TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft Druckträger zur Übertragung von vertraulicher Information
mit einer transparenten Folienschicht, auf welche die vertrauliche Information vorderseitig
aufdruckbar ist, und wobei hinter der Folienschicht ein Unkenntlichkeitsmittel vorhanden
ist, das die Erkennbarkeit der vertraulichen Information auf der Folienschicht erschwert.
STAND DER TECHNIK
[0002] Druckträger mit vertraulicher Information, z.B. persönliche ldentifikationsnummern
von Bank- oder Kreditkarten, werden oft per Post verschickt. Dabei muss die vertrauliche
Information so geschützt werden, dass sie jedenfalls von Dritten, gegebenenfalls aber
auch vom Absender (z.B. Bankangestellte) selbst nicht gelesen werden kann. Der Empfänger,
für den die vertrauliche Information bestimmt ist, soll auch erkennen können, ob die
vertrauliche Information von Dritten gelesen wurde.
[0003] Aus
EP 1 293 359,
WO 00/54984 und
WO 99/24267 sind Druckträger in Form von Formularen bekannt, umfassend eine mit Laser- oder Tintenstrahldrucker
bedruckbare, transparente Folie, welche über ein Unkenntlichkeitsmittel geklebt ist.
Zwischen der Folie und dem Unkenntlichkeitsmittel befindet sich eine transparente
Trennschicht, im allgemeinen eine Silikonschicht. Die vertrauliche Information wird
auf die transparente Folie gedruckt und ist im Durchlicht auf Grund des darunterliegenden
Unkenntlichkeitsmittels nicht lesbar. Somit kann die vertrauliche Information z.B.
von Bankangestellen, die das Formular bedrucken und einpacken, unter normalen Umständen
nicht gelesen werden. Erst wenn der Endbenutzer Folie und Unkenntlichkeitsmittel an
der Trennschicht voneinander trennt, ist die vertrauliche Information erkennbar.
[0004] Bei den bekannten Ausführungsformen kann die vertrauliche Information jedoch, je
nach Beschaffenheit des Toners oder der Tinte, trotz Unkenntlichkeitsmittel unter
spiegelnd reflektiertem Licht erkennbar sein.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0005] Aufgabe dieser Erfindung ist es, zusätzliche Sicherheit vor unbefugtem Lesen der
vertraulichen Information zu gewährleisten.
[0006] Erfindungsgemäss wird das bei einem Druckträger der eingangs genannten Art zur Übertragung
von vertraulicher Information dadurch erreicht, dass die Folienschicht auf der Vorderseite
mindestens einen, nicht zur vertraulichen Information beitragenden Strukturdruck trägt,
welcher durch seine unregelmässige Flächendeckung die Wirkung des Unkenntlichkeitsmittels
verbessert.
[0007] Durch die strukturierte Oberfläche entsteht eine Mikrotopographie mit Erhöhungen
(wo der Strukturdruck vorhanden ist) und Vertiefungen (wo der Strukturdruck nicht
vorhanden ist), wobei Teile der aufgedruckten vertraulichen Information bei kleinen
Betrachtungswinkeln in den Vertiefungen durch Erhöhungen verdeckt sind, was unbefugtes
Lesen zusätzlich erschwert.
[0008] Der erfindungsgemässe Strukturdruck kann mit 15 - 85 % Flächendeckung, vorzugsweise
mit 30 - 70 % Flächendeckung, aufgebracht sein.
[0009] Die Folienschicht ist entweder eine direkt bedruckbare Folie wie z.B. eine Acetatfolie
oder ist zur Ermöglichung oder Verbesserung ihrer Bedruckbarkeit mit einer Schicht
wie z.B. einer Printschicht versehen.
[0010] Die Folienschicht kann als solche oder durch eine ganzflächig aufgebrachte Schicht
wie z.B. eine Printschicht vorderseitig glänzend oder matt ausgebildet sein und der
[0011] Strukturdruck kann abhängig davon matt oder glänzend ausgebildet sein, so dass sich
ein Glanzkontrast zu den von dem Strukturdruck nicht überdeckten Flächen ergibt. Dieser
Glanzkontrast führt dazu, dass sich im spiegelnd reflektierten Licht, auf Grund des
Wechselspiels zwischen Matt und Glanz, ein Reflexionsmuster ergibt, in welchem Reflexionen
an der aufgedruckten vertraulichen Information für das Auge verschwinden. Das unbefugte
Lesen der vertraulichen Information unter einem flachen Blickwinkel ist dadurch erschwert
und der Leseschutz verbessert.
[0012] Der erfindungsgemässe Strukturdruck ist insbesondere transparent. Er kann jedoch
auch weisslich, farbstichig oder opak ausgebildet sein, so dass sich ein Farbtonkontrast
zu dem hinter der Folienschicht vorhandenen Unkenntlichkeitsmittel ergibt. Der Farbtonkontrast
kann ein strukturiertes Unkenntlichkeitsmittel stärker strukturieren und dadurch den
Leseschutz verbessern. Auch kann ein einheitliches, dunkles und unstrukturiertes Unkenntlichkeitsmittel
durch einen hellen und opaken Strukturdruck strukturiert erscheinen.
[0013] Sofern das Unkenntlichkeitsmittel struktriert ist, kann der Strukturdruck eine ähnliche
Strukturierung aufweisen wie das Unkenntlichkeitsmittel.
[0014] Der Glanzkontrast und der Farbtonkontrast können einzeln oder in Kombination vorliegen.
Sie könnten auch durch unterschiedliche Schichten realisiert sein. Z.B. könnte ein
glänzender, transparenter Strukturdruck über einem weiteren, opaken Strukturdruck
angeordnet sein.
[0015] Zusätzlich kann ein für den Druck der vertraulichen Information geeigneter Toner
oder geeignete Tinte gegenüber dem Strukturdruck einerseits und den von ihm nicht
überdeckten Flächen andererseits eine unterschiedliche Affinität aufweisen. Auf den
Flächen mit geringerer Affinität haftet der Toner oder die Tinte der vertraulichen
Information weniger als auf den Flächen mit höherer Affinität. Bei einem Versuch,
die vertrauliche Information z.B. auf einen Klebestreifen zu transferieren, entsteht
auf dem Klebestreifen hauptsächlich das Abbild des Toners oder der Tinte, welche auf
den Flächen mit geringerer Affinität liegen und die vertrauliche Information ist nicht
ohne weiteres erkennbar. Auf dem Druckträger hingegen fehlt ein Teil des Toners oder
der Tinte und der unbefugte Leseversuch ist ersichtlich.
[0016] Als weiterer Schutz vor unerwünschtem Erkennbarmachen der vertraulichen Information
kann für den Strukturdruck und/oder eine andere Schicht gänzlich oder teilweise eine
Reagensfarbe verwendet werden, welche sich unter Hitze und/oder Lösungsmitteleinwirkung
irreversibel verfärbt und/oder einen Absorber für Infrarot- und/oder Ultraviolettstrahlung
enthält.
[0017] Um eine auf dem erfindungsgemässen Druckträger aufgedruckte vertrauliche Information
sichtbar zu machen, muss die Wirkung des Unkenntlichkeitsmittels aufgehoben werden.
Dazu kann eine Trennschicht vorgesehen sein, die es erlaubt, die transparente Folienschicht
und das Unkenntlichkeitsmittel an ihr voneinander zu trennen.
[0018] Bevorzugt ist für die Trennschicht mindestens eine nicht transparente Trennfarbe
verwendet, welche gleichzeitig das Unkenntlichkeitsmittel bildet.
[0019] Die Trennschicht kann rückseitig auf die transparente Folienschicht aufgebracht und
ihrerseits rückseitig mit einer Klebeschicht versehen sein, wobei die Trennschicht
an der Rückseite der transparenten Folienschicht mit einer Haftkraft haftet, die kleiner
ist als ihre Haftkraft gegenüber der Klebeschicht.
[0020] Der erfindungsgemässe Druckträger ist weiter bevorzugt ein manipulationsindikatives
Formular oder ein Teil eines solchen Formulars mit Etikette, wobei die Etikette die
transparente Folienschicht umfasst und mit Hilfe einer Klebeschicht auf eine Papierschicht
des Formulars geklebt ist.
