[0001] Die Erfindung betrifft einen Rahmen aus Kunststoff mit einem Grundkörper zur Anbringung
im Randbereich einer Öffnung eines Behälters, insbesondere einer Dose zur Aufbewahrung
von Farben, Lacken oder dergleichen.
[0002] Ein solcher Rahmen ist aus der
DE 10 2007 007 171 A1 bekannt geworden. Der umlaufende Rahmen steht dort über die Seitenwand des Behälters,
z.B. einer Lackdose, nach innen vor und ist auf den Randbereich der Behälteröffnung
aufschnappbar. Der Rahmen soll verhindern, dass das in dem Behälter befindliche flüssige
Füllgut bei der Bewegung des Behälters ohne weiteres durch die Behälteröffnung austreten
kann. Auch ermöglicht der Rahmen ein einfaches Abstreifen von Farbe oder Lack von
einem Werkzeug, z.B. von einem Pinsel. Zum Verschließen des Behälters kann ein Deckel
an der Innenseite des Rahmens eingeschnappt oder eingeklemmt werden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Rahmen der eingangs genannten Art
derart weiterzubilden, dass ein mit diesem Rahmen versehener Behälter einfacher und
damit kostengünstiger herzustellen ist.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Rahmen, bei dem ein Bügel über Filmscharniere
an den Grundkörper angebunden ist. Die Herstellung eines solchen Rahmens mit integriertem
Bügel ist besonders einfach möglich und kann beim Spritzgießen mit einem Schuss hergestellt
werden. Auch hat die Anbringung des Bügels an dem Rahmen den Vorteil, dass der Behälter
in beliebiger Orientierung befüllt bzw. etikettiert werden kann. Eine Anbindung des
Bügels an der Seitenwand, wie sie z.B. in der eingangs genannten
DE 10 2007 007 171 A1 beschrieben ist, ist diesbezüglich ungünstig, da diese Art der Anbindung eine Orientierung
des Behälters beim Etikettieren zwingend erforderlich macht.
[0005] Für die Anbindung des Bügels an dem in der Regel profilierten Rahmen bestehen mehrere
Möglichkeiten. So kann der profilierte Grundkörper des Rahmens beispielsweise eine
(umlaufende) Senke aufweisen, an der die Filmscharniere zur Anbindung des Bügels angebracht
sind, wobei die Anbindung der Filmscharniere längs und/oder quer zur Senke verlaufen
kann. Durch das Vorsehen der Filmscharniere in der Senke kann der Bügel z.B. beim
Stapeln mehrerer Behälter aufeinander oder beim Verschweißen des Rahmens an einer
Seitenwand des Behälters in die Senke abtauchen. Auch ist der Bügel in der Senke gegen
mögliche Beschädigungen von außen geschützt.
[0006] Der Bügel kann alternativ auch durch einen Randbereich eines umlaufenden, stegförmigen
Randes des Grundkörpers gebildet sein, der durch eine entlang der Umfangsrichtung
des Randes verlaufende Freisparung, z.B. einen Spalt, vom Grundkörper getrennt ist.
Der stegförmige, umlaufende Rand kann z.B. an der Innen- oder der Außenseite des Rahmens
angebracht sein. Ein stegförmiger Außenrand kann z.B. beim Stapeln mehrerer Behälter
aufeinander den Bodenbereich eines auf dem Rahmen aufliegenden Behälters umschließen
und so einer seitlichen Fixierung der Behälter beim Stapeln dienen.
[0007] Der Bügel kann in seiner Grundstellung, d.h. in derjenigen Stellung, die der Bügel
ohne eine Auslenkung durch einen Bediener einnimmt, unter einem von Null verschiedenen
Anstellwinkel zum Grundkörper ausgerichtet sein, damit der Bediener den Bügel leichter
greifen kann. Bei der Anbringung des Bügels am Außenrand des Rahmens ist es aber günstig,
den Bügel in seiner Grundstellung parallel zum Grundkörper auszurichten, da bei solchen
Anbringungen der Bügel auch in einer horizontalen Grundstellung problemlos erfasst
werden kann.
