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(11) |
EP 2 296 915 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.06.2012 Patentblatt 2012/25 |
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Anmeldetag: 19.12.2008 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2008/010964 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2009/083198 (09.07.2009 Gazette 2009/28) |
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| (54) |
DREIDIMENSIONALER GEMÄLDEDRUCK
THREE-DIMENSIONAL PRINT OF A PAINTING
IMPRESSION D'UN TABLEAU EN TROIS DIMENSIONS
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MT NL NO PL
PT RO SE SI SK TR |
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Priorität: |
21.12.2007 DE 102007062822
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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23.03.2011 Patentblatt 2011/12 |
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Patentinhaber: Gaschka, Rudolf |
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40213 Düsseldorf (DE) |
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Erfinder: |
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- Gaschka, Rudolf
40213 Düsseldorf (DE)
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Vertreter: Viering, Jentschura & Partner |
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Kennedydamm 55/Roßstr. 40476 Düsseldorf 40476 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A1- 2 851 875 US-A- 3 772 106
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US-A- 3 060 611 US-A1- 2001 028 123
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zur dreidimensionalen Reproduktion eines
Relief- und/oder Bildoriginals unter Verwendung einer glatten, mit einer bildlichen
Darstellung des Relief- und/oder Bildoriginals versehenen, insbesondere bedruckten,
thermoplastischen Folie als Reliefbasismaterial und einer positiven Reliefform, wobei
die Folie während eines thermoplastischen Verformungsschrittes in passgenaue Übereinanderlage
mit der positiven Reliefform gebracht und unter Wärmeeinfluss thermoplastisch verformt
wird. Ebenso richtet sich die Erfindung auf ein dreidimensionales Reproduktionsprodukt
eines Relief- und/oder Bildoriginals.
[0002] Es besteht vielfach Bedarf an möglichst kostengünstigen, aber andererseits auch möglichst
originalgetreuen Wiedergaben und Reproduktionen von Kunstwerken wie Bildern oder Reliefs.
Zwar ist es bekannt, derartige Bilder allein mit Hilfe fotografischer Prozesse zu
reproduzieren, allerdings bleibt es bei diesen Prozessen bei einer zweidimensionalen
Darstellung der jeweiligen Abbildung, so dass die beim Originalkunstwerk vorhandene
Dreidimensionalität nicht wiedergegeben wird. Insbesondere Ölgemälde zeichnen sich
dadurch aus, dass die Oberfläche des Originalbildes reliefartig gestaltet ist und
es Bereiche unterschiedlich starken Farbauftrages gibt. Auch ist durch den jeweiligen
"Pinselstrich" des Künstlers eine besondere, dem jeweiligen Kunstwerk eigene Oberflächenstruktur
vorhanden.
[0003] Es sind nun schon die verschiedensten Versuche unternommen worden, originalgetreue,
dreidimensionale Abbildungen oder Reproduktionsprodukte von Kunstwerken zu schaffen.
[0004] So beschreibt die
US 5,201,548 ein Pressverfahren, bei welchem eine bedruckte PVC-Folie zwischen zwei, jeweils ein
Oberflächenrelief des wiederzugebenden Kunstwerkes aufweisenden Prägeformen verformt
wird. Zur Durchführung dieses Verfahrens ist es notwendig, eine positive und eine
negative Reliefform auszubilden und in einer Wärmebehandlungsvorrichtung anzuordnen.
Die Herstellung derartiger Formen ist relativ aufwendig und führt insbesondere dann,
wenn ein Bild gegebenenfalls nur in einer einmaligen Einzelauflage reproduziert werden
soll, zu unverhältnismäßig hohen Kosten.
[0005] Ein weiters Verfahren offenbart die
DE 285 187 5 A1, bei welchem eine mit einer Leinwand auf der Rückseite versehene Kunststofffolie
auf eine reliefartige Oberfläche einer Prägeform aufgelegt und dann erwärmt wird.
Die Folie wird auf Fließtemperatur erwärmt und es erfolgt ein Einschmelzen der Folie
in die Vertiefung der Reliefform. Hierbei wird die Folie durch ihr Eigengewicht verformt
und es wird keine weitere Kraft auf sie ausgeübt. Eine Einschmelzung einer Folie in
Vertiefungen einer Reliefform allein durch ihr Eigengewicht ist in der Praxis nicht
praktikabel, da eine Kunststofffolie im Laufe der Erwärmung hohe Eigenspannung aufbaut,
Wellen wirft, et cetera. Eine Verformung durch ihr äußerst geringes Eigengewicht kann
allenfalls eine amorphe und ungenaue Form annehmen.
[0006] Die gegenüber der
DE 285 187 5 A1 eine Weiterentwicklung beschreibende
EP 0011731 A1 offenbart ein Verfahren zur Reproduktion von Ölgemälden oder ähnlich strukturierten
Gebilden, bei welchem eine thermoplastische Farbbildfolie auf eine reliefartige Matrize
gelegt wird und auf die Rückseite eine Verstärkungsfolie aus leinwandartigem Gewebe
gelegt wird, die auf der der Farbfolie zugewandten Seite eine dielektrisch erwärmbare
Beschichtung aufweist. Dann erfolgt mit Hilfe einer planen Druckausgleichsplatte nach
Erwärmung der Bildfolie ein Verschweißen der Verstärkungsschicht des leinwandartigen
Gewebes mit der Folie sowie eine Verformung der Folie entsprechend der reliefartigen
Gestaltung der Matrize. In dem Verfahren nach der
EP 0011731 A1 wird somit mittels einer planen Gegenplatte ein Druck auf die Folie ausgeübt, der
die Folie in die Reliefform drückt.
