[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Stahlformteils mit einem
überwiegend ferritisch-bainitischen Gefüge.
[0002] Um die sich im modernen Karosseriebau bestehende Forderung nach geringem Gewicht
bei gleichzeitig maximaler Festigkeit und Schutzwirkung zu erfüllen, werden heutzutage
in solchen Bereichen der Karosserie, die im Fall eines Crashs besonders hohen Belastungen
ausgesetzt sein können, warmpressgeformte Bauteile eingesetzt, die aus hochfesten
Stählen erzeugt sind. Als Beispiele für solche Stahlformteile sind die A- und B-Säule,
die Stoßfänger und Türaufprallträger eines Personenkraftfahrzeugs zu nennen.
[0003] Beim Warmpresshärten von Stahlplatinen, die von kalt- oder warmgewalztem Stahlband
abgeteilt sind, werden die betreffenden Blechzuschnitte auf eine in der Regel oberhalb
der Austenitisierungstemperatur des jeweiligen Stahls liegende Verformungstemperatur
erwärmt und im erwärmten Zustand in das Werkzeug einer Umformpresse gelegt. Im Zuge
der anschließend durchgeführten Umformung erfährt der Blechzuschnitt bzw. das aus
ihm geformte Bauteil durch den Kontakt mit dem kühlen Werkzeug eine schnelle Abkühlung,
durch die sich im Bauteil Härtegefüge ergibt. Dabei kann es ausreichend sein, wenn
das Bauteil ohne aktive Kühlung alleine durch den Kontakt mit dem Werkzeug abkühlt.
Unterstützt werden kann eine schnelle Abkühlung jedoch auch dadurch, dass das Werkzeug
selbst aktiv gekühlt wird.
[0005] Ein mit dem Stahl 22MnB5 vergleichbarer Stahl ist aus der
JP 2006104526 A bekannt. Dieser bekannte Stahl enthält neben Fe und unvermeidbaren Verunreinigungen
(in Gew.-%) 0,05 - 0,55 % C, max. 2 % Si, 0,1 - 3 % Mn, max. 0,1 % P und max. 0,03
% S. Zur Härtesteigerung können dem Stahl zusätzlich Gehalte von 0,0002 - 0,005 %
B und 0,001 - 0,1 % Ti zugegeben werden. Der jeweilige Ti-Gehalt dient dabei zum Abbinden
des in dem Stahl vorhandenen Stickstoffs. Auf diese Weise kann das im Stahl vorhandene
Bor seine festigkeitssteigernde Wirkung möglichst vollständig entfalten.
[0006] Gemäß der
JP 2006104526 A werden aus dem derart zusammengesetzten Stahl zunächst Bleche gefertigt, die dann
auf eine oberhalb der Ac
3-Temperatur, typischerweise im Bereich von 850 - 950 °C, liegende Temperatur vorgewärmt
werden. Bei der anschließend im Presswerkzeug erfolgenden, von diesem Temperaturbereich
ausgehenden schnellen Abkühlung bildet sich im aus dem jeweiligen Blechzuschnitt pressgeformten
Bauteil das die angestrebten hohen Festigkeiten gewährleistende martensitische Gefüge.
Günstig wirkt sich dabei aus, dass sich die auf das genannte Temperaturniveau erwärmten
Blechteile bei relativ geringen Umformkräften zu komplex geformten Bauteilen umformen
lassen. Dies gilt insbesondere auch für solche Blechteile, die aus hochfestem Stahl
gefertigt und mit einer Korrosionsschutzbeschichtung versehen sind.
[0007] Die auf die voranstehend erläuterte Weise aus borlegierten Stählen erzeugten Bauteile
erreichen Festigkeiten von über 1.500 MPa. Allerdings hat das dazu benötigte vollständig
martensitische Gefüge der Bauteile zur Folge, dass die Bauteile eine für viele Anwendungen
unzureichende Restbruchdehnung von 5 - 6 % besitzen. Die relativ geringe Restbruchdehnung
geht mit einer geringen Zähigkeit einher. Diese führt bei Anwendungen, bei denen es
auf ein gutes Verformungsverhalten im Falle eines Crashs ankommt, dazu, dass aus borlegierten
Stählen in der bekannten Weise hergestellte Bauteile, diese Anforderungen häufig nicht
mehr erfüllen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich bei den herzustellenden Bauteilen
um Teile für eine Automobilkarosserie handelt.
[0008] In der
DE 10 2005 054 847 B3 ist vorgeschlagen worden, durch eine nachgeschaltete Wärmebehandlung das Crashverhalten
von durch Warmpresshärten erzeugten Stahlbauteilen zu verbessern, die neben Eisen
und unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%) 0,18 - 0,3 % C, 0,1 - 0,7 % Si, 1,0
- 2,50 % Mn, max. 0,025 % P, 0,1 - 0,8 % Cr, 0,1 - 0,5 % Mo, max. 0,01 % S, 0,02 -
0,05 % Ti, 0,002 - 0,005 % B und 0,01 - 0,06 % A1 enthalten. Im Zuge der Wärmebehandlung
werden die warmpressgehärteten Bauteile bei 320 - 400 °C gehalten. Abgesehen davon,
dass ein solcher Wärmebehandlungsschritt nur mit großem Aufwand in die für die Herstellung
von warmpressgehärteten Stahlbauteilen etablierte Prozesskette eingegliedert werden
kann, haben praktische Untersuchungen gezeigt, dass die Bruchdehnung von auf diese
Weise wärmebehandelten Bauteilen sich deutlich verschlechtert.
