[0001] Die Erfindung betrifft eine Brause mit drehbarem Brausekopf, der in einem Brausengehäuse
drehbar gelagert ist und der wenigstens eine Kammer aufweist, die mit einer Zulauföffnung
am Außenumfang in Verbindung steht, welche Zulauföffnung aus einem in das Brausengehäuse
integrierten Zulaufelement radial anströmbar ist.
[0002] Aus der
DE 10 2007 002 894 B3 ist eine solche Brause als Handbrause bekannt. Durch die radiale Wassereinspeisung
ist eine sehr flache Bauweise möglich. Wasser wird über das Brausengehäuse zugeführt
und über eine Zulaufeinheit mit einer Dichtung bis an die Zulauföffnung im Brausekopf
geführt. Der Brausekopf kann in bestimmten Winkelschritten verdreht werden, so dass
jeweils eine andere Zulauföffnung vor der Zulaufeinheit positioniert ist. Bei der
bekannten Handbrause wird in der Zulaufeinheit das Dichtungselement mittels einer
Feder an den Außenumfang des drehbaren Brausekopfes angepresst. Dabei haben sich jedoch
Dichtungsprobleme gezeigt, da das mittels Federkraft angepresste Dichtungselement
leicht verkantet und sich durch die Federkraft ungleichmäßig verformt. Die Optimierung
der Dichtstelle ist auch deshalb schwierig, weil einerseits eine hohe Anpresskraft
erforderlich ist, um die Dichtwirkung herbeizuführen, andererseits aber eine hohe
Anpresskraft die einfache Verstellbarkeit des Brausekopfes behindert, insbesondere
wenn dieser noch trocken ist und ein hoher Reibungskoeffizient zwischen Brausekopf
und Dichtungselement gegeben ist.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es somit, bei einer Brause der eingangs genannten Art die
Abdichtung der Wasserüberleitung vom Brausengehäuse zum Brausekopf zu verbessern.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe gemäß einer ersten Ausführungsform nach Anspruch 1 dadurch,
dass im Brausengehäuse im Übergang von dem Zulaufelement zu der Zulauföffnung eine
federlose Dichtungseinheit ausgebildet ist, die eine Dichtungskammer und wenigstens
ein darin eingesetztes Dichtungselement umfasst, welches:
- in Strömungsrichtung verschiebbar in der Dichtungskammer geführt ist,
- außerhalb der lichten Öffnungsweite seiner zentralen Strömungsöffnung wenigstens eine
quer zur Strömungsrichtung im Fließkanal ausgerichtete Druckwirkfläche aufweist und
- an seiner in Strömungsrichtung gesehen rückwärtigen Seite konkav gerundet ausgebildet
ist, wobei der Rundungsradius dem Radius R des Brausekopfes entspricht.
[0005] Durch die Koppelung der Dichtfunktion an den Wasserdruck wird erreicht, dass der
Benutzer vor Gebrauch, auch bei noch trockenem Brausekopf, den Brausekopf ohne einen
großen von der Dichtungseinheit her rührenden Widerstand verdrehen kann, um die gewünschte
Funktionszone des Brausekopfes auszuwählen.
[0006] Mit Öffnen der Wasserzufuhr stellt sich in der Dichtungseinheit ein bestimmter Staudruck
ein, da durch die im Querschnitt reduzierte Strömungsöffnung im Dichtungselement eine
Engstelle gebildet wird. Die Anpresskraft, die auf das Dichtungselement wirkt, ergibt
sich dann aus dem Produkt der Größe der Druckwirkfläche und dem in der Dichtungskammer
anstehenden Staudruck. Sobald der Wasserdruck abfällt, reduziert sich die Anpresskraft,
mit der das Dichtungselement an den Außenumfang des Brausekopfes angepresst wird,
so dass der Benutzer wieder bequem die nächste Einstellung vornehmen kann.
[0007] Als weiterer Vorteil ergeben sich geringere Herstellungsund Montagekosten, insbesondere
weil die Dichteinheit ganz ohne Federelement, insbesondere ein Spiralfederelement,
aufgebaut ist.
