[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Entwässerung von Biomasse,
insbesondere zur Vorbereitung der Verarbeitung dieser Biomasse zu Kraftstoff, sowie
ein Erntefahrzeug, das eine solche Vorrichtung verwendet.
[0002] Aufgrund stark steigender Kosten fossiler Energieträger rücken Techniken zur Kraftstoffgewinnung
aus nachwachsenden Rohstoffen, insbesondere aus pflanzlicher Biomasse, in letzter
Zeit verstärkt in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.
[0003] Ein Problem bei den meisten Techniken zur Kraftstoffgewinnung aus Biomasse ist der
hohe Wassergehalt der Biomasse im frischen Zustand. Wenn frische Biomasse zu einer
stationären Anlage transportiert werden muss, um dort zu Kraftstoff verarbeitet zu
werden, werden große Mengen von in der Biomasse gebundenem Wasser bewegt, was hohe
Transportkosten und letztlich einen hohen Energieaufwand verursacht. Rechnet man diesen
in die Energiebilanz eines aus der Biomasse erzeugten Kraftstoffs ein, so ergibt sich
ein niedriger, unter Umständen sogar negativer Wirkungsgrad. Es ist daher wichtig,
die Transportwege zwischen Feld und Verarbeitungsanlage als auch die zu befördernde
Masse zu minimieren.
[0004] DE 10 2004 003 011 A1 schlägt zur Erreichung dieses Zieles vor, die Verarbeitungsanlage als Teil einer
selbstfahrenden Erntemaschine zum Erntegut auf das Feld zu bringen und das Erntegut
noch auf dem Feld zu Kraftstoff zu verarbeiten. Diese bekannte Erntemaschine umfasst
ein Verarbeitungsmodul zum Zerkleinern und Pressen der geernteten Biomasse, wodurch
diese in einen Feststoffanteil und einen Anteil aus Pflanzensäften getrennt wird.
Der so erhaltene Feststoffanteil wird anschließend getrocknet, um seinen Wassergehalt
soweit herunterzusetzen, dass er in einem Verölungsmodul zu Benzin, Dieselöl und Schweröl
weiterverarbeitet werden kann. Um eine Verarbeitung der geernteten Biomasse zu Kraftstoff
noch während des Erntevorgangs zu ermöglichen, müssen die erwähnten Prozesse schnell
ablaufen, was insbesondere im Falle des Trocknens erhebliche Energiezufuhr erfordert.
Da die zum Trocknen aufgewandte Energie den Wirkungsgrad des gesamten Prozesses erheblich
beeinträchtigt, ist es wichtig, der Biomasse auf mechanischem Wege so viel Feuchtigkeit
zu entziehen, dass die Trocknung mit minimalem Energieaufwand ablaufen oder idealerweise
ganz entfallen kann.
[0005] Vorrichtungen zum Entwässern pflanzlicher Biomasse sind insbesondere auf dem Gebiet
der Verarbeitung von Obst oder Zuckerrüben bekannt. Diese bekannten Vorrichtungen
sind ausgelegt für weiches Material, in dem ein großer Anteil des enthaltenen Wassers
nur schwach gebunden ist und mit geringem Krafteinsatz ausgepresst werden kann. Ein
Beispiel einer solchen Entwässerungsvorrichtung ist in
DE 352 60 41 A1 beschrieben. Eine Förderstrecke für das zu entwässernde Material verläuft im Anschluss
an einen Aufgabekasten durch einen Spalt zwischen zwei Walzen. Die Walzen sind jeweils
von endlosen Sieben umschlungen. Die Bahn der Siebe führt in Mäandern um eine Walze
dieser zwei Walzen und eine Mehrzahl nachfolgender Walzen, wobei das zwischen den
Sieben durch deren Spannung zusammengepresste Pflanzenmaterial durch die Siebe hindurch
entwässert. Die Siebe müssen hochflexibel sein, um im Betrieb störungsfrei der mäandernden
Förderstrecke folgen zu können. Daraus ergibt sich eine Obergrenze für die Materialstärke
und damit für die Zugbelastbarkeit der Siebe, und die Zugbelastbarkeit bestimmt wiederum
den Druck, der auf das zu entwässernde Material ausgeübt werden kann, und damit den
Restwassergehalt des Pressrückstands. Dieser ist zu hoch, als dass der Pressrückstand
wirtschaftlich als Rohstoff für eine Verschwelungsreaktion dienen könnte.