[0008] In einer alternativen Ausgestaltung sind die Filmscharniere am Außenrand des Grundkörpers
angebracht und der Bügel steht über den Grundkörper nach außen über. Auch in diesem
Fall kann der Bügel in seiner Grundstellung parallel zur Ebene des ringförmigen Grundkörpers
ausgerichtet sein. Es ist aber selbstverständlich auch bei dieser Art der Anbindung
möglich, den Bügel in seiner Grundstellung unter einem Anstellwinkel zum Grundkörper
auszurichten.
[0009] Für den Anstellwinkel des Bügels zum Grundkörper haben sich Winkelwerte zwischen
5° und 40°, bevorzugt zwischen 10° und 30° als günstig erwiesen. Die Wahl eines Anstellwinkels
in diesem Winkelbereich ermöglicht ein leichtes Greifen des Bügels durch einen Bediener.
Der Anstellwinkel des Bügels kann hierbei über eine geeignete Formgebung der Filmscharniere
bzw. der Anbindung des Bügels an den Filmscharnieren vorgegeben werden.
[0010] Insbesondere bei Verwendung eines Zwei-Komponenten-Spritzgießverfahrens bei der Herstellung
des Rahmens können der Bügel und der Grundkörper auch aus unterschiedlichen Kunststoffmaterialien
bestehen. In diesem Fall können der Bügel und der Grundkörper unterschiedliche Eigenschaften
z.B. in Bezug auf ihre Farbe, Festigkeit, etc. aufweisen. Es versteht sich, dass darauf
geachtet werden sollte, dass zwei kompatible Ktrnststoff-Materialien gewählt werden,
d.h. zwei Materialien, die sich an einer Fließfront im Bereich der Filmscharniere
miteinander verbinden können.
[0011] Auch kann der Rahmen eine Originalitätssicherung aufweisen, die beim Bewegen des
Bügels aus seiner Grundstellung aufgebrochen wird. Die Originalitätssicherung kann
insbesondere durch einen Steg zwischen Bügel und Grundkörper gebildet sein. Es versteht
sich, dass es für die Originalitätssicherung günstig ist, wenn der Abstand zwischen
Bügel und Grundkörper in der Grundstellung des Bügels klein ist, d.h. die Originalitätssicherung
kann insbesondere in den Fällen auf besonders einfache Weise angebracht werden, in
denen der Anstellwinkel klein ist. Letzteres ist z.B. der Fall, wenn der Bügel parallel
zur Ebene des Grundkörpers ausgerichtet ist.
[0012] Der oben beschriebene Rahmen kann insbesondere durch Spritzgießen hergestellt sein,
wobei der gesamte Rahmen bei Verwendung nur eines Kunststoffmaterials durch einen
einzigen Schuss hergestellt werden kann. Die Herstellung des Rahmens aus Kunststoff
erlaubt es insbesondere auch, den Bügel mit einer gewünschten Geometrie oder Formgebung,
z.B. mit einer Profilierung, auszustatten.
[0013] An dem Rahmenprofil können zusätzlich oder alternativ zu dem Bügel weitere Formelemente
ausgebildet werden, beispielsweise Querrippen zur Verstärkung an der Unter- und/oder
an der Oberseite des Rahmens. Allerdings hat sich gezeigt, dass für die Aufbewahrung
von Lacken oder Farben die Verwendung einer rippenlosen Rahmenkontur in der Regel
günstiger ist, da sich z.B. bei der Anbringung von Querrippen entlang der Oberseite
des Rahmens Farbe oder Lack in den Zwischenräumen zwischen den Rippen sammeln und
nur schwer wieder entfernt werden kann.
