[0001] Die Erfindung betrifft ein Wertdokument mit einer Kernschicht und zwei Deckschichten,
die dieselben Flächenabmessungen wie die Kernschicht besitzen und mit dieser an deren
beiden Hauptflächen jeweils vollflächig verklebt sind. Die Kernschicht besteht aus
nebeneinander angeordneten Segmenten aus unterschiedlichen Materialien. Das Wertdokument
ist insbesondere eine Folienverbundbanknote mit einem transparenten, Sicherheitsmerkmale
aufweisenden Bereich. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung des
Wertdokuments bzw. der Folienverbundbanknote und ein zur Herstellung des Wertdokuments
bzw. der Folienverbundbanknote geeignetes Kernschichtfolienband-Endlosmaterial.
[0002] Wertdokumente im Sinne dieser Erfindung sind Banknoten, Urkunden, Scheckformulare,
Aktien, Etiketten zur Produktsicherung sowie Sicherheitspapiere zur Herstellung der
eigentlichen Wertdokumente und Folienpatches zur Aufbringung auf Sicherheitspapiere
oder Wertdokumente, d. h. im weitesten Sinne sind unter Wertdokumenten Flachmaterialien
zu verstehen, die selbst Wertdokumente sind oder zu deren Herstellung oder in sonstiger
Weise zur Echtheitskennzeichnung verwendet werden. Die Erfindung wird im Folgenden
am Beispiel ihrer bevorzugtesten Ausführungsform, einer Folienverbundbanknote, beschrieben.
Dies ist jedoch nicht als beschränkend auszulegen. Vielmehr ist die Erfindung generell
auf flächige Wertgegenstände jeglicher Art anwendbar.
[0003] Wertdokumente müssen gegen Fälschung geschützt werden. Zu diesem Zweck werden Sicherheitselemente
vorgesehen, wie Sicherheitsfäden, Sicherheitsbänder, Patches oder Etiketten, die Sicherheitsmerkmale
aufweisen, wie Hologramme, lumineszierende Darstellungen, Metallisierungen oder andere
Merkmale, die visuell oder maschinell nachweisbar sind. Alternativ werden die Sicherheitsmerkmale
auch unmittelbar ins Substrat des Wertdokuments eingebracht oder darauf aufgebracht,
beispielsweise Wasserzeichen, Melierfasern, lumineszierende oder nicht lumineszierende
Aufdrucke, etc. Die Sicherheitsmerkmale erlauben es einem geübten Betrachter, gegebenenfalls
unter Zuhilfenahme geeigneter Überprüfungsgeräte, gefälschte Dokumente weitgehend
zuverlässig von echten Dokumenten zu unterscheiden. Bei flüchtiger Betrachtung oder
wenn die speziellen Sicherheitsmerkmale eines Wertdokuments dem Betrachter nicht genau
bekannt sind, wie das beispielsweise bei Banknoten im normalen Zahlungsverkehr oder
bei Fremdwährung typischerweise der Fall ist, können Fälschungen leicht unerkannt
bleiben. Ein besonderes Problem stellen die modernen Farbkopierer dar, die Wertdokumente,
wie beispielsweise Banknoten, in erstaunlicher Qualität kopieren. Die Kopierer weisen
zwar systeminterne Sicherungen auf, die ein Kopieren von Banknoten verhindern sollen,
aber diese Sicherungen sind durchaus umgehbar.
[0004] Daher wurde versucht, Wertdokumente mit Sicherheitsmerkmalen auszustatten, die nicht
kopierbar sind und deren Fälschung auch einem ungeübten oder flüchtigen Betrachter
auffällt. Es wurde begonnen, Wertdokumente mit durchgehenden Öffnungen zu versehen,
die mit einem transparenten Material verschlossen werden. Wird ein derartiges Wertdokument
kopiert, erscheint der transparente Bereich in der Kopie in der Farbe des Hintergrunds.
Um ein gefälschtes Wertdokument mit einem transparenten Bereich zu erhalten, muss
ein Fälscher den betreffenden Bereich ausschneiden und neu mit einem transparenten
Material verschließen. Dies ist schwierig, insbesondere dann, wenn zusätzliche Sicherheitsmerkmale
vorgesehen sind, die sich sowohl über den transparenten Bereich als auch über angrenzende,
nicht transparente Bereiche erstrecken. Zur Erzeugung transparenter Bereiche in Wertdokumenten
ist eine Reihe von Möglichkeiten bekannt.
[0005] EP 1 545 902 B1 offenbart ein Wertdokument wie eine Verbundbanknote, die ein Basispapier mit einer
durchgehenden Öffnung aufweist. Auf das Basispapier mit der durchgehenden Öffnung
sind an beiden Oberflächen transparente Folien mittels Klebstoff aufkaschiert. Der
Klebstoff ist ebenfalls transparent und verschließt die Öffnung, indem er in sie hineinfließt
und sie auffüllt. Die beiden Deckfolien werden also durch den Klebstoff direkt miteinander
verbunden. Dies ist im Hinblick auf die Stabilität der Folienverbundbanknote nicht
unproblematisch, da bei einer derartigen Banknote das Basispapier eine Trägerfunktion
wahrnimmt, während die Deckfolien vergleichsweise dünn sind und nur wenig zur Stabilität
der Banknote beitragen. Eine Füllung mit Klebstoff kommt daher nur für kleine transparente
Bereiche infrage. Außerdem ist es bei dieser Variante nicht möglich, die durchgehende
Öffnung in dem Basispapier für zusätzliche Sicherheitselemente, beispielsweise Sicherheitsbänder,
zu nutzen.
[0006] Aus
WO 2005/116335 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung von Sicherheitspapier mit mindestens einem transparenten
Bereich für Wertdokumente bekannt. Das Sicherheitspapier besteht aus mindestens einer
Lage aus im Wesentlichen nicht transparentem Material, das eine Öffnung aufweist.
Die Öffnung wird zunächst einseitig durch eine transparente Abdecklage, insbesondere
eine Folie, verschlossen und anschließend durch Extrusionsbeschichten mit einer transparenten
Füllung gefüllt.
[0007] Eine weitere Möglichkeit, Wertdokumente, wie Verbundbanknoten, mit einem transparenten
Bereich herzustellen, besteht darin, bei einem Basispapier mit einer durchgehenden
Öffnung diese Öffnung durch eine transparente Folie in Kombination mit einer transparenten
Füllung, wie eines Patches, zu füllen und zu verschließen, und außerdem an beiden
Oberflächen des Basispapiers eine transparente Beschichtung vorzusehen.
[0008] Diese Sicherheitspapiere und Wertdokumente haben gemeinsam, dass zuerst in einem
Basispapier ein Loch erzeugt wird, beispielsweise bereits bei der Papierherstellung
oder durch Stanzen oder Laserschneiden des fertigen Papiers. Wegen der Trägerfunktion
des Basispapiers ist ein Stabilitätsverlust durch Löcher in dem Basispapier unvermeidbar,
und es können nur kleine durchgehende Öffnungen ohne Stabilitätsverlust realisiert
werden. Die durch das Basispapier hindurchgehenden Öffnungen müssen zusätzlich verschlossen
werden. Erfolgt das Verschließen durch eine aufgesiegelte Folie, so ist dies optisch
unbefriedigend, denn dabei entsteht für einen Betrachter der Eindruck eines aufgeklebten
Tesastreifens. Zusätzlich wird in den Bereichen, in denen die Abdeckfolie nicht unmittelbar
über der Öffnung, sondern über den angrenzenden Bereichen des Basispapiers liegt,
eine Verdickung geschaffen. Es ist zwar möglich, die Dicke des Basispapiers in den
Bereichen, in denen die Abdeckfolie aufliegt, zu vermindern, beispielsweise durch
Komprimieren des fertigen Basispapiers oder durch Behinderung der Blattbildung bei
der Herstellung des Basispapiers, aber eine gleichmäßige Dicke kann dennoch nicht
erreicht werden. Vor allem kann dann keine gleichmäßige Dicke erreicht werden, wenn
die Abdeckfolien gleichzeitig als Sicherheitselemente genutzt werden sollen. Die Sicherheitselemente
weisen oft eine Dicke auf, die erheblich über den Abmessungen liegt, die durch Komprimieren,
Verhinderung der Blattbildung oder Kalandrieren ausgeglichen werden können. Sicherheitsmerkmale,
die eine relativ hohe Dicke des Sicherheitselements bedingen, sind beispielsweise
Volumenhologramme und mikrooptische Systeme. Werden derartige Sicherheitselemente
in dem transparenten Bereich vorgesehen, ergeben sich Dickenunterschiede, und durch
die Asymmetrie des Aufbaus neigt das Wertdokument dazu, sich zu biegen oder sogar
aufzurollen.
[0009] EP 1141480 B1 offenbart ein Sicherheitspapier, bei dem ein transparenter Folienstreifen, beispielsweise
ein Sicherheitselement, bereits bei der Papierherstellung in das Papier eingebettet
wird. Um eine einigermaßen sichere Einbettung des Folienstreifens im Papiersubstrat
ohne Gefahr des Ausbrechens zu gewährleisten, muss das Papier erheblich dicker sein
als der Folienstreifen selbst. Durch die unterschiedlichen Dicken können die Wertdokumente
schwer gestapelt werden. Außerdem kann es, wenn eine einfache Folie Papier ersetzt,
leicht zu Faltenbildung und mangelnder Stabilität im Folienbereich kommen. Ein weiteres
Problem ist, dass bei einer Einbettung im Zuge der Papierherstellung keine empfindlichen
Sicherheitselemente als einzubettender Folienstreifen verwendet werden können, da
die Gefahr einer Beschädigung der Sicherheitsmerkmale besteht.
[0010] Eine weitere Möglichkeit, Wertdokumente mit transparenten Bereichen herzustellen,
besteht darin, die Wertdokumente vollständig aus transparenten Materialien, wie Kunststofffolien,
herzustellen und anschließend auf den Bereichen, die nicht transparent sein sollen,
eine opake Beschichtung aufzubringen. Beispielsweise werden bei Folienbanknoten durchgehende
Öffnungen durch Aussparen der Druckannahmeschicht simuliert. Das Simulieren von durchgehenden
Öffnungen hat gegenüber physisch vorhandenen durchgehenden Öffnungen den Vorteil,
dass das gesamte Wertdokument eine gleichbleibende Stabilität und, was das Substrat
an sich betrifft, auch eine gleichbleibende Dicke aufweist. Wenn zusätzliche Sicherheitselemente
in Form von Folienstreifen aufgebracht werden, ergeben sich hier jedoch besonders
ausgeprägte Dickenunterschiede, da die Dicke des Sicherheitselements nicht in irgendeiner
Weise durch Einbettung in das Substratmaterial ausgeglichen werden kann. Vielmehr
wird die Dicke des Wertdokuments an der Applikationsstelle um die volle Dicke des
Sicherheitselements erhöht. Das führt dazu, dass Banknoten oder sonstige Wertdokumente,
die Sicherheitselemente in Form von zusätzlich aufgebrachten Folienstreifen aufweisen,
wenn sie zur Aufbewahrung gestapelt oder gerollt werden, inakzeptabel deformierte
Stapel bzw. Rollen ergeben.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Wertdokument und insbesondere
eine Banknote bereitzustellen, bei der die Nachteile des Stands der Technik vermieden
oder zumindest verringert werden.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist es auch, eine Banknote oder ein anderes Wertdokument bereitzustellen,
in die ein zusätzliches Element, wie ein Sicherheitselement, integriert ist, wobei
Stabilitätsprobleme oder durch Dickenunterschiede bedingte Probleme, wie schlechte
Stapelbarkeit oder schlechte Planlage, vermieden werden.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es ferner, eine Banknote oder ein anderes Wertdokument
bereitzustellen, bei der das integrierte Element eine Dicke aufweist, die größenordnungsmäßig
der Dicke der Banknote entspricht.
[0014] Aufgabe der Erfindung ist es darüber hinaus, eine Banknote oder ein anderes Wertdokument
bereitzustellen, die einen transparenten oder zumindest transluzenten Bereich aufweist,
der großflächig ausgebildet sein kann.
[0015] Aufgabe der Erfindung ist es insbesondere, eine Banknote oder ein anderes Wertdokument
bereitzustellen, die einen transparenten oder zumindest transluzenten Bereich aufweist,
in dem Sicherheitsmerkmale integriert sind. Es sollen Sicherheitsmerkmale integriert
werden können, die eine hohe Dicke des Sicherheitselements erfordern, wie beispielsweise
mikrooptische Systeme.
[0016] Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen
Banknote oder allgemein eines derartigen Wertdokuments bereitzustellen.
[0017] Aufgabe der Erfindung ist es auch, ein zur Herstellung eines derartigen Wertdokuments
geeignetes Sicherheitselementmaterial bereitzustellen.
[0018] Die Aufgaben werden gelöst durch das Wertdokument, das Verfahren zur Herstellung
eines Wertdokuments sowie das Kernschichtfolien-Endlosmaterial mit den Merkmalen,
wie sie in den unabhängigen Ansprüchen angegeben sind. Weiterbildungen der Erfindung
sind in den jeweiligen abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0019] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft ein Wertdokument aufweisend
eine Kernschicht mit zwei Hauptflächen,
eine erste Deckschicht und eine erste Klebstoffschicht, die die erste Deckschicht
vollflächig mit der ersten Hauptfläche der Kernschicht verklebt,
eine zweite Deckschicht und eine zweite Klebstoffschicht, die die zweite Deckschicht
vollflächig mit der zweiten Hauptfläche der Kernschicht verklebt, wobei
die Kernschicht aus Segmenten aus mindestens einem ersten Kernschichtmaterial und
mindestens einem davon verschiedenen zweiten Kernschichtmaterial besteht, die in Flächenrichtung
des Wertdokuments dergestalt nebeneinander angeordnet sind, dass sie sich jeweils
über die gesamte Länge oder die gesamte Breite des Wertdokuments erstrecken und aneinander
angrenzen ohne einander zu überlappen.
[0020] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die erste und/ oder die zweite Deckschicht
und die sie mit einer Hauptfläche der Kernschicht verklebende erste und/oder zweite
Klebstoffschicht transparent oder zumindest transluzent.
[0021] In einer bevorzugten Ausgestaltung weist die Kernschicht mindestens ein Segment auf,
das aus einem transparenten oder zumindest transluzenten Kunststofffolienband besteht,
an das Segmente auf der Basis von Papier angrenzen. Insbesondere ist das mindestens
eine Segment, das aus einem transparenten oder zumindest transluzenten Kunststofffolienband
besteht, das Segment aus dem zweiten Kernschichtmaterial, und die Segmente auf der
Basis von Papier sind die Segmente aus dem ersten Kernschichtmaterial.
