonfiguration dieselbe Konfiguration und Fläche. Gerade aber beim gastronomischen
Einsatz von Stehtischen ist es äußerst wünschenswert, wenn Stehtische eine eher kleine
Tischfläche besitzen, da dies erheblich die Kommunikation und Geselligkeit fördert.
Sitztische hingegen müssen eine größere Fläche aufweisen, um genug Abstellfläche für
Teller, Besteck, Gläser, Dekoration, Getränke, Speisen usw. bereitzustellen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen variablen Tisch zur Verfügung
zu stellen, welcher auf einfache Art und Weise zwischen einer Stehtischkonfiguration
und einer Sitztischkonfiguration reversibel umwandelbar ist und gleichzeitig die wünschenswerten
Anforderungen an Sitz- und Stehtische erfüllt.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen variablen Tisch mit einer Tischplattenanordnung
und mit Stützen für die Tischplattenanordnung, wobei der Tisch zwischen einer Stehtischkonfiguration
und einer Sitztischkonfiguration reversibel umwandelbar ist und die Tischplattenanordnung
in der Stehtischkonfiguration gegenüber der Sitztischkonfiguration angehoben ist,
wobei der Tisch dadurch gekennzeichnet ist, dass die Tischplattenanordnung in der
Stehtischkonfiguration anders konfiguriert ist als in der Sitztischkonfiguration,
wobei das Anheben der Tischrplattenanordnung und die Konfigurationsänderung der Tischplattenanordnung
beim Wechsel zwischen der Stehtischkonfiguration und der Sitztischkonfiguration einander
bedingen.
[0007] Eine Folge der Konfigurationsänderungen ist einerseits, dass der variable Tisch in
seiner Stehtischkonfiguration eine kleinere Nutzfläche aufweist als in seiner Sitztischkonfiguration
und andererseits, dass sich die Tischhöhe ändert. Damit werden gerade die eingangs
gewünschten Anforderungen an einen Stehtisch, z. B. Partytisch, und an einen Sitztisch,
z. B. Esstisch, erfüllt. Der Mechanismus zur Umwandlung des Tisches ist derart ausgelegt,
dass sich die Konfigurationsänderung der Tischplattenanordnung, also beispielsweise
die Größe der Nutzfläche und die Veränderung der Tischhöhe bedingen. Diese Verknüpfung
ermöglicht zudem eine äußerst einfache Handhabung bei der Umwandlung von der Sitz-
in die Stehtischkonfiguration, da nicht einzeln für die Konfiguration der Tischplatte
und die Veränderung der Tischhöhe gesorgt werden muss.
[0008] Besonders vorteilhaft für eine solche Funktionalität ist es, wenn die Tischplattenanordnung
wenigstens zwei Sitztischplattensegmente und wenigstens zwei Stehtischplattensegmente
umfasst, wobei in der Sitztischkonfiguration die Sitztischplattensegmente eine Sitztischplatte
bilden und in der Stehtischkonfiguration die Stehtischplattensegmente eine Stehtischplatte
bilden. Durch diese segmentelle Ausgestaltung der Tischplatten lassen sich die erforderlichen
bedingten Konfigurationsänderungen effizient erreichen. Gleichzeitig werden stabile
Sitztischplatten und Stehtischplatten in der jeweiligen Konfiguration erhalten. Zudem
ist es möglich, die Nutzoberfläche bezüglich der Anforderungen in der jeweiligen Konfiguration
und bezüglich ästhetischer Aspekte zu gestalten.
[0009] Es hat sich gezeigt, dass es besonders vorteilhaft ist, wenn in der Sitztischkonfiguration
die Sitztischplatte eine wenigstens um den Faktor 2,5 bis 3,5 größere Nutzfläche als
die Stehtischplatte in der Stehtischkonfiguration aufweist. Durch die derart bemessenen
Tischplatten wird einerseits eine optimal bemessene Nutzfläche des Tisches sowohl
in der Stehtischkonfiguration als auch in der Sitztischkonfiguration erreicht. Andererseits
ergibt sich so eine optimale Tischhöhe in der Stehtischkonfiguration, wenn durch das
gegenseitige Bedingen der Konfigurationsänderungen diese Tischhöhe von der Fläche
der Sitztischplatte mitbestimmt ist.
