[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bedrucken eines Verkleidungspaneels, insbesondere
eines Verkleidungspaneels zum Verkleiden eines Untergrunds, beispielsweise eines Fußbodens,
wobei das Verkleidungspaneel umfasst:
- eine zur Anlage am Untergrund bestimmte Anlagefläche und eine von der Anlagefläche
abgewandte Sichtfläche,
- zwei Paare von einander gegenüberliegenden Seitenrändern, von denen wenigstens eines
mit Kopplungsmitteln zur Verbindung zweier bezüglich der Kopplungsmittel identisch
ausgebildeter Paneele versehen ist,
wobei wenigstens ein Sichtabschnitt der Oberfläche der Kopplungsmittel eine Flächennormale
aufweist, die eine Komponente umfasst, welche in die gleiche Richtung weist wie die
Flächennormale der Sichtfläche, und
wobei dieser wenigstens eine Sichtabschnitt in Höhenrichtung des Paneels gesehen zwischen
der Sichtfläche und der Anlagefläche angeordnet ist,
wobei man bei dem Verfahren
- das Verkleidungspaneel zum Bedrucken unter einem Druckaggregat hindurchführt, wobei
die Sichtfläche berührungslos mit einem ersten vorbestimmten Dekor bedruckt wird,
und
- wenigstens einen Teil des Sichtabschnitts der Oberfläche der Kopplungsmittel mit einem
zweiten vorbestimmten Dekor bedruckt.
[0002] Zwar ist dann, wenn eine Mehrzahl derartiger Verkleidungspaneele miteinander verbunden
ist, nur noch die Sichtfläche der Paneele zu sehen, nicht jedoch diejenigen Oberflächenabschnitte
der Kopplungsmittel, die das unverlegte Paneel dem Blick des Betrachters aus der gleichen
Richtung darbietet, aus der dieser auch die Sichtfläche sehen kann, d.h. diejenigen
Oberflächenabschnitte, deren Flächennormale eine Komponente aufweist, welche in die
gleiche Richtung weist wie die Flächennormale der Sichtfläche. Allerdings wird in
der letzten Zeit dazu übergegangen, auf diesen Oberflächenabschnitten ergänzende Informationen
vorzusehen, beispielsweise den Namen oder das Logo des Herstellers. Diese ergänzenden
Informationen werden in einem von der Aufbringung des ersten vorbestimmten Dekors
auf die Sichtfläche des Paneels unabhängigen Arbeitsschritt auf die Kopplungsmittel
aufgebracht, beispielsweise nachdem ein Dekorpapier mit dem Kernmaterial des Paneels
verpresst und die Kopplungsmittel durch Fräsen ausgebildet worden sind.
[0003] Das Dokument
DE 10 2005 060 753 A1 beschreibt ein Verfahren zum Bedrucken mindestens eines profilierten Abschnitts eines
Paneels. Der profilierte Abschnitt des Paneels wird beim Bedrucken relativ zu einem
ortsfesten Druckkopf bewegt. Der Druckkopf ist ein Tintenstrahldruckkopf. Die Kanten
des Paneels sind mit Nut- und Federprofilen versehen; ein Bedrucken dieser Seitenprofile
oder der Sichtfläche des Paneels mit einem vorbestimmten Dekor sind nicht beschrieben.
[0004] Die Verwendung von berührungslosen Druckverfahren ist aus dem Stand der Technik grundsätzlich
bekannt. Beispielhaft sei auf das allgemein bekannte Inkjet-Druckverfahren verwiesen,
bei welchem ein berührungslos arbeitendes Druckaggregat, d.h. ein Druckaggregat, das
mit der zu bedruckenden Oberfläche nicht in Kontakt tritt, mittels einer Mehrzahl
von Druckelementen Druckmedium, beispielsweise Tinte, in Richtung der zu bedruckenden
Oberfläche abgibt.
[0005] Ausgehend von dem vorstehend geschilderten Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, das eingangs angegebene Verfahren zu vereinfachen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst, bei
welchem das erste vorbestimmte Dekor und das zweite vorbestimmte Dekor in einem gemeinsamen
Druckvorgang berührungslos auf das Verkleidungspaneel aufgedruckt werden, wobei dem
unterschiedlichen Abstand der Sichtfläche und des wenigstens einen Teils des Sichtabschnitts
der Oberfläche der Kopplungsmittel vom Druckaggregat durch eine den jeweiligen Abstand
berücksichtigende Erstellung der dem Druckaggregat zu dessen Steuerung zugeführten
Steuerungssignale Rechnung getragen wird.
[0007] Dadurch, dass man auch das zweite vorbestimmte Dekor berührungslos auf das Paneel
aufdruckt, können beide Dekore in ein und demselben Arbeitsgang auf das Paneel aufgedruckt
werden. Um dabei vermeiden zu können, dass die Tatsache, dass die mit dem ersten vorbestimmten
Dekor zu bedruckende Oberfläche des Paneels von dem Druckaggregat einen anderen Abstand
aufweist als die mit dem zweiten vorbestimmten Dekor zu bedruckende Oberfläche des
Paneels, zu einer Verzerrung des aus dem ersten vorbestimmten Dekor und dem zweiten
vorbestimmten Dekor gebildeten Gesamtdekors führt, werden die dem Druckaggregat zu
dessen Steuerung zugeführten Steuerungssignale in einer dem jeweiligen Abstand Rechnung
tragenden Weise erstellt.
[0008] Gemäß einer ersten Möglichkeit wird vorgeschlagen, dass das Druckaggregat das Druckmedium
zum Drucken des ersten vorbestimmten Dekors und das Druckmedium zum Drucken des zweiten
vorbestimmten Dekors mit einer unterschiedlichen zeitlichen Steuerung abgibt. Diese
unterschiedliche zeitliche Steuerung kann dem Druckaggregat entweder von außen vorgegeben
werden, beispielsweise von einer das Druckaggregat steuernden Steuereinheit (dezentrale
Intelligenz), oder vom Druckaggregat selbst generiert werden (zentrale Intelligenz).