[0009] Eine andere Möglichkeit der Herstellung eines gehärteten metallischen Bauteils ist
aus der
DE 102 08 216 C1 bekannt. Bei diesem bekannten Verfahren wird eine Platine oder ein vorgeformtes Formbauteil,
die jeweils aus einem Stahl der voranstehend angegebenen Art bestehen, in einer Erwärmungseinrichtung
auf eine Austenitisierungstemperatur erwärmt und anschließend über einen Transportweg
einem Härteprozess zugeführt. Während des Transports werden Teilbereiche erster Art
der Platine oder des Formbauteils, die im Endbauteil höhere Duktilitätseigenschaften
aufweisen sollen, von einer vorbestimmten Abkühl-Starttemperatur abgeschreckt, die
oberhalb der γ-α-Umwandlungstemperatur liegt. Dieses Abschrecken wird beendet, wenn
eine vorgegebene Abkühl-Stopptemperatur erreicht ist, und zwar bevor eine Umwandlung
in Ferrit und/oder Perlit stattgefunden hat oder nachdem erst eine geringe Umwandlung
in Ferrit und/oder Perlit stattgefunden hat. Anschließend wird die Platine oder das
jeweilige Formteil isotherm zur Umwandlung des Austenits in Ferrit und/oder Perlit
gehalten. Währenddessen wird in den Bereichen zweiter Art, die im Endbauteil im Verhältnis
geringere Duktilitätseigenschaften aufweisen sollen, die Härtetemperatur gerade so
hoch gehalten, dass eine ausreichende Martensitbildung in den Bereichen zweiter Art
während eines Härteprozesses stattfinden kann. Abschließend wird dann die Abkühlung
durchgeführt. Dazu wird das erhaltene Formteil in einem separaten Arbeitsgang in ein
Abschreckbecken oder desgleichen getaucht, um das gewünschte martensitische Härtegefüge
auszubilden. Auch diese Verfahrensweise bedingt eine Prozessführung, die nur mit großem
Aufwand in einen modernen Produktionsbetrieb eingegliedert werden kann. Darüber hinaus
besteht auch bei den nach diesem bekannten Verfahren hergestellten Bauteilen das Problem,
dass sie zwar eine hohe Festigkeit besitzen, gleichzeitig aber so spröde sind, dass
sie den in der Praxis sich stellenden Anforderungen an ihre Verformbarkeit nicht gerecht
werden.
[0010] Neben dem voranstehend diskutierten Stand der Technik ist aus der
EP-A-1 767 659 ein Verfahren zur Herstellung von Stahlformteilen bekannt, die als Vorform oder Platine
im Zweiphasengebiet, d. h. bei einer Temperatur zwischen der Ac1 und der Ac3, liegt,
durcherwärmt und anschließend in einem (gekühlten) Presswerkzeug umgeformt und gleichzeitig
abgeschreckt wird. Dabei wird die jeweils auf eine im Zweiphasen-Mischgebiet liegende
Temperatur vorerwärmte Platine im Warmformwerkzeug selbst unmittelbar und so schnell
abgekühlt, dass nach der Abkühlung im Bauteil ein Multiphasengefüge mit einem Ferritanteil
vorhanden ist.
[0011] Im Artikel "Status and innovation trends in hot stamping of USIBOR 1500 P" von
Hein Philipp et al., erschienen in STEEL RESEARCH INTERNATIONAL, Verlag Stahleisen
GmbH, Düsseldorf, DE, (20080201), Bd. 79, Nr. 2, ISSN 1611-3683, Seiten 85 - 91 wird über allgemein über den Stand der Stahlbauteilen durch Heißpressformgebung des
Stahls 22MnB5 berichtet. Dabei wird davon ausgegangen, dass aus diesem Stahl bestehende
Platinen vor der Warmformgebung austenitisiert werden, indem sie auf eine 900 - 940
°C betragende Temperatur erwärmt werden. Ebenso werden Ansätze zur Einstellung von
unterschiedlichen Gefügestrukturen in einem aus einer derart erwärmten Platine geformten
monolithischen Stahlprodukt durch unterschiedliche Wärmebehandlungen erläutert, die
während und nach der Warmumformung durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang wird
auch die Möglichkeit angesprochen in einem warmen Werkzeug die Gefügeausbildung am
herzustellenden Bauteil zu beeinflussen. Jedoch gehen die dort erwähnten Möglichkeiten
stets davon aus, dass das Stahlprodukt zunächst vollständig austenitisiert wird. In
dem von dem warmen Werkzeug erfassten Teilbereich des Stahlprodukts stellt sich dann
eine bainitische Mikrostruktur ein.
[0013] Vor dem Hintergrund des voranstehend erläuterten Standes der Technik bestand die
Aufgabe der Erfindung darin, ein Verfahren anzugeben, mit dem es möglich ist, auf
prozesstechnisch einfache Weise Stahlformteile herzustellen, bei denen eine hohe Festigkeit
mit einer guten Restbruchdehnung kombiniert ist.
[0014] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch das in Anspruch 1 angegebene Verfahren gelöst
worden. Vorteilhafte Ausgestaltungen dieses Verfahrens sind in den auf Anspruch 1
rückbezogenen Ansprüchen angegeben.
[0015] Gemäß der Erfindung wird ein Stahlformteil mit einem überwiegend ferritisch-bainitischen
Gefüge hergestellt.
[0016] Dazu wird ein Vormaterial in Form einer Stahlplatine oder eines vorgeformtes Stahlteils
bereitgestellt. Wird eine bis dahin noch unverformte Stahlplatine als Vormaterial
verarbeitet, wird der Gesamtprozess als "einstufiges" Verfahren bezeichnet. Wird dagegen
ein vorgeformtes Stahlteil verarbeitet, spricht man von einem zweistufigen Prozess,
wobei in der ersten Stufe eine bis dahin noch unverformte Platine so verformt wird,
dass das dabei erhaltene Stahlbauteil seine Endform noch nicht erreicht hat.