[0014] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Behälter, insbesondere eine Dose
zur Aufbewahrung von Lacken, Farben oder dergleichen, mit einem Boden, einer umlaufenden
Seitenwand und einer dem Boden gegenüberliegenden Öffnung, die einen Rahmen aufweist,
der wie oben beschrieben ausgebildet ist. Der Rahmen ist im Bereich der Öffnung entlang
des Behälterurnfangs an der Seitenwand angebracht. Durch die Integration des Bügels
in den Rahmen kann auf die Anbringung des Bügels an der umlaufenden Seitenwand des
Behälters verzichtet werden. Dies ist insbesondere bei Behältern mit rundem Querschnitt
günstig, da der runde Behälter in diesem Fall bei der Etikettierung nicht orientiert
werden muss.
[0015] Der Rahmen kann mit der umlaufenden Seitenwand des Behälters auf unterschiedliche
Weise verbunden werden. Neben einer irreversiblen, stoffschlüssigen Verbindung, z.B.
durch Verschweißen, Verkleben oder dergleichen ist auch eine kraft- und/oder formschlüssige
Verbindung z.B. durch Aufprellen (Reibschluss), Verschrauben, Verrasten oder Aufschnappen
des Rahmens an der Seitenwand möglich. Eine stoffschlüssige Verbindung des Rahmens
mit der Seitenwand, insbesondere durch Schweißen, hat sich als besonders günstig erwiesen.
[0016] Um eine Befüllung des Behälters auf konventionellen, für die Befüllung von Blech-Behältern
ausgelegten Abfüll- bzw. Etikettieranlagen zu ermöglichen, kann im Bereich des Bodens
und am Außenrand des Rahmens jeweils ein umlaufender Bördelrand gebildet sein, der
über die Seitenwand nach außen übersteht. Während bei Blechbehältern Bördelränder
eine notwendige Folge des Herstellungsprozesses sind, um die Einzelteile des Behälters
(Boden, Seitenwand, ringförmiger Rahmen) miteinander zu verbinden, werden bei Kunststoff-Behältern
herstellungsbedingt keine Bördelränder benötigt. Die Bördelränder erlauben es aber,
die Rüstzeiten und Rüstkosten für das Umrüsten einer Abfüllanlage von Blechbehältern
auf Kunststoffbehälter (und umgekehrt) zu minimieren.
[0017] Der Bördelrand im Bereich des Bodens und/oder der Bördelrand im Bereich der Öffnung
können stegförmig ausgebildet sein. Dies ist günstig, um die Behälter besser aufeinander
stapeln zu können. Insbesondere kann hierbei die Innenseite des stegförmigen Bördelrands
im Bereich der Öffnung weiter nach außen vorstehen als die Außenseite des Bördelrands
im Bereich des Bodens (oder umgekehrt) um eine seitliche Fixierung mehrerer aufeinander
gestapelter Behälter zu erreichen.
[0018] Zur Transportsicherung kann der Bördelrand im Bereich der Öffnung und/oder der Bördelrand
im Bereich des Bodens Noppen aufweisen. Werden benachbart angeordnete Behälter miteinander
in Anlage gebracht, greifen die Noppen der Behälter ineinander ein und fixieren deren
relative Lage zueinander. Durch die Noppen kann somit eine seitliche Sicherung von
mehreren Behältern relativ zueinander erfolgen. Für Einzelheiten im Zusammenhang mit
der Ausgestaltung der Noppen sei auf die
DE 20 2009 001 356 U1 der Anmelderin verwiesen.
[0019] Der Behälter kann, wie bei Dosen üblich, eine Seitenwand mit zylindrischer Grundform
aufweisen, d.h. die Querschnittsfläche des Behälters bleibt über seine gesamte Höhe
konstant. Dies ist u.a. für das Etikettieren des Behälters günstig. Es versteht sich,
dass Behälter mit zylindrischer Grundform unterschiedliche Querschnittsgeometrien
aufweisen können. Neben einem Kreis oder einem Oval als Querschnittsform können auch
vieleckige, insbesondere quadratische oder rechteckige Querschnittsformen verwendet
werden. Auch kann der Behälter ggf, eine von einer zylindrischen Grundform abweichende,
z.B. konische Grundform aufweisen.
