[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schließvorrichtung aufweisend zumindest ein
Gesperre mit einer Drehfalle und einer verschwenkbaren ersten Sperrklinke, wobei ein
Auslösehebel so bewegt wird, dass der Auslösehebel während seiner Bewegung mit einem
Mitnehmerzapfen der ersten Sperrklinke zusammenwirkt. Damit betrifft die Erfindung
insbesondere ein Schließsystem mit einem vorzugsweise elektrisch öffenbaren Gesperre
aus Drehfalle und mindestens einer Sperrklinke, vorzugsweise zum Verriegeln und Entriegeln
von beweglichen Türen, Klappen oder Lehnen in Kraftfahrzeugen.
[0002] Eine Schließ vorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 ist aus
der Druckschrift
GB-A-2302 129 bekannt.
[0003] Bei derartigen Gesperren ist es üblich, dass die Drehfalle und/oder die verschwenkbare
Sperrklinke mit einer Feder so vorgespannt sind, dass diese stets sicher in ihre Grundstellung
zurückgeführt werden. So dient ein Federelement beispielsweise dazu, die Drehfalle
in die geöffnete Position zu bewegen. Für die die Drehfalle arretierende Sperrklinke
ist auch üblich, eine Sperrklinkenfeder vorzusehen, die die Sperrklinke hin zu der
Stellung bewegt, in der diese mit der Drehfalle bewegungsblockierend zusammenwirkt.
Dabei war üblich, die Sperrklinkenfeder auf der Drehachse dieser Sperrklinke selbst
zu positionieren, so dass eine übereinander angeordnete Position von Sperrklinkenfeder
und der ersten Sperrklinke gegeben war.
[0004] Bekannt sind auch Schlösser für Kraftfahrzeugtüren, bei denen eine erste Sperrklinke
(und oft auch eine zweite Sperrklinke) mit einem so genannten Blockierhebel abgestützt
bzw. blockiert werden. Der Blockierhebel hat dabei in der Regel den Zweck, die Schloss-Sicherheit
vor unbeabsichtigtem Öffnen (Einbruch) zu erhöhen. Bei anderen Gesperren mit zwei
Sperrklinken steht ein geräuscharmes Öffnen im Vordergrund (Vermeidung eines sogenannten
Öffnungsknalls). Gerade bei der Aktivierung der Sperrklinke über (separate) Auslösehebel
ist es wichtig, dass für den Öffnungsvorgang und/oder den Schließvorgang eine möglichst
exakte Führung der Sperrklinke vorgenommen wird. Hierzu kann die Sperrklinke mit Anschlägen
ausgeführt sein, die mit dem Auslösehebel (und/oder einer zweiten Sperrklinke) in
Kontakt gebracht werden und somit den Öffnungsvorgang in Gang setzen.
[0005] Bei solchen Schließvorrichtungen sind regelmäßig sehr enge Bauraum-Verhältnisse gegeben.
Gerade bei Gesperren, die mit mehr als einer Sperrklinke ausgeführt sind, besteht
das Bedürfnis, den Bauraum der Schließvorrichtung selbst nicht zu vergrößern, um hier
gegebenenfalls auch eine Nachrüstung für Systeme mit einer Sperrklinke zu ermöglichen.
Dabei soll weiterhin die Funktionalität der Schließvorrichtung weiter verbessert werden.
[0006] Hiervon ausgehend ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die mit Bezug auf den Stand
der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise zu lösen.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst mit einer Schließvorrichtung gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs
1. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Schließvorrichtung geht aus dem abhängigen
Patentanspruch hervor. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den Patentansprüchen
einzeln aufgeführten Merkmale in beliebiger, technologisch sinnvoller, Weise miteinander
kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung aufzeigen. Die
Beschreibung, insbesondere im Zusammenhang mit den Figuren, gibt weitere Einzelheiten
der Erfindung sowie besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele an.
[0008] Die erfindungsgemäße Schließvorrichtung weist zumindest ein Gesperre mit einer Drehfalle
und einer verschwenkbaren ersten Sperrklinke auf, wobei ein Auslösehebel so bewegt
wird, dass der Auslösehebel während seiner Bewegung mit einem Mitnehmerzapfen der
ersten Sperrklinke zusammenwirkt und eine seitliche Sperrklinkenfeder eine Anlage
zwischen Mitnehmerzapfen und Auslösehebel während des Zusammenwirkens bildet.
[0009] Der Auslösehebel kann dabei ein separates Bauteil sein, das (direkt) mit einem Betätigungshebel
des Innengriffs und/ oder Außengriffs einer Tür verbunden ist.
