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(11) |
EP 2 299 546 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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14.11.2012 Patentblatt 2012/46 |
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Anmeldetag: 17.09.2009 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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Vorrichtung betreffend eine lösbare, elektrische Hochtemperatur-Vielfachkontaktierung
Device relating to a releasable, electric high temperature mass contact
Dispositif concernant une mise en contact multiple à haute température amovible et
électrique
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO
PL PT RO SE SI SK SM TR |
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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23.03.2011 Patentblatt 2011/12 |
| (73) |
Patentinhaber: Technische Universität Darmstadt |
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64283 Darmstadt (DE) |
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Erfinder: |
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- Aulbach, Emil
60599 Frankfurt (DE)
- Guillon, Oliver
64380 Roßdorf (DE)
- Günther, Gerrit
60316 Frankfurt (DE)
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| (74) |
Vertreter: Buchhold, Jürgen |
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Olbricht Buchhold Keulertz
Partnerschaft
Bettinastrasse 53-55 60325 Frankfurt/Main 60325 Frankfurt/Main (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 0 405 323 US-A- 4 266 841
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DE-U1-202004 015 917
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kontaktierungsvorrichtung, insbesondere zur
temperaturfesten und später leicht wieder lösbaren, elektrischen Kontaktierung in
Bereichen in denen durch anwendungsbedingte Gegebenheiten hohe Temperaturen herrschen.
Die Bauart der Vorrichtung ermöglicht eine lösbare Kontaktierung vieler hinter- und
nebeneinander angeordneter Kontaktpunkte mit von den Umgebungsbedingungen unabhängiger,
konstanter Anpresskraft.
Beschreibung und Einleitung des allgemeinen Gebietes der Erfindung
[0002] Elektrische Kontaktierungen haben die Aufgabe Strom von einem Bauteil zum nächsten
weiterzuleiten und dabei einen möglichst kleinen Eigenwiderstand aufzuweisen. Für
Bauteile, die nicht fest mit einer Anlage verbunden sein sollen ist es wichtig, diese
Kontakte schließ- und lösbar zu gestalten. So können Teile nach Belieben ein- und
ausgebaut, sowie gewechselt werden. In einem solchen Fall wird die elektrisch leitende
Verbindung durch eine Anpresskraft erzeugt. Quelle dieser Kraft sind meist die elastischen
Eigenschaften eines verformten Metallbauteils (Federkraft). Ein Druckkontakt hat weiterhin
den Vorteil eine direkte Verbindung aus zwei Materialien zu sein. Lot, Flussmittel
oder andere flüchtige Substanzen kommen nicht zum Einsatz. Die Möglichkeit des Wire
Bonding ist ebenfalls eine direkte Verbindungsart, jedoch erfordert sie teures Equipment,
ist zeitaufwendig und die Verbindung ist nicht zerstörungsfrei lösbar. In diesem speziellen
Fall wurde eine Vielfachdruckkontaktvorrichtung für ein differentiell messendes Chipkalorimeter
benötigt, die ihre Funktion, unabhängig von der Temperatur im Bereich des Kontaktes,
konstant beibehält. Zu kontaktieren waren auf Standard-Chip-Trägerplatten aufgebrachte,
metallene Leiterbahnkontaktflächen, auf die der Anpressdruck ausgeübt werden muss.
In der Messkammer werden am Kontaktpunkt auswechselbare Sensor-Chips mit Leitungen
verbunden, die die Messsignale der Chips an die Messperipherie weiterleiten. Da nach
jeder Messung neue Messchips verwendet werden, müssen die Kontakte lösbar sein. Ferner
soll die Apparatur unter Vakuumbedingungen operabel sein, so dass keine verdampfenden
Substanzen verwendet werden dürfen.
Stand der Technik
[0003] Zur Kontaktierung von Verbindungsleitungen mit Messsonden, die unter Hochtemperaturbedingungen
arbeiten ist bekannt, den Kontaktpunkt in einen kalten Bereich zu verlegen, um dort
den Kontaktdruck mit metallischen Federn unterschiedlicher Ausführung zu erzeugen.