[0017] Das jeweilige Vormaterial besteht erfindungsgemäß aus einem Stahl an sich bekannter
Zusammensetzung, der neben Eisen und unvermeidbaren herstellungsbedingten Verunreinigungen
(in Gew.-%) C: 0,02 - 0,6 %, Mn: 0,5 - 2,0 %, Al: 0,01 - 0,06 %, Si: bis zu 0,4 %,
Cr: bis zu 1,2 %, P: bis zu 0,035 %, S: bis zu 0,035 % sowie optional eines oder mehrere
Elemente aus der Gruppe "Ti, B, Mo, Ni, Cu, N" enthält, wobei - sofern jeweils vorhanden
- Ti in einem Gehalt von bis zu 0,05 %, Cu in einem Gehalt von bis zu 0,01 %, B in
Gehalten von 0,0008 - 0,005 %, Mo in Gehalten von bis zu 0,3 %, Ni in Gehalten von
bis zu 0,4 %, N in Gehalten von bis zu 0,01 %, enthalten sind. Besondere Bedeutung
im Hinblick auf die Festigkeit erfindungsgemäß erzeugte Bauteile kommt dabei dem jeweiligen
C-Gehalt zu, wogegen insbesondere die Gehalte an Si, Mn, Cr und B so eingestellt sind,
dass die Bildung des Bainits gefördert und die Entstehung größerer Martensitmengen
im Gefüge des Bauteils vermieden werden.
[0018] Das derart zusammengesetzte Vormaterial (Stahlplatine bzw. vorgeformtes Stahlteil)
wird bei einer zwischen der Ac1- und der Ac3-Temperatur des Stahls liegenden Erwärmungstemperatur
derart durcherwärmt, dass eine unvollständige Austenitisierung des Vormaterials eintritt.
Am Ende der Austenitisierungsphase besteht das Gefüge des Vormaterials dementsprechend
aus Ferrit und Austenit.
[0019] Anschließend wird das Vormaterial in ein Pressformwerkzeug eingelegt und darin zu
dem Stahlformteil geformt. Das Presshärten erfolgt dabei in einem Temperaturbereich,
in dem sich das Gefüge des Vormaterials im Zweiphasengebiet aus Ferrit und Austenit
befindet.
[0020] Wesentlich für die Erfindung ist nun, dass das Stahlformteil auf eine Bainitbildungstemperatur
gebracht wird, die oberhalb der Martensitstarttemperatur, jedoch unterhalb der Perlitumwandlungstemperatur
des Stahls liegt, aus dem die Stahlplatine oder das vorgeformte Stahlteil jeweils
hergestellt sind.
[0021] Ebenso wichtig ist, dass, sobald diese Bainitbildungstemperatur erreicht ist, das
Stahlformteil erfindungsgemäß über eine Bainitisierungszeit im Wesentlichen isotherm
auf der Bainitbildungstemperatur gehalten wird, bis sich in dem Stahlformteil ein
Gefüge eingestellt hat, das zum überwiegenden Teil aus Ferrit und Bainit besteht.
Die jeweils einzustellende Bainitisierungstemperatur richtet sich nach der Bainitumwandlungstemperatur,
welche jeweils nach der chemischen Zusammensetzung des angereicherten Austenits durch
die Martensitstarttemperatur nach unten und Perlitumwandlungstemperatur nach oben
abgegrenzt ist.
[0022] Die Abkühlgeschwindigkeit beim Presshärten wird von der Austenitisierungs- und Werkzeugtemperatur
maßgeblich beeinflusst. Diese muss so schnell sein, dass die Platine umwandlungsfrei
auf die Bainitumwandlungstemperatur abgekühlt und bei dieser Temperatur konstant gehalten
wird. Durch diese Vorgehensweise wird erreicht, dass am Ende der Bainitisierungszeit
in dem Stahlformteil ein Gefüge vorliegt, das neben den ferritischen und bainitischen
Gefügeanteilen untergeordnete Mengen an Restaustenit und allenfalls unterhalb von
5 % liegende Gehalte an Martensit aufweist. Die vom im Wesentlichen vom Kohlenstoffgehalt
bestimmten Restaustenitgehalte im erhaltenen Bauteil können bis zu 10 % betragen.
[0023] Nach dem Ende der Bainitisierungszeit wird das Stahlformteil auf Raumtemperatur abgekühlt.
[0024] Gemäß der Erfindung wird also die Temperaturführung im Hinblick auf den Austenitisierungsprozess
und das anschließende Presshärten so gesteuert, dass sich ein Mischgefüge aus Ferrit,
Bainit und einem Anteil von Restaustenit im Bauteil einstellt. Das erfindungsgemäße
Verfahren liefert somit ein Stahlbauteil, dessen Gefüge durch eine ferritisch-bainitische
Mikrostruktur gekennzeichnet ist. Diese bainitische Mikrostruktur verleiht einem erfindungsgemäß
erzeugten Bauteil verbesserte Verformungseigenschaften, insbesondere eine verbesserte
Restbruchdehnung. Damit einhergehend weisen erfindungsgemäß erzeugte Stahlformteile
ein verbessertes Crashverhalten auf, ohne dass es dazu einer gesonderten Anlassbehandlung
bedarf, da Bainit als eine Art von angelassenem Martensit angesehen werden kann.
[0025] Darüber hinaus erlaubt es das erfindungsgemäße Verfahren, das Stahlbauteil langsamer
abzukühlen als bei den konventionellen Verfahren, bei denen die Abkühlung im Werkzeug
mit dem Ziel erfolgt, martensitisches Härtegefüge zu erzeugen. Daher ist bei einem
erfindungsgemäßen Verfahren die Gefahr der Entstehung von Bauteilverzug minimiert
und die erfindungsgemäß erzeugten Bauteile zeichnen sich durch eine besonders hohe
Maßhaltigkeit aus. Um eine langsame Abkühlung des Stahlbauteils sicherzustellen, kann
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens das Presswerkzeug auch gezielt erwärmt
werden.
[0026] Neben den voranstehend genannten Vorteilen bestehen weitere Vorteile der Erfindung
in der durch die vergleichbar niedrigen Ofentemperatur bei der Austenitisierung möglichen
Energieeinsparungen, in der reduzierten thermischen Belastung der gegebenenfalls vorhandenen
Oberflächenbeschichtung, in dem durch die abgesenkte Ofentemperatur bei der Austenitisierung
möglichen Einsatz von Zn-beschichtetem Vormaterial sowie darin, dass es bei erfindungsgemäßer
Vorgehensweise möglich ist, durch Variation der Austenitisierungs- und Werkzeugtemperatur
die mechanischen Kennwerte nach der Bauteilforderung variabel einzustellen. Schließlich
zeichnen sich erfindungsgemäß erzeugte Stahlformteile auch durch ein hohes Bake-Hardening
Potenzial nach dem Presshärten aus.
