[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur elektrohydraulischen Blechumformung nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Zur Umformung von Blechen kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, welche auf
das jeweilige Erzeugnis zugeschnitten sind. Während bei konventionellen Pressen das
umzuformende Blech über einen Stempel gegen eine Matrize gepresst wird, welche die
gewünschte Kontur aufweist, erfolgt das Anpressen des Blechs gegen die Matrize beim
Hydroforming durch ein unter Druck gesetztes Fluid, vorzugsweise Wasser. Beim Hydroforming-Verfahren
werden Umformdrücke von 2000 Bar bis 4000 Bar erzeugt. Je nach Größe der auszuformenden
Fläche sind daher entsprechend große Zuhaltekräfte der Hydroforming-Presse erforderlich,
da der anliegende Umformdruck auf der gesamten umzuformenden Fläche gleichzeitig anliegt.
Da die Hydroforming-Presse den erforderlichen Druck erst langsam aufbauen kann, ergeben
sich bei der Umformung entsprechend lange Taktzeiten. Hierbei treten, wie bei allen
anderen konventionellen Verfahren, die Formänderungen des Bleches dadurch ein, dass
sich die Atomreihen innerhalb der einzelnen Kristalle beim Überschreiten einer bestimmten
Grenzspannung gegeneinander verschieben und der Zusammenhang zwischen den Atomreihen
auf dem nächsten folgenden Gitterplatz stattfindet.
[0003] Verbesserte Materialeigenschaften werden mit Hochgeschwindigkeitsumformverfahren,
z.B. das elektrohydraulische Verfahren erzielt. Dabei wird das Werkzeug an der der
Matrize gegenüberliegenden Seite des umzuformenden Bleches vollständig mit einem Übertragungsmedium,
vorzugsweise Wasser, aufgefüllt. In dem mit Wasser befüllten Raum sind Unterwasserelektroden
angeordnet, über die in Kondensatoren gespeicherte elektrische Energie schlagartig
entladen wird. Durch die Kondensatorunterwasserentladung wird das Wasser explosionsartig
gegen das Blech beschleunigt, welches hierdurch an die Matrize mit hoher Geschwindigkeit
angelegt wird. Im Gegensatz zum konventionellen Hydroforming-Verfahren findet bei
der hier anliegenden Hochgeschwindigkeitsumformung eine sogenannte "Zwillingsbildung"
statt, bei der die bleibende Verformung durch ein Umklappen des Gitters von einer
Lage in die andere erfolgt. Diese Zwillingsbildung führt zum Einen zu besseren Materialeigenschaften
nach der Umformung, also am Fertigprodukt, zum Anderen liegen auch bei der Umformung
deutlich bessere Materialeigenschaften vor. Materialien, die nur sehr schwierig umformbar
sind, wie beispielsweise verschiedene Titan- oder Aluminiumlegierungen, können erst
unter Hochgeschwindigkeitsbedingungen umgeformt werden.
[0004] Nachteilig bei dem vorgenannten Verfahren ist, dass die elektrische Entladung eines
Elektrodenpaars eine quasi punktförmige Energieentladung bewirkt, woraus sich ein
hydraulisches Wirkfeld mit einem Durchmesser von maximal 200 mm ergibt. Zur Vergrößerung
des Wirkfeldes sind somit mehrere Elektrodenpaare notwendig. Hierbei ist zunächst
zu berücksichtigen, dass ein standzeitfester Hochstromschalter, der die Elektroden
schlagartig mit der erforderlichen elektrischen Energie versorgt, aus Kostengründen
nur einmal im System vorhanden sein sollte. Somit sind der Verschaltung der Elektrodenpaare
nach dem heutigen Stand der Technik enge Grenzen auferlegt: Bei Parallelschaltung
von mehreren Elektrodenpaaren über einen Hochstromschalter werden keine reproduzierbaren
Ergebnisse erzielt, da die Funkenstrecke, die zuerst zündet, den übrigen Funkenstrecken
(Elektrodenpaaren) bereits einen Großteil der verfügbaren Energie entzieht. Auf Grund
komplexer Ionisationsbedingungen im Übertragungsmedium können alle parallel geschalteten
Funkenstrecken nicht gleichzeitig zünden. Schaltet man dagegen mehrere Elektrodenpaare
in Reihe, so ist zwar das Problem des gleichzeitigen Zündens beseitigt, aber die mögliche
Anzahl der in Reihe schaltbaren Funkenstrecken ist durch die erforderliche Zündspannung
begrenzt.