[0022] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Wertdokument eine Folienverbundbanknote,
bei der
die Kernschicht mindestens ein Segment aufweist, das aus einem zumindest bereichsweise
transparenten oder zumindest transluzenten Kunststofffolienband besteht, an das zwei
Segmente auf der Basis von Papier angrenzen,
die erste und die zweite Deckschicht transparente oder zumindest transluzente Kunststofffolien
sind, und
die erste und die zweite Klebstoffschicht transparent oder zumindest transluzent sind.
[0023] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist mindestens eines der Segmente der Kernschicht,
bevorzugt ein Segment aus zweitem Kernschichtmaterial, als ein Sicherheitselement
mit Sicherheitsmerkmalen ausgebildet.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist mindestens eines der Segmente der Kernschicht
als ein Sicherheitselement mit ersten Komponenten eines Sicherheitsmerkmals ausgebildet,
und die erste und / oder die zweite Deckschicht ist mit zweiten und gegebenenfalls
weiteren Komponenten des Sicherheitsmerkmals ausgebildet oder ausgestattet, wobei
die erste und die zweite und gegebenenfalls die weiteren Komponenten gemeinsam das
Sicherheitsmerkmal bilden.
[0025] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Segment aus dem zweiten Kernschichtmaterial
als ein Sicherheitselement mit optisch variablen Sicherheitsmerkmalen, bevorzugt mikrooptischen
Sicherheitsmerkmalen, ausgebildet.
[0026] In einer bevorzugten Ausgestaltung weist das Wertdokument mindestens eine weitere
Schicht auf, die als Funktionsschicht und/oder als Hilfsschicht ausgebildet ist.
[0027] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Segmente an den Rändern des Wertdokuments,
insbesondere an den Kanten und/ oder Ecken des Wertdokuments, angeordnet.
[0028] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Wertdokuments,
aufweisend eine Kernschicht mit zwei Hauptflächen, eine erste Deckschicht und eine
erste Klebstoffschicht, die die erste Deckschicht vollflächig mit der ersten Hauptfläche
der Kernschicht verklebt, eine zweite Deckschicht und eine zweite Klebstoffschicht,
die die zweite Deckschicht vollflächig mit der zweiten Hauptfläche der Kernschicht
verklebt, folgende Schritte aufweisend:
Bereitstellen eines flächigen ersten Deckschichtmaterials für die erste Deckschicht
und Auftragen eines ersten Klebstoffs für die erste Klebstoffschicht auf das erste
Deckschichtmaterial,
Bereitstellen eines flächigen ersten Kernschichtmaterials, bevorzugt in den Flächenabmessungen
des ersten Deckschichtmaterials, und mindestens eines bandförmigen zweiten Kernschichtmaterials,
das von dem ersten Kernschichtmaterial verschieden ist,
Zusammenführen des ersten Kernschichtmaterials, des zweiten Kernschichtmaterials und
des mit dem ersten Klebstoff beschichteten ersten Deckschichtmaterials dergestalt,
dass das zweite Kernschichtmaterial zwischen dem ersten Kernschichtmaterial und dem
ersten Klebstoff eingeschlossen wird und das erste Kernschichtmaterial und das zweite
Kernschichtmaterial mit dem ersten Deckschichtmaterial verklebt werden,
Abtrennen des ersten Kernschichtmaterials mindestens in den Bereichen, in denen es
das zweite Kernschichtmaterial überlappt, so dass eine Oberfläche des zweiten Kernschichtmaterials,
nicht aber die erste Klebstoffschicht, freigelegt wird, und die Kernschicht gebildet
wird, die aus Segmenten aus dem ersten Kernschichtmaterial und mindestens einem Segment
aus dem mindestens einen zweiten Kernschichtmaterial zusammengesetzt ist,
Bereitstellen eines flächigen zweiten Deckschichtmaterials, bevorzugt in den Flächenabmessungen
des ersten Deckschichtmaterials, für die zweite Deckschicht,
Auftragen eines zweiten Klebstoffs für die zweite Klebstoffschicht auf das zweite
Deckschichtmaterial oder auf die nicht mit dem ersten Deckschichtmaterial verklebte
Hauptfläche der Kernschicht, und
Verkleben der Kernschicht mit dem zweiten Deckschichtmaterial mittels des zweiten
Klebstoffs.
[0029] In einer bevorzugten Ausgestaltung erfolgt das Abtrennen des ersten Kernschichtmaterials
durch Abschneiden mit Schneidwerkzeugen, bevorzugt Messern, die so eingestellt sind,
dass sie beim Schneiden auf die beiden entgegengesetzten Seitenflächen des zweiten
Kernschichtmaterials auftreffen. In einer bevorzugten Ausgestaltung wird die Neigung
der Schneidwerkzeuge so eingestellt, dass die Schneidwerkzeuge mit einer zur ersten
Deckschicht parallelen Ebene einen spitzen Winkel zwischen 0° und 30° bilden.
[0030] In einer bevorzugten Ausgestaltung erfolgt das Einstellen der Schneidwerkzeuge durch
optisches oder mechanisches Erfassen der Lage des zweiten Kernschichtmaterials und
Ansteuerung der Schneidwerkzeuge entsprechend der ermittelten Lage.
[0031] In einer bevorzugten Ausgestaltung erfolgt das Abtrennen des ersten Kernschichtmaterials
durch Abschleifen oder Abfräsen bis zur Freilegung der Oberfläche des zweiten Kernschichtmaterials.
[0032] Ein dritter Aspekt der Erfindung betrifft ein Kernschichtfolienband-Endlosmaterial,
das für die Herstellung des vorstehend erwähnten Wertdokuments konfektioniert ist.
[0033] Die Struktur bzw. der Aufbau des erfindungsgemäßen Wertdokuments ist eine unmittelbare
Folge des erfindungsgemäßen Herstellungsverfahrens des Wertdokuments. Das erfindungsgemäße
Herstellungsverfahren ermöglicht es, in die Kernschicht eines Wertdokuments bandförmige
Elemente aus einem von dem Kernschichtmaterial verschiedenen Material zu integrieren,
wobei die bandförmigen Elemente nahezu die gleiche Dicke wie die Kernschicht aufweisen.
Die Kernschicht setzt sich aus mindestens zwei verschiedenen Kernschichtmaterialien
zusammen, wobei die Materialien nebeneinander angeordnete Segmente bilden, die eine
vergleichbare Dicke aufweisen und aneinander angrenzen, ohne einander zu überlappen.
[0034] Das erfindungsgemäße Verfahren wird wie folgt durchgeführt:
Zur Herstellung einer Folienverbundbanknote wird zunächst eine Kunststofffolie mit
einem Kaschierklebstoff beschichtet. Auf die beschichtete Kunststofffolie, die später
eine Deckschicht bildet, wird ein Papierbogen oder eine Papierbahn aufkaschiert, wobei
dieses Papier eines der Materialien der späteren Kernschicht oder Innenschicht darstellt.
Bei diesem Kaschierschritt lässt man gleichzeitig mit dem Papier ein bandförmiges
Kunststofffolienmaterial in den Kaschierspalt einlaufen, wobei dieses Kunststofffolienband
ebenfalls eines der Materialien der späteren Kernschicht bzw. Innenschicht der Folienverbundbanknote
darstellt. Bei diesem ersten Kaschierschritt wird die Deckschicht-Kunststofffolie
vollflächig und unmittelbar mit dem Kunststofffolienband und der Papierschicht verklebt.
In den Bereichen, in denen sich zwischen Deckschicht-Kunststofffolie und Kernschichtpapier
das Kunststofffolienband befindet, findet natürlich keine Verklebung zwischen Deckschicht-Kunststofffolie
und Kernschichtpapier statt. Zwischen dem Kunststofffolienband und dem Kernschichtpapier
findet mangels Klebstoff ebenfalls keine Verklebung statt. Der nun erhaltene Verbund
weist einen bandförmigen Bereich auf, in dem die Papierschicht deutlich über die übrigen
Bereiche der Papierschicht übersteht, nämlich den Bereich, in dem sie über dem Kunststofffolienband
liegt. Dieser über dem Kunststofffolienband liegende Bereich der Papierschicht wird
nun abgetrennt, so dass die darunterliegende Oberfläche des Kunststofffolienbands
exponiert wird. Nach dem Abtrennen der überstehenden Bereiche der Papierschicht bilden
die Oberfläche der verbleibenden Papierschicht und die Oberfläche des Kunststofffolienbands
gemeinsam eine im Wesentlichen ebene Kernschicht-oberfläche.
[0035] Die Vorgehensweise beim Abtrennen der überstehenden Papierschicht wird im Zusammenhang
mit Figur 2b näher erläutert.
[0036] Anschließend wird eine weitere Kunststofffolie als zweite Deckschicht aufkaschiert.
Dazu wird entweder die Deckschicht-Kunststofffolie oder die exponierte Oberfläche
der Kernschicht mit einem Kaschierklebstoff beschichtet, und dann in einem zweiten
Kaschierschritt die zweite Deckschicht-Folienbahn auf die Oberfläche der Kernschicht
aufkaschiert und unmittelbar verklebt. Man erhält Folienverbundbanknoten in Form eines
Folienverbundbanknoten-Endlosmaterials oder in Form eines Folienverbundbanknoten-Bogens
mit jeweils einer Vielzahl von Einzelnutzen. Prinzipiell ist es natürlich auch möglich,
die Folienverbundbanknoten einzeln herzustellen.
[0037] Die Papierschicht für die Kernschicht, im Folgenden "Basispapier" genannt, kann einlagig
ausgebildet sein oder aus zwei oder mehr Lagen bestehen. Eine mehrlagige Ausbildung
des Papiers kann insofern vorteilhaft sein, als auf diese Weise problemlos ein Basispapier
mit bereichsweise unterschiedlichen Eigenschaften erhalten werden kann. Beispielsweise
kann eine der Lagen in ihrem Volumen mit Lumineszenzpigmenten einer bestimmten Farbe
ausgestattet werden, während die entgegengesetzte Papierlage in ihrem Volumen mit
Lumineszenzpigmenten einer anderen Farbe ausgestattet wird, so dass das Basispapier
bei Betrachtung von unterschiedlichen Seiten her in verschiedenen Farben luminesziert.
[0038] Hinsichtlich der Art des Papiers gibt es keine speziellen Beschränkungen. Banknotenpapiere
werden typischerweise aus Fasern von Einjahrespflanzen, insbesondere Baumwollfasern
oder Zellstofffasern, hergestellt, aber es können auch Papiere verwendet werden, die
zumindest teilweise aus Kunststofffasern bestehen, vorzugsweise aus Polyamidfasern
oder Polyesterfasern. Besonders bevorzugt wird ein Baumwollpapier als Basispapier
verwendet. Das Flächengewicht des Basispapiers variiert je nach Anwendungsform. Übliche
Flächengewichte liegen im Bereich von 50 g/m
2 bis 100 g/m
2, vorzugsweise im Bereich von 60 g/m
2 bis 90 g/m
2, besonders bevorzugt bei etwa 70 g/m
2. Bei mehrlagigen Basispapieren können die einzelnen Papierlagen aus gleichen oder
aus unterschiedlichen Papiersorten bestehen. Beispielsweise kann eine Papierlage ein
reines Baumwollpapier sein, während eine weitere Papierlage Kunststofffasern aufweisen
kann.
[0039] Die Folienbänder für die Kernschicht bestehen bevorzugt aus einem Kunststoffmaterial,
jedenfalls aus einem anderen Material als das Basispapier. Auch die Folienbänder können
einlagig ausgebildet sein oder aus zwei oder mehr gleichen oder verschiedenen Lagen
bestehen. Wenn mehrere Folienbänder einkaschiert werden, können diese aus demselben
oder aus verschiedenen Materialien bestehen. Bevorzugte Materialien für die Folienbänder
sind Polyester, wie Polyethylenterephthalat (PET), und Polyolefine, z. B. Polypropylen,
aber auch andere Kunststoffmaterialien sind verwendbar, beispielsweise Folien aus
PMMA, Polyamid, Polycarbonat oder aus cycloolefinischen Kohlenwasserstoffen. Für dicke
Folienbänder werden bevorzugt weniger steife Materialien verwendet, beispielsweise
eher Polypropylen als ein Polyester.
[0040] Hinsichtlich der Breite eines Kernschicht-Folienbands gibt es prinzipiell keine besonderen
Einschränkungen. Das Folienband kann sich, je nach Laufrichtung, im Wesentlichen über
die gesamte Breite oder im Wesentlichen über die gesamte Länge einer Folienverbundbanknote
erstrecken, solange es noch von einem "Rand" aus Basispapier eingefasst wird. Typischerweise
aber wird ein Folienband weniger Fläche einnehmen als das Basispapier, das an das
Folienband angrenzt. Wenn die Kernschicht aus dem Basispapier und mehreren Kernschicht-Folienbändern
besteht, wird das einzelne Folienband noch schmäler sein, wobei sich die Folienbänder
hinsichtlich ihrer Breite und Dicke unterscheiden können. Typischerweise nehmen alle
Folienbänder gemeinsam maximal soviel Fläche ein, wie das Basispapier.
[0041] Mit Vorteil sind die Segmente, die aus mindestens einem ersten Kernschichtmaterial,
z.B. Papier, und mindestens einem davon verschiedenen zweiten Kernschichtmaterial,
z.B. transparentes oder zumindest transluzentes Kunststofffolienband, bestehen, an
den Rändern des Wertdokuments, insbesondere an den Kanten und/ oder Ecken des Wertdokuments,
angeordnet. Eine solche Anordnung gewährleistet einen zusätzlichen Schutz des Wertdokuments
vor einem Aufspalten der das Wertdokument aufbauenden Schichten. Ein solches Aufspalten
kann z.B. im Falle eines Banknotenumlaufs durch Abgriff erfolgen. Ein Aufspalten kann
aber auch bewusst in Fälschungsangriffen durch Einwirkung von organischen und/oder
wässrigen Lösungsmitteln, ggf. in Verbindung mit Hilfsstoffen, induziert werden. Besonders
bevorzugt wird in diesem Zusammenhang eine Anordnung, bei der das Wertdokument an
seinen Rändern durch jeweils ein Segment aus zweitem Kernschichtmaterial, z.B. transparentes
oder zumindest transluzentes Kunststofffolienband, versiegelt ist. Insbesondere wird
bevorzugt, dass das Wertdokument an zwei, weiter bevorzugt an allen Kanten durch jeweils
ein Segment aus zweitem Kernschichtmaterial, z.B. transparentes oder zumindest transluzentes
Kunststofffolienband, versiegelt ist.
[0042] Die Kernschicht weist zwei Oberflächen bzw. Hauptflächen auf, die sich jeweils aus
den Oberflächen von Basispapier und Kernschicht-Folienband (bzw. Kernschicht-Folienbändern)
zusammensetzen. Daraus ergibt sich unmittelbar, dass es sinnvoll ist, die Dicken von
Basispapier und Folienband bzw. Folienbändern aneinander anzupassen. Eine exakte Übereinstimmung
der Dicken ist nicht erforderlich. Vielmehr können die Kernschicht-Folienbänder auch
etwas dicker oder dünner als das Basispapier sein. Als ungefähren Richtwert kann man
angeben, dass ein Basispapier gewählt werden sollte, dessen Dicke der Dicke des Kernschicht-Folienbands
plus/minus 20% entspricht. Größere Abweichungen in der Dicke können zwar grundsätzlich
ausgeglichen werden, dies ist jedoch nicht bevorzugt.
