(19)
(11) EP 2 302 116 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.03.2011  Patentblatt  2011/13

(21) Anmeldenummer: 09012301.9

(22) Anmeldetag:  29.09.2009
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D02H 3/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA RS

(71) Anmelder: Karl Mayer Textilmaschinenfabrik GmbH
63179 Obertshausen (DE)

(72) Erfinder:
  • Fuhr, Martin
    63486 Bruchköbel (DE)

(74) Vertreter: Knoblauch, Andreas 
Patentanwälte Dr. Knoblauch Schlosserstrasse 23
60322 Frankfurt am Main
60322 Frankfurt am Main (DE)

   


(54) Verfahren zum Erzeugen einer Musterkette und Musterkettenschärmaschine


(57) Es wird ein Verfahren zum Erzeugen einer Musterkette, bei dem man Fäden (11) mit Hilfe von Fadenführern (15) auf Transportflächen (5) ablegt, die am Umfang einer Schärtrommel (2) angeordnet und achsparallel zur Schärtrommel (2) bewegbar sind, und einen Fadenauftrag (17) erzeugt, wobei man die Fadenführer (15) und die Transportflächen (5) während des Ablegens relativ zueinander bewegt.
Man möchte eine Musterkette mit hoher Qualität erzeugen.
Hierzu ist vorgesehen, dass man mindestens einen Parameter des Fadenauftrags (17) auf mindestens einer Transportfläche (5) ermittelt und die Relativbewegung zwischen den Fadenführern (15) und den Transportflächen (5) in Abhängigkeit von dem ermittelten Parameter steuert.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen einer Musterkette, bei dem man Fäden mit Hilfe von Fadenführern auf Transportflächen ablegt, die am Umfang einer Schärtrommel angeordnet und achsparallel zur Schärtrommel bewegbar sind, und einen Fadenauftrag erzeugt, wobei man die Fadenführer und die Transportflächen während des Ablegens relativ zueinander bewegt.

[0002] Ferner betrifft die Erfindung eine Musterkettenschärmaschine mit einer Schärtrommel, an deren Umfang mehrere parallel zur Achse der Schärtrommel bewegbare Transportflächen angeordnet sind, und mehreren Fadenführern, mit deren Hilfe Fäden auf den Transportflächen zur Bildung eines Fadenauftrags ablegbar sind, wobei die Fadenführer und die Transportflächen parallel zur Achse der Schärtrommel relativ zueinander bewegbar sind.

[0003] Ein derartiges Verfahren und eine derartige Musterkettenschärmaschine sind beispielsweise aus EP 1 445 361 A2 bekannt.

[0004] Eine Musterkette, die auch als "Kurzkette" bezeichnet werden kann, wird dadurch hergestellt, dass man von einer Stirnseite der Schärtrommel her einen oder mehrere Fäden gleichzeitig um den Umfang der Schärtrommel wickelt und dabei auf Transportflächen, die beispielsweise als endlose, umlaufende Transportbänder ausgebildet sind, ablegt. Wenn der eine oder die mehreren gleichzeitig gewickelten Fäden mit der benötigten Anzahl von Windungen auf die Schärtrommel aufgewickelt worden sind, dann bewegen sich die Transportflächen von der Stirnseite weg, um Platz für die nachfolgenden Fäden zu schaffen.

[0005] Beim Aufwickeln der Fäden auf die Schärtrommel kann man die einzelnen Windungen nicht in radialer Richtung übereinander anordnen. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass die Fäden an der freien Stirnseite herunterfallen und von nachfolgenden Windungen überwickelt werden. Dies ergibt beim späteren Umbäumen, d.h. beim Abwickeln der Kette von der Schärtrommel, erhebliche Schwierigkeiten, die bis zum Reißen der Fäden führen können.

