[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers mit einer Füllgradanzeige
für ein Staubauffangbehältnis. Als Staubauffangbehältnis werden hier und im Folgenden
Staubbeutel, Staubkassetten und allgemein luftdurchlässige Staubauffangbehältnisse
verstanden. Die Erfindung betrifft weiter eine Steuerungsvorrichtung zur Implementierung
des Verfahrens und einen Staubsauger mit einer solchen Steuerungsvorrichtung oder
einen Staubsauger, bei dem im Betrieb das Verfahren ausgeführt wird.
[0002] Füllgradanzeigen für ein Staubauffangbehältnis sind bei Staubsaugern an sich bekannt.
Für solche Anzeigen erfolgt bisher eine Füllgradmessung und der angezeigte Füllgradwert
ist direkt abhängig vom gemessenen Füllgrad. Die Messung des Füllgrads basiert wiederum
auf einer Differenzdruckmessung und ein spezifischer, d.h. bei definierter Gebläseleistung
gemessener Differenzdruck führt direkt zu einer korrespondierenden Veränderung der
Füllgradanzeige. Bei einer mechanischen Füllgradanzeige, also z. B. zu einer Verschiebung
eines Anzeigeelements in einem Sichtfenster. Nachdem für die Messung des Füllgrads
üblicherweise ein Differenzdruck, z. B. zwischen einem Saugrohr und einem Staubraum
des Staubsaugers, gemessen wird, ergibt sich an der Messstelle bei zunehmender Saugdauer
und konstanter Gebläseleistung theoretisch ein über der Zeit kontinuierlich ansteigender
Differenzdruck. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass der Messdruck an der jeweiligen
Messstelle häufig schwankt. Ursachen dafür sind z. B. Turbulenzen im Saugrohr, ein
sich bewegender Saugschlauch oder auch ein Auffaltvorgang eines Staubbeutels als Staubauffangbehältnis.
Ein realer Differenzdruckverlauf ist daher diskontinuierlich und unstetig und eine
direkte Anzeige eines auf diese Weise gemessenen Füllgrades führt zu entsprechenden
Schwankungen bei der Füllgradanzeige. Dies ist für Benutzer ungünstig oder zum Teil
auch verwirrend, weil der angezeigte Füllgrad nicht zu jedem Zeitpunkt den tatsächlichen
Füllgrad repräsentiert.
[0003] Eine Aufgabe der Erfindung besteht entsprechend darin, ein Verfahren zum Betrieb
eines Staubsaugers mit einer Füllgradanzeige für ein Staubauffangbehältnis anzugeben,
bei dem die o. g. Nachteile vermieden oder zumindest hinsichtlich der Auswirkungen
reduziert sind.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Dazu ist im Falle des oben skizzierten Verfahrens vorgesehen, dass ein Füllgrad des
Staubauffangbehältnisses gemessen und berechnet wird, dass mit der Füllgradanzeige
der berechnete Füllgrad angezeigt wird, solange der berechnete Füllgrad unterhalb
des gemessenen Füllgrads verbleibt und dass in die Berechnung des Füllgrads eine durch
zumindest einen empirischen Wert beeinflusste Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit einfließt.
[0005] Der Ansatz gemäß der Erfindung stellt also neben die bisherige Füllgradmessung eine
zusätzliche Füllgradberechnung und das Ergebnis der Füllgradberechnung, also der berechnete
Füllgrad, wird immer dann mit der Füllgradanzeige dargestellt, solange der berechnete
Füllgrad unterhalb des gemessenen Füllgrads verbleibt. Erhöhte Anzeigewerte, die sich
z. B. ergeben können, solange sich ein Staubbeutel im Staubraum noch nicht aufgefaltet
hat, werden damit vermieden und der angezeigte Füllgrad entspricht in jedem Zeitpunkt
sehr viel mehr den theoretischen und tatsächlichen Verhältnissen als dies nach dem
Stand der Technik bisher möglich gewesen ist. Die zumindest größenordnungsmäßige Angleichung
des berechneten Füllgrads an einen sich für einen entsprechenden Zeitpunkt ergebenden
theoretischen Füllgrad gelingt über eine bei der Berechnung des Füllgrads berücksichtigte
Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit. Der berechnete Füllgrad ist also eine Funktion
der Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit. Die Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit wiederum
ist durch einen empirischen Wert beeinflusst (die Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit
ist eine Funktion des empirischen Werts). Dieser empirische Wert beschreibt ein aus
Kundenbefragungen und dergleichen ermitteltes Saugverhalten von Nutzern von Staubsaugern,
bei denen die Implementierung des Verfahrens vorgesehen ist. Der empirische Wert wird
hier und im Folgenden auch als Grundwert bezeichnet und besitzt die Dimension "% Füllgrad/Stunde"
und beschreibt den Anteil der Kapazität des jeweiligen Staubauffangbehältnisses, der
pro Stunde Saugdauer vom jeweiligen Benutzer vollgesaugt wird. Als besonders bevorzugt
hat sich dabei ein Grundwert von ca. 10%/Stunde ergeben.
[0006] Für die Berechnung des Füllgrads ist vorgesehen, dass sich ein neuer berechneter
Füllgrad aus einer Addition eines unmittelbar zuvor berechneten Füllgrads und mit
einem Zeitintervall normierten, also z. B. multiplizierten, Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit
ergibt. Der berechnete Füllgrad erhöht sich also bei jedem Berechnungsschritt und
dies reflektiert den andauernden Saugvorgang und die dabei sich normalerweise ergebende
kontinuierliche Befüllung des Staubauffangbehältnisses.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Dabei
verwendete Rückbeziehungen weisen auf die weitere Ausbildung des Gegenstandes des
Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen Unteranspruches hin; sie sind nicht
als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbstständigen, gegenständlichen Schutzes
für die Merkmalskombinationen der rückbezogenen Unteransprüche zu verstehen. Des Weiteren
ist im Hinblick auf eine Auslegung der Ansprüche bei einer näheren Konkretisierung
eines Merkmals in einem nachgeordneten Anspruch davon auszugehen, dass eine derartige
Beschränkung in den jeweils vorangehenden Ansprüchen nicht vorhanden ist.