[0010] Um die Konfigurationsänderung einfach durchführen zu können und den Zusammenhang
der Konfigurationsänderungen herstellen zu können, sind vorzugsweise die Stehtischplattensegmente
an zwei in der Sitztischkonfiguration entgegengesetzten Enden der Sitztischplatte
schwenkbar um parallel zueinander verlaufende erste Schwenkachsen an den Sitztischplattensegmenten
angeordnet. Die Sitztischplattensegmente sind um parallel zu den ersten Schwenkachsen
verlaufende zweite Schwenkachsen schwenkbar an den Stützen angeordnet und die Stützen
sind relativ zueinander auf einer gemeinsamen Basis bewegbar, so dass durch Verschwenken
der Stehtischplattensegmente um die ersten Schwenkachsen, durch Verschwenken der Sitztischplattensegmente
um die zweiten Schwenkachsen und durch Bewegen der Stützen relativ zueinander die
Umwandlung des Tisches zwischen der Sitztischkonfiguration und der Stehtischkonfiguration
und umgekehrt durchführbar ist.
[0011] Um eine hohe Stabilität des Tisches zu erreichen, ist es sehr vorteilhaft, wenn die
Stützen schwenkbar um zu den ersten und zweiten Schwenkachsen parallele dritte Schwenkachsen
an der gemeinsamen Basis angeordnet sind. Bevorzugt wird hierbei die Relativbewegung
in der Ebene der Basis der beiden Stützen zueinander unterbunden, so dass die Relativbewegung
nur noch als Schwenkbewegung ausführbar ist.
[0012] Für einen kompakten und einfach zu transportierenden Aufbau und zudem zur Erhöhung
der Stabilität haben die Stützen vorzugsweise eine gemeinsame Basis in Form einer
Grundplatte.
[0013] Um das Prinzip des erfindungsgemäßen Tisches besonders funktionell und einfach handhabbar
zu realisieren, sind die Stützen gewinkelt ausgebildet und schließen bevorzugt einen
Winkel zwischen 40° und 55°, insbesondere von etwa 48° ein, wobei die Ebene des Winkels
senkrecht zu den ersten, zweiten und dritten Schwenkachsen liegt.
[0014] Eine Umwandlung von der Sitztischkonfiguration in die Stehtischkonfiguration läuft
dann beispielsweise wie folgt ab:
In der Sitztischkonfiguration sind die Stehtischplattensegmente und die Sitztischplattensegmente
im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet, wobei die Stehtischplattensegmente
unterhalb der Sitztischplattensegmente liegen und an diesen anliegen.
[0015] Es wird zunächst jedes Stehtischplattensegment bezüglich seiner ersten Schwenkachse
relativ zum Sitztischplattensegment nach außen geschwenkt, vorzugsweise bis Sitz-
und Stehtischplattensegment einen Winkel von etwa 70° einschließen. Sodann werden
die Sitztischplattensegmente gegenüber den Stützen bezüglich ihrer zweiten Schwenkachsen
nach innen verschwenkt, vorzugsweise so, dass sich die Nutzflächen der Sitztischplattensegmente
einander annähern und damit auch die mit den Sitztischplattensegmenten verbundenen
Stehtischplattensegmente. Durch Relativbewegung der Stützen zueinander bezüglich einer
gemeinsamen Basis werden daraufhin die nun an den Stützen anliegenden Sitztischplattensegmente
so mitbewegt, dass sich die daran befestigten Stehtischplattensegmente annähern, bis
sie aneinander anliegen. Bevorzugt liegen dann auch die Nutzoberflächen der Sitztischplattensegmente
vollständig aneinander an. Durch ein vollständiges Aufschwenken der Stehtischplattensegmente
relativ zu den Sitztischplattensegmenten, bevorzugt so, dass die Sitz- und Stehtischplattensegmente
einen Winkel von 90° einschließen, bilden dann die Stehtischplattensegmente eine waagerechte
gemeinsame Stehtischoberfläche.