[0006] Man erzeugt daher beim Wickeln der Fäden auf die Schärtrommel einen Fadenauftrag mit einer konusförmigen Stirnseite. Die Steigung dieser Stirnseite ist so gewählt, dass ein Herunterrutschen der Fäden nicht mehr zu befürchten ist. Um diese konusförmige Stirnseite zu erzeugen, muss man die Fadenführer und die Transportflächen beim Wickeln relativ zueinander bewegen. Insbesondere dann, wenn man mehrere Fäden gleichzeitig auf die Schärtrommel aufwickelt, also sogenannte "Bändchen" erzeugt, ist es für das spätere Abwickeln von einer gewissen Bedeutung, dass die Bändchen einen Fadenauftrag mit einer Umfangsfläche bilden, die möglichst genau parallel zur Achse der Schärtrommel verläuft. Wird diese Bedingung nicht eingehalten, kann sich später eine Kette ergeben, bei der einzelne Fäden sehr unterschiedliche Spannungen aufweisen. Eine derartige Kette ist später schwer zu verarbeiten, beispielsweise in einer Weberei oder einer Wirkerei.

[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Musterkette mit hoher Qualität zu erzeugen.

[0008] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass man mindestens einen Parameter des Fadenauftrags auf mindestens einer Transportfläche ermittelt und die Relativbewegung zwischen den Fadenführern und den Transportflächen in Abhängigkeit von dem ermittelten Parameter steuert.

[0009] Man kontrolliert also, in welcher Weise die Fäden auf der Schärtrommel abgelegt werden, und steuert in Abhängigkeit davon, ob der Fadenauftrag gewünschten Vorgaben entspricht oder nicht, die Relativbewegung zwischen den Fadenführern und den Transportflächen. Dadurch ist es in einem stärkeren Maße als bisher möglich, Einfluss auf den Aufbau des Fadenauftrags zu nehmen, und zwar dergestalt, dass die so auf dem Umfang der Schärtrommel erzeugte Musterkette später einfacher und mit höherer Qualität abgezogen werden kann.

[0010] Hierbei ist bevorzugt, dass man zum Erzeugen der Relativbewegung mindestens eine der folgenden Baugruppen gesteuert bewegt: Fadenführer, Verlegeeinheit, an der die Fadenführer bewegbar angeordnet sind, Transportflächen und Schärtrommel. Man kann auch mehrere dieser Baugruppen gleichzeitig gesteuert bewegen, um den gewünschten Aufbau des Fadenauftrags zu erreichen. Prinzipiell reicht aber aus, eine dieser Baugruppen zu bewegen, um den Fadenauftrag mit einer konisch abgeschrägten Stirnseite und einer achsparallelen Umfangsfläche zu erzeugen.

[0011] Vorzugsweise dreht man die Schärtrommel beim Ablegen der Fäden und begrenzt die Ermittlung des Parameters auf vorbestimmte Drehstellungen der Schärtrommel. Wenn man die Transportflächen beispielsweise dadurch realisiert, dass am Umfang der Schärtrommel in bestimmten Abständen Transportbänder angeordnet sind, dann ergibt sich ein Fadenauftrag, der eine Polygon-Form aufweist. Wenn man in diesem Fall die Ermittlung des Parameters beispielsweise auf die Drehstellungen der Schärtrommel begrenzt, in denen sich ein Transportband unter einer Messeinrichtung befindet, dann kann man den Parameter genau an den Transportbändern ermitteln. Dies reicht in den meisten Fällen aus, um genügend Informationen über den Aufbau des Fadenauftrags zu gewinnen, so dass man in Folge die Relativbewegungen steuern kann.

