[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur metallisierenden Vorbehandlung
verzinkter und/oder legierungsverzinkter Stahloberflächen oder zusammengefügter metallischer
Bauteile, die zumindest teilweise Oberflächen aus Zink aufweisen, in einer mehrere
Prozessschritte umfassenden Oberflächenbehandlung. Im erfindungsgemäßen Verfahren
werden metallische Schichtauflagen von nicht mehr als 50 mg/m
2 an Zinn auf den behandelten Zinkoberflächen erzeugt. Derart metallisierte Zinkoberflächen
eignen sich hervorragend als Ausgangsmaterial für nachfolgende Passivierungs- und
Beschichtungsschritte (Abbildung 1, Verfahren II-V) und bewirken eine deutlich höhere
Effizienz der Korrosionsschutzbeschichtung insbesondere nach der erfindungsgemäßen
Vorbehandlung verzinkter Metalloberflächen. Die Applikation des Verfahrens auf verzinktem
Bandstahl unterbindet dabei die korrosive Lackunterwanderung speziell an den Schnittkanten.
In einem weiteren Aspekt umfasst die Erfindung daher ein unbeschichtetes oder nachfolgend
beschichtetes metallisches Bauteil, welchem eine erfindungsgemäße metallisierende
Vorbehandlung zuteil wurde, sowie die Verwendung eines solchen Bauteils im Karosseriebau
bei der automobilen Fertigung, im Schiffsbau, im Baugewerbe sowie für die Herstellung
von Weißer Ware.
[0002] Gegenwärtig wird in der Stahlindustrie eine Vielzahl oberflächenveredelter Stahlwerkstoffe
hergestellt und nahezu 80 % der Feinblechprodukte in Deutschland werden heute in oberflächenveredelter
Ausführung geliefert. Für die Produktion von Erzeugnissen werden diese Feinblechprodukte
weiterverarbeitet, so dass unterschiedlichste metallische Werkstoffe oder verschiedenste
Kombinationen von metallischem Grund- und Oberflächenmaterial in einem Bauteil vorliegen
können und für bestimmte Produktanforderungen vorliegen müssen, Bei der Weiterverarbeitung,
speziell von oberflächenveredelten Bandstählen, wird der Werkstoff zugeschnitten,
umgeformt und mittels Schweiß- oder Klebeverfahren zusammengefügt. Diese Verarbeitungsprozesse
sind im hohen Maße typisch für den Karosseriebau in der Automobilindustrie. Dort wird
hauptsächlich verzinkter Bandstahl aus der Coil-Coating-Industrie weiterverarbeitet
und beispielsweise mit unverzinktem Bandstahl und/oder Bandaluminium zusammengefügt.
So bestehen Autokarosserien aus einer Vielzahl von Blechteilen, die durch Punktschweißen
miteinander verbunden werden.
Aus dieser Kombinationsvielfalt von metallischer Bandmaterialien in einem Bauteil
und der vornehmlichen Verwendung von oberflächenveredelten Bandstählen ergeben sich
besondere Anforderungen an den Korrosionschutz, der in der Lage sein muss, sowohl
die Folgen der Bimetallkorrosion als auch der Schnittkantenkorrosion abzumindern.
Zwar vermitteln metallische Zinküberzüge, die elektrolytisch oder im Schmelztauchverfahren
auf das Stahlband aufgebracht werden, eine kathodische Schutzwirkung, die eine aktive
Auflösung des edleren Kernmaterials an Schnittkanten und mechanisch hervorgerufenen
Verletzungen des Zinküberzuges verhindert, doch ebenso bedeutend für die Gewährleistung
der Materialeigenschaften des Kernmaterials ist die Unterbindung der Korrosionsrate
an sich. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Korrosionsschutzbeschichtung
bestehend zumeist aus einer anorganischen Konversionsschicht und einer organischen
Barriereschicht.
[0003] An Schnittkanten und an durch die Bearbeitung oder sonstige Einflüsse auftretenden
Verletzungen an der Zinkauflage bewirkt die galvanische Kopplung zwischen Kernmaterial
und metallischem Überzug eine aktive, ungehinderte lokale Auflösung des Überzugsmaterials,
die wiederum eine Aktivierungsstelle für die korrosive Unterwanderung der organischen
Barriereschicht darstellt. Das Phänomen der Lackenthaftung oder des "Blistering" wird
speziell an den Schnittkanten beobachtet, an denen eine ungehinderte Korrosion des
unedleren Überzugsmaterials stattfindet. Gleiches gilt prinzipiell für die Stellen
eines Bauteils, an denen unterschiedliche metallische Materialien durch Fügetechniken
unmittelbar miteinander verbundenen sind. Die lokale Aktivierung eines solchen "Defektes"
(Schnittkante, Verletzung im metallischen Überzug, Punktschweißstelle) und damit die
korrosive Lackenthaftung, die von diesen "Defekten" ausgeht, ist umso ausgeprägter
je größer der elektrische Potentialunterschied zwischen den Metallen im unmittelbaren
Kontakt ist. Entsprechend gute Ergebnisse bezüglich der Lackhaftung an Schnittkanten
bietet Bandstahl mit Zinküberzügen, die mit edleren Metallen legiert sind, z.B. eisenlegierte
Zinküberzüge (Galvannealed Steel).
Da die Bandstahlproduzenten verstärkt dazu übergehen, neben der Oberflächenveredelung
mit metallischen Überzügen weitere Korrosionsbeschichtungen, insbesondere Lackbeschichtungen,
in der Bandanlage zu integrieren, besteht dort und in der verarbeitenden Industrie,
insbesondere in der automobilen Fertigung, ein erhöhter Bedarf an Korrosionsschutzbehandlungen,
die die mit der Schnittkanten- und Kontaktkorrosion verbundenen Probleme in der Lackhaftung
effektiv verhindern.
[0004] Im Stand der Technik sind verschiedene Vorbehandlungen beschrieben, die das Problem
des Kantensschutzes adressieren. Als wesentliche Strategie wird dabei die Verbesserung
der Lackhaftung der organischen Barriereschicht auf dem oberflächenveredelten Bandstahl
verfolgt.
Als nächstliegender Stand der Technik ist die deutsche Offenlegungsschrift
DE19733972 anzusehen, die ein Verfahren zur alkalischen passivierenden Vorbehandlung von verzinkten
und legierungsverzinkten Stahloberflächen in Bandanlagen beinhaltet. Hier wird das
oberflächenveredelte Stahlband mit einem alkalischen Behandlungsmittel enthaltend
Magnesium-Ionen, Eisen(III)-Ionen sowie einen Komplexbildner in Kontakt gebracht.
Bei dem vorgegebenen pH-Wert von oberhalb von 9,5 wird die Zinkoberfläche dabei unter
Ausbildung der Korrosionsschutzschicht passiviert. Eine derartig passivierte Oberfläche
bietet gemäß der Lehre von
DE19733972 bereits eine Lackhaftung, die mit Nickel- und Cobalt-haltigen Verfahren vergleichbar
ist. Fakultativ können sich dieser Vorbehandlung zur Verbesserung des Korrosionsschutzes
weitere Behandlungsschritte wie eine chromfreie Nachpassivierung anschließen, bevor
das Lacksystem aufgetragen wird. Dennoch zeigt sich, dass dieses Vorbehandlungssystem
die durch die Korrosion an den Schnittkanten hervorgerufene Lackenthaftung nicht zufrieden
stellend zu unterbinden vermag.
[0005] Es stellt sich also als Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Vorbehandlung
von verzinkten und legierungsverzinkten Stahloberflächen bereitzustellen, welches
die von Defekten in der Zinkauflage des Bandstahls ausgehende Lackenthaftung, insbesondere
an den Schnittkanten, im Vergleich zum Stand der Technik deutlich verbessert.
[0006] Die Offenlegungsschriften
JP 57188663 A und
JP 4048095 A offenbaren jeweils Verfahren zur metallisierenden Vorbehandlung von verzinkten und
legierungsverzinkten Stahloberflächen durch In-Kontakt-Bringen mit wässrigen Lösungen
enthaltend Zinn-Ionen. Die wässrige Lösung der
JP 57188663 A ist dabei stark sauer und lange Kontaktzeiten von zumindest 5 Minuten sind für zufriedenstellende
Ergebnisse erforderlich. Der Lehre der
JP 4048095 A folgend werden verhältnismäßig hohe Schichtauflagen an Zinn von 0,1-0,5 g/m
2 benötigt, um dem dort gewünschten Eigenschaftsprofil, insbesondere hinsichtlich Schmierwirkung,
zu entsprechen.