[0016] Es ist auch vorstellbar, die Stehtischplattensegmente an in der Sitztischkonfiguration
benachbart liegenden Seiten der Sitztischplattensegmente anzubringen und dann die
Sitztischplattensegmente zunächst bezüglich der Stützen nach außen zu verschwenken
und erst im Folgenden durch Relativbewegung der Stützen zueinander die den Nutzoberflächen
gegenüberliegenden Seiten der Sitztischplattensegmente zueinander zu führen und somit
die Stehtischplatte auszubilden.
[0017] Für eine weitere Erhöhung der Stabilität des variablen Tisches sorgen vorzugsweise
Stabilisierungsmittel zur Stabilisierung des Tisches in der Sitztischkonfiguration,
die durch Verschwenken der Stehtischplattensegmente um die ersten Schwenkachsen betätigbar
sind, um den Tisch zur Überführung in die Stehtischkonfiguration freizugeben. Vorzugsweise
sind diese Stabilisierungsmittel auch dazu betätigbar, den Tisch in der Stehtischkonfiguration
zu stabilisieren.
[0018] Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung dieser Stabilisierungsmittel ist ein jeweiliges
Schubgestänge an jedem Sitztischplattensegment, wobei in der Sitztischkonfiguration
des Tisches ein Teil des Schubgestänges eines jeweiligen Sitztischplattensegmentes
mit dem jeweils anderen Sitztischplattensegment in einem den Tisch in der Sitztischkonfiguration
stabilisierenden Eingriff steht. Es ist vorteilhaft, wenn das Schubgestänge zumindest
teilweise in dafür vorgesehenen Hohlräumen der Sitztischplattensegmente verläuft.
In der Sitztischkonfiguration des Tisches greift dann das Schubgestänge eines jeweils
gegenüberliegenden Sitztischplattensegmentes in entsprechend ausgestaltete Hohlräume
des jeweilig anderen gegenüberliegenden Sitztischplattensegmentes ein. Dadurch wird
eine hohe Stabilität der Sitztischplattensegmente relativ zueinander in der Sitztischkonfiguration
erreicht. Es ist auch vorstellbar, dass das Schubgestänge unmittelbar unterhalb, also
an einer Fläche gegenüberliegend der Nutzfläche der Sitztischplattensegmente, in dafür
vorgesehenen Führungen verläuft. Ein Aufheben dieser durch das Schubgestänge hervorgerufenen
Stabilisierung der Sitztischplattensegmente zueinander erfolgt durch das Nach-außen-Schwenken
des Stehtischplattensegmentes eines jeweiligen Sitztischplattensegmentes, was ein
"Herausziehen" des Schubgestänges eines jeweiligen Sitztischplattensegmentes aus dem
gegenüberliegenden Sitztischplattensegment zur Folge hat und damit die Aufhebung der
Stabilisierung. Vorzugsweise erfolgt dieses vollständige Aufheben der Stabilisierung
von Steh- zu Sitztischplattensegment bei einem Winkel von etwa 70°. Für eine hohe
Stabilität ist es bevorzugt, wenn für eine jeweilige Sitztischplatte zwei Schubgestänge
vorhanden sind.
[0019] Vorteilhafterweise ist für eine solche Funktionalität das Schubgestänge derart ausgebildet,
dass jedes der Schubgestänge eine an dem betreffenden Sitztischplattensegment verschiebbar
geführte Schubstange und eine die Schubstange mit dem an diesem Sitztischplattensegment
schwenkbar angeordneten Stehtischsegment verbindende Gelenkanordnung aufweist, die
dazu eingerichtet ist, eine Schwenkbewegung des Stehtischsegmentes um die erste Schwenkachse
in eine Schubbewegung bzw. Zugbewegung der Schubstange zu übersetzen. Auch ist vorstellbar,
dass eine derartige Funktionalität durch eine einzige oder mehrere flexible Schubstangen,
die an den Stehtischplattensegmenten angebracht sind, erreicht wird.