[0043] Die Kernschicht-Folienbänder können, wie das Basispapier, einlagig oder mehrlagig
ausgebildet sein. Es kann sich beispielsweise um Verbundfolien aus verschiedenen Materialien
handeln, die unter anderem auch Sicherheitsmerkmale enthalten können. Bevorzugt ist
das Grundmaterial eines derartigen Folienbands transparent, da transparente Bereiche
einen guten Schutz gegen Fälschung durch moderne Farbkopierer darstellen. Wenn das
Folienband Sicherheitsmerkmale enthält, handelt es sich dabei bevorzugt ebenfalls
um nicht kopierbare Merkmale, beispielsweise Merkmale mit Farbkippeffekten, aber dies
ist nicht zwingend erforderlich. Interessante Effekte lassen sich beispielsweise auch
erzielen, wenn man ein breites, transparentes Folienband verwendet und dieses Folienband
oder eine oder beide Deckschichten geeignet bedruckt. Beispielsweise kann man das
Folienband oder die Folienverbundbanknoten-Deckschichten über dem Folienband vollflächig
bedrucken, wobei man jedoch mehrere kleinere Flächen ausspart. In den ausgesparten
Bereichen ist die Folienverbundbanknote dann transparent, und es werden mehrere durchgehende
und mit einer transparenten Folie verschlossene Fenster vorgetäuscht. Eine andere
Möglichkeit besteht beispielsweise darin, einen Aufdruck aufzubringen, der einen schräg
über das Folienband verlaufenden Streifen frei lässt, der dann transparent bleibt
und den Eindruck erweckt, als hätte die Folienverbundbanknote einen schräg verlaufenden
transparenten Einsatz.
[0044] Unter transparent ist eine Lichtdurchlässigkeit von mindestens 90 % des auftreffenden
Lichtes zu verstehen, unter transluzent eine Lichtdurchlässigkeit von unter 90 %,
vorzugsweise zwischen 80 % und 20 %. Eine im Wesentlichen opake Schicht hat im Sinne
dieser Erfindung eine Lichtdurchlässigkeit von weniger als 20 %.
[0045] Der Aufbau der Folienverbundbanknote bzw. allgemein des Wertdokuments kann auch invers
vorliegen. Das bedeutet, dass anstelle des "Basispapiers" eine "Basisfolie" aus einem
Kunststoffmaterial verwendet wird, wobei zwischen die Deckschicht-Kunststofffolie
und die Kernschicht-Kunststofffolie Papierstreifen einkaschiert werden. Diese Papierstreifen
können, wie bei der oben genannten Ausführungsform, einlagig oder mehrlagig sein und
gegebenenfalls Sicherheitsmerkmale aufweisen, beispielsweise Wasserzeichen, Melierfasern,
Fluoreszenzpigmente oder dergleichen.
[0046] Als Material für die Deckschichten kommt in erster Linie Papier oder Kunststoff infrage.
Bevorzugt bestehen die beiden Deckschichten aus Kunststofffolien, wobei die Folien
gleich oder verschieden sein können. Besonders bevorzugt sind Folien aus Polyester,
wie Polyethylenterephthalat (PET), und Folien aus orientiertem Polypropylen (OPP).
Es sind jedoch auch beliebige andere Kunststofffolien verwendbar. Geeignet sind beispielsweise
allgemein Polypropylen, Polyethylen, Polyamid, Polycarbonat und cycloolefinische Copolymere.
Je nach Anwendung können die Folien teilweise oder im Wesentlichen vollständig mattiert
oder glänzend ausgeführt sein.
Die Deckschichtfolien sind bevorzugt transparent, damit transparente Kernschicht-Folienbänder
sichtbar bleiben und Sicherheitsmerkmale unter den Deckschichtfolien erkennbar sind.
Die Deckschichtfolien können farblos oder auch gefärbt sein, wobei sich durch geeignete
Farbkombinationen interessante Effekte erzeugen lassen. Beispielsweise können Wasserzeichen
im Basispapier durch farbige Deckschichtfolien farbig erscheinen.
[0047] Bevorzugte Deckschichtfolien-Dicken liegen im Bereich von 1 µm bis 20 µm, besonders
bevorzugt von 6 µm bis 15 µm. Im Allgemeinen können die typischen Eigenschaften des
Basispapiers, wie Knitterfähigkeit und Faltbarkeit, umso besser zur Geltung kommen,
je dünner die Deckschichtfolien sind. Typischerweise, aber nicht zwingend, haben beide
Deckschichtfolien die gleiche Dicke.
[0048] Die Deckschichtfolien dienen u. a. der Verbesserung der mechanischen Festigkeit der
Folienverbundbanknote oder des sonstigen Wertdokuments. Um diese weiter zu steigern,
insbesondere auch um die Einreißfestigkeit zu verbessern, können die verwendeten Deckschichtfolien
eine unterschiedliche Reckung aufweisen. Es versteht sich, dass sie auch mit weiteren
Schichten ausgerüstet sein können, insbesondere mit einer ein- oder mehrschichtigen
Farbannahmeschicht. Farbannahmeschichten können vollflächig oder bereichsweise vorgesehen
werden und verbessern die Haftung der auf die Folien gegebenenfalls aufzubringenden
Druckschichten ganz erheblich.
[0049] Als Kaschierklebstoff wird vorzugsweise ein lösemittelfreier oder lösemittelhaltiger
Kaschierklebstoff verwendet. Denkbar ist auch ein wasserlöslicher (Dispersion) oder
ein thermisch aktivierbarer Kaschierklebstoff. Geeignete Klebstoffe sind beispielsweise
Polyvinylacetate, Polyvinylchloridderivate, Acrylate, Polyurethane, Polyester, Copolymere
dieser Gruppen, oder auch UV-Klebstoffe. Die eingesetzten Mengen an Kaschierklebstoff
können in breiten Bereichen variieren, wobei Mengen von etwas 3 g/m
2 bis 9 g/m
2 bevorzugt, und 4 g/m
2 bis 6 g/m
2 ganz besonders bevorzugt sind. Der Klebstoff kann jedoch auch in sehr viel größeren
Mengen verarbeitet werden, ohne die Eigenschaften des Verbundes zu schädigen. Es wird
ein fester, untrennbarer Verbund zwischen der Kernschicht, d. h. dem Basispapier,
und dem Folienband bzw. den Folienbändern einerseits und der jeweiligen Deckschichtfolie
andererseits erzielt. Zur Verklebung mit den beiden Deckschichtfolien können gleiche
oder verschiedene Klebstoffe verwendet werden. Verschiedene Klebstoffe können insbesondere
dann sinnvoll sein, wenn das Basispapier aus unterschiedlichen Papierlagen besteht
und/ oder mit unterschiedlichen Deckschichtfolien verbunden werden soll.
[0050] Zur Verbesserung der Haftung können die Deckschichtfolien in bekannter Weise vorbehandelt
werden, beispielsweise durch Ätzen, Primern, Coronabehandlung.
[0051] Ebenso wie die Deckschichtfolien sind auch die Kaschierklebstoffe bevorzugt transparent
oder zumindest transluzent, so dass Sicherheitsmerkmale unter den Deckschichtfolien
und der Klebstoffschicht sichtbar bleiben und durch die Kernschicht-Folienbänder erzeugte
transparente oder transluzente Bereiche erhalten bleiben.
[0052] Transparente bzw. transluzente Bestandteile der Folienverbundbanknote bzw. des sonstigen
Wertdokuments, wie Kaschierklebstoff, Deckschichtfolien und Kernschicht-Folienbänder,
sind nicht notwendigerweise farblos, sondern können auch gefärbt sein.
[0053] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden durch die
Folienbänder in der Kernschicht nicht nur transparente Bereiche geschaffen, sondern
diese Bereiche zusätzlich für Sicherheitselemente genutzt. Wie bereits erwähnt, schaffen
transparente oder transluzente Bereiche in Wertdokumenten einen guten Fälschungsschutz
gegen das zunehmend beliebter werdende Fälschen mithilfe hochwertiger Farbkopierer,
da auch mit dem besten Farbkopierer keine transparenten Bereiche erzeugt werden können.
Ebenfalls nicht kopierbar sind optisch variable Sicherheitselemente, die aufgrund
von Lichtbeugung oder Lichtinterferenz ein vom Betrachtungswinkel abhängiges Farbspiel
zeigen. Sicherheitselemente dieser Art sind beispielsweise Hologramme, Kinegramme
oder andere Beugungsstrukturen, Mattstrukturen, folienartige Flüssigkristall- oder
Interferenzschichtaufbauten, aber auch Elemente mit Druckfarben, die Interferenzschichtpigmente
oder Flüssigkristallpigmente oder andere Effektpigmente, wie glänzende Metalleffektpigmente,
enthalten. Durch räumliche Variation des Brechungsindex innerhalb einer Polymerschicht
können Polymerhologramme bzw. Volumenhologramme erhalten werden. Weitere Sicherheitsmerkmale
dieser Art sind mikrooptische System wie z. B. Moire-Magnifier.
[0054] Sicherheitselemente mit Sicherheitsmerkmalen, wie Volumenhologrammen und mikrooptischen
Systemen, weisen prinzipbedingt eine erhebliche Dicke auf, da zur Erzielung des optischen
Effekts jeweils bestimmte Mindestschichtdicken erforderlich sind. Übliche Dicken liegen
bei über 30 µm, typischerweise bei über 45 µm, und teilweise sind auch erhebliche
Schichtdicken erforderlich, beispielsweise bis zu 100 µm. Werden Banknoten nach Verfahren
des Stands der Technik mit derartigen Sicherheitselementen ausgestattet, weisen sie
Dickenunterschiede auf, die dazu führen, dass die Banknoten keine gute Planlage aufweisen,
sondern eine gewisse Neigung zum Einrollen zeigen, schwer gestapelt und gerollt werden
können, d. h. deformierte Stapel und Rollen bilden, und auch beim automatischen Sortieren
Probleme bereiten. Derartige Schwierigkeiten treten nicht auf, wenn die betreffenden
Sicherheitselemente nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in eine Banknote oder ein
sonstiges Wertdokument eingebracht werden. Die vorliegende Erfindung ist daher ganz
besonders dazu geeignet, Banknoten und sonstige Wertdokumente mit dicken Sicherheitselementen
auszustatten, wobei unter einem "dicken" Sicherheitselement ein Sicherheitselement
mit einer Dicke oder Höhe von mindestens 30 µm, insbesondere von mindestens 45 µm,
und bevorzugt von mindestens 70 µm, zu verstehen ist. Besonders gut geeignet ist die
vorliegende Erfindung auch zur Einbringung von Sicherheitselementen mit flächenmäßig
großer Ausdehnung, da bei dem erfindungsgemäßen Verfahren Bandmaterialien in die Kernschicht
des Wertdokuments eingebracht werden, die sich zum einen über die gesamte Länge oder
Breite des Wertdokuments erstrecken, und die zum anderen auch hinsichtlich ihrer Breite
keinen speziellen Einschränkungen unterliegen.
[0055] Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet der vorliegenden Erfindung sind daher Folienverbundbanknoten
mit transparenten oder transluzenten Bereichen, wobei die transparenten oder transluzenten
Bereiche gleichzeitig für Sicherheitselemente genutzt werden, die zur Erzielung eines
optischen Effekts prinzipbedingt erhebliche Schichtdicken erfordern, wie Volumenhologramme
und mikrooptische Systeme. Ganz besonders vorteilhaft sind Kernschicht-Folienbänder,
die Sicherheitselemente aufweisen, bei denen sich unterschiedliche optische Effekte
beobachten lassen, je nach dem, ob das Sicherheitselement von der Vorderseite oder
der Rückseite der Banknote her betrachtet wird. Derartige Sicherheitselemente stehen
in Form bestimmter mikrooptischer Systeme zur Verfügung.
[0056] Ein für die vorliegende Erfindung besonders geeignetes mikrooptisches Sicherheitsmerkmal
sind sogenannte Moiré-Vergrößerungsanordnungen. Eine derartige Moiré-Vergrößerungsanordnung
ist in der Druckschrift
WO 2006/087138 A1 bzw. in der
DE 10 2005 028 162 A1 offenbart. Die prinzipielle Funktionsweise von Moire-Vergrößerungsanordnungen ist
in dem Artikel "
The Moiré-Magnifier", M. C. Hutley, R. Hunt, R. F. Stevens and T. Savander Pure Appl.
Opt. 3 (1994), S. 133-142, beschrieben. Kurz gesagt, Moiré-Vergrößerung bezeichnet ein Phänomen, das bei der
Betrachtung eines Rasters aus identischen Bildobjekten durch ein Linsenraster mit
annähernd demselben Rastermaß auftritt. Wie bei jedem Paar ähnlicher Raster ergibt
sich dabei ein Moiré-Muster, wobei in diesem Fall jeder der Moiré-Streifen in Gestalt
eines vergrößerten und gedrehten Bildes der wiederholten Elemente des Bildrasters
erscheint.
[0057] Hinsichtlich der verschiedenen Ausführungsformen der Sicherheitselemente, die für
Kernschichtfolien der vorliegenden Erfindung geeignet sind, insbesondere hinsichtlich
der Rasteranordnung der fokussierenden Elemente (Mikrolinsen) und der mikroskopischen
Strukturen (Motivelemente), hinsichtlich der geometrischen Gestalt der Mikrolinsen
und der mikroskopischen Strukturen, hinsichtlich des Aufbaus des Sicherheitselements,
d. h. der verwendeten Schichten und Schichtfolgen, und hinsichtlich der erzielten
Effekte, wie der Farbeffekte und Bewegungseffekte, wird ausdrücklich auf die
WO 2006/087138 A1 Bezug genommen, deren Offenbarungsgehalt diesbezüglich zum Offenbarungsgehalt der
vorliegenden Anmeldung gemacht wird. Das Sicherheitselement gemäß der in Bezug genommenen
Druckschrift weist ein erstes mikrooptisches Echtheitsmerkmal und ein zweites Echtheitsmerkmal,
das maschinell und/oder visuell prüfbar ist, auf. Gemäß der vorliegenden Erfindung
können natürlich auch Sicherheitselemente ohne ein derartiges zweites Echtheitsmerkmal
verwendet werden, d. h. Sicherheitselemente mit nur einem mikrooptischen Echtheitsmerkmal
oder mehreren mikrooptischen Echtheitsmerkmalen, gegebenenfalls in Kombination mit
einem weiteren, von dem zweiten Echtheitsmerkmal gemäß der in Bezug genommenen Druckschrift
verschiedenen Echtheitsmerkmal.