[0012] Bevorzugterweise verwendet man als Parameter die Höhe des Fadenauftrags und/oder die Parallelität der Oberfläche des Fadenauftrags mit der Achse der Schärtrommel und/oder die Steigung der freien Stirnseite des Fadenauftrags. Vielfach wird es ausreichen, eine dieser Größen als Parameter zu verwenden. In bestimmten Fällen kann es jedoch günstig sein, auch zwei oder drei dieser Größen als Parameter zu verwenden. Wenn man beispielsweise feststellt, dass die Oberfläche des Fadenauftrags nicht mehr parallel zur Achse der Schärtrommel verläuft, dann muss man die Relativbewegung zwischen den Transportflächen und den Fadenführern so steuern, dass die Fadenführer weniger weit über die Transportflächen bewegt werden, wenn sich eine Steigung zum Ende der Schärtrommel hin ergibt, das den Fadenführern abgewandt ist, oder man muss die Fadenführer und die Transportflächen relativ zueinander in eine größere Überdeckung steuern, wenn sich eine umgekehrte Steigung der Umfangsfläche des Fadenauftrags ergibt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Steigung der freien Stirnseite zu kontrollieren. Wenn diese Steigung "stimmt", dann ist im Allgemeinen davon auszugehen, dass auch der Aufbau des Fadenauftrags den Vorgaben entspricht. Aus der Ermittlung der Höhe des Fadenauftrags an aufeinander folgenden Zeitpunkten kann man den Zuwachs des Fadenauftrags bestimmen und die Relativbewegung entsprechend dem Zuwachs steuern.

[0013] Wenn man den Fadenauftrag durch eine Abfolge von nebeneinander angeordneten Bändchen erzeugt, ist es günstig, den Parameter nur beim ersten Bändchen zu ermitteln und eine beim ersten Bändchen verwendete Funktion der Relativbewegung bei allen nachfolgenden Bändchen zu verwenden. Bei einer Musterkettenschärmaschine kann man eine Musterkette nicht dadurch erzeugen, dass man alle in der Kette enthaltenen Fäden gleichzeitig nebeneinander aufwickelt. Man geht vielmehr so vor, dass man immer nur eine Gruppe von Fäden gleichzeitig wickelt. Diese nebeneinander gleichzeitig gewickelten Fäden werden auch als "Bändchen" bezeichnet. Insbesondere dann, wenn alle Bändchen gleichartig aufgebaut sind, kann es ausreichen, die Relativbewegungen zwischen den Fadenführern und den Transportflächen nur für das erste Bändchen zu ermitteln, indem man den Parameter überwacht und als Regelgröße verwendet. Man kann den Verlauf dieser Relativbewegung dann in einem Speicher ablegen und für den Aufbau nachfolgender Bändchen verwenden. Natürlich kann man auch während des Wickelns nachfolgender Bändchen noch eine Überprüfung vornehmen. Eine entsprechende Steuerung der Relativbewegung in Abhängigkeit von den aktuell gemessenen Parametern ist aber vielfach nicht mehr erforderlich. Dies spart Verarbeitungsleistung ein und ermöglicht insgesamt einen gleichmäßigen Aufbau der Kette.

[0014] Vorzugsweise verwendet man Transportflächen, denen an einem Ende eines Arbeitsbereichs eine keilförmige Anlagefläche mit einem vorbestimmten Steigungswinkel zugeordnet ist. Dieser Steigungswinkel entspricht der Steigung des Konus am anderen axialen Ende des Fadenauftrags. Man erhält dann gleich von Anfang an den gewünschten Aufbau des Fadenauftrags, d.h. die Ermittlung der Parameter zur Steuerung der Relativbewegungen zwischen den Fadenführern und den Transportflächen kann gleich von der ersten Windung an erfolgen.

[0015] Die Aufgabe wird bei einer Musterkettenschärmaschine der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass eine Messeinrichtung vorgesehen ist, die mindestens einen Parameter des Fadenauftrags ermittelt und die mit einer Antriebssteuerung verbunden ist, die die Relativbewegung zwischen den Fadenführern und den Transportflächen steuert.

[0016] Wie oben im Zusammenhang mit dem Verfahren erläutert, ist es mit Hilfe der Messeinrichtung möglich, einen oder mehrere Parameter des Fadenauftrags zu ermitteln und so festzustellen, ob der Fadenauftrag in gewünschter Weise erzeugt wird. Wenn dies nicht der Fall ist, dann wird die Relativbewegung zwischen den Fadenführern und den Transportflächen geändert. Eine derartige Relativbewegung ist während des Wickelns üblicherweise vorhanden, um den konusartigen Aufbau an einer Stirnseite des Fadenauftrags zu erzeugen. Wenn der Fadenauftrag nicht den gewünschten Vorgaben entspricht, dann wird die Relativbewegung größer oder kleiner gemacht.