[0020] Zur Stabilisierung des Tisches in der Stehtischkonfiguration bzw. Sitztischkonfiguration
wird es bevorzugt, dass eine Verriegelung der Tischplattenanordnung in der jeweiligen
Tischkonfiguration vorgesehen ist. Diese Verriegelung kann durch ineinander eingreifende
arretierbare Haken, Schnallen, schnell verriegelbare Schrauben, Rastelemente oder
dgl. erfolgen.
[0021] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Mittel zur Verriegelung Rastmittel aufweisen,
die selbsttätig in eine jeweilige Verriegelungsraststellung einrasten können. Durch
eine derartige Ausführung der Mittel zur Verriegelung muss bei der Umwandlung von
der Sitztischkonfiguration in die Stehtischkonfiguration und umgekehrt nicht durch
einen zusätzlichen Arbeitsschritt die Verriegelung ausgeführt werden. Alleine durch
das Erreichen der jeweiligen "Endstellung" der Konfiguration rasten die Verriegelungsmittel
selbsttätig ein. Vorzugsweise wird die selbsttätige Verriegelung dann aktiviert, wenn
ein jeweiliges Steh- und Sitztischplattensegment einen Winkel von ca 90° bzw. ca.
0° einschließen.
[0022] Es ist dabei sehr vorteilhaft, wenn die Verriegelungsmittel mit den Stabilisierungsmitteln
zusammenwirken.
[0023] Der variable Tisch ist bevorzugt aus den Materialien Holz, Metall oder Kunststoff
herzustellen. Dabei ist es beispielsweise zweckmäßig, die Tischplatten aus Holz oder
Kunststoff herzustellen, die Stützen, die Grundplatte und das Schubgestänge aus Metall.
Es kann auch daran gedacht werden, die Stehtischplattensegmente und die Sitztischplattensegmente
aus unterschiedlichen Materialien herzustellen. Um beispielsweise eine robuste Oberfläche
zu erhalten, in Situationen, wo dies erforderlich ist, können aber auch die Tischplatten
aus Metall bestehen.
[0024] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun in Bezugnahme auf die
Zeichnungen erläutert.
- Fig. 1A
- zeigt den variablen Tisch in seiner Sitztischkonfiguration in einer Seitenansicht
der Längsseite;
- Fig. 1B
- zeigt den Tisch der Fig. 1A in einer Seitenansicht der Stirnseite;
- Fig. 1C
- zeigt den Tisch der Fig. 1A in einer Draufsicht, wobei alle verdeckt liegenden Kanten
zu erkennen sind;
- Fig. 1D
- zeigt den Tisch der Fig. 1A in einer Draufsicht ohne ver- deckte Kanten;
- Fig. 2A - 2E
- zeigen einzelne Schritte bei der Umwandlung von der Sitztischkonfiguration in die
Stehtischkonfiguration, wobei in den Fig. 2A und 2B zur Darstellung des Schubgestän-
ges jeweils nur ein Sitztischplattensegment des variablen Tisches zu erkennen ist;
- Fig. 3A
- zeigt den variablen Tisch in seiner Stehtischkonfiguration in der Seitenansicht der
Fig. 1A;
- Fig. 3B
- zeigt den Tisch der Fig. 3A in der Stirnseitenansicht der Fig. 1B;
- Fig. 3C
- zeigt den Tisch der Fig. 3A in einer Draufsicht, wobei die verdeckten Kanten zu erkennen
sind;
- Fig. 3D
- zeigt den variablen Tisch der Fig. 3A in einer Draufsicht ohne versteckte Kanten;
- Fig. 4
- zeigt den variablen Tisch in einer Gegenüberstellung der Sitz- und Stehtischkonfiguration.
