(19)
(11) EP 2 301 668 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.03.2011  Patentblatt  2011/13

(21) Anmeldenummer: 10178965.9

(22) Anmeldetag:  23.09.2010
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B05B 1/16(2006.01)
B05B 1/18(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME RS

(30) Priorität: 23.09.2009 DE 102009044928

(71) Anmelder: Kludi GmbH & Co. KG
58706 Menden (DE)

(72) Erfinder:
  • Wiesendahl, Guido
    58099, Hagen (DE)
  • Alonso Garcia, Miguel
    58675, Hemer (DE)

(74) Vertreter: Tarvenkorn, Oliver 
Patentanwaltskanzlei Tarvenkorn Hafenweg 14
48155 Münster
48155 Münster (DE)

   


(54) Brause mit drehbarem Brausekopf


(57) Die Erfindung betrifft eine Brause (100) mit drehbarem Brausekopf (20), der in einem Brausengehäuse(10) drehbar gelagert ist und der eine Kammer (21, 22, 23) aufweist, die mit einer Zulauföffnung (26) am Außenumfang in Verbindung steht, welche Zulauföffnung (26) aus einem in das Brausengehäuse (10) integrierten Zulaufelement (15) radial anströmbar ist. Am Übergang von dem Zulaufelement (15) zu der Zulauföffnung (26) ist eine Dichtungseinheit ausgebildet, die eine Dichtungskammer (13) und ein darin eingesetztes Dichtungselement (11) umfasst, welches:
- in Strömungsrichtung verschiebbar in der Dichtungskammer (13) geführt ist,
- außerhalb der lichten Öffnungsweite seiner zentralen Strömungsöffnung (11.1) wenigstens eine quer zur Strömungsrichtung im Fließkanal ausgerichtete Druckwirkfläche (11.2) aufweist und
- an seiner in Strömungsrichtung gesehen rückwärtigen Seite (11.6) konkav gerundet ausgebildet ist, wobei der Rundungsradius dem Radius R des Brausekopfes (20) entspricht.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Brause mit drehbarem Brausekopf, der in einem Brausengehäuse drehbar gelagert ist und der wenigstens eine Kammer aufweist, die mit einer Zulauföffnung am Außenumfang in Verbindung steht, welche Zulauföffnung aus einem in das Brausengehäuse integrierten Zulaufelement radial anströmbar ist.

[0002] Aus der DE 10 2007 002 894 B3 ist eine solche Brause als Handbrause bekannt. Durch die radiale Wassereinspeisung ist eine sehr flache Bauweise möglich. Wasser wird über das Brausengehäuse zugeführt und über eine Zulaufeinheit mit einer Dichtung bis an die Zulauföffnung im Brausekopf geführt. Der Brausekopf kann in bestimmten Winkelschritten verdreht werden, so dass jeweils eine andere Zulauföffnung vor der Zulaufeinheit positioniert ist. Bei der bekannten Handbrause wird in der Zulaufeinheit das Dichtungselement mittels einer Feder an den Außenumfang des drehbaren Brausekopfes angepresst. Dabei haben sich jedoch Dichtungsprobleme gezeigt, da das mittels Federkraft angepresste Dichtungselement leicht verkantet und sich durch die Federkraft ungleichmäßig verformt. Die Optimierung der Dichtstelle ist auch deshalb schwierig, weil einerseits eine hohe Anpresskraft erforderlich ist, um die Dichtwirkung herbeizuführen, andererseits aber eine hohe Anpresskraft die einfache Verstellbarkeit des Brausekopfes behindert, insbesondere wenn dieser noch trocken ist und ein hoher Reibungskoeffizient zwischen Brausekopf und Dichtungselement gegeben ist.

[0003] Aufgabe der Erfindung ist es somit, bei einer Brause der eingangs genannten Art die Abdichtung der Wasserüberleitung vom Brausengehäuse zum Brausekopf zu verbessern.