[0027] Um die mit der Erfindung erzielten vorteilhaften Eigenschaften besonders sicher nutzen
zu können, sollten die Ferrit- und Bainitanteile im Gefüge des Stahlformteils am Ende
der Bainitisierungszeit in Summe mindestens 90 % betragen, wobei der Ferrit- und der
Bainitanteil jeweils mindestens 30 % betragen sollten.
[0028] Da die Martensitbildung erfindungsgemäß möglichst vollständig verhindert wird, ist
es grundsätzlich vorteilhaft, wenn am Ende der Bainitisierungszeit der Martensitanteil
des Stahlformteils weniger als 1 % beträgt, insbesondere nur auf Spuren beschränkt
ist.
[0029] Von der Legierung des Stahls, aus dem das erfindungsgemäß zu verarbeitende Vormaterial
besteht, sind konventionelle MnB-Stähle und Vergütungsstähle gleichermaßen umfasst.
Eine für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders geeigneter Vergütungsstahl
weist neben Eisen und unvermeidbaren Verunreinigungen (in Gew.-%) C: 0,25 - 0,6 %,
Si: bis zu 0,4 %, Mn: 0,5 - 2,0 %, Cr: bis zu 0,6 %, P: bis zu 0,02 %, S: bis zu 0,01
%, Al: 0,01 - 0,06 %, Ti: bis zu 0,05 %, Cu: bis zu 0,1 % und B: 0,008 - 0,005 % auf.
Für das erfindungsgemäße Verfahren in Frage kommende MnB-Stähle weisen dagegen C:
0,25 - 0,6 %, Si: bis zu 0,4 %, Mn: 0,5 - 2,0 %, Cr: bis zu 1,2 %, P: bis zu 0,035
%, S: bis zu 0,035 %, Mo: bis zu 0,3 %, Ni: bis zu 0,4 % und Al: 0,01 - 0,06 % auf.
[0030] Typischerweise liegt die Austenitisierungstemperatur der Stähle, aus denen erfindungsgemäß
verarbeitetes Vormaterial hergestellt ist, im Bereich von 750 - 810 °C. Die für das
Durcherwärmen bei der Erwärmungstemperatur vorgesehene Erwärmungszeit liegt dabei
üblicherweise im Bereich von 6 - 15 Minuten.
[0031] Insbesondere bei der Herstellung von Stahlformteilen, die zum Bau von Karosserien
für Fahrzeuge, insbesondere Automobile, bestimmt sind, ist es günstig, wenn das Vormaterial
mit einem vor Korrosion schützenden metallischen Überzug versehen ist. Dieser Überzug
schützt das jeweilige Vormaterial (Stahlplatine, vorgeformtes Stahlteil) auch beim
Transport von dem Ofen, in dem es auf die Austenitisierungstemperatur vorerwärmt wird,
zum Pressformwerkzeug. Die Korrosionsschutzbeschichtung kann dabei so ausgelegt werden,
dass sie eine Oxidation des heißen Stahlsubstrats mit dem Umgebungssauerstoff auch
bei einem Transport an Luft schützt.
[0032] Eine besonders praxisgerechte Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch
gekennzeichnet, dass die Pressformgebung und die Bainitisierung des im Zuge der Pressformgebung
erzeugten Stahlbauteils im Pressformwerkzeug erfolgt. Dementsprechend sieht eine besonders
vorteilhafte Variante der Erfindung vor, dass nach dem Pressformen des Vormaterials
das dann erhaltene Stahlformteil in dem Pressformwerkzeug verbleibt und dort auf die
Bainitbildungstemperatur gebracht und für die Bainitisierungszeit gehalten wird. Dabei
ist das Pressformwerkzeug bevorzugt so temperiert, dass das Vormaterial ausgehend
von einer über der Bainitisierungstemperatur liegenden Temperatur bereits während
ihrer Pressverformung zu dem Stahlbauteil auf die Bainitisierungstemperatur abgekühlt
werden. Die Werkzeugschließzeit des Presswerkzeugs, innerhalb der die Formgebung,
Abkühlung und Bainitisierung des Stahlformteils erfolgt, beträgt in diesem Fall üblicherweise
5 - 60 Sekunden, insbesondere 20 - 60 Sekunden.
[0033] Im Fall, dass die Abkühlung auf die Bainitisierungstemperatur und die Bainitisierung
in einem Werkzeug absolviert werden, ist die Bainitisierungszeit jeweils um die Zeitdauer
kürzer als die Werkzeugschließzeit, die benötigt wird, um das jeweilige Vormaterial
auf die Bainitisierungstemperatur zu bringen.
[0034] Alternativ zu einer Bainitisierung im Pressformwerkzeug ist es auch denkbar, nach
dem Pressformen das aus dem Vormaterial pressgeformte Stahlformteil aus der Pressform
zu entnehmen und in einem separaten Arbeitsgang auf die Bainitbildungstemperatur zu
bringen und auf dieser über die Bainitisierungszeit zu halten. Eine solche Vorgehensweise
kann angezeigt sein, wenn eine entsprechende Anlagentechnik zur Verfügung steht. So
lässt sich eine solche Vorgehensweise beispielsweise dann anwenden, wenn zum Erwärmen
auf und Halten bei der Bainitisierungstemperatur ein Salz- oder ein Bleibad zur Verfügung
stehen, in die das Stahlbauteil nach der Pressformgebung verbracht werden kann.
[0035] Der typische Bereich der Bainitisierungstemperatur, bei der die erfindungsgemäße
Baintisierung mit dem Ziel der Ausbildung eines ferritisch/bainitischen Gefüges bevorzugt
durchgeführt wird, ist nach unten typischerweise durch Martensitstarttemperatur der
jeweiligen Stahlzusammensetzung des Vormaterials begrenzt, während sie nach oben hin
jeweils niedriger als 500 °C eingestellt werden kann, um die Perlitbildung zu vermeiden.
