[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum lastunabhängigen Beaufschlagen eines
Diesel-Rußpartikelfilters mit Druckluft, um beim Abbrennen der im Partikelfilter gesammelten
Rußpartikel den Filterwiderstand zu überwinden, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Gemäß den heutig gültigen Abgasverordnungen, die in zunehmendem Ausmaß weltweit gültig
werden, ist die als Zielvorstellung ausgestaltete Vorschrift enthalten, dass die in
den Abgasen von Dieselmotoren zwangsläufig enthaltenen Stickoxide (NOx) sowie insbesondere
die Diesel-Rußpartikelfilter weitgehend, wenn nicht sogar vollständig entfernt bzw.
wirkungslos gemacht werden müssen.
[0003] Die hierzu bereits bekannten Vorrichtungen unterliegen sämtlich dem erschwerenden
Erfordernis, dass sie bei all solchen Dieselmotoren zuverlässig funktionieren sollen,
deren Leistungsbereich sich von 30 bis 700 KW erstreckt und deren Anwendungsbereich
sowohl Fahrzeuge bzw. anderweitige Geräte betrifft, die straßengebunden sowie straßenfern
(onroad/offroad) einsetzbar sind.
[0004] Um das gewünschte Ziel der Entfernung von Diesel-Rußpartikelfiltern aus den Dieselabgasen
zu erreichen, wird typischerweise in der Abgasleitung ein Partikelfilter in Form eines
Keramikfilters angeordnet, der die auf ihn auftreffenden Partikelfilter zuverlässig
auffängt und in sich ansammelt. Hierbei setzt sich natürlicherweise der Keramikfilter
nach einer bestimmten Zeit zu, so dass der Filterwiderstand dementsprechend ansteigt.
Demgemäß wird nach einer bestimmten Zeit, beispielsweise jeweils nach einem Zeitraum
von 8 Stunden, ein Regenerationsprozess eingeleitet, der im Wesentlichen darin besteht,
dass mittels eines Brenners die Temperatur im Keramikfilter erhöht und somit die Partikelfilter
so lange verbrannt werden, bis der Filter wieder frei wird.
[0005] Für die Einleitung dieses Verbrennungsvorganges wird ein zusätzlicher Luftstrom benötigt,
der mittels verschiedener Vorrichtungen zum lastunabhängigen Beaufschlagen des Partikelfilters
erzeugt wird und einen derartigen Druck aufweisen muss, das beim Abbrennen der im
Partikelfilter gesammelten Rußpartikel der Filterwiderstand überwunden werden kann.
[0006] Bisher ist auf dem Markt noch keine derartige Vorrichtung bekannt, welche die in
diesem Zusammenhang auftretenden zahlreichen Erfordernisse für einen einwandfreien
Betrieb in zufriedenstellender Weise erfüllt. Diese Erfordernisse bestehen unter anderem
in Folgendem:
- Die Drucklufterzeugungsvorrichtung muss über einen weiten Regelbereich betreibbar
sein, der sich über einen Bereich im Verhältnis von bis zu 1:20 erstrecken kann und
insbesondere von 300 bis 6000 U/min reichen soll.
- Die Vorrichtung muss eine hohe Regelgüte, bezogen auf den Luftmassenstrom, aufweisen,
d. h. eine feine Regelbarkeit besitzen, um in der gewünschten Weise stets einen konstanten
Luftmassenstrom zu erzeugen.
- Die Vorrichtung muss eine hohe Lebensdauer haben und über deren gesamte Lebensdauer
gleichwohl eine hohe Regelgenauigkeit aufweisen.
- Aufgrund der vorherrschenden rauen Anforderungen muss die Vorrichtung über einen weiten
Bereich der Umgebungstemperatur, insbesondere von - 40° C bis 100° C, betreibbar sein.
- Aus Kostengründen soll die Vorrichtung einen geringen Bauraum aufweisen und gleichzeitig
preiswert sowie robust sein.
- Aufgrund der bei den Dieselmotoren vorherrschenden lediglich niedrigen Versorgungsspannung
von 12 bzw. 24 V muss die Vorrichtung gleichwohl einen außerordentlich hohen Wirkungsgrad
aufweisen.
- Die Vorrichtung muss eine hohe Belastbarkeit besitzen und demgemäß vibrationssowie
stoßfest ausgestaltet sein.
- Schließlich soll die Vorrichtung aufgrund der an sie gestellten außerordentlich vielfältigen
Anforderungen im Betrieb bis zu 45° neigbar sein, ohne dass Betriebsstörungen auftreten
(s. hierzu beisp. den Einsatz von Dieselmotoren in Baustellenmaschinen usw.).