Ist der Kontaktpunkt bauartbedingt hohen Temperaturen ausgesetzt, so werden Federn
aus temperaturstabilen Legierungen verwendet, die ihre elastischen Eigenschaften erst
bei höheren Temperaturen verlieren. Bis ca. 500 °C gibt es hierfür geeignete Legierungen.
Für noch höhere Temperaturen ist bekannt, Keramikteile für die Klemmwirkung zu verwenden,
da diese eine noch höhere Temperaturstabilität aufweisen. Allerdings ist bei Keramiken
der elastisch verformende Bereich sehr gering, so dass die Kontakte sehr genau gefertigt
werden müssen. Problematisch ist auch ein Betrieb über einen weiten Temperaturbereich
hinweg, da durch unterschiedliche thermische Ausdehnung der Keramik und des Metalls
der Anpressdruck abnehmen oder der Kontakt sogar gänzlich abbrechen kann. Dies führt
zu Messfehlern oder Signalausfällen. Beim Einbauen der Messsonde werden durch enge
Passung und den wirkenden Anpressdruck die Kontaktpunkte zerkratzt, was auch zu Kontaktproblemen
während des Betriebs führen kann. In der bekannten Ausführungsform (
DE000019740456A1) muss der Kontakt außerdem gefügt werden, wodurch er schwer zu lösen ist. Das Funktionsprinzip
dieser Erfindung lässt sich außerdem nicht ohne weiteres von dem stabförmigen Sensorelement
auf eine flache Kontaktplatte, die vertikalen Anpressdruck erfordert übertragen.
[0004] Weiterhin ist aus der
EP 0 405 323 A2 ein Federkontaktstift zur lösbaren elektrischen Kontaktierung eines Bauteils bekannt.
Dieser verfügt über eine Hülse, in der ein Krafterzeugungselement in Form einer Feder
sowie eine bewegbar gelagerte Kraftübertragungseinrichtung angeordnet sind. Das Krafterzeugungselement
sowie die Feder bestehen aus elektrisch leitendem Material und die Kraftübertragungseinrichtung
bildet endseitig eine Kontaktstelle zur Kontaktierung des Bauteils aus. Die Feder
stützt sich an der Hülse ab und beschlägt die bewegbar gelagerte Kraftübertragungseinrichtung
in Richtung einer Kontaktstelle des Bauteils mit einer Anpresskraft. Mithin kann die
Krafterzeugungseinrichtung in einem ersten, vermeintlich kälteren Bereich einer Gesamtanordnung
angeordnet werden sowie das zu kontaktierende Bauteil in einem zweiten, heißen Bereich
der Gesamtanordnung positioniert sein.
[0005] Der Bedarf einer Vorrichtung, die mindestens einen schnell lösbaren, elektrischen
Kontakt herstellt, der bei Temperaturen über 500°C dauerhaft funktionstüchtig bleibt
ist derzeit nicht gedeckt.
Aufgabe
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es mindestens einen, gut aber auch viele elektrische,
leicht lösbare Kontakte zu erzeugen, die bei Umgebungstemperatur bis hin zu hohen
Temperaturen dauerhaft, konstant funktionsfähig bleiben. Es sollen so insbesondere
standardisierte Trägerplatten mit üblichem 1 inch (2,54mm) Kontaktflächenabstand kontaktiert
werden. Der Kontakt soll dabei bis mindestens 1000 °C funktionieren. Für die differentielle
Messung ist es außerdem erforderlich zwei Sensorchips absolut symmetrisch einzubauen
und mit jeweils 12 Kontakten anschließen zu können. Die Chips befinden sich im Inneren
eines Hochtemperaturofens mit zwei seitlichen Ein-/Auslässen für Gas/Vakuum und die
elektrischen Leitungen. Die Leiterbahnkontaktflächen der Grundplatte müssen mit zur
Platte senkrechtem Druck kontaktiert werden, was bei symmetrischer Einbaulage und
zur Grundplatte horizontalen Einlässen ein weiteres zu lösendes Problem darstellt.