[0007] Ein gattungsgemäßes Verfahren ist weiterhin auch aus der
DE 7243476 U bekannt, bei welchem eine mittels eines Druckverfahrens auf Papier hergestellte Reproduktion
eines Gemäldes auf eine Kartonplatte aufgeklebt wird und diese Kartonplatte dem Druck
einer beheizten Matrize mit reliefartiger Struktur ausgesetzt wird. Ergänzend kann
von der Rückseite eine zweite Matrize, die das Relief einer Leinwandstruktur wiedergibt,
auf die Kartonplatte einwirken. Hier wird also ein Prägepressverfahren durchgeführt,
bei welchem eine mit einer bedruckten Papierschicht versehende Kartonplatte zwischen
zwei Matrizen gepresst wird, wobei eine Matrize eine reliefartige Oberflächenstruktur
aufweist, die die Oberflächenstruktur des zu reproduzierenden Bildes wiedergibt.
[0008] Ein Verfahren zur dreidimensionalen Reproduktion eines Relief- und/oder Bildoriginals
ist auch aus der
EP 0 873 233 B1 bekannt. Dort wird auf eine Leinwand ein Bild projiziert und auf diese Projektionsseite
dann mit einer Modelliermasse oder Modellierpaste die Reliefstruktur aufgetragen.
Alternativ ist vorgesehen, dass auf eine mit einem Bild bedruckte Folie auf der Bildseite
die Modelliermasse oder Modellierpaste aufgetragen wird. In beiden Fällen wird nach
Trocknung der Modelliermasse ein positives Relief erhalten. Dieses positive Relief
wird nun als Abdruckform genutzt und mithilfe einer Abdruckmasse wird daraus eine
negative Reliefform gebildet. Diese negative Reliefform wird dann mit Löchern versehen,
so dass eine perforierte negative Reliefform vorliegt. Diese Reliefform wird nun einem
Vakuumtiefziehverfahren zugeführt. Das zu erstellende originalgetreue Reproduktionsprodukt
wird dann weiter dadurch hergestellt, dass eine bedruckte Folie mit der Bildseite
auf die negative Reliefform aufgelegt und das Vakuumtiefziehverfahren durchgeführt
wird.
[0009] Allen diesen Verfahren ist gemeinsam, dass die thermische Verformung in einer Wärmebehandlungsvorrichtung
erfolgt, die zumindest eine positive oder negative Reliefform aufweist.
[0010] Die Herstellung der jeweiligen Reliefform ist aber relativ aufwendig. Dort muss zunächst
ein Abdruck von dem zu reproduzierenden Relief- und/oder Bildoriginal genommen und
dann über ein mehrstufiges Verfahren in die in der Regel aus Metall oder Kunstharz
bestehende Reliefform übertragen werden. Diese Reliefformen bilden dann einseitig
oder zweiseitig die Backen einer zufahrbaren Form einer Wärmebehandlungsvorrichtung
oder einer Vakuumtiefziehvorrichtung in der dann die thermoplastische Verformung eines
Reliefbasismaterials, in der Regel eine thermoplastische Kunststofffolie, erfolgt.
Es ist also immer die relativ aufwendige Herstellung einer Prägeform oder Matrize
notwendig, wobei immer zunächst ein positives Relief und dann eine negative Reliefform
oder zunächst ein negatives Relief und dann eine positive Reliefform erstellt wird.
Wenn nun aber beispielsweise lediglich Einzelreproduktionen einzelner Bilder oder
Reliefs hergestellt werden sollen, ist dies ein kostenspieliger Prozess, da für eine
einzige Reproduktion zumindest eine positive oder negative Prägeform oder Matrize
hergestellt werden muss.
[0011] Aus der
US 3,060,611 ist ein weiteres Reproduktionsverfahren bekannt bei dem kein Abdruck des Originals
hergestellt werden muss. Hier wird eine Bildvorlage mit Reliefformmaterial übermalt
und so zur Form gearbeitet. Auf die fertige Reliefform wird dann das Reliefbasismaterial
aufgelegt und thermisch verformt. Dabei handelt es sich um ein mit mehrmals beschichtetes
Papierbild, von dem die Papierschicht entfernt wurde.
[0012] Das Verfahren der Erfindung unterscheidet sich von diesem durch folgende Merkmale:
- die thermoplastische Folie dient als Vorlagebild;
- passgenaue Anordnung des Reliefformbasismaterials auf dieser;
- Auflage der Folie mit der Bildseite auf die Reliefform.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Lösung zu schaffen, die ein demgegenüber
vereinfachtes Verfahren zur
[0014] Reproduktion eines Relief- und/oder Bildoriginals bereitstellt.
[0015] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0016] Bei einem Verfahren der eingangsbezeichneten Art wird die Aufgabe dabei erfindungsgemäß
insbesondere durch folgende Schritte gelöst:
- a) Vorlage der glatten thermoplastischen Folie,
- b) unter Positionsmarkierung ihrer Relativlage zueinander passgenaue Anordnung eines
einen Durchblick auf die Folie ermöglichenden Reliefformbasismaterials auf oder mit
geringem Abstand über der Bildseite der Folie,
- c) der bildlichen Darstellung entsprechendes Aufbringen der Reliefstruktur auf die
der Bildseite der Folie abgewandete Seite des Reliefformbasismaterials durch Auftrag
eines die positive Reliefform gestaltenden und ausbildenden Reliefformmaterials,
- d) Einbringen der positiven Reliefform in eine Wärmebehandlungsvorrichtung,
- e) der Positionsmarkierung aus dem Schritt b) entsprechendes passgenaues Auflegen
der bildabgewandten Seite der Folie auf die strukturierte Oberseite der positiven
Reliefform und
- f) Durchführung einer thermoplastischen Verformung und/oder Prägung der Folie.
[0017] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es nun möglich, in kostengünstiger und technisch
wenig aufwändiger Weise jeweils eine Reliefform in Einzelanfertigung anzufertigen.