[0010] Gleichermaßen kann der Auslösehebel auch eine weitere Sperrklinke darstellen. Betätigungshebel
des Innengriffs und/oder Außengriffs einer Tür verbunden ist.
[0011] Besonders bevorzugt findet die Erfindung auch Anwendung bei Gesperren mit zwei Sperrklinken,
wie sie beispielsweise in der (noch unveröffentlichten)
DE 10 2008 028 256 beschrieben sind. Im Hinblick auf die Ausgestaltung einer solchen Schließvorrichtung
wird die dortige Beschreibung voll in Bezug genommen.
[0012] Der Mitnehmerzapfen ist bevorzugt bolzenförmig auf einer seitlichen Oberfläche der
ersten Sperrklinke ausgebildet, wobei gegebenenfalls auch mehrere Mitnehmerzapfen
und/oder eine andere Form eines Mitnehmers gewählt werden können. Eine Sperrklinkenfeder
ist dabei seitlich zur ersten Sperrklinke angeordnet, also insbesondere nicht auf
einer gemeinsamen Drehachse mit der ersten Sperrklinke. Das heißt mit anderen Worten
bevorzugt auch, dass die Sperrklinke und die Sperrklinkenfeder im Wesentlichen in
einer Ebene angeordnet sind. Diese Sperrklinkenfeder wirkt nun auf die erste Sperrklinke
ein, wenn der Mitnehmerzapfen mit dem Auslösehebel zusammenwirkt, wobei die Wirkung
der Sperrklinkenfeder so ist, dass eine sichere Anlage von Mitnehmerzapfen und Auslösehebel
während der gemeinsamen Bewegung realisiert ist. Damit ist die Möglichkeit eröffnet,
auf der Drehachse der ersten Sperrklinke gegebenenfalls weitere Sperrklinken und/oder
den Auslösehebel zu positionieren und gleichermaßen die Bauhöhe auf dieser Achse nicht
über die Maßen ansteigen zu lassen. Erfindungsgemäß ist die Sperrklinkenfeder in einer
Aufnahme der ersten Sperrklinke aufgenommen. Das heißt mit anderen Worten auch, dass
die Sperrklinkenfeder außerhalb des Verschwenkbereichs der ersten Sperrklinke angelenkt
ist und sich ein Teil der Sperrklinkenfeder in den Verschwenkbereich hinein erstreckt,
wobei dieser dort in der Aufnahme der ersten Sperrklinke zur Anlage kommt. Die Aufnahme
ist bevorzugt nach Art einer seitlichen Vertiefung auf der Unterseite der ersten Sperrklinke
ausgebildet. Die Aufnahme ist dabei bevorzugt so groß, dass ein Leerhub ermöglicht
ist, also ist die Aufnahme bevorzugt um ein Vielfaches breiter als die Sperrklinkenfeder
bzw. der Abschnitt, der darin angeordnet ist.
[0013] Gerade in diesem Zusammenhang sind gemäß der Erfindung der Mitnehmerzapfen der ersten
Sperrklinke und die Aufnahme gegenüberliegend ausgebildet, derart, dass der Mitnehmerzapfen
auf einer oberen Seitenfläche an einem Schenkel der ersten Sperrklinke ausgebildet
ist, und die Aufnahme an demselben Schenkel, jedoch auf der unteren seitlichen Oberfläche.
Dabei sind Mitnehmerzapfen und Aufnahme bevorzugt auf einem Abschnitt der ersten Sperrklinke
angeordnet, der gegenüberliegend zur Sperrfläche der ersten Sperrklinke ausgebildet
ist.
[0014] Darüber hinaus wird als vorteilhaft angesehen, dass mit dem Auslösehebel und der
Sperrklinkenfeder eine Zwangsführung für die erste Sperrklinke gebildet ist. Das heißt
mit anderen Worten auch, dass der Auslösehebel auf die Sperrklinke eine Kraft in Richtung
der geöffneten Stellung und die Sperrklinkenfeder eine Kraft die erste Sperrklinke
hin zur geschlossenen Position ausübt. Damit ist der Bewegungsspielraum der ersten
Sperrklinke minimiert, so dass eine sichere, geführte Bewegung der Sperrklinke auch
bei Erschütterung und/oder Toleranzen in der Schließvorrichtung sicher gewährleistet
ist. Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der Figuren
näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren besonders bevorzugte
Ausführungsvariante zeigen, auf die die Erfindung jedoch nicht beschränkt ist. Es
zeigen schematisch:
- Fig. 1:
- eine erste Ausführungsvariante einer Schließvorrichtung in der Draufsicht in geschlossener
Position,
- Fig. 2:
- die Schließvorrichtung aus Fig. 1 in seitlicher Ansicht,
- Fig. 3:
- eine weitere Schließvorrichtung in geöffneter Position, und
- Fig. 4:
- eine weitere Ausführungsvariante der Schließvorrichtung als untere Ansicht.