[0007] Oben genannte Aufgabe wird vorliegend gelöst durch ein Verfahren zur metallisierenden
Vorbehandlung von verzinkten oder legierungsverzinkten Stahloberflächen, wobei die
verzinkte oder legierungsverzinkte Stahloberfläche mit einem wässrigen Mittel (1)
für mindestens 1 Sekunde, aber nicht länger als 30 Sekunden, in Kontakt gebracht wird,
dessen pH-Wert nicht kleiner als 4 und nicht größer als 8 ist, wobei Kationen und/oder
Verbindungen eines Metalls (A) im Mittel (1) enthalten sind, deren Redoxpotential
E
Redox gemessen an einer Metallelektrode des Metalls (A) bei vorgegebener Verfahrenstemperatur
und Konzentration an Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) im wässrigen Mittel
(1) anodischer liegt als das Elektrodenpotential E
Zn der verzinkten oder legierungsverzinkten Stahloberfläche im Kontakt mit einem wässrigen
Mittel (2), welches sich vom Mittel (1) nur dadurch unterscheidet, dass es keine Kationen
und/oder Verbindungen des Metalls (A) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die Kationen
und/oder Verbindungen des Metalls (A) im Mittel (1) ausgewählt sind aus Kationen und/oder
Verbindungen von Zinn in den Oxidationsstufen +II und/oder +IV und nach dem in Kontakt
Bringen der verzinkten oder legierungsverzinkten Stahloberfläche mit dem wässrigen
Mittel ein metallischer Überzug mit Metall (A) in einer Schichtauflage von mindestens
1 mg/m
2, aber nicht mehr als 50 mg/m
2 vorliegt.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich für sämtliche Metalloberflächen, beispielsweise
Bandstahl, und/oder zusammengefügten metallischen Bauteile, die zumindest teilweise
auch aus Zinkoberflächen bestehen, beispielsweise Automobilkarosserien. Bevorzugt
ist die Werkstoffkombination aus Eisen-haltigen Oberflächen und Zinkoberflächen.
[0009] Unter Vorbehandlung wird im Sinne dieser Erfindung ein der Passivierung mittels anorganischer
Barriereschichten (z.B. Phosphatierung, Chromatierung) oder ein der Lackbeschichtung
vorausgehender Prozessschritt zur Konditionierung der gereinigten metallischen Oberfläche
bezeichnet. Eine solche Konditionierung der Oberfläche bewirkt für das gesamte, am
Ende einer Prozesskette zur korrosionsschützenden Oberflächenbehandlung resultierende
Schichtsystem eine Verbesserung des Korrosionsschutzes und der Lackhaftung. In der
Abbildung 1 sind typische Prozessketten im Sinne der vorliegenden Erfindung zusammengefasst,
die von der erfindungsgemäßen Vorbehandlung in besonderem Maße profitieren.
In der spezifizierenden Bezeichnung der Vorbehandlung als "metallisierend" ist ein
Vorbehandlungsprozess zu verstehen, der unmittelbar eine metallische Abscheidung von
Metall-Kationen (A) auf der Zinkoberfläche bewirkt, wobei nach erfolgter metallisierender
Vorbehandlung mindestens 50 At-% des Elements (A) entsprechend der im Beispielteil
dieser Anmeldung definierten Analysenmethode auf der Zinkoberfläche im metallischen
Zustand vorliegen.
Das Redoxpotential E
Redox wird erfindungsgemäß direkt im Mittel (1) an einer Metallelektrode des Metalls (A)
gegenüber einer kommerziellen Standardreferenzelektrode, z.B. Silber-Silberchlorid-Elektrode,
gemessen. Beispielsweise in einer elektrochemischen Messkette der folgender Art:
mit Ag / AgCl/1M KCl = 0,2368 V gegenüber Standardwasserstoffelektrode (SHE)
mit M(1) das erfindungsgemäße Mittel (1) enthaltend Kationen und/oder Verbindungen
des Metalls (A) bezeichnend
[0010] Gleiches gilt für das Elektrodenpotential E
Zn, welches an einer Zinkelektrode im Mittel (2), welches sich vom Mittel (1) lediglich
durch die Abwesenheit der Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) unterscheidet,
gegenüber einer kommerziellen Standardrferenzelektrode bestimmt wird:

[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren kennzeichnet sich nun dadurch aus, dass eine metallisierende
Vorbehandlung der Zinkoberfläche dann erfolgt, wenn das Redoxpotential E
Redox anodischer liegt als das Elektrodenpotential E
Zn. Dies ist der Fall, wenn E
Redox-E
Zn > 0 ist.
[0012] Als elektromotorische Kraft (EMK), also als thermodynamische Triebkraft für die stromlose
metallisierende Vorbehandlung, ist die Potentialdifferenz von Redoxpotential E
Redox und Elektrodenpotential E
Zn gemäß obigen Definitionen anzusehen. Die elektromotorische Kraft (EMK) entspricht
dabei einer elektrochemischen Messkette der folgenden Art:
mit M(1) das Mittel (1) enthaltend Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A)
bezeichnend, und
mit M(2) das Mittel (2) bezeichnend, welches sich von M(1) nur dadurch unterscheidet,
dass es keine Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) enthält.
[0013] Für das erfindungsgemäße Verfahren ist es dabei vorteilhaft, wenn das Redoxpotential
E
Redox der Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) im wässrigen Mittel (1) um mindestens
+50 mV, vorzugsweise mindestens +100 mV und besonders bevorzugt mindestens +300 mV,
aber höchstens +800 mV anodischer liegt als das Elektrodenpotential E
Zn der Zinkoberfläche im Kontakt mit dem wässrigen Mittel (2). Ist die EMK kleiner als
+50 mV kann eine hinreichende Metallisierung der verzinkten Oberfläche in technisch
relevanten Kontaktzeiten nicht erzielt werden, so dass in einer nachfolgenden passivierenden
Konversionsbehandlung die Metallauflage des Metalls (A) vollständig von der verzinkten
Oberfläche entfernt wird und die Wirkung der Vorbehandlung damit aufgehoben wird.
Umgekehrt kann eine zu hohe EMK von mehr als +800 mV in kurzen Zeiten zu einer vollständigen
und massiven Belegung der verzinkten Oberfläche mit dem Metall (A) führen, so dass
in einer nachfolgenden Konversionsbehandlung die gewünschte Ausbildung einer anorganischen
korrosionsschützenden und haftvermittelnden Schicht ausbleibt oder zumindest gehindert
ist. Es zeigt sich, dass die Metallisierung besonders effektiv ist, wenn die Konzentration
an Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) mindestens 0,001 M und vorzugsweise
mindestens 0,01 M beträgt, aber 0,2 M, vorzugsweise 0,1 M nicht überschreitet.
[0014] Des Weiteren sind solche Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) bevorzugt,
die im Mittel (1) sowohl die Bedingung für die elektromotorische Kraft (EMK) wie zuvor
beschrieben erfüllen als auch ein Standardpotential E
0Me des Metalls (A) aufweisen, das kathodischer liegt als das Normalpotenial E
0H2 der Standardwasserstoffelektrode (SHE), vorzugsweise um mehr als 100 mV, besonders
bevorzugt um mehr als 200 mV kathodischer als das Normalpotential E
0H2, wobei sich das Standardpotential E
0Me des Metalls (A) auf die reversible Redoxreaktion Me
0→ Me
n+ + n e
- in einer wässrigen Lösung des Metall-Kations Me
n+ mit der Aktivität 1 bei 25 °C bezieht.
[0015] Liegt diese zweite Bedingung nicht erfüllt vor, so werden in einer dem erfindungsgemäßen
Verfahren nachfolgenden Konversionsbehandlung aufgrund reduzierter Beizraten der Substratoberfläche
Passivierungsschichten ausgebildet, die weniger homogen sind und vermehrt Defekte
aufweisen. Im Extremfall unterbleibt im nachfolgenden Verfahrensschritt die passivierende
Konversion der im erfindungsgemäßen Verfahren vorbehandelten Substratoberfläche. Gleiches
gilt für eine der erfindungsgemäßen Vorbehandlung unmittelbar nachfolgenden organischen
Beschichtung, die auf einen Selbstabscheidungsprozess beruht, der durch den Beizangriff
des Substrates eingeleitet wird (Autophoretische Tauchlackbeschichtung, Abk.: AC für
"Autodepositable Coating").
[0016] Vorzugsweise werden im erfindungsgemäßen Vorbehandlungsverfahren zur Erhöhung der
Abscheidungsrate der Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A), also der Metallisierung
der verzinkten oder legierungsverzinkten Oberfläche, Beschleuniger mit Reduktionswirkung
dem wässrigen Mittel (1) hinzugesetzt. Als mögliche Beschleuniger kommen Oxosäuren
von Phosphor oder Stickstoff sowie deren Salze in Frage, wobei mindestens ein Phosphoratom
oder Stickstoffatom in einer mittleren Oxidationsstufe vorliegen muss. Derartige Beschleuniger
sind beispielsweise Hyposalpetrige Säure, Hyposalpetersäure, Salpetrige Säure, Hypophosphorsäure,
Hypodiphosphonsäure, Diphosphor(III, V)-säure, Phosphonsäure, Diphosphonsäure und
besonders bevorzugt Phosphinsäure sowie deren Salze.
[0017] Des Weiteren können Beschleuniger eingesetzt werden, die dem Fachmann aus dem Stand
der Technik in der Phosphatierung bekannt sind. Diese haben neben ihren Reduktionseigenschaften
auch depolarisierende Eigenschaften, d.h. sie wirken als Wasserstofffänger, und begünstigen
so zusätzlich die Metallisierung der verzinkten Stahloberfläche. Hierzu gehören Hydrazin,
Hydroxylamin, Nitroguanidin, N-Methylmorpholin-N-oxid, Glucoheptonat, Ascorbinsäure
und reduzierende Zucker.