[0058] Die Herstellung der Sicherheitselemente, insbesondere der Mikrolinsen und der mikroskopischen
Strukturen, kann ebenfalls mittels der in der
WO 2006/087138 A1 offenbarten Techniken erfolgen. Alternativ können die Mikrolinsen und die mikroskopischen
Strukturen auch nach dem in der Patentanmeldung
WO 2008/000350 A1 offenbarten Verfahren hergestellt werden. Der Offenbarungsgehalt dieser Anmeldungen
wird diesbezüglich zum Offenbarungsgehalt der vorliegenden Anmeldung gemacht. Für
eine ausführliche Darstellung der Funktionsweise und vorteilhafter Anordnungen der
Mikromotivelemente und der Mikrolinsen wird auch auf die Patentanmeldung
WO 2007/076952 A2 verwiesen, deren Offenbarungsgehalt insoweit ebenfalls zum Offenbarungsgehalt der
vorliegenden Anmeldung gemacht wird.
[0059] Weitere für die vorliegende Erfindung besonders geeignete mikrooptische Sicherheitsmerkmale
sind in der deutschen Patentanmeldung mit der Anmeldenummer
DE 10 2009 022612.5 beschrieben, deren Offenbarungsgehalt hinsichtlich der offenbarten Sicherheitselemente,
Sicherheitssysteme, Verfahren zur Herstellung der Sicherheitselemente und Sicherheitssysteme,
und der damit erzielbaren Effekte, ebenfalls zum Offenbarungsgehalt der vorliegenden
Anmeldung gemacht wird. Die deutsche Patentanmeldung mit der Anmeldenummer
DE 10 2009 022612.5 offenbart Sicherheitselemente für Sicherheitspapiere, Wertdokumente oder dergleichen,
mit einem eine Oberseite und eine Unterseite aufweisenden Träger, der mehrere flächig
in einem ersten Muster angeordnete, reflektive erste Mikroabbildungselemente sowie
flächig in einem zweiten Muster angeordnete zweite Mikroabbildungselemente umfasst,
einem ersten Mikrostrukturobjekt, das mehrere erste Mikrostrukturen enthält, die in
einem so in das erste Muster angepassten ersten Mikrostrukturmuster angeordnet sind,
dass das erste Mikrostrukturobjekt mittels der ersten Mikroabbildungselemente vor
die Oberseite vergrößert abgebildet wird, und einem zweiten Mikrostrukturobjekt, das
mehrere zweite Mikrostrukturen enthält, die in einem so an das zweite Muster angepassten
zweiten Mikrostrukturmuster angeordnet sind, dass das zweite Mikrostrukturobjekt mittels
der zweiten Mikroabbildungselemente vor die Unterseite vergrößert abgebildet wird.
[0060] Die ersten und zweiten Mikroabbildungselemente können relativ zu den Mikrostrukturobjekten
auf derselben oder auf verschiedenen Seiten liegen. Außerdem können sowohl die ersten
und zweiten Mikroabbildungselemente als auch die ersten und zweiten Mikrostrukturen
in derselben oder in verschiedenen Ebenen liegen. Die Mikroabbildungselemente sind
typischerweise reflektive oder fokussierende Abbildungselemente, wie Mikrohohlspiegel
und Mikrolinsen.
[0061] Die Sicherheitselemente können hergestellt werden, indem ein eine Oberseite und eine
Unterseite aufweisender Träger, der mehrere flächig in einem ersten Muster angeordnete,
reflektive erste Mikroabbildungselemente sowie flächig in einem zweiten Muster angeordnete
zweite Mikroabbildungselemente umfasst, hergestellt wird, ein erstes Mikrostrukturobjekt
mit mehreren ersten Mikrostrukturen so erzeugt wird, dass sie in einem so an das erste
Muster angepassten ersten Mikrostrukturmuster angeordnet sind, dass das erste Mikrostrukturobjekt
mittels der ersten Mikroabbildungselemente vor die Oberseite vergrößert abgebildet
wird, und ein zweites Mikrostrukturobjekt mit mehreren zweiten Mikrostrukturen so
erzeugt wird, dass sie in einem so an das zweite Muster angepassten zweiten Mikrostrukturmuster
angeordnet sind, dass das zweite Mikrostrukturobjekt mittels der zweiten Mikroabbildungselemente
vor die Unterseite vergrößert abgebildet wird.
[0062] Zur Erzeugung der Mikroabbildungselemente sowie auch der Mikrostrukturen können bekannte
Mikrostrukturierungsverfahren verwendet werden, wie beispielsweise Prägeverfahren.
So können beispielsweise mit aus der Halbleiterfertigung bekannten Verfahren (Fotolithographie,
Elektronenstrahllithographie, Laserlithographie, etc.) geeignete Strukturen in Resistmaterialien
belichtet, eventuell veredelt, abgeformt und zur Fertigung von Prägewerkzeugen verwendet
werden. Besonders geeignet zur Herstellung großer Flächen sind die bekannten Verfahren
zur Prägung in thermoplastische Folien oder in mit strahlungshärtenden Lacken beschichtete
Folien.
[0063] Sicherheitselemente mit Sicherheitsmerkmalen, wie sie in
DE 10 2009 022612.5 beschrieben sind, sowie ihre Verwendung als Kernschichtfolie in einer erfindungsgemäßen
Folienverbundbanknote werden beispielhaft im Zusammenhang mit den Figuren 7, 8 und
5c beschrieben.
[0064] Wie vorstehend dargelegt wurde, ist es besonders bevorzugt, dass sowohl für die Kernschichtfolie
als auch für die Deckschichtfolien und die Kaschierklebstoffe transparente oder zumindest
transluzente Materialien gewählt werden, damit in der Folienverbundbanknote nicht
kopierbare transparente oder transluzente Bereiche erzeugt werden und Sicherheitsmerkmale
unter den Deckschichtfolien erkennbar bleiben. Ferner ist es bevorzugt, die Kernschichtfolie
zusätzlich mit nicht kopierbaren Sicherheitsmerkmalen auszustatten. Die vorliegende
Erfindung weist jedoch nicht nur dann Vorteile auf, wenn transparente Materialien
verwendet werden. Vielmehr ist die vorliegende Erfindung generell für mehrschichtige
Wertdokumente mit einer Kernschicht bzw. Innenschicht, die mit einem zusätzlichen
Element, wie beispielsweise einem Sicherheitselement, ausgestattet werden soll, anwendbar.
Insbesondere ist die vorliegende Erfindung dann sehr vorteilhaft anwendbar, wenn es
sich bei dem betreffenden Sicherheitselement um ein Element handelt, dessen Dicke
mit der Dicke der Kernschicht vergleichbar ist. Derartige Sicherheitselemente sind
beispielsweise vielschichtige Sicherheitselemente, die mehrere Sicherheitsmerkmale,
wie visuell und maschinell detektierbare Sicherheitsmerkmale, in einem Sicherheitselement
vereinigen. Ein Beispiel sind sogenannte LEAD (Longlasting Economical Anticopy Device)-Sicherheitselemente
mit einem Schichtaufbau, der beispielsweise eine UV-Prägelackschicht (holographisches
Sicherheitsmerkmal), Schichten mit farbstoffhaltigen und pigmentierten Druckfarben,
gegebenenfalls Prägefolien sowie eine PVD (physical vapor deposition)-Schicht (z.
B. aus Al, Cr, Cu, Metallicfarben), die UV-Strahlung reflektiert, aufweist.
[0065] Wenn ein Sicherheitselement mit einer Dicke, die wesentlich geringer ist als die
Dicke der Kernschicht des Wertdokuments, d. h. des Basispapiers, nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren in das Wertdokument eingebracht werden soll, ist es vorteilhaft, die Gesamtdicke
des einzubringenden Sicherheitselements an die Dicke des Basispapiers anzupassen.
Dazu wird vorab auf das Sicherheitselement eine Folie in der passenden Dicke aufkaschiert,
so dass die Gesamtdicke von Sicherheitselement und aufkaschierter Folie in etwa der
Dicke des Basispapiers entspricht.
[0066] Da sowohl das Basispapier als auch eine oder beide Deckschichtfolien, als auch eine
oder beide Klebstoffschichten mit Sicherheitsmerkmalen ausgestattet werden können,
besteht die Möglichkeit, die in Papier und/oder Deckschichtfolie und/oder Klebstoff
vorliegenden Sicherheitsmerkmale so zu kombinieren, dass sie sich zu einer Gesamtinformation
ergänzen oder registerhaltig zueinander eingebracht sind. Bei Sicherheitsmerkmalen,
bei denen das wahrnehmbare oder detektierbare Merkmal aus mehreren Komponenten aufgebaut
ist, besteht auch die Möglichkeit, einen Teil der Komponenten in der Kernschichtfolie
und einen Teil der Komponenten in anderen Schichten des Wertdokuments, beispielsweise
der Deckschichtfolie, vorzusehen. Beispielsweise könnten bei einem Sicherheitselement,
wie es in
DE 10 2009 022612.5 offenbart ist, die abzubildenden Mikrostrukturobjekte in der Kernschichtfolie und
die Mikroabbildungselemente in der Deckschichtfolie vorgesehen werden.
[0067] Es ist grundsätzlich möglich, die zweite Deckschichtfolie nicht durch Kaschieren
aufzubringen, sondern ein Heißsiegelverfahren anzuwenden oder die Folie direkt auf
die Kernschicht zu extrudieren. Kaschieren ist jedoch das bevorzugte Verfahren. Hierbei
können einerseits durch den Kaschierklebstoff Unebenheiten der Oberfläche der Kernschicht
ausgeglichen werden, und andererseits handelt es sich dabei um ein schonendes Verfahren,
bei dem nur mäßig erhöhte Temperaturen und Drücke angewendet werden. Es findet keine
starke Temperaturbelastung und Druckbelastung der Sicherheitselemente und Deckschichtfolien
statt, so dass keine Beschädigungen zu befürchten sind.
[0068] Neben der Gestaltung der Kernschichtfolie als Sicherheitselement mit Sicherheitsmerkmalen
kann die Kernschichtfolie auch in ihrer geometrischen Form unterschiedlich gestaltet
sein. Beispielsweise kann es sich um ein Folienband mit glatten oder mit gewellten
Rändern handeln, oder es können in dem Folienband durchgehende Öffnungen vorgesehen
werden, beispielsweise Kreise, Ovale oder Schlitze. Im Bereich derartiger durchgehender
Öffnungen wird das über der Kernschichtfolie liegende Basispapier mit der darunterliegenden
Deckschichtfolie verklebt, und es können opake Bereiche innerhalb des transparenten
Kernschichtfolienbereichs erzeugt werden. Dies wird später im Zusammenhang mit Fig.
4 noch näher erläutert.
[0069] Es soll darauf hingewiesen werden, dass die Deckschichten nicht notwendigerweise
die Außenschichten des erfindungsgemäßen Wertdokuments darstellen müssen. Vielmehr
kann das Wertdokument an einer oder an beiden Seiten weitere Schichten aufweisen,
und natürlich auch bedruckt und/oder mit aufgeklebten oder in sonstiger Weise befestigten
Sicherheitselementen ausgestattet werden.
[0070] Gemäß einer - auch als selbständig erfinderisch angesehenen - Variante der vorliegenden
Erfindung können die Kernschichtfolien zum Schutz von Banknoten gegen das Eindringen
von Feuchtigkeit und Verschmutzungen an deren Rändern verwendet werden. Bedingt durch
das Herstellungsverfahren im Bogenformat mit Bogen mit einer Vielzahl von Banknoten,
von denen die Einzelbanknoten abgetrennt werden, weisen Banknoten an ihrem gesamten
Umfang Stirnseiten auf, an denen der Schichtaufbau der Banknote im Wesentlichen offen
liegt. Bei starker Beanspruchung, wie sie bei Banknoten üblich ist, kann z.B. das
Eindringen von Flüssigschmutz zu sichtbaren Rändern an den Banknotenkanten führen.
Außerdem führt das Eindringen von Schmutz zu einer Schwächung des Schichtverbunds,
und es kann stellenweise zum Trennen des Verbunds Folie/ Papier kommen. Lässt man
bei der Herstellung von Bogen oder Endlosmaterial von Folienverbundbanknoten beim
Kaschiervorgang von erster Deckschicht und Basispapier Folienbänder zwischen Deckschicht
und Basispapier so mit einlaufen, dass jeweils zwei benachbarte Banknoten ein gemeinsames
Folienband aufweisen, und schneidet dann zur Trennung der Banknoten voneinander in
der Mitte des Folienbands, so erhält man Banknoten, die jeweils an zwei Kanten durch
ein Folienband versiegelt und vor Spaltung besser geschützt sind als gewöhnliche Verbundbanknoten
mit innen liegendem Basispapier und mit darauf angeordneten Abdeckfolien/ Deckschichten.
Gewünschtenfalls kann das Folienband an den Rändern durch Aufdrucken einer Druckannahmeschicht,
und gegebenenfalls weitere Aufdrucke weitgehend unsichtbar gemacht werden.
[0071] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren noch weiter veranschaulicht.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Figuren lediglich schematische Darstellungen
sind und die dargestellten Proportionen nicht der Realität entsprechen. Die Erfindung
ist selbstverständlich nicht auf die gezeigten Ausführungsformen beschränkt. Die gezeigten
Ausführungsformen weisen für sich genommen, aber auch in Kombination der Merkmale
der verschiedenen Ausführungsformen, die erfindungsgemäßen Vorteile auf.
[0072] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Teilbereich einer erfindungsgemäßen Folienverbund- banknote in Aufsicht,
- Fig. 2a bis 2d
- jeweils einen Schnitt entlang der Linie A-A' durch die Folien- verbundbanknote von
Fig. 1, wobei verschiedene Stadien des Herstellungsverfahrens der Folienverbundbanknote
darge- stellt sind,
- Fig. 3
- einen Schnitt analog Fig. 2b durch eine modifizierte Ausfüh- rungsform der Erfindung,
- Fig. 4
- einen Teilbereich einer weiteren Ausführungsform einer er- findungsgemäßen Folienverbundbanknote
in Aufsicht,
- Fig. 5a, 5b, 5c
- jeweils einen Schnitt entlang der Linien B-B', C-C', bzw. D-D' durch die Folienverbundbanknote
von Fig. 4,
- Fig. 6, 7, 8
- jeweils Teilschnittansichten mikrooptischer Sicherheitsmerk- male als Beispiele für
Kernschichtsegment-Sicherheits- merkmale erfindungsgemäßer Folienverbundbanknoten,
und
- Fig. 9
- einen Schnitt durch eine Folienverbundbanknote, die an einer Kante mit einem Folienband
versiegelt ist.