[0008] Bevorzugt ist vorgesehen, dass mit der Füllgradanzeige der berechnete Füllgrad angezeigt
wird, solange der berechnete Füllgrad unterhalb eines höchsten bis dato gemessenen
Füllgrads verbleibt. Diese Ausgestaltung der Erfindung berücksichtigt speziell Differenzdruckveränderungen,
wie sie sich beim Auffalten eines Staubbeutels als Staubauffangbehältnis ergeben.
Ein neuer Staubbeutel wird üblicherweise in gefaltetem Zustand aus seiner Verpackung
entnommen und auch zumindest im Wesentlichen gefaltet im Staubraum des Staubsaugers
angebracht. Ein neuer Staubbeutel hat also bei Beginn des Saugvorgangs ein vergleichsweise
kleines Volumen, so dass ein zwischen Saugrohr und Staubraum gemessener Differenzdruck
sehr schnell ansteigt. Das schnelle Ansteigen des gemessenen Differenzdrucks wird
bereits durch den Ansatz der Erfindung kompensiert, wonach mit der Füllgradanzeige
der berechnete Füllgrad, also gerade nicht der gemessene Füllgrad, angezeigt wird,
solange der berechnete Füllgrad unterhalb des gemessenen Füllgrads verbleibt. Solange
der Staubbeutel noch gefaltet ist, wird sich üblicherweise die Situation einstellen,
dass der gemessene Füllgrad oberhalb des berechneten Füllgrads liegt, so dass stets
der berechnete Füllgrad angezeigt wird. Wenn sich allerdings der Staubbeutel auffaltet,
fällt der Differenzdruck stark ab und es kann sich ohne Weiteres ein Differenzdruck
und damit ein gemessener Füllgrad ergeben, der unterhalb des berechneten Füllgrads
liegt. Dann würde also, wenn für die Fallunterscheidung, welcher der beiden Füllgradewerte
für die Anzeige verwendet wird, stets nur der jeweils aktuelle berechnete bzw. gemessene
Füllgrad betrachtet werden, fehlerhaft der gemessene Füllgrad für die Füllgradanzeige
verwendet werden. Deshalb ist vorgesehen, dass für die Fallunterscheidung ein höchster
bis dato gemessener Füllgrad verwendet wird, also mit der Füllgradanzeige der berechnete
Füllgrad angezeigt wird, solange der berechnete Füllgrad unterhalb dieses höchsten
bis dato gemessenen Füllgrads verbleibt.
[0009] Für die Ermittlung des höchsten bis dato gemessenen Füllgrads ist bevorzugt vorgesehen,
dass eine kontinuierliche Aktualisierung des gemessenen Füllgrads erfolgt, z. B. durch
eine Messung zu vorgegebenen oder vorgebbaren, insbesondere äquidistanten Zeitpunkten,
und dass der gemessene Füllgrad als höchster bis dato gemessener Füllgrad in einen
ersten Speicher übernommen wird, wenn der gemessene Füllgrad den Wert eines bisherigen
Inhalts des ersten Speichers überschreitet. Die Fallunterscheidung, ob der berechnete
Füllgrad mit der Füllgradanzeige angezeigt wird, kann sich jetzt also auf den Inhalt
dieses ersten Speichers beziehen und entsprechend wird mit der Füllgradanzeige der
berechnete Füllgrad angezeigt, solange der berechnete Füllgrad unterhalb des Inhalts
des ersten Speichers verbleibt.
[0010] Weiter bevorzugt ist vorgesehen, dass die Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit, von
welcher der berechnete Füllgrad abhängig ist, ebenfalls Ergebnis einer Berechnung
ist und dass der empirische Wert, also der oben bereits erwähnte Grundwert, und ein
gemessener Differenzdruck in eine solche Berechnung einfließen. Als gemessener Differenzdruck
kann das Messergebnis verwendet werden, das auch für die Füllgradmessung berücksichtigt
wird. Der empirische Wert und der gemessene Differenzdruck fließen bei der bevorzugten
Ausführungsform so in die Berechnung der Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit ein, dass
bei zunehmender Saugdauer und damit einhergehender Erhöhung eines gemessenen Differenzdrucks
die Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit zunehmend durch einen Term bestimmt wird, der
den gemessenen Differenzdruck umfasst. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform für
eine derartige Berechnung der Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit besteht darin, dass
die Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit zwei Summanden berücksichtigt, wobei der erste
Summand dem Grundwert entspricht oder zumindest von dem Grundwert beeinflusst ist
und der zweite Summand vom gemessenen Differenzdruck beeinflusst ist. Wenn zunächst
der erste, vom Grundwert abhängige Summand groß gegenüber dem zweiten, vom Differenzdruck
abhängigen Summand ist, wird die Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit im Wesentlichen
durch den ersten Summanden bestimmt. Wenn bei zunehmender Saugdauer der gemessene
Differenzdruck zunimmt, erhöht sich auch der Wert des zweiten Summanden und je nach
konkretem formelmäßigen Zusammenhang für die gewählte Form der Berechnung der Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit
ergibt sich zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Gleichheit oder zumindest eine annähernde
Gleichheit beider Summanden und danach eine Verschiebung des Einflusses beider Summanden
auf das Ergebnis der Anzeigefortschrittsberechnung zugunsten des zweiten Summanden.