Hierbei wird die Reliefform dadurch erstellt, dass auf die gedruckte Bildvorlage das
Reliefformbasismaterial aufgelegt und dann auf das Reliefformbasismaterial die Reliefstruktur
durch Auftrag eines Reliefformmaterials ausgebildet wird. Dies kann in handwerklicher
Tätigkeit beispielsweise dadurch geschehen, dass das Reliefformmaterial mit Hilfe
eines Pinsels aufgebracht wird. Da durch das Reliefformbasismaterial hindurch das
auf das Reliefbasismaterial beziehungsweise die thermoplastische Folie aufgedruckte
Bild sichtbar ist, kann die dem "Pinselstrich" des Künstlers entsprechende Pinselführung
und damit einhergehende entsprechende Aufbringung des Reliefformmaterials ohne Weiteres
erfolgen. Das Reliefformmaterial kann aber auch beispielsweise mittels eines Siebdruckverfahrens
im Wege eines dreidimensionalen Siebdrucks oder eines dreidimensionalen Plots, aber
auch mittels anderer Druck- und/oder Auftragsverfahren aufgetragen werden. Es wird
also die Reliefstruktur des zu reproduzierenden Reliefs oder Bildes mit Hilfe des
Reliefformmaterials auf das Reliefformbasismaterial aufgebracht. Sobald oder nachdem
das Reliefformmaterial getrocknet oder gehärtet ist, ist dadurch dann eine positive
Reliefform geschaffen. Diese Reliefform ist technisch wenig aufwendig und kostengünstig
hergestellt worden. Diese Reliefform kann danach in eine Wärmebehandlungsvorrichtung
eingebracht und in üblicher Weise mit der das Reliefbasismaterial bildenden bedruckten
thermoplastischen Folie versehen und in der Form dem thermoplastischen Verformungsprozess
unterworfen werden, so dass dadurch ein aus der verformten Folie bestehendes oder
diese umfassendes dreidimensionales Reproduktionsprodukt erstellt wird.
[0018] Nach Abschluss des thermoplastischen Verformungsschrittes oder Verfahrens ist die
dreidimensionale Reproduktion des Bildes dann farb-, struktur- und oberflächenrealistisch
erstellt. Die verformte Folie kann der Form zusammen mit der positiven Reliefform
entnommen und weiteren Behandlungs- oder Bearbeitungsschritten zugeführt werden. In
einer weiteren Verfahrensalternative kann die geprägte Folie aber auch von der positiven
Reliefform entfernt und die positive Reliefform gegebenenfalls für weitere Reproduktionen
verwendet werden. Die kostengünstig erstellte Reliefform kann aber auch verworfen
und eine neue Reliefform eines weiteren Gegenstandes oder desselben Bildes angefertigt
werden.
[0019] Da wie nachstehend noch erläutert wird, das für die Erstellung der Reliefform verwendete
Reliefformbasismaterial vorzugsweise eine netzartige oder engmaschige Struktur aufweist,
können für das Herstellverfahren glatte Formen mit zu den Formen führenden Vakuum-
oder Druckluftkanäle in den Wärmebehandlungsvorrichtungen verwendet werden, wobei
die jeweils nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erstellte positive Reliefform auf
eine Form aufgelegt wird. Es brauchen keine besonderen Luftkanäle angefertigt zu werden,
da das Reliefformbasismaterial nicht nur einen Durchblick sondern auch die Durchleitung
von Druckluft oder auch das Anlegen eines Vakuums ermöglicht. Insbesondere ist die
positive Reliefform dann ohne weitere Maßnahmen in bekannten Vakuumtiefziehverfahren
einsetzbar.
[0020] Das in Form einer Folie ausgebildete Reliefbasismaterial ist gemäß Weiterbildung
der Erfindung durchscheinend oder transparent oder durchsichtig oder transluzent ausgebildet.
Damit wird es möglich, die Folie von der Rückseite her , d.h. von der bildabgewandten
Seite her zu beleuchten und damit die Vorlage klar und deutlich, insbesondere was
die aufzubringende Struktur angeht, zu präsentieren. Die Erfindung sieht daher die
weitere Ausgestaltung vor, dass die Folie im Schritt a) mit ihrer bildabgewandten
Seite auf oder über ein von der anderen Seite beleuchtetes Substrat, insbesondere
einen Leuchttisch, angeordnet wird.
[0021] Als Reliefbasismaterial besonders geeignete Folien sind Heißpräge- und/oder Kunststofffolien
aus PET (Polyethylenterephthalat) oder Polystyrol oder PVC (Polyvinylchlorid), insbesondere
Hart-PVC-Folien. Die Erfindung sieht daher zur vorteilhaften Ausgestaltung die Verwendung
derartiger Folien vor. Ganz besonders zweckmäßig ist dabei die Verwendung einer Hart-PVC-Folie
mit einem VICAT-Erweichungspunkt von 68 bis 76°C als Reliefbasismaterial, wodurch
sich die Erfindung auch auszeichnet. Hierbei wird der VICAT-Erweichungspunkt in Öl
gemessen nach dem Verfahren B/50.
[0022] Für die Aufbringung der bildlichen Darstellung auf das Reliefbasismaterial sieht
die Erfindung vor, dass die bildliche Darstellung mittels eines Siebdruck- oder Offsetdruckverfahrens
auf das Reliefbasismaterial aufgebracht wird. Hierbei ist es zur Darstellung der Reliefstruktur
von ganz besonderem Vorteil, wenn gemäß Ausgestaltung der Erfindung die bildliche
Darstellung in Form eines unter 45° Querlicht aufgenommenen Bildes oder Scans auf
das Reliefbasismaterial aufgebracht, insbesondere aufgedruckt wird. Für das Druckverfahren
und die spätere Anwendung beim thermischen Verformungsprozess eignen sich insbesondere
Lösungsmitteltinten oder Solventtinten, deren Verwendung die Erfindung weiterhin vorsieht.