[0004] Gelöst wird diese Aufgabe gemäß einer ersten Ausführungsform nach Anspruch 1 dadurch, dass im Brausengehäuse im Übergang von dem Zulaufelement zu der Zulauföffnung eine federlose Dichtungseinheit ausgebildet ist, die eine Dichtungskammer und wenigstens ein darin eingesetztes Dichtungselement umfasst, welches:
  • in Strömungsrichtung verschiebbar in der Dichtungskammer geführt ist,
  • außerhalb der lichten Öffnungsweite seiner zentralen Strömungsöffnung wenigstens eine quer zur Strömungsrichtung im Fließkanal ausgerichtete Druckwirkfläche aufweist und
  • an seiner in Strömungsrichtung gesehen rückwärtigen Seite konkav gerundet ausgebildet ist, wobei der Rundungsradius dem Radius R des Brausekopfes entspricht.


[0005] Durch die Koppelung der Dichtfunktion an den Wasserdruck wird erreicht, dass der Benutzer vor Gebrauch, auch bei noch trockenem Brausekopf, den Brausekopf ohne einen großen von der Dichtungseinheit her rührenden Widerstand verdrehen kann, um die gewünschte Funktionszone des Brausekopfes auszuwählen.

[0006] Mit Öffnen der Wasserzufuhr stellt sich in der Dichtungseinheit ein bestimmter Staudruck ein, da durch die im Querschnitt reduzierte Strömungsöffnung im Dichtungselement eine Engstelle gebildet wird. Die Anpresskraft, die auf das Dichtungselement wirkt, ergibt sich dann aus dem Produkt der Größe der Druckwirkfläche und dem in der Dichtungskammer anstehenden Staudruck. Sobald der Wasserdruck abfällt, reduziert sich die Anpresskraft, mit der das Dichtungselement an den Außenumfang des Brausekopfes angepresst wird, so dass der Benutzer wieder bequem die nächste Einstellung vornehmen kann.

[0007] Als weiterer Vorteil ergeben sich geringere Herstellungsund Montagekosten, insbesondere weil die Dichteinheit ganz ohne Federelement, insbesondere ein Spiralfederelement, aufgebaut ist.

[0008] Die Rundung des Dichtungselements an seiner rückwärtigen Seite ist derart gewählt, dass der Rundungsradius bei Anliegen der Dichtung am Brausekopf dem Radius R des Brausekopfes entspricht. Im unbelasteten Zustand ist deshalb der Rundungsradius entweder exakt gleich zum Brausekopfradius R oder es sind Über- oder Untermaße oder auch nicht exakt kreisbogenförmige Formen vorgesehen, um elastische Verformungen zu berücksichtigen, welche bei Andruck an den Brausekopf auftreten. Beispielsweise kann auch ein Abschnitt einer elliptischen Kontur für das Dichtungselement gewählt sein.

[0009] Vorzugsweise ist die Dichtungskammer gegenüber dem Zulaufelement im Brausengehäuse durch eine Trennwand mit einer Zulauföffnung abgeteilt. Damit wird der axiale Verschiebeweg begrenzt und es wird verhindert, dass das Dichtungselement z.B. im Falle eines Unterdrucks in der Wasserzuführung zu weit in das Brausengehäuse hinein gezogen wird und dort verklemmt.

[0010] Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung gemäß Anspruch 6 wird die Lösung der Aufgabe dadurch erreicht, dass im Brausengehäuse am Übergang von dem Zulaufelement zu der Zulauföffnung eine Dichtungseinheit ausgebildet ist, die eine Dichtungskammer mit wenigstens einem daran angebundenen Dichtungselement umfasst, welches:
  • eine in Strömungsrichtung verschiebbare Dichtungslippe aufweist und
  • außerhalb der lichten Öffnungsweite seiner zentralen Strömungsöffnung wenigstens eine quer zur Strömungsrichtung im Fließkanal ausgerichtete Druckwirkfläche aufweist.


[0011] Hierbei bewegt sich also nicht ein lose eingesetztes Dichtelement als Ganzes, sondern nur eine ringförmige, membranartige Dichthaut, deren zur inneren Strömungsöffnung weisende Kante als eine Dichtlippe ausgebildet ist, die zur Anlage an den runden Körper des drehbaren Brausekopfes ausgebildet und bestimmt ist. Die Dichtlippe hebt also aufgrund ihrer materialbedingten elastischen Rückstellkräfte von dem Körper des Brausekopfes ab, wenn kein Wasserdruck ansteht. Wenn Wasser fließt, wird sie an den Umgebungsbereich der Zulauföffnung angepresst und dichtet den Wasserweg ab. Bei dieser Ausführungsform ist das Dichtelement insbesondere im Zweikomponenten-Spritzgussverfahren direkt an das Brausengehäuse angeformt.