Lösung der Aufgabe
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung, in der temperaturfeste
Materialien mit verschiedenen mechanischen und elektrischen Eigenschaften kombiniert
werden, um eine später leicht wieder lösbare Druckkontaktierung für mindestens einen
elektrischen Kontakt zu erzeugen. Es ist vorgesehen, dass die wichtigen Funktionen
eines Druckkontaktes, nämlich der mechanische Druck und die elektrische Weiterleitung
entkoppelt werden. Die nötige Druckkraft für den Kontakt wird außerhalb des heißen
Bereichs durch Federn (11), Schrauben, Aktoren oder Schwerkraft aufgebaut. Dadurch
bleibt der Druck auch bei Temperaturänderungen im Kontaktbereich konstant und kann
beliebig eingestellt werden. Bei hohen Temperaturen mechanisch stabile Keramikrohre
(6) übertragen die Kraft in den Hochtemperaturbereich. Von mechanischer Seite wird
die maximale Betriebstemperatur durch die Hochtemperaturkriechfähigkeit des Baustoffes
beschränkt. Die Bauform ist nicht auf Rohre beschränkt, sondern kann den baulichen
Gegebenheiten angepasst werden. Ein elektrisch leitfähiger Platindraht (13) verläuft
unbelastet im Keramikrohr (6) und sorgt für eine konstante Stromleitung. Am Kontaktpunkt
(15) wird er mit definierter Druckkraft aufgepresst. Jegliche hochschmelzenden, gut
leitfähigen Metalle können hier zum Einsatz kommen. In dem Ausführungsbeispiel liegen
insgesamt 24 Kontakte mit jeweils eigenem Keramikrohr (6) und Platindraht (13) vor.
Alternativ kann die Kraft aber auch durch ein Bauteil für mehrere Kontakte gleichzeitig
übertragen werden. Das Funktionsprinzip ist nicht auf Sensorchips beschränkt, sondern
funktioniert auch für jegliche andere, elektrisch zu kontaktierende Bauteile.
[0008] Die erfindungsgemäße Lösung die horizontal zu den Leiterbahnkontaktflächen (16) eintreffende
Kraft der Schubstangen (6) in den nötigen senkrechten Anpressdruck umzuwandeln besteht
darin, dass die Kontaktplatten (1,2) an einem fixen Gelenkstift (8) drehbar gelagert
sind und so den horizontal einwirkenden Druck der Schubstangen (6) in einen senkrechten
Anpressdruck auf die Kontaktpunkte (15) umlenken. Zudem kann der Anpressdruck über
das Hebelverhältnis der Druckplatten eingestellt werden. Die Kraftumlenkung ermöglicht
den symmetrischen und zum Ofeneinlass horizontalen Einbau zweier Sensorchips - die
Voraussetzung für differentielle Messungen.
[0009] Die erfindungsgemäße Kontaktierungsvorrichtung kann sehr schmal gebaut sein und erlaubt
so die Kontaktierung mit standardmäßigem 1 Zoll (2,54 mm) Kontaktflächenabstand (Mitte
zu Mitte). Dieser Abstand kann weiter verkleinert werden, wenn die Schubstangen schmaler
ausgeführt werden, sowie die Platindrähte dünner werden oder durch dünnschichtige
Leiterbahnen ersetzt werden. Um die Kontaktdichte weiter zu erhöhen, können auf der
Trägerplatte zwei oder mehr Reihen seitlich versetzter Kontaktflächen sein. Damit
trotzdem alle Kontakte nach dem erfindungsgemäßen Prinzip erreicht werden, kommen
unterschiedliche Kontaktplatten zum Einsatz. Sie unterscheiden sich in der Position
des Verbindungspunktes zwischen Schubstange (6) und Druckplatte (1,2). Der Verbindungspunkt
liegt unterschiedlich hoch, damit zum einen die Stangen räumlich übereinander verlaufen
können und zum anderen die Hebelverhältnisse bei jeder Kontaktreihe gleich sind. Außerdem
sind die Verbindungspunkte nach vorne bzw. nach hinten verschoben, damit Drähte bei
Kippbewegungen von anliegenden Druckplatten keine Reibung erfahren. Insbesondere handelt
es sich im Ausführungsbeispiel um 2x 12 Kontakte, die in zwei um den halben Kontaktflächenabstand
versetzten Reihen angeordneten sind. Ein weiteres Merkmal sind die zwei Bohrungen
in den Druckplatten. Die kleinere Bohrung ist passgenau für den Gelenkstift (8). Alle
Druckplatten, die zur Kontaktierung der oben liegenden Trägerplatte dienen, schwenken
um den unteren Gelenkstift. Dadurch, dass der Drehpunkt unten liegt, wird ein größerer
Hebel erzeugt. Die größere Bohrung ist so positioniert und dimensioniert, dass der
obere Gelenkstift den Schwenkradius auf wenige Grad begrenzt. Für die unten liegende
Trägerplatte und ihre Druckplatten gilt das gleiche Prinzip, nur um 180° gedreht.