[0017] Vorzugsweise ist den Transportflächen an einem Ende eines Arbeitsbereichs eine keilförmige Anlagefläche mit einem vorbestimmten Steigungswinkel zugeordnet. Dieser Steigungswinkel entspricht dem Konuswinkel an der anderen Stirnseite des Fadenauftrags. Die Anlagefläche kann an einem keilförmigen Element angeordnet sein, das unmittelbar an der jeweiligen Transportfläche befestigt ist. Es ist aber auch möglich, die keilförmige Anlagefläche an einer getrennt von den Transportflächen bewegbaren Einrichtung anzuordnen und diese Einrichtung dann gemeinsam beim Erzeugen des Fadenauftrags mit den Transportflächen zu verlagern.

[0018] Vorzugsweise ist zur Erzeugung der Relativbewegung mindestens eine der folgenden Baugruppen bewegbar: Fadenführer, Verlegeeinheit, an der die Fadenführer bewegbar angeordnet sind, Transportflächen und Schärtrommel. Man kann auch mehrere dieser Baugruppen gleichzeitig bewegen. Die Steuerung vereinfacht sich jedoch, wenn gleichzeitig immer nur eine dieser Baugruppen bewegt wird. Man kann die Bewegbarkeit der anderen Baugruppen dann für andere Funktionen nutzen.

[0019] Vorzugsweise ermittelt die Messeinrichtung mindestens einen der folgenden Parameter: Höhe des Fadenauftrags, Parallelität der Oberfläche des Fadenauftrags mit der Achse der Schärtrommel und Steigung der freien Stirnseite des Fadenauftrags. Wenn beispielsweise die Oberfläche des Fadenauftrags nicht parallel mit der Achse der Schärtrommel verläuft, dann ist die Relativbewegung zwischen den Fadenführern und den Transportflächen zu groß oder zu klein und muss entsprechend korrigiert werden. Gleiches gilt, wenn die Steigung der freien Stirnseite des Fadenauftrags nicht der gewünschten Vorgabe entspricht.

[0020] Bevorzugterweise ist die Messeinrichtung als Laser-Messeinrichtung ausgebildet. Eine Laser-Messeinrichtung kann hier als Entfernungsmesseinrichtung eingesetzt werden, um die Höhe des Fadenauftrags, die Parallelität der Oberfläche am Umfang des Fadenauftrags mit der Achse der Schärtrommel und/oder die Steigung des freien Endes des Fadenauftrags zu ermitteln. Eine Laser-Messeinrichtung hat eine relativ hohe Auflösung oder Genauigkeit von 30 µm. Dies reicht für die meisten der üblicherweise verwendeten Fäden aus.

[0021] Bevorzugterweise weist die Schärtrommel einen Rotationsantrieb und einen Winkelgeber auf, wobei der Winkelgeber mit der Messeinrichtung verbunden ist. Der Winkelgeber "taktet" also die Messeinrichtung, d.h. er teilt der Messeinrichtung mit, wann die Schärtrommel in Drehwinkelpositionen ist, in denen ein Parameter ermittelt werden kann. Insbesondere dann, wenn die Transportflächen durch Transportbänder gebildet sind, die in vorbestimmten Abständen am Umfang der Schärtrommel verteilt angeordnet sind, ist eine derartige Ausgestaltung von Vorteil. In diesem Fall wird der Fadenauftrag nämlich polygonartig erzeugt. Eine Messeinrichtung, die eine Entfernung zu einem Fixpunkt ermittelt, würde dann laufend andere Messwerte ermitteln, wenn sich die Schärtrommel dreht. Natürlich kann man diese sich ändernden Messwerte auch rechnerisch korrigieren oder die Messeinrichtung entsprechend bewegen. Einfacher ist es jedoch, wenn man eine Messung nur an vorbestimmten Umfangspunkten der Schärtrommel vornimmt.