In der Regel gilt, dass das Druckaggregat das Druckmedium umso früher abgeben muss,
je größer der Abstand der zu bedruckenden Oberfläche vom Druckaggregat ist. Ein weiterer
Parameter, der bei der Erstellung der zeitlichen Steuerung des Druckaggregates berücksichtigt
werden sollte, ist die Vorschubgeschwindigkeit, mit der sich das Paneel an dem Druckaggregat
vorbeibewegt. Je größer diese Vorschubgeschwindigkeit ist, desto früher muss das Druckaggregat
das Druckmedium abgeben. Vorzugsweise bewegt sich das Paneel in einer rein linearen
Bewegung mit konstanter Vorschubgeschwindigkeit an dem Druckaggregat vorbei.
[0009] Zusätzlich oder alternativ zu der ersten Möglichkeit ist es jedoch auch möglich,
das dem Druckaggregat zugeführte Gesamtdekor mit einer Gegenverzerrung des ersten
vorbestimmten Dekors und des zweiten vorbestimmten Dekors zu versehen, welche derart
ausgebildet ist, dass sie die Verzerrung beim Drucken ausgleicht, so dass sich insgesamt
das gewünschte Gesamtdekor ergibt. Wird in diesem Fall mit einer fest vorgegebenen
Gegenverzerrung gearbeitet, muss das Paneel mit einer dieser Gegenverzerrung entsprechenden
Vorschubgeschwindigkeit an dem Druckaggregat vorbeibewegt werden.
[0010] Wie vorstehend bereits erwähnt, kann bei der Erstellung der dem Druckaggregat zu
dessen Steuerung zugeführten Steuerungssignale wenigstens ein weiterer Parameter,
beispielsweise die Vorschubgeschwindigkeit, mit der das Paneel am Druckaggregat vorbeibewegt
wird, berücksichtigt werden.
[0011] Um der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens einen möglichst
einfachen konstruktiven Aufbau verleihen zu können, wird in Weiterbildung der Erfindung
vorgeschlagen, dass das Druckaggregat während des Druckvorgangs eine konstante Relativlage
zu dem zu bedruckenden Paneel beibehält, vorzugsweise ortsfest angeordnet ist.
[0012] Grundsätzlich können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sämtliche Kopplungsmittel
des Paneels bedruckt werden, d.h. sowohl diejenigen Kopplungsmittel, die den in Bewegungsrichtung
des Paneels vorauslaufenden und nachlaufenden Seitenrändern zugeordnet sind, als auch
diejenigen Kopplungsmittel, die den beiden in Bewegungsrichtung des Paneels seitlichen
Seitenrändern zugeordnet sind. Bei den Kopplungsmitteln, die dem in Bewegungsrichtung
des Paneels nachlaufenden Seitenrand zugeordnet sind, kann sich allerdings das Problem
einer "Abschattung" zumindest eines Abschnitts der Oberfläche dieser Kopplungsmittel
durch den in Bewegungsrichtung des Paneels nachlaufenden Seitenrand ergeben. Um auch
an dem in Bewegungsrichtung des Paneels nachlaufenden Seitenrand ein möglichst vollständiges
Bedrucken des diesem Seitenrands zugeordneten Kopplungsmittels ermöglichen zu können,
wird daher in Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen, dass das Druckaggregat derart
angebracht ist, dass es dem es verlassenden Druckmedium eine Geschwindigkeitskomponente
verleiht, welche in die Richtung der Bewegung des Paneels relativ zum Druckaggregat
während des Druckvorgangs weist. Auf diese Art und Weise kann die Relativgeschwindigkeit
zwischen dem Druckmedium und dem Paneel in der Bewegungsrichtung des Paneels zumindest
verringert, wenn nicht gar vollständig zu Null gemacht oder sogar überkompensiert
werden. Auf diese Weise kann ein von dem nachlaufenden Seitenrand des Paneels "abgeschatteter"
Abschnitt der Oberfläche des diesem Seitenrands zugeordneten Kopplungsmittels zumindest
verkleinert, wenn nicht gar vollständig eliminiert werden.
[0013] Nachzutragen ist noch, dass die Sichtfläche zwar grundsätzlich im Wesentlichen in
einer Ebene verläuft, dass sie aber gleichwohl durch Eindrückungen oder/und Erhebungen
konturiert sein kann, beispielsweise um dem Paneel eine Oberflächenstruktur zu verleihen,
die optisch oder/und haptisch dem ersten vorbestimmten Dekor entspricht. Beispielsweise
kann hierdurch die Maserung einer vorbestimmten Holzart oder die Oberflächenstruktur
von Fliesen einschließlich der zwischen diesen vorgesehenen Fugen nachempfunden werden.
[0014] Das Paneel kann einen Kern umfassen, der mit einer die Sichtfläche aufweisenden Dekorschicht
und einer die Anlagefläche aufweisenden Gegenzugschicht versehen ist. Der Kern kann
beispielsweise von einer MDF-Platte oder/und einer HDF-Platte oder/und einer OSB-Platte
oder/und einer SpanPlatte oder/und einer Sperrholz-Platte oder/und Multiplex-Platte
gebildet sein. Die Dekorschicht kann beispielsweise von einem wenigstens eine Papierlage
umfassenden Laminat oder/und einem Furnier gebildet sein oder/und eine Kork oder/und
wenigstens ein Textil oder/und wenigstens einen Kunststoff oder/und wenigstens ein
Mineral umfassende Schicht sein oder/und aus Linoleum oder/und aus Kautschuk oder/und
aus Gummi gebildet sein, wobei die Sichtfläche jeweils bedruckbar ausgebildet ist.
Die Gegenzugschicht kann ebenfalls als ein- oder mehrlagige, Kunstharz-getränkte Papierschicht
oder/und als eine ein Furnier oder/und Kork oder/und wenigstens ein Textil oder/und
wenigstens einen Kunststoff oder/und wenigstens ein Mineral umfassende Schicht oder/und
aus Linoleum oder/und aus Kautschuk oder/und aus Gummi ausgebildet sein.