Das molare Verhältnis von Beschleuniger zur Konzentration der Kationen und/oder Verbindungen
des Metalls (A) im wässrigen Mittel (1) ist vorzugsweise nicht größer ist als 2:1,
besonders bevorzugt nicht größer als 1:1 und unterschreitet vorzugsweise 1:5 nicht.
[0018] Optional kann das wässrige Mittel (1) im erfindungsgemäßen Verfahren zusätzlich geringe
Mengen an Kupfer(II)-Kationen enthalten, die ebenfalls simultan mit den Kationen und/oder
Verbindungen des Metalls (A) auf der verzinkten Oberfläche metallisch abgeschieden
werden können. Allerdings ist hier zu beachten, dass keine massive, nahezu vollständig
oberflächenbedeckende Zementation von Kupfer eintritt, da sonst eine nachfolgende
Konversionsbehandlung vollständig unterbunden wird und/oder sich die Lackhaftung deutlich
verschlechtert. Daher sollte das wässrige Mittel (1) nicht mehr als 50 ppm, vorzugsweise
nicht mehr als 10 ppm, aber mindestens 0,1 ppm Kupfer(II)-Kationen zusätzlich enthalten.
[0019] Darüber hinaus kann das wässrige Mittel (1) für die metallisierende Vorbehandlung
zusätzlich Tenside enthalten, die die metallische Oberfläche von Verunreinigungen
zu befreien vermag, ohne selbst die Oberfläche durch die Ausbildung kompakter Adsorbatschichten
für die Metallisierung zu inhibieren. Hierfür können vorzugsweise Niotenside mit mittleren
HLB-Werten von mindestens 8 und höchstens 14 eingesetzt werden.
[0020] Der pH-Wert des wässrigen Mittels (1) ist nicht kleiner als 4 und nicht größer als
8, bevorzugt nicht größer als 6.
[0021] Für das erfindungsgemäße Vorbehandlungsverfahren, welches einen Teil der Prozesskette
der Oberflächenbehandlung von verzinkten und/oder legierungsverzinkten Stahloberflächen
darstellt, sind die in der Bandstahlherstellung und Bandstahlveredelung üblichen Applikationsmethoden
praktikabel. Hierzu gehören insbesondere Tauch- und Spritzverfahren. Die Kontaktzeit
oder Vorbehandlungsdauer mit dem wässrigen Mittel (1) beträgt mindestens 1 Sekunde,
aber ist nicht länger als 30 Sekunden, vorzugsweise nicht länger als 10 Sekunden.
Innerhalb dieser Kontaktzeit resultieren bei erfindungsgemäßer Ausführung des Verfahrens
metallische Überzüge des Metalls (A) mit einer Schichtauflage von mindestens 1 mg/m
2, aber nicht mehr als 50 mg/m
2. Die metallische Schichtauflage ist im Sinne der vorliegenden Erfindung definiert
als flächenbezogener Massenanteil des Elements (A) auf der verzinkten oder legierungsverzinkten
Stahloberfläche unmittelbar nach der erfindungsgemäßen Vorbehandlung.
Sowohl die bevorzugten Kontaktzeiten und Schichtauflagen als auch die bevorzugten
Applikationsmethoden gelten ebenso für die erfindungsgemäße Vorbehandlung von aus
mehreren metallischen Werkstoffen zusammengefügten Bauteilen, insofern diese zumindest
teilweise Zinkoberflächen aufweisen.
[0022] Zum vorliegenden Erfindungsgegenstand gehören auch diejenigen Kombinationen von legierungsverzinkten
Stahloberflächen und wässrigen Mittel (1), bei denen ein Legierungsbestandteil der
verzinkten Stahloberfläche dasselbe Element (A) darstellt wie das Metall (A) in Form
seiner Kationen und/oder Verbindungen im wässrigen Mittel (1).
[0023] Das erfindungsgemäße Vorbehandiungsverfahren ist auf die nachfolgenden Prozessschritte
der Oberflächenbehandlung von verzinkten und/oder legierungsverzinkten Stahloberflächen
hinsichtlich eines optimierten Korrosionsschutzes und einer hervorragenden Lackhaftung
insbesondere an Schnittkanten, Oberflächendefekten und Bimetallkontakten abgestimmt.
Konsequenterweise werden von der vorliegenden Erfindung verschiedene Nachbehandlungsverfahren,
also Konversions- und Lackbeschichtungen, umfasst, die in Verbindung mit der zuvor
beschriebenen Vorbehandlung die gewünschten Ergebnisse hinsichtlich des Korrosionsschutzes
liefern. Die Abbildung 1 illustriert verschiedene im Sinne der vorliegenden Erfindung
bevorzugte Prozessketten zur korrosionsschützenden Beschichtung von metallischen Oberflächen
in der automobilen Fertigung, die bereits beim Stahlerzeuger ("Coil Industry") begonnen
und im Lackierbetrieb ("Paint Shop°) beim Automobilhersteller fortgesetzt und vollendet
werden.
Die Erfindung betrifft daher in einem weiteren Aspekt die Erzeugung einer passivierenden
Konversionsbeschichtung auf der metallisierend vorbehandelten verzinkten und/oder
legierungsverzinkten Stahloberfläche mit oder ohne dazwischenliegendem Spül- und/oder
Trocknungsschritt (Abbildung 1, Verfahren IIa).
[0024] Hierfür kann eine chromhaltige oder vorzugsweise chromfreie Konversionslösung eingesetzt
werden. Bevorzugte Konversionslösungen, mit denen die gemäß der vorliegenden Erfindung
vorbehandelten Metalloberflächen vor den Aufbringen einer permanent korrosionsschützenden
organischen Beschichtung behandelt werden können, können der
DE-A-199 23 084 und der hierin zitierten Literatur entnommen werden. Nach dieser Lehre kann ein chromfreies
wässriges Konversionsmittel außer Hexafluoro-Anionen von Ti, Si und/oder Zr als weitere
Wirkstoffe enthalten: Phosphorsäure, eine oder mehrere Verbindungen von Co, Ni, V,
Fe, Mn, Mo oder W, ein wasserlösliches oder wasserdispergierbares filmbildendes organisches
Polymer oder Copolymer und Organophosphonsäuren, die komplexierende Eigenschaften
haben. Auf Seite 4 dieses Dokuments ist in Zeilen 17 bis 39 eine ausführliche Liste
organischer filmbildender Polymere aufgeführt, die in den genannten Konversionslösungen
enthalten sein können.
Im Anschluss hieran offenbart dieses Dokument eine sehr umfangreiche Liste komplexbildender
Organophosphonsäuren als weitere mögliche Komponenten der Konversionslösungen. Konkrete
Beispiele dieser Komponenten können der genannten
DE-A-199 23 084 entnommen werden.
Des Weiteren können wasserlösliche und/oder wasserdispergierbare polymere Komplexbildner
mit Sauerstoff- und/oder Stickstoff-Liganden auf der Basis von Mannich-Additionsprodukten
von Polyvinylphenolen mit Formaldehyd und aliphatischen Aminoalkoholen enthalten sein.
Derartige Polymere sind in der Patentschrift
US 5,298,289 offenbart.
[0025] Die Verfahrensparameter für eine Konversionsbehandlung im Sinne dieser Erfindung
wie beispielsweise Behandlungstemperatur, Behandlungsdauer und Kontaktzeit sind dabei
derart zu wählen, dass eine Konversionsschicht erzeugt wird, die pro m
2 Oberfläche mindestens 0,05, vorzugsweise mindestens 0,2, aber nicht mehr als 3,5,
vorzugsweise nicht mehr als 2,0 und besonders bevorzugt nicht mehr als 1,0 mmol des
Metalls M enthält, das die wesentliche Komponente der Konversionslösung darstellt.
Beispiele für Metalle M sind Cr(III), B, Si, Ti, Zr, Hf. Die Belegungsdichte der Zinkoberfläche
mit dem Metall M kann beispielsweise mit einer Röntgenfluoreszenzmethode ermittelt
werden.
[0026] In einem besonderen Aspekt eines erfindungsgemäßen Verfahrens (IIa), das eine der
metallisierenden Vorbehandlung folgende Konversionsbehandlung umfasst, enthält das
chromfreie Konversionsmittel zusätzlich Kupfer-Ionen. Das molare Verhältnis von Metallatomen
M ausgewählt aus Zirkon und/oder Titan zu Kupferatomen in einem solchen Konversionsmittel
ist dabei vorzugsweise derart gewählt, dass dieses eine Konversionsschicht erzeugt,
in der mindestens 0,1, vorzugsweise mindestens 0,3, aber nicht mehr als 2 mmol Kupfer
zusätzlich enthalten sind.
[0027] Die vorliegende Erfindung betrifft also auch ein Verfahren (IIa), welches folgende
Prozessschritte einschließlich der metallisierenden Vorbehandlung und einer Konversionsbehandlung
der verzinkten und/oder legierungsverzinkten Stahloberfläche umfasst:
- i) gegebenenfalls Reinigung / Entfettung der Werkstoffoberfläche
- ii) metallisierende Vorbehandlung mit einem wässrigen Mittel (1) gemäß der vorliegenden
Erfindung
- iii) gegebenenfalls Spül- und/oder Trocknungsschritt
- iv) chrom(VI)freie Konversionsbehandlung, bei der eine Konversionsschicht erzeugt
wird, die pro m2 Oberfläche 0,05 bis 3,5 mmol des Metalls M enthält, das die wesentliche Komponente
der Konversionslösung darstellt, wobei die Metalle M ausgewählt sind aus Cr(III),
B, Si, Ti, Zr, Hf.