[0025] In Fig. 1A - 1D ist der variable Tisch 2 in seiner Sitztischkonfiguration 4 dargestellt,
wobei in der folgenden Beschreibung hauptsächlich auf den Tisch 2 in seiner Seitenansicht
in der Fig. 1A Bezug genommen wird. Der Tisch 2 hat eine Sitztischplatte 6 mit einer
Nutzoberfläche 8. Dabei besteht die Tischplatte 6 aus zwei Sitztischplattensegmenten
10, 12. An beiden Sitztischplattensegmenten 10, 12 sind Stehtischplattensegmente 14,
16 schwenkbeweglich an gegenüberliegenden, voneinander entfernten Außenseiten 18,
20 der Sitztischplattensegmente 10, 12 angebracht. Die Stehtischplattensegmente 14,
16 sind dabei schwenkbeweglich um parallel zueinander verlaufende erste Achsen 22,
24, welche parallel zu den Stirnseiten 26, 28 des Tisches 2 verlaufen. Jedes der Sitztischplattensegmente
10, 12 ist in einem Befestigungsbereich 33, 35 auf einer jeweiligen Stütze 30, 32
ebenfalls schwenkbeweglich um parallel zueinander und parallel zu den ersten Schwenkachsen
22, 24 verlaufende zweite Schwenkachsen 34, 36 angebracht. Die Stützen 30, 32 sind
gewinkelt ausgebildet mit einem Winkel α von etwa 45 bis 50°. Die beiden Stützen 30,
32 sind auf einem jeweiligen Tischfuß 38, 40 schwenkbeweglich um dritte Schwenkachsen
42, 44 angebracht. Die dritten Schwenkachsen 42, 44 verlaufen wiederum parallel zueinander
und parallel zu den ersten und zweiten Schwenkachsen 22, 24, 34, 36. Die Tischfüße
38, 40 sind fest mit einer gemeinsamen Grundplatte 46 verbunden.
[0026] Zur Darstellung der notwendigen Schritte für die Umwandlung von der Sitztischkonfiguration
4 in die Stehtischkonfiguration 5 wird auf die Fig. 2A - 2E Bezug genommen. In der
Fig. 2A ist der Tisch 2 in der Ansicht der Fig. 1A dargestellt. Um die anfänglichen
Schritte zur Auflösung der Sitztischkonfiguration 4 besser darstellen zu können, ist
nur die Hälfte des Tisches, also jeweils ein Sitztischplattensegment 12, ein zugehöriges
Stehtischplattensegment 16, eine Stütze 32 und ein Tischfuß 40 dargestellt. In dieser
Darstellung erkennt man einen Teil des zu der Sitztischplatte 12 gehörigen Schubgestänges
48. Die gegenüberliegende Sitztischplatte 10 besitzt ein ebensolches Schubgestänge
49 (vgl. Fig. 2C). Die Schubgestänge 48, 49 bestehen aus einer in der jeweiligen Sitztischplatte
geführten Schubstange 55, 57 und einer mit dieser über eine Gelenkanordnung 50, 51
verbundenen Hebelstange 52, 53. In der Sitztischkonfiguration 4 greift die Schubstange
55 der Sitztischplatte 12 in dafür vorgesehene Hohlräume der gegenüberliegenden Sitztischplatte
10 ein und stabilisiert so die Sitztischplattensegmente 10, 12 relativ zueinander.
In gleicher Weise greift die Schubstange 57 in die Sitztischplatte 12 ein. Die Schubstangen
55, 57 jeder Sitztischplatte 10, 12 sind mit den jeweiligen schwenkbeweglich an diesen
angeordneten Stehtischplatten 14, 16 über die Gelenkanordnung 50, 51 und die Hebelstange
52, 53 verbunden. Dabei sind die Schubstangen 55, 57 verschiebbar in den Sitztischplatten
10, 12 geführt. Durch das Zusammenwirken von beispielsweise Hebelstange 52 und Gelenkanordnung
50 wird eine Schwenkbewegung der Stehtischplatte 16 (angedeutet durch den Pfeil S
in Fig. 2B) in eine Schubbewegung bzw. Zugbewegung der Schubstange 55 übersetzt. Eine
identische Funktionalität ergibt sich für das gegenüberliegende Sitztischplattensegment
10, die Schubstange 57, das Stehtischplattensegment 14, die Hebelstange 53 und die
Gelenkanordnung 51. Das Aufschwenken der Stehtischplattensegmente 14, 16 relativ zu
den Sitztischplattensegmenten 10, 12 führt also dazu, dass die Schubstangen 55, 57
in die Sitztischplatten 10, 12 eingezogen werden. Dadurch wird die Stabilisierungsfunktion
der Schubstangen 55, 57 für die Sitztischkonfiguration 4 aufgehoben.