Diese Verschiebung kann so groß ausfallen, dass der Einfluss des ersten Summanden
auf die berechnete Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit vernachlässigbar ist.
[0011] Bei einer bevorzugten Ergänzung dieser Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Term,
der bei steigendem Differenzdruck zunehmend das Ergebnis der Berechnung der Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit
bestimmt, von dem gemessenen Differenzdruck und sodann von einem Differenzdruckwert
jeweils für ein leeres und ein volles Staubauffangbehältnis abhängig ist. Damit wird
der gemessene Differenzdruck auf die Kapazität des jeweiligen Staubauffangbehältnisses
normiert. Nochmals bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass beide Werte für den Differenzdruckwert
jeweils für ein leeres und ein volles Staubauffangbehältnis anhand von vorgegebenen
oder vorgebbaren Parametern ermittelt werden und die vorgegebenen oder vorgebbaren
Parameter aus einem zweiten Speicher ausgelesen werden, und zwar in Abhängigkeit von
einer am Staubsauger eingestellten Leistungsstufe. Dann kann für die Berechnung der
Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit nicht nur die tatsächliche Kapazität des jeweiligen
Staubauffangbehältnisses berücksichtigt werden, sondern auch die Abhängigkeit der
gemessenen Differenzdruckverhältnisse von der jeweils eingestellten Leistungsstufe.
[0012] Eine bevorzugte Ausführungsform, die für sämtliche bisher erläuterten Aspekte des
Verfahrens und seiner Ausgestaltungen gilt, ist die Anzeige des gemessenen Füllgrads
mit der Füllgradanzeige, wenn der berechnete Füllgrad den gemessenen Füllgrad erreicht
oder überschreitet. Damit wird sichergestellt, dass je nach Ergebnis der Fallunterscheidung,
die sich auf einen Vergleich von gemessenem und berechnetem Füllgrad bzw. höchstem
bis dato gemessenen und berechnetem Füllgrad bezieht, stets entweder der gemessene
Füllgrad oder der berechnete Füllgrad angezeigt wird.
[0013] Ein separater Aspekt der Erfindung betrifft eine Steuerungsvorrichtung für einen
Staubsauger an sich bekannter Art. Diese Steuerungsvorrichtung umfasst einen Speicher
und eine Verarbeitungseinheit und in dem Speicher sind Programmcodeanweisungen zur
Implementierung des Verfahrens oder seiner Ausgestaltungen wie hier oder nachfolgend
beschrieben, gespeichert. Die Verarbeitungseinheit bewirkt im Betrieb, also bei Betrieb
des Staubsaugers, durch Ausführung der Programmcodeanweisungen eine Ansteuerung der
Füllgradanzeige gemäß der Erfindung oder einzelner oder mehrerer Ausgestaltungen.
[0014] Bevorzugt weist eine derartige Steuerungsvorrichtung Mittel zur Messung und Berechnung
eines Füllgrads eines Staubauffangbehältnisses und Mittel zum Vergleich des gemessenen
Füllgrads mit dem berechneten Füllgrad sowie Mittel zur Ansteuerung der Füllgradanzeige
in Abhängigkeit vom Ergebnis des Vergleichs auf. Die vorgenannten Mittel können in
Software oder Hardware oder in Kombination von Software und Hardware realisiert sein.
Als Mittel zum Vergleich von gemessenem Füllgrad und berechnetem Füllgrad kommen bei
einer Implementierung in Software eine entsprechende Programmcodeanweisung und bei
Implementierung in Hardware ein Komparator oder dergleichen in Betracht. Die Mittel
zur Messung des Füllgrads umfassen auf Seiten der Steuerungsvorrichtung zumindest
einen oder mehrere Eingänge, an dem oder an denen der Steuerungsvorrichtung gemessene
Druckwerte oder ein gemessener Differenzdruckwert zuführbar ist. Weiterhin umfassen
die Mittel zur Messung des Füllgrads auf Seiten der Steuerungsvorrichtung zumindest
einen oder mehrere Eingänge, an dem oder an denen der Steuerungsvorrichtung gemessene
Gebläseleistungswerte oder die kundenseitig eingestellte Gebläseleistung zuführbar
sind. Bei den Eingängen kann es sich um Digital- oder Analogeingänge handeln, je nach
Wahl der externen Sensorik. Die Steuerungsvorrichtung übernimmt dann die geeignete
Aufbereitung und Verarbeitung des oder jedes erhaltenen Messwerts. Bei den Mitteln
zur Ansteuerung der Füllgradanzeige handelt es sich zumindest um einen Ausgang der
Steuerungsvorrichtung. Für einen solchen Ausgang kommt ein Digital- oder Analogausgang
in Betracht. Die Steuerungsvorrichtung übernimmt insoweit in Abhängigkeit vom Ergebnis
des Vergleichs eine geeignete Aufbereitung des als Füllgrad auszugebenden Werts, nämlich
entweder des berechneten Füllgrads oder des gemessenen Füllgrads.
[0015] Weiter bevorzugt ist für die Steuerungsvorrichtung vorgesehen, dass diese im Betrieb
die Programmcodeanweisungen, also die Implementierung des Verfahrens in Software,
zyklisch wiederkehrend ausführt. Dafür kann vorgesehen sein, dass die Programmcodeanweisungen
innerhalb anderer evtl. im Speicher der Steuerungsvorrichtung ebenfalls hinterlegter
Programmcodeanweisungen ein eigenständiges Unterprogramm bilden, das regelmäßig aufgerufen
wird. Für diesen regelmäßigen Aufruf kann vorgesehen sein, dass dieser in den zyklischen
Ablauf eines von der Steuerungsvorrichtung etwa ausgeführten Steuerungsprogramms zur
Steuerung und/oder Überwachung anderer Funktionalitäten des Staubsaugers integriert
ist. Es kann auch ein unabhängiger Aufruf dieses Unterprogramms vorgesehen sein, z.