[0015] Nachzutragen ist ferner, dass mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens die Paneele
nicht nur mit zweiten vorbestimmten Dekoren bedruckt werden können, die von dem ersten
vorbestimmten Dekor unabhängig sind, sondern dass es auch möglich ist, das erste vorbestimmte
Dekor und das zweite vorbestimmte Dekor ineinander übergehen zu lassen. Auf diese
Weise ist es beispielsweise möglich, auch auf die Kopplungsmittel eine Holzstruktur
aufzudrucken, so dass das Paneel insgesamt das Erscheinungsbild eines Massivholz-Paneels
aufweist.
[0016] Die Erfindung wird im Folgenden an Hand der beigefügten Zeichnung näher erläutert
werden. Es stellt dar:
- Figur 1
- eine grobschematische Draufsicht auf ein Verkleidungspaneel;
- Figur 2
- eine längs der Linie II-II in Figur 1 genommene Schnittansicht einer beispielhaften
Ausgestaltung des Verkleidungspaneels;
- Figuren 3 und 4
- Ansichten ähnlich Figur 2 von Verkleidungspaneelen alternativer Ausgestaltungen;
- Figur 5
- eine Ansicht ähnlich Figur 2, die eine grobschematische Vereinfachung des Verkleidungspaneels
darstellt;
- Figur 6
- eine Ansicht ähnlich Figur 5 zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
- Figur 7
- eine Ansicht ähnlich Figur 6, wobei aber nur das nachlaufende Kopplungsmittel dargestellt
ist, zur Erläuterung einer abgewandelten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens;
und
- Figur 8
- eine längs der Linie VIII-VIII in Figur 1 genommene grobschematische Schnittansicht
des Verkleidungspaneels während des Druckvorganges;
[0017] In Figur 1 ist ein Verkleidungspaneel allgemein mit 10 bezeichnet. Das Paneel 10
ist rechteckig ausgebildet und umfasst zwei zueinander parallel verlaufende Seitenränder
12 und 14 der in Längsrichtung L verlaufenden Langseiten des Paneels 10, sowie zwei
zueinander parallel verlaufende Seitenränder 16 und 18 der in Querrichtung Q verlaufenden
Kurzseiten des Paneels 10. Beide Paare 12/14 und 16/18 von Seitenrändern sind mit
Kopplungsmitteln 20 und 22 bzw. 24 und 26 versehen.
[0018] Figur 2 zeigt eine längs der Linie II-II in Figur 1 genommene Schnittansicht des
Verkleidungspaneels 10. Wie in Figur 2 zu sehen ist, können die Kopplungsmittel 24
und 26 des Paneels 10 als so genannte "Angling"-Kopplungsmittel ausgebildet sein,
welche durch Ineinander-Schwenken um eine zum jeweiligen Seitenrand im Wesentlichen
parallel verlaufende Achse miteinander verbindbar sind. Das Paneel 10 umfasst eine
zur Anlage am Untergrund U bestimmte Anlagefläche 10a und eine von der Anlagefläche
10a abgewandte Sichtfläche 10b. Des weiteren umfasst das Paneel 10 einen Kern 30,
der beispielsweise unter Verwendung von Holzfasern oder/und Holzspänen gefertigt ist
und beispielsweise von einer MDF-Platte, einer HDF-Platte, einer OSB-Platte, einer
Sperrholz-Platte, einer Multiplex-Platte, einer Spanplatte oder dergleichen gebildet
sein kann. An einer der Sichtfläche 10b zugeordneten Oberfläche 30b ist der Kern 30
mit einer Dekorschicht 32 belegt, deren Oberfläche 32a die Sichtfläche 10b des Paneels
10 bildet. In analoger Weise ist der Kern 30 an einer der Anlagefläche 10a zugeordneten
Oberfläche 30a mit einer Gegenzugschicht 34 belegt, deren Oberfläche 34a die Anlagefläche
10a des Paneels 10 bildet.
[0019] Die Dekorschicht 32 kann beispielsweise von einem wenigstens eine, vorzugsweise Kunstharz-getränkte,
Papierlage umfassenden Laminat oder/und einem Furnier gebildet sein oder/und eine
Kork oder/und wenigstens ein Textil oder/und wenigstens einen Kunststoff oder/und
wenigstens ein Mineral umfassende Schicht sein oder/und aus Linoleum oder/und aus
Kautschuk oder/und aus Gummi gebildet sein. Die Gegenzugschicht 34 kann ebenfalls
als ein- oder mehrlagige, Kunstharz-getränkte Papierschicht oder/und als eine ein
Furnier oder/und Kork oder/und wenigstens ein Textil oder/und wenigstens einen Kunststoff
oder/und wenigstens ein Mineral umfassende Schicht oder/und aus Linoleum oder/und
aus Kautschuk oder/und aus Gummi ausgebildet sein. Ferner kann die Dekorschicht 32
Konturen aufweisen, welche das Paneel 10 haptisch und optisch ansprechender erscheinen
lassen, zum Beispiel indem die natürliche Maserung von Holz oder Stein imitiert wird.
Trotz dieser möglichen Konturierung kann die Dekorschicht 32 als im Wesentlichen eben
und parallel zur Gegenzugschicht 34 betrachtet werden. Es ist somit möglich, der im
Wesentlichen ebenen und parallel der Sichtfläche 10b verlaufenden Erstreckung eine
Flächennormale N zuzuordnen.
[0020] Das Paneel 10 weist an den Oberflächen der Kopplungsmittel 24, 26 wenigstens einen
Sichtabschnitt 24a, 26a auf, welcher sich dadurch auszeichnet, dass seine Flächennormale
n eine Komponente n
N umfasst, die in die gleiche Richtung wie die Flächennormale N der Sichtfläche 10b
weist. Unter dem Begriff "Richtung" ist hierbei eine unidirektionale Richtung (in
Figur 2 nach oben) zu verstehen. Ferner sei darauf hingewiesen, dass ein "Sichtabschnitt"
nach dem vorstehend definierten Verständnis des Begriffs nicht notwendigerweise für
einen Betrachter tatsächlich sichtbar sein muss.