[0020] Der Behälter kann insbesondere auch einen Deckel zum Verschließen der Öffnung aufweisen,
der einen Seitenrand zur dichtenden Verbindung mit einem Innenrand des Rahmens besitzt.
Der Deckel kann an dem Rahmen beispielsweise durch Verrasten oder durch Aufprellen
angebracht werden. Hierbei kann der Innenrand des Rahmens durch einen axialen Steg
gebildet sein, der mit der Außenseite des Seitenrands am Deckel dichtend abschließt.
[0021] Der Deckel kann auch einen über den Innenrand des Rahmens überstehenden Vorsprung
aufweisen, an dem bevorzugt eine Versteifung, insbesondere in Form von Querrippen
vorgesehen ist. Typischer Weise verbleibt bei aufgesetztem Deckel zwischen dem Vorsprung
und einer Abstützfläche an dem Rahmen eine Zwischenraum, in den ein Werkzeug, z.B.
ein Schraubenzieher, eingeführt werden kann, um den Deckel vom Behälter abzuheben.
Es versteht sich, dass zum Abheben des Deckels nicht zwingend ein Vorsprung vorgesehen
werden muss. Auch kann an dem Deckel und/oder an dem Rahmen eine Öffnungshilfe, z.B.
in Form einer Nut, zum Eingriff für ein Werkzeug vorgesehen sein. Es versteht sich,
dass der Deckel und/oder der Rahmen ggf. auch mit einem Originalitätsverschluss versehen
werden können, der es ermöglicht, einen geöffneten und nachträglich wieder verschlossenen
Behälter zu erkennen. Es versteht sich weiterhin, dass der Deckel nicht notwendiger
Weise aus einem Kunststoff-Material bestehen muss und z.B. auch aus Blech, Glas, etc.
hergestellt werden kann.
[0022] Der Behälter oder Teile des Behälters können z.B. aus Polyethylen oder Polypropylen
hergestellt sein. Es versteht sich, dass unterschiedliche Teile des Behälters aus
unterschiedlichen Kunststoff-Materialien bestehen können. So kann z.B. der Rahmen
oder der Deckel aus einem anderen Kunststoff hergestellt werden als der Grundkörper
(Seitenwand und Boden) des Behälters. Typischer Weise wird der vorliegend beschriebene
Behälter im Spritzgussverfahren hergestellt. Es versteht sich aber, dass insbesondere
bei klein dimensionierten Behältern einzelne Teile des Behälters, z.B. der Grundkörper
(Seitenwand und Boden) auch auf andere Weise, z.B. durch Tiefziehen, hergestellt werden
können.
[0023] Ausführungsbeispiele sind in den schematischen Zeichnungen dargestellt und werden
in der nachfolgenden Beschreibung erläutert. Es zeigen:
- Fign. 1a,b
- schematische Darstellungen einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Rahmens
mit einem ringförmigen Grundkörper und einem Bügel, der in einer umlaufenden Senke
des Rahmens angebunden ist,
- Fign. 2a,b
- schematische Darstellungen der Anbindung des Bügels an der Senke in Längsrichtung,
- Fign. 3a,b
- schematische Darstellungen der Anbindung des Bügels an der Senke in Querrichtung,
- Fign. 4a,b
- schematische Darstellungen einer zweiten Ausführungsform des Rahmens mit einem umlaufenden
Außenrand, in den der Bügel integriert ist,
- Fign. 5a,b
- schematische Darstellungen einer dritten Ausführungsform des Rahmens mit nach außen
überstehendem Bügel,
- Fign. 6a,b
- schematische Darstellungen einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Behälters,
an dem ein Rahmen vom in Fign. 1a,b gezeigten Typ angebracht ist, sowie
- Fig. 7
- einen Längsschnitt durch zwei aufeinander gestapelte Behälter vom in Fign. 6a,b gezeigten
Typ.