[0005] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde,
eine Vorrichtung zur elektrohydraulischen Blechumformung zu schaffen, welche eine
für eine Serienfertigung wirtschaftliche Umformung von Blechen auch mit größeren Umformflächen
ermöglicht. Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teils des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0006] Mit der Erfindung ist eine Vorrichtung zur elektrohydraulischen Blechumformung geschaffen,
welche eine wirtschaftliche Umformung von Blechen auch mit größeren Umformflächen
ermöglicht. Durch die Anordnung wenigstens eines potenzialfreien Brückenelementes
zwischen zwei Elektroden erfolgt bei der Kondensatorentladung eine gleichzeitige Erzeugung
von mehreren beabstandet zueinander angeordneten Funkenstrecken, an denen die elektrische
Energie in hydraulische Energie umgesetzt wird, wodurch eine großflächige Umformung
ermöglicht ist. Das Brückenelement wird elektrisch von außen nicht angeschlossen,
sondern dient je nach Stellung als Brücke im Stromkreis. Der elektrische Anschluss
der Elektroden ist so gewählt, dass das Brückenelement in jeder Stellung eine Brücke
von Plus nach Minus herstellt. Bei der vorliegenden Reihenschaltung der Funkenstrecken
kann der hohe Plasmastrom, der für die Umsetzung der elektrischen in die hydraulische
Energie verantwortlich ist, erst dann fließen, wenn alle hintereinander geschalteten
Funkenstrecken gezündet haben.
[0007] Das wenigstens eine potenzialfreie Brückenelement kann positionsfest, drehbar oder
verschiebbar innerhalb des Elektrodenrahmens angeordnet sein. Durch die drehbare und
/ oder verschiebbare Anordnung eines potenzialfreien Brückenelementes ist die Verwendung
eines Brückenelementes für den - zeitlich hintereinandergeschalteten - Einsatz in
unterschiedlichen Elektrodenpaaren ermöglicht. Durch die Positionierbarkeit des Brückenelementes
ersetzt dieses zudem einen ansonsten mehrfach benötigten Hochstromschalter.
[0008] Bevorzugt ist ein potenzialfreies Brückenelement mit einem Antrieb verbunden, über
den es bewegbar ist. Hierdurch ist die Zuordnung eines Brückenelementes zu dem jeweiligen
Elektrodenpaar von außen steuerbar.
[0009] In Weiterbildung der Erfindung ist eine Steuerungsvorrichtung angeordnet, die mit
dem wenigstens einen Antrieb verbunden ist und die derart eingerichtet ist, dass zu
festgelegten Zeiten unter Veränderung der Lage wenigstens einen potenzialfreien Brückenelementes
unterschiedliche Funkenstrecken aktiviert werden können. Hierdurch ist eine automatische
Abfolge von Entladungen an unterschiedlichen Positionen ermöglicht, wodurch eine stufenweise
Umformung eines Bleches auch mit größerer Umformfläche erzielbar ist.
[0010] In Ausgestaltung der Erfindung ist in dem Werkzeugunterteil eine Leitung zur Fluidzuführung
eingebracht. Hierdurch ist die Zuführung von zusätzlichen Übertragungsmedien (beispielsweise
Wasser) zum Ausgleich der durch den Umformprozess indizierten Volumenänderung der
mit dem Übertragungsmedium befüllten Kammer ermöglicht.
[0011] In Weiterbildung der Erfindung ist in dem Werkzeugunterteil eine zweite Matrize angeordnet,
wobei zwischen Elektrodenrahmen und Werkzeugunterteil ein zweites Blech fluiddicht
einspannbar ist. Hierdurch ist die gleichzeitige Umformung zweier Bleche während einer
Entladungsfolge ermöglicht, wodurch die Produktivität der Vorrichtung deutlich gesteigert
ist.
[0012] In Ausgestaltung der Erfindung sind wenigstens zwei Elektroden als nachschiebbare
Elektroden ausgebildet. Hierdurch ist der Abbrand der Elektroden und gleichzeitig
auch der Abbrand der Brückenelemente kompensierbar. Bevorzugt ist - zusätzlich oder
alternativ - wenigstens ein Brückenelement als nachschiebbares Element ausgebildet.