[0028] Alternativ kann zu einem Verfahren (IIa), in dem der metallisierenden Vorbehandlung
eine Konversionsbehandlung unter Ausbildung einer dünnen amorphen anorganischen Beschichtung
folgt, auch ein Verfahren (Abbildung 1, IIb) angewandt werden, in dem der erfindungsgemäßen
Metallisierung eine Zinkphosphatierung unter Ausbildung einer kristallinen Phosphatschicht
mit einem bevorzugten Schichtgewicht von nicht weniger als 3 g/m
2 folgt. Bevorzugt gemäß der vorliegenden Erfindung ist jedoch wegen des deutlich geringeren
Prozessaufwandes und der deutlichen Verbesserung des Korrosionsschutzes von Konversionsschichten
auf verzinkten Oberflächen, die zuvor metallisierend behandelt wurden, ein Verfahren
(IIa).
[0029] Darüber hinaus schließen sich der metallisierenden Vorbehandlung und der nachfolgenden
Konversionsbehandlung üblicherweise weitere Verfahrensschritte zur Aufbringung zusätzlicher
Schichten, insbesondere organischer Lacke oder Lacksysteme an (Abbildung 1, Verfahren
III-V).
[0030] Die vorliegende Erfindung betrifft daher in einem weiteren Aspekt ein Verfahren (III),
welches die Prozesskette (i-iv) des Verfahrens (II) erweitert, wobei ein organisches
Beschichtungsmittel (1) aufgebracht wird, das in einem organischen Lösungsmittel oder
Lösungsmittelgemisch gelöste oder dispergierte organische Harzkomponenten enthält,
dadurch gekennzeichnet, dass das Beschichtungsmittel (1) mindestens folgende organische
Harzkomponenten enthält:
- a) als Hydroxylguppen-haltiger Polyether vorliegendes Epoxidharz auf Basis eines Bisphenol-Epichlorhydrin-Polykondensationsproduktes,
- b) blockiertes aliphatisches Polyisocyanat,
- c) nicht blockiertes aliphatisches Polyisocyanat,
- d) mindestens eine Reaktionskomponente ausgewählt aus Hydroxylgruppen-haltigen Polyestern
und Hydroxylgruppen-haltigen Poly(meth)acrylaten.
[0031] Bei der Komponente a) handelt es sich um ein durchreagiertes Polykondensationsprodukt
von Epichlorhydrin und einem Bisphenol. Dieses weist im Wesentlichen keine Epoxidgruppen
als reaktive Gruppen mehr auf. Das Polymer liegt dann in Form eines Hydroxylgruppen-haltigen
Polyethers vor, der über diese Hydroxylgruppen Vernetzungsreaktionen mit beispielsweise
Polyisocyanaten eingehen kann.
[0032] Die Bisphenol-Komponente dieses Polymers kann beispielsweise ausgewählt sein aus
Bisphenol A und Bisphenol F. Die mittlere Molmasse (gemäß Herstellerangaben, beispielsweise
bestimmbar durch Gelpermeationschromotographie) liegt vorzugsweise im Bereich von
20.000 bis 60.000, insbesondere im Bereich von 30.000 bis 50.000. Die OH-Zahl liegt
vorzugsweise im Bereich von 170 bis 210 und insbesondere im Bereich von 180 bis 200.
Insbesondere sind Polymere bevorzugt, deren Hydroxylgehalt bezogen auf das Estherharz
im Bereich von 5 bis 7 Gew.-% liegt.
[0033] Die aliphatischen Polyisocyanate b) und c) basieren vorzugsweise auf HDI, insbesondere
auf HDI-Trimer. Als Blockierungsmittel in dem blockierten aliphatischen Polyisocyanat
b) können die üblichen Polyisocyanat-Blockierungsmittel eingesetzt sein. Beispielsweise
seien genannt: Butanonoxim, Dimethylpyrazol, Malonester, Diisopropylamin/Malonester,
Diisopropylamin/Triazol sowie ε-Caprolactam. Bevorzugt wird eine Kombination von Malonester
und Diisopropylamin als Blockierungsmittel verwendet.
Der Gehalt an blockierten NCO-Gruppen der Komponente b) liegt vorzugsweise im Bereich
von 8 bis 10 Gew.-%, insbesondere im Bereich von 8,5 bis 9,5 Gew.-%. Das Äquivalentgewicht
liegt vorzugsweise im Bereich vor 350 bis 600, insbesondere im Bereich von 450 bis
500 g/mol.
[0034] Das nicht-blockierte aliphatische Polyisocyanat c) hat vorzugsweise ein Äquivalentgewicht
im Bereich von 200 bis 250 g/mol und einen NCO-Gehalt im Bereich von 15 bis 23 Gew.-%.
Beispielsweise kann ein aliphatisches Polyisocyanat ausgewählt werden, das ein Äquivalentgewicht
im Bereich von 200 bis 230 g/mol, insbesondere im Bereich von 210 bis 220 g/mol und
einen NCO-Gehalt im Bereich von 18 bis 22 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 19 bis
21 Gew.-% aufweist. Ein weiteres geeignetes aliphatisches Polyisocyanat hat beispielsweise
ein Äquivalentgewicht im Bereich von 220 bis 250 g/mol, insbesondere im Bereich von
230 bis 240 g/mol und einen NCO-Gehalt im Bereich von 15 bis 20 Gew.-%, vorzugsweise
im Bereich von 16,5 bis 19 Gew.-%. Dabei kann jedes dieser genannten aliphatischen
Polyisocyanate die Komponente c) darstellen. Als Komponente c) kann jedoch auch ein
Gemisch dieser beiden Polyisocyanate vorliegen. Setzt man ein Gemisch der beiden genannten
Polyisocyanate ein, so liegt das Mengenverhältnis des erstgenannten Polyisocyanats
zum letztgenannten Polyisocyanat für die Komponente c) vorzugsweise im Bereich von
1 : 1 bis 1 : 3.
[0035] Die Komponente d) ist ausgewählt aus Hydroxylgruppen-haltigen Polyestern und Hydroxylgruppen-haltigen
Poly(meth)acrylaten. Beispielsweise kann ein Hydroxylgruppenhaltiges Poly(meth)acrylat
mit einer Säurezahl im Bereich von 3 bis 12, insbesondere im Bereich von 4 bis 9 mg
KOH/g eingesetzt werden. Der Gehalt an Hydroxylgruppen liegt vorzugsweise im Bereich
von 1 bis 5 und insbesondere im Bereich von 2 bis 4 Gew.-%. Das Äquivalentgewicht
liegt vorzugsweise im Bereich von 500 bis 700, insbesondere im Bereich von 550 bis
600 g/mol.
[0036] Setzt man als Komponente d) einen Hydroxylgruppen-haltigen Polyester ein, so kann
man hierfür einen verzweigten Polyester mit einem Äquivalentgewicht im Bereich von
200 bis 300, insbesondere im Bereich von 240 bis 280 g/mol auswählen. Weiterhin ist
beispielsweise ein schwach verzweigter Polyester mit einem Äquivalentgewicht im Bereich
von 300 bis 500, insbesondere im Bereich von 350 bis 450 g/mol geeignet. Diese unterschiedlichen
Polyester-Typen können jedes für sich oder als Gemisch die Komponente d) bilden. Selbstverständlich
kann als Komponente d) auch eine Mischung von Hydroxylgruppen-haltigen Polyestern
und Hydroxylgruppen-haltigen Poly(meth)acrylaten vorliegen.
[0037] Das Beschichtungsmittel (1) im erfindungsgemäße Verfahren (III) enthält also sowohl
ein blockiertes aliphatisches Polyisocyanat b) als auch ein nicht-blockiertes aliphatisches
Polyiscyanat c). Als potenzielle Reaktionskomponenten für diese beiden Polyisocyanat-Typen
stehen die Hydroxylgruppen-haltigen Komponenten a) und d) zur Verfügung. Durch mögliche
Reaktion jeder der Komponenten a) und d) mit jeder der Komponenten b) und c) entsteht
beim Aushärten des Mittels (2) ein komplexes Polymer-Netzwerk aus Polyurethanen. Zusätzlich
können in dem Fall, dass als Komponente d) Hydroxylgruppen-haltige Poly(meth)acrylate
eingesetzt werden, weitere Vernetzungen über die Doppelbindungen dieser Komponenten
eintreten. Soweit nicht alle Doppelbindungen der Poly(meth)acrylate beim Aushärten
vernetzen, können insbesondere oberflächlich vorhandene Doppelbindungen eine verbesserte
Verknüpfung zu einem nachträglich aufgebrachten Lack bewirken, falls dieser ebenfalls
Komponenten mit polymerisierbaren Doppelbindungen enthält. Unter diesem Gesichtspunkt
ist es bevorzugt, dass die Komponente d) zumindest teilweise aus Hydroxylgruppen-haltigen
Poly(meth)acrylaten besteht.