[0022] Bevorzugterweise ist die Messeinrichtung parallel zur Achse der Schärtrommel verlagerbar. Man kann dann auch breitere Bändchen kontrollieren, die beispielsweise 24 oder 48 nebeneinanderliegende Fäden umfassen. Die Messeinrichtung kann dann beispielsweise periodisch hin und her bewegt werden, um den Aufbau des Fadenauftrags zu überwachen.

[0023] Bevorzugterweise ist eine Speichereinrichtung vorgesehen, in der eine Relativbewegungsfunktion speicherbar ist, wobei die Speichereinrichtung mit der Antriebssteuerung verbunden ist. Wie oben im Zusammenhang mit dem Verfahren erläutert, reicht es in vielen Fällen aus, die Funktion der Relativbewegungen, d.h. den zeitlichen Verlauf der Relativbewegung, beim ersten gewickelten Bändchen aufzuzeichnen und dann für alle nachfolgenden Bändchen zu verwenden. Dies ergibt dann einen Fadenauftrag mit einer sehr hohen Gleichmäßigkeit. Darüber hinaus ist es bei dieser Vorgehensweise möglich, die Funktion der Relativbewegung zu glätten, so dass der oder die Antriebe, die die Relativbewegung bewirken, gleichförmiger arbeiten können. Dadurch wird eine erhöhte Wärmeentwicklung vermieden.

[0024] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Hierin zeigt die
einzige Figur:
eine schematische Darstellung zur Erläuterung der Erzeugung einer Musterkette.


[0025] Die Figur zeigt in sehr schematischer Darstellung eine Musterkettenschärmaschine 1 mit einer Schärtrommel 2, die einen Rotationsantrieb 3 aufweist. Mit Hilfe des Rotationsantriebs 3 wird die Schärtrommel 2 beim Erzeugen einer Musterkette in Richtung eines Pfeils 4 gedreht.

[0026] Am Umfang der Schärtrommel 2 sind mehrere Transportbänder 5 angeordnet, die in Richtung eines Pfeils 6 durch einen nicht näher dargestellten Antrieb bewegbar sind. Die Transportbänder 5 bilden also Transportflächen, die parallel zur Achse 7 der Schärtrommel 2 bewegbar sind, und zwar beim Erzeugen der Musterkette von einem freien Ende 8 zu dem Ende 9, an dem der Rotationsantrieb angeordnet ist.

[0027] Jedem Transportband 5 ist eine keilförmige Anlagefläche 10 zugeordnet. Im einfachsten Fall ist die keilförmige Anlagefläche 10 unmittelbar am Transportband 5 befestigt und wird dadurch gemeinsam mit dem Transportband 5 bewegt. Man kann die Anlageflächen 10 aber auch getrennt von den Transportbändern 5 anordnen und auf andere Weise gemeinsam mit den Transportbändern 5 bewegen.

[0028] Zu Beginn eines Schärvorgangs sind die Anlageflächen 10 dem freien Ende 8 benachbart angeordnet, d.h. die Transportbänder 5 sind vor dem Beginn des Wickelns entsprechend bewegt worden.

[0029] Zum Erzeugen einer Musterkette werden Fäden 11 aus einem schematisch dargestellten Gatter 12 abgezogen. Im Gatter 12 sind hierzu mehrere Spulen 13 angeordnet, und zwar in der Regel eine für jeden Faden 11.

[0030] Die Fäden 11 werden durch eine Verlegeeinheit 14 geführt. In der Verlegeeinheit 14 ist für jeden Faden ein schematisch dargestellter Fadenführer 15 vorgesehen. Jeder Fadenführer 15 kann parallel zur Achse 7 der Schärtrommel 2 gegenüber der Verlegeeinheit 14 bewegbar sein. Wie durch einen Pfeil 16 angedeutet, kann auch die Verlegeeinheit 14 insgesamt parallel zur Achse 7 der Schärtrommel 2 bewegbar sein.