Ganz besonders gut geeignet ist die Verwendung einer Lösemitteltinte mit einem Flammpunkt
zwischen 60°C und 70°C und einem Siedepunkt von ≥ 115°C.
[0023] Als Reliefformbasismaterial, das einerseits einen ausreichenden Durchblick auf die
darunter angeordnete bildliche Darstellung auf der Folie beziehungsweise auf dem Reliefbasismaterial
erlaubt, und das andererseits ausreichend tragfähig und dichtmaschig genug ist, damit
dort das Reliefformmaterial aufgebracht werden kann, ist in Ausgestaltung der Erfindung
weiterhin vorgesehen, das als Reliefformbasismaterial ein kleinmaschiges, vorzugsweise
netzartiges, Gebilde insbesondere aus Baumwolle oder Kunststoff, vorzugsweise Polyamid,
verwendet wird. Hierbei ist ein besonders geeignetes Material Tüllmaterial, das in
Form von Feintüll, Wabentüll oder Filettüll verwendet werden kann.
[0024] Um das Reliefformmaterial gut auf das Reliefformbasismaterial aufbringen zu können
und dieses andererseits aber auch passgenau und lagegenau auf den jeweiligen Markierungspositionen
entsprechend über dem als Folie ausgebildeten Reliefbasismaterial anordnen zu können,
zeichnet sich die Erfindung weiterhin dadurch aus, dass das Reliefformbasismaterial
auf einen Rahmen gespannt auf oder mit geringem Abstand über der Bildseite der Folie
angeordnet wird.
[0025] Besonders zweckmäßige, das Reliefformmaterial ausbildende "Modellierpasten" umfassen
ein Füllkörpermaterial und ein Bindemittel, so dass die Erfindung weiterhin dadurch
gekennzeichnet ist, dass als Reliefformmaterial eine Füllkörper und Bindemittel aufweisende
Modelliermasse verwendet wird. Hierbei weist die Modelliermasse oder Modellierpaste
zweckmäßigerweise Gips und Feinsandpartikel und/oder Kunstharz und Feinsandpartikel
und/oder Kunstharz und Aluminiumpartikel auf. Eine besonders geeignete Modelliermasse
ist unter der Markenbezeichnung Fermacell
® im Handel erhältlich.
[0026] Auch wenn erfindungsgemäß vorgesehen ist, dass zur Vereinfachung und schnellen Durchführung
des Verfahrens das Reliefformmaterial von Hand, insbesondere mittels Pinsel, aufgetragen
wird, ist es auch möglich diese Auftragung gegebenenfalls zu automatisieren.
[0027] Damit nach der die thermoplastische Verformung umfassenden Wärmebehandlung des Reliefbasismaterials
dieses gut handhabbar und weiterverarbeitbar, beispielsweise mit Firnis zu bestreichen
oder in einen Rahmen einbringbar ist, sieht die Erfindung weiterhin vor, dass nach
Durchführung der thermoplastischen Verformung das Reliefbasismaterial der Wärmebehandlungsvorrichtung
entnommen und auf der bildabgewandten Rückseite Vertiefungen mit einem Verfüllmaterial
aufgefüllt werden. Aufgrund der Verformung ist die Rückseite naturgemäß entsprechend
reliefartig gestaltet und kann durch die Verfüllung mit Verfüllmaterial zum einen
mehr oder weniger nivelliert, zum anderen damit aber auch stabiler und fester gemacht
werden.
[0028] Alternativ ist es hierbei erfindungsgemäß aber auch möglich, dass nach Durchführung
der thermoplastischen Verformung das Reliefbasismaterial und die positive Reliefform
zusammenliegend der Wärmebehandlungsvorrichtung entnommen und die Reliefform auf ihrer
dem Reliefbasismaterial abgewandten Rückseite mit einem Verfüllmaterial aufgefüllt
wird.
[0029] Um auch der Rückseite der dreidimensionalen Reproduktion des Relief- und/oder Bildoriginals
eine leinwandartige Struktur geben zu können, sieht die Erfindung weiterhin vor, dass
auf die mit Verfüllmaterial aufgefüllte jeweilige Rückseite eine Leinwand aufkaschiert
wird. Die Vorderseite der Bildreproduktion weist aufgrund der Verwendung des kleinmaschigen
und netzartigen Reliefformbasismaterials, insbesondere aus Tüll, eine leinwandartige
Struktur auf, da sich bei der thermischen beziehungsweise thermoplastischen Verformung
des aus Folie bestehenden Reliefbasismaterials diese Struktur in die Folie überträgt.
[0030] Es ist in Weiterbildung der Erfindung auch möglich, die auf die erfindungsgemäße
Art und Weise hergestellte positive Reliefform dazu zu verwenden, damit eine dauerhaft
mehrfach nutzbare Reliefform herzustellen. Dazu sieht die Erfindung vor, dass die
positive Reliefform mittels eines dreidimensionalen Laserscans und anschließender
lasergesteuerter Modellierung in Kunstharz in eine dauerhafte positive Reliefprägeform
überführt wird.
[0031] Die Wärmebehandlungsvorrichtung zur Durchführung der thermischen Verformung umfasst
üblich Vakuum- und/oder Pressluft- Präge- und/oder Formmaschinen, insbesondere zum
Vakuumtiefziehen, wie sie üblicherweise bei der thermoplastischen Verformung von Kunststofffolien
verwendet werden. Die Erfindung sieht daher weiterhin vor, dass die thermoplastische
Verformung in einer offenen oder geschlossenen Form mit angelegtem Vakuum und/oder
aufgebrachter Druckluft durchgeführt wird.