Oben und unten kontaktierende Druckplatten sind auf den Gelenkstiften aufgereiht und
wechseln sich ab. Die Breite der Druckplatten ist so angepasst, dass eine Druckplatte
einer Seite gleichzeitig als Abstandhalter zwischen zwei Druckplatten der anderen
Seite fungiert.
[0010] Der Einbau von Trägerplatten mit Sensor-Chips erfolgt so, dass die Druckplatten gegen
die Federkraft angehoben werden, die Trägerplatte seitlich geführt bis zum Anschlagpunkt
unter die Druckplatten geschoben wird und zum Schluss die Druckplatten losgelassen
werden. Daraufhin drücken sie auf die entsprechenden Leiterbahnkontaktflächen. Beim
Ausbau werden die Druckplatten abermals angehoben, damit die Trägerplatte herausgezogen
werden kann. Diese sehr schnelle und einfache Methode ist geeignet für den häufigen
Ein- und Ausbau. Sie hat weiterhin den Vorteil, dass die Druckkraft erst wirkt, wenn
die Kontaktflächen in Position sind. So werden diese nicht zerkratzt und Kontaktprobleme
durch beschädigte Kontaktflächen werden vermieden.
[0011] Je nach konstruktiver Anforderung kann die Kraft-Leitungsentkopplung frei mit der
Kraftumlenkung und der wechselnd versetzten Kontaktierung kombiniert werden, um auf
verschiedenste Kontaktausführungen für mindestens ein zu kontaktierendes Bauteil angepasst
zu werden.
[0012] Wichtig ist auch die Materialwahl. Die Nutzung von keramischen Werkstoffen bietet
nicht nur den Vorteil, dass sie hochtemperaturstabil sind, sondern die meisten Keramiken
(hier Aluminiumoxid) sind gleichzeitig exzellente elektrische Isolatoren. Dadurch
verhindern die keramischen Schubstangen und Druckplatten auch elektrische Kurzschlüsse
und schirmen die Messleitungen sehr gut gegeneinander ab. Von elektrischer Seite wird
die maximale Betriebstemperatur der erfindungsgemäßen Vorrichtung durch sich ändernde
Leitungseigenschaften der Isolierenden Teile begrenzt (hier bei Aluminiumoxid ca.
1200°C).
Ausführungsbeispiele
[0013] Figur 2 zeigt die vereinfachte Darstellungen eines Ausführungsbeispiels für einen
lösbaren Hochtemperaturvielfachkontakt, wie er in einem differentiell messenden Chipkalorimeter
zur Anwendung kommt. Es sind 24 Kontakte (16), 12 pro Seite, in einem Kontakt- und
Gestängeaufnahmerohr (3) von 28mm Durchmesser realisiert. Die kleinen Druckplatten
(1) erreichen die Leiterbahnkontaktflächen (16) der vorderen Kontaktreihe. Ihre Schubstangen
(6) setzten unten, hinten an. Die großen Druckplatten (2) sind für die hintere Leiterbahnkontaktflächenreihe.