[0036] Der mit der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens verbundene verfahrenstechnische
Aufwand kann auch dadurch auf ein Minimum reduziert werden, dass nach dem Ende der
Bainitisierungszeit die Abkühlung des erhaltenen Stahlformteils auf einfache Weise
an Luft durchgeführt wird.
[0037] Für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eignen sich Stahlplatinen,
die von einem warmgewalzten oder kaltgewalzten Flachprodukt, wie Band oder Blech,
abgeteilt worden sind. Ebenso ist es möglich, das erfindungsgemäße Verfahren auf ein
Stahlteil anzuwenden, das in einem vorangegangenen Arbeitsschritt vorgeformt worden
ist. Letzteres bietet sich beispielsweise dann an, wenn die Formgebung des herzustellenden
Stahlbauteils so komplex ist, dass für ihre Herstellung mehrere Formgebungsschritte
erforderlich sind.
[0038] Aufgrund ihres Eigenschaftsprofils eignen sich erfindungsgemäß erzeugte Stahlbauteile
besonders für eine Verwendung als crashrelevante Teile einer Automobilkarosserie.
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich dabei insbesondere für die Herstellung
von Längs- und Bodenquerträgern, die in der Praxis ein besonders gutes Energieaufnahmevermögen
aufweisen sollen.
[0039] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0040] In Fig. 1 ist ein typischer bei der Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens
eingehaltener Verlauf der Temperatur T über die Zeit t aufgezeichnet. Demnach wird
als Vormaterial eine jeweils zu einem Stahlbauteil zu verformende, beispielsweise
mit einer vor Korrosion schützenden AlSi-Beschichtung versehene Stahlplatine zunächst
auf eine Austenitisierungstemperatur TA erwärmt, die unterhalb der Ac3-Temperatur
jedoch oberhalb der Ac1 Temperatur des Stahls liegt, aus dem die Stahlplatine jeweils
hergestellt ist. Bei der dieser Austenitisierungstemperatur TA wird die Stahlplatine
für eine Zeit tA gehalten, bis die Stahlplatine vollständig durcherwärmt ist, so dass
in ihr ein aus Austenit und Ferrit bestehendes Mischgefüge vorliegt. Der Bereich,
in dem der Stahl ein Gefüge aufweist, ist in Fig. 1 mit A gekennzeichnet, während
der Bereich des Mischgefüges aus Ferrit und Austenit mit "A+F" gekennzeichnet ist.
[0041] Nach Ende der Austenitisierungszeit tA wird die Stahlplatine zu einem Pressformwerkzeug
transportiert. Die bis zum Schließen des Pressformwerkzeugs benötigte Transferzeit
ist in Fig. 1 mit tT bezeichnet. Die Temperatur TW, mit der die Stahlplatine in das
Pressformwerkzeug gelangt, liegt immer noch innerhalb des Temperaturbandes Ac3 - Ac1.
[0042] Das Pressformwerkzeug ist mit einer Temperiereinrichtung ausgestattet, die es auf
einer konstanten Temperatur hält, die der Bainitisierungstemperatur TB entspricht.
Das aus der Stahlplatine geformte, mit dem Pressformwerkzeug unmittelbar in Kontakt
kommende Stahlformteil wird dementsprechend über eine Abkühlzeit tK auf die Bainitisierungstemperatur
TB gekühlt. Die Bainitisierungstemperatur TB liegt dabei oberhalb der Martensitstarttemperatur
Ms, jedoch unterhalb der Perlitumwandlungstemperatur. Das Gebiet, in dem es zur Bildung
von Perlit kommt, ist in Fig. 1 mit P gekennzeichnet. Zusätzlich ist in Fig. 1 mit
F das Gebiet, in dem reiner Ferrit vorhanden ist, und mit M das Gebiet gekennzeichnet,
in dem Martensit vorliegt.
[0043] Sobald die Bainitisierungstemperatur TB erreicht ist, wird das nach wie vor in dem
Pressformwerkzeug sitzende Stahlbauteil über eine Bainitisierungszeit tB isotherm
auf der Bainitisierungstemperatur TB gehalten. Die Bainitisierungszeit tB ist dabei
so bemessen, dass an ihrem Ende das Gefüge des Stahlbauteils im Wesentlichen vollständig
bainitisch ist.
[0044] Die Abkühlung der Stahlplatine im temperierten Presswerkzeug erfolgt dabei innerhalb
der Abkühlzeit tK so schnell, dass der Stahl das Zweiphasenmischgebiet A+F durchläuft
und eine Umwandlung im Martensitbereich M und Perlitbereich P verhindert wird, wobei
die Martensitbildung möglichst vollständig vermieden wird.
[0045] Nach Erreichen des Endes der Bainitisierungszeit tB wird das Werkzeug geöffnet und
das Stahlbauteil an ruhender Luft auf Raumtemperatur abgekühlt. Die die Abkühlzeit
tK und die Bainitisierungszeit tB umfassende Werkzeugschließzeit tW beträgt abhängig
von der Komplexität der Formgebung des herzustellenden Stahlbauteils und der Blechdicke
der jeweils verarbeiteten Stahlplatine 5 - 60 Sekunden.
[0046] Für zwei Versuche sind aus einem Warmband von 3 - 4 mm Dicke durch Kaltwalzen zwei
1,5 - 2 mm dicke Stahlplatine SP1,SP2 erzeugt worden, die aus einem 27MnCrB5-2 Stahl
mit der in Tabelle 1 in Gew.-% angegebenen Zusammensetzung bestanden.
[0047] Die erste Stahlplatine SP1 ist dann auf eine Austenitisierungstemperatur TA von 780
°C erwärmt und auf dieser Temperatur TA für eine Austenitisierungszeit tA von 6 min
gehalten worden.