[0027] In Fig. 2C sind nun wieder beide Sitztischplattensegmente 10, 12 dargestellt. Ein
vollständiges Einziehen der Schubstangen 55, 57 wird erreicht, wenn Sitztischplattensegmente
10, 12 und Stehtischplattensegmente 14, 16 jeweils einen Winkel β von etwa 70° einschließen.
Durch das Aufheben der Stabilisierung sind die Sitztischplattensegmente 10, 12 schwenkbeweglich
um die Schwenkachsen 34, 36 relativ zu den Stützen schwenkbar. Es werden nun die Sitztischplattensegmente
10, 12 derart zu den Stützen 30, 32 verschwenkt, dass sich die Stehtischplattensegmente
14, 16 annähern. Dieses Verschwenken wird so lange fortgeführt, bis die Sitztischplattensegmente,
10, 12 an dem oberen Bereich 54, 56 der Stützen 30, 32 anliegen. Dabei sind die Sitztischplattensegmente
10, 12 so ausgebildet, dass sich die oberen Bereiche 54, 56 der Stützen 30, 32 vollständig
in dafür vorgesehene Aussparungen der Sitztischplattensegmente 10, 12 einfügen.
[0028] In einem weiteren Schritt zu erkennen in Fig. 2D werden nun die Stützen 30, 32 mit
den daran anliegenden Sitztischplattensegmenten 10, 12 bezüglich der dritten Schwenkachsen
42, 44 nach innen verschwenkt (angedeutet durch die Pfeile b und b'). Der Abstand
der beiden Tischfüße 38, 40 auf der Grundplatte 46 und der Winkel α der Stützen 30,
32 ist so bemessen, dass die an dem oberen Bereich 54, 56 der Stützen 30, 32 anliegenden
Sitztischplattensegmente 10, 12 beim Zusammentreffen über ihre vollständige die Nutzoberfläche
8 der Sitztischplatte bildende Oberfläche aneinander anliegen. Damit liegen auch die
Stehtischplattensegmente 14, 16 mit ihren benachbarten Kanten nahezu aneinander an.
[0029] Wie Fig. 2E zeigt, müssen nun lediglich die Stehtischplattensegmente 14, 16 vollständig
nach oben aufgeklappt werden (angedeutet durch die Pfeile c, c'), so dass die Sitztischplattensegmente
10, 12 und die Stehtischplattensegmente 14, 16 einen Winkel β von 90° einschließen.
Bei Erreichen dieses Winkels von 90°, also dem vollständigen Aufklappen werden selbsttätig
(nicht gezeigte) Verriegelungsmechanismen aktiviert, um die Stehtischkonfiguration
zu stabilisieren. Die beiden Stehtischplattensegmente 14, 16 bilden jetzt eine gemeinsame
Stehtischplatte 58.
[0030] Die Fig. 3A - 3D zeigen vergleichbar zu den Fig. 1A - 1C den variablen Tisch 2 in
seiner Stehtischkonfiguration 5 in der Seitenansicht, in der Stirnseitenansicht, in
einer Draufsicht mit verdeckten Kanten und in einer Draufsicht ohne verdeckte Kanten.
[0031] Eine Rückführung des Tisches 2 in die Sitztischkonfiguration ist umgekehrt analog
zu dem mit Bezugnahme auf Fig. 2A - 2E beschriebenen Vorgehen leicht möglich. Nach
Auflösen der Verriegelung der Stehtischkonfiguration können die Stehtischplattensegmente
14, 16 nach unten geklappt werden. Nach-außen-Schwenken der Stützen 30, 32 bezüglich
der dritten Schwenkachsen 42, 44 überführt den Tisch 2 in den Zustand der Fig. 2C,
Schwenken der Sitztischplattensegmente 10, 12 von den Stützen 30, 32 weg, bezüglich
der zweiten Schwenkachsen 34, 36, überführt dann den Tisch in die Situation der Fig.