B. derart, dass sich der Aufruf des Unterprogramms aus dem kontinuierlichen Ablauf
eines Zählers oder anhand einer Zeitinformation ergibt.
[0016] Die Erfindung betrifft in ihrer Gesamtheit auch einen Staubsauger mit einer Steuerungsvorrichtung
wie hier oder nachfolgend beschrieben oder einen Staubsauger, bei dem das Verfahren,
ggf. ergänzt und eine oder mehrere bevorzugte Ausführungsformen, implementiert ist.
[0017] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert. Einander entsprechende Gegenstände oder Elemente sind in allen Figuren
mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0018] Das oder jedes Ausführungsbeispiel ist nicht als Einschränkung der Erfindung zu verstehen.
Vielmehr sind im Rahmen der vorliegenden Offenbarung zahlreiche Abänderungen und Modifikationen
möglich, insbesondere solche Varianten und Kombinationen, die zum Beispiel durch Kombination
oder Abwandlung von einzelnen in Verbindung mit den im allgemeinen oder speziellen
Beschreibungsteil beschriebenen sowie in den Ansprüchen und/oder den Zeichnungen enthaltenen
Merkmalen bzw. Elementen oder Verfahrensschritten für den Fachmann im Hinblick auf
die Lösung der Aufgabe entnehmbar sind und durch kombinierbare Merkmale zu einem neuen
Gegenstand oder zu neuen Verfahrensschritten bzw. Verfahrensschrittfolgen führen.
[0019] Es zeigen
- FIG 1
- einen schematisch vereinfachten Staubsauger,
- FIG 2 bis 5
- Graphen für Verläufe von theoretischen oder gemessenen Differenzdruckwerten und daraus
resultierende Füllgrade sowie Graphen berechneter Füllgrade und
- FIG 6
- ein Flussdiagramm zur Erläuterung einer Implementierung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0020] FIG 1 zeigt einen schematisch extrem vereinfachten Staubsauger 10. Dieser umfasst
in seiner auf die Darstellung der für die Erfindung relevanten Bestandteile reduzierten
Form ein Gehäuse 12, ein Saugrohr 14, welches aus dem Gehäuse 12 herausragt, und zum
Anschluss eines nicht dargestellten Staubsaugerschlauchs vorgesehen ist. Das Saugrohr
14 ragt in einen im Gehäuse 12 gebildeten Staubraum 16 und in dem Staubraum 16 befindet
sich ein Staubauffangbehältnis 18, also z. B. ein Staubbeutel, eine Staubkassette
oder allgemein ein luftdurchlässiges Staubauffangbehältnis. Ein Staubsaugermotor 20
ist bei einem sich bei Betrieb des Staubsaugers 10 ergebenden Luftstrom stromabwärts
des Staubraums 16 angeordnet. Eine Sensorik zur Erfassung der Gebläseleistung oder
der kundenseitigen Einstellung der Gebläseleistung ist an geeigneter Stelle angeordnet
und liefert der Verarbeitungseinheit 26 die ermittelten Daten an einen dafür vorgesehen
Eingang.
[0021] Der Staubsauger 10 umfasst weiterhin eine Füllgradanzeige 22, die zur Anzeige des
Füllgrads des Staubauffangbehältnisses 18 vorgesehen ist und bei der der Füllgrad
z. B., wie gezeigt, in Form eines Balkens oder sonst geeignete Art und Weise dargestellt
werden kann. Die Füllgradanzeige 22 ist auf einer Außenseite des Gehäuses 12 des Staubsaugers
10 angeordnet, so dass die Füllgradanzeige 22 für einen Benutzer des Staubsaugers
10 ablesbar ist. Die Füllgradanzeige 22 kann auch als Staubbeutelwechselanzeige aufgefasst
werden, derart, dass bei angezeigtem maximalen Füllgrad ein Wechsel des Staubauffangbehältnisses
18 erforderlich ist.
[0022] Die Füllgradanzeige 22 wird von einer evtl. auch noch für andere Funktionen des Staubsaugers
10 vorgesehenen Steuerungsvorrichtung 24 angesteuert. Diese umfasst eine Verarbeitungseinheit
26 nach Art eines Prozessors oder dergleichen und einen Speicher 28. In dem Speicher
28 sind unterschiedliche Speicherbereiche gebildet, z. B. ein erster Speicher zum
Zwischenspeichern eines Messwerts, ein zweiter Speicher zum Speichern vorgegebener
oder vorgebbarer Parameter und ein Speicherbereich, in dem ein Steuerungsprogramm
30 abgelegt ist, das in an sich bekannter Art und Weise Programmcodeanweisungen 32
umfasst und mittels der Verarbeitungseinheit 26 ausführbar ist. Dem Saugrohr 14 und
einer dem Saugrohr 14 gegenüberliegenden Stelle im Staubraum 16 sind jeweils Druckmesssensoren
34, 36 zugeordnet, deren Messwerte der Steuerungsvorrichtung 24 an dafür vorgesehenen
Eingängen zugeführt werden. Die Steuerungsvorrichtung 24 verfügt damit über Messwerte
für die Druckverhältnisse an in Strömungsrichtung vor und hinter dem Staubauffangbehältnis
18 gelegenen Punkten. Daraus ergibt sich ein Differenzdruckwert, der entweder direkt
der Steuerungseinheit 24 zugeführt wird oder innerhalb der Steuerungseinheit 24 aufgrund
der gemessenen Druckwerte berechnet wird. In beiden Fällen wird hier und im Folgenden
von diesem Differenzdruck als gemessenem Differenzdruck gesprochen.