Tabelle 1
| Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen |
| C |
Si |
Mn |
P |
S |
| 0,294 |
0,24 |
1,13 |
0,017 |
0,002 |
| |
| Al |
N |
Cr |
Ti |
B |
| 0,035 |
0,0038 |
0,43 |
0,033 |
0,0010 |
[0048] Anschließend ist die Stahlplatine SP1 in einer 6 bis 12 s betragenden Transferzeit
tT an Luft in ein Pressformwerkzeug transportiert worden, das auf eine Bainitisierungstemperatur
TB von 400 °C aufgeheizt und bei dieser Temperatur TB konstant gehalten worden ist.
In dem Presswerkzeug ist die Stahlplatine SP1 dann über eine Werkzeugschließzeit tW
von 40 s pressverformt worden. Die Gesamtpresszeit umfasste die Abkühlzeit tK, in
der die Stahlplatine SP1 von der Werkzeugeintrittstemperatur TW auf die Bainitisierungstemperatur
TB abgekühlt worden ist, und die Bainitisierungszeit tB, in der sich das Bainitgefüge
in dem im Pressformwerkzeug warmpressgeformten Stahlbauteil gebildet hat. Anschließend
ist das Presswerkzeug geöffnet worden und das Stahlbauteil an ruhender Luft auf Raumtemperatur
abgekühlt worden.
[0049] Das Gefüge des so erhaltenen Stahlformteils wies einen Ferritanteil von 50 %, einen
Bainitanteil von 40 %, einen Restaustenitanteil von 6 % und einen Martensitanteil
von 4 % auf.
[0050] In dem zweiten Versuch ist die zweite Stahlplatine SP2 bei einer Austenitisierungstemperatur
TA von 800 °C so durcherwärmt worden, dass auch sie nur unvollständig austenitisiert
war. Nach dieser Teilaustenitisierung hat die zweite Stahlplatine SP2 dieselben Prozessschritte
durchlaufen wie die erste Stahlplatine SP1.
[0051] Die Eigenschaften der aus den Stahlplatinen SP1, SP2 in der voranstehend beschriebenen
Weise erzeugten Stahlformteile sind in Tabelle 2 angegeben.
Tabelle 2
| Platine |
TA [°C] |
Rp0,2 [MPa] |
Rm [MPa] |
Ag [%] |
A80 [%] |
| SP1 |
780 |
374 |
759 |
12,7 |
19,7 |
| SP2 |
800 |
464 |
802 |
11,4 |
19,0 |
[0052] Schließlich ist zum Vergleich eine ebenfalls aus dem 27MnCrB5-2 - Stahl bestehende
Stahlplatine in konventioneller Weise martensitisch zu einem Stahlformteil pressformgehärtet
worden. Die Restbruchdehnung A80 betrug bei dem so erhaltenen Bauteil nur ca. 6%.
Nach dem erfundenen Verfahren liegt die Restbruchdehnung A80 der gleichen Güte dagegen
ca. 19%.
[0053] Beim erfindungsgemäßen bainitischen Presshärten handelt es sich somit um ein Verfahren
zum Warmpresshärten, bei dem anstelle des üblicherweise erzeugten Martensitgefüges
ein überwiegend aus Ferrit und Bainit bestehendes Gefüge durch eine isothermische
Umwandlung beim Presshärten am jeweils pressgeformten Stahlbauteil eingestellt wird.
Das erhaltene ferritisch/bainitische Gefüge weist im Vergleich zu Martensit eine verbesserte
Restbruchdehnung bei hoher Festigkeit auf.
1. Verfahren zum Herstellen eines Stahlformteils mit einem überwiegend ferritisch-bainitischen
Gefüge,
- bei dem ein Vormaterial in Form einer Stahlplatine oder eines vorgeformten Stahlteils
bereitgestellt wird, das jeweils aus einem Stahl hergestellt ist, der (in Ges.-%)
| C: |
0, 02 - 0,6 %, |
| Mn: |
0,5 - 2,0 %, |
| Al: |
0,01 - 0,06 %, |
| Si: |
Max. 0, %, |
| Cr: |
Max. 1,2 %, |
| P: |
Max. 0,035 %, |
| S: |
Max. 0,035 %, |
sowie optional eines oder mehrere der Elemente aus der Gruppe "Ti, Cu, B, Mo, Ni,
N" mit der Maßgabe
| Ti: |
Max. 0, 05 %, |
| Cu: |
Max. 0,01 %, |
| B: |
0,0008 - 0,005 %, |
| Mo: |
Max. 0,3 %, |
| Ni: |
Max. 0, 4 %, |
| N: |
max. 0,01 %, |
und als Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen enthält,
- bei dem das Vormaterial bei einer zwischen der Ac1- und der Ac3-Temperatur des Stahls
liegenden Erwärmungstemperatur (TA) durcherwärmt wird, so dass eine allenfalls unvollständige
Austenitisierung des Vormaterials eintritt,
- bei dem das Vormaterial in ein Pressformwerkzeug eingelegt und darin zu dem Stahlformteil
geformt wird,
- bei dem das Stahlformteil auf eine Bainitbildungstemperatur (TB) gebracht wird,
die oberhalb der Martensitstarttemperatur (Ms), jedoch unterhalb der Perlitumwandlungstemperatur
des Stahls liegt, aus dem das Vormaterial jeweils hergestellt ist,
- bei dem das Stahlformteil nach der Abkühlung über eine Bainitisierungszeit (tB)
im Wesentlichen isotherm auf der Bainitbildungstemperatur (TB) gehalten wird, bis
in dem Stahlformteil ein zum überwiegenden Teil aus Ferrit und Bainit bestehendes
Gefüge entstanden ist, dessen Martensitgehalt weniger als 5 % beträgt, wobei Restaustenitgehalte
von bis zu 10 % vorhanden sein können, und
- bei dem das Stahlformteil nach dem Ende der Bainitisierungszeit (tB) auf Raumtemperatur
gebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl (in Gew.-%)
| C: |
0,25 - 0,6 %, |
| Si: |
max. 0,4 %, |
| Mn: |
0,5 - 2,0 %, |
| Cr: |
max. 0,6 %, |
| P: |
max. 0,02 %, |
| S: |
max. 0,01 %, |
| Al: |
0,01 - 0,06 %, |
| Ti: |
max. 0,05 %, |
| Cu: |
max. 0,1 %, |
| B: |
0,008 - 0,005 % |
und als Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl (in Ges.-%)
| C: |
0,25 - 0,6 %, |
| Si: |
max. 0,4 %, |
| Mn: |
0,5 - 2,0 %, |
| Cr: |
max. 1,2 %, |
| P: |
max. 0,035 %, |
| S: |
max. 0,035 %, |
| Mo: |
max. 0,3 %, |
| Ni: |
max. 0,4 %, |
| Al: |
0,01 - 0,06 %, |
und als Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen enthält.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der Ferrit- und Bainitanteile im Gefüge des Stahlformteils am Ende der
Bainitisierungszeit (tB) mindestens 90 % beträgt.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Ende der Bainitisierungszeit (tB) der Bainitisierungszeit der Martensitanteil
des Stahlformteils weniger als 1 % beträgt, insbesondere auf Spuren beschränkt ist.
6. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Austenitisierungstemperatur (TA) 750 - 810 °C beträgt.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die für das Durcherwärmen bei der Erwärmungstemperatur (TA) vorgesehene Erwärmungszeit
(tA) 6 - 15 Minuten beträgt.
8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vormaterial mit einem vor Korrosion schützenden metallischen Überzug versehen
ist.
9. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Pressformen des Vormaterials das erhaltene Stahlformteil in dem Pressformwerkzeug
auf die Bainitbildungstemperatur (TB) gebracht und für die Bainitisierungszeit (tB)
gehalten wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugschließzeit (tW) des Presswerkzeugs 5 - 60 Sekunden, insbesondere 20
- 60 Sekunden, beträgt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,dass die Bainitisierungszeit (tB) kürzer als die Werkzeugschließzeit (tW) ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Pressformen das aus dem Vormaterial pressgeformte Stahlformteil aus der
Pressform entnommen und in einem separaten Arbeitsgang auf die Bainitbildungstemperatur
(TB) gebracht und über die Bainitisierungszeit (tB) gehalten wird.
13. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bainitisierungstemperatur (TB) höher als die Martensitstarttemperatur der jeweiligen
Zusammensetzung des Vormaterials kleiner als 500 °C ist.
14. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlung des erhaltenen Stahlformteils nach dem Ende der Bainitisierungszeit
(tB) an Luft durchgeführt wird.
15. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Stahlformteils um einen Teil einer Automobilkarosserie handelt.
1. Method for producing a formed steel part having a predominantly ferritic-bainitic
structure,
- wherein a primary material is provided in the shape of a steel blank or a pre-formed
steel part, which in each case is produced from a steel containing (in % by weight)
| C: |
0.02 - 0.6%, |
| Mn: |
0.5 - 2.0%, |
| Al: |
0.01 - 0.06%, |
| Si: |
max. 0.4%, |
| Cr: |
max. 1.2%, |
| P: |
max. 0.035%, |
| S: |
max. 0.035%, |
and optionally one or more of the elements of the "Ti, Cu, B, Mo, Ni, N" group, with
the proviso that
| Ti: |
max. 0.05%, |
| Cu: |
max. 0.01%, |
| B: |
0.0008 - 0.005%, |
| Mo: |
max. 0.3%, |
| Ni: |
max. 0.4%, |
| N: |
max. 0.01%, |
and the remainder as iron and unavoidable impurities,
- wherein the primary material is heated through at a heating temperature (TA) lying
between the Ac1 and the Ac3 temperature of the steel, such that at best incomplete
austenitising of the primary material takes place,
- wherein the primary material is placed into a press-form tool and formed therein
into the formed steel part,
- wherein the formed steel part is then heated to a bainite forming temperature (TB),
which is above the martensite starting temperature (MS), however below the pearlite
transformation temperature of the steel, from which the primary material is produced
in each case,
- wherein after cooling the formed steel part is maintained for an austempering period
(tB) at the bainite forming temperature (TB) in a substantially isothermic manner,
until the formed steel part has produced a structure consisting predominantly of ferrite
and bainite, the martensite content thereof being less than 5%, wherein residual austenite
contents of up to 10% may be present, and
- wherein after the end of the austempering period (tB) the formed steel part is brought
to room temperature.
2. Method according to claim 1,
characterised in that the steel contains (in % by weight)
| C: |
0.25 - 0.6%, |
| Si: |
max. 0.4%, |
| Mn: |
0.5 - 2.0%, |
| Cr: |
max. 0.6%, |
| P: |
max. 0.02%, |
| S: |
max. 0.01%, |
| Al: |
0.01 - 0.06%, |
| Ti: |
max. 0.05%, |
| Cu: |
max. 0.1%, |
| B: |
0.008 - 0.005% |
and the remainder as iron and unavoidable impurities.
3. Method according to claim 1,
characterised in that the steel contains (in % by weight)
| C: |
0.25 - 0.6%, |
| Si: |
max. 0.4%, |
| Mn: |
0.5 - 2.0%, |
| Cr: |
max. 1.2%, |
| P: |
max. 0.035%, |
| S: |
max. 0.035%, |
| Mo: |
max. 0.3%, |
| Ni: |
max. 0.4%, |
| Al: |
0.01 - 0.06%, |
and the remainder as iron and unavoidable impurities.
4. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the total of the ferrite and bainite portions in the structure of the formed steel
part is at least 90% at the end of the austempering period (tB).
5. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that at the end of the austempering period (tB) of the austempering period the martensite
portion of the formed steel part is less than 1%, in particular is limited to traces.
6. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the austenitising temperature (TA) is 750 - 810°C.
7. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the heating period (tA) proposed for heating through at the heating temperature (TA)
is 6 - 15 minutes.
8. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the primary material is provided with an anti-corrosion metal coating.
9. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that, after the primary material has been press-formed, the formed steel part obtained
in the press-form tool is brought to the bainite forming temperature (TB) and maintained
for the austempering period (tB).