Ihre Schubstangen (6) verlaufen weiter oben und enden weiter vorne. Damit behindern
sich weder Schubstangen noch Platindrähte (13) bei Kippbewegungen um die jeweiligen
Gelenkstifte (8). Die Platindrähte (13) verlaufen geschützt und isoliert in Kapillaren
der Schubstangen (6), treten an deren Ende aus und sind an den Drahtdurchführungsbohrungen
(9) der Druckplatten (1,2) so befestigt, dass sie sich am Kontaktpunkt zwischen Druckplatte
(1,2) und Kontaktfläche (16) befinden. In diesem Fall wird die Kraft durch Spiraldruckfedern
(11) erzeugt, durch die Schubstangen (6) weitergeleitet und an den Druckplatten (1,2)
in einen vertikal zur Chipträgerplatte (7) wirkenden Druck umgelenkt. Dieser presst
den Platindraht (13) auf den Kontaktpunkt (15) der Chipträgerplatte (7) auf der der
Hochtemperatur Sensor-Chip (10) montiert ist. Die Druckplatten sind mit einer kleinen
Einkerbung vom halben Drahtdurchmesser versehen, so dass der Platindraht beim Chipeinbau
nicht unbeabsichtigt aus seiner Position verrutschen kann. Druckplatten für den oberen
und den unteren Sensor-Chip wechseln sich ab. Zentrierscheiben (4) halten das Druckplattenpaket
mittig im Aufnahmerohr (3). Während die Druckplatten (1,2) hoch gedrückt werden, hilft
der Schieber (5) beim Einführen der beiden Chipträgerplatten (7) und verhindert danach,
dass die positionierten Platten nach unten gedrückt werden. Das Kontakt- und Gestängeaufnahmerohr
(3) ist an einem Gegenlager (14) aus Aluminium befestigt, in dem auch die Spiralfedern
(11) gehalten sind. Isolationshülsen verhindern elektrischen Kontakt der Platindrähte
(13) mit dem Gegenlager (14) und den Federn (11). Die gesamte Vorrichtung ist so positioniert,
dass sich die Sensor-Chips (10) auf den Standard-Trägerplatten (7) mittig in einem
Hochtemperaturofen befinden. Die Spiralfedern (11) befinden sich deutlich an Raumtemperatur,
außerhalb des Ofens, wo sie konstanten Druck ausüben, der über die beschriebene Vorrichtung
in den heißen Bereich übertragen wird. Das Ausführungsbeispiel ist größten Teils aus
Aluminiumoxid gefertigt. Damit liegt die Betriebstemperatur bei ca. 1200°C. Mit anderen
Materialien ließe sich diese Temperatur noch weiter erhöhen ohne das Funktionsprinzip
zu ändern.
[0014] In der Fig. 1 ist schematisch eine erfindungsgemäße Anordnung dargestellt. Im kalten
Bereich (-200 °C bis 800 °C bevorzugt 500 °C) wird gegen eine Grundplatte
107 eine Krafterzeugungseinrichtung
101 (federelastisches Element z.B. Spiralfeder oder gebogene Bleche aus Metall oder Metalllegierungen)
mit einer Kraftübertragungseinrichtung
102 (z.B. Schubstange aus Keramik) verbunden. Die Kraft der Feder
101 wirkt dabei in Richtung
108. Die Kraftübertragungseinrichtung
102 ermöglicht den Übergang vom kalten Bereich in einen heißen Bereich (800 °C bis 1500
°C). Im heißen Bereich befindet sich ein Element
103 (z.B. Kontaktplatte), dass eine zur Krafteinwirkung exzentrische Bohrung
105 aufweist. Damit entsteht ein Drehmoment, dass dafür ausgenutzt wird, um eine Kraftumlenkung
in Richtung
109 zu bewirken. Es entstehen dadurch eine Anpresskraft und ein Anpressdruck auf das
Element
104 (z.B. ein Sensor) an der Kontaktstelle
110. Dieser Druck wird dafür verwendet, um ein elektrisch leitfähiges Material
106 auf das Element
104 zu pressen. Bei mehreren Kontaktstellen
110 auf dem Element
104 werden mindestens ein Element
105 mit mindestens zwei Kontaktstellen
110 oder mehrere Elemente
105 mit mindestens einer Kontaktstelle
110 verwendet. Damit ist es möglich das Element
104 (z.B. ein Sensor) in einem heißen Bereich (1000 °C bis 1500 °C bevorzugt 1200 °C)
zu kontaktieren. Die Kontaktstellen sind bevorzugt versetzt zueinander angeordnet.