[0006] Ein hoher Pressdruck wäre bei dieser bekannten Entwässerungsvorrichtung allenfalls
zwischen den zwei Walzen am Aufgabekasten realisierbar. Er hätte allerdings zur Folge,
dass das die Walzen den Aufgabekasten abdichten würden; dann würde die Vorrichtung
ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der
halm- oder blattartige pflanzliche Biomasse in kurzer Zeit sehr stark entwässert werden
kann.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zur Entwässerung von halm- oder blattartiger
pflanzlicher Biomasse, bei der eine Förderstrecke für die Biomasse einen von einem
ersten Walzenpaar begrenzten ersten Spalt und im Anschluss daran wenigstens einen
von einem zweiten Walzenpaar begrenzten zweiten Spalt durchläuft.
[0009] Die vorliegende Erfindung nutzt den Effekt, dass das Pflanzenmaterial bereits im
Eingangszwickel der zwei Walzen des ersten Paars, noch vor Erreichen des Spalts, zusammengepresst
werden kann. Dabei austretendes Wasser drängt entgegen der Förderrichtung des Materials
aus dem Zwickel heraus und behindert an sich das Nachrücken von frischem Material.
Anders als beim Entwässern von stückigem Pflanzenmaterial wie etwa Obst oder Rübenschnitzel
ist dieser Effekt beim Entwässern von unzerkleinertem halm- oder blattartigem Material
jedoch nicht kritisch, denn wenn erst die Spitze eines Halms oder Blatts im Spalt
zwischen den Walzen geklemmt ist, dann wird der Rest durch die Drehung der Walzen
nachgezogen, und dabei werden auch fortlaufend neue Halme oder Blätter eingezogen,
die sich zwischen den bereits geklemmten verfangen.
[0010] Eine vollständige Entwässerung des Materials durch Pressen in einem Spalt erfordert
einen sehr hohen Energieaufwand, denn die Energieverluste sind um so größer, je mehr
Wasser sich im Zwickel vor dem Spalt staut und dort entgegen der Bewegungsrichtung
des fortlaufend durch den Spalt gezogenen Pflanzenmaterials angetrieben werden muss.
Die Erfindung löst dieses Problem, in dem mehrere Walzenpaare hintereinander an der
Förderstrecke angeordnet werden. Jedes Walzenpaar liefert am Ausgang eine zunehmend
dünnere Matte von ausgepresstem Material, die den Zwickel eines nachfolgenden Walzenpaars
nur noch zu einem kleinen Teil füllt. Der Weg, den das ausgepresste Wasser durch das
Pflanzenmaterial hindurchgepumpt werden muss, bevor es austreten kann, wird daher
von einem Walzenpaar zum nächsten kürzer, und eine gute Entwässerung ist mit wirtschaftlichem
Energieeinsatz erreichbar.
[0011] Vorzugsweise ist das zweite Walzenpaar in geradliniger Verlängerung des ersten Spalts
bzw. ein nachfolgendes Walzenpaar jeweils in geradliniger Verlängerung des Spalts
des vorhergehenden angeordnet, um die Matte aus ausgepresstem Material direkt und
ohne wesentliche zwischenzeitliche Auflockerung in den nächsten Spalt einzuführen.