[0012] Damit reduziert sich die Montage der erfindungsgemäßen Brause auf das Einsetzen des drehbaren Brausekopfes in das Brausengehäuse und ggf. noch die Fixierung mit einer auf der Drehachse platzierten Schraube.

[0013] Die erfindungsgemäße Ausbildung der Dichteinheit bietet besondere Vorteile für einen drehbaren Brausekopf, der mehrere Funktionszonen besitzt, die jeweils in einzelnen Zulauföffnungen münden und darüber separat angesteuert werden können.

[0014] Vorzugsweise überdeckt die Strömungsöffnung der Dichtung in allen Stellungen des Brausekopfes immer eine der Zulauföffnungen, zumindest teilweise. Dadurch wird vermieden, dass in irgendeiner Position des Brausekopfes schlagartig der volle Leitungs-Wasserdruck auf das Dichtungselement und über den Rückstau auf das Brausegehäuse wirkt.

[0015] Vorgesehen sein kann auch, dass in einer Mittenstellung zwei Kammern angeströmt werden und so deren jeweilige Strahlbilder gleichzeitig erzeugt werden. Hierfür ist eine Kontur günstig die nach Form einer liegenden Acht oder einer Sanduhr ausgebildet ist, wo es also randseitig, im jeweiligen Überdeckungsbereich mit der Zulauföffnung, entsprechend große Öffnungshöhen gibt.

[0016] Möglich ist aber auch, nur eine Kammer im Brausekopf vorzusehen, und die Drehbarkeit des Brausekopfes dazu zu nutzen, die Wasserzufuhr an- und abzustellen oder sie variieren zu können.

[0017] So kann durch die Abstimmung der Rastpositionen des Brausekopfes und der Form der Strömungsöffnung in dem Dichtungselement auch eine nur teilweise Überdeckung der Zulauföffnung bewirkt werden, so dass mit dem Drehen des Brausekopfes der Volumenstrom variierbar ist, beispielsweise um mittels einer Durchflussbegrenzung zunächst mit einem weichen Strahl während des Duschens Wasser zu sparen und anschließend mit einem harten Strahl die Haare auszuwaschen. Eine solche Wassersparfunktion wird durch eine Keilform der Strömungsöffnung begünstigt.

[0018] Vorzugsweise sind der Querschnitt der Dichtungskammer und das Dichtungselement selbst elliptisch oder langlochförmig ausgebildet. Die unrunde Form wirkt einem Verkanten des Dichtungselements in der Dichtungskammer entgegen. Zudem kann die für das Design der Handbrause wünschenswerte flache Bauform beibehalten werden, indem die größere Breite des Brausengehäuses ausgenutzt wird, um eine entsprechend große Druckwirkfläche bereitzustellen.

[0019] Außerdem überdecken bei der länglichen, unrunden Form die seitlichen Bereiche des Dichtungselements eine zunächst benutzte Zulauföffnung noch dann, wenn der Brausekopf schon verdreht wird, und auch die in Drehrichtung nächst folgende Zulauföffnung wird zunächst von den ausgefüllten Bereichen des Dichtungselements hinter den Druckwirkflächen überdeckt, bis die nächste Rastposition des Brausekopfes endgültig erreicht ist und die nächste Zulauföffnung des Brausekopfes und die Strömungsöffnung des Dichtungselementes wieder in Flucht liegen.

[0020] Bei dieser Ausführungsform sollte auch die Zulauföffnung der Dichtungskammer elliptisch oder langlochförmig ausgebildet ist und sich vorzugsweise deckungsgleich vor dem Dichtungselement befinden. Damit wird die Strömung von der Zulauföffnung durch die Dichtungskammer gleichmäßig auf das Dichtungselement geführt.