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, die Vorrichtung der gattungsgemäßen
Art in preiswerter, robuster, geringer Baugröße derart auszugestalten, dass sie sämtliche
der vorgenannten Erfordernisse im Verbund erfüllt.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Erfindung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen hiervon sind in den weiteren Ansprüchen beschrieben.
[0009] Der Erfindung liegt der Gedanke zu Grunde, als Vorrichtung zum lastunabhängigen Beaufschlagen
eines Diesel-Rußpartikelfilters mit Druckluft einen zweiwelligen, trockenlaufenden
Rotationsverdichter vom Typ Verdrängermaschine vorzusehen; dieser ist als Wälzkolbenverdichter
mit zwei sich in einem Zylindergehäuse gegeneinander abwälzenden Kolben, insbesondere
in Form eines Klauenverdichters mit kleinem Bauraum, ausgestaltet, und weist eine
Luftaustrittsöffnung auf, deren Querschnitt zum Erzielen eines kleinen geometrischen
Verdichtungsverhältnisses im Sinn einer geringen inneren Verdichtung angepasst ist.
[0010] Vorteilhafterweise sind die Kolben des Klauenverdichters fliegend gelagert. Hierbei
weist die Lagerung der Klauenkolben bzw. deren Wellen ein Festlager sowie ein Loselager
auf.
[0011] Vorzugsweise ist der Abstand zwischen den Wellenlagern derart gering gehalten, dass
der Klauenverdichter bis zu 45° neigbar ist, ohne dass die Gefahr besteht, dass die
Wellenlager mit Öl überflutet werden.
[0012] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn der Klauenverdichter als Antrieb einen bürstenlosen
permanenterregten Synchronmotor aufweist.
[0013] Zweckmäßigerweise ist der Antrieb des Klauenverdichters gleichfalls fliegend gelagert.
[0014] Der erfindungsgemäße Klauenverdichter ist weiterhin derart ausgestaltet, dass er
über einen weiten Regelbereich im Verhältnis 1:20 antreibbar ist, der sich insbesondere
über einen Bereich von 300 bis 6000 U/min erstreckt.
[0015] Besondere bauliche Vorteile ergeben sich schließlich, wenn der Klauenverdichter aus
mehreren lösbar miteinander verbundenen Untereinheiten gebildet ist, insbesondere
einem Kolbenzylindergehäuse, welches die Klauenkolben beinhaltet, einem Getriebegehäuse
mit Getriebedeckel, einem Motorgehäuse für den Synchronmotor und einer Motorsteuereinheit.
[0016] Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der Drucklufterzeugungsvorrichtung,
insbesondere in Form eines Klauenverdichters, lassen sich sämtliche der vorerwähnten
Erfordernisse im Verbund erfüllen, so dass es hierdurch möglich ist, unabhängig vom
Betriebszustand des jeweiligen Dieselmotors den gewünschten Regenerationsprozess zuverlässig
einzuleiten bzw. durchzuführen.
[0017] Die Erfindung wird im Folgenden in Form eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung
näher erläutert. Diese zeigt in:
- Fig. 1
- den Klauenverdichter gemäß der Erfindung schematisch im Längsschnitt und
- Fig. 2
- im Querschnitt gemäß Linie II-II nach Fig. 1.
[0018] Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist die erfindungsgemäße Drucklufterzeugungsvorrichtung
als Klauenverdichter mit außerordentlich kleinem Bauraum ausgestaltet; dieser ist
aus mehreren lösbar miteinander verbundenen Untereinheiten zusammengesetzt, und zwar
beim dargestellten Ausführungsbeispiel aus einem Kolbenzylindergehäuse 1, einem Getriebegehäuse
2 mit einem Getriebedeckel 3, einem Motorgehäuse 4 und einem Gehäuse 5 für eine Motorsteuereinheit
6.
[0019] Sämtlich dieser Untereinheiten 2 bis 5 sind in der dargestellten Weise mittels Schrauben
7, 8, 9 untereinander verbunden.
[0020] Das Kolbenzylindergehäuse 1 nimmt zwei Klauenkolben 10, 11 auf, welche die aus Fig.
2 ersichtliche Gestaltung aufweisen und gegeneinander derart abwälzbar sind, dass
sie in dem jeweils zwischen sich und dem Kolbenzylindergehäuse 1 gebildeten Förderraum
die über einen Lufteinlass 12 eintretende Luft während der fortlaufenden Umdrehung
fördern bzw. verdichten und sodann in dem gewünschten verdichteten Zustand über einen
Luftauslass 13 hinaustransportieren. Hierbei ist von besonderer Bedeutung, dass der
Querschnitt des Luftauslasses 13 derart angepasst, insbesondere mittels einer unteren
Kante derart vergrößert ist, dass ein kleines geometrisches Verdichtungsverhältnis
im Sinn einer geringen inneren Verdichtung erzielt wird.