[0021] Die erwähnte Trennschicht kann hierbei teilflächig rückseitig auf die transparente
Folienschicht aufgebracht sein und die Klebeschicht mindestens an einer Seite, vorzugsweise
jedoch allseitig, über die Trennschicht hinaus ragen, so dass sie dort die Folienschicht
permanent mit der Papierschicht verbindet und sich bei Ablösung der Folienschicht
dort ein Faserriss im Papier ergibt. Zur Begrenzung oder auch zur Unterstützung des
Faserrisses können im Papier Stanzungen angebracht sein.
[0022] Dort, wo die Klebeschicht über die Trennschicht und das Unkenntlichkeitsmittel hinaus
ragt, kann weiter ein strukturierter, transparenter Trennlack inbesondere in Form
eines Schriftzuges rückseitig auf die Folienschicht aufgebracht und die Klebeschicht
oder wenigstens eine Lage davon gefärbt sein. Bei Ablösung löst sich die Folienschicht
von dem Trennlack wo er vorhanden ist. An Stellen ohne Trennlack bleibt hingegen die
gefärbte Klebeschicht an der Folie haften und bildet dann den Schriftzug.
[0023] Ein änlicher Effekt ergbit sich, wenn im Randbereich einer für die Trennschicht und
das Unkenntlichkeitsmittel verwendeten Trennfarbe ein strukturierter, transparenter
Haftlack rückseitig auf die Folienschicht aufgebracht ist. Dort, wo der Haftlack vorhanden
ist, löst sich das Unkenntlichkeitsmittel bei Ablösung der Folie nicht von dieser
und bildet auf dieser z.B. wiederum einen Schriftzug.
[0024] Die transparente Folienschicht kann auch aus zwei Lagen bestehen, welche miteinander
verklebt sind und wobei die vordere vorderseitig bedruckbar ist und die hintere rückseitig
mit der Trennschicht versehen ist. Diese Ausbildung erlaubt insbesondere eine formatvariable
Ausbildung des Druckträgers.
[0025] Gemäss einer weiteren Ausführungsform trägt die Folienschicht rückseitig das durch
mindestens eine Trennfarbe gebildete Unkenntlichkeitsmittel, ist hinter der Folienschicht
eine Trägerschicht vorhanden, ist zwischen der Folienschicht und der Trägerschicht
eine wenigstens teillagig gefärbte Klebeschicht vorhanden, ist auf der einen Seite
dieser Klebeschicht ein erster transparenter Trennlack im wesentlichen ganzflächig
vorhanden, ist auf der anderen Seite dieser Klebeschicht im Randbereich um das Unkenntlichkeitsmittel
herum ein zweiter, strukturierter Trennlack vorhanden, trennt der erste Trennlack
gegenüber der Klebeschicht, jedoch weniger leicht als der zweite, strukturierte Trennlack
gegenüber dieser Klebeschicht oder gegenüber Folienschicht oder der Trägerschicht.
Auch bei dieser Ausbildungsform lässt sich bei der Trennung von Folienschicht und
Unkenntlichkeitsmittel ein Schriftzug erzeugen. Die Trägerschicht kann rückseitig
mit einer weiteren Klebeschicht versehen sein und mit dieser z.B. auf eine Papierschicht
eines Formulars aufgeklebt sein. Hierbei werden im Formular keine Stanzungen benötigt.
[0026] Gemäss noch einer weiteren Ausführungsform trägt eine Trägerschicht vorderseitig
das als Schicht ausgebildete Unkenntlichkeitsmittel, wobei sie sich von diesem im
Farbton unterscheidet, ist die transparente Folienschicht mit Hilfe einer Klebeschicht
vorderseitig lösbar auf das Unkenntlichkeitsmittel geklebt, ist zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel
und der Trägerschicht ein strukturierter Trennlack vorhanden, ist die Haftkraft zwischen
dem Unkenntlichkeitsmittel und der Klebeschicht einerseits sowie zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel
und der Trägerschicht andererseits jeweils grösser als die Haftkraft der Klebeschicht
gegenüber der transparenten Folienschicht und ist diese wiederum grösser als die Haftkraft
des strukturierten Trennlackes gegenüber der Trägerschicht oder dem Unkenntlichkeitsmittel,
und ist die Kohäsion der Klebeschicht grösser als die Haftkraft der Klebeschicht gegenüber
der transparenten Folienschicht. Auch bei dieser Ausbildungsform lässt sich bei der
Trennung von Folienschicht und Unkenntlichkeitsmittel ein Schriftzug erzeugen, wobei
dessen Bestandteile jedoch auf der Trägerschicht zurückbleiben. Die Ausführungsform
zeichnet sich zudem durch eine vollkommene Formatvariablität aus.
[0027] Wenn der Druckträger ein manipulationsindikatives Formular oder ein Teil eines solchen
Formulars ist, kann in einem an das Unkenntlichkeitsmittel angrenzenden Bereich des
Formulars ein Kontrastreferenzfeld vorgesehen sein, welches den gleichen Farbton aufweist
wie das Unkenntlichkeitsmittel bei Betrachtung durch die Folienschicht hindurch bevor
diese und das Unkenntlichkeitsmittel an der Trennschicht voneinander getrennt werden.
Das Kontrastreferenzfeld verstärkt die Erkennbarkeit der bei den meisten Ausführungsformen
auftretenden Kontrastverminderung hinsichtlich des Erscheinungsbildes des Unkenntlichkeitsmittels
nach einer Trennung der Folienschicht von dem Unkenntlichkeitsmittel.
KURZE ERLÄUTERUNG DER FIGUREN
[0028] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- unter a) - e) Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Druckträgers mit Unkenntlichkeitsmittel
in Schnittdarstellungen;
- Fig. 2
- unter a) - d) einen erfindungsgemässen Druckträger als Teil eines Formulars mit Etikette
in Schnittdarstellung, wobei das Unkenntlichkeitsmittel unterschiedlich gestaltet
ist;
- Fig. 3
- einen erfindungsgemässen Druckträger als Teil eines manipulationsindikativen Formulars
mit Etikette in einer Schnittdarstellung (3a), in einer Aufsicht (3b) und in einer
Schnittdarstellung nachdem die vertrauliche Information erkennbar gemacht wurde (3c);
- Fig. 4
- in einer Darstellung entsprechend Fig. 3 einen Druckträger, wobei die Folienschicht
an zwei sich gegenüberliegenden Randbereichen auf das Formular geklebt ist;
- Fig. 5
- in einer Darstellung entsprechend Fig. 3 einen Druckträger, wobei die Folienschicht
zweilagig ausgeführt ist;
- Fig. 6
- in einer Darstellung entsprechend Fig. 3 einen Druckträger mit einer ersten Version
eines bei einer unberechtigten Manipulation entstehenden Schriftzuges VOID;
- Fig.7
- in einer Schnittdarstellung einen Druckträger als Teil eines Formulars mit einer zweiten
Version eines bei einer unberechtigten Manipulation entstehenden Schriftzuges VOID;
- Fig.8
- in zwei Schnittdarstellung einen Druckträger als Teil eines Formulars mit einer dritten
Version eines bei einer unberechtigten Manipulation entstehenden Schriftzuges VOID;
- Fig.9
- einen erfindungsgemässen Druckträger als Teil eines Formulars mit Etikette in einer
Schnittdarstellung (3a), in einer Aufsicht (3b) und in einer Schnittdarstellung nachdem
die vertrauliche Information erkennbar gemacht wurde (3c), wobei hier eine vierte
Version eines bei einer unberechtigten Manipulation entstehenden Schriftzuges VOID
eingesetzt ist; und
- Fig. 10
- in Aufsicht einen erfindungsgemässen Druckträger auf einem Formular mit einem Kontrastreferenzfeld
im Originalzustand (10a) und nach einem der Folienschicht des Druckträgers (10b).
[0029] In den Schnittdarstellungen sind insbesondere die Schichtdicken nicht realistisch
dick zur besseren Erkennbarkeit dargestellt. Realistische Schichtdicken liegen im
Bereich von ca. 1 - 100 µm.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0030] Die Figuren 1a - 1e zeigen jeweils einen Druckträger zur Übertragung einer vertraulichen
Information 1 mit einer transparenten Folienschicht 3, hinter welcher ein Unkenntlichkeitsmittel
U vorhanden ist, das einen durch die transparente Folienschicht 3 hindurch sichtbaren
Hintergrund bildet und dadurch die Erkennbarkeit einer vertraulichen Information 1,
die z.B. mit Laser- oder Tintenstrahldrucker auf der Vorderseite der Folie 3 aufgedruckt
ist, zumindest wesentlich erschwert.