[0024] Fign. 1a,b zeigen einen Rahmen
1, der einen ringförmigen, profilierten Grundkörper
2 aufweist, an dem ein Bügel
3 über zwei Filmscharniere
4a, 4b angebunden ist. Die Filmscharniere 4a, 4b sind hierbei in einer Senke
5 angebracht, so dass der Bügel 3 in die Senke 5 eintauchen kann und auf diese Weise
vor Beschädigungen geschützt wird.
[0025] Wie in Fig. 1b zu erkennen ist, ist die Anbindung des Bügels 3 an die Filmscharniere
4a, 4b so ausgelegt, dass der Bügel 3 in seiner Grundstellung unter einem Anstellwinkel
α von ca. 5° zu der durch den Grundkörper 2 gebildeten Ebene ausgerichtet ist. Die
Ausrichtung des Bügels 3 unter einem Anstellwinkel ermöglicht ein einfaches Greifen
des Bügels durch einen Bediener. Von der Grundstellung aus kann der Bügel in eine
im Wesentlichen vertikale Stellung verbracht werden, wie in Fig. 1b gestrichelt angedeutet
ist. Selbstverständlich kann der Bügel 3 in seiner Grundstellung auch unter einem
anderen Anstellwinkel α bezüglich des Grundkörpers 2 ausgerichtet werden, wobei sich
insbesondere Anstellwinkel α zwischen ca. 5° und ca. 40° als besonders günstig erwiesen
haben.
[0026] Für die Anbindung des Bügels 3 an den Grundkörper 2 bzw. an die Senke 5 bestehen
unterschiedliche Möglichkeiten. Beispielsweise können die Filmscharniere 4a, 4b des
Bügels 3 wie in
Fign. 2a,b gezeigt ist in Längsrichtung an der Senke 5 angebunden sein. Alternativ ist es auch
möglich, die Filmscharniere 4a, 4b quer zur Senke 5 anzubinden, wie in
Fign. 3a,b dargestellt ist. In jedem Fall kann zwischen dem Bügel 3 und dem Grundkörper 2 eine
Originalitätssicherung z.B. in Form eines (nicht gezeigten) Steges vorgesehen werden.
[0027] Fign. 4a,b zeigen eine alternative Ausgestaltung des Rahmens 1, bei dem der Bügel 3 in einen
umlaufenden, stegförmigen Außenrand
6 des Grundkörpers 2 integriert ist. Der Bügel 3 wird hierbei durch einen Randbereich
des stegförmigen Randes 6 gebildet, der vom Grundkörper 2 durch eine umlaufende, halbkreisförmige
Freisparung (Schlitz)
7 getrennt ist. Die Filmscharniere 4a, 4b sind hierbei am Übergang zwischen dem den
Bügel 3 bildenden Randbereich und dem Teil des stegförmigen Randes 6 angebracht, der
nicht mit einer Freisparung versehen ist.
[0028] Bei der in Fign. 4a,b gezeigten Ausführung ist der den Bügel bildende Randbereich
3 parallel zur Ebene des Grundkörpers 2 ausgerichtet. Dies ermöglicht es, einen kurzen
Steg
8 zwischen dem Randbereich 3 und dem Grundkörper 2 vorzusehen, der als Sollbruchstelle
dient und eine Originalitätssicherung bildet. Wird der von außen leicht zugängliche
Randbereich 3 von einem Bediener erfasst und nach oben angehoben, bricht der Steg
8 und ermöglicht es, das Anheben des Bügels 3 zu erkennen. Selbstverständlich kann
auch bei dem in Fign. 4a,b gezeigten Rahmen 1 durch geeignete Ausgestaltung der Filmscharniere
4a, 4b ein von Null verschiedener Anstellwinkel des Randbereichs 3 eingestellt werden.
Auch kann der Bügel ggf. auf analoge Weise an einem stegförmigen, weiter innen liegenden
Rand des Rahmens 1 angebracht werden.