[0023] Bisher ist es üblich, die Füllgradanzeige 22 auf Basis des gemessenen Differenzdrucks
und der gemessenen Gebläseleistung anzusteuern, weil der gemessene Differenzdruck
ein Maß für den Füllgrad des Staubauffangbehältnisses 18 ist. Entsprechend wird hier
und im Folgenden der gemessene Differenzdruck auch als gemessener Füllgrad bezeichnet.
Dies schließt ein, dass der gemessene Differenzdruck entweder unmittelbar oder nach
weiteren Berechnungen für die Ansteuerung der Füllgradanzeige 22 herangezogen wird.
[0024] FIG 2 zeigt einen Graph 38 für einen Verlauf einer idealen, theoretischen Differenzdruckmessung
bei zunehmender Saugdauer. Die gezeigte Differenzdruckmessung ist also das Ergebnis
einer Messung wie sie mit den beiden Sensoren 34, 36 (FIG 1) durchgeführt werden kann.
Auf der Abszisse sind eine Staubmenge in Gramm und auf der Ordinate der Differenzdruck
in Millibar abgetragen. Der gezeigte Graph 38 steigt kontinuierlich und stetig an
und repräsentiert einen mit zunehmender Befüllung des Staubauffangbehältnisses 18
(FIG 1) einhergehenden Anstieg des Differenzdrucks. Der zu Anfang des dargestellten
Graphen 38 niedrige und zu dessen Ende hohe Differenzdruck kann grundsätzlich zur
Ansteuerung einer Füllgradanzeige 22 (FIG 1) herangezogen werden, derart, dass niedrige
Differenzdrücke entsprechend zu einer geringen Ansteuerung der Füllgradanzeige 22
und hohe Differenzdrücke zu einer stärkeren Ansteuerung der Füllgradanzeige 22 führen.
[0025] Allerdings zeigt sich, dass in der Praxis der gemessene Differenzdruck deutlichen
Schwankungen unterliegt und der gemessene Differenzdruck von dem in FIG 2 gezeigten
theoretischen Verlauf abweicht. Ein Beispiel für einen gemessenen Differenzdruck ist
in FIG 3 gezeigt, wobei der dort dargestellte Graph 40 in einem gleichen Koordinatensystem
wie bei FIG 2 aufgetragen ist.
[0026] FIG 4 zeigt ein Füllgraddiagramm mit einem in Form einer durchgezogenen Linie gezeigten
Graph 42, der einen optimalen Anzeigeverlauf repräsentiert und einem weiteren, in
Form einer gestrichelten Linie gezeigten Graph 44, der einen Anzeigeverlauf nach dem
Stand der Technik repräsentiert, also einem Anzeigeverlauf, wie er sich aus einer
Differenzdruckmessung und den dabei beobachteten Schwankungen und Unstetigkeiten des
Messwertverlaufs (FIG 3) ergibt. Auf der Abszisse des Füllgraddiagramms sind die Staubmenge
in Gramm und auf der Ordinate der Anzeigewert in Prozent abgetragen.
[0027] Anhand der teilweise beträchtlichen Abweichungen zwischen der Füllgradanzeige nach
dem Stand der Technik (Graph 44) und dem optimalen Anzeigeverlauf (Graph 42) lässt
sich leicht erkennen, dass der angezeigte Füllgrad vom tatsächlichen Füllgrad teilweise
deutlich abweichen kann und dass die Anzeige unter Umständen einen Benutzer sogar
verwirren kann, etwa wenn nach Auffalten eines Staubbeutels als Staubauffangbehältnisses
18 der Differenzdruck stark zurückgeht und ein daraus abgeleiteter Füllgrad zur Anzeige
gebracht wird (bei der Darstellung in FIG 4 z. B. bei einer Füllgradmenge von ca.
60 g).
[0028] Die Erfindung sieht zur Beseitigung oder Verringerung dieses Problems beim Stand
der Technik vor, dass der Füllgrad des Staubauffangbehältnisses 18 gemessen und berechnet
wird, dass mit der Füllgradanzeige 22 der berechnete Füllgrad angezeigt wird, solange
der berechnete Füllgrad unterhalb des gemessenen Füllgrads verbleibt und dass in die
Berechnung des Füllgrads eine durch zumindest einen empirischen Wert beeinflusste
Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit einfließt.
[0029] Für die nach dem Verfahren parallel mit der Berechnung des Füllgrads erfolgende Messung
des Füllgrads kann eine Messung nach dem Stand der Technik (resultierende Darstellung
in FIG 4 gezeigt; Graph 44) verwendet werden, die auf einer Differenzdruckmessung
(FIG 3) und einer Gebläseleistungsmessung basiert. Die Berechnung des Füllgrads kann
auf Basis einer Gleichung wie nachfolgend als Gleichung 1 eingeblendet erfolgen. In
Gleichung 1 steht das Formelzeichen FB für "Füllgrad berechnet" oder "berechneter
Füllgrad" und das Formelzeichen I für "Inkrement", wobei "Inkrement" hier als Kurzform
für die Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit verwendet wird.
[0030] Ein neuer berechneter Füllgrad ergibt sich also aus einem alten berechneten Füllgrad
zzgl. einem sich aus der Anzeigefortschrittgeschwindigkeit ergebenden, mit einem Zeitintervall
(Formelzeichen T) gewichteten Inkrement.

[0031] Eine mögliche Berechnungsform der Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit ist nachfolgend
als Gleichung 2 dargestellt.