[0073] Fig. 1 zeigt einen Teilbereich einer erfindungsgemäßen Folienverbundbanknote 1 in
Aufsicht. Die Folienverbundbanknote 1 besteht aus einer Kernschicht mit drei nebeneinander
angeordneten Segmenten, nämlich zwei Segmenten aus Papier mit einem Segment aus einer
Kunststofffolie dazwischen. Auf die Kernschicht sind zwei Kunststofffolien als Deckschichten
aufkaschiert. In der Darstellung in Aufsicht ist nur eine der Deckschicht-Kunststofffolien,
die erste Deckschicht 4, sichtbar. Die beiden Deckschichtfolien sowie die Kernschichtfolie
und der verwendete Kaschierklebstoff sind transparent, während das Basispapier opak
ist. Dadurch ergeben sich opake Kernschichtsegmente 8 und ein dazwischen angeordnetes
transparentes Kernschichtsegment 9. Bedingt durch das Herstellungsverfahren ist das
transparente Kernschichtsegment bandförmig. Wenn kein transparentes Segment gewünscht
ist, das sich über die gesamte Länge oder die gesamte Breite der Folienverbundbanknote
erstreckt, können Teilbereiche des transparenten Segments durch geeignetes Bedrucken
der Deckschichten abgedeckt werden. Auch das eingebrachte Kernschicht-Folienband selbst
kann bedruckt sein, entweder nur mit einer Opazität vortäuschenden Schicht oder mit
farbigen Strukturen, die sich gegebenenfalls über die Banknotenbreite bzw. Banknotenhöhe
wiederholen können, oder auch mit bildlichen Motiven, wie Portraits. Natürlich können
auf dem Kernschicht-Folienband auch Metallisierungen oder sonstige Sicherheitsmerkmale
vorhanden sein. Aus Gründen der Einfachheit der Darstellung wurde in den Figuren 1
bis 3 ein transparentes Folienband ohne irgendwelche Sicherheitsmerkmale gewählt.
[0074] Die Figuren 2a bis 2d zeigen unterschiedliche Stadien des Herstellungsverfahrens
einer erfindungsgemäßen Folienverbundbanknote, dargestellt an Schnitten durch den
in Fig. 1 gezeigten Teilbereich der Folienverbundbanknote 1 entlang der Linie A-A'.
[0075] Bei dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren einer Folienverbundbanknote 1 wird
auf eine transparente Kunststofffolie ein transparenter Kaschierklebstoff aufgetragen.
In den Figuren 2 bis 5 sind dieses erste Deckschichtmaterial bzw. diese erste Deckschicht
und die erste Klebstoffschicht mit den Bezugsziffern 4 und 6 bezeichnet. Auf die Klebstoffschicht
6 wird die Kernschicht 3 aufkaschiert. Die Kernschicht 3 besteht aus einem ersten
Kernschichtmaterial 2 und mindestens einem davon verschiedenen zweiten Kernschichtmaterial
20, wobei in dem dargestellten Ausführungsbeispiel das erste Kernsichtmaterial 2 ein
einlagiges Papier (Basispapier) und das zweite Kernschichtmaterial 20 ein transparenter
Kunststofffolienstreifen ist. Das Basispapier 2 hat eine erste Oberfläche 12 und eine
zweite Oberfläche 13, und das Kunststofffolienband 20 hat eine erste Oberfläche 22,
eine zweite Oberfläche 23 und zwei Seitenflächen 21. Die Dicke des transparenten Folienbands
20 ist etwas geringer als die Dicke des Basispapiers 2.
[0076] Das Aufkaschieren des Basispapiers 2 auf die Deckschichtfolie 4 erfolgt wie in einem
konventionellen Kaschierverfahren, jedoch wird zusätzlich zwischen Basispapier 2 und
Deckschichtfolie 4 das Folienband 20 in den Kaschierspalt einlaufen lassen. Das Einlaufen
muss zumindest in Querrichtung, d. h. senkrecht zur Einlaufrichtung, registriert erfolgen,
damit das Folienband 20, und damit der spätere transparente Bereich der Banknote,
bei allen Banknoten an derselben Position vorliegt. Ein registriertes Einlaufen in
Längsrichtung, d. h. in Einlaufrichtung, ist bei einem transparenten Folienband ohne
irgendwelche Motive nicht erforderlich. Wenn auf dem Folienband 20 irgendwelche Strukturen
oder Darstellungen vorhanden sind, die auf der späteren Banknote visuell oder maschinell
an einer bestimmten Stelle detektiert werden sollen, ist auch eine Passerung in Längsrichtung
erforderlich, d. h. das Folienband muss auch in Längsrichtung registriert einlaufen.
Als Orientierung für ein registriertes Einlaufen können beispielsweise Sicherheitsmerkmale
der Banknote, wie Wasserzeichen im Basispapier oder entsprechende Marken, dienen.
Bei Banknoten sind bevorzugt einzuhaltende Toleranzen senkrecht zur Einlaufrichtung
etwa 1 mm, und bei Strukturen, die eine Passerung in Längsrichtung erfordern, etwa
2 mm in Einlaufrichtung.
[0077] Wie aus Fig. 2a ersichtlich, wird bei dem ersten Kaschiervorgang ein Verbund gebildet,
bei dem die erste Deckschichtfolie 4 mittels der Klebstoffschicht 6 vollflächig und
unmittelbar mit der ersten Oberfläche 22 des Folienbands 20 und mit Teilbereichen
der ersten Oberfläche 12 des Basispapiers 2 verklebt wird. Kein Klebstoff befindet
sich an den Seitenflächen 21 und der zweiten Oberfläche 23 des Folienbands 20, so
dass hier keine Verklebung mit dem Basispapier 2 stattfindet. Die zweite Oberfläche
13 des Basispapiers 2 bildet keine ebene Fläche, sondern ist in den Bereichen, in
denen das Basispapier über dem Folienband 20 liegt, nach oben gewölbt. Die Wölbung
ist typischerweise weniger stark ausgeprägt als in Fig. 2a gezeigt, da durch die erhöhte
Dicke im Bereich des Folienbands 20 das Basispapier 2 bei der Kaschierung stärker
kalandriert wird. Das Folienband 20 zeichnet sich überraschend stark im Basispapier
2 ab. Erfindungsgemäß wird nun das Basispapier im Bereich der zweiten Oberfläche 23
des Folienbands 20 entfernt.
[0078] Die Entfernung des Basispapiers 2 im Bereich der zweiten Oberfläche 23 des Folienbands
20 ist in Fig. 2b gezeigt. Es wird so viel Basispapier entfernt, dass die zweite Oberfläche
23 des Folienbands 20 vollständig freigelegt wird, und dass außerdem die zweite Oberfläche
13 des Basispapiers 2 und die zweite Oberfläche 23 des Folienbands 20 gemeinsam eine
möglichst ebene Kernschicht-Oberfläche bilden. Eine derartige Abtrennung kann durchgeführt
werden, wie in Fig. 2b durch die Messer 11 angedeutet. Mithilfe der Messer 11 werden
die überstehenden Bereiche des Basispapiers 2 abgeschnitten und können dann, da zwischen
dem Basispapier und der zweiten Oberfläche 23 des Folienbands keine Haftung besteht,
leicht abgezogen werden. In der dargestellten Ausführungsform weist das Folienband
20 eine etwas geringere Dicke auf als das Basispapier 2. In diesem Fall ist es am
günstigsten, eine leicht schräge Stellung der Messer 11 zu wählen, d. h. die Messer
11 und die Oberflächen der ersten Deckschichtfolie 4 bilden eine spitzen Winkel. Je
nach Höhendifferenz zwischen den Oberflächen 13 und 23 sind Winkel zwischen 0° und
40° bevorzugt, zwischen 5° und 20° besonders bevorzugt. Die Schnitthöhe der Messer
wird so eingestellt, dass die Seitenflächen 21 des Folienbands 20 an einer Stelle,
die etwa 10 % bis 30 % der Gesamthöhe der Seitenflächen 21 unterhalb der Oberfläche
23 liegt, angeschnitten werden. Diese Schnitthöhe gewährt eine gewisse Toleranz hinsichtlich
der erforderlichen Einstellgenauigkeit der Messer 11. Wenn die Einstellhöhe etwas
zu hoch ist, wird trotzdem noch die Seitenfläche 21 angeschnitten, nicht die Oberfläche
23 des Folienbands 20. Ein Anschneiden der Oberfläche 23 wäre zum einen sichtbar und
würde zum anderen dazu führen, dass an der Oberfläche 23 noch Restbereiche des Basispapiers
2 zurückbleiben. Bei einer etwas zu niedrigen Einstellhöhe der Messer 11 wird ebenfalls
immer noch die Seitenfläche 21 angeschnitten, d. h. es bleibt auf jeden Fall eine
Schicht aus Basispapier 2 auf der ersten Deckschichtfolie 4.
[0079] Alternativ können die Messer 11 auch völlig horizontal geführt werden, d. h. parallel
zur zweiten Oberfläche 23 des Folienbands 20, wobei die Schnitthöhe wie oben wiederum
so gewählt wird, dass die Seitenflächen 21 des Folienbands 20 knapp unterhalb der
Oberfläche 23 angeschnitten werden. Dieser horizontale Schnitt hat den Vorteil, dass
sich eine nahezu ebene Kernschicht-Oberfläche ergibt, aber auch den Nachteil, dass
sehr viel Papier geschnitten werden muss, jedenfalls dann, wenn die Dicke des Basispapiers
2 größer ist als die Dicke des Folienbands 20. Wenn das Folienband 20 etwas dicker
ist als das Basispapier 2, ist die horizontale Schnittführung der Messer 11 jedoch
die Methode der Wahl. Die Messer 11 werden dann horizontal dicht über der Oberfläche
des Basispapiers 2 geführt, dringen in den im Bereich des Folienbands 20 überstehenden
Bereich des Basispapiers ein und durchtrennen das Basispapier, und treffen schließlich
auf die Seitenflächen 21 des Folienbands 20 auf.
[0080] In jedem Fall, sowohl bei horizontaler als auch bei leicht schräger Messerstellung,
werden die Seitenflächen 21 des Folienbands 20 leicht angeschnitten. Diese Einschnitte
sind mit den Bezugsziffern 24 bezeichnet. Normalerweise sind derartige Einschnitte
bei der fertigen Banknote nicht sichtbar und daher auch nicht störend. Falls gewünscht,
kann die Bedruckung der Außenschichten der Banknote geringfügig in den transparenten
Bereich des Folienbands 20 hineingezogen werden, so dass die leichten Einschnitte
24 durch Farbschichten überdeckt werden.
[0081] Ungeeignete Messereinstellungen sind in Fig. 2b mit den Bezugsziffern 17 und 18 bezeichnet.
Das Messer 17 bildet mit der Ebene der ersten Deckschicht 4 einen wesentlich weniger
spitzen Winkel als das Messer 11, was dazu führt, dass bei den dargestellten Dickenverhältnissen
von Basispapier 2 und Folienband 20 am Übergang zwischen der zweiten Oberfläche 13
des Basispapiers und der zweiten Oberfläche 23 des Folienbands 20 eine ausgeprägte
Stufe ausgebildet wird. Vor allem aber ist das Messer 17 so eingestellt, dass es beim
Schneiden auf die zweite Oberfläche 23 des Folienbands 20 auftrifft. Das bedeutet
zum einen, dass die Oberfläche 23 in sichtbarer Weise beschädigt werden kann, und
zum anderen, dass die Oberfläche 23 nicht vollständig freigelegt wird. Nach dem Abziehen
des abgeschnittenen Bereichs des Basispapiers bleibt im Randbereich der zweiten Oberfläche
23 noch Papier zurück. Bei der vertikalen Messerstellung 18, wie sie in Fig. 2b gezeigt
ist, wird das Basispapier 2 nicht vollständig durchtrennt, so dass sich beim Abziehen
Probleme ergeben und das Papier in dem an das Folienband 20 angrenzenden Bereich abgerissen
werden muss. Es kann auch, je nach Richtung der Abweichung von der idealen Schnittlinie,
ein Effekt wie bei der Messerstellung 17 auftreten, d. h. es kann noch Basispapier
im Randbereich der Oberfläche 23 zurückbleiben. Bei der erfindungsgemäßen stark spitzwinkeligen
Messerstellung 11 mit Anschneiden der Seitenflächen 21 knapp unter der Oberfläche
23 des Folienbands 20 sind Abweichungen von der idealen Einstellung unschädlich, und
es ist in Anbetracht der erzielbaren Einstellgenauigkeit empfehlenswert, ein Auftreffen
der Messer auf die Seitenflächen 21 im Bereich etwa 10 bis 30%, bevorzugt etwa 10
bis 20%, unterhalb der Ebene der Oberfläche 23 anzustreben.
[0082] Alternativ können die überstehenden Bereiche des Basispapiers auch durch Schleifen
oder Fräsen entfernt werden, jedenfalls wenn die Dicke des Folienbands 20 geringer
bis maximal so groß ist wie die Dicke des Basispapiers 2. Man erhält dabei eine völlig
ebene Kernschicht-Oberfläche, wobei jedoch die Oberfläche 23 des Folienbands 20 durch
das Schleifen oder Fräsen lokal beschädigt werden kann. Das Verfahren ist daher nicht
für alle Zwecke geeignet. Zumindest muss das Folienband 20, wenn es Sicherheitsmerkmale
enthält, in einer solchen Orientierung in den Verbund eingebracht werden, dass beim
Schleifen oder Fräsen keine Sicherheitsmerkmale zerstört werden. Beschädigungen in
einer Folienband-Oberfläche 23, die keine Sicherheitsmerkmale aufweist, können weitgehend
unsichtbar gemacht werden, indem zur Verklebung der Oberfläche mit der weiteren Deckschicht
der Folienverbundbanknote ein Klebstoff mit einem auf das beschädigte Folienband abgestimmten
Brechungsindex gewählt wird.
[0083] Für die passende Einstellung der Messer gibt es mehrere Möglichkeiten, wobei in erster
Linie mechanische und optische Verfahren zur Bestimmung des zu entfernenden Bereichs
des Basispapiers infrage kommen. Da der Verbund aus Basispapier 2 und erster Deckschicht
4 im Bereich des zusätzlichen Folienbands 20 dicker ist als in den übrigen Bereichen,
ist das Folienband 20 deutlich tastbar. Dadurch kann durch eine mechanische Kopplung
eines Tasters mit den Messern 11 der Schnitt an der richtigen Stelle erfolgen. Die
Dicke des Folienbands 20 ist bekannt. Daher ist auch bekannt, in welcher Höhe die
Messer 11 auf die verdickte Stelle (auf die Seitenflächen 21) auftreffen sollten.
Die Neigung der Messer 11 wird bevorzugt so eingestellt, dass so horizontal wie möglich
geschnitten wird.
