[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Abgabe akustischer Signale für Fahrzeuge
mit schlechter akustischer Wahrnehmbarkeit, wie insbesondere Elektrofahrzeuge und
Hybridfahrzeuge, die im Elektroantriebsmodus fahren, entsprechend dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
[0002] Eine Vielzahl von Verkehrsteilnehmern orientiert sich im Verkehrsgeschehen zumindest
zu einem nicht vernachlässigbaren Ausmaß akustisch und ist daher nicht oder nur eingeschränkt
in der Lage, die genannten leisen Fahrzeuge rechtzeitig zu erkennen und ihre Handlungsweise
daran anzupassen. Es besteht somit ein Bedarf an einer Vorrichtung der eingangs genannten
Art, die in der Lage ist, das übliche Motorengeräusch bzw. Auspuffgeräusch entweder
in Nachahmung desselben oder auf andere akustische Weise zu ersetzen.
[0003] Erfindungsgemäß geschieht dies in Übereinstimmung mit den im kennzeichnenden Teil
des Anspruches 1 angegebenen Merkmalen dadurch, dass zur Abdeckung eines möglichst
breiten Frequenzbereiches zumindest ein elektroakustischer Wandler in einem Gehäuse
und ein weiterer in einem Endrohr vorgesehen sind, dass das Äußere der Vorrichtung
einem Schalldämpfer mit Endrohr entspricht, wobei unter Umständen ein bei einem Hybridfahrzeug
vorhandenes Abgasrohr mit dem Gehäuse zu einer Einheit vereint ist.
[0004] Der bevorzugt ebenfalls vorgesehene zweite Schallgeber ist dermaßen in das Endrohr
montiert, dass er in eine trichterförmige Schallführung mit konischer oder exponentieller
Querschnittsvergrößerung mündet, wobei das Endrohrvolumen entsprechend auf den verwendeten
Schallgeber abzustimmen ist
[0005] Unteransprüche betreffen Ausgestaltungen dieser Grundidee.
[0006] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einiger Ausführungsbeispiele näher dargestellt.
Dabei zeigt die Fig. 1 eine erste Ausführungsform der Erfindung, die Fig. 2 bis 5
zeigen weitere Ausführungsbeispiele, die Fig. 6 eine Variante und die Fig. 7 eine
Ausgestaltung.
[0007] In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung dargestellt. Die schematische Ansicht
zeigt ein Gehäuse 1 mit zwei rohrartigen Verlängerungen 2, 3, die Auspuffendrohren
optisch nachgebildet sind, wobei im Endrohr 3 ein weiterer Schallwandler (bevorzugt
ein Breitbandwandler) 6a eingebaut ist. Von der Position des Schallwandlers 6a an
nach Außen nimmt der Querschnitt des Endrohres konisch oder auch exponentiell zu;
auch Kombinationen sind möglich. Das Gehäuse 1 ist durch eine Trennwand 4 in zwei
Volumina 7, 8 geteilt, auf passend ausgebildeten kegeligen Einbuchtungen 5 in das
Volumen 8 sind elektroakustische Wandler 6 montiert.
[0008] Die Wandler 6 sind so an den Einbuchtungen 5 der Trennwand 4 angebracht, dass ihre
Membranen der offenen Kammer 7 im Gehäuse zugewandt sind und dorthin den Schall abgeben.
Der durch die Trennwand 4 abgetrennte Teil des Gehäuses 1 bildet eine Zweitkammer
8, die beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 geschlossen ist.
[0009] In Kenntnis des erfindungsgemäßen Aufbaus ist es für den Fachmann auf dem Gebiete
des Schalldämpferbaus von Kraftfahrzeugen ein Leichtes, durch die Wahl der Abmessungen
und der Wandstärken und der geometrischen Ausbildung der Wände zum gewünschten, artikulierten,
akustischen Signal zu kommen. Insbesondere anzustreben ist zur Abdeckung eines möglichst
großen Frequenzbereiches die Kombination eines sogenannten "Bandpasswandlers" mit
einem Breitbandwandler. Das jeweils offene Endrohr kann dabei als Reflexionskanal
entsprechend ausgenutzt werden, ähnlich wie dies auch bei Auspuffanlangen für Verbrennungsgase
von Kraftfahrzeugen geschieht.
[0010] Die Fig. 2 stellt eine Variante dar, bei der auch die Zweitkammer 8 mit der Umgebung
verbunden ist, eine wie es im Fachjargon heißt, doppelte Ventilierung. Dies erlaubt
es durch die Wahl der Länge und des freien Querschnittes des Endrohres 3, das von
der Vorrichtung abgegebene Schallsignal weiter zu beeinflussen. Durch die ringförmige
Ausbildung der Ventilierung im Bereich des Schallgebers 6a und dessen Rückvolumen
8a wird eine besonders gute Beeinflussungsmöglichkeit für die akustische Abstimmung
und damit die Qualität des abgegebenen Signals erreicht.
[0011] Eine andere Ausführungsform - ebenfalls "zweifach ventiliert" - zeigt die Fig. 3,
bei dieser ist die offene Kammer 7 mit der Zweitkammer 8 direkt über einen Durchlass
9, verbunden. In dieser direkten Verbindung 9 können entsprechende Dämmmaterialien
oder auch Drosseln eingebaut sein, um die Charakteristik des entstehenden Schalls
weiter zu verändern.