[0032] In Gleichung 2 bezeichnet das Formelzeichen GW einen hier und im Folgenden als Grundwert
bezeichneten empirischen Wert, der die Dimension "% Füllgrad/Stunde" besitzt und einen
Anteil der Kapazität des Staubauffangbehältnisses 18 bezeichnet, der pro Zeiteinheit,
hier also pro Stunde Saugdauer, vom Benutzer des Staubsaugers 10 vollgesaugt wird.
Ein bevorzugter Zahlenwert für den Grundwert GW sind Werte im Bereich von 10%/h, insbesondere
10%/h. Das Formelzeichen ΔP bezeichnet den mit den Sensoren 34, 36 (FIG 1) gemessenen
Differenzdruck. Das Formelzeichen ΔP
leer bezeichnet den Differenzdruckwert, der sich nach Einlegen eines leeren Staubauffangbehältnisses
18 eingestellt hat oder einstellt. Das Formelzeichen ΔP
voll beschreibt den Differenzdruckwert, der sich bei einem vollständig gefüllten Staubauffangbehältnis
18 einstellt. Beide Werte ΔP
leer und ΔP
voll sind von einer am Staubsauger 10 einstellbaren Leistungsstufe abhängig und werden
anhand von vorgegebenen oder vorgebbaren Parametern ermittelt, die aus einem im Speicher
28 (FIG 1) gebildeten zweiten Speicher ausgelesen werden, und zwar in Abhängigkeit
von der am Staubsauger 10 eingestellten Leistungsstufe.
[0034] Ein Graph zu der Funktion gemäß Gleichung 4 oder gemäß Gleichung 4.1 ergibt eine
Gerade und anhand des in FIG 4 gezeigten optimalen Anzeigeverlaufs, der ebenfalls
als Gerade dargestellt ist (Graph 42), ergibt sich, dass mit dieser Gleichung eine
bereits weitgehende Übereinstimmung des berechneten Füllgrads mit dem optimalen Anzeigeverlauf
erreicht ist.
[0035] Zur weiteren Verdeutlichung wird dazu auf FIG 5 verwiesen. In FIG 5 ist als fein
gestrichelte Linie der Graph 46 eines Verlaufs einer Füllgradanzeige nach dem Stand
der Technik (siehe auch FIG 4) gezeigt. Daneben ist der Graph 48 eines Anzeigeverlaufs
mit dem Ansatz gemäß der Erfindung gezeigt. Im Anfangsbereich dieses Graphen 48 erkennt
man, dass sich eine Gerade ergibt und diese Gerade resultiert aus den Zusammenhängen
wie vorstehend anhand der Gleichungen 4 oder 4.1 erläutert. In FIG 5 ist abweichend
von FIG 4 das Füllgraddiagramm auf der Abszisse nicht über einer Staubmenge in Gramm,
sondern über einer Saugdauer in Stunden abgetragen. Der Abtrag über der Ordinate entspricht
wie bei FIG 4 dem Anzeigewert in Prozent.
[0036] Bei zunehmender Saugdauer strebt der Quotient in Gleichung 2 gegen 1 (ΔP strebt gegen
ΔP
voll) und es ergibt sich eine zunehmende Annäherung von Zähler und Nenner des Quotienten,
so dass der Quotient insgesamt gegen 1 geht. Für große Differenzdrücke, also nahe
der Kapazität des Staubauffangbehältnisses 18, vereinfacht sich Gleichung 2 zu der
nachfolgend angegebenen Gleichung 5 oder für den bevorzugten Grundwert von 10%/h entsprechend
zu Gleichung 5.1. Mit Gleichung 1 und Gleichung 5.1 ergibt sich für die Berechnung
des Füllgrads Gleichung 6 und anhand der Größe des dabei eingesetzten Inkrements ist
leicht nachvollziehbar, dass der berechnete Füllgrad bei dieser Situation sehr stark
ansteigt.

[0037] Auswirkungen dieser formelmäßigen Zusammenhänge werden nachfolgend weiter anhand
von FIG 5 erläutert. Bei der Darstellung in FIG 5 ist für den Zeitpunkt von 4,5 Std.
Saugdauer ein Übergang von der Berechnung des Füllgrads von zunächst anhand Gleichung
4.1 zu sodann anhand Gleichung 6 vorgesehen. In der Praxis vollzieht sich normalerweise
ein kontinuierlicher Übergang und der diskontinuierliche Übergang ist hier im Wesentlichen
für einfache Verhältnisse bei der Darstellung anhand von FIG 5 gewählt. Man erkennt
in FIG 5 an dem gestrichelten Graphen 48 für den berechneten Füllgrad dessen starke
Steigung, die sich aufgrund des großen Inkrements 100
4 ergibt.
[0038] Noch nicht erläutert wurde der Zusammenhang zwischen dem Graphen 48 für den berechneten
Füllgrad (gestrichelte Linie) und einem Graphen 50 für einen bis dato größten Wert
für einen gemessenen Füllgrad (durchgezogene Linie). Der bis dato größte gemessene
Füllgrad ergibt sich anhand des gemessenen Füllgrads (Graph 46). Wenn der gemessene
Füllgrad unter einen bis dato höchsten gemessenen Wert abfällt, bleibt der Wert des
Graphen 50 für den bis dato höchsten gemessenen Füllgrad konstant, so lange, bis zu
einem späteren Zeitpunkt wieder höhere Füllgrade gemessen werden. Der Zusammenhang
zwischen den dargestellten Graphen 46, 48, 50 und den zugrunde liegenden Messwerten
und evtl. daraus resultierenden, gespeicherten Werten besteht darin, dass mit der
Füllgradanzeige 22 der berechnete Füllgrad (Graph 48) angezeigt wird, solange der
berechnete Füllgrad unterhalb des gemessenen Füllgrads (Graph 46) verbleibt. Zumindest
bis zu einem Zeitpunkt von knapp unterhalb 1,5 Std. Saugdauer ist für die Verhältnisse
in FIG 5 dann ein Anzeigeverlauf nach Art des optimalen Anzeigeverlaufs (FIG 4) erreicht.
