[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Bestimmen eines Rotorwinkels
einer rotierenden Welle.
[0002] Ein so genannter Resolver dient zur Messung eines Rotorwinkels einer rotierenden
Welle und wird insbesondere als Positions- und/oder Drehzahlmesssystem für elektrische
Antriebe verwendet. Ein Resolver umfasst üblicherweise eine erste Statorwicklung,
eine zweite Statorwicklung, deren Wicklungsachse zur Wicklungsachse der ersten Statorwicklung
in einem rechten Winkel steht, und eine Rotorwicklung, die mit der rotierenden Welle
drehfest verbunden ist. Die beiden Statorwicklungen sind üblicherweise in einem Gehäuse
eines Gebers fest angeordnet.
[0003] In der
EP 0 285 878 A1 ist ein Verfahren zum Bestimmen eines Rotorwinkels einer rotierenden Welle mittels
eines Resolvers beschrieben, bei dem eine erste Statorwicklung mit einer ersten Erregerwechselspannung
mit einer Frequenz und einer ersten Phase beaufschlagt wird, darstellbar beispielsweise
durch UE1=sin(ωt), und bei dem eine zweite Statorwicklung mit einer zweiten Erregerwechselspannung
mit der Frequenz und einer zweiten Phase beaufschlagt wird, darstellbar beispielsweise
durch cos(ωt), wobei sich die erste Phase und die zweite Phase um 90° unterscheiden.
[0004] An der Rotorwicklung ergibt sich eine Rotorwechselspannung UR, die durch die erste
und die zweite Erregerwechselspannung UE1 und UE2 induziert wird, als

wobei ϕrotor den zu bestimmenden Rotorwinkel bezeichnet. Durch Messen einer Phasenverschiebung
zwischen der ersten oder der zweiten Erregerwechselspannung UE1 oder UE2 und der Rotorwechselspannung
UR lässt sich folglich der Rotorwinkel ϕrotor berechnen.
[0005] Die Phase ϕrotor der Rotorwechselspannung UR wird in der Praxis jedoch durch unterschiedliche
Signallaufzeiten zusätzlich verändert, wodurch signifikante Messfehler verursacht
werden können. Insbesondere eine temperaturabhängige Verzögerung der Rotorwechselspannung
aufgrund von temperaturabhängigen Eigenschaften des Resolvers trägt wesentlich zu
einem Messfehler bei.
[0006] Die
GB 2 001 222 A zeigt ein Verfahren zum Bestimmen eines Rotorwinkels, bei dem Statorwicklungen eines
Resolvers mit Erregerwechsel-spannungen beaufschlagt werden, deren Phasen sich statisch
um 90° unterscheiden.
[0007] Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Bestimmen eines Rotorwinkels einer rotierenden Welle zur Verfügung zu stellen,
die eine zuverlässige und möglichst messfehlerfreie Bestimmung des Rotorwinkels unabhängig
von Laufzeiteffekten zu ermöglichen.
[0008] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 6.
[0009] Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche, deren Wortlaut hiermit
durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht wird.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Bestimmen eines Rotorwinkels einer rotierenden
Welle mittels eines Resolvers umfasst der Resolver eine erste Statorwicklung, eine
zweite Statorwicklung, deren Wicklungsachse zur Wicklungsachse der ersten Statorwicklung
in einem rechten Winkel steht, und eine Rotorwicklung, die mit der rotierenden Welle
drehfest verbunden ist. Die erste Statorwicklung wird mit einer ersten Erregerwechselspannung
mit einer Frequenz und einer ersten Phase beaufschlagt, beispielsweise darstellbar
durch sin(ωt), und die zweite Statorwicklung wird mit einer zweiten Erregerwechselspannung
mit der Frequenz und einer zweiten Phase beaufschlagt, beispielsweise darstellbar
durch cos(ωt), wobei sich die erste Phase und die zweite Phase um 90° unterscheiden.
Anschließend wird mindestens ein erster Phasenmesswert einer Phase einer Rotorwechselspannung
gemessen, die in der Rotorwicklung durch die erste und die zweite Erregerwechselspannung
induziert wird. Anschließend werden die erste Phase und/oder die zweite Phase derart
geändert, dass sich die erste Phase und die zweite Phase um 270° unterscheiden. Beispielsweise
kann hierzu die zweite Erregerwechselspannung, beispielsweise in Form der Spannung
cos(ωt), mit -1 multipliziert werden, wodurch die zweite Erregerwechselspannung gegenüber
ihrem vorherigen Zustand um 180° phasenverschoben wird, d.h. die erste Phase und die
zweite Phase unterscheiden sich dann um 270°. Anschließend wird mindestens ein zweiter
Phasenmesswert der Rotorwechselspannung gemessen und der Rotorwinkel in Abhängigkeit
von dem mindestens einen ersten Phasenmesswert und dem mindestens einen zweiten Phasenmesswert
bestimmt. Das erfindungsgemäße Verfahren, bei dem ein periodischer Wechsel bzw. ein
periodisches Umschalten zwischen den Phasendifferenzwerten 90° und 270° der Erregerwechselspannungen
erfolgt (selbstverständlich kann der Phasenwechsel auch in der Abfolge 270°, 90°,
270° ... erfolgen), ermöglicht eine Eliminierung von Laufzeitfehlern, da diejenigen
Phasenanteile, die vom Rotorwinkel abhängen, durch die Phasenumschaltung ihr Vorzeichen
wechseln, wohingegen diejenigen Phasenanteile, die auf Laufzeiteffekten beruhen, ihr
Vorzeichen nicht verändern. Diejenigen Phasenanteile, die auf Laufzeitfehlern beruhen,
können daher eliminiert werden, beispielsweise durch Subtraktion des ersten und des
zweiten Phasenmesswerts.