[0021] Bevorzugt besitzt das Dichtungselement auf der Anströmseite einen über die Druckwirkfläche vorstehenden Dichtkragen. Aufgrund des allseitig wirkenden Staudrucks in der Dichtungskammer wird der insbesondere dünn und flexibel ausgebildete Dichtkragen radial nach außen an die Wände der Dichtungskammer angelegt, wozu der Dichtkragen vorzugsweise in einer zur Anlage an der Wandung der Dichtungskammer nach außen weisenden Dichtzunge mündet. Damit wird verhindert, dass Wasser außen an dem Dichtungselement vorbei fließt. Die Außenkontur des Dichtungselements kann dadurch etwas kleiner sein als die Innenkontur der entsprechenden Aufnahme für das Dichtungselement in der Dichtungskammer. Somit ist eine leichte axiale Verschiebbarkeit des Dichtungselements gegeben, und es reichen geringere Anpresskräfte und dementsprechend kleinere Druckwirkflächen aus, um die Dichtfunktion zu bewirken.

[0022] Um auch bei dieser bevorzugten Ausführungsform, bei der zwischen dem Außenumfang des Dichtungselements und der Dichtungskammer ein großzügiges Spiel besteht, ein Verkanten und Verklemmen zu verhindern, kann das Dichtungselement an seinem Außenumfang wenigstens einen umlaufenden Dichtvorsprung aufweisen, der insbesondere in Strömungsrichtung gesehen vor oder direkt neben der Druckwirkfläche angeordnet ist. Damit besteht bei der bevorzugten Ausführungsform am gesamten Umfang eine Führung des Dichtungselements an seinem Sitz in der Dichtungskammer an zwei Punkten, nämlich vorn an der Dichtlippe und etwas dahinter an dem Dichtvorsprung. Dazwischen verbleibt ein Spalt, der das Verkanten und Verklemmen des Dichtungselements verhindert.

[0023] Vorzugsweise ist die Druckwirkfläche elliptisch oder langlochförmig innerhalb des Dichtkragens ausgebildet und die zentrale Strömungsöffnung ist kreisrund und in der Mitte der Druckwirkfläche angeordnet. Durch die runde Strömungsöffnung wird die Strömung so kanalisiert, dass sie direkt in die dahinter liegende, vorzugsweise ebenfalls kreisrunde Zuführöffnung im Brausekopf gelangt. Die unrunde Form der Druckwirkfläche wiederum nutzt den zur Verfügung stehenden Raum in der Dichtungskammer maximal aus.

[0024] Das Zulaufelement, über das Wasser bis in die Dichtungskammer geleitet wird, kann durch einen Hohlraum im Brausengehäuse gebildet sein, also einen Kanal, der sich vom unteren Ende des Griffbereichs, wo ein Wasserschlauch angeschlossen wird, bis zur Dichtungskammer erstreckt. Alternativ kann ein Schlauch innerhalb des Brausengehäuses eingesetzt sein.

[0025] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels und mit Bezug auf die Zeichnung näher erläutert. Die Figuren zeigen im Einzelnen:
Fig. 1
eine Handbrause gemäß einer ersten Ausführungs- form in teilweise geschnittener, perspektivi- scher Ansicht von oben;
Fig. 2
den Übergangsbereich zwischen Brausengehäuse und Brausekopf gemäß Fig. 1 im Detail;
Fig. 3
eine Handbrause gemäß einer zweiten Ausfüh- rungsform in teilweise geschnittener, perspek- tivischer Ansicht von oben;
Fig. 4
den Übergangsbereich zwischen Brausengehäuse und Brausekopf gemäß Fig. 3 im Detail; und
Fig. 5a - 5c
die Überdeckung der Zulauföffnungen durch das Dichtungselement in verschiedenen Stadien, jeweils in schematischer seitlicher Ansicht.


[0026] Figur 1 zeigt eine Brause 100, die im gezeigten Beispiel als Handbrause ausgebildet ist und im Wesentlichen aus einem Brausengehäuse 10 und einem darin drehbar gelagerten Brausekopf 20 besteht.

[0027] Der Brausekopf 20 besitzt eine runde Kontur mit einem äußeren Radius R. Das Brausengehäuse 10 besitzt neben einem Griffbereich mit einem als Zulaufelement genutzten Zulaufkanal 15 einen Kopfbereich 16, der mit einer zylindrischen Wandung den Brausekopf 20 umschließt. Bei der Darstellung in Figur 1 sind sowohl vom Brausekopf 20 wie auch vom Kopfbereich 16 die jeweiligen Deckelflächen entfernt, um den Blick in das Innere freizugeben.