[0032] Solche zur Durchführung dieses Verfahrens geeigneten Vorrichtungen bestehen beispielsweise
aus einer oberen und einer unteren Form, wobei beispielsweise die erfindungsgemäße
positive Reliefform auf die untere Form aufgelegt, darauf das Reliefbasismaterial
beziehungsweise die bedruckte Folie aufgelegt wird und dann die obere, gegebenenfalls
weiche oder glatte Form auf die untere Form zugefahren und somit eine geschlossene
Form gebildet wird. Bei diesem Verfahren wird beispielsweise die untere Form auf einen
Temperaturbereich zwischen 140 und 180°C erwärmt und die obere Form auf eine Temperatur
von 60-80°C. Die beiden Formen werden dann mit einem Druck von 100-250 kg/cm
2 aufeinandergepresst, was beispielsweise dadurch geschehen kann, das an zumindest
der Außenseite einer der Formen eine Pressrolle auf einer Länge von ca. 80 cm, was
vorzugsweise dem Formenmaß entspricht, entlang bewegt wird. Nach dem thermoplastischen
Umformvorgang von ca. 10-20 Sekunden werden die Formen auseinander gefahren und wird
das in der Form befindliche Gebilde für ca. 20 Sekunden bis ca. 1 Minute gegebenenfalls
gekühlt.
[0033] Ein besonders geeignetes Wärmebehandlungsverfahren zur Durchführung der thermischen
Verformung ist das Vakuumtiefziehverformen mithilfe einer Vakuumtiefziehform. Hierbei
wird die positive Reliefform auf die Oberseite der Vakuumtiefziehform aufgelegt, die
zu verformende Folie, also das Reliefbasismaterial, darauf positionsgenau aufgelegt
und dann kurzfristig die zur Erweichung der Folie notwendige Temperatur unter gleichzeitiger
Ausbildung eines Vakuums an der Vakuumtiefziehform eingestellt. Bei Erreichen der
Erweichungstemperatur verformt sich die Folie blitzschnell, so dass anschließend nach
einer gewissen Kühlungszeit das Vakuum abgestellt werden und die fertig geprägte Folie,
also das dreidimensionale Reproduktionsprodukt, der Vakuumtiefziehform entnommen werden
kann. Alternativ oder unterstützend kann anstelle oder zusätzlich zu dem Vakuum bei
einem solchen Verfahren auch Druckluft von der entgegengesetzten, also der bedruckten
bzw. mit dem Bild versehenen Folienseite, aufgebracht werden. Die hierbei benutzte
Vakuumtiefziehform ist vorteilhafter Weise Bestandteil einer offenen Wärmebehandlungsvorrichtung,
d.h. einer lediglich mit dieser einen Vakuumtiefziehform versehenen Wärmebehandlungsvorrichtung.
Insofern handelt es sich bei der Vakuumtiefziehform dann um eine offene Form, da von
der Gegenseite kein Gegenstück angelegt oder angepresst wird.
[0034] Mit der Erfindung ist es durch die Verwendung der thermoplastischen Polymer-Folie
und deren Prägung beziehungsweise thermoplastischen Verformung auf einer positiven
Reliefform möglich, mit einer hochpräzisen Formzeichnung feinste Reliefstrukturen
wie Pinselstriche oder Craquelees eines Bildes auf der Folienbildseite durch Prägung
abzubilden. Hierbei wird zur Erstellung der positiven Reliefform oder Reliefstruktur
zunächst die glatte thermoplastische Kunststofffolie, die eine Bedruckung mit einer
bildlichen Darstellung auf einer Seite aufweist, mit der bildabgewandten Seite auf
einen Leuchttisch aufgelegt. Bei der Folie handelt es sich um eine durchscheinende
Folie, so dass aus dem Leuchttisch heraus eine Lichtquelle die Kunststofffolie von
hinten durchstrahlt und das aufgedruckte Bild plastisch und klar und deutlich erstrahlen
lässt. Bei dieser bildlichen Darstellung sind sämtliche Konturen gut erkennbar. Insbesondere
ist die bildliche Darstellung der Ausdruck oder Aufdruck eines mit einem 45° Querlicht
aufgenommenen Bildes. Hierdurch werden Schattierungen des Bildes und die einzelnen
Pinselstriche des Originales sehr gut dargestellt und erkennbar. Über das Bild wird
ein Rahmen mit darin aufgespanntem Tüll oder Tüllgewebe als Reliefformbasismaterial
gelegt. Die Relativlage des Reliefformbasismaterials zum Reliefbasismaterial (Folie)
wird markiert. Anschließend wird auf das Reliefformbasismaterial die geeignete Modellierpaste
als Reliefformmaterial per Pinselstrich aufgebracht. Da durch das Reliefformbasismaterial
hindurch der Blick auf das darunterliegende Reliefbasismaterial gewährleistet ist,
können die dort dargestellten Pinselstriche nun auf dem Reliefformbasismaterial exakt
und naturgetreu mit dem Reliefformmaterial beziehungsweise der Modellierpaste oder
- masse nachvollzogen werden. Auf dem Reliefformbasismaterial wird also die Reliefstruktur
des zu reproduzierenden Relief-und/oder Bildmaterials modelliert. Anschließend wird
das mit der Reliefstruktur versehene Reliefformbasismaterial als positive Reliefform
in die Wärmebehandlungsvorrichtung, die insbesondere eine Vakuumtiefzieh- und/oder
Druckluftprägevorrichtung mit zumindest einem erhitzbaren oder erwärmbaren Formteil
ist, eingebracht. Auf die positive Reliefform wird die Folie beziehungsweise das Reliefbasismaterial
mit der unbedruckten beziehungsweise bildabgewandten Seite aufgelegt und es wird der
thermoplastische Verformungsvorgang durchgeführt.