[0031] In den Figuren 1a - 1e ist das Unkenntlichkeitsmittel U als Beschichtung jeweils
direkt auf der Folienschicht 3 aufgebracht. Es könnten jedoch auch zusätzliche, nicht
dargestellte Schichten zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel U und Folienschicht 3 vorhanden
sein, wie z.B. eine Trennschicht. Auch könnte der Bereich des Unkenntlichkeitsmittels
U nur einen Teilbereich der Folienschicht 3 umfassen.
[0032] In den Figuren 1a - 1e trägt die Folie 3 vorderseitig jeweils einen Strukturdruck
15, welcher die Wirkung des Unkenntlichkeitsmittels U einerseits unterstützt, anderereits
aber auch ergänzt und so den Leseschutz der vertraulichen Information 1 verbessert.
[0033] Der Strukturdruck 15 bildet auf der Folie 3 eine Mikrotopographie mit Erhöhungen.
Von einer aufgedruckten vertraulichen Information 1 kommen Teile 16 auf diesen Erhöhungen
zu liegen, während andere Teile 17 auf der Folienschicht 3 in den Tälern dazwischen
zu liegen kommen. Bei Betrachtung unter einem kleinen Winkel sind die in den Tälern
liegenden Teile 17 der vertraulichen Information 1 teilweise hinter den Erhöhungen
verdeckt, was die Erkennbarkeit und Lesbarkeit der vertraulichen Information 1 erschwert.
[0034] Die Folienschicht 3 ist glänzend oder matt ausgebildet und der Strukturdruck 15 ist
abhängig davon matt oder glänzend ausgebildet, so dass sich ein Glanzkontrast zu den
von dem Strukturdruck 15 nicht überdeckten Flächen ergibt. Z.B. führt ein matter Strukturdruck
15 auf einer glänzenden Folienschicht 3, z.B. einer Polyesterfolie, zu einem Wechselspiel
zwischen Matt und Glanz. Der gleiche Effekt zeigt sich, wenn ein glänzender Strukturdruck
15 auf eine matte Folienschicht 3, z.B. eine Acetatfolie, aufgebracht ist.
[0035] Eine vertrauliche Information 1, welche auf einer einheitlichen Oberfläche, z.B.
einer unbehandelten Folienschicht 3 oder einer ganzflächig aufgebrachten Mattschicht
aufgedruckt ist, kann je nach Beschaffenheit des verwendeten Toners oder der verwendeten
Tinte trotz Unkenntlichkeitsmittel U unter bestimmten Blickwinkeln, gegebenenfalls
gelesen werden, insbesondere wenn der Blickwinkel gleich dem Einfallswinkel des Lichtes
ist. Dieser Effekt entsteht durch die unterschiedlichen Reflexionen des Lichtes an
der einheitlichen Oberfläche einerseits und an dem Toner oder der Tinte andererseits.
Z.B führt ein Bereich mit hohem Glanz zu einer starken gerichteten oder spiegelnden
Reflexion, während ein Bereich mit geringem Glanz zu einer diffusen Reflexion führt.
[0036] Mit Hilfe des Strukturdruckes 15 wird an der Oberfläche des Druckträgers ein unregelmässiges
Reflexionsmuster mit glänzenden und matten Bereichen erzeugt, in welchem die unterschiedlichen
Reflexionen, welche durch den Aufdruck der vertraulichen Information 1 hervorgerufen
werden, verschwinden. Der Effekt ist ähnlich wie bei einem strukturierten Unkenntlichkeitsmittel
U, über dem der Hell-Dunkel-Kontrast der aufgedruckten vertraulichen Information 1
im Durchlicht verschwindet.
[0037] Der Strukturdruck 15 und somit das Reflexionsmuster kann insbesondere gleich strukturiert
sein, wie das Unkenntlichkeitsmittel U, sofern dieses strukturiert ist.
[0038] Der Strukturdruck 15 ist insbesondere transparent. Er kann jedoch auch weisslich,
farbstichig oder opak ausgebildet sein, so dass sich ein Farbtonkontrast zu dem hinter
der Folienschicht 3 vorhandenen Unkenntlichkeitsmittel U ergibt. Durch seinem Farbtonkontrast
kann der Strukturdruck ein strukturiertes Unkenntlichkeitsmittel U stärker strukturieren
und dadurch den Leseschutz verbessern. Auch kann ein einheitliches, dunkles und unstrukturiertes
Unkenntlichkeitsmittel U durch einen hellen und opaken Strukturdruck strukturiert
erscheinen.
[0039] Der Glanzkontrast und der Farbtonkontrast können einzeln oder in Kombination vorliegen.
Sie könnten auch durch unterschiedliche Schichten realisiert sein. Z.B. könnte ein
glänzender, transparenter Strukturdruck über einem weiteren, opaken Strukturdruck
angeordnet sein, wobei diese nicht flächendeckend sind, sich aber überschneiden können.
[0040] Die Ausführungsform von Fig. 1b unterscheidet sich von der Ausführungsform in Fig.
1 a darin, dass zwischen dem Strukturdruck 15 und der Folienschicht 3 eine ganzflächig
aufgebrachte transparente Schicht 18 liegt, wobei diese glänzend oder matt ausgebildet
ist und zusammen mit dem Strukturdruck 15 das erwähnte Reflexionsmuster erzeugt. Die
ganzflächig aufgebrachte Schicht 18 kann als bedruckbare Schicht auf einer selbst
nicht bedruckbaren Folienschicht 3 wie z.B. einer Polyesterfolie dienen.
[0041] Die Ausführungsform von Fig. 10c unterscheidet sich von der Ausführungsform in Fig.
[0042] 1 b darin, dass zwischen der Folienschicht 3 und der ganzflächig aufgebrachten Schicht
18 ein zweiter Strukturdruck 15a aufgebracht ist. Dabei erzeugt der erste Strukturdruck
15 einen Glanzkontrast und der zweite Strukturdruck 15a einen Farbtonkontrast.
[0043] Die Ausführungsform von Fig. 1d unterscheidet sich von der Ausführungsform in Fig.
1b darin, dass zwischen der ganzflächig aufgebrachten Schicht 18 und der Folienschicht
3 eine transparente Trennschicht 19 liegt. Bei einem Versuch durch einen unberechtigten
Dritten, den für die vertrauliche Information 1 z.B. verwendeten Toner mittels eines
Klebestreifens abzuheben und die vertrauliche Intormation auf dem Klebestreifen zu
lesen, löst sich die gesamte ganzflächig aufgebrachte Schicht 18 von der transparenten
Trennschicht 19 und die vertrauliche Information 1 wird komplett auf den Klebestreifen
transferiert. Das nachträgliche Fehlen der vertraulichen Information 1 auf dem Druckträger
ist für denjenigen, für den die vertrauliche Information an sich bestimmt war, sofort
ersichtlich.
[0044] Zum praktisch gleichen Effekt kommt man, wenn sich die Trennschicht 19 anstatt von
der Schicht 18 von der Folienschicht 3 ablöst. Die Schicht 18 könnte andererseits
auch direkt gegenüber der Folienschicht 3 eine geringe Affinität aufweisen, so dass
gar keine separate Trennschicht 19 notwendig ist.
[0045] Die Ausführungsform von Fig. 1e unterscheidet sich von der Ausführungsform in Fig.
1 a darin, dass die transparente Folienschicht 3 aus zwei Lagen 3a, 3b besteht, welche
mit Hilfe eines Kaschierklebers 13 verklebt sind. Der Strukturdruck 15a liegt zwischen
den beiden Lagen 3a, 3b. Die vorderseitige Lage 3a der Folienschicht kann zusätzlich
die ganzflächig aufgebrachte Schicht 18 aufweisen.
[0046] Bei allen Ausführungsformen kann der Strukturdruck 15 gegenüber Toner oder Tinte
eine andere Affinität aufweisen als die von ihm nicht überdeckten Flächen. Beispielsweise
kann der Strukturdruck 15 gewisse Trennschichteigenschaften aufweisen, so dass Toner
oder Tinte auf ihm nur eine geringe Haftung aufweisen. In diesem Fall sollte die Folienschicht
3 oder die ganzflächig aufgebrachte Schicht 18 eine vergleichsweise gute Haftung gegenüber
dem Toner oder der Tinte aufweisen. Bei einem Versuch, den für die vertrauliche Information
1 z.B. verwendeten Toner mit einem Klebestreifen abzuheben, lösen sich praktisch nur
die auf dem Strukturdruck liegenden Teile des Toners, so dass das vermeintliche Abbild
der vertraulichen Information 1 auf dem Klebestreifen bedeutende Fehlstellen aufweist
und die vertrauliche Information nicht lesbar ist.