[0084] Die Verdickung kann bei geeigneter Beleuchtung auch optisch erfasst werden. Durch
die im Bereich der zusätzlichen Folienbahn 20 erhöhte Dicke wird in diesem Bereich
das Papier bei der Kaschierung stärker kalandriert, und die stärker kalandrierte Spur
kann optisch von der Umgebung unterschieden werden. Auch von der Rückseite, d. h.
von der Seite der Deckschichtfolie 4, her kann die zusätzliche Folienbahn detektiert
werden. Die optische Erfassung ist insbesondere dann einfach, wenn die Folienbahn
durch zusätzliche Merkmale nicht völlig transparent ist. Die optische Feststellung
der geeigneten Schnittstellung kann auch durch passende Wahl von aufeinander abgestimmten
Materialien von Kernschicht-Folienband und Deckschichtfolie ermöglicht werden. Beispielsweise
ist Polyesterfolie für UV-Strahlung im Wellenlängenbereich unterhalb von 300 nm nicht
transparent. Polyethylen und Polypropylen hingegen sind fast im gesamten UV-Bereich
transparent. Wird daher beispielsweise die Deckschichtfolie 4 aus Polyethylen hergestellt,
während das Kernschicht-Folienband 20 aus Polyester hergestellt wird, und dann mit
UV-Strahlung mit einer Wellenlänge von 250 nm bestrahlt, so kann der Bereich des Kernschicht-Folienbands
20 problemlos als nicht transparenter Bereich erkannt werden. Bei Materialien mit
ähnlichem Absorptionsverhalten kann eine "Anfärbung" mit geeigneten Absorbern helfen.
Beispielsweise kann das Kernschicht-Folienband 20 mit geringen Mengen eines IR-Absorbers
oder UV-Absorbers ausgestattet werden, so dass das Folienband 20 in einem nicht sichtbaren
Bereich detektiert werden, und somit die Anlagensteuerung vereinfacht werden kann.
[0085] Nach dem Schneiden des Basispapiers 2, beispielsweise mit Messern oder Lasern, wird
das Basispapier 2 über dem Folienband 20 und zu einem gewissen Teil über an das Folienband
20 angrenzenden Bereichen, abgezogen. Dieser Zustand ist in Fig. 2c gezeigt. Man erkennt,
dass die Kernschicht 3 aus 3 Segmenten besteht, dem transparenten Folienband 20 und
den beiden opaken Basispapier-Segmenten zu beiden Seiten des Folienband-Segments.
Die zu diesem Zeitpunkt exponierte Oberfläche der Kernschicht setzt sich aus der zweiten
Oberfläche 23 des Folienbands 20 und den zweiten Oberflächen 13 des Basispapiers 2
zusammen. Die zweite Oberfläche der Kernschicht 3 ist nicht völlig eben. Eine völlig
ebene Oberfläche könnte erhalten werden durch Schneiden mit horizontaler Messerstellung
oder durch Abschleifen oder Abfräsen des Basispapiers 2. Auf den Verbund aus erster
Deckschicht 4 und Kernschicht 3 wird nun die zweite Deckschicht 5 aufkaschiert. Dazu
wird entweder auf eine zweite Deckschichtfolie 5 oder auf die exponierte Oberfläche
der Kernschicht 3 ein Kaschierklebstoff 7 aufgetragen, und dann die zweite Deckschicht
5 und der Verbund aus erster Deckschicht 4 und Kernschicht 3 in einem Kaschierwerk
zusammengefügt. Dabei werden die Kernschicht 3 und die zweite Deckschichtfolie 5 mittels
der zweiten Klebstoffschicht 7 unmittelbar und vollflächig miteinander verklebt. Dieser
Zustand ist in Fig. 2d gezeigt.
[0086] Der in Fig. 2d im Schnitt gezeigte Teilbereich der erfindungsgemäßen Folienverbundbanknote
weist eine Kernschicht 3 mit einer ebenen ersten Oberfläche, die sich aus der ersten
Oberfläche 12 des Basispapiers und der ersten Oberfläche 22 des Folienbands 20 zusammensetzt,
und eine etwas unebene zweite Oberfläche, die sich aus der zweiten Oberfläche 13 des
Basispapiers und der zweiten Oberfläche 23 des Folienbands 20 zusammensetzt, auf.
Die Unebenheiten der zweiten Oberfläche können durch Auftragung geeignet angepasster
Mengen an Kaschierklebstoff ausgeglichen werden. Insbesondere kann es vorteilhaft
sein, wenn speziell in den Bereichen, in denen die zweite Oberfläche 13 des Basispapiers
und die zweite Oberfläche 23 des Folienbands aneinandertreffen, und in denen die Kernschicht-Oberfläche
meist eine Stufe aufweist, die Menge an Kaschierklebstoff erhöht wird, damit Unvollkommenheiten
im Stufenbereich kompensiert werden. Wenn das Folienband 20 etwas dicker ist als das
Basispapier 2 kann der Kaschierklebstoff auch diese Unebenheit ausgleichen. Alternativ
zum Aufkaschieren der zweiten Deckschicht 5 mittels einer zweiten Klebstoffschicht
7 kann die zweite Deckschicht 5 auch unmittelbar auf die zweite Oberfläche der Kernschicht
aufextrudiert werden. Dieses Verfahren empfiehlt sich aber nur bei unempfindlichen
Materialien und einer im Wesentlichen ebenen zweiten Oberfläche der Kernschicht 3.
Fig. 3 zeigt einen Schnitt analog der Darstellung der Figur 2b unter Berücksichtigung
einiger Besonderheiten. Im ersten Kaschierschritt, beim Kaschieren von erster Deckschicht
4 und späterer Kernschicht 3, ist der Kaschierdruck im Kantenbereich zwischen dem
Basispapier und dem Folienband recht gering, da das zusätzliche Folienband das Papier
"wegdrückt". Daher können sich im Bereich der Seitenflächen 21 des Folienbands 20
Bläschen oder sogar ein Luftspalt bilden. Ein derartiger Luftspalt ist in Fig. 3 mit
der Bezugsziffer 2' bezeichnet. Ein gewisser Luftspalt 2' zwischen Basispapier 2 und
Folienband 20 ist einerseits vorteilhaft, da er, zusammen mit der verdickungsbedingten
Winkelung des Verbunds zur Horizontale, das Schneiden mit Messern oder Lasern erleichtert.
Andererseits aber kann ein Luftspalt 2' zu Unvollkommenheiten im Bereich der Kante
21 führen, so dass es erforderlich werden kann, die entsprechenden Bereiche durch
geeignetes Überdrucken zu kaschieren. Derartige kleine Mängel, die insbesondere bei
sehr dicken Folienbändern auftreten können, können vermieden werden, indem man ein
Folienband mit leicht angeschrägten Kanten verwendet, wie durch die rechte Seitenfläche
21' des Folienbands 20' in Fig. 3 angedeutet.
[0087] Fig. 4 zeigt einen Teilbereich einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Folienverbundbanknote 10 in Aufsicht, und die Figuren 5a, 5b, 5c zeigen Schnittansichten
davon. Die Folienverbundbanknote 10 weist, wie die Folienverbundbanknote 1, eine Kernschicht
3 und zwei Deckschichten 4, 5 auf, wobei die Deckschichten transparent sind und mittels
transparenten Klebstoffen mit der Kernschicht 3 verklebt sind. Die Kernschicht weist
in diesem Fall zwei Kunststofffolienbänder 30', 50 sowie ein Basispapier 2 auf. Bedingt
durch das Basispapier 2 weist die Folienverbundbanknote 10 opake Bereiche 8 auf. Die
Folienbänder 30' und 50 sind aus einem transparenten Kunststoffmaterial hergestellt
und weisen Sicherheitsmerkmale bzw. Modifizierungen auf. Die von den Folienbändern
30', 50 gebildeten Segmente der Kernschicht bilden die teiltransparenten Bereiche
19 der in Fig. 4 gezeigten Folienverbundbanknote. Das Folienband 30' ist als Sicherheitselement
mit einem Sicherheitsmerkmalbereich 16 ausgebildet. Der Sicherheitsmerkmalbereich
16 lässt in Aufsicht auf die Deckschichtfolie 4 ein "EURO"-Zeichen erkennen. Ebenfalls
erkennbar ist ein Wellenlinien-Aufdruck 15, der sich sowohl über den Bereich 19 des
Folienbands 30' als auch über Teilbereiche der benachbarten Segmente 8 erstreckt.
[0088] Der von dem Folienband 50 gebildete Bereich 19 weist opake Teilbereiche 58 auf, während
der Rest des Bereichs 19 transparent ist. Ein derartiger transparenter Bereich mit
opaken Teilbereichen kann mittels eines transparenten Folienbands verwirklicht werden,
das Löcher in der Form der gewünschten opaken Bereiche aufweist. Ein derartiges Folienband
ist das Folienband 50. Lässt man bei dem im Zusammenhang mit Fig. 2a beschriebenen
ersten Kaschierschritt nicht ein Folienband, wie das dort beschriebene Folienband
20, in den Verbund einlaufen, sondern ein Folienband 50 mit Löchern, so wird das Basispapier
2 in den Löchern mit der Deckschicht 4 verklebt. Nach geeignet gepassertem Stanzen
oder nach Schneiden, wie in Fig. 2b beschrieben, kann das nicht verklebte Basispapier
2 über dem Folienband 50 wieder von der Oberfläche des Folienbands 50 abgezogen werden.
Man erhält dabei einen Verbund wie bei Fig. 2c beschrieben, wobei sich jedoch auch
innerhalb des Folienbands Segmente aus Papier befinden. Darauf wird dann die zweite
Deckschicht 5 aufkaschiert, wie bei Fig. 2d beschrieben.
[0089] Alternativ kann man die opaken Bereiche 58 auf der Folienbahn 50 auch vorab herstellen,
beispielsweise indem man eine dünne transparente Folie sowie eine Folie mit Löchern
in den gewünschten Abmessungen mittels einer Klebstoffschicht verklebt, dann die "löchrige"
Folie mit Papierfasern oder einem anderen Beflockungsstoff beflockt, überschüssige
Flocken absaugt oder abbläst, und dann Folienbahnen in den gewünschten Abmessungen
schneidet. Diese Folienbahnen können dann einkaschiert werden, wie für die Folienbahn
20 bei Fig. 2a beschrieben, wobei die Folienbahn so orientiert ist, dass die beflockte
Seite zum Basispapier 2 weist. In den vorab beflockten Bereichen haftet kein Basispapier,
weshalb sich eine Folienbahn mit vorab beflockten Löchern genauso weiter verarbeiten
lässt, wie im Zusammenhang mit der Folienbahn 20 beschrieben.
[0090] Fig. 5a zeigt einen Schnitt entlang der Linie B-B' durch die Folienverbundbanknote
10 von Fig. 4. Man erkennt, dass die Kernschicht aus drei unterschiedlichen Segmenten
zusammengesetzt ist, nämlich einem Segment, das von dem Folienband 30' gebildet wird,
einem Segment, das von dem Folienband 50 gebildet wird, und drei Segmenten, die jeweils
von dem Basispapier 2 gebildet werden. Das Folienband 50 hat eine geringere Dicke
als das Folienband 30'. Die Deckschichtfolie 4 trägt einen Aufdruck 15, der beispielsweise
mit einer Druckfarbe, die Interferenzschichtpigmente oder Flüssigkristallpigmente
enthält, oder auch mit einer konventionellen Druckfarbe gedruckt sein kann. Wenn man
die Banknote kopiert, den in der Kopie natürlich nicht transparenten Bereich ausschneidet
und durch einen transparenten Einsatz zu ersetzen versucht, muss man auch den Aufdruck
15 entsprechend ergänzen. Die exakte Passerung ist dabei um so schwieriger, je feiner
der Aufdruck 15 ist. Das Vorsehen von Sicherheitsmerkmalen, die sich sowohl über transparente
Bereiche als auch über benachbarte nicht transparente Bereicht erstrecken, schafft
daher einen zusätzlichen Fälschungsschutz.
[0091] Fig. 5b zeigt einen Schnitt entlang der Linie C-C' durch die Folienverbundbanknote
10 von Fig. 4. In diesem Bereich weist das transparente Kunststofffolienband 50 ein
Loch auf, das mit Basispapier 2 gefüllt ist. Das Folienband 50 besitzt daher einen
opaken Bereich 58, der von transparenten Bereichen 59 umgeben ist. Das Folienband
30' ist in der Schnittebene C-C', wie bereits vorher in der Schnittebene B-B', ein
einfaches transparentes Folienband.
[0092] Anders bei dem in Fig. 5c gezeigten Schnitt entlang der Linie D-D' durch die Folienverbundbanknote
10 von Fig. 4. In diesem Bereich ist das Folienband 30' als Sicherheitselement mit
optisch variablen Sicherheitsmerkmalen gestaltet. Genauer handelt es sich dabei um
Sicherheitsmerkmale, wie sie im Zusammenhang mit Fig. 7 noch genauer beschrieben werden.
Eine Besonderheit dieses Sicherheitselements mit mikrooptischen Sicherheitsmerkmalen
ist, dass ein Betrachter unterschiedliche Motive erkennt, je nachdem, ob er die Banknote
in Aufsicht auf die erste Deckschicht 4 (hier sieht er ein Euro-Motiv) oder in Aufsicht
auf die zweite Deckschicht 5 (hier sieht er beispielsweise die Zahl 10) betrachtet.
Das Folienband 50 ist in der Schnittebene D-D' ein transparenter Kunststofffolienstreifen.
[0093] Die Figuren 6 bis 8 zeigen Beispiele für mikrooptische Sicherheitsmerkmale, also
Sicherheitsmerkmale mit fokussierenden Elementen, wie Mikrolinsen oder Mikrohohlspiegeln,
und mikroskopischen Strukturen, die ein Mikromotiv bilden und bei Betrachtung durch
die fokussierenden Elemente in Vergrößerung zu sehen sind. Damit mittels der fokussierenden
Elemente jeweils eine vollständige Mikrostruktur erkennbar ist, müssen die Mikrostrukturen
und die fokussierenden Elemente etwa dieselbe Größenordnung haben. Außerdem ist die
Vergrößerungswirkung der fokussierenden Elemente umso größer, je näher am Brennpunkt
der fokussierenden Elemente sich die Mikrostruktur befindet. Da die Brennweite umso
kleiner ist, je stärker die Krümmung der fokussierenden Elemente ist, muss für eine
gute Vergrößerung entweder der Abstand zwischen fokussierendem Element und Mikrostruktur
groß sein (bei geringer Krümmung des fokussierenden Elements) oder ein stark gekrümmtes
fokussierendes Element verwendet werden (bei kleinem Abstand zwischen fokussierendem
Element und Mikrostruktur). Da starke Krümmungen der fokussierenden Elemente schwierig
herzustellen sind, aber starke Vergrößerungen gewünscht sind, weisen Sicherheitselemente
mit mikrooptischen Echtheitsmerkmalen eine Dicke auf, die ihre Verwendung bei Wertdokumenten,
wie Banknoten, schwierig macht. Die vorliegende Erfindung, die eine problemlose Integration
dicker Sicherheitselement in die Kernschicht bzw. Innenschicht einer Folienverbundbanknote
ermöglicht, ist für derartige Sicherheitselemente mit besonderem Vorteil anwendbar.