[0035] Anschließend werden gegebenenfalls die Formteile auseinander gefahren und wird die
nun reliefgeprägte oder reliefgeformte Folie entnommen und von ihrer Rückseite her
mit einem Füllstoff verfüllt, so dass eine mehr oder weniger ebene niveaugleiche Rückseitenfläche
gebildet wird. Auf diese Rückseitenfläche wird dann eine Leinwand aufkaschiert. Danach
ist ein originalgetreues dreidimensionales Bild entsprechend der reproduzierten Vorlage
hergestellt. Eine bildliche Darstellung ist vorzugsweise mit einer Solventtinte oder
einer Lösemitteltinte aufgetragen worden. Hierdurch ergibt sich bei dem im Temperaturenbereich
von ca. 100°C durchgeführten thermoplastischen Verformungsvorgang in der Wärmebehandlungsvorrichtung
eine besonders intensive oder zumindest subjektiv als intensiv empfundene Farbgestaltung.
[0036] Gewünschtenfalls kann die Bildoberfläche mit Firnis behandelt werden, wenn eine entweder
glänzende oder matte Oberfläche gewünscht wird.
[0037] Als Reliefbasismaterial eignet sich insbesondere eine Hart-PVC-Folie, die unter der
Bezeichnung Pentaprint, vorzugsweise als Pentaprint PRM 180/09, im Handel erhältlich
ist.
[0038] Das Reliefformbasismaterial ist vorzugsweise ein Feintüll auf Baumwollbasis mit einem
spezifischen Gewicht von 80 g/m
2. Die Maschenbreite ist dabei variabel. Wichtig ist hier allein, dass das Reliefformbasismaterial
nicht aus Metall besteht und bezüglich seiner Maschenweite so ausgelegt ist, dass
das jeweils verwendete Reliefformmaterial beziehungsweise die jeweils verwendete Modellierpaste
nicht durchtropft oder durchdringt sondern auf dem Reliefformmaterial trocknen und
aushärten kann. Das Reliefformbasismaterial darf weder Feuchtigkeit aufnehmen und
dann quellen noch darf es während des thermoplastischen Verformungsprozesses unter
Wärmeeinwirkung Schwund aufweisen. Es muss also mechanisch belastbar und hitzebeständig
sein. Es sollte sich quasi wie eine Acryl- oder Ölfarbe verhalten, die neben den anderen
oben stehend genannten Materialen ebenso auch als Reliefformmaterial Verwendung finden
können. Nach Trocknung der Modellierpaste liegt dann die positive Reliefform vor,
die in übliche thermoplastischen Vakuum- oder Druckluft-, Press- oder Präge- oder
Tiefziehmaschinen oder -vorrichtungen oder -einrichtungen wie oben beschrieben eingebracht
werden können, so dass dort dann der thermoplastische Verformungsprozess stattfindet.
[0039] Für die Verfüllung der Rückseite des Reliefbasismaterials oder des Reliefformbasismaterials
eignet sich beispielsweise ein mit PVC-Bindemittel vermischter Feinsand. Solche Mischungen
sind im Handel als PVC-Teppichkleber erhältlich.
[0040] Um gegebenenfalls eine längerfristige Benutzung der erfindungsgemäß hergestellten
Reliefformen gewährleisten zu können, kann die aus dem Reliefformbasismaterial, vorzugsweise
in Form eines Tüllgewebes, und dem Reliefformmaterial in Form der Modellierpaste bestehende
positive Reliefform beispielsweise mit einem Tiefengrund oder einer Teflonbeschichtung
versehen und damit mechanisch und thermisch stabiler und belastbarer ausgestaltet
werden.
[0041] Die Modelliermasse oder Modellierpaste beziehungsweise das Reliefformmaterial kann
automatisch beispielsweise mittels eines Siebdruckverfahrens im Wege eines dreidimensionalen
Siebdruckes oder eines dreidimensionalen Plots aufgebracht wird. Dabei wird die reliefartige
Oberfläche des Originals digital erfasst und als digitaler Datensatz abgespeichert.
Dieser digitale Datensatz wird zur Aufbringung des Reliefformmaterials genutzt und
mittels eines geeigneten Druckverfahrens oder Siebdruckverfahrens wird das Reliefformmaterial
auf das Reliefformbasismaterial aufgebracht, wobei der digitale Datensatz die jeweilige
Menge an Reliefformmaterial und die Position an denen das Reliefformmaterial aufgebracht
wird, bestimmt. Hierbei kann eine reliefartige Struktur durch Mehrfachauftrag an definierten
Stellen erzeugt werden.
1. Verfahren zur dreidimensionalen Reproduktion eines Relief-und/oder Bildoriginals unter
Verwendung einer glatten, mit einer bildlichen Darstellung des Relief- und/oder Bildoriginals
versehenen, insbesondere bedruckten, thermoplastischen Folie als Reliefbasismaterial
und einer positiven Reliefform, wobei die Folie während eines thermoplastischen Verformungsschrittes
in passgenaue Übereinanderlage mit der positiven Reliefform gebracht und unter Wärmeeinfluss
thermoplastisch verformt wird,
gekennzeichnet durch die Schritte:
a) Vorlage der thermoplastischen Folie,
b) unter Positionsmarkierung ihrer Relativlage zueinander passgenaue Anordnung eines
einen Durchblick auf die Folie ermöglichenden Reliefformbasismaterials auf oder mit
geringem Abstand über der Bildseite der Folie,
c) der bildlichen Darstellung entsprechendes Aufbringen der Reliefstruktur auf die
der Bildseite der Folie abgewandte Seite des Reliefformbasismaterials durch Auftrag eines die positive Reliefform gestaltenden und ausbildenden Reliefformmaterials,
d) Einbringen der positiven Reliefform in eine Wärmebehandlungsvorrichtung,
e) der Positionsmarkierung aus dem Schritt b) entsprechendes passgenaues Auflegen
der bildabgewandten Seite der Folie auf die strukturierte Oberseite der positiven
Reliefform und
f) Durchführung einer thermoplastischen Verformung und/oder Prägung der Folie.