[0047] Der Strukturdruck 15 kann in diesem Fall als Streudruck auch einen Schriftzug wie
z.B. VOID umfassen, so dass auf dem Klebestreifen ein positives Abbild des Schriftzuges
entsteht. Umgekehrt wird das unbefugte Lesen der vertraulichen Information 1 als negatives
Abbild des Schriftzuges, z.B. VOID, auf dem Druckträger ersichtlich.
[0048] Ein ähnlicher Effekt kann erreicht werden durch Verwenden einer Folienschicht 3 wie
z.B. einer Polyesterfolie, auf welcher Toner oder Tinte nur vergleichsweise schwach
haftet in Kombination mit einer strukturierten Mattschicht als Strukturdruck 15, auf
welcher Toner oder Tinte vergleichsweise besser haftet.
[0049] Der Effekt des teilweisen Transferierens der vertraulichen Information 1 auf einen
Klebestreifen kann auch erreicht werden, indem der Strukturdruck 15 gegenüber einer
an ihn angrenzenden Schicht, wie z.B. gegenüber der Folienschicht 3 oder gegenüber
der Schicht 18 eine geringere Affinität aufweist als der Toner oder die Tinte an ihm
und an den von ihm nicht überdeckten Flächen. Eine ensprechende Trennung könnte auch
bezüglich des Strukturdrucks 15a gegenüber den Schichten 3 oder 18 vorgesehen sein
und zu demselben Effekt führen.
[0050] In allen Ausführungsformen kann für den Strukturdruck 15, 15a oder auch für eine
andere Schicht wie die Schichten 18 oder 19 eine Reagensfarbe verwendet sein, welche
sich unter Hitze- und/oder Lösungsmitteleinwirkung irreversibel verfärbt. Ebenfalls
kann der Strukturdruck 15, 15a oder eine andere Schicht einen Absorber für Infrarot-
und/oder Ultraviolettstrahlung enthalten, welcher gegen Angriffe im Speziallicht schützt.
Die Ausführungsform von Fig. 1c ist vorteilhaft bei Verwendung einer wärmeempfindlichen
Reagenzfarbe als zweiter Strukturdruck 15a, da dieser unter der ganzflächig aufgebrachten
Schicht 18 geschützt angeordnet ist und sich bei den in Laserdruckern auftretenden
Temperaturen sich nicht bereits verfärbt. Entsprechendes gilt für die Schicht 15 in
Fig. 1e, die unter der Folienlage 3a geschützt angeordnet ist.
[0051] Um eine auf dem Druckträger gemäss den vorbeschriebenen Ausführungsformen aufgedruckte
vertrauliche Information sichtbar zu machen, muss die Wirkung des Unkenntlichkeitsmittels
U aufgehoben werden. Dazu kann die Folienschicht 3 von dem Unkenntlichkeitsmittel
U ablösbar ausgebildet sein. Desweiteren kann das Unkenntlichkeitsmittel U rückseitig
mit einer Klebeschicht 4 versehen und mit dieser Klebeschicht 4 nach Art einer Etikette
insbesondere permanent haftend auf eine Papieroberfläche eines Formulars 5 aufgeklebt
werden, wie in Fig. 2a gezeigt. Bei dieser Anordnung kann die Folienschicht 3 von
dem Unkenntlichkeitsmittel U abgezogen werden, wobei das Unkenntlichkeitsmittel U
auf der Klebeschicht 4 zurückbleibt und die vertrauliche Information auf der Folienschicht
3 lesbar wird.
[0052] Zur Ablösbarkeit der Folienschicht 3 von dem Unkenntlickeitsmittel U kann zwischen
Folienschicht 3 und Unkenntlichkeitsmittel U eine transparente Trennschicht vorgesehen
sein. Für das Unkenntlichkeitsmittel U kann bevorzugt aber auch eine nicht transparente
Trennfarbe 6 verwendet sein, so wie dies Fig. 2a ebenfalls zeigt.
[0053] Bevorzugt besitzt diese Trennfarbe 6 weiter die Eigenschaft, dass sie sich nach einem
Ablösen von der transparenten Folienschicht 3 nicht mehr mit dieser verbinden lässt.
Ein Ablösen der Folienschicht 3 zum unbefugten Lesen der vertraulichen Information
1 lässt sich dadurch nicht einfach wieder rückgängig machen und bleibt erkennbar.
[0054] In Fig. 2a ist das Unkenntlichkeitsmittel U unstrukturiert, flächendeckend einheitlich
dunkel ausgebildet. Eine ausreichende Unkenntlichkeitswirkung für die vertrauliche
Information ergibt sich in diesem Fall dennoch durch das Zusammenwirken mit dem Strukturdruck
15. Das Unkenntlichkeitsmittel U kann jedoch auch selbst strukturiert ausgebildet
sein. In den Figuren 2b - 2d sind verschiedene Varianten zur Strukturierung und Verbesserung
des Unkenntlichkeitsmittels U dargestellt.
[0055] Bei der Variante von Fig. 2b ist mit der ersten flächendeckend aufgebrachten, dunklen
Trennfarbe 6a eine zweite Trennfarbe 6b für das Unkenntlichkeitsmittel kombiniert.
Die zweite Trennfarbe 6b ist eine strukturierte, helle Trennfarbe und liegt von der
Vorderseite her gesehen über der flächendeckend aufgebrachten, dunklen Trennfarbe
6a. Die strukturierte, helle Trennfarbe 6b ist z.B. mit 20 - 50 % Flächendeckung bezüglich
der dunklen Trennfarbe 6a aufgebracht. Die strukturierte Trennfarbe 6b hat die gleichen
Hafteigenschaften wie die flächendeckend aufgebrachte Trennfarbe 6a. Beim Ablösen
der Folienschicht 3 löst sich die strukturierte Trennfarbe 6b ebenfalls von der Folienschicht
3.
[0056] Die Variante von Fig. 2c unterscheidet sich von der von Fig. 2b darin, dass die farblichen
Eigenschaften der beiden Trennfarben 6a, 6b umgekehrt ausgeführt sind. Die strukturierte
Trennfarbe 6b ist hier dunkel und die flächendeckend aufgebrachte Trennfarbe 6a hell
oder sogar transparent, wobei die dunkle Trennfarbe 6b z.B. mit 50 - 80 % Flächendeckung
aufgebracht ist.
[0057] Bei der in Fig. 2d dargestellten Variante besteht das Unkenntlichkeitsmittel 6 aus
zwei unterschiedlich gefärbten Trennfarben 6c, 6d, welche jeweils strukturiert sind
und sich bezüglich ihrer Flächendeckung zu 100 % ergänzen. Die dunklere der beiden
Trennfarben ist bevorzugt mit 50 - 80 % Flächendeckung aufgebracht.
[0058] In den nachfolgenden Figuren ist das Unkenntlichkeitsmittel U teils strukturiert
und teils unstrukturiert dargestellt. Es soll jedoch so verstanden werden, dass jeweils
auch eine der anderen vorbeschriebenen Varianten eingesetzt werden könnte.
[0059] Die Ausführungsform von Fig. 3a - 3c zeigt einen Druckträger als Teil eines Formulars
5, wobei im Unterschied zur Ausführungsform von Fig. 2a das Unkenntlichkeitsmittel
U in Form einer Trennfarbe 6 auf der Rückseite der transparenten Folienschicht 3 nur
teilflächig aufgebracht ist. Die Folienschicht 3 ist andererseits auf ihrer Rückseite
ganzflächig wie dargestellt oder wenigstens nach einer Seite hin mit einer das Unkenntlichkeitsmittel
überragenden Klebeschicht 4 versehen, mit welcher sie permanent auf eine Papierschicht
des Formulars 5 geklebt ist. Die permanente Verklebung kann nicht zerstörungsfrei
gelöst werden, so dass die Papierschicht des Formulars 5 beim Anheben der Folienschicht
3 zerfasert, wie dies Fig. 3c zeigt. Der Faserriss stellt ein effizientes Sicherheitmerkmal
dar, anhand von welchem der Versuch eines unbefugten Dritten, die vertrauliche Information
1 durch Ablösen der Folienschicht 3 zu lesen, nachträglich erkennbar ist.