[0031] Die Transportbänder 5 sind ebenfalls bewegbar und angetrieben. Sie werden so bewegt, dass ihre äußere Oberfläche, d.h. das radial äußere Trum, sich vom freien Ende 8 zum anderen Ende 9 bewegt. Schließlich ist auch vorgesehen, dass die Schärtrommel 2 insgesamt parallel zu ihrer Achse 7 verlagerbar ist.

[0032] Wie in der Figur schematisch dargestellt, soll letztendlich ein Fadenauftrag 17 erzeugt werden, der eine konusförmige Stirnseite 18 aufweist, deren Neigung mit der Steigung der Anlagefläche 10 übereinstimmt. In diesem Fall ist eine äußere Umfangsfläche 19 des Fadenauftrags 17 parallel zur Achse 7 der Schärtrommel 2 angeordnet.

[0033] In der Vergangenheit hat man dies dadurch realisiert, dass man beispielsweise die Fadenführer 15 für jede Windung beispielsweise um das Dreifache des Fadendurchmessers oder mehr bewegt hat. Allerdings ist damit nicht unmittelbar gewährleistet, dass man auch den entsprechenden Aufbau des Fadenauftrags 17 und damit des Wickels der Musterkette erreicht.

[0034] Man verwendet nun eine Messeinrichtung 20, die beispielsweise als Laser-Messeinrichtung ausgebildet ist. Auch die Messeinrichtung 20 ist parallel zur Achse der Schärtrommel 2 verlagerbar, wie dies durch den Doppelpfeil 21 angedeutet ist.

[0035] Die Messeinrichtung 20 ermittelt eine Entfernung zwischen der Umfangsfläche 19 des Fadenauftrags 17 und einem festen Punkt. Mit Hilfe der Messeinrichtung 20 ist es also möglich, den Schichtdickenzuwachs des Fadenauftrags 17 zu ermitteln. Mit diesem Schichtdickenzuwachs, der sich aus einer Abfolge von Messungen der Dicke oder der Höhe des Fadenauftrags ergibt, kann man die Größe der Relativbewegung zwischen den Fadenführern 15 und den Transportbändern 5 ermitteln, die notwendig ist, damit das gerade gewickelte Bändchen, also die Gesamtheit der gleichzeitig gewickelten Fäden 11, dem Winkel der Anlagefläche 10 folgt.

[0036] Diesen Winkel kann man zwar im Vorhinein rechnerisch bestimmen. Eine derartige Bestimmung nimmt man vorteilhafterweise auch vor Beginn des Schärvorgangs vor, so dass die erste oder einige wenige Windungen zu Beginn des Schärvorgangs mit diesen rechnerisch vorgegebenen Werten des "Vorschubs", also der Relativbewegung zwischen den Fadenführern 15 und den Transportbändern 5, gefahren wird. Nun wird mit Hilfe der Messeinrichtung 20 festgestellt, ob der eingestellte Vorschub dazu führt, dass sich die einzelnen Windungen des Bändchens so übereinander legen, dass ihre "Vorderseite", d.h. die dem Rotationsantrieb 3 zugewandte Seite, an die Anlagefläche 10 anliegt und sich somit an der anderen Stirnseite 18 der gewünschte Konuswinkel ergibt. Wenn dies der Fall ist, dann kann man mit der eingestellten Relativbewegung weiterarbeiten. Wenn dies nicht der Fall ist, dann muss die Relativbewegung geändert werden. Um die nachfolgende Erläuterung zu vereinfachen, wird die Relativbewegung als "Vorschub" bezeichnet. Wenn also der Konuswinkel an der Stirnseite 18 des Fadenauftrags 17 zu steil ist, dann muss der Vorschub vergrößert werden. Wenn er zu flach ist, dann muss der Vorschub verkleinert werden.