[0021] In den Figuren 3 und 4 sind zwei weitere Ausführungsbeispiele von Verkleidungspaneelen
10' (Figur 3) bzw. 10" (Figur 4) dargestellt, welche mit einer anderen Art von Kopplungsmitteln
24', 26' (Figur 3) bzw. 24", 26" (Figur 4) ausgebildet sind. Insbesondere sind die
Kopplungsmittel 24', 26' gemäß Figur 3 als "Fold down"-Kopplungsmittel ausgebildet,
d.h. als Kopplungsmittel, die durch einfaches Ineinander-Fügen in einer zur Paneelebene
im Wesentlichen orthogonal verlaufenden Richtung H (siehe Figur 1) verbindbar sind.
Während das Kopplungsmittel 26' mehrere Sichtabschnitt 26a' nach dem vorstehend definierten
Verständnis des Begriffs aufweist, verfügt das Kopplungsmittel 24' über keine solche
Sichtabschnitte. Die Kopplungsmittel 24", 26" gemäß Figur 4 sind als "Snap"-Kopplungsmittel
ausgebildet, d.h. als Kopplungsmittel, die durch im Wesentlichen planares Ineinander-Schieben
und Verrasten verbindbar sind. Beide Kopplungsmittel 24", 26" weisen Sichtabschnitte
24a", 26a" auf, wobei die Sichtabschnitte 26a" nicht vollständig für den Blick des
Betrachters einsehbar sind.
[0022] Die in den Figuren 2 bis 4 nicht dargestellten Kopplungsmittel 20, 22 an den Langseiten
12, 14 des Paneels 10 können ebenfalls als Kopplungsmittel des "Angling"-Typs, des
"Fold Down"-Typs oder des "Snap"-Typs ausgebildet sein, wobei die Kopplungsmittel
20, 22 an den Langseiten 12, 14 und die Kopplungsmittel 24, 26 an den Kurzseiten 16,
18 des Paneels 10 nicht notwendigerweise zueinander identisch ausgebildet sein müssen.
Bekannt sind zwar Paneele, bei denen sowohl die Langseiten 12, 14 als auch die Kurzseiten
16, 18 mit Kopplungsmitteln des "Angling"-Typs oder des "Snap"-Typs versehen sind.
Bekannt sind aber auch Paneele, bei denen zwar die Langseiten 12, 14 mit Kopplungsmitteln
des "Angling"-Typs oder des "Snap"-Typs versehen sind, die Kurzseiten 16, 18 hingegen
mit Kopplungsmitteln des "Fold Down"-Typs. Entscheidend ist jedoch, dass eine Mehrzahl
von bezüglich der Kopplungsmittel identisch ausgebildeten Paneelen in der Lage ist,
eine stabile Verkleidung eines Untergrunds U zu bilden.
[0023] Figur 5 zeigt eine Ansicht des Paneels 10 ähnlich wie in Figur 2, wobei jedoch die
Kopplungsmittel 24, 26 lediglich grob-schematisch, d.h. mit stark vereinfachter Profilgeometrie,
dargestellt sind. Insbesondere weisen beide Kopplungsmittel 24, 26 jeweils genau nur
einen einzigen Sichtabschnitt 24a, 26a auf, deren Flächennormale n zudem parallel
zur Flächennormalen N der Sichtfläche 10b des Paneels 10 verläuft. Zwar kann, wie
man leicht einsieht, mit den Kopplungsmitteln 24, 26, so wie sie in den Figur 5, aber
auch den weiteren Figuren 6, 7 und 8, dargestellt sind, keine Kopplung bewirkt werden.
Die vereinfachte Darstellung dieser Kopplungsmittel dient jedoch dazu, das eingangs
beschriebene Problem und die erfindungsgemäße Lösung besser zu verdeutlichen. Das
nachfolgend erklärte Prinzip ist aber auch bei komplexeren Profilgeometrien, wie zum
Beispiel den in den Ausführungsbeispielen der Figuren 2, 3 und 4 gezeigten, anwendbar.
[0024] Figur 6 zeigt das Paneel 10 in der vereinfachten Darstellung gemäß Figur 5, wie es
mit einer konstanten Geschwindigkeit V
P linear in Längsrichtung L des Paneels 10 unter einem berührungslos arbeitenden Druckaggregat
36 hindurchgeführt wird, welches beispielsweise ein Inkjet-Druckaggregat sein kann.
Es hat sich in der Praxis als vorteilhaft erwiesen, das Paneel 10 flach liegend in
der horizontalen Ebene zu führen, während das Druckaggregat 36 über dieser horizontalen
Ebene und üblicherweise parallel zu dieser verlaufend angeordnet ist (vgl. Figur 8).
Das Druckaggregat 36 ist dabei unbeweglich an einem festen Gestell montierten und
weist eine Mehrzahl von Druckdüsen auf (vgl. Figur 8), von denen in Figur 6 nur eine
Druckdüse 36a exemplarisch dargestellt ist.
[0025] Ferner ist in Figur 6 ein (nach links weisender) Zeitstrahl t dargestellt, Auf diesem
Zeitstrahl sind verschiedene Zeitpunkte T1 bis T5 aufgetragen, auf die im Verlaufe
der nachfolgenden Diskussion Bezug genommen wird. Dabei ist für zwei Zeitpunkte T2,
T4 des Druckvorganges die Relativposition des Druckaggregats 36 relativ zum Paneel
10 eingetragen.