[0060] Um das Ausbreiten des Faserrisses 12 beim Ablösen der Folienschicht 3 in den Bereich
der Trennfarbe 6 zu verhindern, ist vorzugsweise mindestens eine Anstanzung 9 als
Reissstopmittel entlang einer Randzone der Trennfarbe 6 in Reissrichtung vor dieser
angebracht. Dadurch wird der Faserriss 12 gestoppt und die Trennfarbe 6 kann sich
von der Folienschicht 3 ablösen. Die Anstanzung 9 hat vorzugsweise eine Tiefe von
etwa der Hälfte der Stärke der Papierschicht des Formulars 5, kann aber auch tiefer
oder weniger tief sein. Sie geht nicht vollständig durch die Papierschicht hindurch
und somit kann nichts zwischen die Trennfarbe 6 und die Folienschicht 3 geschoben
werden, um dadurch die vertrauliche Information lesbar zu machen.
[0061] Um das Ablösen der transparenten Folienschicht 3 zu erleichtern, kann im Formularpapier
5 eine Lasche 8 teilweise ausgeschnitten sein, wobei ein Teil der Lasche 8 unterhalb
der Folienschicht 3, jedoch nicht unterhalb der Trennfarbe 6, liegt und ein Teil der
Lasche 8 über die Folienschicht 3 hinausragt. Stege 11 halten die Lasche 8 in der
Ebene des Formularpapiers 5, dies in Fig. 3b ersichtlich ist. Unter Durchbrechen der
Stege 11 kann die Lasche 8 aus der Formularebene nach oben herausgebogen, mit zwei
Fingern erfasst und als Griff zur Ablösung der Folienschicht 3 verwendet werden.
[0062] Eine bzw. die Anstanzung 9 sollte in diesem Fall wenigstens entlang der Trennfarbe
6 auf der gleichen Seite wie die Lasche 8 vorhanden sein. Wenn die Trennfarbe 6 von
der Vorderseite her gesehen wie in Fig. 3b dargestellt eine etwa rechteckige Fläche
bildet können zusätzlich entlang der Längsseiten der Rechteckfläche Anstanzungen vorgesehen
sein, welche das Ausbreiten des Faserrisses 12 von den Seiten her in den Bereich der
Trennfarbe 6 verhindern. Eine weitere Anstanzung 10 ist, wie in in Fig. 3b zu erkennen,
von der Vorderseite des Formularpapiers 5 wenigstens teilweise entlang der Folienschicht
3, aber nicht unterhalb von dieser angebracht, um auch ein Ausbreiten des Faserrisses
12 in den Bereich ausserhalb der Folienschicht 3 zu verhindern. Alle Anstanzungen
9, 10 und der Schnitt für die Lasche 8 können in einem Arbeitsschritt im Web Finishing
in der Vorderseite des Formularpapiers 5 angebracht werden.
[0063] Zur Ausbildung eines Reissstoppmittels kann die durch die Klebeschicht vermittelte
Haftkraft zwischen der transparenten Folienschicht und der Papierschicht des Formulars
auch reduziert oder aufgehoben sein. Z.B. kann das Reissstopmittel durch eine kleberfreie
Zone, eine Trennpapierschicht oder eine andere Trennschicht gebildet sein. Dabei kann
ggf. auf eine Anstanzung des Formularpapiers verzichtet werden. Das Reissstopmittel
befindet sich in der Etikette und kann mit dieser direkt auf ein Formular aufgeklebt
werden. Dies kann die Herstellung von manipulationsindikativen Formularen mit Etikette
erheblich erleichtern.
[0064] Bei Verwendung einer klebefreien Zone oder eines Silikonpapierstreifens als Ablösehilfe
kann es notwendig sein, ein Anreissmittel anzubringen, um die Entstehung des gewünschten
Faserrisses zu erleichtern. Ein solches Anreissmittel ist z.B. eine Anstanzung im
Formularpapier in Reissrichtung direkt nach der Ablösehilfe und vor dem Reissstopmittel.
Das Anreissmittel kann auch mit einer Lasche kombiniert sein.
[0065] Die Ausführungsform von Fig. 4a - 4c unterscheidet sich von der Ausführungsform in
Fig. 3a - 3c darin, dass die Folienschicht nur an zwei sich gegenüberliegenden Randbereichen
kein Unkenntlichkeitsmittel aufweist und dort permanent auf die Papierschicht 5 des
Formulars geklebt ist. Durch diese Ausbildung ist die Länge der Etikette nicht festgelegt
und die Etikette und kann je nach der Länge der aufzudruckenden vertraulichen Information
1 variabel von einem Endlosband abgelängt werden.
[0066] Die in Fig. 5a - 5c dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der Ausführungsform
von Fig. 3 - 3c darin, dass die transparente Folienschicht 3 aus zwei Lagen 3a, 3b
besteht, wobei die obere Lage 3a vorderseitig bedruckbar ist und die untere, flächenmässig
kleinere und rückseitig mit der Trennfarbe 6 als dem Unkenntlichkeitsmittel U versehene
Lage 3b mit Hilfe einer Klebeschicht 13 mit der oberen Lage 3a verklebt ist. Zum gleichen
Aufbau kommt man, wenn man die Klebeschicht 4 für das Verkleben der beiden Folienlagen
3a, 3b miteinander und die Klebschicht 13 zur Verbindung der Trennfarbe 6 mit der
Papierschicht des Formulars 5 verwendet. In diesem Fall könnte auch nur die untere
Lage 3b mit der Trennfarbe 6 und der rückseitigen Klebeschicht 13 in einem ersten
Schritt auf ein Formularpapier aufgeklebt werden und danach erst in einem zweiten
Schritt die obere Lage 3a mit Hilfe der Klebeschicht 4 darüber. Bei einheitlicher
Ausbildung der beiden Lagen bezüglich ihrer Fläche könnten diese jeweils erst unmittelbar
vor dem Aufkleben aus einem grösseren Materialstück ausgeschnitten werden, wodurch
ein hoher Grad an Flexibilität hinsichtich der Grösse des Unkenntlichkeitsmittels
U und der gesamten Etikette in Länge und Breite erreicht wird.
[0067] Bei der Ausführungsform von Fig. 6a - 6c ist um den Bereich des hier durch die Trennfarben
6a, 6b gebildeten Unkenntlichkeitsmittels herum ein strukturierter, transparenter
Trennlack 6e rückseitig auf die Folienschicht 3 aufgebracht. Der Trennlack 6e hat
etwa die gleichen Hafteigenschaften gegenüber der Folienschicht 3 wie die Trennfarben
6a, 6b. Der strukturierte, transparente Trennlack 6e ist so aufgebracht, dass die
Stellen, an denen kein Trennlack 6e vorhanden ist, einen Schriftzug, z.B. VOID, bilden.
Die Folienschicht 3 mit den Trennfarben 6a, 6b und dem Trennlack 6e ist rückseitig
mit einer Klebeschicht versehen, wobei die Klebeschicht aus einer folienseitigen Lage
4a und einer formularseitigen Lage 4b besteht. Die folienseitige Lage 4a der Klebeschicht
ist, z.B. bläulich, gefärbt.
[0068] Wird die Folienschicht 3 angehoben, löst sie sich ausser im Bereich des Unkenntlichkeitsmittels
auch von der gefärbten, folienseitigen Lage 4a der Klebeschicht an den Stellen, an
denen sich der Trennlack 6e befindet. An den Stellen ohne Trennlack 6e bleibt die
gefärbte, folienseitige Lage 4a der Klebeschicht an der Folienschicht 3 haften, wodurch
der VOID-Schriftzug auf der abgelösten Folie ersichtlich wird.
[0069] Im wesentlichen das gleiche Ergebnis erhält man, wenn bei Ablösen der Folienschicht
3 die Trennung zwischen dem Trennlack 6e und der Klebeschicht 4a erfolgen würde. Der
VOID-Schriftzug weist maximal eine etwa 20 %ige Flächendeckung und der Trennlack entsprechend
eine Flächendeckung von mehr als 80% auf. Weil die Stellen, an denen kein Trennlack
6e vorhanden ist, dadurch relativ klein sind, löst sich die formularseitige Lage 4b
der Klebeschicht dort vom Formularpapier 5, ohne einen Faserriss 12 zu erzeugen. Hingegen
dort, wo in grösseren zusammenhängenden Bereichen kein Trennlack 6e und keine Trennfarbe
6a, 6b vorhanden sind, wird das Formularpapier 5 beim Abheben der Folienschicht 3
zerfasert, wie dies in Fig. 6c am rechten Rand der Folienschicht 3 ersichtlich ist.