Damit wird vermieden, dass der sich bei neu eingelegtem Staubbeutel üblicherweise
ergebende starke Anstieg des Differenzdrucks den angezeigten Füllgrad verfälscht.
Damit nicht, wie in FIG 5, etwa ab einem Zeitpunkt von knapp unterhalb von 1,5 Std.
Saugdauer ein sinkender gemessener Differenzdruck den Anzeigewert verfälscht, ist
für eine bevorzugte Ausführungsform des Ansatzes gemäß der Erfindung vorgesehen, dass
mit der Füllgradanzeige 22 der berechnete Füllgrad angezeigt wird, solange der berechnete
Füllgrad unterhalb eines höchsten bis dato gemessenen Füllgrads (Graph 50) verbleibt.
Dies führt zu einer Anzeige entsprechend dem optimalen Anzeigeverlauf bis zu einer
Saugdauer von hier 3,0 Stunden. Zu diesem Zeitpunkt wird beim dargestellten Beispiel
mit dem berechneten Füllgrad der Wert des höchsten bis dato gemessenen Füllgrads erreicht.
Die für die Auswahl des berechneten Füllgrads zur Ansteuerung der Füllgradanzeige
22 vorgesehene Fallunterscheidung ist nicht mehr erfüllt und es wird der höchste bis
dato gemessene Füllgrad angezeigt. Sobald die Fallunterscheidung, die den berechneten
Füllgrad zur Anzeige auswählt, nicht mehr erfüllt ist, wird die Berechnung des Füllgrads
unterbrochen; ein neuer berechneter Füllgrad nach Gleichung (1) oder der jeweiligen
Vereinfachungen wird also nicht mehr ermittelt, so dass der zuletzt berechnete Füllgrad
quasi konserviert wird. In der Darstellung ab einem Zeitpunkt von ca. 3,5 Std. Saugdauer
ergibt sich wieder eine Erhöhung des gemessenen Füllgrads und mit einem kontinuierlich
ansteigenden gemessenen Füllgrad steigt entsprechend auch der bis dato höchste gemessene
Füllgrad. Die Fallunterscheidung für die Auswahl des berechneten Füllgrads zur Ansteuerung
der Füllgradanzeige 22 ist damit wieder erfüllt. Die Berechnung des Füllgrads entsprechend
Gleichung (1) oder ihrer Vereinfachungen wird fortgesetzt, so dass sich wieder ein
gradliniger Verlauf bei der Zunahme des angezeigten Füllgrads ergibt. Die Unstetigkeit
im Verlauf des Graphen 48 für den berechneten Füllgrad bei einer Saugdauer von ca.
4,5 Std. war bereits erläutert worden und dieser ergibt sich aus dem für die Darstellung
zum Erreichen einfacher Verhältnisse zugrunde gelegten Übergang von einer Berechnung
des Füllgrads auf Basis von Gleichung (4.1) unterhalb des Zeitpunkts von 4,5 Std.
Saugdauer und einer Berechnung des Füllgrads auf Basis von Gleichung (6) oberhalb
des Zeitpunkts von 4,5 Std. Saugdauer. In der Praxis vollzieht sich der Übergang zwischen
beiden Gleichungen kontinuierlich, d. h. die Berechnung des Füllgrads erfolgt anhand
der Zusammenhänge gemäß Gleichung (1) und Gleichung (2).
[0039] FIG 6 zeigt zur Veranschaulichung der Abläufe bei der Ausführung des Verfahrens ein
vereinfachtes Flussdiagramm. Eine Umsetzung des Flussdiagramms in entsprechende Programmcodeanweisungen
ist eine Implementierung des Verfahrens in Software und durch die Ausführung solcher
Programmcodeanweisungen durch die Verarbeitungseinheit 26 (FIG 1) der Steuerungsvorrichtung
24 (FIG 1) wird das Verfahren ausgeführt.
[0040] Zu Beginn des Verfahrens wird überprüft (Block 52) ob ein berechneter Füllgrad unterhalb
eines gemessenen Füllgrads liegt. Diese Überprüfung wird hier als Fallunterscheidung
bezeichnet. Der für die Überprüfung dargestellte Block 52 realisiert die Fallunterscheidung.
Wenn bei der ersten Ausführung des Verfahrens noch kein gemessener Füllgrad vorliegt,
beginnt das Verfahren mit einem vorgegebenen oder vorgebbaren Startwert für den gemessenen
Füllgrad.
[0041] In Abhängigkeit vom Ergebnis der Fallunterscheidung erfolgt eine Ansteuerung der
Füllgradanzeige 22 (FIG 1). Und zwar wird zur Ansteuerung der Füllgradanzeige (Block
54) der berechnete Füllgrad verwendet, solange der berechnete Füllgrad unterhalb des
gemessenen Füllgrads liegt, solange die Fallunterscheidung also erfüllt ist. Sodann
erfolgt (Block 56) eine Fortsetzung der Berechnung des Füllgrads und zwar nach den
Gleichungen (1) und (2) oder deren Vereinfachungen. Damit ist das Verfahren bei erfüllter
Fallunterscheidung unterbrochen und bei einem neuen Aufruf z.B. eines das Verfahren
implementierenden Unterprogramms, einer Task oder dergleichen wird das Verfahren fortgesetzt.
Ein solcher Aufruf kann in einem festen Zeitraster oder aus einem regelmäßig ausgeführten
hierarchisch übergeordneten Programmteil erfolgen.