[0094] Fig. 6 zeigt schematisch den Schichtaufbau eines einfachen mikrooptischen Sicherheitselements
30 im Querschnitt. Das Sicherheitselement 30 enthält einen Träger 40 in Form einer
transparenten Kunststofffolie. Die Oberseite der Trägerfolie 40 ist mit einer rasterförmigen
Anordnung von Mikrolinsen 39 versehen, die auf der Oberfläche der Trägerfolie ein
Gitter mit einer vorgewählten Symmetrie bilden. Auf der Unterseite der Trägerfolie
40 ist eine Motivschicht angeordnet, die eine ebenfalls rasterförmige Anordnung von
identischen Mikromotivelementen 36 enthält. Auch die Anordnung der Mikromotivelemente
bzw. Mikrostrukturen 36 bildet ein zweidimensionales Gitter mit einer vorgewählten
Symmetrie.
[0095] Wie in Fig. 6 durch den Versatz der Mikrostrukturelemente 36 gegenüber den Mikrolinsen
39 angedeutet, unterscheidet sich das Gitter der Mikrostrukturelemente 36 in seiner
Symmetrie und/ oder in der Größe seiner Gitterparameter geringfügig von dem Gitter
der Mikrolinsen 39. Dadurch wird ein Moire-Vergrößerungseffekt erzeugt. Werden die
Mikrostrukturelemente 36 genau in der Rasterweite der Mikrolinsen 39 gedruckt, lassen
sich Wechselbildeffekte erzielen. Beispielsweise kann dadurch ein sogenanntes "Flash"-Bild
erzeugt werden, bei dem die Mikrostrukturen für einen Beobachter nur aus einer bestimmten
Betrachtungsrichtung sichtbar sind, während sie aus allen anderen Richtungen nicht
erkennbar sind. Die Gitterperiode und der Durchmesser der Mikrostrukturelemente 36
liegen in derselben Größenordnung wie die Gitterperiode und der Durchmesser der Mikrolinsen
39 und sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Fig. 6 zeigt ein Sicherheitselement,
bei dem die Mikrostrukturelemente 36 durch Mikrotiefdruck aufgebracht wurden. Auf
der den Mikrolinsen 39 gegenüberliegenden Seite des Trägers ist daher eine Stützschicht
48 vorgesehen, die beispielsweise aus transparentem, UV-härtendem Lack besteht. Die
Mikrolinsen 39 sind beispielsweise in einen UV-härtenden Prägelack eingeprägt.
[0096] Fig. 7 zeigt eine Schnittdarstellung eines mikrooptischen Sicherheitsmerkmals, wie
es in dem Folienband 30' der Figuren 4 und 5 (Sicherheitsmerkmalbereich 16) vorgesehen
ist. Das als Sicherheitselement ausgebildete Folienband 30' umfasst einen Träger 33,
der auf seiner Oberseite 34 geprägte erste und zweite Mikrostrukturen 35, 36, und
auf seiner Unterseite 37 abschnittsweise mehrere Mikrohohlspiegel 38 und mehrere Mikrolinsen
39 aufweist. Die Mikrohohlspiegel 38 sind in einer Ebene senkrecht zur Zeichenebene
von Fig. 7 in einem Raster mit fester Geometrie (beispielsweise in einem hexagonalen
Raster) und somit flächig in einem ersten Muster angeordnet.
[0097] Die ersten Mikrostrukturen 35, die ein erstes Mikrostrukturobjekt bzw. Mikrobild
M1 bilden, sind ebenfalls in einer Ebene senkrecht zur Zeichenebene von Fig. 7 in
einem Raster mit fester Geometrie (beispielsweise in einem hexagonalen Raster) und
somit flächig in einem ersten Mikrostrukturmuster angeordnet, wobei das erste Mikrostrukturmuster
so an das erste Muster angepasst und beide Muster so zueinander ausgerichtet sind,
dass bei Betrachtung des Sicherheitselement-Folienbands 30' von der Oberseite (Richtung
des Pfeils P1) die ersten Mikrostrukturen 35 zusammen mit den Mikrohohlspiegeln 38
eine Modulo-Vergrößerungsanordnung bilden. Das Grundprinzip einer derartigen Modulo-Vergrößerungsanordnung
ist beispielsweise in
WO 2009/000528 A1 beschrieben, deren Inhalt diesbezüglich in die vorliegende Anmeldung mit aufgenommen
wird, wobei das erste Mikrostrukturobjekt M1 der vorliegenden Erfindung dem Motivbild
gemäß der Lehre der
WO 2009/000528 A1 entspricht.
[0098] Somit ist bei Blickrichtung auf die Oberseite des Sicherheitselement-Folienbands
30' (Richtung von Pfeil P1) für einen Betrachter das erste Mikrostrukturobjekt M1
vergrößert als ein erstes Sicherheitsmerkmal (als Sollbild im Sinne der
WO 2009/000528 A1) wahrnehmbar. Es kann sich dabei beispielsweise um die Denomination der Banknote,
z. B. die Zahl 10, handeln. Natürlich ist es auch möglich, das erste Mikrostrukturmuster
der ersten Mikrostrukturen 35 sowie das erste Muster der Mikrohohlspiegel 38 so aufeinander
abzustimmen, dass eine Moiré-Vergrößerungsanordnung vorliegt (wie beispielsweise in
WO 2006/087138 A1 beschrieben).
[0099] Ferner sind die Mikrolinsen 39 in einer Ebene senkrecht zur Zeichenebene von Fig.
7 in einem Raster mit fester Geometrie (beispielsweise einem hexagonalem Raster oder
Parallelogramm-Raster) und somit flächig in einem zweiten Muster angeordnet. Die zweiten
Mikrostrukturen 36, die ein zweites Mikrostrukturobjekt bzw. Mikrobild M2 bilden,
sind ebenfalls in einer Ebene senkrecht zur Zeichenebene von Fig. 7 in einem Raster
mit fester Geometrie (beispielsweise einem hexagonalen Raster oder Parallelogramm-Raster)
und somit flächig in einem zweiten Mikrostrukturmuster angeordnet. Das zweite Mikrostrukturmuster
und das zweite Muster der Mikrolinsen sind so aneinander angepasst und zueinander
ausgerichtet, dass bei Betrachtung des Sicherheitselement-Folienbands 30' von der
Unterseite 37 her (also in Richtung des Pfeils P2) wiederum eine Modulo- oder Moiré-Vergrößerungsanordnung
vorliegt. Ein Betrachter kann somit das zweite Mikrostrukturobjekt M2 als zweites
Sicherheitsmerkmal (beispielsweise als das EURO-Zeichen) wahrnehmen, wobei das Sicherheitselement
30' bevorzugt so ausgebildet ist, dass die beiden Sicherheitsmerkmale unterschiedlich
sind. Natürlich ist es auch möglich, dass beide Sicherheitsmerkmale gleich sind.
[0100] Bei dem in Fig. 7 gezeigten Aufbau umfasst der Träger 33 eine PET-Folie 40, auf der
eine erste Schicht 41 aus strahlungshärtendem Lack aufgebracht ist, die die ersten
und zweiten Mikrostrukturen 35, 36 aufweist. Die Mikrostrukturen 35, 36 können in
bekannter Weise hergestellt werden, beispielsweise durch Prägen in den strahlungshärtenden
Lack 41 und anschließendes Aufdrucken und Abrakeln von Farbe. Als weitere Färbeverfahren
können bestimmte Farbübertragungsverfahren oder Mikrotiefdrucktechniken eingesetzt
werden, die beispielsweise in
PCT/EP 2008/010739 oder
WO 2008/000350 beschrieben sind, deren Offenbarungsgehalt insoweit in die vorliegende Anmeldung
aufgenommen wird. Auf der Unterseite der PET-Folie 40 ist eine zweite Schicht 42 aus
strahlungshärtendem Lack ausgebildet, in der die Negativform der Mikrohohlspiegel
38 sowie die Form der Mikrolinsen 39 geprägt ist. Zur Erzeugung der Mikrohohlspiegel
38 ist die von der PET-Folie 40 abgewandte Seite der zweiten Schicht 42 mit einer
Verspiegelung 43 (beispielsweise einer Metallisierung) beschichtet. Die Mikrohohlspiegel
38 sind somit als Rückflächenspiegel ausgebildet. Die Innenseite der Verspiegelung
43 jedes Mikrohohlspiegels 38 bzw. die geprägte Form für die Mikrohohlspiegel 38 hat
die Form einer Kugelkalotte mit einer Höhe h1, und die Schicht 41 einschließlich der
Mikrostrukturen 35,36 hat die Höhe h2.
[0101] Der Ebenenbereich, in dem die Brennpunkte der Mikrohohlspiegel 38 liegen, wird als
der erste Objektebenenbereich bezeichnet, und ist hier der Abschnitt der Oberseite
34, in dem die ersten Mikrostrukturen 35 ausgebildet sind. Die konvexe Seite 44 der
Mikrolinsen 39 weist ebenfalls die Form einer Kugelkalotte auf, und der Abschnitt
der Oberseite 34, in dem die Brennpunkte der Mikrolinsen 39 liegen, wird als zweiter
Objektebenenbereich bezeichnet. Wie in Fig. 7 durch die eingezeichneten Strahlenverläufe
angedeutet ist, bewirken die Mikrohohlspiegel 38 eine vergrößernde Abbildung der ersten
Mikrostrukturen 35 durch die Oberseite 34 des Trägers 33 hindurch und somit vor die
Oberseite 34, so dass ein Betrachter, der in Richtung des Pfeils P1 auf das Sicherheitselement-Folienband
30' blickt, das erste Mikrostrukturobjekt M1 durch die Moiré- oder Modulo-Vergrößerung
als erstes Sicherheitsmerkmal wahrnimmt. Mittels der Mikrolinsen 39 erfolgt eine vergrößernde
Abbildung der zweiten Mikrostrukturen 36 durch die Unterseite 37 des Trägers 33 hindurch
und somit vor die Unterseite 37, wie durch die eingezeichneten Strahlenverläufe angedeutet
ist, so dass ein Betrachter, der in Richtung des Pfeils P2 auf das Sicherheitselement-Folienband
30' blickt, das zweite Mikrostrukturobjekt M2 durch die Moire- oder Modulo-Vergrößerung
als zweites Sicherheitsmerkmal wahrnimmt.
[0102] Das Sicherheitselement-Folienband 30' bietet somit einem Betrachter in Abhängigkeit
davon, ob der Betrachter auf die Oberseite 34 oder die Unterseite 37 des Trägers 33
blickt, unterschiedliche optische Sicherheitsmerkmale bzw. Informationen.
[0103] Da bei stark gekrümmten fokussierenden Elementen, wie Mikrolinsen, die Größe der
abzubildenden Mikrostrukturen eingeschränkt ist, und da außerdem stark gekrümmte fokussierende
Elemente schwierig zu prägen sind, sind fokussierende Elemente einer geringeren Krümmung
bevorzugt. Eine geringe Krümmung bedingt jedoch einen großen Abstand zwischen fokussierendem
Element und abzubildender Mikrostruktur, und damit auch eine große Dicke des Sicherheitselement-Folienbands.
Gemäß der vorliegenden Erfindung sind derartige Sicherheitselement-Folienbänder problemlos
in den Schichtaufbau einer Folienverbundbanknote integrierbar.
[0104] Ein Beispiel für die Integration eines Sicherheitselements mit mikrooptischen Sicherheitsmerkmalen
in den Schichtaufbau einer Folienverbundbanknote ist in Fig. 5c anhand des Sicherheitselement-Folienbands
30' der Fig. 7 gezeigt. Die Lackschicht 41 des Folienbands 30' ist über die Klebstoffschicht
7 aus Kaschierklebstoff mit der Deckschichtfolie 5 der Banknote 10 verbunden. Die
Lackschicht 42 des Folienbands 30' ist über die Klebstoffschicht 6 aus Kaschierklebstoff
mit der Deckschichtfolie 4 der Banknote 10 verbunden, wobei jedoch der Kaschierklebstoff
nur im Bereich der Mikrohohlspiegel 38 und nicht im Bereich der Mikrolinsen 39 aufgebracht
wurde, um die optischen Abbildungseigenschaften der Mikrolinsen 39 nicht nachteilig
zu verändern. Hier befindet sich daher ein Bereich 49 ohne Kaschierklebstoff. Alternativ
ist es auch möglich, das Folienband 30' vollflächig mit der Deckschichtfolie 4 zu
verkleben. Dann muss ein Kaschierklebstoff mit einem geeigneten Brechungszahlunterschied
zum Linsenmaterial verwendet werden, so dass die Mikrolinsen im eingesetzten Zustand
des Sicherheitselement-Folienbands 30' in die Banknote 10 immer noch eine geeignete
Brennweite aufweisen.
[0105] Sollen Deckschichtmaterialien verwendet werden, die mit den Brechungsindizes der
fokussierenden Elemente unverträgliche Brechungsindizes aufweisen, so kann die entsprechende
Deckschichtfolie im Bereich der fokussierenden Elemente entfernt und die fokussierenden
Elemente somit freigelegt werden. Wenn die fokussierenden Elemente, beispielsweise
die Mikrolinsen, freigelegt werden sollen, kann dies erreicht werden, indem die entsprechende
Deckschichtfolie selektiv geschnitten wird, beispielsweise mittels Laser. Durch eine
geeignete Ausstattung der Folie mit den fokussierenden Elementen (beispielsweise durch
Bedampfung der Ränder mit einer Kupferschicht) kann ein Weiterschneiden verhindert
werden. Die Kaschierklebstoffschicht würde im optisch relevanten Bereich ausgespart
werden und der Laserschnitt und das Abziehen der Deckschichtfolie würden in diesem
Fall vor dem Aushärten der Kaschierklebstoffschicht erfolgen. Der dann in den an die
Folie mit den fokussierenden Elementen angrenzenden Randbereichen eventuell freiliegende
Kaschierklebstoff kann entweder durch sofortiges Überdrucken mit einem tackfreien
System oder durch geeignete Bestrahlung inaktiviert werden. Es ist jedoch bevorzugt,
Deckschichtfolien zu verwenden, die die optischen Eigenschaften nicht stören, da die
Deckschichtfolien auch eine Schutzfunktion erfüllen.
[0106] Alternativ können mikrooptische Sicherheitsmerkmale auch aus Elementen, die sich
auf einem Kernschicht-Folienband befinden, und aus Elementen, die sich auf einer Deckschichtfolie
befinden, zusammengesetzt werden. Bei der in Fig. 5c gezeigten Folienverbundbanknote
10 könnten sich beispielsweise lediglich die Mikrostrukturelemente 35, 36 auf dem
Kernschicht-Folienband befinden, während sich die Mikrohohlspiegel 38 und die Mikrolinsen
39 auf einer Folie befinden, die geeignet gepassert auf die Deckschichtfolie 4 aufgesiegelt
oder aufkaschiert ist. Dadurch gewinnt man einen großen Abstand zwischen fokussierenden
Elementen und abzubildenden bzw. zu vergrößernden Elementen.
[0107] Die vorstehenden Ausführungen sind natürlich nicht als auf die Einbettung speziell
des Sicherheitselement-Folienbands 30' in den Schichtverbund einer Folienverbundbanknote
10 beschränkt zu verstehen. Vielmehr können analog beliebige Sicherheitselement-Folienbänder
in den Schichtverbund von Wertdokumenten integriert werden.
[0108] Bei mikrooptischen Sicherheitselementen bieten sich zahlreiche Variationsmöglichkeiten
an. Beispielsweise kann bei einem Sicherheitselement, wie es in Fig. 7 dargestellt
ist, der Krümmungsradius der Mikrolinsen 39 so gewählt werden, dass die Brennpunkte
der Mikrolinsen 39 und somit der zweite Objektebenenbereich nicht mehr innerhalb des
Sicherheitselements 30', sondern in einer Ebene oberhalb der Mikrostrukturelemente
36 liegen. Die Mikrolinsen 39 können in einem solchen Fall zur Selbstverifikation
verwendet werden, indem ein drittes Mikrostrukturobjekt, das die Banknote 10 an einer
von dem Sicherheitselement 30' beabstandeten Stelle enthält, durch Knicken oder Falten
der Banknote 10 vor die Oberseite 34 des Trägers des Sicherheitselements 30' in der
Ebene der Brennpunkte der Mikrolinsen 39 positioniert wird, so dass das dritte Mikrostrukturobjekt
dann mittels der Mikrolinsen 39 durch die Unterseite 37 hindurch vergrößert abgebildet
wird.
[0109] Alternativ ist es auch möglich, die Mikrohohlspiegel 38 und die Mikrolinsen 39 in
unterschiedlichen Ebenen auszubilden, wie dies in der Schnittdarstellung von Fig.
8 gezeigt ist. Bei dem Sicherheitselement-Folienband 30", das in Fig. 8 dargestellt
ist, ist der Aufbau der Schichten 40, 41, 42 ähnlich wie bei dem Sicherheitselement-Folienband
30', das in Fig. 7 dargestellt ist, wobei jedoch anstelle der Mikrolinsen 39 gestrichelt
dargestellte geprägte Abschnitte vorgesehen sind, die nicht verspiegelt sind. Außerdem
ist auf die Schicht 42 mittels eines Kaschierklebstoffs 45 eine zweite PET-Folie 46
mit einer darauf ausgebildeten UV-Lackschicht 47 aufgeklebt, wobei in der UV-Lackschicht
47 die konvexen Seiten 44 der Mikrolinsen 39, 39' eingeprägt sind. Die konvexen Seiten
der Mikrolinsen 39, 39' weisen die Form einer Kugelkalotte auf.
[0110] Das in Fig. 8 dargestellte Sicherheitselement 30" weist die Besonderheit auf, dass
sich im Bereich der reflektiven Abbildungselemente 38 auch refraktive Abbildungselemente,
die Mikrolinsen 39', befinden. Da im Falle einer opaken Beschichtung der Mikrohohlspiegel
38 die Mikrolinsen 39' optisch von den Mikrostrukturen 35 getrennt sind, können die
Mikrolinsen 39' in diesem Bereich des Sicherheitselement-Folienbands 30" die ersten
Mikrostrukturen 35 nicht abbilden, weshalb diese auch weggelassen werden können. In
diesen Bereichen können alternativ andere Prägestrukturen eingesetzt werden, wie beispielsweise
Hologramm- oder Mattstrukturen. Die Mikrolinsen 39' über den Mikrohohlspiegeln 38
können als Abbildungselemente für den Mikrohohlspiegel 38 verwendet werden. Zu diesem
Zweck kann der Krümmungsradius der Mikrolinsen 39' an den im Vergleich zum Abstand
zwischen den Mikrolinsen 39 und Mikrostrukturen 36 im benachbarten Bereich reduzierten
Abstand zu den Mikrohohlspiegeln 38 angepasst werden, um eine ausreichend scharfe
Abbildung zu gewährleisten. Dann sieht der Betrachter aus Richtung P2 im rechten Bereich
des in Fig. 8 gezeigten Sicherheitselements 30" das Sollbild als vergrößerte und gegebenenfalls
abgebildete Darstellung der Mikrostrukturen 36. Im linken Bereich hingegen sieht er
bei geeigneter Wahl der Raster von Mikrolinsen 39' und Mikrohohlspiegeln 38 eine vergrößerte
Darstellung der Mikrohohlspiegel 38.
[0111] Gemäß alternativen Ausführungsformen können die fokussierenden Elemente, beispielsweise
Mikrohohlspiegel, auch an verschiedenen Seiten des Trägers 33 angeordnet werden, oder
es können zwei Träger mittels Kaschierkleber miteinander verklebt werden, so dass
ein zusammengesetztes Sicherheitselement entsteht. Ein derartiges zusammengesetztes
Sicherheitselement könnte aus zwei Trägern mit Mikrohohlspiegeln 38 und Mikrostrukturelementen
35, wie sie links in Fig. 7 dargestellt sind, bestehen, wobei sich die Kaschierklebstoffschicht
zwischen den Mikrohohlspiegeln 38 befindet, so dass die Mikrostrukturelemente 35 jeweils
nach außen weisen.
[0112] Fig. 9 zeigt einen Schnitt durch eine Folienverbundbanknote, die an einer Kante mit
einem Folienband 20 versiegelt ist. Die Folienverbundbanknote kann ausgehend von dem
in Fig. 2d gezeigten Folienverbund durch Trennung, z.B. Zerschneiden, der Banknoten
voneinander in der Mitte des Folienbands erhalten werden. Die in Fig. 9 gezeigte Folienverbundbanknote
ist an der Kante durch das Folienband 20 versiegelt und vor Spaltung besser geschützt
als gewöhnliche Verbundbanknoten mit innen liegendem Basispapier und mit darauf angeordneten
Abdeckfolien/ Deckschichten.
[0113] Die erfindungsgemäßen Wertdokumente mit segmentierter Kernschicht können in einfacher
Weise mithilfe geeignet konfektionierter Kernschicht-Folienbänder, die als Endlosmaterial
bereitgestellt werden, hergestellt werden. Die Kernschicht-Folienbänder können transparent
oder opak sein und weisen bevorzugt Sicherheitsmerkmale auf. Bei der Anordnung der
Sicherheitsmerkmale sind natürlich die Abmessungen des Wertdokuments, für das ein
Kernschicht-Folienband bestimmt ist, zu berücksichtigen. Die Sicherheitselemente und
gegebenenfalls sonstigen Strukturen sind auf dem Folienband in den geeigneten Abständen
vorzusehen.
[0114] Abschließend sei hier noch einmal erwähnt, dass das zweite Kernschichtmaterial erfindungsgemäß
durch die erste und zweite Deckschicht abgedeckt und damit in sehr vorteilhafter Weise
vor Korrosion, Manipulation etc. geschützt ist. Auch kann z.B. bei Einsatz der vorstehend
erwähnten LEAD-Sicherheitselemente als zweites Kernschichtmaterial auf die sonst üblicherweise
erforderlichen Siegellacke verzichtet werden.
1. Wertdokument (1) aufweisend
- eine Kernschicht (3) mit zwei Hauptflächen,
- eine erste Deckschicht (4) und eine erste Klebstoffschicht(6), die die erste Deckschicht
vollflächig mit der ersten Hauptfläche der Kernschicht verklebt,
- eine zweite Deckschicht (5) und eine zweite Klebstoffschkht (7), die die zweite
Deckschicht vollflächig mit der zweiten Hauptfläche der Kemschicht verklebt,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kernschicht (3) aus Segmenten aus mindestens einem ersten Kernschichtmaterial
(2) und mindestens einem davon verschiedenen zweiten Kernschichtmaterial (20) besteht,
die in Flächenrichtung des Wertdokuments dergestalt nebeneinander angeordnet sind,
dass sie sich jeweils über die gesamte Länge oder die gesamte Breite des Wertdokuments
(1) erstrecken und aneinander angrenzen ohne einander zu überlappen.
2. Wertdokument (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder die zweite Deckschicht (4, 5) und die sie mit einer Hauptfläche
der Kernschicht (3) verklebende erste und/oder zweite Klebstoffschicht (6,7) transparent
oder zumindest transluzent sind.
3. Wertdokument (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kernschicht (3) mindestens ein Segment aufweist, das aus einem transparenten
oder zumindest transluzenten Kunststofffolienband besteht, an das Segmente auf der
Basis von Papier angrenzen.
4. Wertdokument (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Segment, das aus einem transparenten oder zumindest transluzenten
Kunststofffolienband besteht, das Segment aus dem zweiten Kernschichtmaterial (20)
ist, und die Segmente auf der Basis von Papier die Segmente aus dem ersten Kernschichtmaterial
(2) sind.
5. Wertdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass es eine Folienverbundbanknote ist, bei der
- die Kernschicht (3) mindestens ein Segment aufweist, das aus einem zumindest bereichsweise
transparenten oder zumindest transluzenten Kunststofffolienband besteht, an das zwei
Segmente auf der Basis von Papier angrenzen,
- die erste und die zweite Deckschicht (4, 5) transparente oder zumindest transluzente
Kunststofffolien sind, und
- die erste und die zweite Klebstoffschicht (6, 7) transparent oder zumindest transluzent
sind.
6. Wertdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Segmente der Kernschicht (3), bevorzugt ein Segment aus zweitem
Kernschichtmaterial (20), als ein Sicherheitselement mit Sicherheitsmerkmalen ausgebildet
ist.
7. Wertdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Segmente der Kernschicht (3) als ein Sicherheitselement mit
ersten Komponenten eines Sicherheitsmerkmals ausgebildet ist, und die erste und /oder
die zweite Deckschicht (4, 5) mit zweiten und gegebenenfalls weiteren Komponenten
des Sicherheitsmerkmals ausgebildet oder ausgestattet ist, wobei die erste und die
zweite und gegebenenfalls die weiteren Komponenten gemeinsam das Sicherheitsmerkmal
bilden.
8. Wertdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Segment aus dem zweiten Kernschichtmaterial (20) als ein Sicherheitselement mit
optisch variablen Sicherheitsmerkmalen, bevorzugt mikrooptischen Sicherheitsmerkmalen,
ausgebildet ist.
9. Wertdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch jekennzeichnet, dass es
mindestens eine weitere Schicht aufweist, die als Funkdonsschicht und/oder als Hilfsschicht
ausgebildet ist.
10. Wertdokument (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente an den Rändern des Wertdokuments, insbesondere an den Kanten und/oder
Ecken des Wertdokuments, angeordnet sind.
11. Verfahren zur Herstellung eines Wertdokuments (1), aufweisend eine Kernschicht (3)
mit zwei Hauptflächen, eine erste Deckschicht) und eine erste Klebstoffschicht (6),
die die erste Deckschicht vollflächig mit der ersten Hauptfläche der Kemschicht verklebt,
eine zweite Deckschicht (5) und eine zweite Klebstoffschicht (7), die die zweite Deckschicht
vollflächig mit der zweiten Hauptfläche der Kernschicht verklebt, folgende Schritte
aufweisend:
- Bereitstellen eines flächigen ersten Deckschichtmaterials für die erste Deckschicht
(4) und Auftragen eines ersten Klebstoffs für die erste Klebstoffschicht (6) auf das
erste Deckschichtmaterial,
- Bereitstellen eines flächigen ersten Kernschichtmaterials (2), bevorzugt in den
Flächenabmessungen des ersten Deckschichtmaterials, und mindestens eines bandförmigen
zweiten Kernschichtmaterials (20), das von dem ersten Kernschichtmaterial (2) verschieden
ist,
- Zusammenführen des ersten Kernschichtmaterials (2), des zweiten Kemschichtmaterials
(20) und des mit dem ersten Klebstoff beschichteten ersten Deckschichtmaterials dergestalt,
dass das zweite Kernschichtmaterial (20) zwischen dem ersten Kernschichtmaterial (2)
und dem ersten Klebstoff eingeschlossen wird und das erste Kernschichtmaterial (2)
und das zweite Kernschichtmaterial (20) mit dem ersten Deckschichtmaterial verklebt
werden,
- Abtrennen des ersten Kernschichtmaterials (2) mindestens in den Bereichen, in denen
es das zweite Kernschichtmaterial (20) überlappt, so dass eine Oberfläche (23)des
zweiten Kernschichtmaterials, nicht aber die erste Klebstoffschicht (6), freigelegt
wird, und die Kernschicht (3) gebildet wird, die aus Segmenten aus dem ersten Kernschichtmaterial
(2) und mindestens einem Segment aus dem mindestens einen zweiten Kernschichtmaterial
(20) zusammengesetzt ist,
- Bereitstellen eines flächigen zweiten Deckschichtmaterials, bevorzugt in den Flächenabmessungen
des ersten Deckschichtmaterials, für die zweite Deckschicht (5),
- Auftragen eines zweiten Klebstoffs für die zweite Klebstoffschicht (7) auf das zweite
Deckschichtmaterial oder auf die nicht mit dem ersten Deckschichtmaterial verklebte
Hauptfläche der Kernschicht (3), und
- Verkleben der Kernschicht (3) mit dem zweiten Deckschichtmaterial mittels des zweiten
Klebstoffs.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Abtrennen des ersten Kernschichtmaterials (2) durch Abschneiden mit Schneidwerkzeugen
(11), bevorzugt Messern, die so eingestellt sind, dass sie beim Schneiden auf die
beiden entgegengesetzten Seitenflächen (21) des zweiten Kernschichtnlaterials (20)
auftreffen, erfolgt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Neigung der Schneidwerkzeuge (11) so eingestellt wird, dass die Schneidwerkzeuge
(11) mit einer zur ersten Deckschicht (4) parallelen Ebene einen spitzen Winkel zwischen
0° und 30° bilden.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Einstellen der Schneidwerkzeuge (11) durch optisches oder mechanisches Erfassen
der Lage des zweiten Kernschichtmaterials (20) und Ansteuerung der Schneidwerkzeuge
(11) entsprechend der ermittelten Lage erfolgt.
15. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Abtrennen des ersten Kernschichtmaterials (2) durch Abschleifen oder Abfräsen
bis zur Freilegung der Oberfläche (23) des zweiten Kernschichtmaterials (20) erfolgt.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wertdokument nach einem der Ansprüche 1 bis 10 hergestellt wird.
17. Kernschichtfolienband-Endlosmaterial, dadurch gekennzeichnet, dass es für die Herstellung eines Wertdokuments gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 konfektioniert
ist.