[0012] Ein Ablauf für ausgepresstes Wasser sollte an der Förderstrecke schon vor dem ersten
Spalt angeordnet sein, um eine möglichst große Menge Wasser bereits vor dem Durchgang
durch den ersten Spalt abzuleiten.
[0013] Wenigstens eine der Walzen sollte quer zur Ebene ihres Spalts auslenkbar sein, um
variierende Zufuhrmengen an Pflanzenmaterial verarbeiten zu können. Dies ist insbesondere
zweckmäßig beim mobilen Einsatz der Vorrichtung in einer Erntemaschine, wo die Zufuhrrate
an Pflanzenmaterial mit der Geschwindigkeit des Erntefahrzeugs und mit der Dichte
des abzuerntenden Pflanzenbestandes variabel ist.
[0014] Die auslenkbare Walze ist vorzugsweise durch wenigstens einen Hydraulikzylinder gegen
die zweite Walze jedes Paares angedrückt.
[0015] Die Walzen des zweiten Paares (bzw. eines nachfolgenden Paares) sollten zweckmäßigerweise
einen kleineren Durchmesser haben als die Walze des ersten Paares (bzw. eines vorangehenden
Paares), um mit abnehmendem Wassergehalt des Pflanzenmaterials auch den Weg zu verkürzen,
den das Wasser im sich im Zwickel des Walzenpaares verdichtenden Pflanzenmaterials
zurücklegen muss, bevor es austreten kann.
[0016] Die Walzen des zweiten Paares (bzw. eines nachfolgenden Paares) sollten mit einer
höheren Umfangsgeschwindigkeit drehangetrieben sein als die Walzen des ersten Paares
(bzw. eines vorangehenden Paares), um die zwischen den beiden Paaren geförderte Matte
aus gepresstem Pflanzenmaterial unter Spannung zu halten und ein Aufstauen des Pflanzenmaterial
im Zwickel des zweiten (bzw. nachfolgenden) Walzenpaares, das die Entwässerungseffektivität
empfindlich beeinträchtigen würde, zu verhindern.
[0017] Um den Weg des ausgepressten Wassers aus dem Zwickel eines Walzenpaares heraus zu
erleichtern bzw. zu verkürzen, kann ein in diesen Zwickel eingreifender Schild den
Zwickel unterteilen in einen Förderkanal für die das Pflanzenmaterial und einen Abflusskanal
für am Spalt ausgepresste Flüssigkeit.
[0018] Vorzugsweise ist dem letzten Walzenpaar der Vorrichtung ein Häckselwerk zum Zerkleinern
des bisher nur gepressten Pflanzenmaterials nachgeordnet. Um Partikel mit einer festgelegten
maximalen Größe zu liefern, umfasst ein solches Häckselwerk vorzugsweise einen Messerzylinder
und eine mit dem Messerzylinder zusammenwirkende ortsfeste Gegenschneide.
[0019] Ein der Gegenschneide vorgelagertes Vorpresswalzenpaar verhindert, dass Material
von dem Messerzylinder über die Gegenschneide gezogen wird, ohne geschnitten zu werden.
[0020] Das Vorpresswalzenpaar kann ausgelegt sein, um lediglich den zum Klemmen des Materials
erforderlichen Druck zu erzeugen; es kann sich aber auch um ein Paar von entwässernden
Walzen, wie oben beschrieben, handeln.
[0021] Als eine letzte Entwässerungsstufe, zum Erreichen eines für eine Verschwelung erforderlichen
Restfeuchteanteils, kann eine thermische Trocknungsstufe vorgesehen sein.
[0022] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Beschreibungen
von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren. Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Erntefahrzeugs;
Fig. 2 einen schematischen Schnitt durch einen in dem Fahrzeug eingebaute Entwässerungsvorrichtung;
Fig. 3 eine schematische Seitenansicht der Entwässerungsvorrichtung; und
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht einer Komponente der Entwässerungsvorrichtung.