[0011] In einer Weiterbildung umfassen die Schritte a) und b): a1) Ändern der ersten Phase
und der zweiten Phase unter Beibehaltung der Phasenverschiebung von 90° zwischen der
ersten und der zweiten Phase, b1) Messen eines zugehörigen ersten Phasenmesswerts,
b2) Wiederholen der Schritte a1) und b1), bis der zugehörige erste Phasenmesswert
0° beträgt, und b3) Speichern der zugehörigen ersten Phase als ein erster Drehwinkel,
umfassen die Schritte c) und d): c1) Invertieren der ersten Phase und Ändern der zweiten
Phase derart, dass sich die erste Phase und die zweite Phase um 270° unterscheiden,
d1) Messen eines zugehörigen zweiten Phasenmesswerts, d2) Ändern der ersten Phase
und der zweiten Phase unter Beibehaltung der Phasenverschiebung von 270° zwischen
der ersten und der zweiten Phase, d3) Wiederholen der Schritte d1) und d2), bis der
zugehörige zweite Phasenmesswert 0° beträgt, und d4) Speichern der zugehörigen ersten
Phase als ein zweiter Drehwinkel, und der Schritt e) umfasst: e1) Berechnen des Rotorwinkels
in Abhängigkeit von dem ersten und dem zweiten Drehwinkel. Der Rotorwinkel kann beispielsweise
dadurch berechnet werden, dass eine Differenz bzw. Summe zwischen bzw. aus dem ersten
und dem zweiten Drehwinkel bestimmt wird. Die genannten Schritte reduzieren eine Einschwingzeit
der Rotorwechselspannung nach dem Umschalten der Phasendifferenz zwischen den Erregerwechselspannungen
von 90° auf 270°. Wenn die Erregerwechselspannungen, anders als in der genannten Weiterbildung,
mit konstanten Phasen erzeugt werden, ergibt sich bei der Änderung der Phasendifferenz
der Erregerwechselspannungen von 90° auf 270° bzw. von 270° auf 90° ein Phasensprung
der induzierten Rotorwechselspannung, dessen Betrag vom aktuellen Rotorwinkel abhängt.
In Abhängigkeit vom aktuellen Rotorwinkel kann daher am Umschaltzeitpunkt ein erheblicher
Phasensprung der Rotorwechselspannung verursacht werden, wodurch vergleichsweise große
Einschwingzeitdauern verursacht werden. Durch das Ändern der ersten Phase und der
zweiten Phase unter Beibehaltung der Phasenverschiebung von 90° bzw. 270°, bis der
zugehörige erste Phasenmesswert bzw. zweite Phasenmesswert 0° beträgt, ergibt sich
im Umschaltzeitpunkt im Idealfall kein Phasensprung der Rotorwechselspannung, wodurch
Einschwingzeitdauern wesentlich reduziert werden können.
[0012] In einer Weiterbildung des Verfahrens wird in Schritt e) eine Differenz zwischen
dem zweiten Phasenmesswert und dem ersten Phasenmesswert gebildet, wobei der Rotorwinkel
in Abhängigkeit von der gebildeten Differenz berechnet wird.
[0013] In einer Weiterbildung des Verfahrens wird in Schritt c) die Phase der zweiten Erregerwechselspannung
um 180° geändert, beispielsweise durch Toggeln des Vorzeichens der zweiten Erregerwechselspannung.
Alternativ kann selbstverständlich auch die Phase der ersten Erregerwechselspannung
um 180° geändert werden.
[0014] In einer Weiterbildung wird zwischen den Schritten b) und c) aus dem ersten Phasenmesswert
ein Rotorwinkel extrapoliert. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Welle
rotiert, um durch Extrapolieren Rotorwinkel mit hoher zeitlicher Auflösung zur Verfügung
zu stellen.
[0015] Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfasst eine erste Statorwicklung, eine zweite Statorwicklung,
deren Wicklungsachse zur Wicklungsachse der ersten Statorwicklung in einem rechten
Winkel steht, eine Rotorwicklung, die mit der rotierenden Welle drehfest verbunden
ist, eine erste Erregerwechselspannungsquelle, die dazu ausgebildet ist, eine erste
Erregerwechselspannung mit einer Frequenz und einer ersten Phase zu erzeugen, wobei
die erste Statorwicklung mit der ersten Erregerwechselspannung beaufschlagt ist, eine
zweite Erregerwechselspannungsquelle, die dazu ausgebildet ist, eine zweite Erregerwechselspannung
mit der Frequenz und einer zweiten Phase zu erzeugen, wobei sich die erste Phase und
die zweite Phase um 90° unterscheiden und die zweite Statorwicklung mit der zweiten
Erregerwechselspannung beaufschlagt ist, und eine Messeinrichtung, die dazu ausgebildet
ist, mindestens einen ersten Phasenmesswert einer Phase einer Rotorwechselspannung,
die in der Rotorwicklung durch die erste und die zweite Erregerwechselspannung induziert
wird, zu messen. Die erste Erregerwechselspannungsquelle und/oder die zweite Erregerwechselspannungsquelle
ist/sind dazu ausgebildet, die erste Phase und/oder die zweite Phase derart zu ändern,
dass sich die erste Phase und die zweite Phase um 270° unterscheiden, die Messeinrichtung
ist dazu ausgebildet, anschließend mindestens einen zweiten Phasenmesswert der Rotorwechselspannung
zu messen, und es ist eine Berechungseinrichtung vorgesehen, die dazu ausgebildet
ist, den Rotorwinkel in Abhängigkeit von dem ersten Phasenmesswert und dem zweiten
Phasenmesswert zu berechnen.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0016] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch
dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Hierbei zeigt:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer Vorrichtung zur Messung eines Rotor-winkels einer rotierenden
Welle und
- Fig. 2
- ein Blockschaltbild einer weiteren Vorrichtung zur Messung eines Rotorwinkels einer
rotierenden Welle.