2B. Das Nach-innen-Schwenken der Stehtischplattensegmente um die ersten Schwenkachsen
22, 24, bis ein jeweiliges Sitztischplattensegment 10, 12 und Stehtischplattensegment
14, 16 einen Winkel β von 0° einschließen, überführt dann den Tisch in die Situation
der Fig. 2A. Dabei werden die Schubstangen 55, 57 in die jeweilige Sitztischplatte
10, 12 eingeschoben. Das Nach-innen-Schwenken der Stehtischplattensegmente 14, 16
löst, sobald der Winkel β etwa den Wert 0° annimmt, das Verriegeln der Sitztischkonfiguration
4 aus.
[0032] Durch die vorangehend beschriebene Ausgestaltung des Tisches kann dieser, wie in
Fig. 4 nochmals schematisch verdeutlicht, zwischen seiner Sitztischkonfiguration 4
und seiner Stehtischkonfiguration 5 auf einfache Art und Weise und beliebig oft umgewandelt
werden. In dieser Gegenüberstellung der Sitztischkonfiguration 4 und der Stehtischkonfiguration
5 in der Fig. 4 wird der Gestaltungsspielraum für die Ausgestaltung des Tisches deutlich.
So lässt sich die Höhe des Tisches 2 in seiner Stehtischkonfiguration 5 zum einen
durch die Länge der Sitztischplattensegmente 10, 12, aber auch durch den Abstand der
Befestigungsbereiche 33, 35 bestimmen. Auch durch den Abstand der beiden Tischfüße
38, 40 und den Winkel α, welchen die Stützen in ihrem gewinkelten Bereich einschließen,
lässt sich auf die Tischhöhe, aber auch die Ausgestaltung des "Fußbereichs", auf welchem
Gäste an dem Tisch 2 stehen, Einfluss nehmen.
1. Variabler Tisch mit einer Tischplattenanordnung und mit Stützen für die Tischplattenanordnung,
wobei der Tisch (2) zwischen einer Stehtischkonfiguration (5) und einer Sitztischkonfiguration
(4) reversibel umwandelbar ist und die Tischplattenanordnung (6, 58) in der Stehtischkonfiguration
(5) gegenüber der Sitztischkonfiguration (4) angehoben ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Tischplattenanordnung (6, 58) in der Stehtischkonfiguration (5) anders konfiguriert
ist als in der Sitztischkonfiguration (4), wobei das Anheben der Tischplattenanordnung
(6, 58) und die Konfigurationsänderung der Tischplattenanordnung (6, 58) beim Wechsel
zwischen der Stehtischkonfiguration (5) und der Sitztischkonfiguration (4) einander
bedingen.
2. Variabler Tisch nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Tischplattenanordnung (6, 58)
- wenigstens zwei Sitztischplattensegmente (10, 12) und
- wenigstens zwei Stehtischplattensegmente (14, 16) umfasst, wobei in der Sitztischkonfiguration
(4) die Sitztischplattensegmente (10, 12) eine Sitztischplatte (6) bilden und in der
Stehtischkonfiguration (5) die Stehtischplattensegmente (14, 16) eine Stehtischplatte
(58) bilden.
3. Variabler Tisch nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass in der Sitztischkonfiguration (4) die Sitztischplatte (6) eine wenigstens um den
Faktor 2,5 - 3,5 größere obere Tischfläche (8) hat als die Stehtischplatte (58) in
der Stehtischkonfiguration (5).