[0023] Fig. 1 zeigt das erfindungsgemäße Erntefahrzeug in einer Seitenansicht. Wie bei einem
herkömmlichen Feldhäcksler ist ein Erntegutaufnehmer 34 mit dem Chassis des Fahrzeugs
über ein Einzugsaggregat 33 verbunden. An dem Erntegutaufnehmer 34 befinden sich eine
Einzugsschnecke 35, Rollenniederhalter 36 sowie ein Stützrad 37. Der bei einem Feldhäcksler
übliche Auswurf fehlt, da in einem Maschinengehäuse 38 das Erntegut noch während der
Ernte entwässert und in flüssigen Kraftstoff, Koks und Prozessgas umgesetzt wird.
Zum Sammeln des Kraftstoffs und des Kokses benötigte Sammelbehälter haben nur einen
kleinen Bruchteil des Volumens des ursprünglichen Ernteguts und können daher ohne
Schwierigkeiten in einem kompakten Maschinengehäuse Platz finden. Das Prozessgas wird
nicht gesammelt, sondern unmittelbar zur Energieversorgung diverser Aggregate des
Fahrzeugs verwendet.
[0024] Da der Erntegutaufnehmer 34 und das Einzugsaggregat 33 an sich bekannt sind, werden
sie hier nicht im Detail beschrieben.
[0025] Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch eine Entwässerungsvorrichtung, die unmittelbar im
Anschluss an das Einzugsaggregat 33 in einem vorderen Bereich des Maschinengehäuses
38 untergebracht ist. Der lockere Strom 1 des frischen Ernteguts erreicht, angeschoben
vom Einzugsaggregat 33, über eine Platte 2 einen Eingangszwickel 3 eines ersten Paares
von zwei Walzen 4, 5. Ein bezogen auf die Förderrichtung des Ernteguts hinterer Randbereich
6 der Platte 2 greift in den Eingangszwickel 3 ein und ist eng zur unteren Walze 5
benachbart.
[0026] Die Walzen 4, 5 sind gegenläufig drehangetrieben, wie durch Pfeile in der Figur dargestellt,
um das in den Eingangszwickel 3 einrückenden Erntegut durch Reibung mitzuziehen und
durch einen Pressspalt 7 zwischen den Walzen 4, 5 zu fördern.
[0027] Die untere Walze 5 ist im Maschinengehäuse 38 fest gelagert; die obere Walze 4 ist
in Richtung einer die Drehachsen der Walzen 4, 5 verbindenden Linie beweglich und
mit hohem Druck, z.B. durch Hydraulikzylinder, gegen die untere Walze 5 angedrückt.
Wenn kein Erntegut im Eingangszwickel 3 anliegt, berühren die zwei Walzen 4, 5 einander
auf einer Linie entlang des Pressspalts 7. Im Betrieb werden sie von dem durch die
Drehung der Walzen 4, 5 mitgezogenen und im Eingangszwickel 3 immer weiter verdichteten
Erntegut auseinander gespreizt.
[0028] Der Druck, dem das Erntegut im Pressspalt 7 ausgesetzt ist, sollte wenigstens 100
N/mm
2, besser noch wenigstens 130 N/mm
2 oder gar 145 N/mm
2 betragen. Der daraus resultierende Druckgradient im Eingangszwickel bringt die Zellen
des Ernteguts zum Platzen, so dass das in den Zellen gebundene Wasser frei wird und
aus dem Erntegut austritt.
[0029] Um eine befriedigende Gutaufnahme durch die Walzen 4, 5 zu gewährleisten, werden
die Hydraulikzylinder vorzugsweise so betrieben, dass der oben genannten Pressdruck
bei einer Schichtdicke des Ernteguts im Pressspalt 7 erreicht wird, die etwa einem
Neuntel bis einem Sechstel des Durchmessers der Walzen 4, 5 entspricht.