[0042] Wenn die Fallunterscheidung (Block 52) nicht erfüllt ist, wenn also der berechnete
Füllgrad den gemessenen Füllgrad erreicht oder überschreitet, wird der gemessene Füllgrad
zur Ansteuerung der Füllgradanzeige 22 verwendet (Block 58). Mit der Ansteuerung der
Füllgradanzeige 22 auf Basis des gemessenen Füllgrads ist das Verfahren unmittelbar
unterbrochen und es erfolgt z.B. auch keine erneute Ermittlung des berechneten Füllgrads.
Der letzte berechnete Füllgrad bleibt auf diese Weise erhalten bis die Fallunterscheidung
wieder erfüllt ist und eine entsprechende Verzweigung (Aufruf der Blöcke 54, 56) erfolgt.
[0043] Damit lässt sich die Erfindung kurz wie folgt darstellen: Es wird als Verfahren zum
Betrieb eines Staubsaugers 10 eine verbesserte Ansteuerung einer Füllgradanzeige 22
angegeben, die auf einem gemessenen und einem berechneten Wert für einen Füllgrad
eines Staubauffangbehältnisses 18 beruht, wobei mit der Füllgradanzeige 22 der berechnete
Füllgrad angezeigt wird, solange der berechnete Füllgrad unterhalb des gemessenen
Füllgrads verbleibt und wobei in die Berechnung des Füllgrads eine durch zumindest
einen empirischen Wert beeinflusste Anzeigefortschrittgeschwindigkeit einfließt, die
z.B. bei deutlich über den theoretischen Werten für einen momentanen Füllgrad liegenden
Werten für einen gemessenen Füllgrad zu einer allmählichen, also im Wesentlichen linearen,
Erhöhung des berechneten Füllgrads führt.
1. Verfahren zum Betrieb eines Staubsaugers (10) mit einer Füllgradanzeige (22) für ein
Staubauffangbehältnis (18),
wobei ein Füllgrad des Staubauffangbehältnisses (18) gemessen und berechnet wird,
wobei mit der Füllgradanzeige (22) der berechnete Füllgrad angezeigt wird, solange
der berechnete Füllgrad unterhalb des gemessenen Füllgrads verbleibt und
wobei in die Berechnung des Füllgrads eine durch zumindest einen empirischen Wert
beeinflusste Anzeigefortschrittgeschwindigkeit einfließt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Messung des Füllgrads auf einer Druckmessung,
insbesondere einer Differenzdruckmessung basiert.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die Messung des Füllgrads zusätzlich auf einer Gebläseleistungsmessung
oder eines von der Gebläseleistung abhängigen Signals basiert.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei mit der Füllgradanzeige
(22) der berechnete Füllgrad angezeigt wird, solange der berechnete Füllgrad unterhalb
eines höchsten bis dato gemessenen Füllgrads verbleibt.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
wobei eine kontinuierliche Aktualisierung des gemessenen Füllgrads erfolgt und der
gemessene Füllgrad als höchster bis dato gemessener Füllgrad in einen ersten Speicher
übernommen wird, wenn der gemessene Füllgrad den Wert eines bisherigen Inhalts des
ersten Speichers überschreitet und
wobei mit der Füllgradanzeige (22) der berechnete Füllgrad angezeigt wird, solange
der berechnete Füllgrad unterhalb des Inhalts des ersten Speichers verbleibt.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei der empirische Wert und ein gemessener Differenzdruck in eine Berechnung der
Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit einfließen und
wobei die Berechnung der Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit einen Term berücksichtigt,
der bei zunehmender Saugdauer und damit einhergehender Erhöhung eines gemessenen Differenzdrucks
zunehmend die Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit bestimmt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei der Term, der bei steigendem Differenzdruck zunehmend
das Ergebnis der Berechnung der Anzeigefortschrittsgeschwindigkeit bestimmt, von dem
gemessenen Differenzdruck und sodann von einem Differenzdruckwert jeweils für ein
leeres und ein volles Staubauffangbehältnis (18) abhängig ist.
8. Verfahren nach Anspruch 6, wobei Werte für den Differenzdruckwert jeweils für ein
leeres und einen volles Staubauffangbehältnis (18) anhand von vorgegebenen oder vorgebbaren
Parametern ermittelt werden und wobei die vorgegebenen oder vorgebbaren Parameter
aus einem zweiten Speicher ausgelesen werden und zwar in Abhängigkeit von einer am
Staubsauger eingestellten Leistungsstufe.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei mit der Füllgradanzeige (22)
der gemessene Füllgrad angezeigt wird, wenn der berechnete Füllgrad ein nächster bis
dato gemessener Füllgrad erreicht oder überschreitet.
10. Steuerungsvorrichtung für einen Staubsauger (10) mit einem Speicher (28) und einer
Verarbeitungseinheit (26), wobei in dem Speicher (28) Programmcodeanweisungen (32)
zur Implementierung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche gespeichert
sind und wobei die Verarbeitungseinheit (26) im Betrieb bei Ausführung der Programmcodeanweisungen
(32) eine Ansteuerung einer Füllgradanzeige (22) bewirkt.
11. Steuerungsvorrichtung mit Mitteln zur Messung und Berechnung eines Füllgrads eines
Staubauffangbehältnisses (18) und Mitteln zum Vergleich des gemessenen Füllgrads mit
dem berechneten Füllgrad und Mitteln zur Ansteuerung der Füllgradanzeige (22) in Abhängigkeit
vom Ergebnis des Vergleichs.
12. Steuerungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, die im Betrieb die Programmcodeanweisungen
(32) zyklisch wiederkehrend ausführt.
13. Staubsauger mit einer Steuerungsvorrichtung (24) nach einem der Ansprüche 10 bis 12.