[0070] Um das Anheben der Folienschicht 3 zu erleichtern, ist in Fig. 6a - 6c eine klebefreie
Zone 30 entlang einer Randzone der Folienschicht vorhanden. Eine ähnliche Ablösehilfe
entsteht, wenn vor dem Aufspenden des dargestellten Aufbaus als Klebeetikette auf
den Papierträger 5 des Formulars ab einem Silikonpapierträger der Silikonpapierträger
einige Millimeter weit innenseitig vom Rand der Etikette eingeschnitten und beim Aufspenden
so abgezogen wird, dass ein schmaler Randstreifen an der Etikette verbleibt und die
Folienschicht im Bereich dieses Randstreifens mit dem Formularpapier nicht verkleben
kann. Diese Ausführungen von Ablösehilfen könnten grundsätzlich bei allen anderen
Ausführungsformen ebenfalls zum Einsatz kommen und insbesondere anstelle der in den
Figuren 3 - 5 dargestellten Lasche 8 vorgesehen sein.
[0071] Der Bereich der Folienschicht 3, welcher zwischen der klebefreien Zone 30 und dem
Unkenntlichkeitmittel liegt, ist in Fig. 6a - 6c ebenfalls mit dem strukturierten,
transparenten Trennlack 6e in Form eines Schriftzuges wie VOID versehen. Da wie vorstehend
erläutert, in den Bereichen, in denen dieser Schriftzug vorhanden ist, das Papiematerial
beim Ablösen der Folienschicht 3 nicht zerfasert, kann hier in Reissrichtung vor dem
Unkenntlichkeitsmittel auf Reissstopmittel, z.B. eine Anstanzung, verzichtet werden.
[0072] Im Bereich des Unkenntlichkeitsmittels könnte bei der Ausführungsform von Fig. 6a
-6c auch eine strukturierte, transparente Trennfarbe 6b in Kombination mit einer flächendeckend
aufgebrachten dunklen Trennfarbe 6a verwendet werden. In diesem Fall könnte die transparente
Trennfarbe 6b und der transparente Trennlack 6e aus dem gleichen Material bestehen,
welches auch gleichzeitig auf die Folienschicht 3 aufgebracht werden könnte.
[0073] Der VOID-Schriftzug könnte auch durch den Trennlack 6e selbst gebildet werden, d.h.
durch die Stellen, an denen Trennlack 6e vorhanden ist. In diesem Fall sollte die
Flächendeckung durch den Trennlack 6e allenfalls 20 % betragen. Die geringe Flächendeckung
des Trennlackes 6e reicht dabei nicht aus, um beim bestimmungsgemässen Anheben der
Folienschicht 3 die folienseitige Lage 4a der Klebeschicht von der Folienschicht 3
zu lösen. Als Folge entsteht ein Faserriss im Formular wie im Beispiel von Fig. 3.
Wie in diesem Beispiel braucht es zur Begrenzung des Faserrisses auch wenigstens eine
Stoppstanzung. Befugtes Anheben der Folienschicht 3 lässt dadurch den VOID-Schriftzug
nicht erkennen. Jedoch wird der VOID-Schriftzug ersichtlich, sobald z.B. versucht
wird, mit einem dünnen Messer zwischen die Folienschicht 3 und das Unkenntlichkeitsmittel
einzudringen.
[0074] Die zweilagige Klebeschicht 4a, 4b könnte, wie in Fig. 8 die Schicht 4c auch einlagig
ausgeführt sein, wobei dann diese eine Lage gefärbt ist.
[0075] Fig. 7 zeigt eine Ausführungsform eines Druckträgers als Teil eines Formulars 5,
bei welcher im Randbereich einer auch für das Unkenntlichkeitsmittel U verwendeten
Trennfarbe 6 ein strukturierter, transparenter Haftlack 4d rückseitig auf die Folienschicht
3 so aufgebracht ist, so dass die Stellen, an denen er vorhanden ist, einen Schriftzug,
z.B. VOID, bilden. Wird die Folienschicht 3 abgelöst, löst sie sich von der Trennfarbe
6 ausser an den Stellen, an denen sich der Haftlack 4d befindet. Dieser geht mit der
Folie und nimmt seinerseits die unter ihm liegende Trennfarbe 6 mit, so dass auf der
abgelösten Folie der Schriftzug VOID erkennbar wird.
[0076] Im Beispiel von Fig. 7 könnte die Folienschicht auch ganzflächig mit der Trennfarbe
6 beschichtet sein.
[0077] Fig. 8a und 8b zeigen einen Druckträger als Teil eines Formulars, bei welchem die
Folienschicht 3 rückseitig das durch Trennfarben 6a / 6b gebildete Unkenntlichkeitsmittel
trägt und zudem ganzflächig mit einem ersten transparenten Trennlack 6e beschichtet
ist. Eine Trägerschicht 7 aus Papier oder Folie trägt vorderseitig im Randbereich
um das Unkenntlichkeitsmittel herum einen zweiten, strukturierten Trennlack 6g und
darüber ganzflächig bis auf eine Ablösezone 30 eine, z.B. bläulich, gefärbte Klebeschicht
4c, die mit der ersten Trennlackschicht 6e in Kontakt ist. Die Stellen, an denen der
zweite Trennlack 6g vorhanden ist, bilden einen Schriftzug, z.B. VOID. Der Trennlack
6g trennt gegenüber der Trägerschicht 7 und zwar leichter als die Klebeschicht 4c
gegenüber der ersten Trennlackschicht 6e. Die Trägerschicht 7 ist mit Hilfe einer
zweiten Klebeschicht 4b vorderseitig auf eine Papierschicht des Formulars 5 geklebt.
[0078] Wird die Folienschicht 3 z.B an der klebefreien Zone 30 angehoben, verläuft die Trennung
im Bereich des Unkenntlichkeitsmittels zwischen den Trennfarben 6a / 6b und der Folienschicht
3, wie in Fig. 8b dargestellt. Ausserhalb des Bereiches des Unkenntlichkeitsmittels
verläuft die Trennung dort, wo kein zweiter Trennlack 6g vorhanden ist, zwischen dem
ersten Trennlack 6e und der Klebeschicht 4c. Dort, wo ausserhalb des Unkenntlichkeitsmittels
der zweite Trennlack 6g vorhanden ist, verläuft die Trennung zwischen diesem und der
Trägerschicht 7. Der zweite Trennlack 6e und die über ihm liegende gefärbte Klebeschicht
4c gehen mit der Folie mit und bilden auf dieser den erwähnten Schriftzug.
[0079] Der Trennlack 6g könnte auch gegenüber der Klebeschicht 4c trennen. Die Klebeschicht
könnte 4c könnte, wie im Beispiel von Fig. 6, aus zwei Lagen aufgebaut sein, wobei
nur eine der Lagen gefärbt ist. Die Trennung könnte in diesem Fall, quasi kohäsiv,
auch zwischen den beiden Lagen erfolgen. Bevorzugt sind die bei einer Trennung freigelegten
Oberflächen der Klebeschicht 4c trocken, d.h. nicht klebrig.
[0080] Der erste, im wesentlichen vollflächige Trennlack 6e und der zweite, strukturierte
Trennlack 6g könnten bezüglich ihrer Lage auch miteinander vertauscht werden, wobei
der zweite strukturierte Trennlack 6g auf der Rückseite der Folienschicht 3 zur Anordnung
käme und sich eine Struktur ähnlich wie in Fig. 6a - 6c ergäbe. Die Struktur des strukturierten
Trennlacks 6g bezüglich der Bildung des Schriftzuges, z.B. VOID, könnte dabei ebenfalls
invertiert werden.
[0081] Bei der Ausführungsform von Fig. 8a und 8b sind wegen des Unterbaus der Etikette
aus den Schichten 7 und 4b keine Stanzungen im Formular 5 erforderlich.