[0030] Die festen Bestandteile des halm- oder blattartigen Ernteguts passieren den Pressspalt
7, da, wenn eine Spitze eines Halms oder Blatts den Pressspalt 7 durchlaufen hat,
der Rest des Blatts hinterher gezogen wird. Neue Pflanzenteile werden zwischen solchen,
die den Spalt bereits teilweise passiert haben, gefangen und eingeklemmt und ebenfalls
hindurch gezogen. Das dabei entweichende Wasser sammelt sich im Eingangszwickel 3
an und wird einerseits durch das ständig nachrückende Erntegut, andererseits durch
den Druck der Walzen 4, 5 entgegen der Förderrichtung des Ernteguts gepumpt. Wasser,
das den hinteren Rand der Platte 2 erreicht, kann zwischen diesem und der Walze 5
passieren und fließt am Mantel der Walze 5 ab. Unter der Walze 5 kann eine Auffangrinne
vorgesehen sein, falls das abgepresste Wasser wirtschaftlich interessante Bestandteile
enthält und gesammelt werden soll; im einfachsten Fall kann das Wasser von der Walze
unmittelbar auf das bearbeitete Feld abtropfen.
[0031] Am Ausgang des Pressspalts 7 wird eine Matte 8 aus teilentwässertem, gepresstem und
verdichtetem Pflanzenmaterial erhalten, die über eine weitere Platte 9 zwei weiteren
Walzen 10, 11 zugeführt wird. Eine vordere Kante der Platte 9 kann als Abstreifer
ausgebildet sein, der über die untere Walze 5 streicht, um eventuell daran haftendes
Pflanzenmaterial zu lösen. Ein entsprechender, in der Fig. 2 nicht dargestellter Abstreifer
kann der oberen Walze 4 zugeordnet sein.
[0032] Wie beim ersten Walzenpaar 4, 5 ist auch beim zweiten die untere Walze 11 fest und
die obere beweglich gelagert und durch Hydraulikzylinder gegen die untere gepresst.
Die Umfangsgeschwindigkeit der Walzen 10, 11 ist geringfügig höher als die der Walzen
4, 5, um die Matte 8 unter Zugspannung zu halten. Auf diese Weise ist ausgeschlossen,
dass sich das Erntegut im Eingangszwickel 12 der Walzen 10, 11 aufstaut und dadurch
das Entweichen des Wassers behindert, welches die beiden Walzen 10, 11 auspressen.
Der im Vergleich zum ersten Walzenpaar 4, 5 kleinere Durchmesser der Walzen 10, 11
ermöglicht bei gleichem Betriebsdruck der Hydraulikzylinder die Ausübung eines höheren
Pressdrucks auf das Erntegut. Daher sind die Walzen 10, 11 in der Lage, Restwasser
aus der Matte 8 abzupressen, das mit de Walzen 4, 5 nicht extrahierbar ist. Da das
Erntegut bereits zu der Matte 8 verdichtet ist und darüber hinaus unter Spannung gehalten
ist, füllt es nur einen kleinen Bereich des Eingangszwickels 12 dicht aus, so dass
der Weg, den am Spalt 13 zwischen den Walzen 10, 11 neu ausgepresstes Wasser durch
das Pflanzenmaterial zurücklegen muss, um zwischen der Hinterkante der Platte 9 und
der Walze 11 aus dem Erntegutstrom zu entweichen, kurz ist. Es geht daher wenig Antriebsenergie
der Walzen für das Pumpen des ausgepressten Wassers entgegen dem Erntegutstrom verloren.