4. Variabler Tisch nach einem der Ansprüche 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Stehtischplattensegmente (14, 16) an zwei in der Sitztischkonfiguration (4)
entgegengesetzten Enden (18, 20) der Sitztischplatte (6) schwenkbar um parallel zueinander
verlaufende erste Schwenkachsen (22, 24) an den Sitztischplattensegmenten (10, 12)
angeordnet sind,
- die Sitztischplattensegmente (10, 12) um parallel zu den ersten Schwenkachsen (22,
24) verlaufende zweite Schwenkachsen (34, 36) schwenkbar an den Stützen (30, 32) angeordnet
sind und
- die Stützen (30, 32) relativ zueinander auf einer gemeinsamen Basis bewegbar sind,
so dass durch Verschwenken der Stehtischplattensegmente (14, 16) um die ersten Schwenkachsen
(22, 24), durch Verschwenken der Sitztischplattensegmente (10, 12) um die zweiten
Schwenkachsen (34, 36) und durch Bewegen der Stützen (30, 32) relativ zueinander die
Umwandlung des Tisches (2) zwischen der Sitztischkonfiguration (4) und der Stehtischkonfiguration
(5) und umgekehrt durchführbar ist.
5. Variabler Tisch nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stützen (30, 32) schwenkbar um zu den ersten (22, 24) und zweiten Schwenkachsen
(34, 36) parallele dritte Schwenkachsen (42, 44) an der gemeinsamen Basis (46) angeordnet
sind.
6. Variabler Tisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stützen (30, 32) eine gemeinsame Basis in Form einer Grundplatte (46) haben.
7. Variabler Tisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stützen (30, 32) gewinkelt ausgebildet sind und vorzugsweise einen Winkel zwischen
40° und 55°, insbesondere 48° aufweisen.
8. Variabler Tisch nach einem der Ansprüche 2 - 7,
gekennzeichnet durch Stabilisierungsmittel zur Stabilisierung des Tisches (2) in der Sitztischkonfiguration
(4), die durch Verschwenken der Stehtischplattensegmente (14, 16) um die ersten Schwenkachsen (22,
24) betätigbar sind, um den Tisch (2) zur Überführung in die Stehtischkonfiguration
(5) freizugeben.
9. Variabler Tisch nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stabilisierungsmittel dazu betätigbar sind, den Tisch (2) auch in der Stehtischkonfiguration
(5) zu stabilisieren.
10. Variabler Tisch nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stabilisierungsmittel an jedem Sitztischplattensegment (10, 12) ein jeweiliges
Schubgestänge (48, 49) umfassen, wobei in der Sitztischkonfiguration (4) des Tisches
das Schubgestänge (48, 49) eines jeweiligen Sitztischplattensegmentes (10, 12) mit
dem jeweils anderen Sitztischplattensegment (10, 12) in einem den Tisch (2) in der
Sitztischkonfiguration (4) stabilisierenden Eingriff steht.
11. Variabler Tisch nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes der Schubgestänge (48, 49) eine an dem betreffenden Sitztischplattensegment
(10, 12) verschiebbar geführte Schubstange (55, 57) und eine die Schubstange (55,
57) mit dem an diesem Sitztischplattensegment (10, 12) schwenkbar angeordneten Stehtischsegment
(14, 16) verbindende Gelenkanordnung (50, 51) aufweist, die dazu eingerichtet ist,
eine Schwenkbewegung des Stehtischsegmentes (14, 16) um die erste Schwenkachse (22,
24) in eine Schubbewegung bzw. Zugbewegung der Schubstange (55, 57) zu übersetzen.
12. Variabler Tisch nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenkanordnung (50, 51) eine jeweils um zur ersten Schwenkachse (22, 24) parallele
Gelenkachse gelenkig an dem betreffenden Stehtischsegment (14, 16) sowie gelenkig
an der betreffenden Schubstange (55, 57) angeordnete Hebelstange (52, 53) aufweist.
13. Variabler Tisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch Mittel zur Verriegelung der Tischplattenanordnung (6, 58) in der jeweiligen Tischkonfiguration
(4, 5).
14. Variabler Tisch nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Verriegelung Rastmittel aufweisen, die selbsttätig in eine jeweilige
Verriegelungsraststellung einrasten können.
15. Variabler Tisch nach Anspruch 13 oder 14 in ihren Rückbeziehungen nach einem der Ansprüche
8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur Verriegelung mit den Stabilisierungsmitteln zusammenwirken.