[0038] Beim Aushärten des Beschichtungsmittels (1) im erfindungsgemäßen Verfahren (III)
ist zu erwarten, dass zunächst das nicht-blockierte aliphatische Polyisocyanat c)
mit einer oder beiden der Komponenten a) und d) reagiert. Sofern die Hydroxylgruppen
der Komponenten d) reaktiver sind als diejenigen der Komponente a), tritt beim Aushärten
zunächst bevorzugt eine Reaktion der Komponente c) mit der Komponente d) ein.
[0039] Dem gegenüber reagiert das blockierte aliphatische Polyisocyanat b) erst dann mit
einer oder beiden der Komponenten a) und d), wenn die Deblockierungstemperatur erreicht
ist. Zur Polyurethanbildung steht dann nur noch derjenige der Reaktionspartner a)
und d) zur Verfügung, der die weniger reaktionsfreudigen OH-Gruppen aufweist. Für
das sich ausbildende Polyurethan-Netzwerk bedeutet dies beispielsweise, dass dann,
wenn die OH-Gruppen der Komponenten a) reaktionsträger sind als diejenigen Komponenten
d), sich zwei Polyurethan-Netzwerke aus der Reaktion der Komponenten c) und d) einerseits
und der Komponenten a) und b) andererseits aufbauen.
Das Beschichtungsmittel (1) im erfindungsgemäßen Verfahren (III) enthält die Komponenten
a) und b) einerseits und c) und d) andererseits vorzugsweise in folgenden relativen
Gewichtsverhältnissen:
a) : b) = 1: 0,8 bis 1 : 1,3
c) : d)=1 ; 1,4 bis 1 : 2,3
Die Komponenten a) und d) einerseits sowie b) und c) andererseits liegen vorzugsweise
in folgendem relativen Gewichtsverhältnis vor:
- a) : d) = 1 : 2 bis 1: 6 und (vorzugsweise 1 : 3 bis 1 : 5)
- b) : c) = 1 : 0,5 bis 1 : 5 (vorzugsweise 1 : 1 bis 1 : 3).
[0040] Bevorzugte absolute Mengenbereiche der genannten vier Komponenten a) bis d) werden
weiter unten angegeben, da diese von der Dichte fakultativ vorhandener Leitfähigkeitspigmente
(Abbildung 1, Verfahren IIIb) abhängen. Vorzugsweise enthält das Beschichtungsmittel
(1) zusätzlich zu den Komponenten a) bis d) ein Leitfähigkeitspigment oder eine Mischung
von Leitfähigkeitspigmenten. Diese können eine relativ geringe Dichte wie beispielsweise
Ruß und Graphit oder eine relativ hohe Dichte wie beispielsweise metallisches Eisen
aufweisen. Der Absolutgehalt des Beschichtungsmittels (1) an Leitfähigkeitspigmenten
hängt von deren Dichte ab, da es für die Wirkung als Leitfähigkeitspigment weniger
auf den Massenanteil als vielmehr auf den Volumenanteil des Leitfähigkeitspigments
in der ausgehärteten Beschichtung ankommt.
[0041] Allgemein gilt, dass das Beschichtungsmittel (1), bezogen auf die Gesamtmasse des
Mittels, (0,8 bis 8) ·ρ Gew.-% an Leitfähigkeitspigment enthält, wobei ρ die Dichte
des Leitfähigkeitspigments oder die mittlere Dichte der Mischung von Leitfähigkeitspigmenten
in g/cm
2 bedeutet. Vorzugsweise enthält das Beschichtungsmittel (1) bezogen auf seine Gesamtmasse
(2 bis 6)·ρ Gew.-% an Leitfähigkeitspigment.
[0042] Beispielsweise bedeutet dies: Enthält das Beschichtungsmittel (1) als Leitfähigkeitspigment
nur Graphit mit einer Dichte von 2,2 g/cm
2, so enthält es vorzugsweise mindestens 1,76, insbesondere mindestens 4,4 Gew.-% und
vorzugsweise nicht mehr als 17,6, insbesondere nicht mehr als 13,2 Gew.-% Graphit.
Wird Eisenpulver mit einer Dichte von 7,9 g/cm
2 als alleiniges Leitfähigkertspigment verwendet, enthält das Beschichtungsmittel (1),
bezogen auf seine Gesamtmasse, vorzugsweise mindestens 6,32, insbesondere mindestens
15,8 Gew.-% und nicht mehr als 63,2, insbesondere nicht mehr als 47,4 Gew.-% Entsprechend
errechnen sich die Gew.-Anteile, wenn als Leitfähigkeitspigment beispielsweise ausschließlich
MoS
2 mit einer Dichte von 4,8 g/cm3, Aluminium mit einer Dichte von 2,7 g/cm
3 oder Zink mit einer Dichte von 7,1 g/cm3 eingesetzt wird.
[0043] Es kann jedoch zu einer günstigen Eigenschaften-Kombination kommen, wenn das Beschichtungsmittel
(1) nicht nur ein einziges Leitfähigkeitspigment, sondern eine Mischung aus mindestens
zwei Leitfähigkeitspigmenten enthält, die sich dann vorzugsweise in ihrer Dichte stark
unterscheiden. Beispielsweise kann eine Mischung eingesetzt werden, bei der der erste
Mischungspartner ein leichtes Leitfähigkeitspigment wie beispielsweise Ruß, Graphit
oder Aluminium und der zweite Partner der Mischung ein schweres Leitfähigkeitspigment
wie beispielsweise Zink oder Eisen darstellt. In diesen Fällen wird für die Dichte
ρ in der vorstehend genannten Formel die mittlere Dichte der Mischung eingesetzt,
die sich aus den Gew.-Anteilen der Komponenten in der Mischung und aus ihrer jeweiligen
Dichte errechnen lässt.
[0044] Demgemäß Ist eine spezielle Ausführungsform eines Beschichtungsmittels (1) im Verfahren
(IIIb) dadurch gekennzeichnet, dass es sowohl ein Leitfähigkeitspigment mit einer
Dichte von kleiner als 3 g/cm
3 als auch ein Leitfähigkeitspigment mit einer Dichte von größer als 4 g/cm
3 enthält, wobei die Gesamtmenge an Leitfähigkeitspigment, bezogen auf die Gesamtmasse
des Mittels (2), (0,8 bis 8)·ρ Gew.-% beträgt, wobei ρ die mittlere Dichte der Mischung
der Leitfähigkeitspigmente in g/cm
3 bedeutet.
[0045] Beispielsweise kann das Beschichtungsmittel (1) als Leitfähigkeitspigment eine Mischung
aus Ruß oder Graphit einerseits und Eisenpulver andererseits enthalten. Dabei können
die Gewichtsverhältnisse von Ruß und/oder Graphit einerseits und Eisen andererseits
im Bereich von 1 : 0,1 bis 1 : 10, insbesondere im Bereich von 1 : 0,5 bis 1 : 2 liegen.
[0046] Das Beschichtungsmittel (1) kann also als leichtes elektrisch leitfähiges Pigment
Aluminiumflocken, Graphit und/oder Ruß enthalten. Dabei ist die Verwendung von Graphit
und/oder Ruß bevorzugt. Ruß und insbesondere Graphit bewirken nicht nur eine elektrische
Leitfähigkeit der erhaltenen Beschichtung, sondern tragen auch dazu bei, dass diese
Schicht eine erwünschte geringe Mohs'sche Härte von nicht mehr als 4 aufweist und
gut umformbar ist. Insbesondere die Schmierwirkung von Graphit trägt zu einem verringerten
Verschleiß der Umformwerkzeuge bei. Diese Wirkung kann noch gefördert werden, indem
man zusätzlich Pigmente mit Schmierwirkung wie beispielsweise Molybdänsulfid mit einsetzt.
Als weitere Gleitmittel oder Umformhilfen kann das Beschichtungsmittel (1) Wachse
und/oder Teflon enthalten.
[0047] Das elektrisch leitfähige Pigment mit einem spezifischen Gewicht von maximal 3 g/cm
3 kann in Form kleiner Kugeln oder Aggregate solcher Kugeln vorliegen. Dabei ist es
bevorzugt, dass die Kugeln bzw. die Aggregate dieser Kugeln einen Durchmesser von
weniger als 2 µm aufweisen. Vorzugsweise liegen diese elektrisch leitfähigen Pigmente
jedoch in Form von Plättchen vor, deren Dicke vorzugsweise geringer ist als 2 µm.
[0048] Das Beschichtungsmittel (1) im erfindungsgemäßen Verfahren (III) enthält zumindest
die weiter oben beschriebenen Harzkomponenten sowie Lösungsmittel. Die Harzkomponenten
a) bis d) liegen in ihrer Handelsform in der Regel als Lösung bzw. Dispersion in organischen
Lösungsmitteln vor. Das hieraus zubereitete Beschichtungsmittel (1) enthält dann ebenfalls
diese Lösungsmittel.