[0013] Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen
angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt
und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- die schematische Darstellung einer Vorrichtung zur elektrohydrauli- schen Blechumformung;
- Figur 2
- die schematische Darstellung des Elektrodenrahmens der Vorrich- tung mit drehbarem
Brückenelement gemäß Figur 1;
- Figur 3
- die schematische Darstellung eines Elektrodenrahmens in einer weiteren Ausführungsform
mit verschiebbarem Brückenelement;
- Figur 4
- die schematische Darstellung eines Elektrodenrahmens in einer dritten Ausführungsform
mit mehreren drehbaren Brückenelemen- ten;
- Figur 5
- die schematische Darstellung eines Elektrodenrahmens in einer vierten Ausführungsform
mit einer Kombination aus mehreren fest- stehenden und drehbaren Brückenelementen
- Figur 6
- die schematische Darstellung einer Vorrichtung zur elektrohydrauli- schen Blechumformung
mit zweiter Matrize.
[0014] Die als Ausführungsbeispiel gewählte Vorrichtung besteht im Wesentlichen aus einem
Werkzeugoberteil 1 sowie einem Werkzeugunterteil 2, zwischen denen ein Elektrodenrahmen
3 angeordnet ist. Zwischen Elektrodenrahmen 3 und Werkzeugoberteil 1 ist ein Blech
4 fluiddicht einspannbar.
[0015] In das Werkzeugoberteil 1 ist eine Matrize 11 eingebracht, welche die in das Blech
4 einzuformende Kontur aufweist. Weiterhin ist in dem Werkzeugoberteil 1 eine Leitung
10 zur Evakuierung der durch das eingelegte Blech 4 und die Matrize 11 gebildeten
Kammer 12 vorgesehen.
[0016] Das Werkzeugunterteil 2 weist im Wesentlichen parabolisch oder elliptisch ausgebildete
Reflektoren 21 auf, die der Matrize 11 des Werkzeugoberteils 1 gegenüberliegend angeordnet
sind. Die Reflektoren 21 dienen der Reflektion von auftreffender Entladungsenergie
in Richtung der Matrize 11.
[0017] Auf dem Werkzeugunterteil 2 ist ein Elektrodenrahmen 3 angeordnet. Der Elektrodenrahmen
3 ist im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 im Wesentlichen quadratisch ausgeführt.
Jeweils mittig sind an den Seiten des Elektrodenrahmens 3 Elektroden 31, 32 angeordnet,
wobei einer positiven Elektrode 31 jeweils eine negative Elektrode 32 gegenüberliegend
angeordnet ist. Die Elektroden 31, 32 sind jeweils von einem Isolator 30 umgeben.
Mittig der angeordneten Elektroden 31, 32 ist in dem Elektrodenrahmen 3 ein potenzialfreies
Brückenelement 33 drehbar angeordnet, derart, dass es in Flucht mit jeweils einem
Elektrodenpaar 31, 32 ausrichtbar ist. Es ergeben sich hier vier Funkenstrecken, die
auf einem Durchmesser liegen, der der Länge des Brückenelementes entspricht.
[0018] Im Zuge des elektrohydraulischen Verfahrens wird auf den Elektrodenrahmen 3 ein umzuformendes
Blech 4 aufgelegt und Werkzeugoberteil 1 und Werkzeugunterteil 2 werden mit hydraulischer
oder mechanischer Kraft geschlossen, so dass das Blech 4 fluiddicht zwischen Elektrodenrahmen
3 und Werkzeugoberteil 1 eingespannt ist. Die Luft aus der durch die Matrize 11 und
das Blech 4 gebildeten Kammer 12 wird über die Leitung 10 evakuiert. Der sich zwischen
Werkzeugunterteil 2 und Blech 4 ergebende Füllraum 22 wird vollständig mit Übertragungsmedium,
z.B. Wasser, gefüllt. Anschließend werden beliebig viele Entladungen hintereinander
durchgeführt, wobei bei jedem Prozessschritt das Blech 4 weiter verformt wird, da
das durch die Kondensatorunterwasserentladung beschleunigte Wasser auch in einigen
Zentimetern Entfernung noch ausreichend Umformenergie aufweist. Nach jedem Prozessschritt
bzw. jedem Entladungsvorgang wird das in dem Füllraum 22 durch die Umformung entstandene
Vakuum über eine Leitung 20 mit Wasser nachgefüllt. Das besondere dieses Pulsverfahrens
ist, dass die erforderliche Umformenergie nicht zwingend mit einem Puls erzeugt werden
muss. Der maximal auftretende Druck bzw. die maximale Geschwindigkeit des beschleunigten
Wassers ist pro Puls bei gleichen Parametern gleich, aber die Umformung kann möglicherweise
nicht vollständig ausgeführt werden, da die Zeit pro Puls nicht ausreichend ist. Somit
wird die Umformung mit der Durchführung des nächsten Pulses entsprechend fortsetzt.