[0008] Die Rundung des Dichtungselements an seiner rückwärtigen Seite ist derart gewählt,
dass der Rundungsradius bei Anliegen der Dichtung am Brausekopf dem Radius R des Brausekopfes
entspricht. Im unbelasteten Zustand ist deshalb der Rundungsradius entweder exakt
gleich zum Brausekopfradius R oder es sind Über- oder Untermaße oder auch nicht exakt
kreisbogenförmige Formen vorgesehen, um elastische Verformungen zu berücksichtigen,
welche bei Andruck an den Brausekopf auftreten. Beispielsweise kann auch ein Abschnitt
einer elliptischen Kontur für das Dichtungselement gewählt sein.
[0009] Vorzugsweise ist die Dichtungskammer gegenüber dem Zulaufelement im Brausengehäuse
durch eine Trennwand mit einer Zulauföffnung abgeteilt. Damit wird der axiale Verschiebeweg
begrenzt und es wird verhindert, dass das Dichtungselement z.B. im Falle eines Unterdrucks
in der Wasserzuführung zu weit in das Brausengehäuse hinein gezogen wird und dort
verklemmt.
[0010] Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung gemäß Anspruch 6 wird
die Lösung der Aufgabe dadurch erreicht, dass im Brausengehäuse am Übergang von dem
Zulaufelement zu der Zulauföffnung eine Dichtungseinheit ausgebildet ist, die eine
Dichtungskammer mit wenigstens einem daran angebundenen Dichtungselement umfasst,
welches:
- eine in Strömungsrichtung verschiebbare Dichtungslippe aufweist und
- außerhalb der lichten Öffnungsweite seiner zentralen Strömungsöffnung wenigstens eine
quer zur Strömungsrichtung im Fließkanal ausgerichtete Druckwirkfläche aufweist.
[0011] Hierbei bewegt sich also nicht ein lose eingesetztes Dichtelement als Ganzes, sondern
nur eine ringförmige, membranartige Dichthaut, deren zur inneren Strömungsöffnung
weisende Kante als eine Dichtlippe ausgebildet ist, die zur Anlage an den runden Körper
des drehbaren Brausekopfes ausgebildet und bestimmt ist. Die Dichtlippe hebt also
aufgrund ihrer materialbedingten elastischen Rückstellkräfte von dem Körper des Brausekopfes
ab, wenn kein Wasserdruck ansteht. Wenn Wasser fließt, wird sie an den Umgebungsbereich
der Zulauföffnung angepresst und dichtet den Wasserweg ab. Bei dieser Ausführungsform
ist das Dichtelement insbesondere im Zweikomponenten-Spritzgussverfahren direkt an
das Brausengehäuse angeformt.
[0012] Damit reduziert sich die Montage der erfindungsgemäßen Brause auf das Einsetzen des
drehbaren Brausekopfes in das Brausengehäuse und ggf. noch die Fixierung mit einer
auf der Drehachse platzierten Schraube.
[0013] Die erfindungsgemäße Ausbildung der Dichteinheit bietet besondere Vorteile für einen
drehbaren Brausekopf, der mehrere Funktionszonen besitzt, die jeweils in einzelnen
Zulauföffnungen münden und darüber separat angesteuert werden können.
[0014] Vorzugsweise überdeckt die Strömungsöffnung der Dichtung in allen Stellungen des
Brausekopfes immer eine der Zulauföffnungen, zumindest teilweise. Dadurch wird vermieden,
dass in irgendeiner Position des Brausekopfes schlagartig der volle Leitungs-Wasserdruck
auf das Dichtungselement und über den Rückstau auf das Brausegehäuse wirkt.
[0015] Vorgesehen sein kann auch, dass in einer Mittenstellung zwei Kammern angeströmt werden
und so deren jeweilige Strahlbilder gleichzeitig erzeugt werden. Hierfür ist eine
Kontur günstig die nach Form einer liegenden Acht oder einer Sanduhr ausgebildet ist,
wo es also randseitig, im jeweiligen Überdeckungsbereich mit der Zulauföffnung, entsprechend
große Öffnungshöhen gibt.