Abbildungslegenden
[0015]
Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht
Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht und einen A-B Schnitt
Fig. 3 zeigt die Kontaktierung des Chipträgerplatte mit mehreren Kontaktplatten
Fig. 4 zeigt die Gesamtübersicht der Hochtemperaturkontaktierungsvorrichtung
Bezugszeichenliste
[0016]
(1) - Kontaktplatte klein (Keramik)
(2) - Kontaktplatte groß (Keramik)
(3) - Kontakt- und Gestängeaufnahmerohr (Keramik)
(4) - Zentrierscheiben (Keramik)
(5) - Schieber (Keramik)
(6) - Schubstangen (Keramik)
(7) - Chipträgerplatte (Keramik)
(8) - Gelenkstift (Keramik)
(9) - Drahtdurchführungsbohrung
(10) - Hochtemperatur Sensor-Chip
(11) - Spiralfeder
(12) - Isolierhülse
(13) - Platindraht
(14) - Gegenlager
(15) - Kontaktpunkte
(16) - Leiterbahnkontaktflächen
101 Krafterzeugungseinrichtung
102 Kraftübertragungseinrichtung
103 Element
104 Element
105 Bohrung
106 elektrischer Leiter
107 Grundplatte
108 Kraftrichtung
109 Kraftrichtung
110 Kontaktstelle
1. Anordnung zur lösbaren elektrischen Kontaktierung eines Bauteils (7, 104), mit einem
elektrischen Leiter (13, 106), mit mindestens einer Krafterzeugungseinrichtung (11,101),
mit mindestens einer bewegbar gelagerten Kraftübertragungseinrichtung (6, 102) und
mit mindestens einer Einrichtung zur Kraftumlenkung (1, 2, 8, 103, 105), wobei das
Bauteil (7, 104) mit mindestens einer Kontaktstelle (15, 110) des elektrischen Leiters
(13, 106) kontaktierbar ist, wobei die Krafterzeugungseinrichtung (11, 101) über die
Kraftübertragungseinrichtung (6, 102) zwischen der Kontaktstelle (15, 110) des elektrischen
Leiters (13, 106) und dem Bauteil (7, 104) eine Anpresskraft erzeugt, und wobei die
Krafterzeugungseinrichtung (11, 101) in einem ersten, kalten Bereich der Anordnung
anordenbar ist und wobei das Bauteil (7, 104) in einem zweiten, heißen Bereich der
Anordnung anordenbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Leiter (13, 106) kraftunbelastet in der bewegbar gelagerten Kraftübertragungseinrichtung
(6, 102) verläuft, und dass die Kraftübertragungseinrichtung (6, 102) der Anordnung
aus Keramik besteht.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung eine Kraftübertragungseinrichtung (6, 102) von einem kalten Bereich
in einen heißen Bereich aufweist.
3. Anordnung nach Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der kalte Bereich -200 °C bis 800 °C bevorzugt 500 °C und der heiße Bereich 900 °C
bis 1500 °C bevorzugt 1200 °C umfasst.
4. Anordnung nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kontaktstelle (15, 110) im heißen Bereich 900 °C bis 1500 °C bevorzugt
1200 °C angeordnet ist.
5. Anordnung nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftübertragungseinrichtung (6, 102) ein Rohr oder eine Stange aus Keramik umfasst.
6. Anordnung nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Kraftumlenkung (1, 2, 8, 103, 105) mindestens eine Keramikplatte
oder mindestens einen Keramikblock mit mindestens einer Kontaktstelle (15, 110) und
mindestens einer Bohrung umfasst.
7. Anordnung nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren Kontaktstellen (15, 110) diese versetzt angeordnet sind.
8. Anordnung nach Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung bei mehreren Keramikplatten (1, 2, 103) so ist, dass diese als Abstandhalter
wirken.