[0028] Der Brausekopf 20 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel in drei Kammern 21, 22, 23 unterteilt und besitzt an seinem Boden 27 in jeder Kammer verschiedenartige Düsenelemente. Jede Kammer 21, 22, 23 steht mit jeweils einer Zulauföffnung 24, 25, 26 am Außenumfang in Verbindung - teilweise direkt, teilweise über Zulaufkanäle.

[0029] Am Übergang vom Griffbereich mit dem Zulaufkanal 15 zum Kopfbereich 16 ist eine Trennwand 12 mit einer zentralen Zulauföffnung 14 angeordnet, die einen Endteil des Zulaufkanals 15 abteilt, so dass zwischen der Trennwand 12 und dem Außenumfang des Brausekopfes 20 eine Dichtungskammer 13 ausgebildet ist. Darin ist ein Dichtungselement 11 platziert, das den Querschnitt der Dichtungskammer 13 vollständig abdeckt.

[0030] Der genaue Aufbau der Dichtungseinheit ergibt sich aus Figur 2. Das Dichtungselement 11 besitzt eine zentrale Strömungsöffnung 11.1. Die Flächenbereiche rechts und links daneben stehen quer zur Strömungsrichtung und stellen eine so genannte Druckwirkfläche 11.2 dar, an der der Wasserdruck angreifen und eine axiale Verschiebung des Dichtungselements 11 in Strömungsrichtung bewirken kann.

[0031] Die Zulauföffnung 14 an der Trennwand 12 ist so ausgebildet, dass deren Öffnungsquerschnitt mindestens so groß ist wie der Öffnungsquerschnitt der Strömungsöffnung 11.1. So wird vermieden, dass die Trennwand ein wirksames Strömungshindernis bildet, an dem es einen Druckabfall gibt. Das Druckgefälle muss im Betrieb vielmehr so wirken, dass zwischen dem Wasserdruck in der Dichtungskammer 13 und dem Wasserdruck jenseits der Zulauföffnung 24, 25 oder 26, also an einem Punkt innerhalb des Brausekopfes 20, ein Differenzdruck besteht.

[0032] Am Außenumfang ist das Dichtungselement 11 von einem Dichtkragen 11.3 umgeben. Der Dichtkragen 11.3 besitzt im dargestellten Ausführungsbeispiel am vorderen Ende eine Dichtlippe 11.5, die leicht schräg nach außen geneigt ist. Außerdem besitzt der Dichtkragen 11.3 am Außenumfang einen Dichtvorsprung 11.4.

[0033] Der axiale Verschiebeweg des Dichtungselements 11 innerhalb der Dichtungskammer 13 ist vorn durch die Trennwand 12 im Brausengehäuse 10 begrenzt und nach hinten durch den Außenumfang des Brausekopfes 20.

[0034] In Bezug auf die Größenverhältnisse haben sich folgende Relationen als vorteilhaft erwiesen:

[0035] Die Summe aus der Öffnungsquerschnittsfläche in der zentralen Strömungsöffnung 11.1 und der Druckwirkfläche 11.2 im Dichtungselement 11, also der Flächenanteil ADichtung innerhalb des Dichtkragens 11.3, sollte das 1,01fache bis 25fache der senkrecht zur Strömungsrichtung projizierten Fläche AZulauf jeder der Zulauföffnungen 24, 25 oder 26 betragen.

Beispiel:



[0036] Bei einem üblichen Wasserdruck im Hausleitungsnetz von 3 bar hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Querschnittsfläche ADichtung innerhalb der Dichtung um das 4fache größer zu wählen als den Öffnungsquerschnitt AZulauf der Zulauföffnungen im Brausekopf 20.

[0037] Bei einem Durchmesser der Zulauföffnungen von jeweils 5 mm ergibt sich demnach eine notwendige Querschnittsfläche ADichtung von 78,54mm2.
  • Wird eine kreisrunde Form für die Dichtung 11.1 gewählt, so entspricht dies einem Durchmesser von 10 mm.
  • Wird eine Langlochform bei der Dichtung gewählt, so ergeben sich daraus z. B. eine Höhe von 6 mm und ein Abstand der beiden Zentren am Langloch von ca. 8,4 mm, mithin eine Gesamtbreite von 14,4 mm.


[0038] Figur 3 zeigt einen Kopfbereich eines Brausegehäuses 10' einer Brause 100'. In dem Brausegehäuse 10' kann ein Brausekopf drehbar gelagert werden, der wie in Fig. 1 ausgebildet ist, hier jedoch der Übersichtlichkeit halber nicht gezeigt ist.

[0039] Unterschiedlich zur ersten Ausführungsform nach den Figuren 1 und 2 ist, dass ein elastomeres Dichtungselement 11' direkt an das Brausegehäuse 10' angespritzt ist.

[0040] Die Bereiche des Brausegehäuses 10' aus hartem thermoplastischem Kunststoff sind hier gleichartig ausgebildet wie bei der ersten Ausführungsform auch, so dass hier am Ende eines Zulaufkanals 15 ebenfalls eine Dichtungskammer 13 mit vorgelagerter Trennwand 12 mit Zulauföffnung 14 eingebracht ist, obschon die Trennwand bei der zweiten Ausführungsform funktional nicht unbedingt erforderlich ist.

[0041] Wesentlich ist bei der zweiten Ausführungsform hingegen, dass an dem Ende einer seitlichen Begrenzungswand 17 der Dichtungskammer 13 ein ringförmiges, membranartig dünnes Dichtungselement 11' mit einer Dichtlippe 11.5' angeformt ist, deren rückwärtige Seite 11.6' derart ausgebildet ist, dass sie sich gleichmäßig über ihren ganzen Umfang an die zylindrische Wandung des Brausekopfes anlegen kann.

[0042] Die Dichtungseinheit 11' ist in Figur 4 im Detail dargestellt. Erkennbar ist dort, dass sich die Dichtlippe 11.5' von der Begrenzungswand 17 der Dichtungskammer 13 aus nach innen erstreckt. Zwischen der Begrenzungswand 17 und der Kante der Dichtlippe 11.5' bzw. dem Außenrand einer Strömungsöffnung 11.1' wird somit eine ringförmige Druckwirkfläche 11.2' ausgebildet.

[0043] In den Figuren 5a bis 5c ist anhand des Dichtungselements 11 nach der ersten Ausführungsform einer Brause 100 gezeigt, wie die Überdeckung der Zulauföffnungen 24, 25 oder 26 durch die Strömungsöffnung 11.1 in dem Dichtungselement 11 funktioniert.

[0044] Der zylindrische Mantel des drehbaren Brausekopfes 20 mit seinen Zulauföffnungen 24, 25 und 26 ist hier als Abwicklung dargestellt. Das Dichtungselement 11 liegt davor.

[0045] In Figur 5a ist das Dichtungselement 11 vor der linken Zulauföffnung 24 gezeigt. Die Strömungsöffnung 11.1 liegt etwa mittig vor der Zulauföffnung 24. Die Druckwirkfläche 11.2 dichtet den Umgebungsbereich der Zulauföffnung 24 insgesamt ab.

[0046] Die Pfeilrichtung in Figur 5a gibt die Bewegungsrichtung an. Die nächstfolgende Position zeigt Figur 5b. Dabei überdeckt die langlochförmige Strömungsöffnung 11.1 die linke Zulauföffnung 24 noch und die mittlere Zulauföffnung 25 schon.

[0047] Bei weiterer Drehung wird die Position nach Figur 5c erreicht: dort liegt die Strömungsöffnung 11.1 vor der mittleren Zulauföffnung 25 und dichtet deren Umgebungsbereich ab.


Ansprüche

1. Brause (100) mit drehbarem Brausekopf (20), der in einem Brausengehäuse(10) drehbar gelagert ist und der wenigstens eine Kammer (21, 22, 23) aufweist, die mit einer Zulauföffnung (24, 25, 26) am Außenumfang in Verbindung steht, welche Zulauföffnung (24, 25, 26) aus einem in das Brausengehäuse (10) integrierten Zulaufelement (15) radial anströmbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass im Brausengehäuse (10) am Übergang von dem Zulaufelement (15) zu der Zulauföffnung (24, 25, 26) eine federlose Dichtungseinheit ausgebildet ist, die eine Dichtungskammer (13) und wenigstens ein darin eingesetztes Dichtungselement (11) umfasst, welches:

- in Strömungsrichtung verschiebbar in der Dichtungskammer (13) geführt ist,

- außerhalb der lichten Öffnungsweite seiner zentralen Strömungsöffnung (11.1) wenigstens eine quer zur Strömungsrichtung im Fließkanal ausgerichtete Druckwirkfläche (11.2) aufweist und

- an seiner in Strömungsrichtung gesehen rückwärtigen Seite (11.6) konkav gerundet ausgebildet ist, wobei der Rundungsradius dem Radius R des Brausekopfes (20) entspricht.