[0016] Möglich ist aber auch, nur eine Kammer im Brausekopf vorzusehen, und die Drehbarkeit
des Brausekopfes dazu zu nutzen, die Wasserzufuhr an- und abzustellen oder sie variieren
zu können.
[0017] So kann durch die Abstimmung der Rastpositionen des Brausekopfes und der Form der
Strömungsöffnung in dem Dichtungselement auch eine nur teilweise Überdeckung der Zulauföffnung
bewirkt werden, so dass mit dem Drehen des Brausekopfes der Volumenstrom variierbar
ist, beispielsweise um mittels einer Durchflussbegrenzung zunächst mit einem weichen
Strahl während des Duschens Wasser zu sparen und anschließend mit einem harten Strahl
die Haare auszuwaschen. Eine solche Wassersparfunktion wird durch eine Keilform der
Strömungsöffnung begünstigt.
[0018] Vorzugsweise sind der Querschnitt der Dichtungskammer und das Dichtungselement selbst
elliptisch oder langlochförmig ausgebildet. Die unrunde Form wirkt einem Verkanten
des Dichtungselements in der Dichtungskammer entgegen. Zudem kann die für das Design
der Handbrause wünschenswerte flache Bauform beibehalten werden, indem die größere
Breite des Brausengehäuses ausgenutzt wird, um eine entsprechend große Druckwirkfläche
bereitzustellen.
[0019] Außerdem überdecken bei der länglichen, unrunden Form die seitlichen Bereiche des
Dichtungselements eine zunächst benutzte Zulauföffnung noch dann, wenn der Brausekopf
schon verdreht wird, und auch die in Drehrichtung nächst folgende Zulauföffnung wird
zunächst von den ausgefüllten Bereichen des Dichtungselements hinter den Druckwirkflächen
überdeckt, bis die nächste Rastposition des Brausekopfes endgültig erreicht ist und
die nächste Zulauföffnung des Brausekopfes und die Strömungsöffnung des Dichtungselementes
wieder in Flucht liegen.
[0020] Bei dieser Ausführungsform sollte auch die Zulauföffnung der Dichtungskammer elliptisch
oder langlochförmig ausgebildet ist und sich vorzugsweise deckungsgleich vor dem Dichtungselement
befinden. Damit wird die Strömung von der Zulauföffnung durch die Dichtungskammer
gleichmäßig auf das Dichtungselement geführt.
[0021] Bevorzugt besitzt das Dichtungselement auf der Anströmseite einen über die Druckwirkfläche
vorstehenden Dichtkragen. Aufgrund des allseitig wirkenden Staudrucks in der Dichtungskammer
wird der insbesondere dünn und flexibel ausgebildete Dichtkragen radial nach außen
an die Wände der Dichtungskammer angelegt, wozu der Dichtkragen vorzugsweise in einer
zur Anlage an der Wandung der Dichtungskammer nach außen weisenden Dichtzunge mündet.
Damit wird verhindert, dass Wasser außen an dem Dichtungselement vorbei fließt. Die
Außenkontur des Dichtungselements kann dadurch etwas kleiner sein als die Innenkontur
der entsprechenden Aufnahme für das Dichtungselement in der Dichtungskammer. Somit
ist eine leichte axiale Verschiebbarkeit des Dichtungselements gegeben, und es reichen
geringere Anpresskräfte und dementsprechend kleinere Druckwirkflächen aus, um die
Dichtfunktion zu bewirken.
[0022] Um auch bei dieser bevorzugten Ausführungsform, bei der zwischen dem Außenumfang
des Dichtungselements und der Dichtungskammer ein großzügiges Spiel besteht, ein Verkanten
und Verklemmen zu verhindern, kann das Dichtungselement an seinem Außenumfang wenigstens
einen umlaufenden Dichtvorsprung aufweisen, der insbesondere in Strömungsrichtung
gesehen vor oder direkt neben der Druckwirkfläche angeordnet ist. Damit besteht bei
der bevorzugten Ausführungsform am gesamten Umfang eine Führung des Dichtungselements
an seinem Sitz in der Dichtungskammer an zwei Punkten, nämlich vorn an der Dichtlippe
und etwas dahinter an dem Dichtvorsprung. Dazwischen verbleibt ein Spalt, der das
Verkanten und Verklemmen des Dichtungselements verhindert.