1. Device to electrically contact a component (7, 104) in a detachable manner with an
electric conductor (13, 106) comprising at least one force generating device (11,
101) with at least one force transmitting device (6, 102) mounted in a moveable manner
and with at least one force deflecting device (1, 2, 8, 103, 105), whereby the component
(7, 104) is suitable to be electrically contacted with at least one contact point
(15, 110) of the electric conductor (13, 106), whereby the force generating device
(11, 101) generates a pressing force between the contact point (15, 110) of the electrical
conductor (13, 106) and the component (7, 104) via the force transmitting device (6,
102) and whereby the force generating device (11, 101) is suitable to be mounted in
a first, cold area of the device and whereby the component (7, 104) is suitable to
be mounted in a second, hot area of the device, wherein the electrical conductor (13, 106) runs without application of forces within the
force transmitting device (6, 102) mounted in a moveable manner and the force transmitting
device (6, 102) of the device is made from ceramic.
2. Device according to claim 1, wherein the device comprises a force transmitting device (6, 102) from a cold area to a hot
area.
3. Device according to claims 1 to 2, wherein the cold area comprises -200°C to 800 °C, preferably 500 °C, and the hot area 900
°C to 1500°C, preferably 1200°C.
4. Device according to claims 1 to 3, wherein the at least one contact point (15, 110) is arranged in the hot area of 900°C to
1500°C, preferably 1200°C.
5. Device according to claims 1 to 4, wherein the force transmitting device (6, 102) comprises a tube or a rod made from ceramic.
6. Device according to claims 1 to 5, wherein the force deflecting device (1, 2, 8, 103, 105) comprises at least one ceramic plate
or at least one ceramic block with at least one contact point (15, 110) and at least
one drilling.
7. Device according to claims 1 to 6, wherein in the case of several contact points (15, 110) these are arranged in a shifted manner.
8. Device according to claims 1 to 6, wherein the device is realised with several ceramic plates (1, 2, 103) in such a way that
these act as spacers.
1. Dispositif de contact électrique amovible d'un composant (7, 104), avec un conducteur
électrique (13, 106), avec au moins un dispositif de génération de force (11,101),
avec au moins un dispositif de transmission de force (6, 102) entreposé de manière
mobile et avec au moins un dispositif de déviation de force (1, 2, 8, 103, 105), où
le composant (7, 104) peut être mis en contact avec au moins un point de contact (15,
110) du conducteur électrique (13, 106), où le dispositif de génération de force (11,
101) génère une force de contact par le dispositif de transmission de force (6, 102)
entre le point de contact (15, 110) du conducteur électrique (13, 106) et le composant
(7, 104), et où le dispositif de génération de force (11, 101) peut être disposé dans
une première zone froide du dispositif, et où le composant (7, 104) peut être disposé
dans une seconde zone chaude du dispositif, caractérisé en ce que le conducteur électrique (13, 106) passe sans être soumis à une force par le dispositif
de transmission de force (6, 102) entreposé de manière mobile, et en ce que le dispositif de transmission de force (6, 102) du dispositif est réalisé en céramique.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif présente un dispositif de transmission de force (6, 102) d'une zone
froide à une zone chaude.
3. Dispositif selon les revendications 1 à 2, caractérisé en ce que la zone froide est comprise entre -200°C et 800°C, de préférence à 500°C et la zone
chaude entre 900 °C et 1500°C, de préférence à 1200°C.
4. Dispositif selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'au moins un point de contact (15, 110) soit disposé dans la zone chaude entre 900
°C et 1500°C, de préférence à 1200 °C.
5. Dispositif selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le dispositif de transmission de force (6, 102) comprend un tube ou une barre en
céramique.
6. Dispositif selon les revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le dispositif de déviation de force (1, 2, 8, 103, 105) comprend au moins une plaque
de céramique ou au moins un bloc en céramique ayant au moins un point de contact (15,
110) et au moins un alésage.
7. Dispositif selon les revendications 1 à 6, caractérisé en ce que plusieurs points de contact (15, 110) sont disposés en quinconce.
8. Dispositif selon les revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le dispositif, sur plusieurs plaques en céramique (1, 2, 103), est tel qu'elles agissent
comme une entretoise.


IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
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