[0026] Während das Paneel 10 unter ihm hindurchgeführt wird, bedruckt das Druckaggregat
36 zunächst den Sichtabschnitt 26a des Kopplungsmittels 26 mit einem durch eine Strich-Punkt-Punkt-Linie
angedeuteten Dekor, dann die Sichtfläche 10b des Paneels 10 mit einem durch eine Strich-Punkt-Linie
angedeuteten Dekor und abschließend den Sichtabschnitt 24a des Kopplungsmittels 24
mit einem durch eine Langstrich-Kurzstrich-Linie angedeuteten Dekor. Während des Druckvorganges
verlassen Tintentropfen die Druckdüsen 36a des Druckaggregates 36 (in einem bezüglich
des Druckaggregats 36 ruhenden Bezugssystem) mit einer konstanten Geschwindigkeit
V
T in einer Richtung, die senkrecht zu der horizontalen Ebene verläuft, in welcher das
Paneel linear geführt wird. Vom Paneel 10 aus gesehen, d.h. in einem bezüglich des
Paneels 10 ruhenden Bezugssystems, treffen die Tintentropfen aber nicht orthogonal,
sondern unter einem Winkel α auf den Sichtabschnitt 26a bzw. die Sichtfläche 10b bzw.
den Sichtabschnitt 24a auf, der kleiner als 90° ist. Dieser Winkel α hängt maßgeblich
von dem Verhältnis zwischen der Geschwindigkeit V
T der Tinte, die durch die Bauart des Druckaggregates 36 vorgegeben ist, und der Geschwindigkeit
V
P des Paneels 10, die ggf. eingestellt werden kann, ab.
[0027] Um den Sichtabschnitt 26a des Kopplungsmittels 26 zu bedrucken, startet das Druckaggregat
den Druckvorgang zu einem Zeitpunkt T1, d.h. mit einem zeitlichen Vorlauf ZV1 gegenüber
dem äußersten Seitenrand 38 des Kopplungsmittels 26, welcher sich zum Zeitpunkt T1
noch nicht senkrecht unter den Druckdüsen 36a des Druckaggregates 36 befindet. Die
Größe dieses zeitlichen Vorlaufs ZV1 ist abhängig von dem Winkel α und dem Abstand
H2 zwischen dem Sichtabschnitt 26a und der Druckdüse 36a. Das Druckaggregat 36 beendet
den Druckvorgang zum Bedrucken des Sichtabschnitts 26a zu einem Zeitpunkt T2, wobei
der Zeitpunkt T2 in Hinblick auf Kante 40 den bereits oben genannten zeitlichen Vorlauf
ZV1 aufweist.
[0028] Da die anschließend zu bedruckende Sichtfläche 10b des Paneels 10 einen geringeren
Abstand H1 zu der Druckdüse 36a aufweist, als der soeben bedruckte Sichtabschnitt
26a des Kopplungsmittels 26, ist der zeitliche Vorlauf ZV2 für das Bedrucken des Sichtabschnitts
10b, welcher an der Kante 42 beginnt, kleiner als der zeitliche Vorlauf ZV1. Folglich
braucht mit dem Bedrucken des Sichtabschnitts 10b erst zum Zeitpunkt T3 begonnen zu
werden. Es kommt also zu einer Pause. Diese Pause kann ggf. dazu genutzt werden, auch
noch die vertikale Flanke zwischen dem Sichtabschnitt 26a und der Sichtfläche 10b
zu bedrucken.
[0029] Zu einem Zeitpunkt T4 ist dann die gesamte Sichtfläche 10b des Paneels 10 bedruckt,
wobei der Zeitpunkt T4 in Hinblick auf die Kante 44, an der die Sichtfläche 10b endet,
den bereits oben genannten zeitlichen Vorlauf ZV2 aufweist. Unmittelbar im Anschluss
beginnt das Druckaggregat 36 damit, den Sichtabschnitt 24a des Kopplungsmittels 24
zu bedrucken, und setzt diesen Druckvorgang fort, bis zu einem Zeitpunkt T5 die Kante
46, an der der Sichtabschnitt 24a endet, erreicht wird. Dabei weist der Zeitpunkt
T5 in Hinblick auf die Kante 46 einen zeitlichen Vorlauf ZV3 auf.
[0030] Da der Sichtabschnitt 24a einen Abstand H3 zur Druckdüse 36a aufweist, welcher größer
ist als der Abstand H1, ist auch der zeitliche Vorlauf ZV3, welcher dem Sichtabschnitt
24a zugeordnet werden kann, größer als der zeitliche Vorlauf ZV2. Mit dem Bedrucken
des Sichtabschnitts 24a müsste also zu einem Zeitpunkt begonnen werden, zu dem das
Bedrucken der Sichtfläche 10b noch nicht abgeschlossen ist. Dies ist selbstverständlich
nicht möglich. Bei dem nachlaufendem Kopplungsmittel kann daher mit der in Figur 6
dargestellten Ausführung die Entstehung eines "abgeschatteten" Abschnitts S auf dem
Sichtabschnitt 24a des Kopplungsmittels 24 nicht vermieden werden.
[0031] Die Größe des abgeschatteten Abschnitts S hängt dabei, neben dem Winkel α, maßgeblich
von der Differenz zwischen dem Abstand H1 (Abstand zwischen Sichtfläche 10b und Druckdüse
36a) und dem Abstand H3 (Abstand zwischen Sichtabschnitt 24a und Druckdüse 36a) ab.
Je größer die Differenz zwischen dem Abstand H1 und dem Abstand H3 ist, desto größer
ist der abgeschattete Bereich S. Um den abgeschatteten Bereich S möglichst klein zu
halten, empfiehlt es sich daher, beim Führen des Paneels 10 unter dem Druckaggregat
36 darauf zu achten, das Kopplungsmittel 24, 26, dessen Sichtabschnitt 24a, 26a den
geringeren Abstand H3, H2 zur Druckdüse 36a aufweist, als das nachlaufende Kopplungsmittel
und das jeweils andere Kopplungsmittel als das vorauslaufende Kopplungsmittel zu wählen.
Aus diesem Grund (H2 > H3) wurde gemäß Figur 6 das Kopplungsmittel 26 als das vorauslaufende
Kopplungsmittel und das Kopplungsmittel 24 als das nachlaufende Kopplungsmittel gewählt.
[0032] Auf Basis analoger Überlegungen würde man im Fall der "Angling"-Kopplungsmittel gemäß
Figur 2 daher das Kopplungsmittel 26 als das vorauslaufende Kopplungsmittel und das
Kopplungsmittel 24 als das nachlaufende Kopplungsmittel wählen.