[0033] Weitere Walzenpaare von zunehmend kleinerem Durchmesser können im Anschluss vorgesehen
sein, um das Material noch weiter auszupressen. Bei der Ausgestaltung der Fig. 2 schließt
sich an das Walzenpaar 10, 11 ein Paar von Walzen 14, 15 an, dessen Aufgabe nicht
mehr das Auspressen des Materials ist, sondern nur noch, die inzwischen weitgehend
entwässerte Matte 8 so zu klemmen, dass ein im Anschluss an dieses Walzenpaar rotierender
Messerzylinder 16 an einer ortsfesten Schneidkante 17, über die die Matte 8 geschoben
wird, Stücke mit einer wohldefinierten Länge von einigen Millimetern abschneidet und
nicht ganze Halme oder Blätter über die Schneidkante 17 ziehen kann, ohne sie zu schneiden.
[0034] Fig. 3 veranschaulicht in einer schematischen Seitenansicht die Lagerung der Walzen
4, 5, 10 und 11. Die unteren Walzen 5, 11 der beiden Paare sind zwischen Seitengestellplatten
20 um eine jeweilige maschinenfeste Achse 21 drehbar gelagert. Eine Schwinge 22 umfasst
zwei um eine zu den Achsen 21 parallele Achse 23 schwenkbare Arme. Die Arme der Schwinge
22 tragen Lager, die eine Achse 24 der Walze 4 festlegen. Die Schwinge 22 ist um ihre
Achse 23 mit Hilfe von Stellgliedern schwenkbar, hier in Form von Hydraulikzylindern
25, die an den Seitengestellplatten 20 und den achsfernen Enden der zwei Arme der
Schwinge 22 angreifen. Indem die Hydraulikzylinder 25 an der Schwinge 22 in einem
größeren Abstand von der Achse 23 angreifen als die Walze 4, ist die Presskraft im
Spalt 7 größer als die von den Hydraulikzylindern 25 ausgeübte Kraft.
[0035] Die Walze 10 ist mit der Schwinge 22 über zwei um eine Achse 27 gesteuert durch Hydraulikzylinder
28 schwenkbare Arme 26 verbunden. Diese indirekte Aufhängung der Walze 10 an der Schwinge
22 führt dazu, dass jede Verstellung des Drucks den Hydraulikzylindern 25 sich nicht
nur auf den im Spalt 7 herrschenden Pressdrucks, sondern auch auf den im Spalt 13
auswirkt. So genügt bei geeigneter Wahl des Verhältnisses der Abstände zwischen den
Achsen 23, 24 bzw. zwischen der Achse 23 und der Achse 29 der Walze 10 im Wesentlichen
eine Druckkorrektur an den Hydraulikzylindern 25, um die Presskraft in beiden Spalten
7, 13 geeignet anzupassen, wenn dies z.B. durch eine Veränderung der Zufuhrrate des
Erntegutstroms 1 nötig wird. Die Hydraulikzylinder 28 können sich dann auf Feinkorrekturen
beschränken.
[0036] Das zerkleinerte Material wird anschließend einer Trocknungsstufe und dann einem
Pyrolyse- oder Verschwelungsreaktor zugeführt, die ebenfalls in dem Maschinengehäuse
38 untergebracht sind. Eine solche Trocknungsstufe und ein solcher Reaktor sind in
den deutschen Patentanmeldungen
10 2008 028 860 und
10 2008 049 350 beschrieben und werden daher hier nicht erläutert.
[0037] Fig. 4 zeigt in einer perspektivischen Ansicht von unten ein Beispiel einer möglichen
Struktur der Platten 2 bzw. 9. Der in dem Eingangszwickel 3 bzw. 12 eingreifende hintere
Randbereich 6 ist hier mit einer Mehrzahl von in Transportrichtung des Ernteguts spitz
zulaufenden, unterseits hohlen Zinken 18 besetzt, deren Unterkanten jeweils in geringem
Abstand vom Mantel der unteren Walze 5 bzw. 11 verlaufen. In Zwischenräumen 19 zwischen
den Zinken 17 kann das Erntegut mit der unteren Walze 5 bzw. 11 in Kontakt kommen
und dadurch mitgezogen werden; aus dem Pressspalt 7 bzw. 13 zurückdrängendes Wasser
kann unter den Rändern der Zinken 18 hindurch unter diese vordringen. Unter diesen
Zinken 18 kann das Wasser ungestört von nachrückendem Erntegut abfließen. So verkürzt
sich der Weg, den das Wasser entgegen dem Strom des Ernteguts zurücklegen muss, und
infolgedessen nimmt die zum Entwässern erforderliche Antriebsenergie ab.