[0021] Die Klauenkolben 10, 11 sind jeweils auf Wellen 14, 15 fliegend gelagert. Hierbei
erfolgt die jeweilige Lagerung innerhalb des Getriebegehäuses 2, und zwar mittels
eines im Getriebedeckel 3 angeordneten Festlagers 16 sowie mittels eines im Getriebegehäuse
2 angeordneten Loselagers 17. Dies gilt entsprechend für jede der beiden Wellen 14,
15.
[0022] Die Welle 14 des Klauenkolbens 10 stellt die Antriebswelle dar, während die Welle
15 des Klauenkolbens 11 die Abtriebswelle bildet. Hierbei ist die Welle 14 mittels
eines bürstenlosen permanenterregten Synchronmotors 18 angetrieben, der innerhalb
des Motorgehäuses 4 angeordnet ist und über die im Gehäuse 5 angeordnete Motorsteuereinheit
6 gesteuert wird.
[0023] Der Antrieb der Welle 15 des Klauenkolbens 11 sowie deren erforderliche Synchronisation
mit der Drehzahl der Welle 14 des Klauenkolbens 10 erfolgt mittels zweier miteinander
kämmender Zahnräder 19, 20, die zwischen den beiden Lagern 16, 17 auf den Wellen 14,
15 angeordnet sind und beim dargestellten Ausführungsbeispiel eine Stirnrad-Geradverzahnung
aufweisen.
[0024] Der zwischen Getriebegehäuse 2 und Getriebedeckel 3 gebildete Raum 21 enthält in
der üblichen Weise Lageröl, das den in Fig. 1 gestrichelt angedeuteten Ölspiegel 22
bildet. In diesen Ölspiegel 22 taucht eine am Zahnrad 20 drehfest angeordnete Schleuderscheibe
23 ein, die als Teilscheibe ausgebildet ist und aufgrund ihrer drehfesten Verbindung
mit dem unteren Zahnrad 20 das im Ölraum 21 befindliche Öl in der erwünschten Weise
zu Schmierungszwecken hochschleudert.
[0025] Aufgrund der rauen Einsatzbedingungen des Klauenverdichters sollte verhindert sein,
dass das im Ölraum 21 befindliche Öl selbst bei einer Neigung des Klauenverdichters
von bis zu 45° gegenüber der Horizontalen nicht die Lager 16 ,17 in unerwünschter
Weise überflutet. Zu diesem Zweck ist der axiale Abstand zwischen den Lagern 16, 17
derart gering gehalten, dass sich der Ölspiegel 22 um bis zu 45° gegenüber der Horizontalen
neigen kann, ohne die Lager 16, 17 zu überfluten.
[0026] Hinsichtlich vorstehend nicht im Einzelnen näher erläuterter Merkmale der Erfindung
wird abschließend ausdrücklich auf die Ansprüche sowie die Zeichnung verwiesen.
1. Vorrichtung zum lastunabhängigen Beaufschlagen eines Diesel-Rußpartikelfilters mit
Druckluft, um beim Abbrennen der im Partikelfilter gesammelten Rußpartikel den Filterwiderstand
zu überwinden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung ein zweiwelliger, trockenlaufender Rotationsverdichter vom Typ Verdrängermaschine
ist, der als Wälzkolbenverdichter mit zwei sich in einem Zylindergehäuse (1) gegeneinander
abwälzenden Kolben (10, 11), insbesondere in Form eines Klauenverdichters mit kleinem
Bauraum, ausgestaltet ist und eine Luftaustrittsöffnung (13) mit einem zum Erzielen
eines kleinen geometrischen Verdichtungsverhältnisses im Sinn einer geringen inneren
Verdichtung angepassten Querschnitt aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolben (10, 11) des Klauenverdichters fliegend gelagert sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung der Klauenkolben (10, 11) bzw. deren Wellen (14, 15) ein Festlager (16)
sowie ein Loselager (17) aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der axiale Abstand zwischen den Wellenlagern (16, 17) derart gering ist, dass der
Klauenverdichter bis zu 45° neigbar ist, ohne die Lager (16, 17) mit Öl zu überfluten.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Klauenverdichter als Antrieb einen bürstenlosen permanenterregten Synchronmotor
(18) aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (18) des Klauenverdichters fliegend gelagert ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Klauenverdichter über einen weiten Regelbereich im Verhältnis 1:20 antreibbar
ist, der sich insbesondere über einen Bereich von 300 bis 6000 U/min erstreckt.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Klauenverdichter aus mehreren lösbar miteinander verbindbaren baulichen Untereinheiten,
insbesondere einem Kolbenzylindergehäuse (1), einem Getriebegehäuse (2) mit Getriebedeckel
(3), einem Motorgehäuse (4) und einer Motorsteuereinheit (5), zusammengesetzt ist.