[0049] Diese sind erwünscht, um trotz der zusätzlichen Anwesenheit des elektrisch leitfähigen
Pigments wie beispielsweise Graphit und ggf. weiterer Pigmente wie insbesondere Korrosionsschutzpigmente
eine Viskosität einzustellen, die es erlaubt, das Beschichtungsmittel (1) im Coil-Coating-Verfahren
auf das Substrat aufzubringen. Erforderlichenfalls kann zusätzlich Lösungsmittel zugesetzt
werden. Die chemische Natur der Lösungsmittel ist in der Regel durch die Wahl der
Rohstoffe, die das entsprechende Lösungsmittel enthalten, vorgegeben. Beispielsweise
kann als Lösungsmittel vorliegen: Cyclohexanon, Diacetonalkohol, Diethylenglykolmonobutyletheracetat,
Diethylenglykol, Propylenglykolmethylether, Propylenglykol-n-Butylether, Methoxypropylacetat,
n-Butylacetat, Xylol, Glutarsäuredimethylester, Adipinsäuredimethylester und/oder
Bernsteinsäuredimethylester.
[0050] Der bevorzugte Anteil an Lösungsmittel einerseits und organischen Harzkomponenten
andererseits in dem Beschichtungsmittel (1) hängt, wenn man ihn in Gew.-% ausdrückt,
von dem Anteil an Leitfähigkeitspigment in Gew.% in dem Beschichtungsmittel (1) ab.
Je höher die Dichte des Leitfähigkeitpigments, desto höher ist dessen bevorzugter
Gewichtsanteil an dem gesamten Beschichtungsmittel (1), und desto geringer sind die
Gewichtsanteile an Lösungsmittel und Harzkomponenten. Die bevorzugten Gew-Anteile
von Lösungsmittel und Harzkomponenten hängen daher von der Dichte ρ des eingesetzten
Leitfähigkeitspigments bzw. der mittleren Dichte ρ einer Mischung von Leitfähigkeitspigmenten
ab.
[0051] Allgemein gilt für das Beschichtungsmittel (1) im erfindungsgemäßen Verfahren (III),
dass es vorzugsweise, bezogen auf die Gesamtmasse des Beschichtungsmittels (1), [(25
bis 60). Anpassungsfaktor] Gew.-%, vorzugsweise [(35 bis 55) - Anpassungsfaktor] Gew.-%
organisches Lösungsmittel und [(20 bis 45) - Anpassungsfaktor] Gew.-%, vorzugsweise
[(25 bis 40) - Anpassungsfaktor] Gew.-%, organische Harzkomponenten enthält, wobei
die Summe der Gewichtsprozentanteile von organischer Harzkomponente und Lösungsmittel
nicht größer als [93 - Anpassungsfaktor] Gew.-%, vorzugsweise nicht größer als [87
· Anpassungsfaktor] Gew.-% ist und wobei der Anpassungsfaktor [100-2,8ρ]:93,85 ist
und ρ die Dichte des Leitfähigkeitspigments oder die mittlere Dichte der Mischung
von Leitfähigkeitspigmenten in g/cm
3 bedeutet.
[0052] Hinsichtlich der einzelnen Harzkomponente a) gilt vorzugsweise, dass das Beschichtungsmittel
(1), bezogen auf die Gesamtmasse des Beschichtungsmittels (1), [(2 bis 8) Anpassungsfaktor]
Gew.-%, vorzugsweise [(3 bis 5) Anpassungsfaktor] Gew.-% der Harzkomponente a) enthält,
wobei der Anpassungsfaktor [100-2,8ρ]:93,85 ist und ρ die Dichte des Leitfähigkeitspigments
oder die mittlere Dichte der Mischung von Leitfähigkeitspigmenten in g/cm
3 bedeutet. Aus dem Mengenanteil der Harzkomponente a) lassen sich mit den weiter oben
angegebenen bevorzugten Mengenverhältnissen der einzelnen Harzkomponenten die bevorzugten
Mengenanteile der Harzkomponenten b) bis d) im Beschichtungsmittel (1) berechnen.
Beispielsweise kann der Anteil der Komponenten b) an der Gesamtmasse des Beschichtungsmittels
[(2 bis 9) Anpassungsfaktor] Gew.-%, vorzugsweise [(3 bis 6) Anpassungsfaktor] Gew.-%
betragen, der Anteil der Harzkomponenten c) [(4 bis 18) Anpassungsfaktor] Gew.-%,
vorzugsweise [(6 bis 12) Anpassungsfaktor] Gew.% und der Anteil der Harzkomponenten
d) [(7 bis 30) Anpassungsfaktor] Gew.%, vorzugsweise [(10 bis 20) Anpassungsfaktor]
Gew.-%. Der "Anpassungsfaktor" hat dabei die vorstehend angegebene Bedeutung.
Weiterhin ist es bevorzugt, dass die Schicht b) zusätzlich Korrosionsinhibitoren und/oder
Korrosionsschutzpigmente enthält. Hierbei können Korrosioninhibitoren oder Korrosionsschutzpigmente
eingesetzt werden, die im Stand der Technik für diesen Zweck bekannt sind. Beispielsweise
genannt seien: Magnesiumoxidpigmente, insbesondere in nanoskaliger Form, feinteiliges
und sehr feinteiliges Bariumsulfat oder Korrosionsschutzpigmente basieren auf Calciumsilicat.
Der bevorzugte Gewichtsanteil der Korrosionsschutzpigmente an der Gesamtmasse des
Beschichtungsmittels (1) hängt wiederum von der Dichte der eingesetzten Korrosionsschutzpigmente
ab. Vorzugsweise enthält das Beschichtungsmittel (1) im erfindungsgemäßen Verfahren
(III), bezogen auf die Gesamtmasse des Beschichtungsmittels, [(5 bis 25). Anpassungsfaktor]
Gew.-%, insbesondere [(10 bis 20). Anpassungsfaktor] Gew.-% Korrosionsschutzpigment,
wobei der Anpassungsfaktor [100-2,8ρ]:93,85 ist und ρ die Dichte des Leitfähigkeitspigments
oder die mittlere Dichte der Mischung von Leitfähigkeitspigmenten in g/cm
3 bedeutet.
[0053] Die mechanischen und chemischen Eigenschaften der nach dem Einbrennen des Beschichtungsmittels
(1) im erfindungsgemäßen Verfahren (III) erhaltenen Beschichtung können weiterhin
dadurch verbessert werden, dass diese zusätzlich Füllstoffe enthält. Beispielsweise
können diese ausgewählt sein aus Kieselsäuren oder Siliziumoxiden (gegebenenfalls
hydrophobiert), Aluminiumoxiden (einschließlich basischen Aluminiumoxid), Titandioxid
und Bariumsulfat. Hinsichtlich deren bevorzugten Mengen gilt, dass das Beschichtungsmittel
(1) [(0,1 bis 3). Anpassungsfaktor] Gew.-%, vorzugsweise [(0,4 bis 2) Anpassungsfaktor]
Gew.-% Füllstoff ausgewählt aus Kieselsäuren bzw. Siliziumoxiden, Aluminiumoxiden,
Titandioxid und Bariumsulfat enthält, wobei der Anpassungsfaktor [100-2,8 p]:93,85
ist und ρ die Dichte des Leitfähigkeitspigments oder die mittlere Dichte der Mischung
von Leitfähigkeitspigmenten in g/cm
3 bedeutet.
[0054] Werden Gleitmittel oder Umformhilfen zusätzlich mit eingesetzt, so gilt, dass das
Beschichtungsmittel (1) bezogen, auf seine Gesamtmasse, Gleitmittel oder Umformhilfen,
vorzugsweise ausgewählt aus Wachsen, Molybdänsulfid und Teflon, vorzugsweise in einer
Menge von [(0,5 bis 20). Anpassungsfaktor], insbesondere in einer Menge von [(1 bis
10) Anpassungsfaktor] Gew.-% enthält, wobei der Anpassungsfaktor [100-2,8ρ]:93.85
ist und ρ die Dichte des Leitfähigkeitspigments oder die mittlere Dichte der Mischung
von Leitfähigkeitspigmenten in g/cm
3 bedeutet.
Das erfindungsgemäße Verfahren (III), welches die Aufbringung organischer Lacke mit
umfasst, besteht demgemäß aus folgender Prozesskette:
- i) gegebenenfalls Reinigung / Entfettung der Werkstoffoberfläche
- ii) metallisierende Vorbehandlung mit einem wässrigen Mittel (1) gemäß der vorliegenden
Erfindung
- iii) gegebenenfalls Spül- und/oder Trocknungsschritt
- iv) chrom(VI)freie Konversionsbehandlung, bei der eine Konversionsschicht erzeugt
wird, die pro m2 Oberfläche 0,01 bis 0,7 mmol des Metalls M enthält, das die wesentliche Komponente
der Konversionslösung darstellt, wobei die Metalle M ausgewählt sind aus Cr(III),
B, Si, Ti, Zr, Hf.
- v) gegebenenfalls Spül- und/oder Trocknungsschritt
- vi) Beschichtung mit einem Beschichtungsmittel (1) gemäß vorstehender Beschreibung
und Aushärten bei einer Substrattemperatur im Bereich von 120 bis 260 °C, vorzugsweise
im Bereich von 150 bis 170 °C.