Vorteilhaft für die Auslegung und die Standzeit der Vorrichtungskomponenten ist hierbei,
dass die Umformung nicht mit einem Energiepuls mit sehr hoher Energie erfolgen muss,
sondern durch mehrere Energiepulse mit entsprechend geringerer Energie erfolgen kann.
Diese Energiepulse können flächig verteilt über die durch die Brückenelemente 33 gebildeten
Funkenstrecken erfolgen, wodurch die effektive Umformfläche erhöht ist.
[0019] Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 sind parallel zueinander zwei Elektrodenpaare
31, 32 angeordnet sowie ein potenzialfreies Brückenelement 33, welches zwischen den
beiden Elektrodenpaaren 31, 32 verschiebbar angeordnet ist. Es ergeben sich hier vier
Funkenstrecken, die in den Eckpunkten eines Rechtecks liegen, wobei die eine Seite
des Rechtecks durch die Länge des Brückenelements beschrieben ist und die zweite Seite
durch den Abstand der Elektroden 31 bzw. 32 auf einer Seite des Elektrodenrahmens
3.
[0020] Der wesentliche Vorteil des verschieb- oder drehbaren Brückelementes ist es, das
jeweils nur zwei der vier Funkenstrecken zünden, weil nur diese in einem zündfähigen
Stromkreis liegen. Dies ist besonders vorteilhaft, da für jede einzelne Funkenstrecke
eine bestimmte Mindestspannung anliegen muss, um ein reproduzierbares Zündverhalten
und damit eine hohe Umsetzung von elektrische in hydraulische Energie zu erzielen.
Die erforderliche Mindestzündspannung für eine Funkenstrecke ist im Wesentlichen abhängig
von Durchmesser und Form der Elektrode 31, 32 sowie vom Elektrodenabstand, von der
elektrischen Leitfähigkeit des Übertragungsmediums (beispielsweise Wasser) und von
dem im Zündmoment entstehenden Druckniveau im Übertragungsmedium. Bei jeder Zündung
der Funkenstrecke erfolgt ein Plasmalichtbogen, der zu einer entsprechenden Abbrandrate
an den Elektroden führt. Unter dem Aspekt der Standzeitfestigkeit für die Serienfertigung
sind Elektrodendurchmesser < 10mm bei größeren Energien, wie sie beispielsweise für
Stahlbleche mit Materialstärken > 0,4mm erforderlich sind, ungeeignet. Um der hydraulischen
Energie, welche punktförmig zwischen den Elektroden 31, 32 an dem sich ausbildenden
Plasmakanal entsteht, eine effiziente Ausbreitung zu ermöglichen, ist z.B. eine Mindestzündspannung
von ca. 10kV pro Funkenstrecke beim Einsatz im Übertragungsmedium Wasser erforderlich.
[0021] Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 sind an dem Elektrodenrahmen 3 an jeder Seite
nebeneinander liegend zwei gleichgepolte Elektroden 31, 32 nebeneinander angeordnet.
Innerhalb des Elektrodenrahmens 3 sind vier potenzialfreie Brückenelemente 33 drehbar
angeordnet, derart, dass ein Elektrodenpaar über jeweils zwei hintereinander angeordnete
potenzialfreie Brückelemente 33 überbrückt werden kann, wobei jeweils drei Funkenstrecken
gebildet sind. Auf diese Weise sind zwölf verschiedene Funkenstrecken gebildet, welche
einen entsprechend großen Umformbereich abdecken.
[0022] Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 5 sind drei Elektrodenpaare 31, 32 sowie drei
ortsfeste und zwei drehbar angeordnete Brückenelemente 33 angeordnet. In dieser Anordnung
können nacheinander drei Positionen mit je zwei, drei bzw. vier Funkenstrecken abgefahren
werden. Die Ausführungsvarianten sind beliebig; es können beispielsweise auch drehbare,
verschiebbare und ortsfeste Brückenelemente kombiniert werden. Hierdurch wird insgesamt
die Anforderung, einen beliebig großen Umformbereich abzudecken, erfüllt.
[0023] Für den Einsatz des elektrohydraulischen Verfahrens in der Serienfertigung kann zur
Erhöhung der Standzeit der Abbrand der Elektroden 31, 32 durch automatisches Nachschieben
des Elektrodenstabes erfolgen, wobei gleichzeitig auch der Abbrand eines verschiebbaren
oder auch eines drehbaren Brückenelementes gleichzeitig kompensiert werden kann. Das
sich hierdurch nach längerer Einsatzzeit der Punkt des Funkenüberschlags, also die
Funkenstrecke selber, verschiebt, kann dadurch kompensiert werden, dass beispielsweise
einmal pro Schicht oder einmal pro Tag das Brückenelement 33 selbst getauscht wird.