Bezugszeichen
[0038]
- 1
- Erntegutstrom
- 2
- Platte
- 3
- Eingangszwickel
- 4
- Walze
- 5
- Walze
- 6
- Randbereich
- 7
- Pressspalt
- 8
- Matte
- 9
- Platte
- 10
- Walze
- 11
- Walze
- 12
- Eingangszwickel
- 13
- Spalt
- 14
- Walze
- 15
- Walze
- 16
- Messerzylinder
- 17
- Schneidkante
- 18
- Zinken
- 19
- Zwischenraum
- 20
- Seitengestellplat- te
- 21
- Achse
- 22
- Schwinge
- 23
- Achse
- 24
- Achse
- 25
- Hydraulikzylinder
- 26
- Arm
- 27
- Achse
- 28
- Hydraulikzylin- der
- 29
- Achse
- 33
- Einzugsaggregat
- 34
- Erntegutaufneh- mer
- 35
- Einzugsschnecke
- 36
- Rollenniederhal- ter
- 37
- Stützrad
- 38
- Maschinengehäuse
1. Vorrichtung zur Entwässerung von halm- oder blattartiger pflanzlicher Biomasse, bei
der eine Förderstrecke für die Biomasse einen von einem ersten Walzenpaar (4, 5) begrenzten
ersten Spalt (7) durchläuft, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderstrecke in Anschluss an den ersten Spalt (7) wenigstens einen von einem
zweiten Walzenpaar (10, 11) begrenzten zweiten Spalt (13) durchläuft.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Walzenpaar (10, 11) in geradliniger Verlängerung des ersten Spalts (7)
angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ablauf für ausgepresstes Wasser an der Förderstrecke vor dem ersten Spalt (7)
angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Walzen (4, 10) quer zur Ebene ihres Spalts (7, 13) auslenkbar
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die auslenkbare Walze (4, 10) durch wenigstens einen Hydraulikzylinder gegen die
zweite Walze (5, 11) ihres Paars angedrückt ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Walze (4) wenigstens des ersten Walzenpaars in einer um eine zur
Achse der Walze (4) parallele Achse schwenkbaren Schwinge gehalten ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (10, 11) des zweiten Paars einen kleineren Durchmesser haben als die Walzen
des ersten Paars (4, 5).
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walzen (10, 11) des zweiten Paars mit einer höheren Umfangsgeschwindigkeit drehangetrieben
sind als die Walzen (4, 5) des ersten Paars.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein zwischen die Walzen (4, 5; 10, 11) eines Paars eingreifender Schild (2; 9) einen
von den Walzen vor dem Spalt (7; 13) begrenzten Zwickel (3; 12) in einen Förderkanal
für die Biomasse (1, 8) und einen Abflusskanal für am Spalt (7; 13) ausgepresste Flüssigkeit
unterteilt.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Häckselwerk (14, 15, 16, 17) dem letzten entwässernden Walzenpaar (10, 11) nachgeordnet
ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Häckselwerk einen Messerzylinder (16) und eine mit dem Messerzylinder (16) zusammenwirkende
ortsfeste Gegenschneide (17) umfasst.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Gegenschneide (17) ein Vorpresswalzenpaar (14, 15) vorgelagert ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie als eine letzte Entwässerungsstufe eine thermische Trocknungsstufe umfasst.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Verschwelungsreaktor zum Verschwelen der entwässerten Biomasse.
15. Selbstfahrendes Erntefahrzeug, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche einem Erntegutaufnehmer
(34) nachgeordnet ist.