[0055] Dabei führt man vorzugsweise sämtliche Schritte (i-vi) als Bandbehandlungsverfahren
durch, wobei man im Schritt (vi) das flüssige Beschichtungsmittel (1) in einer solchen
Menge aufbringt, dass man nach dem Aushärten die gewünschte Schichtdicke im Bereich
von 0,5 bis 10 µm erhält Vorzugsweise wird also das Beschichtungsmittel (1) im so
genannten Coil-Coating-Verfahren aufgebracht. Hierbei werden laufende Metallbänder
kontinuierlich beschichtet. Das Beschichtungsmittel (1) kann dabei nach unterschiedlichen
Verfahren aufgetragen werden, die im Stand der Technik geläufig sind. Beispielsweise
können Auftragswalzen verwendet werden, mit denen sich direkt die erwünschte Nassfilm-Dicke
einstellen lässt. Alternativ hierzu kann man das Metallband in das Beschichtungsmittel
(1) eintauchen oder es mit dem Beschichtungsmittel (1) besprühen, wonach man mit Hilfe
von Abquetschwalzen die erwünschte Nassfilmdicke einstellt.
[0056] Sofern Metallbänder beschichtet werden, die unmittelbar zuvor mit einer Metallauflage,
beispielsweise mit Zink oder Zinklegierungen, elektrolytisch oder im Schmelztauchverfahren
überzogen wurden, ist eine Reinigung der Metalloberflächen vor der Durchführung der
metallisierenden Vorbehandlung (ii) nicht erforderlich. Sind die Metallbänder jedoch
bereits gelagert worden und insbesondere mit Korrosionsschutzölen versehen, ist ein
Reinigungsschritt (i) notwendig, bevor man den Schritt (ii) durchführt.
[0057] Nach dem Auftragen des flüssigen Beschichtungsmittels (1) im Schritt (vi) wird das
beschichtete Blech auf die erforderliche Trocknungs- bzw. Vernetzungstemperatur für
die organische Beschichtung erwärmt. Das Erwärmen des beschichteten Substrats auf
die erforderliche Substrattemperatur ("Peak-metal-temperature" = TMP) im Bereich von
120 bis 260°C, vorzugsweise im Bereich von 150 bis 170°C kann in einem aufgeheizten
Durchlaufofen erfolgen. Das Behandlungsmittel kann jedoch auch durch Infrarotstrahlung,
insbesondere durch nahe Infrarotstrahlung, auf die entsprechende Trocknungs- bzw.
Vemetzungstemperatur gebracht werden.
[0058] Derart vorbeschichtete Metallbleche werden in der automobilen Fertigung für die Herstellung
von Karosserien entsprechend zugeschnitten und umgeformt. Das zusammengefügte Bauteil
bzw. die zusammengefügte Rohkarosse weist folglich ungeschützte Schnittkanten auf,
die zusätzlich korrosionsschützend behandelt werden müssen. Im sogenannten "Paint
Shop" erfolgt daher eine weitere korrosionsschützende Behandlung und letztendlich
die Realisierung des automobiltypischen Lackaufbaus.
[0059] Die vorliegende Erfindung betrifft daher in einem weiteren Aspekt ein Verfahren (IV),
welches die Prozesskette (i-vi) des Verfahrens (III) erweitert, wobei zunächst auf
den freiliegenden Metalloberflächen, insbesondere auf den Schnittkanten, eine kristalline
Phosphatschicht abgeschieden wird, um anschließend mittels Tauchlack einen finalen
Korrosionsschutz, insbesondere Schutz vor Unterwanderung des Lacksystems an den Schnittkanten
zu realisieren. Für den Fall, dass die Erstbeschichtung im Verfahren (III) mit einem
organischen Beschichtungsmittel (1) zu einer leitfähigen Beschichtung führt, kann
das gesamte metallische Bauteil einschließlich der phosphatierten Schnittkanten und
der im Verfahren (III) erstbeschichteten Flächen elektrotauchlackiert werden (Abbildung
1, Verfahren IVb). Bei nicht ausreichender Leitfähigkeit der Erstbeschichtung werden
ausschließlich die phosphatierten Schnittkanten elektrotauchlackiert, ohne dass ein
weiterer Lackaufbau auf den erstbeschichteten Flächen realisiert wird. Gleiches gilt,
wenn die Schnittkanten nicht phosphatiert, aber mit einem selbstabscheidenden Tauchlack
(AC) beschichtet werden (Abbildung 1, Verfahren IVc). Die vorliegende Erfindung zeichnet
sich jedoch dadurch aus, dass die erfindungsgemäß metallisierend vorbehandelten Zinkoberflächen
insbesondere die Kantenkorrosion hervorragend unterbinden. In einer erfindungsgemäßen
Prozesskette, die die Elektrotauchlackierung (KTL, ATL) im Verfahren (IV) und die
Auftragung weiterer Lackschichten in einem Verfahren (V) umfasst, kann daher die Menge
an abgeschiedenen Tauchlack pro m
2 des Bauteils bestehend aus erfindungsgemäß vorbehandelten Zinkoberflächen (Abbildung
1, Verfahren I) und/oder die Menge an aufzutragendem Füller, welcher vor allem die
Aufgabe hat, die Karosseriebleche vor Steinschlag zu schützen und vorhandene Unebenheiten
der Metalloberfläche auszugleichen, in der Zweitbeschichtung (Abbildung 1, Verfahren
V) deutlich verringert werden, ohne dass ein Verlust an Performance hinsichtlich Korrosionsschutz
und Lackhaftung die Folge ist.
[0060] Die vorliegende Erfindung betrifft in einem weiteren Aspekt die verzinkte und/oder
legierungsverzinkte Stahloberfläche sowie das metallische Bauteil, welches zumindest
teilweise aus einer Zinkoberfläche besteht, das gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren
mit dem wässrigen Mittel (1) metallisierend vorbehandelt ist oder nachfolgend dieser
Vorbehandlung mit weiteren passivierenden Konversionsschichten und/oder Lacken, z.B.
entsprechend der erfindungsgemäßen Verfahren (II-IV), beschichtet ist.
Eine derartig behandelte Stahloberfläche oder behandeltes Bauteil findet Verwendung
im Karosseriebau bei der automobilen Fertigung, im Schiffsbau, im Baugewerbe sowie
für die Herstellung Weißer Ware.
1. Verfahren zur metallisierenden Vorbehandlung von verzinkten oder legierungsverzinkten
Stahloberflächen, wobei die verzinkte oder legierungsverzinkte Stahloberfläche mit
einem wässrigen Mittel (1) für mindestens 1 Sekunde, aber nicht länger als 30 Sekunden,
in Kontakt gebracht wird, dessen pH-Wert nicht kleiner als 4 und nicht größer als
8 ist, wobei Kationen und/oder Verbindungen eines Metalls (A) im Mittel (1) enthalten
sind, deren Redoxpotential ERedox gemessen an einer Metallelektrode des Metalls (A) bei vorgegebener Verfahrenstemperatur
und Konzentration an Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) im wässrigen Mittel
(1) anodischer liegt als das Elektrodenpotential EZn der verzinkten oder legierungsverzinkten Stahloberfläche im Kontakt mit einem wässrigen
Mittel (2), welches sich vom Mittel (1) nur dadurch unterscheidet, dass es keine Kationen
und/oder Verbindungen des Metalls (A) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) im Mittel (1) ausgewählt sind
aus Kationen und/oder Verbindungen von Zinn in den Oxidationsstufen +II und/oder +IV
und nach dem in Kontakt Bringen der verzinkten oder legierungsverzinkten Stahloberfläche
mit dem wässrigen Mittel ein metallischer Überzug mit Metall (A) in einer Schichlauflage
von mindestens 1 mg/m2, aber nicht mehr als 50 mg/m2 vorliegt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Redoxpotential ERedox der Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) im wässrigen Mittel (1) um mindestens
+50 mV, vorzugsweise mindestens +100 mV und besonders bevorzugt mindestens +300 mV,
aber höchstens +800 mV anodischer liegt als das Elektrodenpotential EZn der verzinkten oder legierungsverzinkten Stahloberfläche im Kontakt mit dem wässrigen
Mittel (2).
3. Verfahren gemäß einem oder beiden der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Konzentration an Kationen und/oder Verbindungen des Metalls (A) mindestens 0,001
M und vorzugsweise mindestens 0,01 M beträgt, aber 0,2 M, vorzugsweise 0,1 M nicht
überschreitet.
4. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert des wässrigen Mittels nicht größer als 6 ist.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das wässrige Mittel zusätzlich Beschleuniger ausgewählt aus Oxosäuren von Phosphor
oder Stickstoff sowie deren Salzen enthält, wobei mindestens ein Phosphoratom oder
Stickstoffatom in einer mittleren Oxidationsstufe vorliegt.
6. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das wässrige Mittel zusätzlich Beschleuniger ausgewählt aus Hydrazin, Hydroxylamin,
Nitroguanidin, N-Methylmorpholin-N-oxid, Glucoheptonat, Ascorbinsäure und reduzierenden
Zuckern enthält.
7. Verfahren gemäß einem oder beiden der Ansprüche 5 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das molare Verhältnis von Beschleuniger zur Konzentration der Kationen und/oder Verbindungen
des Metalls (A) nicht größer ist als 2:1, vorzugsweise nicht größer als 1:1, aber
1:5 nicht unterschreitet.
8. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das wässrige Mittel zusätzlich nicht mehr als 50 ppm, vorzugsweise nicht mehr als
10 ppm, aber mindestens 0,1 ppm Kupfer(II)-Kationen enthält.
9. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das wässrige Mittel zusätzlich Tenside enthält.
10. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die verzinkte oder legierungsverzinkte Stahloberfläche mit dem wässrigen Mittel nicht
länger als 10 Sekunden in Kontakt gebracht wird.
11. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem in Kontakt Bringen der verzinkten oder legierungsverzinkten Stahloberfläche
mit dem wässrigen Mittel mit oder ohne dazwischenliegendem Spül- und/oder Trocknungschritt
eine passivierende Konversionsbehandlung der metallisierend vorbehandelten verzinkten
oder legierungsverzinkten Stahloberfläche erfolgt.
12. Verfahren gemäß Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Verfahrensschritte zur Aufbringung zusätzlicher Schichten, insbesondere organischer
Lacke oder Lacksysteme folgen.
13. Metallisches Bauteil bestehend zumindest teilweise aus einer verzinkten oder legierungsverzinkten
Stahloberfläche metallisiert gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10.
14. Metallisches Bauteil gemäß Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Schichten, insbesondere Konversionsschichten und/oder Lacke aufgebracht sind.
1. A method for the metallizing pretreatment of galvanized or alloy-galvanized steel
surfaces, wherein the galvanized or alloy-galvanized steel surface is brought into
contact with an aqueous agent (1) for at least 1 second, but not longer than 30 seconds,
the pH value of which is not less than 4 and not greater than 8, wherein cations and/or
compounds of a metal (A) are contained in the agent (1), the redox potential ERedox of which cations and/or compounds of the metal (A) measured at a metal electrode
of the metal (A) at a specified method temperature and concentration of cations and/or
compounds of the metal (A) in the aqueous agent (1) is more anodic than the electrode
potential EZn of the galvanized or alloy-galvanized steel surface in contact with an aqueous agent
(2) that differs from the agent (1) only in that the agent (2) does not contain cations
and/or compounds of the metal (A), characterized in that the cations and/or compounds of the metal (A) in the agent (1) are selected from
cations and/or compounds of tin in the oxidation states +II and/or +IV and, after
the galvanized or alloy-galvanized steel surface has been brought into contact with
the aqueous agent, a metallic plating with metal (A) is present in a coating of at
least 1 mg/m2, but not more than 50 mg/m2.
2. The method according to claim 1, characterized in that the redox potential ERedox of the cations and/or compounds of the metal (A) in the aqueous agent (1) is more
anodic than the electrode potential EZn of the galvanized or alloy-galvanized steel surface in contact with the aqueous agent
(2) by at least +50 mV, preferably at least +100 mV, and especially preferably at
least +300 mV, but at most +800 mV.
3. The method according to one or both of claims 1 and 2, characterized in that the concentration of cations and/or compounds of the metal (A) is at least 0.001
M and preferably at least 0.01 M, but does not exceed 0.2 M, preferably 0.1 M.
4. The method according to one or more of the preceding claims, characterized in that the pH value of the aqueous agent is not greater than 6.
5. The method according to one or more of claims 1 to 4, characterized in that the aqueous agent additionally contains accelerators selected from oxoacids of phosphorus
or nitrogen and salts thereof, wherein at least one phosphorus atom or nitrogen atom
is present in an average oxidation state.
6. The method according to one or more of claims 1 to 4, characterized in that the aqueous agent additionally contains accelerators selected from hydrazine, hydroxylamine,
nitroguanidine, N-methylmorpholine-N-oxide, glucoheptonate, ascorbic acid, and reductive
sugars.
7. The method according to one or both of claims 5 to 6, characterized in that the molar ratio of accelerator to the concentration of the cations and/or compounds
of the metal (A) is not greater than 2:1, preferably not greater than 1:1, but is
not below 1:5.
8. The method according to one or more of claims 1 to 7, characterized in that the aqueous agent additionally contains not more than 50 ppm, preferably not more
than 10 ppm, but at least 0.1 ppm, of copper(II) cations.
9. The method according to one or more of claims 1 to 8, characterized in that the aqueous agent additionally contains surfactants.
10. The method according to one or more of claims 1 to 9, characterized in that the galvanized or alloy-galvanized steel surface is brought into contact with the
aqueous agent for not longer than 10 seconds.
11. The method according to one or more of claims 1 to 10, characterized in that, after the galvanized or alloy-galvanized steel surface has been brought into contact
with the aqueous agent, a passivating conversion treatment of the galvanized or alloy-galvanized
steel surface pretreated in a metallizing manner occurs with or without an intermediate
rinsing and/or drying step.
12. The method according to claim 11, characterized in that further steps for applying additional layers, particularly organic paints or paint
systems, follow.
13. A metallic component, consisting at least partially of a galvanized or alloy-galvanized
steel surface metallized according to one or more of claims 1 to 10.
14. The metallic component according to claim 13, characterized in that further layers, particularly conversion layers and/or paints, are applied.
1. Procédé de prétraitement par métallisation de surfaces en acier galvanisées avec du
zinc ou un alliage du zinc, la surface en acier galvanisée avec du zinc ou un alliage
du zinc étant mise en contact, pendant au moins 1 seconde mais pas plus de 30 secondes,
avec un milieu aqueux (1) dont le pH est non inférieur à 4 et non supérieur à 8, le
milieu (1) contenant les cations et/ou composés d'un métal (A) dont le potentiel redox
ERedox mesuré au niveau d'une électrode métallique du métal (A) à une température de procédé
prédéterminée et une concentration prédéterminée en cations et/ou en composés du métal
(A) dans le milieu aqueux (1) est plus anodique que le potentiel d'électrode EZn de la surface en acier galvanisée avec du zinc ou un alliage du zinc en contact avec
un milieu aqueux (2) qui ne diffère du milieu (1) que par le fait qu'il ne contient
pas de cations et/ou de composés du métal (A), caractérisé en ce que les cations et/ou les composés de métal (A) dans le milieu (1) sont choisis parmi
les cations et/ou les composés de l'étain dans les états d'oxydation +11 et/ou +IV
et en ce qu'après la mise en contact de la surface en acier galvanisée avec du zinc ou un alliage
du zinc avec le milieu aqueux un revêtement comprenant le métal (A) est présent dans
une couche d'au moins 1 mg/m2 mais de pas plus de 50 mg/m2
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que : le potentiel rédox ERedox des cations et/ou des composés du métal (A) dans le milieu aqueux (1) est plus anodique
d'au moins 50 mV, de préférence d'au moins 100 mV et de préférence d'au moins 300
mV, mais de pas plus de 800 mV que le potentiel d'électrode EZn de la surface en acier galvanisée avec zinc ou un alliage du zinc en contact avec
le milieu aqueux (2).
3. Procédé selon l'une des revendications 1 et 2 ou les deux, caractérisé en ce que la concentration en cations et/ou en composés du métal (A) est d'au moins 0,001 M,
de préférence d'au moins 0,01 M, mais sans dépasser 0,2 M, de préférence 0,1 M.
4. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que le pH du milieu aqueux n'est pas supérieur à 6.
5. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le milieu aqueux contient en outre un accélérateur choisi parmi les acides oxo du
phosphore ou de l'azote ainsi que leurs sels, au moins un atome de phosphore ou un
atome d'azote étant présent dans un état d'oxydation moyen.
6. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le milieu aqueux contient en outre un accélérateur choisi parmi l'hydrazine, l'hydroxylamine,
la nitroguanidine, le N-méthylmorpholine-N-oxyde, le glucoheptonate, l'acide ascorbique
et des sucres réducteurs.
7. Procédé selon l'une des revendications 5 et 6 ou les deux, caractérisé en ce que le rapport molaire de l'accélérateur à la concentration en cations et/ou en composés
du métal (A) n'est pas supérieur à 2:1, de préférence pas supérieur à 1:1, mais sans
tomber au-dessous de 1:5.
8. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le milieu aqueux ne contient en outre pas plus de 50 ppm, de préférence pas plus
de 10 ppm, mais contient au moins 0,1 ppm, de cations de cuivre (II).
9. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le milieu aqueux contient en outre des agents tensio-actifs.
10. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la surface en acier galvanisée avec du zinc ou un alliage du zinc est mise en contact
avec le milieu aqueux pendant une durée non supérieure à 10 secondes.
11. Procédé selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à 10, caractérisé en ce qu'un traitement de conversion par passivation de la surface en acier galvanisée avec
du zinc ou un alliage du zinc est effectué après la mise en contact de la surface
en acier galvanisée avec du zinc ou un alliage du zinc avec le milieu aqueux, avec
ou sans étape de rinçage et/ou de séchage intermédiaire.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que d'autres étapes de procédé suivent pour l'application de couches supplémentaires,
en particulier de vernis ou de systèmes de vernis organiques.
13. Composant métallique constitué au moins partiellement d'une surface en acier galvanisée
avec du zinc ou un alliage du zinc selon l'une ou plusieurs des revendications 1 à
10.
14. Composant métallique selon la revendication 13, caractérisé en ce que d'autres couches, en particulier des couches de conversion et/ou des vernis sont
appliquées.