[0012] Eine Weiterbildung, nämlich eine Kombination der Ausführungsform nach Fig. 2 und
Fig. 3 stellt die Fig. 4 dar, da sowohl das Endrohr 3 offen ist und entsprechend zur
Modulation des Schalls verwendet werden kann, als auch eine direkte Verbindung 9 vorgesehen
ist, wodurch sich die Anzahl der Möglichkeiten zur Beeinflussung der Charakteristika
des abgegebenen Schalls weiter vermehren.
[0013] Die Fig. 5 schließlich zeigt eine Variante, wie sie beispielsweise bei einem Hybridfahrzeug
verwendet werden kann, hier ist ein tatsächliches, teilweise perforiertes Abgasrohr
10 mit einem ringförmigen Absorptionsvolumen in einem Gehäuse 1 integriert, um einen
Auspufftopf mit zweifachem Endrohr optisch nachzubilden. Das verbleibende Volumen
des Gehäuses 1 ist wiederum durch eine Trennwand 4 in die offene Kammer 7 und die
Zweitkammer 8 geteilt, die Wandler 6 und 6a, hier am einzigen "Wandler-Endrohr" montiert,
sind wie auch in den anderen Beispielen dargestellt angeordnet. Auf diese Weise erzielt
man eine optisch und akustisch sehr zufriedenstellende Vorrichtung.
[0014] Die Fig. 6 zeigt in einem schematischen Schnitt und einer perspektivischen Ansicht
einen Reflexionskanal, der an der Unterseite des Gehäuses mündet. Dabei ist zumindest
ein Schallwandler im Bereich A angeordnet, wobei der Schall nur durch den Schlitz
B austritt. Das zweite Endrohr C kann nur außen am Gehäuse angeschweißt sein und einen
weiteren Schallwandler (wie oben den Schallwandler 6a, Breitband) aufweisen. In dieser
Ausführung besteht die Möglichkeit, auch in dem zweiten, wahlweise vorgesehenen Endrohr,
einen weiteren Schallwandler zu integrieren.
[0015] Die Fig. 7 zeigt, in perspektivischer Ansicht, teilweise im Schnitt, eine Ausgestaltung,
bei der das Endrohr 3 mit einem koaxial angeordneten Horn 11 versehen ist, an dessen
innerem Ende ein Schallgeber 6a und, im gezeigten Ausführungsbeispiel, ein Equalizer
12 angeordnet ist. Damit kann einerseits die akustische Qualität besonders gesteigert
werden, andererseits wird der Schallgeber 6a besonders gut gegen mechanische Anfechtungen
geschützt. Die erreichte Soundqualität ist so gut, dass es möglich ist, die Vorrichtung
bei stehendem oder geparktem Fahrzeug als Diskothek zu verwenden.
[0016] Als Materialien kommen für das Gehäuse und die Endrohre alle im Schalldämpferbau
verwendeten Materialien in Frage. Die Auswahl der elektroakustischen Wandler, deren
Ansteuerung, Stromversorgung und die Generierung der Signale, ebenso wie die akustische
Abstimmung der Gesamtheit Gehäuse-Einbauten-Endrohr(e) stellt in Kenntnis der Erfindung
für den Fachmann auf dem Gebiet der Fahrzeugakustik keine merklichen Probleme dar.
[0017] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten und erläuterten Ausführungsbeispiele
beschränkt, sondern kann verschiedentlich abgewandelt werden. So können insbesondere
die Querschnittformen der Gehäuse und Rohre von den dargestellten Formen abweichen
und oval oder polygonal mit unterschiedlichsten Ausrundungen sein. Es muss der Querschnitt
auch nicht über die Länge des jeweiligen Bauteils konstant bleiben, weder der Form,
noch den Abmessungen nach. Die Anordnung der Wandler auf den Stützplatten bzw. -blechen
kann anders als dargestellt gewählt werden, auch die dargestellte Form der Wandler
ist schematisch und dient nur der Erläuterung. Die Darstellung von Teilen, insbesondere
Rohren, als parallel oder konzentrisch ist nur eine von vielen möglichen Anordnungen,
ohne die Erfindung darauf zu beschränken.
1. Vorrichtung zur Abgabe akustischer Signale für Fahrzeuge mit schlechter akustischer
Wahrnehmbarkeit, wie insbesondere Elektrofahrzeuge und Hybridfahrzeuge, die im Elektroantriebsmodus
fahren, dadurch gekennzeichnet, dass das Äußere der Vorrichtung einem Schalldämpfer mit zumindest einem Endrohr (2, 3)
entspricht und dass zumindest ein elektroakustischer Wandler (6) im Gehäuse vorgesehen
ist, dessen Schall entweder durch ein Endrohr (2) oder durch einen Längsschlitz (B)
des Gehäuses austritt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein weiterer elektroakustischer Wandler (6a), bevorzugt ein Breitbandwandler,
in einem Endrohr (3), das bevorzugt eine konische oder exponentielle Querschnittsvergrößerung
aufweist, vorgesehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Hybridfahrzeug ein vorhandenes Abgasrohr (10) mit dem Gehäuse (1) zu einer
Einheit vereint ist.
4. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem der Endrohre (3) und bevorzugt koaxial mit ihm ein Horn (11) angeordnet
ist, das sich am Ende des Endrohrs öffnet und an dessen innerem, geschlossenen Ende
ein elektroakustischer Wandler (6a), bevorzugt mit einem Equalizer (12) angeordnet
ist.