[0029] In
Fign. 5a,b ist eine weitere Ausgestaltung des Rahmens 1 gezeigt, bei welcher der Bügel 3 über
den Umfang des ringförmigen Grundkörpers 2 übersteht. Die Filmscharniere 4a, 4b sind
in diesem Fall am äußeren Umfang des Grundkörpers 2 angebracht und stehen über den
Grundkörper 2 über, um den Bügel 3 beabstandet vom Grundkörper 2 anbinden zu können.
Bei der in Fign. 5a,b gezeigten Ausführung ist der Bügel 3 ebenso wie bei der in Fign.
4a,b gezeigten Ausführung parallel zur Ebene des Grundkörpers 2 ausgerichet und ein
zwischen Grundkörper 2 und Bügel 3 angeordneter Steg 8 dient als Originalitätssicherung.
Selbstverständlich kann auch bei der in Fign. 5a,b gezeigten Ausführung durch geeignete
Formgebung der Filmscharniere 4a, 4b ein von Null verschiedener Anstellwinkel des
Bügels 3 eingestellt werden,
[0030] Es versteht sich, dass der Bügel 3 anders als oben dargestellt nicht zwingend glatt
sein muss. Beispielsweise kann der Kunststoff-Bügel 3 mit einer Profilierung, z.B.
mit Zacken, Wellen oder Fähnchen, versehen werden. Insbesondere bei der Verwendung
eines Zwei-Komponenten-Spritzgießverfahrens ist es auch möglich, für den Grundkörper
2 und den Bügel 3 unterschiedliche Kunststoff-Materialien zu wählen, die sich entlang
einer Fließkante im Bereich der Filmscharniere 4a, 4b vereinigen. Beispielsweise kann
hierbei eine unterschiedliche Farbgestaltung des Bügels 3 im Vergleich zum Grundkörper
2 erfolgen oder es können Materialien mit unterschiedlicher Steifigkeit für Bügel
3 und Grundkörper 2 gewählt werden. Für den Fall, dass der Rahmen 1 nur aus einem
einzigen Kunststoff-Material hergestellt werden soll, kann dieser in einem Spritzgießverfahren
mit einem einzigen Schuss hergestellt werden.
[0031] Der oben beschriebene Rahmen 1 kann an einem Behälter
10 aus Kunststoff angebracht werden, wie er in
Fign. 6a,b dargestellt ist. Der Behälter 10 kann z.B. zur Aufbewahrung von Lacken, Farben oder
dergleichen dienen und weist einen Boden
11, eine umlaufende Seitenwand
12 und eine dem Boden 11 gegenüberliegende Öffnung auf, die in der in Fign. 6a,b gezeigten
Darstellung von einem Deckel
13 verschlossen ist.
[0032] Am oberen Rand des Behälters 10 sowie am unteren Rand des Behälters 10 ist jeweils
ein umlaufender, nach außen über die Seitenwand 12 überstehender Rand
14a, 14b vorgesehen. Die Ränder 14a, 14b sind hierbei den Bördelrändern eines Blech-Behälters
nachempfunden und werden daher im Folgenden mit dem Begriff "Bördelränder" bezeichnet.
Die Bördelränder 14a, 14b des Behälters 10 ermöglichen dessen Befüllung auf konventionellen,
für die Befüllung von Blech-Behältern ausgelegten Abfüllanlagen.
[0033] Fig. 7 zeigt den Behälter 10 ohne Deckel, so dass die dem Boden 2 gegenüber liegende Öffnung
15 zu erkennen ist. Im Bereich der Öffnung 15 ist an der Seitenwand 12 der profilierte
Rahmen 1 in der Ausgestaltung von Fign. 1a,b angebracht. An der Außenseite des Rahmens
1 ist der obere Bördelrand 14a gebildet. Der Rahmen 1 ist mit der Seitenwand 12 im
vorliegenden Beispiel durch Verschweißen verbunden, es versteht sich aber, dass die
Verbindung zwischen dem Rahmen 1 und der Seitenwand 12 auch auf andere Weise erfolgen
kann, z.B. über einen Formschluss und/oder über einen Reibschluss, d.h. der Rahmen
1 kann insbesondere auch über eine lösbare (Schnapp- oder Rast-)Verbindung an dem
Behälter 10 angebracht werden.