[0023] Vorzugsweise ist die Druckwirkfläche elliptisch oder langlochförmig innerhalb des
Dichtkragens ausgebildet und die zentrale Strömungsöffnung ist kreisrund und in der
Mitte der Druckwirkfläche angeordnet. Durch die runde Strömungsöffnung wird die Strömung
so kanalisiert, dass sie direkt in die dahinter liegende, vorzugsweise ebenfalls kreisrunde
Zuführöffnung im Brausekopf gelangt. Die unrunde Form der Druckwirkfläche wiederum
nutzt den zur Verfügung stehenden Raum in der Dichtungskammer maximal aus.
[0024] Das Zulaufelement, über das Wasser bis in die Dichtungskammer geleitet wird, kann
durch einen Hohlraum im Brausengehäuse gebildet sein, also einen Kanal, der sich vom
unteren Ende des Griffbereichs, wo ein Wasserschlauch angeschlossen wird, bis zur
Dichtungskammer erstreckt. Alternativ kann ein Schlauch innerhalb des Brausengehäuses
eingesetzt sein.
[0025] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels und mit Bezug auf
die Zeichnung näher erläutert. Die Figuren zeigen im Einzelnen:
- Fig. 1
- eine Handbrause gemäß einer ersten Ausführungs- form in teilweise geschnittener, perspektivi-
scher Ansicht von oben;
- Fig. 2
- den Übergangsbereich zwischen Brausengehäuse und Brausekopf gemäß Fig. 1 im Detail;
- Fig. 3
- eine Handbrause gemäß einer zweiten Ausfüh- rungsform in teilweise geschnittener,
perspek- tivischer Ansicht von oben;
- Fig. 4
- den Übergangsbereich zwischen Brausengehäuse und Brausekopf gemäß Fig. 3 im Detail;
und
- Fig. 5a - 5c
- die Überdeckung der Zulauföffnungen durch das Dichtungselement in verschiedenen Stadien,
jeweils in schematischer seitlicher Ansicht.
[0026] Figur 1 zeigt eine Brause 100, die im gezeigten Beispiel als Handbrause ausgebildet
ist und im Wesentlichen aus einem Brausengehäuse 10 und einem darin drehbar gelagerten
Brausekopf 20 besteht.
[0027] Der Brausekopf 20 besitzt eine runde Kontur mit einem äußeren Radius R. Das Brausengehäuse
10 besitzt neben einem Griffbereich mit einem als Zulaufelement genutzten Zulaufkanal
15 einen Kopfbereich 16, der mit einer zylindrischen Wandung den Brausekopf 20 umschließt.
Bei der Darstellung in Figur 1 sind sowohl vom Brausekopf 20 wie auch vom Kopfbereich
16 die jeweiligen Deckelflächen entfernt, um den Blick in das Innere freizugeben.
[0028] Der Brausekopf 20 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel in drei Kammern 21, 22,
23 unterteilt und besitzt an seinem Boden 27 in jeder Kammer verschiedenartige Düsenelemente.
Jede Kammer 21, 22, 23 steht mit jeweils einer Zulauföffnung 24, 25, 26 am Außenumfang
in Verbindung - teilweise direkt, teilweise über Zulaufkanäle.
[0029] Am Übergang vom Griffbereich mit dem Zulaufkanal 15 zum Kopfbereich 16 ist eine Trennwand
12 mit einer zentralen Zulauföffnung 14 angeordnet, die einen Endteil des Zulaufkanals
15 abteilt, so dass zwischen der Trennwand 12 und dem Außenumfang des Brausekopfes
20 eine Dichtungskammer 13 ausgebildet ist. Darin ist ein Dichtungselement 11 platziert,
das den Querschnitt der Dichtungskammer 13 vollständig abdeckt.
[0030] Der genaue Aufbau der Dichtungseinheit ergibt sich aus Figur 2. Das Dichtungselement
11 besitzt eine zentrale Strömungsöffnung 11.1. Die Flächenbereiche rechts und links
daneben stehen quer zur Strömungsrichtung und stellen eine so genannte Druckwirkfläche
11.2 dar, an der der Wasserdruck angreifen und eine axiale Verschiebung des Dichtungselements
11 in Strömungsrichtung bewirken kann.
[0031] Die Zulauföffnung 14 an der Trennwand 12 ist so ausgebildet, dass deren Öffnungsquerschnitt
mindestens so groß ist wie der Öffnungsquerschnitt der Strömungsöffnung 11.1. So wird
vermieden, dass die Trennwand ein wirksames Strömungshindernis bildet, an dem es einen
Druckabfall gibt. Das Druckgefälle muss im Betrieb vielmehr so wirken, dass zwischen
dem Wasserdruck in der Dichtungskammer 13 und dem Wasserdruck jenseits der Zulauföffnung
24, 25 oder 26, also an einem Punkt innerhalb des Brausekopfes 20, ein Differenzdruck
besteht.
[0032] Am Außenumfang ist das Dichtungselement 11 von einem Dichtkragen 11.3 umgeben. Der
Dichtkragen 11.3 besitzt im dargestellten Ausführungsbeispiel am vorderen Ende eine
Dichtlippe 11.5, die leicht schräg nach außen geneigt ist. Außerdem besitzt der Dichtkragen
11.3 am Außenumfang einen Dichtvorsprung 11.4.
[0033] Der axiale Verschiebeweg des Dichtungselements 11 innerhalb der Dichtungskammer 13
ist vorn durch die Trennwand 12 im Brausengehäuse 10 begrenzt und nach hinten durch
den Außenumfang des Brausekopfes 20.
[0034] In Bezug auf die Größenverhältnisse haben sich folgende Relationen als vorteilhaft
erwiesen:
[0035] Die Summe aus der Öffnungsquerschnittsfläche in der zentralen Strömungsöffnung 11.1
und der Druckwirkfläche 11.2 im Dichtungselement 11, also der Flächenanteil A
Dichtung innerhalb des Dichtkragens 11.3, sollte das 1,01fache bis 25fache der senkrecht zur
Strömungsrichtung projizierten Fläche A
Zulauf jeder der Zulauföffnungen 24, 25 oder 26 betragen.
Beispiel:
[0036] Bei einem üblichen Wasserdruck im Hausleitungsnetz von 3 bar hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, die Querschnittsfläche A
Dichtung innerhalb der Dichtung um das 4fache größer zu wählen als den Öffnungsquerschnitt
A
Zulauf der Zulauföffnungen im Brausekopf 20.
[0037] Bei einem Durchmesser der Zulauföffnungen von jeweils 5 mm ergibt sich demnach eine
notwendige Querschnittsfläche A
Dichtung von 78,54mm
2.
- Wird eine kreisrunde Form für die Dichtung 11.1 gewählt, so entspricht dies einem
Durchmesser von 10 mm.
- Wird eine Langlochform bei der Dichtung gewählt, so ergeben sich daraus z. B. eine
Höhe von 6 mm und ein Abstand der beiden Zentren am Langloch von ca. 8,4 mm, mithin
eine Gesamtbreite von 14,4 mm.
[0038] Figur 3 zeigt einen Kopfbereich eines Brausegehäuses 10' einer Brause 100'. In dem
Brausegehäuse 10' kann ein Brausekopf drehbar gelagert werden, der wie in Fig. 1 ausgebildet
ist, hier jedoch der Übersichtlichkeit halber nicht gezeigt ist.
[0039] Unterschiedlich zur ersten Ausführungsform nach den Figuren 1 und 2 ist, dass ein
elastomeres Dichtungselement 11' direkt an das Brausegehäuse 10' angespritzt ist.
[0040] Die Bereiche des Brausegehäuses 10' aus hartem thermoplastischem Kunststoff sind
hier gleichartig ausgebildet wie bei der ersten Ausführungsform auch, so dass hier
am Ende eines Zulaufkanals 15 ebenfalls eine Dichtungskammer 13 mit vorgelagerter
Trennwand 12 mit Zulauföffnung 14 eingebracht ist, obschon die Trennwand bei der zweiten
Ausführungsform funktional nicht unbedingt erforderlich ist.
[0041] Wesentlich ist bei der zweiten Ausführungsform hingegen, dass an dem Ende einer seitlichen
Begrenzungswand 17 der Dichtungskammer 13 ein ringförmiges, membranartig dünnes Dichtungselement
11' mit einer Dichtlippe 11.5' angeformt ist, deren rückwärtige Seite 11.6' derart
ausgebildet ist, dass sie sich gleichmäßig über ihren ganzen Umfang an die zylindrische
Wandung des Brausekopfes anlegen kann.
[0042] Die Dichtungseinheit 11' ist in Figur 4 im Detail dargestellt. Erkennbar ist dort,
dass sich die Dichtlippe 11.5' von der Begrenzungswand 17 der Dichtungskammer 13 aus
nach innen erstreckt. Zwischen der Begrenzungswand 17 und der Kante der Dichtlippe
11.5' bzw. dem Außenrand einer Strömungsöffnung 11.1' wird somit eine ringförmige
Druckwirkfläche 11.2' ausgebildet.
[0043] In den Figuren 5a bis 5c ist anhand des Dichtungselements 11 nach der ersten Ausführungsform
einer Brause 100 gezeigt, wie die Überdeckung der Zulauföffnungen 24, 25 oder 26 durch
die Strömungsöffnung 11.1 in dem Dichtungselement 11 funktioniert.
[0044] Der zylindrische Mantel des drehbaren Brausekopfes 20 mit seinen Zulauföffnungen
24, 25 und 26 ist hier als Abwicklung dargestellt. Das Dichtungselement 11 liegt davor.
[0045] In Figur 5a ist das Dichtungselement 11 vor der linken Zulauföffnung 24 gezeigt.
Die Strömungsöffnung 11.1 liegt etwa mittig vor der Zulauföffnung 24. Die Druckwirkfläche
11.2 dichtet den Umgebungsbereich der Zulauföffnung 24 insgesamt ab.
[0046] Die Pfeilrichtung in Figur 5a gibt die Bewegungsrichtung an. Die nächstfolgende Position
zeigt Figur 5b. Dabei überdeckt die langlochförmige Strömungsöffnung 11.1 die linke
Zulauföffnung 24 noch und die mittlere Zulauföffnung 25 schon.
[0047] Bei weiterer Drehung wird die Position nach Figur 5c erreicht: dort liegt die Strömungsöffnung
11.1 vor der mittleren Zulauföffnung 25 und dichtet deren Umgebungsbereich ab.
1. Brause (100) mit drehbarem Brausekopf (20), der in einem Brausengehäuse(10) drehbar
gelagert ist und der wenigstens eine Kammer (21, 22, 23) aufweist, die mit einer Zulauföffnung
(24, 25, 26) am Außenumfang in Verbindung steht, welche Zulauföffnung (24, 25, 26)
aus einem in das Brausengehäuse (10) integrierten Zulaufelement (15) radial anströmbar
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass im Brausengehäuse (10) am Übergang von dem Zulaufelement (15) zu der Zulauföffnung
(24, 25, 26) eine federlose Dichtungseinheit ausgebildet ist, die eine Dichtungskammer
(13) und wenigstens ein darin eingesetztes Dichtungselement (11) umfasst, welches:
- in Strömungsrichtung verschiebbar in der Dichtungskammer (13) geführt ist,
- außerhalb der lichten Öffnungsweite seiner zentralen Strömungsöffnung (11.1) wenigstens
eine quer zur Strömungsrichtung im Fließkanal ausgerichtete Druckwirkfläche (11.2)
aufweist und
- an seiner in Strömungsrichtung gesehen rückwärtigen Seite (11.6) konkav gerundet
ausgebildet ist, wobei der Rundungsradius dem Radius R des Brausekopfes (20) entspricht.
2. Brause (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement (11) auf der Anströmseite einen über die Druckwirkfläche (11.2)
vorstehenden Dichtkragen (11.3) aufweist.
3. Brause (100; 100') nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Dichtkragen (11.3) in einer zur Anlage an der Wandung der Dichtungskammer (13)
nach außen weisenden Dichtzunge (11.5) mündet.
4. Brause (100; 100') nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement (11) an seinem Außenumfang wenigstens einen umlaufenden Dichtvorsprung
(11.4) aufweist.
5. Brause (100; 100') nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der am Außenumfang angeordnete Dichtvorsprung (11.4) in Strömungsrichtung gesehen
vor oder neben der Druckwirkfläche (11.2) angeordnet ist.
6. Brause (100') mit drehbarem Brausekopf (20), der in einem Brausengehäuse (10') drehbar
gelagert ist und der wenigstens eine Kammer (21, 22, 23) aufweist, die mit einer Zulauföffnung
(24, 25, 26) am Außenumfang in Verbindung steht, welche Zulauföffnung (24, 25, 26)
aus einem in das Brausengehäuse (10') integrierten Zulaufelement (15) radial anströmbar
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass im Brausengehäuse (10) am Übergang von dem Zulaufelement (15) zu der Zulauföffnung
(24, 25, 26) eine federlose Dichtungseinheit ausgebildet ist, die eine Dichtungskammer
(13) mit wenigstens einem daran angebundenen Dichtungselement (11') umfasst, welches:
- eine in Strömungsrichtung verschiebbare Dichtungslippe (11.5') aufweist und
- außerhalb der lichten Öffnungsweite seiner zentralen Strömungsöffnung (11.1') wenigstens
eine quer zur Strömungsrichtung im Fließkanal ausgerichtete Druckwirkfläche (11.2')
aufweist.
7. Brause (100') nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtelement (11') aus einem thermoplastischen Elastomer besteht und an das Brausengehäuse
(10) angeformt ist.
8. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichtungskammer (13) gegenüber dem Zulaufelement (15) im Brausengehäuse (10)
durch eine Trennwand (12) mit einer Zulauföffnung (14) abgeteilt ist.
9. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Zulaufelement durch einen Hohlraum im Brausengehäuse (10) gebildet ist.
10. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Dichtungskammer (13) und die Außenkontur des Dichtungselements
(11; 11') elliptisch oder langlochförmig ausgebildet sind.
11. Brause (100; 100') nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsöffnung (11.1; 11.1') des Dichtungselement (11; 11') in wenigstens einer
Stellung des Brausekopfes (10; 10') die Zulauföffnung (24, 25, 26) nur teilweise überdeckt.
12. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Brausekopf (20) in mehrere Kammern (21, 22, 23) unterteilt ist, die jeweils mit
einer Zulauföffnung (24, 25, 26) am Außenumfang in Verbindung stehen.
13. Brause (100; 100') nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsöffnung (11.1; 11.1') des Dichtungselement (11; 11') in jeder Stellung
des Brausekopfes (10; 10') wenigstens eine Zulauföffnung (24, 25, 26) zumindest teilweise
überdeckt.
14. Brause (100; 100') nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsöffnung (11.1; 11.1') des Dichtungselement (11; 11') in wenigstens einer
Stellung des Brausekopfes (10; 10') mehrere Zulauföffnungen (24, 25, 26) zumindest
teilweise überdeckt.
15. Brause (100; 100') nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe aus der Öffnungsquerschnittsfläche in der zentralen Strömungsöffnung (11.1)
und der Druckwirkfläche (11.2) im Dichtungselement (11) das 1,01fache bis 25fache
der senkrecht zur Strömungsrichtung projizierten Fläche der Zulauföffnung (24, 25,
26) im Brausekopf (20) beträgt.