[0024] Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Erfindung besteht darin, dass bei der erfindungsgemäßen
Auslegung des Elektrodenarrays grundsätzlich nur ein Schalter benötigt wird, auch
wenn beispielsweise zwölf Funkenstrecken angeordnet sind, von denen je nach Stellung
der Brückenelemente 33 nur wenige bestimmte gezündet werden. Die gesamte in den Kondensatoren
gespeicherte Energie wird somit auch nur auf wenige Elektroden bzw. Brückenelemente
aufgeteilt. Im gesamten Stromkreis ersetzen somit die Brückenelemente 33 die sonst
mehrfach einzusetzenden Schalter. Derartige Hochstromschalter sind bei dem gesamten
elektrohydraulischen Verfahren die kostenintensivste Komponente, weil hierbei hohe
Spannungen, entsprechend der erforderlichen Zündspannung, extrem hohe Ströme im Bereich
zwischen 10 und 300 kA sehr schnell (im µs-Bereich) geschaltet werden müssen. Ein
solcher Schalter ist entweder entsprechend sehr teuer in der Auslegung für größere
Standzeiten oder er zeigt in preiswerteren Ausführungen entsprechend hohen Verschleiß.
Beim Gegenstand der Erfindung werden durch die Positionen der Brückenelemente 33 die
Positionen der aktivierten Funkenstrecken automatisch bestimmt. Hierdurch können die
Erstellungskosten der Gesamtanlage erheblich reduziert werden.
[0025] Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 6 ist in dem Werkzeugunterteil 2 an Stelle eines
Reflektors 21 eine zweite Matrize 23 eingeformt. Dabei ist der Elektrodenrahmen 3
unabhängig vom Werkzeugoberteil 1 und dem Werkzeugunterteil 2 befestigt, so dass jeweils
ein Blech zwischen Werkzeugoberteil 1 und Elektrodenrahmen 3 und zwischen Elektrodenrahmen
3 und Werkzeugunterteil 2 einspannbar ist. Über in dem Werkzeugoberteil 1 und dem
Werkzeugunterteil 2 jeweils vorgesehene Leitungen 10, 20 können die zwischen den Blechen
4 und den Matrizen 11, 23 gebildeten Kammern 12, 24 evakuiert werden. Der durch die
über die Unterwasserelektroden 31, 32 und dem Brückenelement 33 erfolgte Kondensatorunterwasserentladung
wird das beschleunigte Wasser gegen die parallel angeordneten Bleche 4 beschleunigt,
wodurch die Bleche 4 gegen die Matrizen 11, 23 gepresst werden. Mit dieser Anordnung
ist eine gleichzeitige Verformung von zwei Blechen in einem Umformprozess ermöglicht.
1. Vorrichtung zur elektrohydraulischen Blechumformung, umfassend ein Werkzeugoberteil
mit einer Matrize und ein Werkzeugunterteil, an dem ein Elektrodenrahmen angeordnet
ist, der wenigstens zwei Elektroden aufnimmt, wobei zwischen Matrize und Elektrodenrahmen
ein Blech fluiddicht einspannbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des Elektrodenrahmens (3) zwischen wenigstens zwei Elektroden (31, 32)
wenigstens ein potentialfreies Brückenelement (33) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein potentialfreies Brückenelement (33) positionsfest angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein potentialfreies Brückenelement (33) drehbar angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein potentialfreies Brückenelement (33) verschiebbar angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein potentialfreies Brückenelement (33) mit einem Antrieb verbunden ist,
über den es bewegbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerungsvorrichtung angeordnet ist, die mit dem wenigstens einen Antrieb verbunden
ist und die derart eingerichtet ist, dass zu festgelegten Zeiten unter Veränderung
der Lage wenigstens eines potentialfreien Brückenelementes (33) unterschiedliche Funkenstrecken
aktiviert werden können.
7. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Werkzeugunterteil (2) eine Leitung (20) zur Fluidzuführung eingebracht ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Werkzeugunterteil (2) eine zweite Matrize (23) angeordnet ist, wobei zwischen
Elektrodenrahmen (3) und Werkzeugunterteil (2) ein zweites Blech (4) fluiddicht einspannbar
ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Elektroden (31, 32) als nachschiebbare Elektroden ausgebildet sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Brückenelement als nachschiebbares Element ausgebildet ist.