[0037] Man kann alternativ oder zusätzlich auch mit Hilfe der Messeinrichtung 20 feststellen, ob die Umfangsfläche 19 des Fadenauftrags parallel zur Achse 7 der Schärtrommel 2 verläuft. Wenn man feststellt, dass die Umfangsfläche 19 eine Steigung zum Ende 9 hin hat, dann muss der Vorschub verringert werden. Wenn sich ein Gefälle zum Ende 9 hin ergibt, dann muss der Vorschub vergrößert werden.

[0038] Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Neigung der Stirnseite 18 zu überwachen. Wenn diese Neigung von der Neigung der Anlagefläche 10 abweicht, dann ist auch hier eine entsprechende Korrektur des Vorschubs erforderlich.

[0039] Die Relativbewegung kann auf verschiedene Weise erzeugt werden. Im einfachsten Fall wird immer nur eine Baugruppe bewegt. Die anderen Baugruppen werden in Richtung der Achse 7 der Schärtrommel 2 stationär gehalten.

[0040] So kann man beispielsweise die Fadenführer 15 bewegen, um den konusartigen Aufbau des Fadenauftrags zu erzeugen. Man kann die Fadenführer 15 gegenüber der Verlegeeinheit 14 festlegen und die Verlegeeinheit 14 entsprechend bewegen. Man kann die Fadenführer 15 und die Verlegeeinheit 14 festhalten und die Transportbänder 5 bewegen oder man kann die Fadenführer 15 und die Verlegeeinheit 14 festhalten, die Transportbänder 5 auf der Schärtrommel 2 festhalten und die Schärtrommel 2 insgesamt verlagern. Die hierzu erforderliche Antriebssteuerung ist aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt.

[0041] Natürlich ist es auch möglich, mehrere dieser Bewegungen miteinander zu kombinieren.

[0042] Die Transportbänder 5 bilden von der Stirnseite der Schärtrommel 2 her gesehen ein Polygon. Dementsprechend wird der Fadenauftrag 17 ebenfalls ein Polygon bilden. Wenn nun die Schärtrommel 2 durch den Rotationsantrieb 3 beim Schären gedreht wird, dann verändert sich allein aufgrund des polygonartigen Aufbaus des Fadenauftrags 17 permanent die Entfernung zwischen der Messeinrichtung 20 und der Oberfläche 19.

[0043] Um trotzdem auf einfache Weise den gewünschten Parameter gewinnen zu können, weist die Schärtrommel 2 einen Winkelgeber 22 auf, der mit einem Winkelsensor 23 zusammenwirkt. Dementsprechend "weiß" eine nicht näher dargestellte Antriebssteuerung, wann der Fadenauftrag 17 beim Vorbeilaufen an der Messeinrichtung 20 von einem Transportband 5 unterstützt ist. Die Messeinrichtung 20 nimmt dann beispielsweise Messwerte nur dann auf, wenn ein Transportband 5 unter ihr hinweg läuft.

[0044] Man kann die Regelung des Vorschubs, also die permanente Überwachung und gegebenenfalls Neueinstellung der Relativbewegung zwischen den Fadenführern 15 und den Transportbändern 5 während des gesamten Schärvorgangs durchführen.

[0045] In vielen Fällen ist es jedoch ausreichend, die notwendige Relativbewegung nur beim ersten Bändchen zu ermitteln. Man kann dann in einer nicht näher dargestellten Speichereinrichtung den Verlauf dieser Relativbewegung über der Anzahl der Umdrehungen aufzeichnen und diesen aufgezeichneten Verlauf dann später zur Steuerung der an der Relativbewegung beteiligten Elemente verwenden.

[0046] Hierbei kann man auch eine gewisse Glättung der Funktion vornehmen, so dass eine übermäßige Beanspruchung der an den Folgen der Relativbewegung beteiligten Antriebe vermieden werden kann.


Ansprüche

1. Verfahren zum Erzeugen einer Musterkette, bei dem man Fäden (11) mit Hilfe von Fadenführern (15) auf Transportflächen (5) ablegt, die am Umfang einer Schärtrommel (2) angeordnet und achsparallel zur Schärtrommel (2) bewegbar sind, und einen Fadenauftrag (17) erzeugt, wobei man die Fadenführer (15) und die Transportflächen (5) während des Ablegens relativ zueinander bewegt, dadurch gekennzeichnet, dass man mindestens einen Parameter des Fadenauftrags (17) auf mindestens einer Transportfläche (5) ermittelt und die Relativbewegung zwischen den Fadenführern (15) und den Transportflächen (5) in Abhängigkeit von dem ermittelten Parameter steuert.
 
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man zum Erzeugen der Relativbewegung mindestens eine der folgenden Baugruppen gesteuert bewegt: Fadenführer (15), Verlegeeinheit (14), an der die Fadenführer (15) bewegbar angeordnet sind, Transportflächen (5) und Schärtrommel (2).
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die Schärtrommel (2) beim Ablegen der Fäden (11) dreht und die Ermittlung des Parameters auf vorbestimmte Drehstellungen der Schärtrommel (2) begrenzt.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man als Parameter die Höhe des Fadenauftrags (17) und/oder die Parallelität der Oberfläche (19) des Fadenauftrags (17) mit der Achse der Schärtrommel (2) und/oder die Steigung der freien Stirnseite (18) des Fadenauftrags (17) verwendet.
 
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man den Fadenauftrag (17) durch eine Abfolge von nebeneinander angeordneten Bändchen erzeugt, den Parameter nur beim ersten Bändchen ermittelt und eine beim ersten Bändchen verwendete Funktion der Relativbewegung bei allen nachfolgenden Bändchen verwendet.
 
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man Transportflächen (5) verwendet, denen an einem Ende eines Arbeitsbereichs eine keilförmige Anlagefläche (10) mit einem vorbestimmten Steigungswinkel zugeordnet ist.
 
7. Musterkettenschärmaschine mit einer Schärtrommel (2), an deren Umfang mehrere parallel zur Achse (7) der Schärtrommel (2) bewegbare Transportflächen (5) angeordnet sind, und mehreren Fadenführern (15), mit deren Hilfe Fäden (11) auf den Transportflächen (5) zur Bildung eines Fadenauftrags (17) ablegbar sind, wobei die Fadenführer (15) und die Transportflächen (11) parallel zur Achse (7) der Schärtrommel (2) relativ zueinander bewegbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass eine Messeinrichtung (20) vorgesehen ist, die mindestens einen Parameter des Fadenauftrags (17) ermittelt und die mit einer Antriebssteuerung verbunden ist, die die Relativbewegung zwischen den Fadenführern (15) und den Transportflächen (5) steuert.
 
8. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass den Transportflächen (5) an einem Ende eines Arbeitsbereichs eine keilförmige Anlagefläche (10) mit einem vorbestimmten Steigungswinkel zugeordnet ist.
 
9. Musterkettenschärmaschine nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung der Relativbewegung mindestens eine der folgenden Baugruppen bewegbar ist: Fadenführer (15), Verlegeeinheit (14), an der die Fadenführer (15) bewegbar angeordnet sind, Transportflächen (5) und Schärtrommel (2).
 
10. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (20) mindestens einen der folgenden Parameter ermittelt: Höhe des Fadenauftrags (17), Parallelität der Oberfläche (19) des Fadenauftrags (17) mit der Achse (7) der Schärtrommel (2) und Steigung der freien Stirnseite (18)des Fadenauftrags (17).
 
11. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (20) als Laser-Messeinrichtung ausgebildet ist.
 
12. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Schärtrommel (2) einen Rotationsantrieb (3) und einen Winkelgeber (22, 23) aufweist, wobei der Winkelgeber mit der Messeinrichtung (20) verbunden ist.
 
13. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Messeinrichtung (20) parallel zur Achse (7) der Schärtrommel (2) verlagerbar ist.
 
14. Musterkettenschärmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Speichereinrichtung vorgesehen ist, in der eine Relativbewegungsfunktion speicherbar ist, wobei die Speichereinrichtung mit der Antriebssteuerung verbunden ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht










Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente