(57) Die Erfindung betrifft eine Kokille oder einen Tiegel aus Kupfer oder einer Kupferlegierung,
welche/r Wärmetauscheroberflächen aufweist, die eine Nano-Beschichtung, insbesondere
auf Basis eines keramischen oder glasartigen Werkstoffs, aufweisen, wobei die Nano-Beschichtung
Schichtdicken zwischen 4 µm und 10 µm aufweist sowie ein Verfahren zum Aufbringen
einer Nano-Beschichtung auf Wärmetauscheroberflächen.
[0001] Die Erfindung betrifft eine Kokille oder einen Tiegel sowie ein Verfahren zum Beschichten
von Wärmetauscheroberflächen einer Kokille oder eines Tiegels.
[0002] Zum Übertragen großer Wärmemengen werden häufig Wärmetauscher aus Kupfer oder Kupferlegierungen
eingesetzt, da sie eine besonders hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen und sehr beständig
gegenüber Korrosion sind. Häufig arbeiten die Wärmetauscher sekundärseitig nur unzureichend
aufbereiteten Kühlwässern. Bei mangelhafter Wasseraufbereitung führen die Kühlwässer
häufig starke Verschmutzungen mit sich, welche sich dann beispielsweise in Form von
Mikroorganismen oder Kalk an den Wärmetauscheroberflächen anlagern und dadurch den
Wirkungsgrad der Wärmetauscher reduzieren.
[0003] Der Erfindung liegt ausgehend vom Stand der Technik die Aufgabe zu Grunde, eine Kokille
oder einen Tiegel aus Kupfer oder einer Kupferlegierung aufzuzeigen, die mit einer
Beschichtung versehen ist, welche die Ablagerung und das Anhaften von Partikeln oder
das Aufwachsen von Schichten hemmt oder sogar verhindert, ferner soll ein Verfahren
zum Aufbringen einer solchen Beschichtung auf eine Kokille oder einen Tiegels aufgezeigt
werden.
[0004] Der gegenständliche Teil der Aufgabe wird durch eine Kokille oder einen Tiegel mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0005] Der verfahrensmäßige Teil der Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Maßnahmen
im Patentanspruch 8 gelöst.
[0006] Die Kokille oder der Tiegel aus Kupfer oder einer Kupferlegierung weist Wärmetauscheroberflächen
auf, die mit einem Kühlfluid beaufschlagt werden und die mit einer Nano-Beschichtung,
insbesondere auf Basis einer nach dem Sol-Gel-Verfahren hergestellten Beschichtung,
versehen ist, wobei die Nano-Beschichtung Schichtdicken zwischen 4 µm und 10 µm aufweist.
Vorzugsweise ist die Nano-Beschichtung der Kokille oder des Tiegels eine Beschichtung,
die im Wesentlichen auf Si-Ti-Al-Verbindungen basiert. Dabei kann die Beschichtung
zusätzlich Mikropartikel aufweisen, welche die Wärmetauscheroberfläche vor mikrobiologischem
Befall schützen. Geeignete Partikel sind z.B. Silber-Nanopartikel, die in die Schicht
eingebaut werden und die Wärmetauscheroberfläche vor mikrobiologischem Befall schützen.
[0007] Das Aufbringen der Nano-Beschichtung erfolgt vorzugsweise durch Sprühen oder Lackieren/Bestreichen.
Dabei kann das Lackieren auch durch einen Tauchvorgang, Dip-Coating genannt, erfolgen.
Nach dem Aufbringen der Nano-Beschichtung auf die Wärmetauscheroberfläche transformiert
sich die flüssige Nano-Beschichtung in eine feste Nano-Beschichtung, welche bei Temperaturen
zwischen 100°C und 400 °C aushärtet. Die fertige Nano- oder auch Sol-Gel-Beschichtung
weist eine glatte und geschlossene Oberfläche auf.
[0008] Beim Verfahren zum Aufbringen einer Nano-Beschichtung auf Wärmetauscheroberflächen
einer Kokille oder eines Tiegels aus Kupfer oder einer Kupferlegierung erhalten die
Wärmetauscheroberflächen in einem ersten Schritt durch Strahlen oder Schleifen eine
Oberflächenrauheit zwischen 2 µm bis 5 µm. Dies ermöglicht eine optimale Haftung der
Nano-Beschichtung auf der Wärmetauscheroberfläche. Anschließend werden die Wärmetauscheroberflächen
entfettet und durch Besprühen, Bestreichen/Lackieren oder Eintauchen mit der Nano-Beschichtung
auf Basis einer nach dem Sol-Gel-Verfahren hergestellten Beschichtung beschichtet.
Die so aufgebrachte flüssige Nano-Beschichtung transformiert zu einer festen Nano-Beschichtung
und wird bei Temperaturen zwischen 100°C und 400°C ausgehärtet, wobei die organischen
Bestandteile entweichen.
[0009] Durch das Aufbringen der Nano-Beschichtung werden eventuell noch an der Wärmetauscheroberfläche
der Kokille oder des Tiegels vorhandene Kavitäten verschlossen, so dass sich hier
keine Ablagerungen mehr festsetzen können.
[0010] Die so erzeugten Nano-Beschichtungen zeichnen sich durch eine sehr geringe Dicke
aus, so dass der Einfluss auf die Wärmeleitfähigkeit der Wärmetauscheroberfläche vernachlässigbar
gering ist. Durch die geringe makroskopische Oberflächenrauheit können sich im Kühlwasser
vorhandene Verschmutzungen oder Kalk nicht an den Wärmetauscheroberflächen der Kokille
oder des Tiegels festsetzen, sondern werden durch die Strömung des Kühlwassers von
der Oberfläche abgespült. Dies bewirkt eine Art selbstreinigenden Effekt, durch welchen
sich die Standzeit der Kokillen oder Tiegel erhöht. Darüber hinaus ist die Nano-Beschichtung
auf Basis keramischer oder glasartiger Werkstoffe auch gegenüber Strömungsgeschwindigkeiten
des Kühlwassers zwischen 12 und 14 m/s beständig.
1. Kokille oder Tiegel aus Kupfer oder einer Kupferlegierung, welche/r Wärmetauscheroberflächen
aufweist, die mit einem Kühlfluid beaufschlagt werden und mit einer Nano-Beschichtung,
insbesondere auf Basis einer nach dem Sol-Gel-Verfahren hergestellten Beschichtung,
versehen ist, wobei die Nano-Beschichtung Schichtdicken zwischen 4 und 10 µm aufweist.
2. Kokille oder Tiegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano-Beschichtung im Wesentlichen auf Si-, Al-, Ti-Verbindungen basiert.
3. Kokille oder Tiegel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano-Beschichtung Mikropartikel aufweist.
4. Kokille oder Tiegel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano-Beschichtung eine Silberdotierung aufweist.
5. Kokille oder Tiegel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano-Beschichtung durch Sprühen, Dip-Coating oder Bestreichen aufbringbar ist.
6. Kokille oder Tiegel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano-Beschichtung bei Temperaturen zwischen 100 °C und 400 °C aushärtbar ist.
7. Kokille oder Tiegel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano-Beschichtung eine glatte und geschlossene Oberfläche aufweist.
8. Verfahren zum Aufbringen einer Nano-Beschichtung auf Wärmetauscheroberflächen einer
Kokille oder eines Tiegels aus Kupfer oder einer Kupferlegierung, bei welchem die
Wärmetauscheroberfläche in einem ersten Schritt durch Strahlen oder Schleifen eine
Oberflächenrauheit zwischen 2 µm bis 5 µm erhält, entfettet wird, durch Besprühen,
Bestreichen oder Dip-Coating mit der Nano-Beschichtung, die nach dem Sol-Gel-Verfahren
hergestellt ist, beschichtet wird und bei welchem die Nano-Beschichtung bei Temperaturen
zwischen 100°C und 400 °C ausgehärtet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Nano-Beschichtung bei Temperaturen über 500°C gesintert wird.