[0082] Die Fig. 9a - 9c zeigen einen Druckträger als Teil eines Formulars 5, bei welchem
alle Schichten der Druckträgers (der Etikette) gleich gross und über ihre gesamte
Fläche einheitlich ausgebildet sind. Der Druckträger kann dadurch aus einem grösseren
Stück, inbesondere einer Endlosbahn, nach Beilieben abgelängt und/oder ausgeschnitten
werden und ist dadurch vollkommen formatvariabel. Eine Trägerschicht 7 aus Papier
oder Folie trägt vorderseitig das Unkenntlichkeitsmittel U in Form einer bevorzugt
ganzflächigen Beschichtung und unterscheidet sich von dieser im Farbton. Die transparente
Folienschicht 3 ist mit Hilfe einer ersten, transparenten Klebeschicht 4a vorderseitig
auf das Unkenntlichkeitsmittel U geklebt und zwar so, dass die Folienschicht 3 von
der Klebeschicht 4a wieder ablösbar ist. Sofern die Klebeschicht 4a selbst diese Ablösbarkeit
nicht erlaubt, kann hierzu zusätzlich eine transparente Trennschicht 19 vorgesehen
sein, welche gegenüber der Folienschicht 3 oder der Klebeschicht 4a trennt. Die Klebeschicht
4a verfügt desweiteren über eine gewisse innere Kohäsion sowie über gewisse elastische
Eigenschaften, auf welche noch eingegangen wird. Die Trägerschicht 7 ist mit Hilfe
einer zweiten Klebeschicht 4b vorderseitig auf eine Papierschicht des Formulars 5
geklebt. Eine vertrauliche Information 1 kann nicht bestimmt werden, bevor die transparente
Folienschicht 3 und das Unkenntlichkeitsmittel U an der Klebeschicht 4a bzw. der Trennschicht
19 voneinander getrennt werden.
[0083] Zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel U und der Trägerschicht 7 ist ein strukturierter
Trennlack 6e mit 20 % bis 50 % Flächendeckung vorhanden, durch welchen ein Schriftzug,
z.B. VOID, gebildet wird. Die Haftkraft zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel U und
der ersten Klebeschicht 4a einerseits sowie zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel U
und der Trägerschicht 7 andererseits ist jeweils grösser als die Haftkraft der ersten
Klebeschicht 4a gegenüber der transparenten Folienschicht 3. Diese ist wiederum grösser
als die Haftkraft des strukturierten Trennlackes 6e gegenüber der Trägerschicht 7
oder dem Material des Unkenntlichkeitsmittels U. Die Kohäsion der ersten Klebeschicht
4a ist grösser als ihre Haftkraft gegenüber der transparenten Folienschicht 3.
[0084] Um das Ablösen der transparenten Folienschicht 3 zu erleichtern, ist wieder eine
Lasche 8 vorgesehen. Der Schnitt im Bereich der Lasche 8, welcher unterhalb der Folienschicht
3 liegt, reicht hier durch die Trägerschicht 7 hindurch, damit die Folienschicht 3
beim Anheben der Lasche 8 von der auf dem Formular 5 klebenden Trägerschicht 7 und
somit vom Unkenntlichkeitsmittel U getrennt werden kann. Wenn sich bei geeigneter
Einstellung der vorerwähnten Haftkräfte die Folienschicht 3 relativ leicht von ihrem
Unterbau ablösen lässt, kann in diesem in diesem Ausführungsbeispiel auf die Lasche
8 oder ein andere Ablösehilfe eventuell auch verzichtet werden.
[0085] Wird die Folienschicht 3 von links nach rechts fortlaufend angehoben, löst sich zunächst
der Trennlack 6e von der Trägerschicht 7. Durch die erwähnten elastischen Eigenschaften
der ersten Klebeschicht 4a und deren Kohäsion werden die gelösten Trennlackstücke
6e und mit ihnen die sie überdeckenden Bereiche des Unkenntlichkeitsmittels U jedoch
nicht vollständig von der Trägerschicht 7 entfernt, sondern nur kurz angehoben und
danach, wegen des seitlichen Zuges an der Folienschicht 3, seitlich etwas verschoben,
wie in Fig. 9c dargestellt. Die erste Klebeschicht 4a löst sich daraufhin vollständig
von der Folienschicht 3 bzw. der Trennschicht 19. Durch die seitliche Verschiebung
der Trennlackstücke 6e und den sie überdeckenden Bereichen des Unkentlichkeitsmittels
wird der Schriftzug, z.B. VOID, durch den Unterschied im Farbton zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel
U und der darunterliegenden Trägerschicht 7 erkennbar. Die Verschiebung der Trennlackstücke
6e ist nicht wieder rückgängig zu machen. Sie bleibt insbesondere erhalten und der
Schriftzug sichtbar, wenn die Folienschicht 3 wieder auf das Formular zurückgeklebt
wird. Der Effekt ist von daher ein sehr wirksames Mittel, ein unbefugtes Lesen erkennbar
zu machen.
[0086] Den an sich gleichen Effekt erhält man, wenn statt eines strukturierten Trennlacks
6e ein strukturierter Haftlack eingesetzt wird und das Unkenntlichkeitsmittel U z.B.
als Trennfarbe ausgeführt ist und gegenüber der Trägerschicht 7 trennt. Die Struktur
des strukturierten Haftlackes wäre in diesem Fall bezüglich des Schriftzuges sinnvollerweise
zusätzlich zu invertieren.
[0087] Generell kann bei allen Ausführungsformen der Schriftzug, soweit vorgesehen, auf
der abgelösten Folienschicht entweder positiv oder negativ in Erscheinung treten,
wobei positiv bedeutet, dass die den Schriftzug bildenden Zeichen dunkel in einem
hellen Umfeld dargestellt sind. Negativ bedeutet entsprechend umgekehrt, dass die
die den Schriftzug bildenden Zeichen hell in einem dunklen Umfeld dargestellt sind.
[0088] Indem sich bei der Ausführungsform von Fig. 9 ein Fase
[0089] Die beschriebenen Ausbildungen rückseitig der Folienschicht gemäss den Figuren 2
- 9 sind, wenn man von dem beschriebenen, vorteilhaften, ggf. aber verzichtbaren kombinatorischen
Effekt, den der vorderseitige Strukturdruck im Zusammenspiel mit dem rückseitigen
Unkenntlichkeitsmittel U hat, unabhängig von der Gestaltung der Vorderseite der Folienschicht
wie z.B. anhand von Fig. 1 beschrieben und könnten insofern auch ein eigenständiges
erfinderisches Konzept bilden.
[0090] Bei allen Ausführungsformen kann zusätzlich und wie beispielsweise in Fig. 10a dargestellt,
vorzugsweise unmittelbar angrenzend an die Folienschicht 3 und/oder das Unkenntlichkeitsmittel
U, ein Kontrastreferenzfeld K vorhanden sein, welches nach Art und vor allem Kontrast
dem durch die Folienschicht 3 hindurch sichtbaren Unkenntlichkeitsmittel U entspricht
und zwar solange die Folienschicht 3 noch original mit dem Unkenntlichkeitsmittel
U verbunden ist. Beim Ablösen der Folienschicht 3 von dem Unkenntlichkeitsmittel U
ergibt sich nämlich in der Regel eine Kontrastverminderung hinsichtlich des Erscheinungsbildes
des Unkenntlichkeitsmittels U, wie dies Fig. 10b zeigt, wobei in Fig. 10b die Folienschicht
3 im linken Teil des Unkenntlichkeitsmittels U abgelöst wurde. Der Effekt lässt sich
durch einfaches Wiederverbinden der beiden Schichten nicht mehr rückgängig machen
und ist um so ausgeprägter, je matter die Oberfläche des Druckträgers bzw. je geringer
ihr Glanz ist. Das Kontrastreferenzfeld K verstärkt einerseits die Erkennbarkeit dieses
Effektes und macht die Kontrastverminderung auch dann erkennbar, wenn sie einheitich
auf der gesamten Fläche der Folienschicht 3 und/oder des Unkenntlichkeitsmittels U
herbeigeführt wurde.
[0091] Das Kontrastreferenzfeld K kann z.B. drucktechnisch auf dem Papierträger 5 eines
Formulars aufgebracht werden und könnte sich auch in den Bereich des Unkenntlichkeitsmittels
U hinein erstrecken oder überhaupt vollflächig angebracht sein.
[0092] Das Kontrastreferenzfeld könnte ebenfalls als ein eigenständiges erfinderisches Konzept
angesehen werden.
[0093] Die vertrauliche Information 1 bzw. 16 und 17 wurde in den vorbeschrieben Beispielen
lediglich zum besseren Verständnis der Erfindung erwähnt, dargestellt und beschrieben.
Sie bildet jedoch keinen Teil der Erfindung, die auf einen Druckträger als solchen
gerichtet ist. Die vertrauliche Information wird in der Regel auch erst in einem letzten,
separaten Verarbeitungsschritt - z.B. durch eine Bank im Falle eines PIN-Codes einer
Kreditkarte - hinzugefügt, wohingegen der erfindungsgemässe Druckträger als solcher
vorgängig von einem darauf spezialisierten Hersteller fertig hergestellt wird.