[0015] Figur 1 zeigt eine Schließvorrichtung 1, bei der ein Gesperre 2 mit einer Drehfalle
3 und zwei veschwenkbaren Sperrklinken, nämlich der ersten Sperrklinke 4 und der zweiten
Sperrklinke 5, ausgeführt ist. Diese drei Bauteile sind drehbar auf einer Grundplatte
des Gehäuses 27 fixiert. Dargestellt ist hier eine Draufsicht auf eine solche Schließvorrichtung
1, wobei der Gehäusedeckel weggelassen wurde. In dem Gehäuse 27 ist links ein Einlauf
25 zu erkennen, in den ein Haltebolzen 26 einlaufen kann. In der verriegelten Position
wird der Haltebolzen 26 von der drehbar gelagerten Drehfalle 3 umschlossen, so dass
dieser den Einlauf 25 nicht mehr verlassen kann. Die Drehfalle 3 ist mit dem Federelement
28 vorgespannt und daher bestrebt, wieder (hier im Uhrzeigersinn) in die geöffnete
Position zu verschwenken.
[0016] Um nunmehr zu verhindern, dass diese Drehfalle 3 in die geöffnete Position zurückschwenkt,
ist die erste Sperrklinke 4 vorgesehen. Die Sperrklinke 4 umgreift die Drehfalle 3
teilweise und blockiert diese hinsichtlich ihrer Öffnungsbewegung. Die erste Sperrklinke
4 ist über die Lagerung 11 am Gehäuse 27 gelagert. Auf der, der Drehfalle 3 gegenüber
liegenden Seite der ersten Sperrklinke 4 ist nun die zweite Sperrklinke 5 positioniert,
die hier teilweise von dem darüber liegenden Elektromotor 8, der Teil des Stellantriebes
6 ist, verdeckt wird. Die Interaktion von Drehfalle 3, erster Sperrklinke 4 und zweiter
Sperrklinke 5 wird nachher noch im Detail erläutert.
[0017] An der Lagerung 11 ist dann oberhalb der ersten Sperrklinke 4 ein Auslösehebel 7
vorgesehen. Zu dessen Funktion wird nachfolgend auch im Detail Stellung genommen.
Ebenfalls auf dieser Lagerung 11 ist oberhalb des Auslösehebels 7 ein Antriebsrad
10 des Stellantriebes 6 angeordnet. Der Elektromotor 6 weist dabei ein nach Art eines
Schneckenritzels ausgeführte Abtriebswelle 9 auf, die mit der Verzahnung am Umfang
des Antriebsrades 10 zusammenwirken kann.
[0018] In Figur 2 ist eine seitliche Ansicht der Schließvorrichtung 1 aus Figur 1 dargestellt,
wobei hier ausgehend vom Boden des Gehäuses 27 drei Ebenen eingezeichnet sind. Nahe
dem Gehäuse 27 ist zunächst die erste Ebene 17 angedeutet, in der das Gesperre 2 aus
den beiden Sperrklinken 4, 5 und der Drehfalle 3 angeordnet ist. In der darüber liegenden
zweiten Ebene 18 ist der Auslösehebel 7 vorgesehen. Weiter oben ist dann die dritte
Ebene 19 gekennzeichnet, in der die Wirkungskette des Stellantriebes 6 realisiert
ist. Links in Figur 2 ist auch dargestellt, dass eine gemeinsame Lagerung 11 für die
erste Sperrklinke 4, den Auslösehebel 7 und das Antriebsrad 10 ausgebildet ist. Das
Antriebsrad 10 und der Auslösehebel 7 sind ebenso über einen Mitnehmerzapfen 20 miteinander
(teilweise) bewegungsgekoppelt, wie der Auslösehebel 7 und die zweite Sperrklinke
5.