 
2. Brause (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement (11) auf der Anströmseite einen über die Druckwirkfläche (11.2) vorstehenden Dichtkragen (11.3) aufweist.
 
3. Brause (100; 100') nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtkragen (11.3) in einer zur Anlage an der Wandung der Dichtungskammer (13) nach außen weisenden Dichtzunge (11.5) mündet.
 
4. Brause (100; 100') nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement (11) an seinem Außenumfang wenigstens einen umlaufenden Dichtvorsprung (11.4) aufweist.
 
5. Brause (100; 100') nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der am Außenumfang angeordnete Dichtvorsprung (11.4) in Strömungsrichtung gesehen vor oder neben der Druckwirkfläche (11.2) angeordnet ist.
 
6. Brause (100') mit drehbarem Brausekopf (20), der in einem Brausengehäuse (10') drehbar gelagert ist und der wenigstens eine Kammer (21, 22, 23) aufweist, die mit einer Zulauföffnung (24, 25, 26) am Außenumfang in Verbindung steht, welche Zulauföffnung (24, 25, 26) aus einem in das Brausengehäuse (10') integrierten Zulaufelement (15) radial anströmbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass im Brausengehäuse (10) am Übergang von dem Zulaufelement (15) zu der Zulauföffnung (24, 25, 26) eine federlose Dichtungseinheit ausgebildet ist, die eine Dichtungskammer (13) mit wenigstens einem daran angebundenen Dichtungselement (11') umfasst, welches:

- eine in Strömungsrichtung verschiebbare Dichtungslippe (11.5') aufweist und

- außerhalb der lichten Öffnungsweite seiner zentralen Strömungsöffnung (11.1') wenigstens eine quer zur Strömungsrichtung im Fließkanal ausgerichtete Druckwirkfläche (11.2') aufweist.


 
7. Brause (100') nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (11') aus einem thermoplastischen Elastomer besteht und an das Brausengehäuse (10) angeformt ist.
 
8. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungskammer (13) gegenüber dem Zulaufelement (15) im Brausengehäuse (10) durch eine Trennwand (12) mit einer Zulauföffnung (14) abgeteilt ist.
 
9. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Zulaufelement durch einen Hohlraum im Brausengehäuse (10) gebildet ist.
 
10. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Dichtungskammer (13) und die Außenkontur des Dichtungselements (11; 11') elliptisch oder langlochförmig ausgebildet sind.
 
11. Brause (100; 100') nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsöffnung (11.1; 11.1') des Dichtungselement (11; 11') in wenigstens einer Stellung des Brausekopfes (10; 10') die Zulauföffnung (24, 25, 26) nur teilweise überdeckt.
 
12. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Brausekopf (20) in mehrere Kammern (21, 22, 23) unterteilt ist, die jeweils mit einer Zulauföffnung (24, 25, 26) am Außenumfang in Verbindung stehen.
 
13. Brause (100; 100') nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsöffnung (11.1; 11.1') des Dichtungselement (11; 11') in jeder Stellung des Brausekopfes (10; 10') wenigstens eine Zulauföffnung (24, 25, 26) zumindest teilweise überdeckt.
 
14. Brause (100; 100') nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsöffnung (11.1; 11.1') des Dichtungselement (11; 11') in wenigstens einer Stellung des Brausekopfes (10; 10') mehrere Zulauföffnungen (24, 25, 26) zumindest teilweise überdeckt.
 
15. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe aus der Öffnungsquerschnittsfläche in der zentralen Strömungsöffnung (11.1) und der Druckwirkfläche (11.2) im Dichtungselement (11) das 1,01fache bis 25fache der senkrecht zur Strömungsrichtung projizierten Fläche der Zulauföffnung (24, 25, 26) im Brausekopf (20) beträgt.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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