BEZEICHNUNGSLISTE
[0094]
- 1
- vertrauliche Information 1
- 3
- transparente Folienschicht
- 3a, 3b
- Lagen der transparenten Folienschicht
- 4
- Klebeschicht
- 4a
- gefärbte Lage einer Klebeschicht
- 4b
- Lage einer Klebschicht
- 4c
- gefärbte Klebeschicht
- 4d
- strukturierter, transparenter Haftlack
- 5
- Formular/Papieroberfläche
- 6
- nicht transparente Trennfarbe
- 6a
- Trennfarbe
- 6b
- Trennfarbe
- 6c
- Trennfarbe
- 6e
- strukturierter, transparenter Trennlack
- 6g
- Trennlack
- 7
- Trägerschicht
- 8
- Lasche
- 9
- Anstanzung
- 10
- Anstanzung
- 11
- Stege
- 12
- Faserriss
- 13
- Kaschierkleber / Klebeschicht
- 15
- Strukturdruck
- 15a
- zweiter Strukturdruck 15a
- 16
- Teile der Information 1 auf Erhöhungen
- 17
- Teile der Information 1 in Tälern
- 18
- transparente Schicht
- 19
- transparente Trennschicht
- 30
- klebefreie Zone / Ablösezone
- K
- Kontrastreferenzfeld
- U
- Unkenntlichkeitsmittel
1. Druckträger zur Übertragung von vertraulicher Information (1) mit einer transparenten
Folienschicht (3), auf welche die vertrauliche Information (1) vorderseitig aufdruckbar
ist, wobei hinter der Folienschicht (3) ein Unkenntlichkeitsmittel (U) vorhanden ist,
und wobei eine Trennschicht und das Unkenntlichkeitsmittel (U) so angeordnet sind,
dass die Erkennbarkeit der vertraulichen Information (1) wesentlich erschwert ist,
bevor die transparente Folienschicht (3) und das Unkenntlichkeitsmittel (U) an der
Trennschicht voneinander getrennt werden, dadurch gekennzeichnet, dass für die Trennschicht mindestens eine nicht transparente Trennfarbe (6, 6a, 6b) verwendet
ist, welche gleichzeitig das Unkenntlichkeitsmittel (U) bildet.
2. Druckträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennschicht rückseitig auf die transparente Folienschicht (3) aufgebracht und
ihrerseits rückseitig mit einer Klebeschicht (4) versehen ist, und wobei die Trennschicht
an der Rückseite der transparenten Folienschicht (3) mit einer Haftkraft haftet, die
kleiner ist als ihre Haftkraft gegenüber der Klebeschicht (4).
3. Druckträger nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er ein manipulationsindikatives Formular (5) oder ein Teil eines solchen Formulars
mit Etikette ist, wobei die Etikette die transparente Folienschicht (3) umfasst und
mit Hilfe einer Klebeschicht (4, 4b) auf eine Papierschicht des Formulars (5) geklebt
ist.
4. Druckträger nach den Ansprüchen 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennschicht teilflächig rückseitig auf die transparente Folienschicht (3) aufgebracht
ist und die Klebeschicht (4, 4b) mindestens an einer Seite, vorzugsweise jedoch allseitig,
über die Trennschicht hinaus ragt und die Folienschicht (3) permanent mit der Papierschicht
verbindet.
5. Druckträger nach den Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Bereich, in dem die Klebeschicht (4a, 4b) über die Trennschicht (6a, 6b)
und das Unkenntlichkeitsmittel (U) hinaus ragt, ein strukturierter, transparenter
Trennlack (6e) teilflächig rückseitig auf die Folienschicht (3) aufgebracht und die
Klebeschicht oder wenigstens eine Lage (4a) davon gefärbt ist.
6. Druckträger nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass die transparente Folienschicht (3) aus zwei Lagen (3a, 3b) besteht, welche miteinander
verklebt sind, wobei die vordere vorderseitig bedruckbar ist und die hintere rückseitig
mit der Trennschicht (U/6) versehen ist.
7. Druckträger nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekenzeichnet, dass im Randbereich einer für die Trennschicht und das Unkenntlichkeitsmittel
(U) verwendeten Trennfarbe (6) ein strukturierter, transparenter Haftlack (4d) rückseitig
auf die Folienschicht (3) aufgebracht ist.
8. Druckträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folienschicht (3) rückseitig das durch mindestens eine Trennfarbe (6a / 6b) gebildete
Unkenntlichkeitsmittel (U) trägt,
dass hinter der Folienschicht (3) eine Trägerschicht (7) vorhanden ist,
dass zwischen der Folienschicht (3) und der Trägerschicht (7) eine wenigstens teillagig
gefärbte Klebeschicht (4c) vorhanden ist,
dass auf der einen Seite dieser Klebeschicht (4c) ein erster transparenter Trennlack
(6e) im wesentlichen ganzflächig vorhanden ist,
dass auf der anderen Seite dieser Klebeschicht (4c) im Randbereich um das Unkenntlichkeitsmittel
(U) herum ein zweiter, strukturierter Trennlack (6g) vorhanden ist, und dass der erste
Trennlack (6e) gegenüber der Klebeschicht 4(c) trennt, jedoch weniger leicht als der
zweite, strukturierte Trennlack (6g) gegenüber dieser Klebeschicht (4c) oder gegenüber
der Folienschicht (3) oder der Trägerschicht (7).
9. Druckträger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass eine Trägerschicht (7) vorderseitig das als Schicht ausgebildete Unkenntlichkeitsmittel
(U) trägt und sich diesem im Farbton unterscheidet,
- dass die transparente Folienschicht (3) mit Hilfe einer Klebeschicht (4a) vorderseitig
lösbar auf das Unkenntlichkeitsmittel (U) geklebt ist,
- dass zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel (U) und der Trägerschicht (7) ein strukturierter
Trennlack (6e) vorhanden ist,
- dass die Haftkraft zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel (U) und der Klebeschicht (4a) einerseits
sowie zwischen dem Unkenntlichkeitsmittel (U) und der Trägerschicht (7) andererseits
jeweils grösser ist als die Haftkraft der Klebeschicht (4a) gegenüber der transparenten
Folienschicht (3) und dass diese wiederum grösser ist als die Haftkraft des strukturierten
Trennlackes (6e) gegenüber der Trägerschicht (7) oder dem Unkenntlichkeitsmittel (U),
und
- dass die Kohäsion der Klebeschicht (4a) grösser ist als die Haftkraft der Klebeschicht
(4a) gegenüber der transparenten Folienschicht (3).
10. Druckträger nach einem der Ansprüche 1 - 9, dadurch gekennzeichnet, dass für wenigstens eine Schicht, inbesondere für den Strukturdruck (15, 15a) oder eine
transparente Schicht (18, 19) eine Reagensfarbe verwendet ist, welche sich unter Hitze-
und/oder Lösungsmitteleinwirkung irreversibel verfärbt, und/oder einen Absorber für
Infrarot- und/oder Ultraviolettstrahlung enthält.
11. Druckträger nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass er ein manipulationsindikatives Formular (5) oder ein Teil eines solchen Formulars
ist, und dass in einem an das Unkenntlichkeitsmittel (U) angrenzenden Bereich des
Formulars ein Kontrastreferenzfeld (K) angeordnet ist, welches den gleichen Farbton
aufweist wie das Unkenntlichkeitsmittel (U) bei Betrachtung des Unkenntlichkeitsmittels
(U) durch die Folienschicht (3), bevor diese und das Unkenntlichkeitsmittel (U) an
der Trennschicht voneinander getrennt werden.
12. Druckträger nach einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Folienschicht (3) auf der Vorderseite mindestens einen, nicht zur vertraulichen
Information (1) beitragenden Strukturdruck (15) trägt, welcher durch seine unregelmässige
Flächendeckung die Wirkung des Unkenntlichkeitsmittels (U) verbessert.
13. Druckträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Folienschicht (3) als solche oder durch eine ganzflächig aufgebrachte Schicht
(18) vorderseitig glänzend oder matt ausgebildet ist und dass der Strukturdruck (15)
abhängig davon matt oder glänzend ausgebildet ist, so dass sich ein Glanzkontrast
zu den von ihm nicht überdeckten Flächen ergibt.
14. Druckträger nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Strukturdruck transparent ist.
15. Druckträger nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Unkenntlichkeitsmittel (U) strukturiert ist und der Strukturdruck (15) etwa die
gleiche Strukturierung aufweist wie das Unkenntlichkeitsmittel (U).