[0033] Wie in Figur 7 zu sehen ist, in welcher nur das nachlaufende Ende 24 dargestellt
ist, kann durch eine einfache Abwandlung der Anordnung des Druckaggregates 36 erreicht
werden, dass der abgeschattete Abschnitt S verkleinert wird und eventuell sogar ganz
verschwindet. Zur Darstellung gemäß Figur 7 sei angemerkt, dass in diesem Fall der
Abschnitt S eine verschwindende Breite aufweist, wie durch den Pfeil S angedeutet
ist. Bei der angesprochenen Abwandlung wird das Druckaggregat 36 so ausgerichtet,
dass die Tinte nicht mehr in eine Richtung genau orthogonal zur horizontalen Ebene,
in der das Paneel 10 beim Bedrucken geführt wird, abgegeben wird, sondern in eine
hiervon um den Winkel β abweichenden Richtung, d.h. eine Richtung, die eine Komponente
in Bewegungsrichtung des Paneels 10 aufweist. Je nachdem, wie weit das Druckaggregat
36 um eine Achse A (siehe Figur 7) geschwenkt wird, kann die Relativgeschwindigkeit
zwischen Tinte und dem Paneel 10 in der Bewegungsrichtung des Paneels 10 verringert,
vollständig zu Null gemacht oder sogar überkompensiert werden. Eine Überkompensation
kann dann sinnvoll sein, wenn das nachlaufende Kopplungsmittel Sichtabschnitte aufweist,
die sich in Hinterschneidungen befinden, aber dennoch bedruckt werden sollen.
[0034] In Figur 7 ist eine Anordnung des Druckaggregates 36 dargestellt, bei der das Druckaggregat
36 um die Achse A genau soweit geschwenkt ist, dass dann, wenn man die Geschwindigkeit
V
T der Tinte vektoriell in eine horizontale Geschwindigkeitskomponente V
TH und eine vertikale Geschwindigkeitskomponente V
TV zerlegt, der Betrag und die Richtung der horizontalen Geschwindigkeitskomponente
V
TH identisch mit dem Betrag und der Richtung der Geschwindigkeit V
P des Paneels sind. Dies hat zur Folge, dass es keinen abgeschatteten Abschnitt S mehr
gibt, da die Tinte in einem bezüglich des Paneels ruhenden Bezugssystem exakt orthogonal
zur Paneelebene auf das Paneel trifft, und zwar mit der Geschwindigkeit V
TV. Ferner sind die zeitlichen Vorläufe ZV1, ZV2 und ZV3 auf Null reduziert.
[0035] Wie oben bereits erwähnt, umfasst das Druckaggregat 36 eine Mehrzahl von Druckdüsen
36a, 36b, 36c, 36d etc. Figur 8 ist eine grob-schematische Darstellung (mit von Figur
5 bereits bekannter vereinfachter Profilgeometrie), die zeigt, wie das Paneel 10 auf
seiner gesamten in Querrichtung Q verlaufenden Breite zeitgleich von den Druckdüsen
36a, 36b, 36c, 36d etc. bedruckt werden kann, wenn es unter dem Druckaggregat 36 hindurchgeführt
wird. Beim Bedrucken der Kopplungsmittel 20, 22 an den jeweiligen Seitenrändern 12,
14 der in Längsrichtung L verlaufenden Langseiten des Paneels 10 sind dabei die Abstände
H4 bzw. H5 zwischen den jeweiligen Sichtabschnitten 22a, 20a der Kopplungsmittel 22,
20 und der sich über diesen Sichtabschnitten 22a, 20a befindlichen Druckdüsen des
Druckaggregates 36 zu berücksichtigen.
[0036] Die vorstehend diskutierten und erläuterten Parameter, nämlich
- die Abstände H1 - H5 zwischen den zu bedruckenden Sichtabschnitten 20a, 22a, 24a,
26a der Kopplungsmittel 20, 22, 24, 26 bzw. der Sichtfläche 10b des Paneels 10 und
den Druckdüsen 36a, 36b, 36c, 36d, usw.,
- die Geschwindigkeit VT der Tinte beim Verlassen des Druckaggregates 36,
- die Geschwindigkeit VP des Paneels, während es linear unter dem Druckaggregat 36 hindurchgeführt wird, sowie
- ggf. der Schwenkungswinkel β des Druckaggregates 36 um die Achse A
werden alle einer Steuereinheit (nicht gezeigt) zugeführt, welche mit dem Druckaggregat
36 verbunden ist. Die Steuereinheit steuert auf Basis dieser Parameter die einzelnen
Druckdüsen 36a, 36b, 36c, 36d des Druckaggregates 36 zeitlich genau so an, dass die
Sichtfläche 10b des Paneels 10 und die Sichtabschnitte 20a, 22a, 24a, 26a der Kopplungsmittel
20, 22, 24, 26 mit den jeweils gewünschten Dekoren bedruckt werden. Die Berechnung
der Ansteuerungsdaten kann dabei entweder mit der entsprechenden Rechenleistung der
Steuereinheit in Echtzeit geschehen, wobei es zum Beispiel möglich ist, einige der
oben genannten Parameter in Echtzeit beim Druckvorgang zu messen, oder sie kann bereits
vorab erfolgen, vorausgesetzt, dass die Parameter (z.B. Profilgeometrie des zu bedruckenden
Paneels) bereits frühzeitig bekannt sind. Ferner ist es auch denkbar, dass die Steuereinheit
im Druckaggregat 36 integriert ist.