[0019] Figur 3 zeigt im unteren Teil nunmehr die Position des Gesperres, wobei die erste
Sperrklinke 4 über den Auslösehebel 7, der von dem (hier nicht dargestellten) Antriebsrad
10 verschwenkt wird, in die gewünschte Position bewegt wird. Dies erfolgt dadurch,
dass der Auslösehebel 7 mit einem Mitnehmerzapfen 20 der ersten Sperrklinke 4 in Kontakt
gebracht wird und so die erste Sperrklinke 4 aufgrund der angetriebenen Bewegung des
Auslösehebels 7 über den (mit einem Dämpfungsmaterial versehenen) Mitnehmerzapfen
20 verschwenkt wird. Bei der hier gezeigten Version führt der Auslösehebel 7 gegen
Ende der Öffnungsbewegung sowohl die erste Sperrklinke 4 als auch die zweite Sperrklinke
5, wobei die Bewegung für die erste Sperrklinke 4 zeitlich nachgelagert ist.
[0020] Fig. 4 zeigt nun eine Ausführungsvariante einer Schließvorrichtung 1, wobei nun eine
untere Ansicht des Gesperres 2 dargestellt ist. Das Gesperre 2 befindet sich dabei
in der geschlossenen Position, in der die erste Sperrklinke 7 durch die zweite Sperrklinke
5 bewegungsblockiert ist. Der Auslösehebel 7 ist hierbei auf derselben Achse wie die
erste Sperrklinke 4 gelagert. Bei dieser rückwärtigen Ansicht ist gut zu erkennen,
dass die erste Sperrklinke 4 eine Aufnahme 33 bildet, in die eine seitlich angeordnete
Sperrklinkenfeder 35 eingreift. Dabei übt die Sperrklinkenfeder 35 durch ihre Anlage
eine Kraft auf die erste Sperrklinke 4 aus, so dass diese sicher mit ihrem (hier nicht
gezeigten) Mitnehmerzapfen gegen den Auslösehebel 7 anliegt. Damit kann eine direkte,
unmittelbare Ansteuerung der ersten Sperrklinke 4 realisiert werden, wobei insbesondere
auch Spieltoleranz mittels der Sperrklinkenfeder 35 ausgeglichen werden können. Außerdem
ist hier ein Mikroschalter 34 zur Erfassung der Position der ersten Sperrklinke 4
veranschaulicht.
[0021] Auch wenn die Erfindung hier zusammen mit den Figuren mit Bezug auf eine konkrete
Ausgestaltung der Schließvorrichtung mit zwei Sperrklinken dargestellt und veranschaulicht
wurde, so kann sie gleichwohl auch bei anders aufgebauten Schließvorrichtungen gleichermaßen
vorteilhaft eingesetzt werden.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Schließvorrichtung
- 2
- Gesperre
- 3
- Drehfalle
- 4
- erste Sperrklinke
- 5
- zweite Sperrklinke
- 6
- Stellantrieb
- 7
- Auslösehebel
- 8
- Elektromotor
- 9
- Abtriebswelle
- 10
- Antriebsrad
- 11
- Lagerung
- 12
-
- 13
-
- 14
-
- 15
-
- 16
-
- 17
- erste Ebene
- 18
- zweite Ebene
- 19
- dritte Ebene
- 20
- Mitnehmerzapfen
- 21 22 23 24 25 26
- Haltebolzen
- 27
- Gehäuse
- 28
- Federelement
- 29
-
- 30
-
- 31
-
- 32
-
- 33
- Aufnahme
- 34
- Mikroschalter
- 35
- Sperrklinkenfeder
1. Schließvorrichtung (1) aufweisend zumindest ein Gesperre (2) mit einer Drehfalle (3)
und einer verschwenkbaren ersten Sperrklinke (4) sowie einen Auslösehebel (7), wobei
der Auslösehebel (7) so bewegt wird, dass der Auslösehebel (7) während seiner Bewegung
mit einem Mitnehmerzapfen (20) der ersten Sperrklinke (4) zusammenwirkt und eine seitliche
Sperrklinkenfeder (35) eine Anlage zwischen Mitnehmerzapfen (20) und Auslösehebel
(7) während des Zusammenwirkens bildet, dadurch kennzeichnet, dass die Sperrklinkenfeder (35) in einer Aufnahme (33) der ersten Sperrklinke (4) aufgenommen
ist und der Mitnehmerzapfen (20) der ersten Sperrklinke (4) und die Aufnahme (33)
gegenüberliegend ausgebildet sind, derart, dass der Mitnehmerzapfen (20) auf einer
oberen Seitenfläche an einem Schenkel der ersten Sperrklinke (4) ausgebildet ist,
und die Aufnahme (33) an demselben Schenkel, jedoch auf der unteren seitlichen Oberfläche.
2. Schließvorrichtung (1) nach Patentanspruch 1, bei der mit dem Auslösehebel (7) und
der Sperrklinkenfeder (35) eine Zwangsführung für die erste Sperrklinke (4) gebildet
ist.