[0034] Wie in Fig. 7 ebenfalls zu erkennen ist, sind der obere und der untere Bördelrand
14a, 14b stegförmig ausgebildet, wobei die Innenseite des stegförmigen oberen Bördelrands
14a weiter nach außen vorsteht als die Außenseite des stegförmigen unteren Bördelrands
14b. Beim Stapeln eines weiteren Behälters
10' auf den Behälter 10 dient der stegförmige untere Bördelrand 14b' des weiteren Behälters
10' als Stehrand und liegt auf einer umlaufenden radialen Auflagefläche
16 des Rahmens 1 des unteren Behälters 10 auf. Der obere stegförmige Bördelrand 14a
des Behälters 10 umschließt hierbei den unteren stegförmigen Bördelrand 14b des weiteren
Behälters 10' mit geringem Spiel, so dass die beiden Behälter 10, 10' bei der Stapelung
in ihrer relativen Lage zueinander fixiert werden.
[0035] Zusätzlich können an den Bördelrändern 14a, 14b (nicht gezeigte) Noppen vorgesehen
werden, die über den jeweiligen Bördelrand 14a, 14b nach außen überstehen. Werden
benachbart zueinander angeordneten Behälter miteinander in Anlage gebracht, greifen
die Noppen an den Behältern ineinander ein und fixieren deren relative Lage. Durch
die Noppen kann somit eine seitliche Sicherung von mehreren nebeneinander angeordneten
Behältern relativ zueinander erfolgen, um diese beim Transport geeignet zu fixieren,
wie in der
DE 20 2009 001 356 U1 der Anmelderin ausführlich dargestellt ist.
[0036] Wie in Fig. 7 gezeigt ist, kann der Bügel 3 aus der Grundstellung heraus nach unten
in eine im Wesentlichen horizontale Stellung parallel zur Ebene des ringförmigen Rahmens
1 verbracht werden. Beim Stapeln wird der Bügel 3 hierbei von einem ringförmigen,
erhöhten Abschnitt des Bodens 11' des weiteren Behälters 10' niedergehalten. Auch
kann der Bügel 3 über die horizontale Lage weiter nach unten bewegt werden, um den
Bügel 3 in der zwischen der Auflagefläche 8 und einer Abstützfläche
17 gebildeten Senke 5 des Rahmens 1 aufzunehmen.
[0037] Zur Befestigung des Deckels 13 weist der Rahmen 1 einen in axialer Richtung verlaufenden
inneren Steg
18 auf, der mit einer (nicht gezeigten) Seitenwand des Deckels 13 dichtend in Anlage
gebracht werden kann, so dass der Deckel 13 die Öffnung 15 dichtend verschließt.
[0038] Der Deckel 13 weist an seinem Außenrand einen in Fig. 6a gezeigten Vorsprung
19 auf, der den axialen Steg 18 des Rahmens 1 übergreift und den Deckel 13 über eine
Presspassung an dem Rahmen 1, fixiert. Der an dem Deckel 13 gebildete Vorsprung 19
kann eine Versteifung z.B. in Form von Querrippen aufweisen. Dies ist günstig, wenn
zum Aufheben des Deckels 13 ein Werkzeug, z.B. ein Schraubenzieher, in den zwischen
dem Vorsprung 19 des Deckels 13 und der Abstützfläche 17 des Rahmens 1 gebildeten
Zwischenraum eingebracht wird, um den Deckel 13 vom Rahmen 1 abzuheben.