Ausführungsbeispiele
[0017] Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung zur Messung eines Rotorwinkels ϕrotor einer nicht näher
dargestellten rotierenden Welle, beispielsweise eines Elektromotors.
[0018] Die Vorrichtung, die einen Resolver bildet, umfasst eine erste Statorwicklung 100,
eine zweite Statorwicklung 200, deren Wicklungsachse 201 zur Wicklungsachse 101 der
ersten Statorwicklung 100 in einem rechten Winkel steht, eine Rotorwicklung 300, die
mit der rotierenden Welle drehfest verbunden ist, eine erste Erregerwechselspannungsquelle
400, eine zweite Erregerwechselspannungsquelle 500, wobei sich die Erregerwechselspannungsquellen
400 und 500 einen Zähler 450 teilen, eine Messeinrichtung umfassend einen Komparator
600, einen Flankendetektor 700, der steigende und fallende Flanken detektiert, und
ein Latch 800, sowie eine Berechnungseinrichtung 900.
[0019] Die erste Erregerwechselspannungsquelle 400 ist dazu ausgebildet, eine erste Erregerwechselspannung
UE1=sin(2
π ft+ϕ)=sin(ωt+ϕ) mit einer Frequenz f und einer ersten Phase ϕ zu erzeugen, wobei
die erste Statorwicklung 100 mit der ersten Erregerwechselspannung UE1 1 beaufschlagt
ist.
[0020] Die zweite Erregerwechselspannungsquelle 500 ist dazu ausgebildet, eine zweite Erregerwechselspannung
UE2=sin(2
π ft+ϕ+
π/2)=cos(ωt+ϕ) oder UE2=sin(2
π ft+ϕ+3
π/2)=-cos(ωt+ϕ)mit der Frequenz f und einer zweiten Phase ϕ+
π/2 bzw. ϕ+3
π/2 zu erzeugen, wobei sich die erste Phase und die zweite Phase um
π/2, d.h. 90°, oder 3
π/2, d.h. 270°, unterscheiden und die zweite Statorwicklung 200 mit der zweiten Erregerwechselspannung
UE2 beaufschlagt ist.
[0021] Die Messeinrichtung 600, 700 und 800 ist dazu ausgebildet, eine Phasenverschiebung
zwischen der ersten Erregerwechselspannung UR1 und einer Rotorwechselspannung UR zu
messen, die in der Rotorwicklung 300 durch die erste und die zweite Erregerwechselspannung
UE1 und UE2 induziert wird.
[0022] Die Berechungseinrichtung 900 ist dazu ausgebildet, den Rotorwinkel ϕrotor in Abhängigkeit
von der gemessenen Phasenverschiebung zu berechnen.
[0023] Nachfolgend wird der Betrieb der in der Fig. 1 dargestellten Vorrichtung detailliert
beschrieben. Hierzu sei zunächst vereinfachend angenommen, dass die erste Phase ϕ=0
ist.
[0024] Zunächst wird die erste Statorwicklung 100 mit der ersten Erregerwechselspannung
UE1=sin(ωt) beaufschlagt und die zweite Statorwicklung 200 wird mit der zweiten Erregerwechselspannung
UE2=cos(ωt) beaufschlagt. Zur Erzeugung der Erregerwechselspannungen UE1 und UE2 zählt
der Zähler 450 beispielsweise periodisch von 0 bis n, wobei die Erregerwechselspannungsquellen
400 und 500 aus Kennlinienfeldern dem Zählerstand entsprechende Einträge auslesen,
wodurch Sinus- bzw. Kosinusfunktion angenähert werden.
[0025] In der Rotorwicklung 300 wird durch die erste und die zweite Erregerwechselspannung
UE1 und UE2 eine Rotorwechselspannung UR gemäß Gleichung (1) induziert:

wobei ϕrotor den zu bestimmenden Rotorwinkel und ϕfehler einen auf Laufzeiten beruhenden
Phasenfehler bezeichnen.
[0026] Mittels der Messeinrichtung umfassend den Komparator 600, den Flankendetektor 700
und das Latch 800 wird zunächst die Phasenverschiebung ϕfehler + ϕrotor zwischen der
Rotorwechselspannung UR und der ersten Erregerwechselspannung UE1 als ein erster Phasenmesswert
bestimmt und in der Berechungseinrichtung 900 gespeichert.