[0037] Wie oben bereits erläutert, weisen die möglichen Kopplungsmittel des Paneels 10 eine
Profilgeometrie auf, welche in der Regel komplexer ist als jene, die zur besseren
Veranschaulichung des erfindungsgemäßen Verfahrens in Figur 5 beschrieben wurde. Insbesondere
müssen die verschiedenen Sichtabschnitte 20a, 22a, 24a, 26a der Kopplungsmittel 20,
22, 24, 26 nicht alle parallel zu der oberen Sichtfläche 10b des Paneels 10 liegen
(siehe z.B. Figuren 2, 3, 4), sondern können vielmehr dazu, falls die jeweiligen Sichtabschnitte
20a, 22a, 24a, 26a eben sind, schräg verlaufen bzw., falls die Sichtabschnitte 20a,
22a, 24a, 26a gekrümmt sind, wenigstens einen Krümmungsradius aufweisen. In solchen
Fällen können die jeweiligen Sichtabschnitte 20a, 22a, 24a, 26a in einer Approximation,
die vorteilhafter Weise von der Steuereinheit ausgeführt wird, als eine Mehrzahl von
kleineren Sichtabschnitten betrachtet werden, welche näherungsweise parallel zur Sichtfläche
10b des Paneels 10 orientiert sind und welche somit einen genau definierten Abstand
zu den entsprechenden Druckdüsen, von welcher der Abschnitt zu bedrucken ist, aufweisen.
Die Auflösung dieser Unterteilung orientiert sich dabei vorzugsweise an der Auflösung
des Druckaggregates 36.
[0038] Ferner ist anzumerken, dass dem Bedrucken von den Sichtabschnitten 20a, 22a, 24a,
26a je nach Geometrie grundsätzlich gewisse Grenzen gesetzt bleiben. Dies trifft besonders
für Sichtabschnitte 20a, 22a, 24a, 26a zu, die sich teilweise oder ganz in Hinterschneidungen
befinden, so dass Tinte vom Druckaggregat 36 sie kaum oder gar nicht erreichen kann
(siehe z.B. den linken Sichtabschnitt 26a des "Angling"-Profils in Figur 2 oder den
Sichtabschnitt 26a" des "Snap"-Profils in Figur 4). Bei den Kopplungsmitteln 24, 26
der nachlaufenden bzw. vorauslaufenden Seitenränder 16, 18 kann der vorstehend beschriebene
Winkel α, oder ggf. ein Schwenkungswinkel β des Druckaggregates 36 um die Achse A
genutzt werden, um solche Sichtabschnitte 24a, 26a innerhalb gewisser Grenzen dennoch
zu bedrucken.
1. Verfahren zum Bedrucken eines Verkleidungspaneels (10), insbesondere eines Verkleidungspaneels
(10) zum Verkleiden eines Untergrunds (U), beispielsweise eines Fußbodens,
wobei das Verkleidungspaneel (10) umfasst:
- eine zur Anlage am Untergrund (U) bestimmte Anlagefläche (10a) und eine von der
Anlagefläche (10a) abgewandte Sichtfläche (10b),
- zwei Paare von einander gegenüberliegenden Seitenrändern (16/18, 20/22), von denen
wenigstens eines mit Kopplungsmitteln (20, 22, 24, 26) zur Verbindung zweier bezüglich
der Kopplungsmittel (20, 22, 24, 26) identisch ausgebildeter Paneele (10) versehen
ist,
wobei wenigstens ein Sichtabschnitt (20a, 22a, 24a, 26a) der Oberfläche der Kopplungsmittel
(20, 22, 24, 26) eine Flächennormale (n) aufweist, die eine Komponente (nN) umfasst, welche in die gleiche Richtung weist wie die Flächennormale (N) der Sichtfläche
(10b), und
wobei dieser wenigstens eine Sichtabschnitt (20a, 22a, 24a, 26a) in Höhenrichtung
(H) des Paneels (10) gesehen zwischen der Sichtfläche (10b) und der Anlagefläche (10a)
angeordnet ist,
wobei man bei dem Verfahren
- das Verkleidungspaneel (10) zum Bedrucken unter einem Druckaggregat (36) hindurchführt,
wobei die Sichtfläche (10b) berührungslos mit einem ersten vorbestimmten Dekor bedruckt
wird, und
- wenigstens einen Teil des Sichtabschnitts (20a, 22a, 24a, 26a) der Oberfläche der
Kopplungsmittel (20, 22, 24, 26) mit einem zweiten vorbestimmten Dekor bedruckt,
wobei das erste vorbestimmte Dekor und das zweite vorbestimmte Dekor in einem gemeinsamen
Druckvorgang berührungslos auf das Verkleidungspaneel (10) aufgedruckt werden, wobei
dem unterschiedlichen Abstand (H2, H3, H4, H5) der Sichtfläche und des wenigstens
einen Teils des Sichtabschnitts (20a, 22a, 24a, 26a) der Oberfläche der Kopplungsmittel
(20, 22, 24, 26) vom Druckaggregat (36) durch eine den jeweiligen Abstand (H2, H3,
H4, H5) berücksichtigende Erstellung der dem Druckaggregat (36) zu dessen Steuerung
zugeführten Steuerungssignale Rechnung getragen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckaggregat (36) das Druckmedium zum Drucken des ersten vorbestimmten Dekors
und das Druckmedium zum Drucken des zweiten vorbestimmten Dekors mit einer unterschiedlichen
zeitlichen Steuerung abgibt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 ,
dadurch gekennzeichnet, dass das dem Druckaggregat (36) zugeführte Gesamtdekor mit einer Gegenverzerrung des ersten
vorbestimmten Dekors relativ zum zweiten vorbestimmten Dekor versehen ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass bei der Erstellung der dem Druckaggregat (36) zu dessen Steuerung zugeführten Steuerungssignale
wenigstens ein weiterer Parameter, beispielsweise die Vorschubgeschwindigkeit (VT), mit der das Paneel (10) am Druckaggregat (36) vorbeibewegt wird, berücksichtigt
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckaggregat (36) während des Druckvorgangs eine konstante Relativlage zu dem
zu bedruckenden Paneel (10) beibehält.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Druckaggregat (36) derart angebracht ist, dass es dem es verlassenden Druckmedium
eine Geschwindigkeitskomponente (VTH) verleiht, welche in die Richtung der Bewegung des Paneels (10) relativ zum Druckaggregat
(36) während des Druckvorgangs weist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass das berührungslose Druckverfahren das Inkjet-Druckverfahren ist.
1. Method for printing a cladding panel (10), in particular a cladding panel (10) for
cladding a substrate (U), for example, a floor,
wherein the cladding panel (10) comprises:
- a contact surface (10a) designated for installation on the substrate (U) and a visible
surface (10b) facing away from the contact surface (10a),
- two pairs of side edges (16/18, 20/22) lying opposite one another, at least one
of which is provided with coupling means (20, 22, 24, 26) for connecting two identically
designed panels (10) with respect to the coupling means (20, 22, 24, 26),
wherein at least one visible section (20a, 22a, 24a, 26a) of the surface of the coupling
means (20, 22, 24, 26) has a face normal (n) that comprises a component (nN) that points in the same direction as the face normal (N) of the visible surface
(10b) and
wherein this at least one visible section (20a, 22a, 24a, 26a) is arranged between
the visible surface (10b) and the contact surface (10a), as seen in the vertical direction
(H) of the panel (10),
wherein in the method
- the cladding panel (10) for printing is guided through under a printing unit (36),
wherein the visible surface (10b) is printed in a contactless manner with a first
predetermined pattern and
- at least a part of the visible section (20a, 22a, 24a, 26a) of the surface of the
coupling means (20, 22, 24, 26) is printed with a second predetermined pattern,
wherein the first predetermined pattern and the second predetermined pattern are printed
onto the cladding panel (10) in a contactless manner in a common printing operation,
wherein the different spacing (H2, H3, H4, H5) of the visible surface and the at least
one part of the visible section (20a, 22a, 24a, 26a) of the surface of the coupling
means (20, 22, 24, 26) from the printing unit (36) is taken into consideration by
means of an adjustment, taking into account the respective spacing (H2, H3, H4, H5),
of the control signals supplied to the printing unit (36) for the control thereof.
2. Method according to claim 1, characterised in that the printing unit (36) emits the printing medium for printing the first predetermined
pattern and the printing medium for printing the second predetermined pattern with
a different time control.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the overall pattern supplied to the printing unit (36) is provided with a counter-distortion
of the first predetermined pattern relative to the second predetermined pattern.
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised in that in the creation of the control signals supplied to the printing unit (36) for the
control thereof, at least one further parameter, for example, the feed rate (VT) with which the panel (10) is moved past the printing unit (36), is taken into account.
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterised in that during the printing operation the printing unit (36) retains a consistent relative
position with respect to the panel (10) to be printed.
6. Method according to one of claims 1 to 5, characterised in that the printing unit (36) is attached such that it gives to the print medium leaving
it, a speed component (VTH) that points in the direction of the movement of the panel (10) relative to the printing
unit (36) during the printing operation.
7. Method according to one of claims 1 to 6, characterised in that the contactless printing method is the inkjet printing method.
1. Procédé d'impression d'un panneau d'habillage (10),
en particulier d'un panneau d'habillage (10) destiné à habiller un support (U), par
exemple d'un plancher,
dans lequel le panneau d'habillage (10) comprend :
- une surface d'appui (10a) destinée à s'appliquer contre le support (U) et une surface
visible (10b) opposée à la surface d'appui (10a),
- deux paires de bords latéraux (16/18, 20/22) opposés l'un à l'autre, dont au moins
une est dotée de moyens de couplage (20, 22, 24, 26) pour relier deux panneaux (10)
réalisés de manière identique en ce qui concerne les moyens de couplage (20, 22, 24,
26),
dans lequel au moins une section visible (20a, 22a, 24a, 26a) de la surface des moyens
de couplage (20, 22, 24, 26) présente une normale à la surface (n) qui comprend une
composante (n
N) qui est dirigée dans le même sens que la normale à la surface (N) de la surface
visible (10b), et
dans lequel cette au moins une section visible (20a, 22a, 24a, 26a) est disposée,
vue dans le sens de la hauteur (H) du panneau (10), entre la surface visible (10b)
et la surface d'appui (10a),
dans lequel lors du procédé
- on fait passer le panneau d'habillage (10) sous un groupe d'impression (36) pour
l'imprimer, un premier décor prédéfini étant imprimé sans contact sur la surface visible
(10b), et
- on imprime un deuxième décor prédéfini sur au moins une partie de la section visible
(20a, 22a, 24a, 26a) de la surface des moyens de couplage (20, 22, 24, 26),
dans lequel le premier décor prédéfini et le deuxième décor prédéfini sont imprimés
sans contact sur le panneau d'habillage (10) lors d'une opération d'impression commune,
dans lequel la distance différente (H2, H3, H4, H5) de la surface visible et de l'au
moins une partie de la section visible (20a, 22a, 24a, 26a) de la surface des moyens
de couplage (20, 22, 24, 26) par rapport au groupe d'impression (36) est suffisamment
prise en compte par une élaboration, tenant compte de la distance (H2, H3, H4, H5)
correspondante, des signaux de commande acheminés au groupe d'impression (36) pour
sa commande.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que le groupe d'impression (36) émet l'agent d'impression pour imprimer le premier décor
prédéfini et l'agent d'impression pour imprimer le deuxième décor prédéfini avec une
commande temporelle différente.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que le décor d'ensemble amené au groupe d'impression (36) présente une contre-déformation
du premier décor prédéfini par rapport au deuxième décor prédéfini.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que lors de l'élaboration des signaux de commande acheminés au groupe d'impression (36)
pour sa commande, au moins un autre paramètre, par exemple la vitesse d'avance (VT) à laquelle le panneau (10) passe devant le groupe d'impression (36), est pris en
compte.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que pendant l'opération d'impression, le groupe d'impression (36) conserve une position
relative constante par rapport au panneau (10) à imprimer.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que le groupe d'impression (36) est monté de telle sorte qu'il confère à l'agent d'impression
le quittant, une composante de vitesse (VTH) qui est dirigée dans le sens de déplacement du panneau (10) par rapport au groupe
d'impression (36) pendant l'opération d'impression.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que le procédé d'impression sans contact est le procédé d'impression à jet d'encre.