[0039] Es versteht sich, dass der Rahmen mit integriertem Bügel nicht zwingend kreisringförmig
ausgestaltet sein muss. Vielmehr kann der Rahmen eine an die jeweilige Behältergeometrie
angepasste Form aufweisen und z.B. oval oder mehreckig ausgestaltet sein. Auch können
gegebenenfalls zusätzliche Formelemente, beispielsweise in Form von Verstärkungsrippen,
an dem Rahmen vorgesehen werden. Selbstverständlich kann der Rahmen mit integriertem
Bügel auch an Behältern angebracht werden, die keinen zylindrischen, über die Höhe
des Behälters konstanten Querschnitt aufweisen, beispielsweise an konischen Behältern.
In jedem Fall können die Herstellungskosten für den Behälter durch die die Integration
des Bügels in den Rahmen gesenkt werden.
1. Rahmen (1) aus Kunststoff mit einem Grundkörper (2) zur Anbringung im Randbereich
einer Öffnung (15) eines Behälters (10), insbesondere einer Dose zur Aufbewahrung
von Farben, Lacken oder dergleichen,
gekennzeichnet durch
einen Bügel (3), der über Filmscharniere (4a, 4b) an den Grundkörper (2) angebunden
ist.
2. Rahmen nach Anspruch 1, bei dem der profilierte Grundkörper (2) eine Senke (5) aufweist,
an der die Filmscharniere (4a, 4b) zur Anbindung des Bügels (3) angebracht sind.
3. Rahmen nach Anspruch 2, bei dem die Filmscharniere (4a, 4b) längs und/oder quer zur
Senke (2) verlaufen.
4. Rahmen nach Anspruch 1, bei dem der Bügel (3) durch einen Randbereich eines umlaufenden,
stegförmigen Randes (6) des Grundkörpers (2) gebildet ist, der durch einen entlang
der Umfangsrichtung des stegförmigen Randes (6) verlaufende Freisparung (7) vom Grundkörper
(2) getrennt ist.
5. Rahmen nach Anspruch 1, bei dem die Filmscharniere (4a, 4b) am Außenrand des Grundkörpers
(2) angebracht sind und der Bügel (3) über den Grundkörper (2) nach außen übersteht.
6. Rahmen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Bügel (3) in seiner Grundstellung
unter einem von Null verschiedenen Anstellwinkel (α), bevorzugt zwischen 5° und 40°,
insbesondere zwischen 10° und 30°, zum Grundkörper (2) ausgerichtet ist.
7. Rahmen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Bügel (3) und der Grundkörper
(2) aus unterschiedlichen Kunststoffmaterialien bestehen.
8. Rahmen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, weiter umfassend eine Originalitätssicherung,
die beim Bewegen des Bügels (3) aus seiner Grundstellung aufgebrochen wird.
9. Rahmen nach Anspruch 9, bei der die Originalitätssicherung durch einen Steg (8) zwischen
Bügel (3) und Grundkörper (2) gebildet ist.
10. Rahmen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, der durch Spritzgießen hergestellt
ist.
11. Rahmen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem der Grundkörper (2) ein rippenloses
Profil aufweist.
12. Behälter (10), insbesondere Dose zur Aufbewahrung von Lacken, Farben oder dergleichen,
mit einem Boden (11), einer umlaufenden Seitenwand (12) und einer dem Boden (11) gegenüberliegenden
Öffnung (15), gekennzeichnet durch einen Rahmen (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, der im Bereich der Öffnung
(15) an der Seitenwand (12) angebracht ist.
13. Behälter nach Anspruch 12, bei dem der Rahmen (1) stoffschlüssig, insbesondere durch
Verschweißen, an der Seitenwand (12) befestigt ist.
14. Behälter nach einem der Ansprüche 12 bis 13, weiter umfassend einen Deckel (13) zum
Verschließen der Öffnung (15), wobei der Deckel (13) einen Seitenrand zur dichtenden
Verbindung mit einem Innenrand (18) des Rahmens (1) aufweist.
15. Behälter nach einem der Ansprüche 12 bis 14, bei dem der Deckel (13) an seinem Außenrand
einen über den Innenrand (18) des Rahmens (1) überstehenden Vorsprung (19) aufweist,
an dem bevorzugt eine Versteifung, insbesondere in Form von Querrippen, vorgesehen
ist.