[0027] Anschließend wird die Phase der zweiten Erregerwechselspannung UE2 um
π, d.h. 180°, verändert. Die zweite Erregerwechselspannung UE2 lässt sich folglich
als -cos(ωt) darstellen. Die Phasen der Erregerwechselspannungen UE1 und UE2 unterscheiden
sich nun um 270°. In der Rotorwicklung 300 wird darauf eine Rotorwechselspannung UR
gemäß Gleichung (2) induziert:

[0028] Mittels der Messeinrichtung 600, 700 und 800 wird jetzt die Phasenverschiebung ϕfehler
- ϕrotor zwischen der Rotorwechselspannung UR und der ersten Erregerwechselspannung
UE1 als ein zweiter Phasenmesswert bestimmt und in der Berechungseinrichtung 900 gespeichert.
[0029] Die Berechnungseinrichtung 900 bildet nun eine Differenz zwischen dem zweiten Phasenmesswert
und dem ersten Phasenmesswert und teilt die gebildeten Differenz durch Zwei, um den
Rotorwinkel ϕrotor zu berechnen. Die störenden Laufzeitfehler ϕfehler können folglich
eliminiert werden.
[0030] Nach der Berechnung des Rotorwinkels ϕrotor wird die Phase der zweiten Erregerwechselspannung
UE2 erneut um π, d.h. 180°, verändert. Die zweite Erregerwechselspannung UE2 lässt
sich folglich wieder als cos(ωt) darstellen. Die oben beschriebenen Verfahrensschritte
werden wiederholt als ein jeweiliger Bestimmungszyklus durchgeführt, um den aktuellen
Rotorwinkel ϕrotor fortlaufend zu ermitteln.
[0031] In einem jeweiligen Bestimmungszyklus wird die Phasenverschiebung zwischen den Erregerwechselspannungen
UE1 und UE2 nach dem Messen des ersten Phasenmesswerts um 180° verändert, um anschließend
einen zweiten Phasenmesswert bei der um 180° geänderten Phasenlage zu bestimmen. Dies
ermöglicht die Eliminierung störender Laufzeiteffekte.
[0032] Bei der Änderung der Phasendifferenz zwischen den Erregerwechselspannungen UE1 und
UE2 um 180° wird ein Phasensprung der induzierten Rotorwechselspannung UR verursacht,
dessen Betrag vom aktuellen Rotorwinkel ϕrotor abhängt. In Abhängigkeit vom aktuellen
Rotorwinkel ϕrotor kann daher am Umschaltzeitpunkt ein erheblicher Phasensprung der
Rotorwechselspannung UR verursacht werden, wodurch vergleichsweise große Einschwingzeitdauern
verursacht werden.
[0033] Um derartige Einschwingeffekte möglichst zu minimieren, kann wie folgt verfahren
werden. Die erste Phase ϕ der ersten Erregerwechselspannung UE1 und die zweite Phase
ϕ+90° der zweiten Erregerwechselspannung UE2 werden unter Beibehaltung der Phasenverschiebung
von 90° so lange verändert, bis der zugehörige erste Phasenmesswert der Rotorwechselspannung
UR 0° beträgt, d.h. bis sich die Rotorwechselspannung UR darstellen lässt als UR=sin(ωt).
Hierzu gehört eine erste Phase α' als ein erster Drehwinkel, d.h. UE1=sin(ωt-α') und
UE2=cos(ωt-α'). Der erste Drehwinkel α' wird gespeichert.
[0034] Anschließend wird die erste Phase invertiert und die zweite Phase derart geändert,
dass sich die erste Phase und die zweite Phase um 270° unterscheiden, d.h. UE1=sin(ωt+α)
und UE2=-cos(ωt+α). Der durch diese Phasenumschaltung der Erregerwechselspannungen
UE1 und UE2 verursachte Phasensprung der Rotorwechselspannung UR ist wesentlich geringer
als im oben beschriebenen Fall, bei dem lediglich das Vorzeichen der zweiten Erregerwechselspannung
UE2 getoggelt wird. Im Idealfall ergibt sich kein Phasensprung der Rotorwechselspannung
UR.
[0035] Anschließend werden die erste Phase und die zweite Phase unter Beibehaltung der Phasenverschiebung
von 270° so lange verändert, bis der zugehörige zweite Phasenmesswert der Rotorwechselspannung
UR 0° beträgt, d.h. bis sich die Rotorwechselspannung UR darstellen lässt als UR=sin(ωt).
Hierzu gehört eine erste Phase α" als ein zweiter Drehwinkel, d.h. UE1=sin(ωt+α")
und UE2=-cos(ωt+α"). Der zweite Drehwinkel α" wird ebenfalls gespeichert.
[0036] Der Rotorwinkel ϕrotor wird nun in der Berechungseinrichtung 900 in Abhängigkeit
von dem ersten und dem zweiten Drehwinkel α' und α" berechnet, beispielsweise indem
der erste und der zweite Drehwinkel α' und α" addiert werden und anschließend die
Summe durch Zwei geteilt wird. Auch hier werden Laufzeitfehler kompensiert.
[0037] Fig. 2 zeigt ein Blockschaltbild einer weiteren Vorrichtung zur Messung eines Rotorwinkels
einer rotierenden Welle. Elemente, deren Funktion der Funktion von in Fig. 1 gezeigten
Elementen entspricht, sind mit identischen Bezugszeichen versehen.