10. Method according to claim 9, characterised in that the tool closing time (tW) of the pressing tool is 5 - 60 seconds, in particular
20 - 60 seconds.
11. Method according to claim 10, characterised in that the austempering period (tB) is shorter than the tool closing time (tW).
12. Method according to any one of claims 1 to 8, characterised in that after press forming the steel part press-formed out of the primary material is removed
from the mould and is brought in a separate process step to the bainite forming temperature
(TB) and maintained for the austempering period (tB).
13. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the bainite forming temperature (TB) is higher than the martensite starting temperature
of the respective primary material composition below 500°C.
14. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the formed steel part obtained is cooled down after the end of the austempering period
(tB) in air.
15. Method according to any one of the preceding claims, characterised in that the formed steel part concerns a component of an automobile body.
1. Procédé de production d'une pièce moulée en acier à structure à prédominance ferritique-bainitique,
- dans lequel on fournit un matériau précurseur, sous la forme d'une platine en acier
ou d'une pièce d'acier préformée, fabriqué dans un acier qui contient (en % poids)
| C : |
0,02 - 0,6 %, |
| Mn : |
0,5 - 2,0 %, |
| Al : |
0,01 - 0,06 %, |
| Si : |
max. 0,4 %, |
| Cr : |
max. 1,2 %, |
| P : |
max. 0,035 %, |
| S : |
max. 0,035 %, |
ainsi qu'éventuellement, un ou plusieurs éléments du groupe « Ti, Cu, B, Mo, Ni, N
» avec les teneurs suivantes :
| Ti : |
max. 0,05 %, |
| Cu : |
max. 0,01 %, |
| B : |
0,0008 - 0,005 % |
| Mo : |
max. 0,3 %, |
| Ni : |
max. 0,4 %, |
| N : |
max. 0,01 %, |
ainsi que des teneurs résiduelles en fer et en impuretés inévitables,
- dans lequel le matériau précurseur est chauffé à une température de chauffage (TA)
située entre la température Ac1 et Ac3 de l'acier, de sorte qu'il se produit dans
tous les cas une austénitisation incomplète du matériau précurseur,
- dans lequel le matériau précurseur est placé dans un moule de compression et y est
moulé pour former la pièce moulée en acier,
- dans lequel la pièce moulée en acier est portée à une température de formation de
bainite (TB) qui se situe au-dessus de la température de démarrage de la martensite
(Ms), mais en-dessous de la température de transformation perlitique de l'acier dans
lequel est fait le matériau précurseur,
- dans lequel la pièce moulée en acier, après refroidissement, est maintenue, sur
une période de bainitisation (tB), à la température de formation de bainite (TB) de
manière essentiellement isotherme, jusqu'à ce qu'il se crée dans la pièce moulée en
acier une structure composée principalement de ferrite et de bainite, dont la teneur
en martensite s'élève à moins de 5 %, étant précisé qu'il peut subsister des teneurs
résiduelles en austénite jusqu'à 10 %, et
- dans lequel la pièce moulée en acier, au terme de la période de bainitisation (tB),
est portée à température ambiante.
2. Procédé conforme à la revendication 1,
caractérisé en ce que l'acier contient (en % poids) :
| C : |
0,25 - 0,6 %, |
| Si : |
max. 0,4 %, |
| Mn : |
0,5 - 2,0 %, |
| Cr : |
max. 0,6 %, |
| P : |
max. 0,02 %, |
| S : |
max. 0,01 %, |
| Al : |
0,01 - 0,06 %, |
| Ti : |
max. 0,05 %, |
| Cu : |
max. 0,1 %, |
| B : |
0,008 - 0,005 % |
ainsi que des teneurs résiduelles en fer et en impuretés inévitables.
3. Procédé conforme à la revendication 1,
caractérisé en ce que l'acier contient (en % poids)
| C : |
0,25 - 0,6 %, |
| Si : |
max. 0,4 %, |
| Mn : |
0,5 - 2,0 %, |
| Cr : |
max. 1,2 %, |
| P : |
max. 0,035 %, |
| S : |
max. 0,035 %, |
| Mo : |
max. 0,3 %, |
| Ni : |
max. 0,4 %, |
| Al : |
0,01 - 0,06 %, |
ainsi que des teneurs résiduelles en fer et en impuretés inévitables.
4. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la somme des proportions de ferrite et de bainite dans la structure de la pièce moulée
en acier atteint au moins 90 % au terme de la période de bainitisation (tB).
5. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au terme de la période de bainitisation (tB), la proportion en martensite de la pièce
moulée en acier s'élève à moins de 1 %, et se limite notamment à des traces.
6. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la température d'austénitisation (TA) atteint 750 à 810 °C.
7. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le temps d'échauffement (Ta) prévu pour le chauffage du matériau à la température
de chauffage (TA) atteint 6 à 15 minutes.
8. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau précurseur est pourvu d'un revêtement métallique anticorrosion.
9. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'après le moulage par compression du matériau précurseur, la pièce moulée en acier
obtenue est portée à la température de formation de bainite (TB) dans le moule de
compression et y est maintenue pendant la période de bainitisation (tB).
10. Procédé conforme à la revendication 9, caractérisé en ce que le temps de pressage du moule à compression (tW) se situe entre 5 et 60 secondes,
particulièrement entre 20 et 60 secondes.
11. Procédé conforme à la revendication 10, caractérisé en ce que la période de bainitisation (tB) est plus courte que le temps de pressage du moule
(tW).
12. Procédé conforme à l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce qu'après le moulage par compression, la pièce moulée en acier moulée par compression
à partir du matériau précurseur est retirée du moule et lors d'une opération distincte,
est portée à la température de formation de bainite (TB) et y est maintenue pendant
la période de bainitisation (tB).
13. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la température de bainitisation (TB) est supérieure à la température de démarrage
de la martensite de la composition actuelle du matériau précurseur et inférieure à
500 °C.
14. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le refroidissement de la pièce moulée en acier obtenue est effectué à l'air au terme
de la période de bainitisation (tB).
15. Procédé conforme à l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la pièce moulée en acier est une pièce de carrosserie automobile.