2. Verfahren nach 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Reliefbasismaterial eine durchscheinende oder transparente oder durchsichtige
oder transluzente Folie verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie im Schritt a) mit ihrer bildabgewandten Seite auf oder über einem von seiner
anderen Seite beleuchteten Substrat, insbesondere einen Leuchttisch, angeordnet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Reliefbasismaterial eine Heißpräge- und/oder Kunststofffolie, vorzugsweise aus
PET (Polyethylenterephthalat) oder Polystyrol oder PVC (Polyvinylchlorid), insbesondere
eine Hart-PVC-Folie, verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Reliefbasismaterial eine Hart-PVC-Folie mit einem VICAT-Erweichungspunkt von
68- 76°C verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die bildliche Darstellung mittels eines Siebdruck- oder Offsetdruckverfahrens auf
das Reliefbasismaterial aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die bildliche Darstellung in Form eines unter 45° Querlicht aufgenommenen Bildes
oder Scans auf das Reliefbasismaterial aufgebracht, insbesondere aufgedruckt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die bildlichen Darstellung unter Verwendung einer Lösemitteltinte oder Solventtinte
auf das Reliefbasismaterial aufgedruckt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Lösemitteltinte mit einem Flammpunkt zwischen 60 und 75°C und einem Siedepunkt
von ≥ 115°C verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Reliefformbasismaterial ein kleinmaschiges, vorzugsweise netzartiges Gebilde
insbesondere aus Baumwolle oder Kunststoff, vorzugsweise Polyamid, verwendet wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass als Reliefformbasismaterial ein Feintüll, ein Wabentüll oder ein Filettüll verwendet
wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, daddurch gekennzeichnet, dass das
Reliefformbasismaterial auf einen Rahmen gespannt auf oder mit geringem Abstand über
der Bildseite der Folie angeordnet wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Reliefformmaterial eine Füllkörper und Bindemittel aufweisende Modelliermasse
verwendet wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Gips- und Feinsandpartikel und/oder Kunstharz und Feinsandpartikel und/oder
Kunstharz und Aluminiumpartikel aufweisende Modelliermasse verwendet wird.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Reliefformmaterial von Hand, insbesondere mittels Pinsel, aufgetragen wird.
16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach Durchführung der thermoplastischen Verformung das Reliefbasismaterial der Wärmebehandlungsvorrichtung
entnommen und auf der bildabgewandten Rückseite Vertiefungen mit einem Verfüllmaterial
aufgefüllt werden.
17. Verfahrens nach einem der Ansprüche 1-15, dadurch gekennzeichnet, dass nach Durchführung der thermoplastischen Verformung das Reliefbasismaterial und die
positive Reliefform zusammenliegend der Wärmebehandlungsvorrichtung entnommen und
die Reliefform auf ihrer dem Reliefbasismaterial abgewandten Rückseite mit einem Verfüllmaterial
aufgefüllt wird.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass auf die mit Verfüllmaterial aufgefüllte jeweilige Rückseite eine Leinwand aufkaschiert
wird.
19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche. dadurch gekennzeichnet, dass die positive Reliefform mittels eines dreidimensionalen Laserscans und anschließender
lasergesteuerter Modellierung in Kunstharz in eine dauerhafte Reliefprägeform überführt
wird.
20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die thermoplastische Verformung in einer geschlossenen oder offenen Form mit angelegtem
Vakuum und/oder aufgebrachter Druckluft durchgeführt wird.
1. A method for a three-dimensional reproduction or a relief and/or image original using
a smooth thermoplastic film which is provided with a graphical depiction of the relief
and/or image original, particularly an imprinted film, as the base material for the
relief, and a positive relief mold, wherein the film is exactly superimposed with
the positive relief mold and is thermoplastically deformed with heat during a thermoplastic
deformation step,
characterized by the following steps:
a) providing the thermoplastic film;
b) while marking the position of the relative position to each other, exact arrangement
of a relief mold base material allowing a view of the film on or with slight distance
over the image side of the film;
c) applying the relief structure corresponding to the graphical depiction on the side
of the relief mold base material facing away from the image side of the film by applying
a relief mold material shaping and forming the positive relief mold;
d) introducing the positive relief mold into a heat treatment device;
e) corresponding to the position marking from step b), exact placement of the side
facing away from the film on the structured upper side of the positive relief mold;
and
f) carrying out a thermoplastic deformation and/or embossing of the film.
2. The method according to claim 1, characterized in that a transparent or opaque or translucent film is used as the base material for the
relief.
3. The method according to claim 1 or 2, characterized in that the foil is arranged in step a) with the side facing away from the image on or above
a substrate illuminated from its other side, particularly a light table.
4. The method according to one of the preceding claims, characterized in that a hot stamping and/or plastic film, preferably made of PET (polyethylene terephthalate)
or polystyrol or PVC (polyvinylchloride), particularly a hard PVC film, is used as
the base material for the relief.
5. The method according to claim 4, characterized in that a hard PVC film with an VICAT softening point of 68 - 76° is used as the base material
for the relief.
6. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the graphical depiction is applied on the relief base material by means of a screen
printing or offset printing technique.
7. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the graphical depiction is applied, particularly imprinted, on the base material
for the relief in the form of an image or scan recorded under a 45° transverse light.
8. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the graphical depiction is imprinted on the relief base material using a solvent
ink.
9. The method according to claim 8, characterized in that a solvent ink with a flash point of between 60° and 75° and a boiling point of ≥
115° is used.
10. The method according to one of the preceding claims, characterized in that a small-mesh, preferably net-like structure, particularly made of cotton or plastic,
preferably polyamide, is used as the relief mold base material.