[0038] Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform sind einige Elemente in ein so genanntes
Field Programmable Gate Array (FPGA) 1000 integriert. Das FPGA 1000 umfasst eine Zustandssteuereinheit
1010, einen Multiplexer 1020, ein PI-Glied 1030, ein I-Glied 1040, ein I-Glied 1050,
einen Multiplexer 1060, Sinus-Tabellen 1070 und 1090, Modulatoren 1080 und 1100 und
einen Multiplexer 1110.
[0039] Die erste Erregerwechselspannungsquelle 400 umfasst die Sinus-Tabelle 1070, den Modulator
1080 und einen Tiefpassfilter 2000, der außerhalb des FPGA 1000 vorgesehen ist. Die
zweite Erregerwechselspannungsquelle 500 umfasst entsprechend die Sinus-Tabelle 1090,
den Modulator 1100 und einen Tiefpassfilter 2010.
[0040] Die Zustandssteuereinheit 1010 steuert die Multiplexer 1020, 1060 und 1110 geeignet
an und versorgt den Zähler 450 mit einem Zählertakt. Die Multiplexer 1020 und 1060
empfangen an ihren Eingängen jeweils ein Signal sowie das mit dem Faktor -1 multiplizierte
Signal und geben an ihrem Ausgang entweder das Signal oder das invertierte Signal
aus. In Abhängigkeit vom Ausgangssignal des Multiplexers 1110 stellt sich eine Phasenverschiebung
von 90° oder 270° zwischen der zweiten Erregerwechselspannung UE2 und der ersten Erregerwechselspannung
UE1 ein.
[0041] Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform wird die Phase der Rotorwechselspannung
UR durch Ändern der jeweiligen Phasen der Erregerwechselspannungen UE1 und UE2 derart
eingestellt, dass diese phasengleich zum Ausgabesignal des Zählers 450 ist, d.h. ein
Ausgabesignal bzw. Ausgabewert des Latch 800 wird auf den Wert 0 geregelt. Auf diese
Weise werden Phasensprünge der Rotorwechselspannung UR beim Umschalten der Phasenbeziehung
zwischen den Erregerwechselspannungen UE1 und UE2 von 90° auf 270° bzw. von 270° auf
90° minimiert. Nachfolgend wird ein Betrieb der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung detailliert
beschrieben.
[0042] An einem Ausgang ① des Zählers 450 steht ein Zählersignal ϕ an. Das Zählersignal
ϕ ist eine Zahlenfolge, die beispielsweise beginnend bei einem Wert 0 in Einer-Schritten
bis zu einem maximalen Zählerwert ansteigt und bei Zählerüberlauf wieder den Wert
0 einnimmt, wobei der Zählerwertebereich einem Winkelbereich von 2π entspricht. Dieser
Vorgang wiederholt sich periodisch.
[0043] An einem Punkt ② liegt ein Signal ϕ + ϕerror an. An einem Punkt ③liegt bei einer
ersten Stellung des Multiplexers 1060 ein Signal ϕ + ϕerror + ϕrotor_out an. Am einem
Punkt ④, d.h. dem Ausgang der ersten Erregerwechselspannungsquelle, wird folglich
das Signal sin(ϕ + ϕerror + ϕrotor_out) ausgegeben. An einem Punkt ⑤ steht ein Signal
ϕ + ϕerror + ϕrotor_out - π/2 an, wodurch am Punkt ⑥, d.h. dem Ausgang der zweiten
Erregerwechselspannungsquelle 500, das Signal sin(ϕ + ϕerror und + ϕprotor_out - π/2)
ausgegeben wird. Die Rotorwechselspannung UR an einem Punkt ⑦ ergibt sich folglich
zu sin(ϕrotor_out - ϕrotor + ϕerror + ϕ).
[0044] Wenn die Zustandssteuereinheit 1010 die Multiplexer 1020, 1060 und 1110 alternativ
ansteuert, um die Phasenverschiebung zwischen den Erregerwechselspannungen UE1 und
UE2 zu verändern, ergibt sich am Punkt ①das Signal ϕ, am Punkt ② das Signal ϕ + ϕerror,
am Punkt ③ das Signal ϕ+ ϕperror - ϕrotor_out, am Punkt ④ das Signal sin(ϕ + ϕerror
- ϕrotor_out), am Punkt ⑤ das Signal ϕ + ϕerror - ϕrotor_out + π/2, am Punkt ⑥ das
Signal sin(ϕ + ϕerror - ϕrotor_out + π/2) und am Punkt ⑦ das Signal sin(- ϕrotor_out
+ ϕrotor + ϕerror + ϕ).
[0045] Am Ausgang ⑧ des Latch 800 ergibt sich bei der ersten Multiplexerstellung das Signal
ϕrotor_out - ϕrotor + ϕerror + ϕerror_ext und bei der zweiten Multiplexerstellung
-ϕrotor_out + ϕrotor + ϕerror + ϕerror_ext. Die Größe ϕerror_ext bezeichnet hierbei
einen durch externe Einflüsse hervorgerufenen Phasenfehler, beispielsweise aufgrund
von Temperaturschwankungen.
[0046] An einem Eingang ⑨ des PI-Glieds 1030 steht bei der ersten Multiplexerstellung das
Signal ϕrotor_out - ϕrotor + ϕerror + ϕerror_ext und bei der zweiten Multiplexerstellung
das Signal ϕrotor_out - ϕrotor - ϕerror - ϕerror_ext an.
[0047] Aufgrund der geschlossenen Regelkreisstruktur mit I-Anteilen wird sowohl das Signal
am Punkt ⑧ als auch das Signal am Punkt ⑨ stationär auf einen Wert von 0 eingeregelt.
[0048] Bei der gezeigten Struktur sind zwei Regelschleifen, jeweils mit I-Anteilen, einander
überlagert. Die Regelschleife mit dem I-Glied 1040 bildet eine im Vergleich zur Regelschleife
mit dem PI-Glied 1030 und dem I-Glied 1050 langsame, überlagerte Regelschleife, die
hochfrequente Phasensprünge der Rotorwechselspannung UR, die beim Umschalten der Erregerwechselspannungen
UE1 und UE2 von 90° Phasendifferenz auf 270° Phasendifferenz und umgekehrt auftreten
und die durch Laufzeiteffekte verursacht sind, mit großer Zeitkonstante aufintegriert,
bis im stationären Fall kein Phasensprung der Rotorwechselspannung UR beim Umschalten
der Erregerwechselspannungen UE1 und UE2 mehr auftritt, da der Ausgang des I-Glieds
1040 zu einer dauerhaft veränderten Phasenlage der Erregerwechselspannungen UE1 und
UE2 derart führt, dass die Laufzeiteffekte kompensiert sind.
[0049] Das Signal ϕrotor_out bildet den tatsächlichen Rotorwinkel der rotierenden Welle
ab, wobei Laufzeiteffekte durch das periodische Umschalten der Phasenverschiebung
zwischen den Erregerwechselspannungen UE1 und UE2 von 90° auf 270° bzw. 270° auf 90°
in Verbindung mit der überlagerten Phasenfehlerregelschleife umfassend das I-Glied
1040 kompensiert werden.
[0050] Die gezeigten Ausführungsformen ermöglichen eine zuverlässige Bestimmung des Rotorwinkels
unabhängig von Laufzeiteffekten.
1. Verfahren zum Bestimmen eines Rotorwinkels (ϕrotor) einer rotierenden Welle mittels
eines Resolvers, wobei der Resolver umfasst:
- eine erste Statorwicklung (100),
- eine zweite Statorwicklung (200), deren Wicklungsachse (201) zur Wicklungsachse
(101) der ersten Statorwicklung in einem rechten Winkel steht, und
- eine Rotorwicklung (300), die mit der rotierenden Welle drehfest verbunden ist,
mit den Schritten:
a) Beaufschlagen der ersten Statorwicklung mit einer ersten Erregerwechselspannung
(UE1) mit einer Frequenz und einer ersten Phase und Beaufschlagen der zweiten Statorwicklung
mit einer zweiten Erregerwechselspannung (UE2) mit der Frequenz und einer zweiten
Phase, wobei sich die erste Phase und die zweite Phase um 90° unterscheiden, und
b) Messen mindestens eines ersten Phasenmesswerts einer Phase einer Rotorwechselspannung
(UR), die in der Rotorwicklung durch die erste und die zweite Erregerwechselspannung
induziert wird,
gekennzeichnet durch die Schritte:
c) Ändern der ersten Phase und/oder der zweiten Phase derart, dass sich die erste
Phase und die zweite Phase um 270° unterscheiden,
d) anschließendes Messen mindestens eines zweiten Phasenmesswerts der Rotorwechselspannung
und
e) Bestimmen des Rotorwinkels in Abhängigkeit von dem mindestens einen ersten Phasenmesswert
und dem mindestens einen zweiten Phasenmesswert.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Schritte a) und b) umfassen:
a1) Ändern der ersten Phase und der zweiten Phase unter Beibehaltung der Phasenverschiebung
von 90° zwischen der ersten und der zweiten Phase,
b1) Messen eines zugehörigen ersten Phasenmesswerts,
b2) Wiederholen der Schritte a1) und b1), bis der zugehörige erste Phasenmesswert
0° beträgt, und
b3) Speichern der zugehörigen ersten Phase als ein erster Drehwinkel,
die Schritte c) und d) umfassen:
c1) Invertieren der ersten Phase und Ändern der zweiten Phase derart, dass sich die
erste Phase und die zweite Phase um 270° unterscheiden,
d1) Messen eines zugehörigen zweiten Phasenmesswerts,
d2) Ändern der ersten Phase und der zweiten Phase unter Beibehaltung der Phasenverschiebung
von 270° zwischen der ersten und der zweiten Phase,
d3) Wiederholen der Schritte d1) und d2), bis der zugehörige zweite Phasenmesswert
0° beträgt, und
d4) Speichern der zugehörigen ersten Phase als ein zweiter Drehwinkel, und
der Schritt e) umfasst:
e1) Berechnen des Rotorwinkels in Abhängigkeit von dem ersten und dem zweiten Drehwinkel.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt e) eine Differenz zwischen dem zweiten Phasenmesswert und dem ersten Phasenmesswert
gebildet wird, wobei der Rotorwinkel in Abhängigkeit von der gebildeten Differenz
berechnet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt c) die Phase der zweiten Erregerwechselspannung um 180° geändert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Schritt b) und c) aus dem ersten Phasenmesswert ein Rotorwinkel extrapoliert
wird.
6. Vorrichtung zur Messung eines Rotorwinkels einer rotierenden Welle, insbesondere zur
Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, umfassend:
- eine erste Statorwicklung (100),
- eine zweite Statorwicklung (200), deren Wicklungsachse (201) zur Wicklungsachse
(101) der ersten Statorwicklung in einem rechten Winkel steht,
- eine Rotorwicklung (300), die mit der rotierenden Welle drehfest verbunden ist,
- eine erste Erregerwechselspannungsquelle (400), die dazu ausgebildet ist, eine erste
Erregerwechselspannung (UE1) mit einer Frequenz und einer ersten Phase zu erzeugen,
wobei die erste Statorwicklung mit der ersten Erregerwechselspannung beaufschlagt
ist,
- eine zweite Erregerwechselspannungsquelle (500), die dazu ausgebildet ist, eine
zweite Erregerwechselspannung (UE2) mit der Frequenz und einer zweiten Phase zu erzeugen,
wobei sich die erste Phase und die zweite Phase um 90° unterscheiden und die zweite
Statorwicklung mit der zweiten Erregerwechselspannung beaufschlagt ist, und
- eine Messeinrichtung (600, 700, 800), die dazu ausgebildet ist, mindestens einen
ersten Phasenmesswert einer Phase einer Rotorwechselspannung (UR), die in der Rotorwicklung
durch die erste und die zweite Erregerwechselspannung induziert wird, zu messen,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die erste Erregerwechselspannungsquelle und/oder die zweite Erregerwechselspannungsquelle
dazu ausgebildet ist/sind, die erste Phase und/oder die zweite Phase derart zu ändern,
dass sich die erste Phase und die zweite Phase um 270° unterscheiden,
- die Messeinrichtung dazu ausgebildet ist, anschließend mindestens einen zweiten
Phasenmesswert der Rotorwechselspannung zu messen, und
- eine Berechungseinrichtung (900) vorgesehen ist, die dazu ausgebildet ist, den Rotorwinkel
in Abhängigkeit von dem ersten Phasenmesswert und dem zweiten Phasenmesswert zu berechnen.
1. A method for determining a rotor angle (ϕrotor) of a rotating shaft by means of a
resolver, the resolver comprising:
- a first stator winding (100),
- a second stator winding (200), whose winding axis (201) is at right angle with respect
to the winding axis (101) of the first stator winding, and
- a rotor winding (300), which is connected to the rotating shaft in a rotatably fixed
manner,
including the steps:
a) applying a first exciter alternating current (AC) voltage (UE1) having a frequency
and a first phase to the first stator winding and applying a second exciter AC voltage
(UE2) having the frequency and a second phase to the second stator winding, the first
phase and the second phase differing by 90°, and
b) measuring at least one first phase measured value of a phase of a rotor AC voltage
(UR) induced in the rotor winding by the first and the second exciter AC voltages,
characterized by the steps:
c) varying the first phase and/or the second phase such that the first phase and the
second phase differ by 270°,
d) subsequent measuring of at least one second phase measured value of the rotor AC
voltage, and
e) determining the rotor angle in response to the at least one first phase measured
value and the at least one second phase measured value.
2. The method according to claim 1,
characterized in that the steps a) and b) comprise:
a1) varying the first phase and the second phase while maintaining the phase shift
of 90° between the first and the second phase,
b1) measuring of a corresponding first phase measured value,
b2) repeating the steps a1) and b1), until the corresponding first phase measured
value is 0°, and
b3) storing the corresponding first phase as a first angle of rotation,
the steps c) and d) comprise:
c1) inverting the first phase and varying the second phase such that the first phase
and the second phase differ by 270°,
d1) measuring of a corresponding second phase measured value,
d2) varying the first phase and the second phase while maintaining the phase shift
of 270° between the first and the second phase,
d3) repeating the steps d1) and d2), until the corresponding second phase measured
value is 0°, and
d4) storing the corresponding first phase as a second angle of rotation, and
the step e) comprises:
e1) calculating the rotor angle in response to the first and the second angles of
rotation.
3. The method according to claim 1, characterized in that in step e) a difference between the second phase measured value and the first phase
measured value is evaluated, wherein the rotor angle is calculated in response to
the obtained difference.
4. The method according to claim 1 or 3, characterized in that in step c) the phase of the second exciter AC voltage is varied by 180°.
5. The method according to any one of the preceding claims, characterized in that in between the steps b) and c) a rotor angle is extrapolated from the first phase
measured value.
6. A device for measuring a rotor angle of a rotating shaft, in particular for implementing
the method according to any one of the claims 1 to 5, comprising:
- a first stator winding (100),
- a second stator winding (200), whose winding axis (201) is at right angle with respect
to the winding axis (101) of the first stator winding,
- a rotor winding (300), which is connected to the rotating shaft in a rotatably fixed
manner,
- a first exciter alternating current (AC) voltage source (400) configured to generate
a first exciter AC voltage (UE1) having a frequency and a first phase, wherein the
first exciter AC voltage is applied to the first stator winding,
- a second exciter AC voltage source (500) configured to generate a second exciter
AC voltage (UE2) having the frequency and a second phase, wherein the first phase
and the second phase differ by 90° and the second exciter AC voltage is applied to
the second stator winding, and
- a measuring device (600, 700, 800) configured to measure at least one first phase
measured value of a phase of a rotor AC voltage (UR) induced in the rotor winding
by the first and the second exciter AC voltages,
characterized in that
- the first exciter AC voltage source and/or the second exciter AC voltage source
is/are configured to vary the first phase and/or the second phase such that the first
phase and the second phase differ by 270°,
- the measuring device is configured to measure subsequently at least one second phase
measured value of the rotor AC voltage, and
- a calculating device (900) is provided and configured to calculate the rotor angle
in response to the first phase measured value and the second phase measured value.
1. Procédé de détermination d'un angle de rotor (ϕrotor) d'un arbre en rotation à l'aide
d'un résolveur, le résolveur comprenant :
- un premier enroulement de stator (100),
- un deuxième enroulement de stator (200), dont l'axe d'enroulement (201) se trouve
à un angle droit par rapport à l'axe d'enroulement (101) du premier enroulement de
stator, et
- un enroulement de rotor (300) qui est relié solidaire en rotation avec l'arbre en
rotation,
le procédé comprenant les étapes suivantes :
a) application au premier enroulement de stator d'une première tension alternative
d'excitation (UE1) ayant une fréquence et une première phase et application au deuxième
enroulement de stator d'une deuxième tension alternative d'excitation (UE2) ayant
la fréquence et une deuxième phase, la première phase et la deuxième phase présentant
une différence de 90°, et
b) mesure d'au moins une première valeur mesurée de phase d'une phase d'une tension
alternative de rotor (UR), laquelle est induite dans l'enroulement de rotor par la
première et la deuxième tensions alternatives d'excitation,
caractérisé par les étapes suivantes :
c) modification de la première phase et/ou de la deuxième phase de telle sorte que
la première phase et la deuxième phase présentent une différence de 270°,
d) ensuite mesure d'au moins une deuxième valeur mesurée de phase de la tension alternative
de rotor et
e) détermination d'un angle de rotor en fonction de l'au moins une première valeur
mesurée de phase et de l'au moins une deuxième valeur mesurée de phase.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
les étapes a) et b) comprennent :
a1) modification de la première phase et de la deuxième phase en conservant le déphasage
de 90° entre la première et la deuxième phases,
b1) mesure d'une première valeur mesurée de phase associée,
b2) répétition des étapes a1) et b1) jusqu'à ce que la première valeur mesurée de
phase associée soit égale à 0°, et
b3) mise en mémoire de la première phase associée en tant que premier angle de rotation,
les étapes c) et d) comprennent :
c1) inversion de la première phase et modification de la deuxième phase de telle sorte
que la première phase et la deuxième phase présentent une différence de 270°,
d1) mesure d'une deuxième valeur mesurée de phase associée,
d2) modification de la première phase et de la deuxième phase en conservant le déphasage
de 270° entre la première et la deuxième phases,
d3) répétition des étapes d1) et d2) jusqu'à ce que la deuxième valeur mesurée de
phase associée soit égale à 0°, et
d4) mise en mémoire de la première phase associée en tant que deuxième angle de rotation,
et
l'étape e) comprend :
e1) calcul de l'angle de rotor en fonction du premier et du deuxième angles de phase.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'à l'étape e) est formée une différence entre la deuxième valeur mesurée de phase et
la première valeur mesurée de phase, l'angle de rotor étant calculé en fonction de
la différence formée.
4. Procédé selon la revendication 1 ou 3, caractérisé en ce qu'à l'étape c), la phase de la deuxième tension alternative d'excitation est modifiée
de 180°.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'entre les étapes b) et c), un angle de rotor est extrapolé à partir de la première
valeur mesurée de phase.
6. Dispositif destiné à mesurer un angle de rotor d'un arbre en rotation, notamment destiné
à mettre en oeuvre un procédé selon l'une des revendications 1 à 5, comprenant :
- un premier enroulement de stator (100),
- un deuxième enroulement de stator (200), dont l'axe d'enroulement (201) se trouve
à un angle droit par rapport à l'axe d'enroulement (101) du premier enroulement de
stator,
- un enroulement de rotor (300) qui est relié solidaire en rotation avec l'arbre en
rotation,
- une première source de tension alternative d'excitation (400) qui est configurée
pour générer une première tension alternative d'excitation (UE1) ayant une fréquence
et une première phase, le premier enroulement de stator étant alimenté par la première
tension alternative d'excitation,
- une deuxième source de tension alternative d'excitation (500) qui est configurée
pour générer une deuxième tension alternative d'excitation (UE2) ayant la fréquence
et une deuxième phase, la première phase et la deuxième phase présentant une différence
de 90° et le deuxième enroulement de stator étant alimenté par la deuxième tension
alternative d'excitation, et
- un dispositif de mesure (600, 700, 800) qui est configuré pour mesurer au moins
une première valeur mesurée de phase d'une phase d'une tension alternative de rotor
(UR), laquelle est induite dans l'enroulement de rotor par la première et la deuxième
tensions alternatives d'excitation,
caractérisé en ce que
- la première source de tension alternative d'excitation et/ou la deuxième source
de tension alternative d'excitation est/sont configurée(s) pour modifier la première
phase et/ou la deuxième phase de telle sorte que la première phase et la deuxième
phase présentent une différence de 270°,
- le dispositif de mesure est configuré pour mesurer ensuite au moins une deuxième
valeur mesurée de phase de la tension alternative de rotor et
- il est prévu un dispositif de calcul (900) qui est configuré pour calculer l'angle
de rotor en fonction de la première valeur mesurée de phase et de la deuxième valeur
mesurée de phase.