11. The method according to claim 10, characterized in that a fine lace, a honeycomb lace or a filet lace is used as the relief mold base material.
12. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the relief mold base material is arranged stretched on a frame on or with a small
distance above the image side of the film.
13. The method according to one of the preceding claims;
characterized in that modeling clay featuring a filler material and a binding agent is used as the relief
mold material.
14. The method according to claim 13, characterized in that modeling clay featuring plaster and fine sand particles and/or synthetic resin and
fine sand particles and/or synthetic resin and aluminum particles is used.
15. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the relief mold material is applied manually, particularly by means of a paint brush.
16. The method according to one of the preceding claims, characterized in that after the thermoplastic deformation has been carried out the relief base material
is removed from the heat treatment device and cavities located on rear side facing
away from the image are filled up using a filling material.
17. The method according to one of the claims 1-15, characterized in that after the thermoplastic deformation has been carried out the relief base material
and the positive relief mold lying together are removed from the heat treatment device
and the relief mold is filled on its rear side facing away from the relief base material
using a filling material.
18. The method according to claim 16 or 17, characterized in that a linen cloth is laminated onto the respective rear side which has been filled up
using the filling material.
19. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the positive relief mold is transformed into a permanent relief embossing mold by
means of a three-dimensional laser scan and a subsequent laser-guided modeling in
synthetic resin.
20. The method according to one of the preceding claims, characterized in that the thermoplastic deformation is carried out in a closed or open mold with vacuum
and/or compressed air applied.
1. Procédé de reproduction tridimensionnelle d'un original de relief et/ou d'image en
utilisant un film thermoplastique lisse, pourvu d'une représentation figurative de
l'original de relief et/ou d'image, en particulier imprimé, comme matériau de base
de relief et forme de relief positive, dans lequel le film est placé, au cours d'une
étape de déformation thermoplastique, en superposition exacte sur la forme de relief
positive, et est déformé par voie thermoplastique sous l'action de la chaleur,
caractérisé par les étapes suivantes :
a) présentation du film thermoplastique,
b) installation précise sur la face image du film ou à faible distance au-dessus de
celle-ci d'un matériau de base de façonnage de relief permettant de voir le film,
avec repérage de leur position relative l'un par rapport à l'autre,
c) application de la structure de relief correspondant à la représentation figurative
sur la face du matériau de base de façonnage de relief opposée à la face image du
film par application d'un matériau de forme de relief créant et formant la forme de
relief positive,
d) introduction de la forme de relief positive dans un dispositif de traitement à
chaud,
e) application de la face du film opposée à l'image dans le respect exact du repérage
de l'étape b) sur la face supérieure structurée de la forme de relief positive et
f) réalisation d'une déformation thermoplastique et/ou d'un estampage du film.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, comme matériau de base de relief, on utilise un film diaphane ou transparent ou
translucide.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le film à l'étape a) est installé avec sa face opposée à l'image sur un substrat
éclairé par son autre face, en particulier une table lumineuse, ou au-dessus de celui-ci.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'on utilise comme matériau de base de relief un film d'estampage à chaud et/ou un film
de matériau plastique, de préférence constitué de PET (poly(téréphtalate d'éthylène))
ou de polystyrène ou de PVC (poly(chlorure de vinyle)), en particulier un film de
PVC rigide.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que l'on utilise comme matériau de base de relief un film de PVC rigide ayant un point
de ramollissement VICAT de 68 à 76 °C.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la représentation figurative est appliquée au moyen d'un procédé de sérigraphie ou
d'impression offset sur le matériau de base de relief.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la représentation figurative est appliquée, en particulier imprimée, sur le matériau
de base de relief sous la forme d'une image prise sous lumière transversale à 45°
ou par balayage sur le matériau de base de relief.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la représentation figurative est imprimée sur le matériau de base de relief à l'aide
d'une encre à solvant.
9. Procédé selon la revendication 8, caractérisé en ce que l'on utilise une encre à solvant ayant un point d'inflammation compris entre 60 et
75 °C et un point d'ébullition ≥ 115°C.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on utilise comme matériau de base de relief un objet à petites mailles, de préférence
réticulé, en particulier en coton ou en matériau synthétique, de préférence en polyamide.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'on utilise comme matériau de base de relief un tulle fin, un tulle alvéolé ou un
tulle filet
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de base de façonnage de relief est installé étendu sur un cadre sur la
face image du film ou à faible distance au-dessus de celle-ci.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on utilise comme matériau de forme de relief une masse de modelage comportant un
corps de remplissage et un liant.
14. Procédé selon la revendication 13, caractérisé en ce que l'on utilise une masse de modelage comportant des particules de plâtre et de sable
fin et/ou une résine synthétique et des particules de sable fin et/ou une résine synthétique
et des particules d'aluminium.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau de forme de relief est appliqué à la main, en particulier au moyen d'un
pinceau.
16. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que, une fois la déformation thermoplastique réalisée, le matériau de base de relief
est retiré du dispositif de traitement à chaud et, sur la face arrière opposée à l'image,
des creux sont remplis d'un matériau de remplissage.
17. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 15, caractérisé en ce que, une fois la déformation thermoplastique réalisée, le matériau de base de relief
et la forme de relief positive sont retirés ensemble du dispositif de traitement à
chaud et la forme de relief est remplie sur sa face arrière opposée au matériau de
base de relief avec un matériau de remplissage.
18. Procédé selon la revendication 16 ou 17, caractérisé en ce qu'une toile est contrecollée sur la face arrière respective remplie du matériau de remplissage.
19. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la forme de relief positive est transformée en une forme d'estampage en relief permanente
au moyen d'un balayage laser tridimensionnel, suivi d'une modélisation commandée par
laser en résine synthétique.
20. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la déformation thermoplastique est réalisée dans une forme fermée ou ouverte en appliquant
un vide et/ou de l'air comprimé.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente